Astras Odyssee im Namen des Umweltschutzes…

Von Daemonarch

Wunderschönen guten Morgen!

Schlechte ZeitenIch versprach ja letztens uneigennützig mal wieder einen autobezogenen Beitrag zu leisten… Die Zeit ist nun gekommen, ausgelöst durch einige Ereignisse und Begebenheiten, die mal wieder mein Portemonnaie und Nervenkostüm aufs äußerste strapazierten. Als ich letztens von der Arbeit nach Hause fahren wollte, fiel mir erschreckt auf, das mein Endtopf am Spar-Astra fast auf dem Boden hing. Ich fürchtete schon eine größere Reparatur, band den Endtopf aber wegen der Dunkelheit, und nach einer 18-Stunden-Schicht auf dem Bock auch aus mangelnden Lust erstmal mit ’nem alten Kabel nach oben. Oldschool. Ein Provisorium, theoretisch für die Ewigkeit.

Aber so kann es ja nicht bleiben.

Als ich also mit meinem Freund und Chef am nächsten Tage mit dem Schweißgerät die zerrostete Auspuffhalteschelle mit einigen Punkten anheften wollte, sah ich sofort, dass dies ein vergebliches Unterfangen wird. Die Schelle war so verrostet, da war nix mehr zu retten… Also erstmal mit Rödeldraht erneut hochgebunden, und am nächsten Tag zu meinem Stammdealer 1-2-3-Autoteile… Dort hab ich mir dann eine Schelle abgeholt – 4,50 Euro teuer und unspektakulär enttäuschend! Hat nichtmal wehgetan!  😉

Da ich aktuell zum Tüv muss (okay, eigentlich muss ich schon fast seit 2 Monaten zum Tüv, aber – psssssst!), dachte ich, es bietet sich an wenn ich auch gleich Maßnahmen zum verringern der nicht unerheblichen Steuerlast des Autos (246 Euro) zu treffen… Also fix einen Kaltlaufregler für 109,- Euro besorgt, der den Wagen mit einfachsten Mitteln auf D3 (knapp über 100 Euro Steuern) hievt.

Unboxing nennt man das wohl neudeutschDen Einbau der Aufpuffschelle und des Kaltlaufreglers, und der im Titel beschrieben Odyssee will ich nun kurz! beschreiben… Hier mal das aktuelle Paket mit der wirklich günstigen Auspuffschelle für oben genannte 4,50 Euro. Da darf die auch ruhig mal alle 3-4 Jahre durchrosten, die Kosten kann auch ich als Wenigverdiener so gerade noch schultern. Der Kaltlaufregler ist von Twintec, eine recht bekannte Marke für diese Nachrüstungen, und ich denke mal nicht die schlechteste Wahl. Die Kosten hat man im ersten Jahr schon wieder raus…

Inhalt komplett? Hoffentlich!Zu meiner Überraschung und offensichtlichen Erleichterung konnte ich beim ersten Überfliegen des Packungsinhaltes keine Kabel entdecken, trotz meines heldenhaften Einsatzes beim Einbau der Zentralverriegelung per Funk bin ich nämlich keineswegs ein Genie der Elektronik. Im Gegenteil, ich bezeichne mich gern selbst als menschlichen EMP (der elektromagnetische Impuls, der bei der Explosion einer Atombombe alle Elektrik in der Umgebung zerstört)… Naja, schweifen wir nicht ab, ich versprach ja mich zuerst der Auspuffanlage zu widmen…

So wie der Endtopf auf dem Foto hier aussieht, gehört er natürlich weder hin, noch sieht das wirklich gut aus – der sieht ja im natürlichen Zustand schon maximal zweckmäßig aus. Der dicke Rödeldraht aus unserer Baumaschinenwerkstatt hätte im Normalfall sicher mindestens so lange gehalten wie die Auspuffschelle, leider ist der Spruch „nichts hält länger als ein Provisorium“ in Tüv-Prüfer-Kreisen sicher nicht sonderlich beliebt…

Da gehört er nicht hin!Provisorium_____________________________________________________

Da ich nichts riskieren will, mach ich solche nicht allzuteuren Sachen lieber sofort neu. Das sieht gut aus, das zeigt guten Willen und gibt erstmal satt Pluspunkte! 😉

Nun dürfte der Wechsel einer Auspuffschelle nicht mal den unbegabtesten Hobbyschrauber überfordern, außer man fährt einen VW, wo die Halter direkt am Endtopf angeschweißt sind. Rosten die ab, ist es schon unabdingbar dass man über ein Schutzgasschweißgerät verfügt, um noch was retten zu können – was ich zwar habe, leider aber im Moment keinen Platz um es einzusetzen…

Vergleich alt zu neu

So muss das aussehn______________________________________________________

Sonst hätte ich auch sofort ein Blech über die typischen Anrostungen gesetzt, zum Glück tritt dort noch kein Abgas aus, so das ich hoffe das das gnädige Auge des Prüfers nochmal Gnade vor Recht ergehen lassen kann… Ich denke zum nächsten Tüv wird sowieso ein neuer Endtopf fällig, beim Preis von 57,- Euro eine verschmerzbare Investition. So, nun hängt das Ding wieder vorschriftsmäßig wie ein Satz dritter Zähne nach dem Eisatz von K******* (name aus lizenstechnischen Gründen entfernt).

Zwischenflansch im WasserschlauchWidmen wir uns nun dem Einbau des Kaltlaufreglers. Was beim ersten Überfliegen der Teile noch sehr erschreckend aussieht, entpuppt sich als erstaunlich einfach zu handhabende Aktion… Das „gefährlichste“ dabei ist noch das durchsäbeln des Kühlwasserschlauchs zur Einspritzanlage, sei es, weil man sich dabei durch die unsachgemäße Handhabe des Schneidwerkzeugs endgültig verstümmeln kann, oder weil der Schlauch hinterher vielleicht nie wieder dicht wird. Und wer möchte schon einen inkontinenten Opel bewegen?

UnterdruckverteilerIch kann schonmal im voraus verraten, dass meine Kühlwasserschlauch-Schneidereien sofort dicht waren, was mich selbst etwas erstaunte… Was auch verblüfft, sind die zwei von dem Verteiler abgehenden Unterdruckleitungen… Keine Ahnung, wofür die sind und wie das funktioniert. Ist mir hier und heute aber auch verhältnismäßig egal, wie ich ehrlich zugeben muss. Hauptsache die Anlage tut ihren Dienst. Nun müssen noch einige Unterdruckleitungen für den Verteiler gekappt werden.

Eigentliches VentilWas zuerst kam, und von mir übersprungen wurde, war natürlich das Anbringen des Hauptventils, eigentlich sehr einfach, nur den Halter etwas zurechtbiegen und an die Halteschraube des Ausgleichsbehälters pappen. Kinderkram eigentlich, nur auf den Bildern der Beschreibung sah es dann so aus, als sollte man das Ventil mit der oberen Schraube an den Halter schrauben. Da dies aber eine verplombte Einstellschraube ist, hab ich das Ding unten durch die Schlauchaufnahme festgemacht. Kommen wir nun zu meinem Wutobjekt, das mich einiges Geld, nerven und Kilometer gekostet hat. (siehe unten rechts)… Ein einfaches Unterdruckschlauch-Reduzierstück, früher für 50 Pfennig beinahe an jedem Kiosk erhältlich, heutzutage aber dafür gut, einen Mann an den Rand eines Amoklaufs zu bringen.

Fast fertigDer Untergang!____________________________________________________

Das besagte Teil hat sich natürlich beim Aufdrücken auf das viel dickere Verteilerstück wie eine Banane aufgeribbelt, wofür ich ihm nach fast 20 Jahren Hitze im Motorraum nicht mal besonders böse war. Was dann kam, bescherte mir (seit ich das Auto habe) das erste mal einen echten „scheiß Opel“-Moment… Ich dachte mir naiv „fährste schnell zu 1-2-3, holst das Teil, knallst es vor Ort rein, fährst schnell noch durch die Waschanlage, und dann direkt zum Tüv!“. Es sollte natürlich anders kommen!

Es war gerade kurz nach drei. Bei 1-2-3 hat mich der Verkäufer irgendwie mit einer Miene angesehen, als hätte er jemanden vor sich, der ihn gerade gefragt hat, ob er einen  Keilriemen für einen 2003er Stealth-Fighter auf Lager hätte – da man los müsse, die Aliens bekämpfen… Er gab mit dann den !!!tollen!!! Rat : „gibbet nur bei Opel!„… Okay, der Opelhändler ist nur etwa 800m weg, Zeitplan steht! Als ich dann auf dem Hof stand, empfing mich ein fies lachendes Plakat, das mir sagte, dass der Händler jetzt in einem anderen Dortmunder Vorort residiert, der bloß 10km weg ist… Okay, ich also dorthin.

Als ich da meine Bitte vorgetragen hatte, mir doch einfach dieses 50cent-Teil auszuhändigen, erntete ich ähnlich verblüffte Blicke wie vorher beim freien Teilehöker… So langsam war ich mir nicht mehr sicher, entweder ob meines Geisteszustandes, oder ob ich vielleich doch nach einer versteckten Kamera suchen sollte. Ich fragte den Teilemensch, ob ich jetzt wegen eines 50cent-Gummischlauchs das ganze Auto wegwerfen sollte, und – ich weiß auch nicht ob aus Mitleid, oder weil er mich einfach nur loswerden wollte – fragte er noch mal bei seinen Kollegen nach. Einer von denen beschenkte mich dann mit einer Teilenummer und dem „guten“ Rat – „krischste bei Opel anne B1!“.

Gut, von „früher“ wusste ich – Opel anne B1 is kurz vorm Stadion bei Mercedes, ist auch nur nochmal 10km weiter. Frohen Mutes, und durch Mangel an Unterdruck mit bescheidener Bremskraftverstärkung, ging es dann auf die B1… Natürlich kam, was kommen musste – „Opel anne B1“ war nun HywundayHüjundaji??? whatever, jetzt gingen diverse Gedanken durch meine verzweifelte Birne – haben die Majas sich verrechnet, ist der Weltuntergang doch nicht erst 2012? Soll das Projekt neuer Tüv jetzt wirklich an einem 50cent-Teil scheitern??? Da ich nicht der Typ Aufgeber bin, bin ich die B1 dann abgefahren, kein Opel… Ins Gewerbegebiet Flughafen, kein Opel — da fiel mir ein, das vom Flughafen Richtung Aplerbeck früher ein Opelhändler war, und ARGH! isser auch noch!

Ich sprinte also rein, fest mental vorbereitet auf weitere Hiobsbotschaften. Aber bis auf die Tatsache, dass das vermeintliche 50cent-Teil nun unverschämte 10 Euro gekostet hat und das Bezahlen durch ein Rentnerpärchen vor mir, das offensichtlich das erste mal mit EC bezahlt hat sich auf 15min streckte, lief es dann doch!

Okay, das war das Abenteuer von heute, morgen gehts zum Tüv, mal sehen was der so zu meckern hat. Drückt mir die Daumen!

Euer Sparfuchs!

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5 Responses to Astras Odyssee im Namen des Umweltschutzes…

  1. Touranus says:

    Moin,
    es sind doch immer wieder die kleinen Dinge im Leben, die es so richtig schwer machen 😉

    Cool geschrieben, bin auf den TÜV Bericht gespannt. Hoffentlich ist man dort aufgrund der neuesten „Negativ-berichterstattung“ nicht zu sensibel…. Ich drück Dir die Daumen! 🙂

  2. SteffenG says:

    …also die Unterdruck Odyssee kenne ich nur zu gut. Es fing mit einer leuchtenden Motorkontrolleuchte an. Da Birne raus am Mondeo zu aufwändig ist, erstmal Fehler auslesen und löschen. Die Information war so nützlich wie Winterreifen in der Wüste….

    Naja, sowas passiert ja laut Murphy immer einen Tag vor großer Fahrt. Ich habe erst einmal den erhöhten Verbrauch in kauf genommen. Am Ziel habe ich dann mal meine Gehörgänge in den Motorraum gehäng und bin dem (schon vorher vernommenem) zischen nachgegangen. Im endeffekt hat sich ein Unterdruck Formschlauch aufgelöst und für einen Druckausgleich im System gesorgt.

    Um dieses und ein anderes Formstück zu bekommen bemühte ich mich zu Ford und bat um Ersatz. Ohne Erfolg! Es gibt das Teil auf einer Zeichnung, dort ist aber die falsche Teilenummer hinterlegt!

    Naja, jetzt habe ich was ungefähr passendes drin und da bleibt es auch.

    Steffen.

  3. Daemonarch says:

    Boah, erinnert mich nicht an (unter)Druckschläuche und deren Effekte…
    Dann muss ich wieder an meine oft schöne, aber auch sehr oft deprimierende Zeit mit Audi’s 10v und 20v Turbos denken! 😉

  4. Touranus says:

    Und was hat der TÜV denn nun gesagt????

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