Alles… alles wird kleiner.

Das passt doch ganz gut

Das passt doch ganz gut

Diese Erfahrung machen täglich die männlichen Badegäste an Nord- und Ostsee, wenn sie aus der warmen Sonne in das kalte Wasser gehen. Aber auch außerhalb der Badesaison werden aus vermeintlichen Sauriern nach und nach Eidechsen. Aus Chevy Bel Air wird Chevy Matiz, aus Opel Diplomat wird Opel Agila. Aus Musiktruhen werden iPods, aus Big-Towern mit Röhrenmonitoren werden Laptops. Vor genau drei Jahren schickte ich mich an, 17 Computer von a nach b zu fahren, und mein Auto zeigte sich im Rahmen der „Kombi? – Braucht man nicht!“ Trilogie ganz schön überladen! Was ist seit dem passiert? Es sind heute wieder 17 Rechner, es ist das gleiche Auto, aber das war’s dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten.

Hier passt auch noch mehr rein.

Hier passt auch noch mehr rein.

Heute kann mein Telefon mehr als die Computer, mit denen man vor 40 Jahren noch zum Mond geflogen ist. Elektrische Geräte schrumpfen, während ihre Leistungsfähigkeit wächst. Habe ich von drei Jahren noch mein gesamtes Auto benötigt, um heldenhaft die Ausstattung eines kompletten EDV-Schulungsraums zu transportieren, genügt heute eine Klappbox auf dem Rücksitz und ein Pappkarton im Kofferraum. Ist das nicht schräg? Ein komplettes Netzwerk, ein Drucker, ein Beamer, Mäuse – alles drin, alles dran und alles passt sozusagen ins Handtäschchen. Wenn ich das damals schon geahnt hätte…

Raum für den Bordercollie...

Raum für den Bordercollie…

Da bleibt auch ein bisschen Platz für den Hütehund im Fußraum. Vor drei Jahren quetschte sich da noch unser Praktikant auf den weit nach vorn geschobenen Sitz und pfiff wie ein Wasserkessel. Schon damals lobpries ich die Flachbildschirme im Vergleich zu den ganz alten Röhrenmonitoren! Heute bau ich das komplette System in einer halben Stunde allein auf. Cool. Es ist einer dieser Momente, an dem ich mich über technischen Fortschritt freue. Was wird heute in drei Jahren sein? Noch kleiner geht es nicht, weil dann die Bildschirme nicht mehr zu lesen sind. Oder?

Computer überall

Computer überall

Umgeben von Rechnern. Singe ich doch in verschiedenen Artikeln ein Lied auf die elektronische Überschaubarkeit meines Audi V8, merke ich gar nicht, wie sich heimlich, still und leise andere kleine Helferlein in mein Leben stehlen und nach einiger Zeit nicht mehr wegzudenken sind. Wie lange habe ich schon keine Straßenkarte mehr auf dem Schoß gehabt? Ich vertraue dem Navi mit seiner angenehmen Sprechstimme fast blind, das hat nicht immer Vorteile. Und ich werde nervös, wenn ich mein Telefon einmal abschalte. Vielleicht will mich ja gerade jetzt jemand erreichen, vielleicht ist es echt ganz ganz wichtig? Immer wieder auf das Display gucken, habe ich da nicht das SMS Signal gehört? Wie habe ich damals eigentlich überlebt?

Google Maps?

Google Maps?

Einerseits banale Erleichterung, weil ich nicht mehr so viele schwere Computer in die vorhandenen Stauräume meines Autos stopfen muss. Gegensteuern auf der anderen Seite, damit ich nicht jede freie Minute am Steuer für andere Aktivitäten nutze! Das Navi lenkt mich optisch und akustisch bis zum Ziel, ich brauche fast gar nicht mehr auf die Schilder gucken (und lande eventuell im nächsten Hafenbecken). Und noch schnell mal bei Facebook die Nachrichten gecheckt. Oder bei google maps geschaut, wo das Restaurant heute Abend ist und was es für Kritiken bei quipe bekommen hat. Was machen meine ebay Auktionen? Oder…

Ich mache das Navi aus und blicke auf die Landschaft vor mir. Ich lege das Handy beiseite. Und höre mal wieder Musik. Und mache ansonsten nichts als – fahren. Kennen Sie das? Einfach nur fahren? Das ist schön. Ich hatte fast vergessen, wie sich das anfühlt.

Sandmann

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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6 Responses to Alles… alles wird kleiner.

  1. Daemonarch says:

    Komisch, noch keiner einen Kommentar hinterlassen?
    Dann gebe ich mir mal die Ehre.

    Ich hab ja letztens auch mal wieder gestaunt… Für Mutter einen gebrauchten „neuen“ Wohnzimmertisch beim Caritasladen gekauft..
    Sie wollte ja schon seit Jahren einen anderen, unsere alte Monstrosität, ein geschmackvolles ensemble aus 20kg Stahl und einer dezenten 150kg-Marmorplatte war mittlerweile älter als ich, und da wir meist im Wohnzimmer essen wäre etwas höheres echt besser.
    Also, ab zum Laden, endlich auch mal was hübsches gefunden – dunkles Holz, passend zum Wohnzimmerschrank, höhenverstellbar wie sie es sich wünschte..
    Platte abgeschraubt, und das eigentlich nicht ganz kleine Teil passte doch glatt relativ leicht in unsere W124-Limo.. So weit so gut.

    Von der Quälerei den alten Tisch erstmal allein aus der Bude rauszubekommen erzähle ich lieber erstmal nix.
    Da ich am nächsten Tag dann sowieso zur Müllkippe wollte, und die 10 Euro Entsorgungsgebühr maximal ausnutzen wollte, packte ich auch noch die 2 kaputten Fernseher und 2 kaputte Staubsauger aus dem Keller dazu (Kann es sein das die neuen Staubsauger praktisch programmiert sind, maximal bis nach Ablauf der Gewährleistung zu halten)..
    So, eigentlich noch platz.. Fahr ich mal nach Hause und schaue was mein Keller noch so zu bieten hat..
    (Ich versuch die Liste jetzt mal zusammenzubekommen)

    2 alte Scanner
    ca. 200 alte VHS-Videokassetten
    2 alte Reifen
    1 alter 19zoll Röhrenmonitor
    1 kaputte V8-Stoßstange

    Ich hätte eigentlich ein Foto machen sollen…
    Auf jeden Fall dachte ich mir auch mal wieder – wer packen kann braucht keinen Kombi! 😉

  2. Sandmann says:

    Ay daemonarch,

    die Seite ist ja noch nicht sehr bekannt… und die meisten treiben sich beim Autobildblog rum, was auch hoffentlich nicht versiegt 🙂

    Ich wage mich gar nicht mehr in meinen Keller. Vergangene Woche habe ich einen Karton mit ebaytauglichem Krams da rausgeholt und bin fast nicht mehr aufgetaucht. Hier noch ein altes Fotoalbum, da noch ein ferngesteuertes Auto, mein guter alter 486er PC, ein paar alte Gitarren und Bässe… Entweder mache ich da vorm Winter die Augen mal ganz fest zu und entsorge pauschal einen Großteil meiner Vergangenheit – oder ich habe ein paar Monate Sortierarbeit vor mir.

    Unterm Strich mach ich wieder nix, und alles geht nächstes Jahr von vorn los 😉
    Ausmisten ist sehr befreiend. Darum habe ich auch einen Anhänger, und er wird regelmäßig befüllt…

    Sandmann

  3. Daemonarch says:

    Dieter Nuhr hat mal eine köstliche Abhandlung über den geheimnisvollen Ort Keller herausgebracht..
    Ich weiß leider nicht mehr auf welcher CD das war.

    • Sandmann says:

      Ja, da könnte ich auch ein bisschen was zu beisteuern… *grübel*… hier muss es ja nicht ausschließlich um Autos gehen, mal schauen, wenn ich von der HBK zurück komme gehe ich da nochmal runter. Mit Fotoapparat 🙂

      So. Ich soll dann mal zum Prolog in die Hafen City…

      Sandmann

  4. Marlboroman says:

    Keller?
    Oh…….., da ist mein „Rechenzentrum“
    Vollgestopft mit technischem Kram, den ich nahezu nicht mehr benötige……

    Aber, ich möchte so ungerne funktionierende Rechner entsorgen, die mir vor ein paar Jahren noch mein Leben erleichterten.

    Aber…Iris hat mir noch gestern den Auftrag erteilt, mein Büro (das Rechenzentrum) endlich aufzuräumen, denn das wäre schon wie bei einem Messie!

    Naja, nach dem Urlaub wird´s dann soweit sein.

    Grüßle,

    Marlboroman

    • Sandmann says:

      Ooooh… aufräumen…

      Damit fange ich wieder im Herbst oder so an. Ich schaffs ja momentan kaum, mal mein Auto von innen sauber zu halten. Ich glaube, ich bin ein KFZ Messie… Wird Zeit, dass wieder mal ein Treffen stattfindet, damit ich einen Grund habe 😉

      Sandmann

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