Das System streikt sich kaputt!

Langsam kann ich es nicht mehr hören!

Ja wann denn nun?

Ja wann denn nun?

Streik bei der Nord Ostsee Bahn. Oder dem Metronom. Oder wie sie alle heißen. *gähn* schon wieder!!!? Und dabei bin ich als Autofahrer noch nicht einmal ein regelmäßiger Bahnpendler, auch wenn das mit meinem aktuellen Kiel-Hamburg-Daimler wahrscheinlich ein bisschen wirtschaftlicher wäre. Doch was brächte mir jegliche Wirtschaftlichkeit, wenn ich in diesem Jahr gefühlt niemals pünktlich, wenn überhaupt mal irgendwann an meinem Arbeitsplatz erschienen wäre? 55 Streiktage allein bei der NOB, insgesamt im Norden schon über 70 Tage ohne oder mit stark eingeschränktem Bahnverkehr. Das muss einen durchschnittlichen, arbeitnehmenden Bürger doch maßlos ankotzen! Ich war schon immer der Schiene sehr zugetan, aber jetzt frage ich mich und Sie ernsthaft: Sind die Gewerkschaften eigentlich noch ganz dicht?

Wo sind hier die Verhältnisse? Wo ist das Maß?

Während ich schwer genervt, und das als Autofahrer erst zum zweiten mal in diesem Jahr, auf meinen wegen der Streiks viel zu spät kommenden Zug warte versuche ich mich in einen Bahnpendler hineinzuversetzen. Zum Beispiel in einen, der jeden Tag auf die Insel Sylt zur Arbeit pendeln müsste, weil er sich dort aus nachvollziehbaren monetären Gründen kein Haus leisten kann. Ich hätte Verständnis für eine Berufsgruppe, die Menschen wie mich jeden Tag transportiert und die von ihrem Arbeitgeber mehr Geld haben möchte. Und dies bei Uneinigkeit auch mit einem kleinen Streik demonstriert, um dem Volk einmal zu zeigen, wie unentbehrlich sie ist. Wir hätten September 2011, und für einen Zeitraum von nun schon insgesamt 11 vollen ArbeitsWOCHEN riefe ich als der auf Sylt arbeitende Pendler meinen eigenen Chef jeden Morgen wieder an und sage ihm entweder, dass ich viel viel später käme… oder eben gar nicht. Weil diese Trillerpfeifen mit den bunten Westen mal wieder Kraft demonstrieren möchten. Und weil sie damit einfach nicht mehr aufhören und mein eigenes Leben komplett umkrempeln! Denn ICH – ich kann doch nun wirklich nichts dafür.

Und wenn ich es dann irgendwann doch zur Arbeit geschafft hätte, käme ich Abends nur sehr spät oder gar nicht mehr weg. Vielleicht sähe ich meine Familie irgendwann um 22:00 Uhr, vielleicht müsste ich mir aber auch zum x-ten mal ein Hotelzimmer auf der durchaus schönen Insel nehmen, weil die Züge erst gar nicht den Bahnhof verlassen. Was passierte mit meinem Chef, mit mir, mit meinem Arbeitsplatz? Wie lange hätte mein Chef dafür Verständnis, auch wenn er weiß, dass es nicht meine Schuld ist? Wie lange ertrüge es meine Familie noch, dass ich gefühlt niemals pünktlich zu Hause bin, manchmal gar nicht? Wie lange erträge ICH selbst es, jeden Morgen nicht zu wissen, ob sich das frühe Aufstehen überhaupt gelohnt hat? Der frühe Vogel fängt den Wurm? Dass ich nicht lache.

Ah, da kommt mein Zug. Für Sandmann (der heute nicht nach Sylt muss) ist es ein ICE der Deutschen Bahn, auch nicht immer pünktlich, aber er kommt wenigstens. Die Radiomoderatoren der lokalen Sender lachen schon lange bei jeder neuen Streikmeldung. Die Unternehmen selbst bezeichnen ihre Position inzwischen als zunehmend machtlos. Und die Gewerkschaft treibt weiter munter ihre Mitglieder in etwas, was in meinen Augen der Niedergang des Systems „Regionalbahn“ sein könnte. Immer weniger Lokführer beteiligen sich an den Aktionen, weil sie die Faxen dicke haben. Welcher deutsche Arbeitnehmer wird sich denn nach derartigen Entgleisungen noch auf seine Regionalbahn verlassen? Es gibt so viele Alternativen, und wenn ich schon jeden neuen Tag zur Maloche in eine andere Stadt reisen und Lebenszeit auf der Strecke verbringen muss, dann lasse ich mich doch nicht von sturen Gewerkschaftern auch noch verarschen!?

Nein Freunde. Ich bin wieder einmal mehr froh über mein altes Auto und die Unabhängigkeit, die es mir bietet. Längst bilden sich neue Fahrgemeinschaften, bringen sich Kolleginnen und Kollegen noch rum bis vor die Tür, entstehen praktische Pendelgebilde. Benzin ist teuer, lässt sich aber teilen. Und bisher hat sich noch jeder Stau irgendwann einmal aufgelöst. Umweltschützer schimpfen mich an, man solle doch bitte den Individualverkehr einschränken, der Umwelt zuliebe. Und auf die Bahn umsteigen. Das werden die Menschen in dieser Republik aber nur machen, wenn das System auch funktioniert. Ich brauche kein Telefon ohne Netz. Ich brauche keine Taschenlampe ohne Batterien. Und ich brauche kein Transportmittel, auf das ich mich nicht verlassen kann. Wenn ich in einem Restaurant mehrmals nacheinander einfach nicht bedient werde, dann sehen die mich da nie wieder. Wenn mein Friseur mir die Haare nicht schneidet und mir stattdessen mit einer Trillerpfeife die Ohren volldröhnt gehe ich raus und suche mir sofort einen anderen. Ich fahre also weiter Auto und werde mir angucken, wie die Regionalbahnen eine nach der anderen einen selbst verschuldeten Konkurs anmelden. Mal sehen, wie die Gewerkschaftler das dann den armen Lokführern erklären.

Sandmann

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

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30 Responses to Das System streikt sich kaputt!

  1. Touranus says:

    Hallo Sandmann,

    ich denke, das Problem ist, das niemand die Gewerkschaften kontrolliert. Ich erinnere mich an einen seriösen TV Beitrag, in dem gezeigt wurde, das die Gewerkschaftsanführer den Lokführern, die arbeiten WOLLTEN mit richtiger GEWALT den Zugang zu ihren Arbeitsmitteln verwehrt haben. Nach dem Motto: Ey Du bist mein Feind, wenn Du jetzt nicht rumträllerst sondern für Dein Geld arbeiten willst. DAS kann es doch nicht sein, oder?
    Ich habe mir vorgestellt, wie ich reagiert hätte… Bin ja eigentlich sehr friedfertig, aber ich glaub, da hät’s ne krumme Nase gegeben.

    Man kann sich darüber tot diskutieren, ob jede Berufsgruppe auch das bekommt, was sie verdient… mit Sicherheit NICHT! Egal ob Rettungsassistent, Pflegekraft (Heim oder Krankenhaus), Müllabfuhr, sie alle kommen nie an den Verdienst eines Profi Sportlers heran. Aber die Gewerkschaften gehen dort wesentlich verantwortungsvoller mit ihrem Job um. In Lüneburg kam es vor ca. 3 Jahren zu EINEM Streik bei der Müllabfuhr. Die Zustände wurden kritisch und ZACK, besann man sich und führte die Gespräche auf der sinnvollen Ebene durch. Private und städtische Betriebe teilten sich damals die Beseitigung des entstandenes Chaos.

    Aber was bei den Bahnbetrieben jetzt abgeht, entbehrt jeglichen Verstand. Sehr schön Dein Satz: Wie erklären die Kasper mit ihren Pfeifchen das dem Lokführer, wenn sein Job GANZ weg ist, wegen Konkurs? DAS trauen sich die Herrschaften mit ihren bunten Westen nämlich ganz sicher nicht! (Hoffentlich gibts dann ne krumme Nase 😉 )

    Wir beide haben die Möglichkeit uns ein altes Auto unter den Hintern zu pflanzen und von Zuhause zur Arbeit zu fahren, aber es gibt etliche Familien, da reicht es eben NICHT für das Auto, Steuer, Versicherung, Benzin und Strafzettel!
    DIE werden doch jetzt gestraft! Kein Arbeitgeber MUSS es tolerieren, das seine Mitarbeiter ständig zu spät kommen, egal ob wegen Streik oder anderen Dingen. Das wurde ja nun auch ausführlich in den Medien dargestellt. Arbeistrechtlich kann jeder Chef sagen: Es war angekündigt, also sieh zu, wie Du herkommst.

    Ich wohne ab nächster Woche ja glücklicherweise nur noch 5 Minuten von meiner Arbeit entfernt und muss nicht mehr, wie letztes Jahr 63 Kilometer hin fahren…

    Schön, das Du nochmal deutlich gemacht hast, das es durchaus Lokführer gibt, die den Streik nicht mitmachen wollen. Leider werden DIE aber jetzt von den Fahrgästen aufs Übelste beschimpft…

    So, ich reg mich jetzt wieder ab 😉

    Touranus

    • Sandmann says:

      Ja, du hast natürlich recht, nicht jeder kann sich ein Auto leisten und auch nicht jeder kann oder will eine Fahrgemeinschaft bilden. Das ist wie bei einer WG, das KANN klappen, aber irgendwann rummst es ja doch.

      Außerdem ist das Prinzip einer Gewerkschaft ja ein gutes. Wenn es die in den 90ern nicht gegeben hätte, würden wir heute wahrscheinlich alle für zwei Euro pro Stunde arbeiten. Aber der Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Jahren sehr stark verändert, er ist flexibler geworden, einige Berufsgruppen sind weggefallen, andere dazu gekommen. Die Gewerkschaften sollten sich ebenfalls einmal gründlich reformieren und überdenken. Wenn man nach mehreren Wochen Streik nicht ans zu hoch gegriffene Ziel gekommen ist, kann man doch nicht einfach weitermachen?! Es leiden doch andere darunter…

      Und ich wollte als Kind immer Lokführer werden… 🙁

      Sandmann

  2. El Gigante says:

    … irgendwie kann ich alle Seiten verstehen und setze mich damit wahrscheinlich zwischen sämtliche Stühle.

    Ständig werden die Preise für die Bahnen erhöht – die Herren aus den Vorständen streichen reichlich Kohle für sich ein und haben (wie ja auch unsere werten Politiker) längst den Kontakt zur Basis verloren. Doch diejenigen, auf deren Kreuz das System eigentlich lastet, bleiben finanziell auf der Strecke – das kann’s doch auch nicht sein.

    Auch klar, dass es total nervig ist, dass dadurch der Kunde leiden muss.

    Doch wo soll man denn nun den Schuldigen suchen oder finden?
    Ich finde, es fehlt den meisten Menschen an nötigem Gefühl moralischer Verpflichtung – DESWEGEN stehen wir an diesem Punkt!

    Maßlosigkeit hier, Profitgier da, Arbeitsplatzdruck hier, Angst vor Kündigung und Vorgesetzem da… und letztendlich auch unser missratenes Währungssystem mit all seinen weitschweifigen (und gesellschaftlichen) Auswirkungen…

    Gut, wenn man nicht auf die Dienste eines öffentlichen Verkehrsmittels angewiesen ist – doch damit sind die Probleme noch lange nicht gelöst. Andererseits habe ich aber auch keinen Schimmer, wie solch ein lang währender Streit endlich beigelegt werden könnte.

    El

    • Sandmann says:

      Hallo El,

      ausnahmsweise stimme ich dir da wieder einmal zu 😉 so ganz kann ich mich auch nicht auf eine echte Seite stellen. Aber das zeigt doch umso deutlicher, dass nun nicht noch mehr gestreikt werden darf sondern irgend eine andere Lösung her müsste. Weiter unten fällt das Wort Verstaatlichung. Hm. Sollten nicht tatsächlich alle unsere Grundbedürfnisse, und zu denen zähle ich auch den Transport, vom Staat geregelt werden? Oder sind wir dann bald wieder beim Prinzip Kolchose?

      Sandmann, nachdenklich.

      • bronx.1965 says:

        Sandmann,

        Prinzip Kolchose funktioniert nicht. Der Staat darf sich nur nicht ALLES aus den Händen nehmen lassen. Wie gesagt, Gemeinwesen ist für ALLE da. Freiheit des Unternehmertums okay, Solidargemeinschaft dabei aber nicht negieren. Das war mal das Credo der „sozialen Marktwirtschaft“ und für alle Welt erstrebenswert. Ein solider, steuerzahlender Mittelstand trug wesentlich zur Beständigkeit staatlicher Einnahmen bei. Verbunden mit den (für den Staat) verlässlich fließenden Einnahmen. Damit plant man Haushaltspolitik.
        Nichts ist schlimmer als Unsicherheit, investiere ich in mein Haus, muss ich sicher sein dass das nicht mangels Steuereinnahmen 2 jahre später mit neuen „Grenzwerten“ zur Wärmedämmung aufgehoben wird.
        DAS verunsichert, wenn dann noch das Vertrauen der Konsumenten aufhört, hört wirklich ALLES auf. Die Leute halten ihre Kohle zusammen und ich brauche keine Arbeitsgruppe, herauszufinden, warum.

        So, jetzt rege ich mich auch wieder ab,
        Bronx.

  3. bronx.1965 says:

    Hallo ihr beiden,

    ich denke nicht dass die Gewerkschaften das Problem sind. Sachen die der Gemeinschafft dienen, wie etwa die Bahn, Krankenhäuser, Rettungs- / Pflegedienste uvm. sollten NICHT privatisiert werden, sondern aufkommensneutral betrieben werden. Für Investitionen hat man einen Haushaltsetat, der statt Griechenland zu retten, dann dafür auch reichen würde.
    Leute wie Mehdorn, die „Visionen“ haben die Bahn an die Börse zu bringen, auf Kosten der Mitarbeiter, der Technik, der Logistik, sparen um jeden Preis, die Rendite muss stimmen, ein Staat der das alles zulässt, das ist die fatale Mischung, welche letzendlich zu genau dem Ergebnis führt.
    Mich k.. tzt der Zustand der Berliner S-Bahn genauso an, die wurde kaputt gespart, dann wurde gegen die Sparmaßnahmen auch noch gestreikt und die meisten Berliner hatten auch KEIN Verständnis dafür. Ich bin da zwiegespalten und froh, mein Auto nutzen zu können.

    Bronx

    • Sandmann says:

      N’Abend Bronx,

      da bin ich wie schon ein bisschen weiter oben gesagt deiner Meinung. Das Problem ist nur, dass die Lobbies inzwischen so mächtig und eingeschliffen sind, dass sich so ein System nicht mal eben so ändern lassen wird.
      Ich denke auch (nach guter alter Stammtischmanier): Wenn wir für hunderte Milliarden für Griechenland bürgen können, gibt es dann nicht auch Möglichkeiten, solche Themen wie Wohnungsmieten, Transportkosten oder Grundnahrungsmittel volksgerecht zu steuern?
      Ich bin alles andere als ein Linken-Wähler, nicht dass es hier Missverständnisse gibt ;-). Aber wenn ein PAAR Gelder mal woanders hin fließen würden, ich weiß wegen meiner Politikunwissenheit jetzt gar nicht welche, dann wäre das bestimmt nicht schlecht.

      Sandmann, auch froh über seinen Daimler

      • bronx.1965 says:

        Sandmann,

        ich empfehle JEDEM den „Tagesspiegel“ v. 25.09.11, S. 4 / 5. Überschrift : Mit Dummheit Geld machen. Darin ist ALLES gesagt.
        Ich wähle eher konservativ, im Moment jedoch bin ich sowas von ratlos.
        Wenn sich unsere Damen und Herren im Berliner Talentefriedhof namens Reichstag diesen Themen mit der SELBEN Inbrunst annehmen würden wie dem Feinstaub, oder dem Rußfilter, wäre die Hälfte schon im Sack.
        Zum Thema Lobbyismus: solange es möglich ist, dass Politiker / Parlamentarier jeder Coleur (siehe Schröder / Gazprom) ganz ungeniert während der noch andauernden Legislaturperiode sich durch ihre bei der Abgeordnetentätigkeit erworbenen Netzwerke, Vorteile erschaffen, solange man in einem Gesetzesausschuß für CO- Grenzwerte sitzt, gleichzeitig im Aufsichtsrat von „BUDERUS“ als Berater tätig ist, kann eine gesunde Realpolitik nicht funktionieren.
        211 Mrd € an Bundesdeutscher Bürgschaft sollten nicht nur Politiker entscheiden dürfen. Der Wunsch, dass sich etwas ändert beim Lobbyismus, ist als ob man sich weltweit für gutes Wetter einsetzen würde.

        Bronx

  4. Touranus says:

    Als interressanten Merkpunkt möchte ich noch anbringen,
    das gerade im Pflegebereich die höchsten Gehälter dort gezahlt werden, wo kein Gewinn erwirtschaftet werden darf/soll.

    Die Privaten mit den schicken Eingangshallen und dem tollen Viano Bus liegen da in der Regel weit unterm Schnitt….

    Touranus

    • Sandmann says:

      Ey, mal nix gegen den Viano sagen, okay?
      😉

      Mit dem Pflegebereich oder auch dem Bildungs- und Erziehungssystem sollten wir vielleicht gar nicht erst anfangen, dann bekomme ich Depressionen. Es ist Wahnsinn, wie viele Menschen für ihre gute, qualifizierte und auch zumeist körperlich fordernde Arbeit wie wenig Geld bekommen.

      Lokführer, by the way, verdienen gar nicht schlecht und sitzen im Trockenen…

      Sandmann

      • Touranus says:

        Hast ja Recht,

        wir haben einen T5 Synchro L-Version mit Vollausstattung, der hat garantiert mehr gekostet als ein Viano…
        Ich mag den Viano eigentlich auch… wenn er nur nicht von jedem zweiten Bestattungsinstitut gefahren werden würde… 😉

        Touranus

        • Sandmann says:

          Da siehst du mal, wie kommod der ist 😀

          Aber wir kommen vom Thema ab. Ich werde jetzt mit einem guten Glas Rotwein in meine Kemenate schlüpfen und noch ein paar Folgen scrubs, dritte Staffel gucken. Und mich dann in ein Familientreffenwochenende stürzen. Heissa. Und das alles natürlich mit dem AUTO.

          Und seit ich eben gesehen habe, wie schlecht die Fotos vom iphone sind, wenn man die auf sich selbst gerichtete Kamera nimmt (600×400, das sind ja MS-DOS Auflösungen!) werde ich wieder die 5 Megapixel der anderen Seite bemühen. Tz. Ich lerne, war ja auch immer mehr der Birnen-Esser…

          Sandmann

    • bronx.1965 says:

      Hi Touranus,

      ja, da hast Du Recht. Woran liegt das wohl? Wie kann ein Krankenhaus privatisiert werden, wie kann dem Personal vorgegeben werden, soundsoviel Minuten für den und den Schritt geben wir euch. Mehr nicht. Dann seit ihr für uns nicht rentabel!
      Eine Regierung, die sich christlich-konservativen Werten verschrieben hat, andere nennen sich sozial, keine kann gegen ihre EIGENEN Lobbyisten an. Am schlimmsten, die Bambis in der Hotelier- Partei. Ein Witz.

      Gruß, Bronx.

  5. calimero says:

    Hey zusammen,
    endlich finde ich im Netz mal ein Statement in DIESER Richtung. Mein Vater ist in der IG Metall und hat kein Verständnis für mich, der ich immer wieder mit dem Kopf schüttle, wenn wieder die Züge stehen. Ich bin auch Autopendler (aber nicht jeden Tag so weit wie du, Sandmann), aber mir tun die anderen einfach nur leid. Immer noch eingeschränkter Fahrplan heute, sagen sie gerade…
    Abel

    • Sandmann says:

      Ich habe meine Freundin gerade in einen Regionalexpress der Bahn nach Hamburg gesetzt… der war sehr pünktlich 🙂
      Und in Richtung Sylt geht schon wieder gaaaanix. Ich fasse das nicht!

      Sandmann

  6. flohdaniel says:

    Bahn- und Busfahren ist verhältnismäßig zum Auto viel zu teuer, solange man nur gelegentlich fährt und keine Vergünstigung bekommt.

    Der ÖPNV solle meiner Meinung nach kostenlos sein und vom Staat getragen werden. Dadurch würden die Innenstädte und der Berufsverkehr deutlich entlastet, und die Umwelt gnadenlos geschont.

    Ich fahre mit dem Auto weil ich mir Bus&Bahn einfach nicht leisten kann…leisten im Sinne von „Geld UND Zeit“.

    • Sandmann says:

      Ay flohdaniel,

      GANZ umsonst wird nicht möglich sein. Aber ich finde schon, dass man es wie du auch sagst irgendwie hinbekommen sollte, dass ein unermäßigtes Einzelticket weniger kostet als das Benzin zum selben Ort. Und da sind wir noch lange nicht.
      Beispiel: Hamburg – Kiel mit dem Zug: 21,00 Euro. Da kann ich mit meinem dicken durstigen 23 Jahre alten 260er Mercedes Reihensechszylinder billiger voran kommen!
      Und das kann doch nicht sein?

      Sandmann

      • bronx.1965 says:

        Ay Sandmann,

        Womit wir wieder beim Lobbyismus wären.
        Prinzipiell bin ich Deiner Meinung! Nur, was würde einer Regierung die dieses anstrebt, seitens der Fahrzeughersteller / Mineralölindustrie uvm. alles um die Ohren fliegen? Die ersteren würden androhen abzuwandern. Zweitere würden massiv auf Steuerausfälle verweisen. Die Mineralölsteuer ist ja einer DER tragenden Faktoren im Bundeshaushalt. Neben Unternehmens- und Mehrwertsteuer. Wettbewerbsverzerrung wäre noch das geringste Argument.
        Umsonst, oder Niedrig geht nur wenn man den im Grundgesetz verankerten Gedanken : „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ verinnerlicht. Solidarprinzip. Das würde bedeuten, Unternehmen welche eh schon unter der Abgabenlast leiden, noch stärker zu belasten.
        Meine Meinung dazu: an der Börse fließt genug Kapital, Spekulanten und Hedgefonds machen satte Gewinne durch NICHTS TUN. Von dort sollte ein Teil des Geldes kommen und direkt in den Nahverkehr fliessen. Das wüde natürlich nur EU weit und geschlossen funktionieren. Und bleibt daher-
        EIN TRAUM,

        Bronx.

        • Sandmann says:

          N’Abend Bronx,

          es gibt so wahnsinnig viele gute und gesunde Meinungen zu diesem Thema… ich pendel dann immer zwischen „Ich muss unbedingt in die Politik gehen, damit ich was bewegen kann!“ und „Gut, dass ich nicht in der Politik bin, da kann ich eh nichts bewegen!“

          Puh. Oder hat jemand eine wirklich parktische Idee, das System zu erklären und zu verbessern? Also für heute Abend fehlt mir da die Kraft, ich geh mal in mein Bettchen…

          Sandmann

  7. bronx.1965 says:

    Hallo Sandmann,

    es heißt immer die Leute sind politikverdrossen, die meisten die ich kenne, sind POLITIKERverdrossen! Das System ist krank. Ich will gar nicht MITGENOMMEN werden. Wenn du als interessierter Bürger in die Politik gehst, egal wo, brauchst Du einen Förderer, auch Gönner genannt. Sonst erreichst du nichts. Wenn du den hast, muss du dich anpassen, sonst fördert der dich nicht mehr, gönnen tut er dir dann auch nix mehr. Wenn du dann all die Intrigen, Schlangengruben und die zahlreichen Fettnäpfe erfolgreich umschifft hast, bist du so wie DIE. Also das, was du gar nicht wolltest.
    Vor einer halben Stunde hörte ich, dass Griechenland erneut das Sparziel verfehlen wird, trotz schärfster Auflagen. Zu „unseren“ 211 Mrd € Bürgschaftsanteil kommen weitere 200 Mrd hinzu! Sollte der Fall eintreten dass der Bund LEISTEN muss, bedeutet das: Anhebung der Lohnsteuer um 50%, Erhöhung der Mwst um 5 % sowie als Sofortmaßnahme, Spritpreiserhöhung auf ca 2 € ! ERSTE SCHRITTE! Diese Daten entnehme ich dem aktuellen „FOCUS“- Magazin, welches für gründliche Recherche bekannt ist. Allein DAS wäre ein Grund, in die Politik gehen zu MÜSSEN.

    Uns geht es noch viel zu gut,

    Bronx.

    • Sandmann says:

      Hallo Bronx,

      aber da weder du noch ich in die Politik gehen werden… glaubst du denn, dass es erstmal kräftig krachen muss, bevor ein Umdenken stattfindet? Da gibt es ja viele Möglichkeiten, Volksaufstand, Bürgerkrieg, Weltkrieg, Seuche…

      Was du aufzählst ist ja einigermaßen alternativlos, wird deiner Meinung nach das Modell Europäische Union und die Eurozone scheitern und wir kehren zu dem zurück, was wir davor hatten? Also D-Mark und Einzelkämpfertum der Staaten? Äh,… ich meine das jetzt nicht ironisch sondern frage dich schlicht nach deiner Meinung.

      Ich selbst versuche weiter, mehr als je zuvor, meine eigene kleine Welt in Ordnung zu halten, keine weiteren Schulden zu machen und mich finanziell in eine gewisse Unabhängigkeit zu bewegen. Das kann allerdings noch ein bisschen dauern 😉

      Viele Grüße aus Hamburg
      Sandmann

      • bronx.1965 says:

        Tach Sandmann,

        Meine Meinung will ich dir gern schreiben. Das Modell Europäische Union IST bereits gescheitert. Der EURO scheitert demnächst, unsere Politiker wissen nur noch nicht WANN. Wer die Vorgänge der Geberkonferenz in Brüssel verfolgt, kann die „rette sich wer kann“ Stimmung förmlich greifen. Den Rest ließt man zwischen den Zeilen. Die Abgabe der fiskalischen Hoheit an Brüssel, immer neue Regeln und Standarts welche Produzenten wie Konsumenten gleichermaßen verunsichern, stellen eine wachsende Bedrohung der Nationalstaaten, ihrer Wirtschaften und des inneren Gleichgewichts dar.
        Verlieren die Bürger das Vertrauen in die Zukunft (Politik, Konjunktur, etc), hören sie auf zu konsumieren. DAS tötet eine Wirtschaft.
        Als jemand, der den Zusammenbruch eines Staates und seiner kpl. Wirtschaft miterlebt hat, der sein ganzes Leben innerhalb von 6-8 Monaten umstellen mußte, bin ich vielleicht sensibler in Sachen Politik.
        Unsere Regierung befasst sich bereits seit längerem mit einem €-Ausstiegsszenario. Besser gesagt mit dreien: bester Fall, mittlerer Fall, schlimmster Fall. Für die bewältigung massiver, innerer Unruhen gilt das gleiche. Wer das negiert, ist naiv.
        Dann klopft es auch an „die kleine, heile Welt“.

        Am schlimmsten jedoch ist die Bildung von separatistischen Strömungen durch diverse Rattenfänger, egal welche Farbe. Das wirkt noch verstärkend auf eine ohnehin schon desolate Handlungsfähigkeit in der EU.
        Ähnlich wie in den letzten Tagen des „Ostens“ verschließen die Politiker in bester Reichsbedenkenträgermanier die Augen vor dem „undenkbaren“. Andere werden mittels Parteidisziplin mundtot gemacht. DAS alles erinnert mich doch sehr an die Endzeitstimmung vor 22 Jahren.
        Diesmal jedoch ist nicht nur EIN Land betroffen, sondern ettliche und deren Wirtschaften, die dann AUCH kollabieren!

        Da bleibt jede Menge Spielraum für Szenarien jeder Coleur.
        Sandmann, ich halte mich nicht für einen Schwarzmaler, eher Realist, der den Zeitpunkt des Handelns gern selber bestimmt.
        Du wolltest meine Meinung lesen, hier ist sie.
        Mit der „kleinen heilen Welt“ wollte ich mich nicht lustig machen, das ist ein kleiner Schuss Ironie, auf die Allgemeinheit bezogen.

        Grüße nach Hamburg aus dem noch sonnigen Brandenburger- Land,
        Bronx.

        • Sandmann says:

          Ay Bronx,

          ich wollte deine Meinung und ich bekam sie. Alles ist gut… Ich weiß nun gar nicht, was ich antworten soll 😉 Ich trau mich nicht, ich lese momentan zu wenig, um politisch tatsächlich mitreden zu können…
          Sandmann

  8. bronx.1965 says:

    Sandmann, Nachtrag:

    „Alternativlos“, das Lieblingswort unseres „sprechenden Hosenanzugs“ , ist nichts weiter als eine schlampige Ausrede DAFÜR, dass ALTERNATIVEN zu TEUER sind.

    Wollt ich nur noch mal abwerfen.
    Übrigens, ab heute wird auch offiziell um die Spareinlagen der Banken spekuliert. Ganz legal und ungeniert.
    Und jetzt Du.

    Bronx

    • Sandmann says:

      Ay Bronx,

      du hast recht, es gibt für alles und jeden eine Alternative.
      Wenn ich heute so durch die Nachrichten zappe frage ich mich aber immer noch, wie Europa wohl in 10 Jahren aussehen wird.
      Gut dass ich einen Kaminofen und eine Menge Holz habe, egal was passiert, ich werde diesen Winter nicht erfrieren 🙂

      By the way… die NOB streikt noch immer!
      Und mehr kann ich nu nicht beisteuern, lass uns doch lieber wieder über Autos und Beziehungskrisen philosophieren…

      Sandmann

      • bronx.1965 says:

        hallo sandmann,

        ja, wir sind irgentwie vom Thema weggekommen. Da wir diesen Mist eh nicht ändern werden, bleiben wir bei Autos und Beziehungskisten. Ist ohnehin ein Thema, welches den Alltag mehr als bestimmt, wie man an deinem Audi sieht. Ich denk mal, du hast das richtige getan, er scheint in guten Händen zu sein.

        Ich wollt mich gar nicht so exponieren, aber es gibt Themen bei denen meine Zurückhaltung flöten geht, da kann ich nicht anders.
        Sieh`s mir nach 🙂

        Bronx.

        • Sandmann says:

          Ay Bronx,

          ich finde es ja GUT dass du hier so Gas gegeben hast. Um so mehr tut es mir leid, dass ich mir da gar keine umfassende Stellungnahme zu leisten kann… weil mir einfach hier und da Hintergrundwissen fehlt, um wirklich auf den Tisch hauen zu können 🙂
          Dann komme ich lieber wieder zum Automobil zurück.
          Die NOB streikt übrigens noch immer…..

          Sandmann

  9. bronx.1965 says:

    Hallo Kieler,

    war mal auf der Website von eurem komischen Verein, namens NOB. Was macht eigentlich einer, der auf Sylt wohnt und auf dem Festland arbeitet, oder umgekehrt?
    Ich mein, die fahren ja nicht ALLE Cabrio da, echte Menschen wird es ja da auch geben, oder?
    Bei euch streikt die Bahn, hier in Berlin-Brandenburg fährt sie nicht oder nur sehr eingeschränkt, weil irgentwelche Spinner überall Brandsätze, mit Zeitzündern versehen, positioniert haben. Der reinste GAU. Das heißt nach brennenden Autos nun weitere Sonderschichten für`s geschulte Personal.

    Dann lieber Autofahren,
    Bronx.

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