Aber wenn er doch nur…

Kann man sich darauf einlassen?

Kann man sich darauf einlassen?

Von der Idee zum Glupschaugen-Gleiter. Teil 1
Ich weiß nicht, wie viele Geschichten von Autoschreibern mit den Sätzen „… ach hätte ich damals doch bloß“ oder „… wenn ich heute doch nur…“ enden. Es sind viele. Oft geht es da entweder um Karren, die man damals weggeworfen hat, weil sie so viel wert waren wie eine warme Mahlzeit. Rostlauben, die heute wesentlich teurer geworden sind und die einen hohen emotionalen Wert für den Schreiber hatten. Oder es geht um automobile Wünsche, die man gern ausleben möchte und es meistens lässt. Als Gründe werden das knapp finanzierte Reihenhaus, die Familie oder die viele Arbeit genannt. Natürlich lasse ich auch manchmal diese hättehätte Sätze raus. Es gibt einfach zu viel Weggeworfenes, was aus heutiger Sicht erhaltenswert gewesen wäre. Die Zeit rennt. Wir werden alle älter. Doch weg ist weg. Oder? Nein, nicht ganz. Im Jahr 2018 mach ich Schluss mit HÄTTE und WÜRDE, dieser ewige Konjunktiv der alles bereuenden und nichts verändernden Midlife-Krisenschieber wird begraben und weicht einem MACHEN. Ha. Was jetzt voll esoterisch tschakka tschakka klingt, kostet wenig Geld und ist das Ergebnis eines schon länger andauernden Denkprozesses. Und den…. will ich euch in dieser Geschichte gern mal erklären 🙂 Vielleicht erkennt sich ja jemand wieder?

Der Grundstein ist – wie so oft – in der Vergangenheit gelegt.

Über 20 Jahre her...

Über 20 Jahre her…

In den mittleren 90er Jahren war vielleicht nicht alles besser. Aber ich war jünger, hatte ein paar große Fehler noch nicht gemacht und saß mit beiden Pobacken fest im kopfstützenlosen Sitz meines Granada Coupés. Ich driftete zwischen Ausbildung und Studienbeginn, ein war bisschen verliebt, in Erwartung eines kleinen Töchterchens und noch fast ganz ohne Verantwortung für irgendwas. Soweit zu meinem hättehätte Thema, den Granada habe ich noch 🙂 Örg und ich liehen uns von einem Autohaus den nagelneuen Ford Scorpio aus, den damals schon laut belächelten Designflop aus Köln, und scheuchten ihn einen Nachmittag lang durch das Land. Die Geschichte habe ich hier vor ein paar Jahren mal zusammengetragen. Ich mochte den als Neuwagen schon wirklich gern. Aber die Verbindung aus gehobener Mittelklasse, freundlichem Gesicht und sehr amerikanischem Arsch ging in der allgemeinen Käufergunst so in die Hose, dass Fords letztes klassisches Modell mit längs eingebautem Motor und Heckantrieb schon nach drei Jahren wieder eingestampft wurde. Er hat mich nie ganz losgelassen, der glubschäugige, blechgewordene Preisverfall, der deutsche Edsel, das voll ausgestattete Ende der klassischen Limousine.

Ich muss drüber schreiben

Ich muss drüber schreiben

Im OSRAM Autolichtblog, wo ich mich wöchentlich mit unterhaltsamen Themen über Lampen im Auto auslasse, habe ich im letzten Jahr den Scorpio in meine ganz persönliche Hall of Fame der markanten Autogesichter aufgenommen. Da war er wieder. Ab und an gucke ich mal bei modile.de oder ebay Kleinanzeigen, wie die Preislage so pendelt. Kennt ihr das auch? Und da kam mir ein verwegener Gedanke. Das hätte konnte ich dadurch kompensieren, dass ich mein zweitliebstes Auto einfach aufgehoben habe und mein liebstes Auto in der seit damals herrschenden, nie erfüllten Wunschkombination 1971/GXL/V6 vor knapp zwei Jahren auf den Hof kam. Mit dem hätte bin ich also recht leise.
Aber auch bei mir gibt es das würde. Zwei Hände voll Autos fahren auf diesem Planeten, die ich alle gern einmal nicht nur fahren, sondern wenigstens kurz besitzen möchte. Alle zehn zusammen kosten nicht mehr als ein einziger neuer Golf, meine Wünsche sind da bescheiden. Andererseits gehöre ich auch nicht zu den Hinstellern und Sammlern. Wie rechtfertige ich also vor mir selbst und vor allen anderen familiär beteiligten Menschen die Anschaffung von unnützem Blech im niedrigen vierstelligen Bereich? Mit EUCH! 😀 IHR habt mich immer wieder beschimpft, dass ich meinen Taunus (und den KaSi und den Audi 100 und und und) nicht im Winter fahren soll. IHR sagt, ich soll meine Träume leben und nicht mein Leben träumen. Und die Oldtimerversicherung sagt: „Nee nee Herr Tanz, wenn Sie den alten Knudsen superbillig Vollkasko versichern wollen, dann geht das nicht als Erstfahrzeug. Da brauchen Sie schon noch einen Alltagswagen„.
Ha. Na klar. Ein Erstauto aus der Liste meiner ewigen Wünsche, und parallel das Coupé für die sonnigen (oder zumindest salzfreien) Tage im Jahr. Alle sind glücklich, und ich spare sogar noch Geld. Bis hierhin Fragen?

Das Internet, oft der Anfang vom Anfang...

Das Internet, oft der Anfang vom Anfang…

Meine bescheidene Liste von Autos existiert nur in meinem Kopf und ist sowohl schräg als auch stufenlos erweiterbar. Ich will irgendwann mal einen Opel Senator B CD mit Digi Cockpit und Leder fahren. Und wenn es nur ein Sommer ist. Ich will einen Phaeton fahren, den einfachen V6, keine voll ausgestattete Was-Passiert-Dann Maschine. Ein Mazda 929 oder ein Nissan Laurel stehen auch ganz oben bei meinen Limousinenwünschen. Oder ein Audi 100 Typ 44, als Facelift mit 5E und Schaltgetriebe.
Das sind alles Autos, die du deiner rationell denkenden Freundin einfach nicht schönreden kannst. Nun lässt mir mein halbfinnisches Fräulein Altona zum Glück weitestgehend freie Hand beim Ausleben meiner automobilen Marotten, dafür liebe ich sie noch ein bisschen mehr, als ich das sowieso schon tu. Aber als ich nun noch ein paar Argumente anbrachte, die mit Kindersitzen, Gurten hinten, ABS und ähnlichen sicherheitsrelevanten Vokabeln gewürzt waren sagte sie nur: „mach, ich seh‘ doch dass du dich schon fast entschieden hast“ und schielte verständnisvoll zu ihrem weißen Loewe Fernseher…
Also machte ich. Wann habt ihr zuletzt vorm Netz gesessen, mit einem kleinen Budget bar neben euch liegen, und nach einem billigen, aber möglichst bescheuerten Auto gesucht? Herrjeh, das macht sooooo glücklich! Senatoren gibt es (mein Freund Wacki nennt den immer Opel Imperator – allein deshalb muss ich mal einen haben), aber die sind entweder sehr weit weg, haben defekte hintere Radlager (und das dauert bei dem zu zweit locker sechs Stunden) oder keinen TÜV. Oder kein Digi Cockpit. Phaeton ist immer noch zu teuer. Mazda und Nissan werden momentan keine angeboten. Zwei Audis kämen in Frage. Und da gehen meine Gedanken wieder zum glupschäugigen Scorpio. Argh.

Klingt alles gut...

Klingt alles gut…

Viele werden angeboten, die Preise beginnen mit TÜV tatsächlich bei 600 Euro. Einen Turnier will ich nicht (Kombi? – braucht man nicht), gerade das Leuchtband am dicken Arsch der Limousine hat es mir angetan 🙂 Einer sticht aus der Masse an Radlaufrost hervor: Schwarz, Ghia Ausstattung mit Leder, Klima, Tempomat und Soundsystem, robuster 2.3 Liter Motor, angemeldet, fahrbereit und noch ne Menge TÜV. Ich sende eine freundliche Nachricht nach Berlin und bekomme am Abend eine ebenso freundliche und sehr offene Antwort. Der Wagen sei fein, aber das ABS Steuergerät hat laut Werkstatt eine kalte Lötstelle. Deshalb gingen ABS und ASR Lampe nicht mehr aus. Lässt sich im Fachbetrieb reparieren, man käme mir im ohnehin zu verhandelnden Preis da aber entgegen. Der Wagen sei voll fahrbereit und kann angemeldet übergeben werden. Ach ja und er hat Winterreifen und Sommerreifen auf Alufelgen.
Verdammt. Berlin. Mit dem ICE sind das von Hamburg keine zwei Stunden. Ich maile noch ein paar Zeilen hin und her, dann mache ich einen Termin zum Angucken. Gleich früh am Morgen, falls ich ihn gleich mitnehme und auf eigener Achse nach Hamburg fahren sollte.
Erster Schritt. Uff. Ein Termin. In einer Woche….
Zweiter Schritt. Ich kaufe ein One Way Bahnticket nach Berlin.
Dritter Schritt. Ich kaufe bei ebay eine komplette Scorpio II Bordmappe. Man muss sich ja vorbereiten…

Schon mal reinlesen...

Schon mal reinlesen…

Wisst ihr, was bekloppt ist?
Ja, allem vorweg das Interesse am größten Designflop der deutschen Nachkriegsgeschichte. Aber davon ab – ich bin aufgeregt wie ein kleines Kind. Ich lese mich durch zeitgenössische Testberichte und aktuelle Kaufberatungen. Ich hole Meinungen im Netz ein und lerne, dass die Ansaugbrücke aus Kunststoff reißen kann, dass der Motorkabelbaum altert und dann katastrophale Elektrikprobleme auftreten und dass der Wagen extrem polarisiert. Die einen feiern den Scorpio als extravaganten Gleiter, die anderen als potthässliche Rostkarre. Das gefällt mir 🙂 Die Ersatzteile sind extrem billig, ich ersteiger gleich obendrauf noch ein ABS Steuergerät für 10€ inkl. Versand. Ups. Und wenn ich den gar nicht kaufe….?
Ein weiterer toller Nebeneffekt an meinem „Den wollte ich schon lange mal fahren“ Plan ist, dass meine Begierde, ab und an mal ein anderes, unbekanntes altes Auto zu kaufen, jetzt befriedigt werden könnte. Ohne dass ich den Taunus dafür hergeben müsste. Ich kauf so gern alte Karren. Damit kann man ja nicht einfach so aufhören, oder?
Vierter Schritt. Noch ein paar alte Teile aus dem Keller bei ebay verkloppen und das Geld zusammen mit der Bordmappe in meine Laptoptasche packen. Noch zwei Mal schlafen, dann reise ich sehr früh nach Berlin und schau mal, was mich da erwartet…

Sandmann

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

33 Responses to Aber wenn er doch nur…

  1. Ich suche tatsächlich sehr konkret einen 929…soviel dazu… 😉

    Also, „…wenn ich heute nur…“ einen finde, „..hätte ich doch damals bloß…“ keinen kaufen brauchen… muhaha…

    • Sandmann says:

      Gniiihihihi 😀

      Mein Papa hatte nach dem Audi 100 5E einen Mazda 929, gefühlt hatte der das breiteste analoge Cockpit was ich jemals gesehen hatte. So viele Zeigerinstrumente, sagenhaft.

      Aber da suche ich nur sehr lose. Das kommende Jahr wird wohl vom Scorpio geprägt werden. Und nicht vergessen – den Taunus habe ich ja auch noch 😉

      Sandmann

  2. Martin R. says:

    Sandmann, so wird das nix.

    So wie ich Dich (vom Lesen) her kenne ist die Karre doch schon längste gekauft und abgeholt. Dabei steht die Einladung auf nen Berlinder Kaffee immer noch. Und wir müssen Dir als Autolichtblogger ja noch beibringen, daß man nicht außen am Auto mehr Licht, sondern drinnen weniger braucht. Autos mit Night Panel sind jetzt auch wieder verfügbar.
    Und schließlich: in Schlesien steht gerade ein 929. Als Neuwagen. Leider in einer etwas anderen (aber sicher angemessenen) Preisregion.
    https://suchen.mobile.de/fahrzeuge/details.html?id=255520532&damageUnrepaired=NO_DAMAGE_UNREPAIRED&isSearchRequest=true&makeModelVariant1.makeId=16800&makeModelVariant1.modelId=8&maxFirstRegistrationDate=1990-12-31&minFirstRegistrationDate=1980-01-01&pageNumber=1&scopeId=C&searchId=54628802-b202-5d37-1829-ef97eb1c9796&utm_medium=socialmedia&utm_campaign=generic&utm_source=twitter

    • Sandmann says:

      Bester Martin,

      der ist lecker, mir viel zu teuer (wenn auch angemessen) und – ein 626 😀 Kein 929. Dreh die Zahlen um, dann passt es, aber beim Auto geht das nicht.

      Auf den Kaffee in Berlin komme ich mal zurück. Diesesmal hat die Zeit nicht gereicht, Habby war auch in Berlin, hat auch nicht geklappt. Ob ich ihn gekauft habe wird die nächste Geschichte verraten 😉 (scheiße ich bin so durchschaubar…).
      Und… in Sachen Autolichtblog brauchst du mir nichts zu erklären, ich weiß ja was du meinst. Ist aber so eine Sache, bei einem Lampenhersteller damit zu argumentieren, dass draußen alles fein ist, wenn man drinnen alles abdunkelt… Ich hab jetzt verschiedene neue Lampen zu Hause liegen und werde das tatsächlich mal ganz subjektiv ausprobieren…

      Sandmann

      • Martin R. says:

        Nataschas neuer Vectra hat ja die Urversion des Night Panels (bzw., wie das damals noc politisch inkorrekt hieß, Black Panel). Im 902 killt das aber nur Drehzahlmesser, Tank- und Temperaturenzeige sowie die beiden Displays (SID und Klimaautomatik). Der Rest bleibt an. Hilft auch schon, ist aber nur der halbe Weg. Vor Allem die Uhr stört.
        Im 9-5 macht das Night Panel bis auf den Tacho alles finster. Wirklich alles. Da haben sie sich endlich mehr getraut. Und das Ding ist auf nächtlichen Langstrecken dann wirklich eine Offenbarung. So ein bißchen bereue ich ja schon, daß ich meine Ranzbimmel letzten Sommer abgegeben habe…

        • Sandmann says:

          Na schau. Da lobe ich mir den Scorpio, da ist alles angenehm schummerig grün 😀

          • Martin R. says:

            Grün ist gut. Jedenfalls in diesem Kontext. 😉

            Nataschas Vectra spuckte gestern Abend Kühlwasser. Wenn man den Kühlerschlach zusammendrückte stieg eine Aerosolwolke auf. Klassischer Marderschaden also. Denkste.
            Mit etwas Licht entpuppt sich das als Schlumpfschaden par excellence. Irgendein solcher hat nämlich einen offenbar nicht ganz passenden Formschlauch so verlegt, daß er an der Lambdasonde anliegt…

      • Martin R. says:

        Bin gerade übrigens über den hier gestolpert (diesmal ohne Zahlendreher):
        https://www.facebook.com/groups/800975573280932/permalink/1799223786789434/

        Das Ding hat echt was,

  3. Arno says:

    …und dafür hast du den KaSi jetzt abgegeben?

    Nein, kleiner Spaß am Rande… ich bin ja Kombi-Fan, und da gibt es in jeder Dekade so ein-zwei ganz nette. In den 80ern der Audi 100 Avant mit dem kilometerbreit geraden Amaturenbrett, in den 90ern diese Raumgleiter leicht angelutschen, amerikanisch angehauchten Raumgleiter namens Scorpio oder Camry, irgendwo dazwischen die großen quaderförmigen Volvos – tja, und dann kamen wohl die SUVs und es war vorbei mit Kombis. Hoffentlich hält mein kleiner großer noch eine Weile.

    MfG, Arno

    • Sandmann says:

      Ay Arno,

      nun, bekanntermaßen feier ich Kombis ja nicht sonderlich ab (vor allem dem so geliebten frühen Avant kann ich echt nichts abgewinnen), habe mich aber an ihre Vorteile gewöhnt… Meine Herzdame pilotiert ja nach wie vor den Familienbenz. Ich darf mich Limousinen und Coupés widmen.
      Die kantigen Volvos (760? oder so?) finde ich auch klasse. Danach kann ich mit Volvo nichts mehr anfangen. Und von SUVs halte ich überhaupt nix. Einige mögen praktisch sein, aber meine Autos müssen nicht alle Wünsche gleichzeitig bedienen können. Und ich sitz gern tief drin 🙂

      Lass uns unsere alten Karren lange pflegen…
      Sandmann

  4. Ex Tuner says:

    Alta

    Die Kiste? Nein

    Das kotz ding? Nein

    Da is der Ford ka noch hübsch dagegen. Auch n no go

    Pressen;; alle!!

    Geb zu. Ich liebe kadett d, den Matra (?!l, den multipla..

    Aber

    Das Stück scheisse optik auto gehört vernichtet

    Alle davon!!

    *würg

    • Sandmann says:

      Ay Ex Tuner,

      nanana 😀 Wenn du Hutschachteln wie den D-Kadett magst und sogar auf höchst offizielle Kotzkarren wie den Multipla Fiat stehst (ich dachte eigentlich, alle Fans der Karre hätten mich längst entfreundet…?) solltest du dich nicht so weit aus dem Fenster lehnen.
      Ich habe verstanden: Scorpio ist nicht deins. Na gut. Jeder wie er mag, aber das macht den armen Wagen schon ein bisschen traurig…
      Und glaube mir: Er tut dir nix. Vernichten muss man da also nichts, man kann ja weggucken wenn man einen sieht.

      Und wenn du Mantras magst – tu ich auch. Sind ja die Klangkörper einer spirituellen Kraft 🙂

      Sandmann

  5. Heye says:

    Puh, schwieriges Auto 🙂 Das gehört für mich in die Kategorie „So hässlich, dass es schon wieder interessant ist“. Ich steh da tatsächlich sehr unentschlossen vor. Der Nachbar hatte mal einen Scorpio Tunier. Der war schon arg fies. Aber als Limo halt irgendwie doch wieder reizvoll. Autos sind einfach gemein 😀 Man könnte sich den ganzen Hof zustellen und dennoch gibt’s noch unzählige, die man dringend besitzen möchte.
    Hab grad mal Wikipedia nach dem 929 befragt – die Front der 2. Generation ist ja mal unglaublich gut. Aber so einen in adäquaten Zustand zu finden ist denk ich eher schwierig.
    Von dem breiten Cockpit meines A6 4A bin ich übrigens sehr angetan – einfach mal alles analog gestalten, was man Mitte der 90er längst hätte digital platzsparend intergrieren können.

    Gruß,
    Heye.

    • Sandmann says:

      Ay Heye,

      jep, der ist einfach rundrum … anders. „Einer wie keiner“ hieß der Werbespruch. Wie recht sie doch hatten 😀

      Der 929 ist klassisch kantig. Gute bekommt man um die 5000 Euro, aber das ist mir zu viel Geld für einen Spaß. Wenn du noch einmal googeln willst, schau dir auch mal den Datsun/Nissan Laurel an. In frühen Versionen herrlich kauzig, später so kantig wie der Mazda. Auch irgendwie begehrenswert.

      Der erste A6 hat ja das gleiche Cockpit wie der V8, auf das ich fast 10 Jahre lang und über 520.000 Kilometer mit gleichbleibender Begeisterung geschaut habe… Ja, das mag ich auch!
      Und stimmt. Es gibt zu viele Autos die man haben will. Gut, dass Platz und Knete begrenzt sind 😉

      Sandmann

      • stefanh says:

        Wie recht Du hast! Wir besassen von 1981-84 einen messingfarbenen Datsun Laurel 240 L in der Familie; das war ein fabelhaftes Auto! Vollgestopft mit ultramoderner Elektronik und hübschen Details wie den orangen Positionslämpchen oben auf allen 4 Kotflügeln… diesem Auto trauere ich heute noch nach! Der MB W123, welcher folgte, war trotz Prestige und Zuverlässigkeit ein Schritt zurück in die automobile Steinzeit.

        • Sandmann says:

          Ay Stefan, Hüter der Heiligen Hallen,

          immerhin hast du ja den Prelude und den Mazda, beide auf ihre Art auch sehr spezielle Autos. Und wer weiß, wie ich dich kennen gelernt habe taucht irgendwann mal so ein Laurel in deinem Sichtfeld auf, womöglich messingfarben, und dann hast du auch einen Laurel 🙂

          Der Schritt von einer amerikanisierten, voll und schrullig ausgestatteten japanischen Limousine auf einen W 123 ist ein bisschen wie von Beverly Hills nach Bottrop umziehen. Ich mag den 123er sehr, aber er ist die blechgewordene Spießigkeit. Was ist denn da passiert? 😀

          Gerade schreibt mir mein halbfinnisches Fräulein Altona genervt, dass der 210er kein Wasser mehr auf die Scheibe spritzt und sie angehalten hat, weil sie gegen die Sonne nix mehr sieht 🙁 Behälter ist aber voll. Warum passiert das eigentlich immer nur denen, die das nicht selbst heilemachen können?

          Sandmann

  6. Sammy says:

    weia weia, doch zuviel Roten in Dänemark ??? über den Scorpio lass ich mich nicht aus 😉
    Senator mit Digi-Cockpit hatte mein Onkel aus England, golden mit beigem Velours, war sein letzter Dienstwagen. Vorher hatte er aber auch einen Granada (dunkelblau-metalic mit grauem Velours), der war eine SOnderanfertigung/Serie, Ghia verfeinert von Coleman oder sowas, k.A., war ich noch jung. Aber an seinen weissen Jaguar XJ kann ich mich sehr gut erinnern, da konnte ich als 6jähriger vorne in der Mitte sitzen, Armlehne wurde hochgeklappt und dann waren es 3 Plätze. Weisses Chrommodell mit rotem Leder, ein Traum. Da er aber in GB auch mehr in der Werkstatt stand wurde er gegen einen Peugeot 604Ti eingetauscht, den ich aber nie kennengelernt habe. Wurde schnell durch den Granni ersetzt 🙂
    btw: der KaSi hat aber hübsche Instrumente, DZM, Uhr alles da und klar gezeichnet heute leider nicht mehr so üblich :/
    und den Scorpio werde ich, trotz WÜrgereiz, weiter verfolgen 😀

    • Sandmann says:

      Ay Sammy,
      dein britischer Onkel hatte Geschmack. Wenn auch sehr wartungsintensiven, vom Granada mal abgesehen 😉

      Die KaSi Instrumente sind klasse. IN die habe ich mich später, als er zum zweiten Mal mein Sichtfeld kreuzte, sofort verliebt. Schlicht, zeitlos schön, fast sportlich angeordnet. Na klar, der Scorpio ist eine schlimme Sünde der 90er Jahre. Aber das macht ihn mir persönlich sympathisch. Und er ist sooooooo komfortabel!

      Sandmann

  7. stefanh says:

    Ay Sandmann,

    also ich oute mich jetzt mal als Fan dieser letzten Scorpio-Baureihe! Ich fand und finde die Form durchaus ansprechend, wobei mir das Vorfacelift-Modell deutlich mehr zusagt. Allerdings dürfte es motormässig dann schon eher der 2.9-Liter V6 sein, und mit Automatikgetriebe sowieso.
    Die Vorgänger-Scorpio gefielen mir nie, da sie ein zu grosser Design-Sprung zum Granada waren.

    • Sandmann says:

      Ay Stefan,

      ich wusste, ich kann mich auf dich verlassen 🙂
      Auf Facebook entfolgen mich immer mehr, da hab ich mir ja ein Ei gelegt. Hihi. Aber egal, es ist nun mal wie es ist.

      Mit dem ersten Scorpio bin ich damals vom Granada aus wärmer geworden als vom Taunus zum Sierra. Den Sierra fand ich immer schon unförmig, tatsächlich hat sich das bis heute gehalten. Der hat ja inzwischen auch eine Fangemeinde.
      Vom Scorpio I hatte ich sogar ein Cockpit Poster im Zimmer hängen. Ich mochte den. Über den Nachfolger habe ich mir seinerzeit keine großen Gedanken gemacht. Ich fand ihn schräg und mutig, von vorn ein bisschen albern, aber ich stand da eh auf Granada und Audi 100. Auf jeden Fall habe ich ihn wahrgenommen und ihn als „anders“ abgespeichert. Das ist positiv hängen geblieben.

      Ich finde es spannend: Einige Autos fand man damals schlimm, die sind aber im Laufe der Zeit gereift und erfahren jetzt Milde. Vermutlich, weil heute noch VIEL schlimmere Karren unterwegs sind, die aussehen wie vollgefressene Insekten. E-Kadett zum Beispiel. Was habe ich damals gekotzt. Und heute sind die zwar immer noch nicht schön, aber ich finde sie irgendwie… interessant.

      Sandmann

  8. KS says:

    Der letzte Scorpio ist heute mal eine richtig coole Kiste, aber nur als Limousine. Dem schau ich gern hinterher, aber selbst traue ich mich nicht. Weil ich doch immer einen Kombi nehme, obwohl Limos viel schöner sind. Jeder hat halt seine Macke 🙂
    Der ist ja gerade so schön, weil er jedem Stino-VAG-Jünger ins Gesicht schreit, dass er sich mit seiner sch… langweiligen Mainstreamkarre am besten gleich in die Kiste legen und einbuddeln lassen kann. Und andererseits nicht verkrampft um Anerkennung buhlt wie mancher Ego-Youngtimer.

    • Sandmann says:

      Ay KS,

      ich bin auch ein Freund der klassischen Limousine, vor allem, weil die nach und nach im SUV Dschungel ausstirbt. Und genau wie du finde ich den Kombi vom Scorpio langweilig, der sieht nur aus wie ein aufgeblasener Mondeo. Gerade dieser knubbelige Arsch mit dem Leuchtband ist doch klasse 😀

      Der Wagen kämpft, und das siehst du hier und auf Facebook, weniger um Anerkennung als mehr gegen die ganze Häme, die ihm entgegen brandet. Auch das weckt in mir so einen Beschützerinstinkt 😉 Vor allem – ist es ein großartiges Winterauto! Die Heizung gleicht einer Kernschmelze, die Frontscheibe ist beheizt, die Ledersitze auch. Man fühlt sich regelrecht von Wärme umschmeichelt, ich mag das ja sehr.

      Nachher geht es mit dem neuen Freund nach Kiel. Vorher mache ich noch den zweiten Teil fertig 🙂

      Sandmann

  9. Bei bestimmten Fahrzeugen gelingt es einem sowieso nicht, Fakten dafür zu finden, warum sie einen ansprechen. Eigentlich nie..grins.
    Wenn ich zum Beispiel den Scorpio sehe, fällt mir augenblicklich auch der AUDi A6 C5 ein, und zwar die Limousine. Das Heck war auch ein echter Spalter. Mögen-Hassen. Dazwichen gab´s nix. Und seltsamer Weise sind die Teile jetzt schon Exoten. Kombis, ok, aber einen Stufenhecker habe ich ewig keinen gesehen davon. Und die finde ich lecker…
    Den Scorpio übrigens auf gleiche Weise auch. Hat was!

    • Sandmann says:

      Ay Dirk,

      auch beim Audi 80 B4 teilten sich die Meinungen über das Aero Heck. Oder jüngstes Beispiel: Citroen C6. Was für ein gewagtes, großartiges Design, der hat einen Kniefall verdient. Aber auch da waren die Kunden wieder nicht mutig genug, und der Konzern wollte Geld verdienen und hat die Oberklasse gekillt. Schade. So einer wird definitiv auch noch einmal auf Sandmanns Hof stehen!

      Und du hast ja Recht. Alles eine Frage des Geschmacks, niemand muss irgend ein Auto mögen. Ich verstehe nur die nicht, die so heftig und teils aggressiv verbal abkotzen. Obwohl… ich beim Multipla… hm… vielleicht bin ich mal lieber still 😉

      Sandmann

    • Anonymous says:

      Wie recht du hast – der A6 C5 ist tatsächlich sehr… anders. Das furchtbare Heck ist tatsächlich der Grund, warum ich mich für den älteren, langsameren, durstigeren Vorgänger entschieden hab. Ach ja. Und dessen Tacho, aber das hatten wir schon. Und die furchtbare Mehrlenkerachse vom C5. Aber vor allem das Heck 😀 Nur finde ich das, lustigerweise anders als beim Ford echt abstoßend.

      Gruß,
      Heye.

      • Sandmann says:

        Ay Heye,

        aber die C5 Generation vom A6 war das erste Auto, bei dem mir bewusst aufgefallen war, dass das Teil keine klassischen Stoßfänger mehr hat. Die waren einfach weg, stattdessen wurde das Plastik der Karosserie nur rausgezogen. Das mochte ich Ü BER HAUPT NICHT.

        Allerdings finde ich den ersten TT wiederum echt cool. Und der sieht ja genaugenommen nicht viel anders aus.,..

        Sandmann

  10. Daemonarch says:

    Hmm… Scorpio, bzw das gesamte Pflaumen-Design der 90er von Ford ist so gar nix meins, obwohl das Heck der Kiste mir mittlerweile schon fast wieder gefällt…

    Wenn das morgen was wird, mit dem Lottogewinn, gibts nen /8 Krankenwagen als WoMo Umbau… Oder einen Jaguar? Oder vielleicht ein GT40 Kitcar zum selberbauen????

  11. Micha says:

    Im Ernst? Scorpio? Ich würde mir ja doch den Multipla noch mal angucken. Oder, wie oben vorgeschlagen, den Ka.

    Doch, gefahren habe ich den mal. Da gab es eine Probefahraktion. Ford hat damals Geld dafür bezahlt, wenn Du den ausprobiert hast. Das war schon damals bitter nötig. Heute müssten sie dafür wohl noch zwei Nullen dran hängen. Buh, der Berliner Verkäufer hätte -und das denke ich sehr selten- die Abwrackprämie einstreichen und sich einen hübschen rumänischen Stufenheck-Kleinwagen kaufen sollen.

    ’nen Monza, klasse! Toyota Crown. Honda Prelude. So was halt. Aber Scorpio…

    Den 2.3er hatten wir im Ford Galaxy (ja, dafür schäme ich mich). 11,5 Liter auf 100. Der Schritt zum (auch dafür: Scham!) Opel Zafira sparte später bei gleicher Leistung drei Liter davon ein. Ford war schon immer ein „Gas Guzzler“. Irgendwann riss mir beim Anfahren doch sogar die Motoraufhängung ab. Dazu ein abgesoffener Innenraum, Klimadefekt, Kabelbrüche…der Leidensweg war lang.
    Ich weiß nicht. Meine laienhafte Meinung: diese Ford-Generation wird niemals ein „hättehätte“-Auto. Das kann man sich nicht einmal im Konjunktiv vorstellen.

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