Alltags-Astra – Dem Rost an den Kragen

Grüßlings allerseits!

Ich erwähnte in meinem  letzten Artikel ja schon Ansatzweise den leicht desolaten Rostzustand unseres „Neuwagens„….. Da wir schon länger einen kleinen Urlaub auf der Insel der Hartz4 – Nichtbezieher – Sylt planten, meinte meine Mutter, ich könnte doch vorher noch den furchtbaren Zustand des rechten Radlaufs und der Tankklappe bekämpfen, und ich musste ihr ausnahmsweise doch Recht geben. Was sollen denn sonst die Nachbarn denken? 🙂

Nachdem über die bekannte Auktionsplattform aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten ausnahmsweise mal wirklich günstig und zuverlässig Reparaturbleche organisiert waren (ich glaube das Tankblech kostete etwa 15 Euro, der Radlauf etwa 25 Euro plus Versand), ging es ein paar Tage später zum fröhlichen Einbraten.

Ich habe das Glück, ein eigenes Schweißgerät zu besitzen und notfalls in der Halle eines Bekannten auch mal gepflegt die Funken fliegen lassen zu können. Folgend ein paar erschütternde Bilder von der Schweiß- und Überpfusch-Aktion, die sich über zwei Tage hinzog…

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Wie man mit Schrecken feststellen muss, wandte der Vorbesitzer professionelle Methoden wie Glasfasermatten zum Flicken des Radlaufs an, was folglich in einer unnatürlich labberigen Konsistenz endete (und somit selbst für mich inakzeptabel war).

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Ich bin zwar relativ geschickt am Schutzgasschweißgerät, was teilweise recht überzeugende Ergebnisse beim einschweißen von Blechen hervorbringt. Leider geht mir selbige Eigenschaft aber beim Spachteln total ab. Die Ergebnisse meiner Bemühungen bei dieser Kunstfertigkeit kann man leider meist maximal als „durchwachsen“ oder vielleicht noch wohlwollend als „für geringe Ansprüche befriedigend“ bezeichnen. So ist hier auch dieses Ergebnis nicht besonders perfekt geworden.

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Bei näherer Betrachtung – na gut, so nah muss man nicht rangehen – merkt man, dass das Seitenteil doch recht wellig aussieht. Hätte ich noch einige Spachtelorgien mehr draufgelegt, hätte es vielleicht besser ausgesehen, aber für meine Erwartungen reicht es. Ich wünschte manchmal, mein Vater (es habe ihn selig) wäre noch da, der hatte das Talent, das uns hier zum perfekten Team machte… Ich schweißte, er spachtelte und schliff, ich lackierte. So haben wir noch vor einigen Jahren meinen ganzen Reisebus wieder auf Vordermann gebracht, aber es hat leider nicht sollen sein…

Jetzt hab ich leider trotteligerweise kein Bild zur Hand, nach dem man das Endergebnis besser abschätzen kann, aber das kann ich ja beizeiten nachreichen.

Ich hoffe, ich konnte kleine aber interessante Einblicke in die Kunstfertigkeit der Pfuschreparatur an Opel-Radläufen bieten. Bitte schalten Sie auch in Zukunft wieder auf diesen Kanal, wenn es heißt „Nicht genau hinsehen, hier arbeitet das Volk!„. 🙂

Maik

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18 Responses to Alltags-Astra – Dem Rost an den Kragen

  1. Touranus says:

    Hallo Maik,
    also von den Bildern würde ich sagen: Geht doch! 😉

    Ich finde es bitter, dass Opel ein so geniales Auto entwickelt hat, und dann bei der Karrosseriequalität so gepatzt hat. Meine älteste Schwester hatte sich den Astra F damals als er auf den Markt kam neu gekauft. Und immer wenn sie und ihr Mann im Urlaub waren, durfte ich ihre Autos fahren. Okay, die Omegas waren mir lieber, aber ich fand den Astra trotzdem gut. Der Turbodiesel zog wie nix gutes (ich fuhr damals einen Audi 80 Bj. 81 mit 75 PS), und der Laderaum war für ein Auto dieser Größe super. Alleine das Armaturenbrett hob sich mal etwas vom langweiligen Golf 3 ab. Ich war damals immer etwas neidisch, auf solche Neuwagen, standen mir doch nur Gebrauchtwagen für höchstens 1000 Mark zur Verfügung.

    Und dann, bereits wenige Jahre später, bekam man den Astra F hinterhergeworfen, weil die Karrosserie im Zeitraffer rostete! Finde ich absolut schade, denn das Konzept stimmte doch! Bis auf wenige, ungepflegte Ausnahmen sieht man kaum einen Golf 3 in solch einem Zustand. Und dabei kostete der Astra nun auch nicht so viel weniger als der Golf. Man sollte den Verantwortlichen aus Rüsselsheim mal dezent in den Allerwertesten treten. So ruiniert man den Ruf einer Marke!

    Was die Motoren angeht…. mag es ein Zufall sein, das meinem Freund (bekennender Opel Fan), erst beim Omega, und dann bei BEIDEN Vectra Bs jeweils der Nockenwellensensor in die Quere kommt und die Motoren nur noch im Notbetrieb laufen lässt? Gut, VW soll ja auch derbe nachgelassen haben, wobei sich die Defekte meines Tourans in knapp 4 Jahren Laufzeit auf ein defektes Ventil der Klimaanlage und einer weggerosteten Kennzeichenbeleuchtung beschränken. Der Fox brauchte in 5 Jahren einen neuen Tacho, da die Kilometer nicht korrekt angezeigt wurden.

    Aber egal, ich bin ja mal gespannt, wie das mit Deinem Astra weiter geht! Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Glück und Gute Fahrt! 😉

    Touranus

    • Sandmann says:

      Ich kann mich noch erinnern, wie der E-Kadett auf den Markt kam. Ich fand ihn SCHRECKLICH! Der Astra ist ja dementsprechend der Nachfolger des Kadett, und ich bin auch schon einige gefahren. Insgesamt ein unaufgeregtes, solides Auto, bis halt auf den Rost. Wie man ja sehen kann.

      Was ich lustig finde: Die klassischen Stellen wie Tankklappe, Endspitzen der Schweller und die Radläufe sind doch schon beim E-Kadett nach wenigen Jahren durchgerostet. Warum hat man denn den selben Fehler zweimal gemacht???

      Hut ab vor daemonarchs Schweißerei. Mal gucken, ob die Bleche jetzt länger halten als der Rest des Autos 😉

      Sandmann

  2. Daemonarch says:

    Ich denke mal die werden jetzt auf jeden Fall so lange halten wie der Rest des Autos..
    Immerhin hat er uns wieder treu und fehlerfrei nach Dortmund zurückgebracht.. Aber dazu später mehr. 😉

    • Sandmann says:

      Ich bin gespannt. Auseinanderfallen wird er nun sicherlich nicht mehr 😉

      In letzter Zeit höre oder lese ich immer öfter, dass qualitativ gute und vor allem preiswerte Bleche auch für eine Vielzahl von älteren Autos angefertigt werden. Vor 10 Jahren war die original Frontschürze mit den Zusatzscheinwerfern für meinen Granada noch die blaue Mauritius unter den Einschweißblechen, heute bekommst du das allein bei drei verschiedenen Anbietern in D und DK.
      Schön. Die Autos dürfen weiterleben 🙂

      Sandmann

  3. Daemonarch says:

    Das „gute“ daran, das der Ruf der Marke Opel damals so demoliert wurde ist immerhin, das man auch heute, fast ein Jahr P.A. (post Abwrackprämie) noch günstig brauchbare Autos findet, und auch Blechteile wenn es sein muss.
    Und seien wir mal ehrlich, die Lopez-Ära hat auch bei VW bitterböse eingeschlagen, wenn ich mir den 3’er Golf meines Cousins anschaue.. Der rostet zwar WENIGER, aber er tut es schon intensiver, als noch ein vergleichbarer 2’er Golf..

    Komisch nur dass vergleichbare Autos im Privatmarkt so viel teurer sind als vergleichbare Opel..
    Wie dem auch sei, ich teste jetzt mal den Opel, und ich muss sagen – ich mag ihn, wegen seiner Einfachheit, seiner Zuverlässigkeit und Sparsamkeit wie ich sie nie zuvor kannte..

    Auch wenn ich schon wieder rumspinne, richtung Coming Home und Fußraumbeleuchtung nachrüsten, oder sogar mein Audi-Coupe wieder aufbauen! 😉

    Wenn es der Kuh zu gut geht, geht sie aufs Eis!

    • Sandmann says:

      Ja, vom Golf III höre ich auch oft, er solle sehr stark rosten, besonders an der Heckklappe… Mein halbfinnisches Fräulein Altona scheint da ein sehr gutes Exemplar erwischt zu haben, er steht bei Tag und Nacht draußen und friert und will einfach nicht rosten 🙂

      Fußraumbeleuchtung???

      Sandmann

  4. Daemonarch says:

    Ja, ich weiß, hat jeder V8 serienmäßig.. Aber ich steh irgendwie drauf.

    • Sandmann says:

      Ach sooo, das war ernst gemeint? 😀 Okay.
      Aber die wirst du doch nicht ernsthaft nachrüsten, oder? Also wenn doch, dann bitte mit Fotos…

      Beim V8 ist noch so einiges anderes beleuchtet, das ist für sein Alter schon ganz ordentlich. Allein… 5 Innenleuchten, und eine indirekte Groschenfachbefunzelung, die man durchaus als „Ambient“ durchgehen lassen kann 🙂

      Sandmann

  5. Daemonarch says:

    Klar wird das dann dokumentiert..

    Irgendwo hatte ich auch schon die Nachrüstung des Ebay-Klappschlüssel-Funk-ZV Dingsbums(es) fotografiert. Ich guck gleich mal.

    Ich find das irgendwie faszinierend, man kriegt bei Ebay eigentlich für recht kleinen Taler heute praktisch alles an Komfortelektrik zum relativ easy nachrüsten..
    Jeder der nicht absolut keine zwei linken Hände hat, und ein wenig Schraubertalent in der Hinterhand kann das hinkriegen,
    Funk-ZV ist ja schon Standard.. Hat bei mir dank zwischenschleifen ans serien ZV-Steuerteil nur 45min. gedauert, und das auch nur weil ich es für meine Verhältnisse relativ vernünftig gemacht hab, mit Schrumpfschlauch etc, und dann das erste mal verkehrt angeschlossen hatte.
    Man kriegt ja eigentlich fast alles, vom Coming Home, über Wischerautomatik, Tipp-Blinker, Park-Pilot und sicher bald auch Abstandswarner..

    Ich hab für schmale 20 Euro bei meinem Cousin im viertürigen 3’er Jolf eine komplett nachgerüstet, incl. Stellmotoren und Kabelbaum, funktioniert immer noch einwandfrei..
    Ich lass mir mal von ihm die Fotos schicken, dann jibbets nen Beitrag. 😉

    Schauen wir mal was passiert, wenn mich die Langeweile und Schrauberwut überfällt! He he!

    • Sandmann says:

      Ich seh schon, ich mach extra für dich hier noch eine Do-it-Yourself Kategorie auf 🙂

      Meine persönliche Meinung zu nachgerüstetem „Komfort“ deckt sich ungefähr mit meiner Meinung über zigarettenanzünderbefeuerte Walzenlüfter zum Scheibe abtauen. Du kannst sie dir denken. 🙂
      Ich bin sehr sehr sehr sehr froh, dass in meinem V8 so ziemlich alles an sinnvollem Zubehör drin ist, was man so braucht. Oder an was man sich so gewöhnt. Nachrüsten würde ich nie etwas, außer es kommt aus einem Schlachtfahrzeug und es gab das Zubehör auch schon original ab Werk.

      Nimm meinen K70. Der hat keinen Bremskraftverstärker, keine Servolenkung und starre Gurte vorn. Kein Airbag, keine Kopfstützen und keine Fußraumbeleuchtung 😉 Er hat eine Heckscheibenheizung, einen Intervallwischer und ein zweistufiges Gebläse. Das reicht, mehr Luxus brauche ich persönlich nicht, um lächelnd auch große Distanzen zu überbrücken.

      Aber jeder wie er will.

      Sandmann

  6. Daemonarch says:

    Das „brauchen“ ist ja in einem solchen Fall auch kein Argument…
    Auch wenn man später dabei flucht wie ein Besenbinder (man >ich!), ist das nicht mehr als irgendein obskurer spaß am basteln..

    • Sandmann says:

      Hast ja recht, und wenn es funktioniert ist auch alles gut 🙂

      Grüße aus Pinneberg, in einem ungesicherten W-LAN irgendwo in der Stadt inmitten eines unfassbar nassen Weltuntergangs. Brrr…

      Sandmann

  7. Daemonarch says:

    Nochmal an Touranus und den ruinierten Ruf von Opel..

    Ich gebe zu, das ich bis vor ein paar Jahren noch einige Vorurteile gegen die Opel-Qualität hatte..
    Mein bester Kumpel hatte damals einen Polo „3“, den er derart vergewaltigt hat, das ich mich wunderte wie dieses Autochen das wegsteckte..
    Dann wurde er plötzlich irgendwie vernünftiger, zumindest seine Fahrtechnik verbesserte sich um 10.000%..
    Dann holte er sich einen Corsa B, es dauerte nicht lang, dann platze ihm der erste Motor. Gut, kann passieren, obwohl ich persönlich bei sehr viel mehr Autos nie was am Motor hatte..
    Ich weiß nicht mehr was damit passierte, ich schätze es kam ein Austauschmotor vom Schrott rein, dieser machte es dann auch etwa ein Jahr! Klatsch, weg!
    Und nicht nur ne Kleinigkeit, so richtig kaputt.

    Ich war seitdem einige male mit ihm mitgefahren, seine Fahrweise war wirklich zivil, kein brutales hochziehen, keine unsauberen Manöver.

    Dann kriegte er einen Vectra B mit dem 1,6 – 16v.. Da musste er dann auch 2x den Motor erneuern, sein Vater mit Vectra B auch schon einmal.

    Alles Einzelfälle würde man jetzt sagen – den Kampf gegen rechts verstärken..
    Meine Meinung über Opel-Zuverlässigkeit hat das aber lange echt beeinflusst…

    Ich hab allerdings eine Meinung : Autos sind nicht nur kaltes Blech, seelenlose Technik und anspruchslose A nach B Objekte.
    Ich bin zutiefst davon überzeugt, wenn man sein Fahrzeug schätzt, und es ein wenig wirklich mag und rudimentär pflegt wird es einem das immer mit Gegenliebe danken.

    Meine kleine Erfahrung der letzten 20 Jahre.

    • Sandmann says:

      Wow. Gut gesprochen, Schrauber.
      Entwickelt sich denn so etwas wie eine Beziehung zwischen dir und dem Millionen-Astra?

      Ich bin ja selbst auch der Meinung, dass man sogar in einem nagelneuen Passat oder ähnlichem Rollgut herrliche Erlebnisse und bleibende Eindrücke speichern kann. Das geht nicht nur in Taunus, Granada und Co.

      Vielleicht bau ich mal eine Beziehung zu einem Phaeton auf? Wer weiß…?

      Sandmann 🙂

  8. Daemonarch says:

    Eigentlich hab ich ja zu jedem Fahrzeug das ich mal besessen habe eine Beziehung aufgebaut, ich bin da ein extrem emotionaler Mensch…
    Selbst wenn ich das Ding nur schlachten wollte ging sofort das hadern mit mir los.

    Aber anders geht es auch nicht, wenn ich sehe wie Menschen für die ein Auto nur ein reines Fortbewegungsmittel ist, das immer laufen soll, egal wie man es vernachlässigt, könnte ich kotzen!
    Dann möchte ich sie nur schütteln und anschreien „soll ich dich mal zusammentreten, dir das Blut ablassen und dann verlangen das du in 2 Stunden einen Marathon läufst?“

    Aber das kriegste in die nich rein… Leider hab ich bei vielen von denen bemerkt, das sie Menschen nicht großartig anders behandeln, also möchte ich hier mal den Spruch prägen :

    „Sag mir was dir dein Auto bedeutet, und ich sage dir wer du bist!“

    Mit nicht ganz bierernstem Augenzwinkern…

    • Sandmann says:

      Hihihi na okay – das mögen sehr viele Menschen anders sehen, am Ende des Tages IST ein Auto nur ein Fortbewegungsmittel!
      Mit dem Unterschied, dass es dich eben durch deine Welt bringt, und wenn du deine Welt mit Emotionen würzt spielt natürlich auch dein Fortbewegungsmittel eine Rolle. Ich habe sogar einige SCHUHE, die ich sehr gern mag… Tz. Und das als Mann 😉

      Aber die, die es gänzlich anders sehen werden sich hier vermutlich nicht bewusst tummeln.

      Sandmann

  9. Wob79 says:

    Ach ja der Astra F….

    Das war das erste Auto mit dem ich die Freiheit genießen konnte.
    Wir hatten 1995 einen Astra F Caravan Club in rot mit der 1.7 D Maschine neu gekauft.
    Was fand ich den Wagen genial. Er war nicht meiner, aber ich durfte ihn immer fahren wann ich wollte.
    Schließlich hab ich mich immer um die Pflege gekümmert. Wir waren damals selbstständig als Fliesenlieger und Ofenbauer. Man was musste der Opel alles schleppen. Fliesen, Betonsäcke, Werkzeug…..

    Ich möchte nicht wissen wie der jetzt wohl aussieht, wenn er nicht schon die Abwrackprämie mitgenommen hat.

    Ist aber schon heftig, wenn man noch die Neuwagenbilder in Erinnerung hat, und in ein paar Jahren sieht was die Zeit an so einem Auto alles anrichten kann.

    Mfg Rene‘

    • Sandmann says:

      In diesem Zusammenhang müsste ich eigentlich mal nachschauen, wer meinen V8 eigentlich im Erstbesitz hatte. Warum hab ich das denn noch nicht gemacht???
      Ob die noch Fotos vom Kauf haben? Man hat ja damals nicht mal eben so 135.000DM nebenbei ausgegeben, da hast du 1993 ein schönes Einfamilienhaus für bekommen… 🙂

      Sandmann

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