Der Morgen danach

Das zugewachsene Paradies

Das zugewachsene Paradies

Was macht Mann an einem grauen Morgen, bei dem man nicht so richtig definieren kann, wie der gestrige Abend eigentlich so war? Definieren sowohl vom Endlich-mal-wieder-gesehen-Faktor als auch von der Menge an gemeinsam getrunkenem Rotwein? Und der Lautstärke der in die Nacht geschmetterten Lieder. Und der in Kerzenflammen aufgedampften Mücken. Eine ganze Menge undefinierbare Thematiken, ich werde mal langsam wach und komme dem Wunsch nach, meinen gebeutelten Körper in die Badestelle meiner Kindheit zu tunken. Den Oldenstädter See. Wenn es den überhaupt noch gibt.

Ich habe schon besser geschlafen

Ich habe schon besser geschlafen

Falls Sie erst jetzt dazuschalten, ich habe gestern Abend meine Sandkastenfreundin Silke besucht und bin nach vielen, nach sehr sehr vielen Wörtern und Noten und maximal einem halben Glas Wein 🙄 irgendwann in meinen Autowagen gekrochen, um der Nacht und dem Schlafe zu huldigen. Mir wurde seitens der Mutter ein komfortables Gästezimmer mit einem richtigen Bett und richtigen Bettdecken angeboten, und es war gar nicht so leicht, ihr zu erklären, dass ich im Auto schlafen möchte. Ohne, dass es unhöflich wirkt. Aber ich schlaf nunmal gern im Auto, und das ist in diesem Jahr vermutlich die letzte Möglichkeit gewesen, das Ein-Stern-Hotel Sindelfingen ohne Heizlüfter zu bewohnen. Man gestattete es mir kopfschüttelnd und verständnislos lächelnd 🙂
Die Nacht war dunkel, die Nacht war kurz und sie war vor allem – kalt! Ich habe schon wieder Patty Smyth im Ohr, die vom Sommer singt, der vergangen ist. Sie mag Recht haben. Immer noch mit dem dicken Pulli bekleidet krabbel ich kurz aus dem Daimler raus in die trübe Helligkeit, muss mich ein bisschen kalibrieren, laufe dann einigermaßen geradeaus in die Küche. Da steht ein opulent gedeckter Frühstückstisch, um den viele viele ausschließlich weibliche Menschen aller Altersgruppen sitzen, denen ich mitteile, dass ich noch ein bisschen Zeit erbitte. Ich wolle baden gehen.

Hirn freiblasen. So oder so gut.

Hirn freiblasen. So oder so gut.

Wind im Gesicht. Morgenluft.
Das tut sehr gut. In Ripdorf lasse ich besagte Damenwelt, bestehend aus drei direkt miteinander verwandten Generationen, ähnlich kopfschüttelnd zurück wie nach der Ankündigung, den harten Mercedes Kofferraum einem weichen warmen Bett vorzuziehen. Im Kreis Uelzen scheint man im August pauschal nicht gern baden gehen zu wollen, wir Kieler sind da ein wenig anders gestrickt. Wir sind Wind, Regen und Kälte gewohnt. Wir finden das genausowenig toll wie andere, aber wir jammern nicht über das, was wir nicht ändern können 😉 Und ich sehe aktuell keine andere Möglichkeit, mich ins Hier und Jetzt zurück zu holen. Ändern kann ich hoffentlich den leichten, unangenehmen Druck in meinem Kopf, direkt hinter meinen Augen. Kennen Sie das, wenn es sich so anfühlt, als gingen Sie in Watte gepackt durch die Welt, während jemand versucht, mit einem Angelhaken und viel Kraft Ihr Gehirn vorn aus der Stirn rauszuziehen? Ich glaube ich darf noch gar nicht autofahren……
Hab ich gestern Nacht noch sinnentleerte SMS an die falschen Menschen geschrieben? Uff – nein, anscheinend nicht. Meine linke Hand ist müde und tut weh von viel zu vielen Gitarrenakkorden. Meine Stimme ist heiser. Und trotzdem bin ich irgendwie beseelt.

keiner guckt zu. Also los.

keiner guckt zu. Also los.

Klappe auf. Strippen am Oldenstädter See. Dieses bewässerte Loch in der Erde ist die einzige mir bekannte Wasserpfütze weit und breit. Als in den 70ern der Elbe-Seitenkanal quer durch das Land gebuddelt wurde war das hier die Kiesquelle für die hohen Böschungen der Wasserstraße. Ein komplett künstlicher Baggersee mit einer kleinen Insel in der Mitte und unfassbar weißen Sandstränden, die damals viel zu tot und nährstoffarm waren, um der Natur Lebensraum zu bieten. Und das war auch gut so. Jeden Sommer drängten sich jung und alt hier und badeten, plantschten, bauten Sandburgen und ernährten sich angenehm ungesund mit all dem, was der kleine Kiosk so angeboten hatte. Ein kleines Cuxhaven in der Lüneburger Heide, ich habe es geliebt.
Schnitt.
Die gute Nachricht: Der See ist noch da. Die schlechte Nachricht: Nur mit meiner Badehose bekleidet wird mir nicht wirklich wärmer, und das hier vor mir sieht mehr wie ein naturgeschütztes Sumpfgebiet als wie der wimmelige Baggersee der 70er aus. Bis auf einen schmalen Pfad ist der komplette Strand rundrum zugewachsen mit Gräsern, Schilf und ziemlich hohen Bäumen, die verschwundene Insel schimmert nur noch trübe unter der grauen Oberfläche und der Kiosk ist zwar noch da, aber heute zu. Na klar. Ist ja auch kein Mensch weit und breit zu sehen. Egal. Ich will da jetzt rein in der Hoffnung, den Tag einigermaßen erfrischt beginnen zu können und nicht wie ein verwahrloster, nach Sprit stinkender Penner in Ripdorf am Frühstückstisch zu sitzen. Banzaiiiii!

YAAAAAYYYYYYYYY

YAAAAAYYYYYYYYY

ARGH. Großartig! Ich bin drin.
Und ein längst verschütteter Gedanke zappt in meinen restalkoholisierten Kopf: Hier, genau an dieser Stelle habe ich Ende der 70er meinen ersten Toten gesehen. Ein junger Mann, der im Hochsommer nach ein paar Stunden Sonnenbaden reingelaufen ist und mit einem Herzinfarkt ertrank. Wir saßen quasi daneben, als sie ihn nach einer Stunde, viel zu spät, mit Tauchern rausgefischt und vergeblich reanimiert hatten. Diese tödlichen Temperaturunterschiede erfährt mein Körper heute nicht, das sehr frostige Wasser nimmt sich nix mit der ebenso frostigen Morgenluft. Aber drin sein ist super. Und rauskommen auch, denn es kann nun eigentlich nur wärmer werden 😉 Da bin ich wieder. Wenn ich vorhin diesen See mit einem kleinen Cuxhaven verglichen habe wird mir jetzt schlagartig klar, dass auch Cuxhaven vielleicht im Jahr 2014 nicht mehr zu den Top-Badeadressen der Republik gehört. Aus gutem Grund. Aber hier… wo wenn nicht hier badet man denn bitte schön, wenn man in Uelzen wohnt??? Abtrocknen, nochmal durchdeklinieren was ich damals am Kiosk alles gekauft hätte (Schnuller, Salzdiamanten, süße Frösche, Schleckmuscheln, Lakritzschnecken und das neue YPS Heft) und dann zurück an den Frühstückstisch, bevor auch der letzte Schluck Kaffee in der riesengroßen Familienthermoskanne kalt geworden ist.

Hihi geil. 20 Jahre jünger

Hihi geil. 20 Jahre jünger

Ja. Besser jetzt 🙂 Ich kann auch nach dieser sehr angenehmen Schocktherapie keine Momente am vergangenen Abend rekonstruieren, die man peinlich berührt aufarbeiten müsste. Schade, dass alle Fotos entweder unscharf sind oder sehr stark verdeutlichen, dass wir ein paar Gläschen Wein zu viel getrunken haben. Ich musste Silke versprechen, die unveröffentlicht zu lassen, was ich gern mache, da ich selbst auch nicht sonderlich gut auf denen abschneide. Puh. Aber das Kopfweh ist noch immer da, ich gehöre zu der Kategorie Mensch, die oft erst am folgenden Abend einen richtigen Kater bekommen. Na das kann ja heiter werden.
Am Frühstückstisch, der jedem guten Hotelbuffet dramatische Konkurrenz machen kann, sitzt noch immer die Familie und plaudert, lacht und frotzelt. Seit meiner Anwesenheit dann auch gern über mich. Es ist, als wären nicht fast 30 Jahre vergangen, seit ich hier regelmäßig als Teenager aus und ein ging. Damals mochte ich allerdings noch keinen Kaffee, und da habe ich echt was verpasst. Kann ich bitte noch einen haben? Was für liebe Menschen. Ich bereue langsam ein bisschen, das Angebot mit dem Bett ausgeschlagen zu haben. Mein Rücken tut weh und meine rechte Schulter hängt irgendwie ein bisschen anders am Hals als gestern noch. Verdammt. Ich werde echt nicht jünger, warum hat mir das damals niemand gesagt?

Die Dame schmunzelt ob des nassen Sandmanns

Die Dame schmunzelt ob des nassen Sandmanns

Silke wurde gestern Abend ein bisschen schneller betrunken als ich – heute ist sie allerdings auch ein bisschen schneller wieder nüchtern. Ich fühle mich noch immer nicht endgültig fahrtauglich (irgend jemand muss für die Statistiken mal die Anzahl der Rotweinflaschen rekonstruieren… Silke?), obwohl ich rund drei Liter guten schwarzen Kaffee in mir drin habe und mir gleich an einer Tanke hinter Uelzen für den Rückweg sicherlich noch einen weiteren holen werde. Tja. Hm. Schräger Abend, schräger Morgen. Gerade waren wir noch Teenager und hatten alles noch vor uns, und plötzlich sind wir erwachsen. Sie hat (wie sich das gehört) damals einen Jens geheiratet und lebt mit ihm und den beiden bezaubernden Töchtern im Lippischen. Ich habe keine Silke geheiratet, und es hat mich mit inzwischen drei bezaubernden Töchtern nach Kiel und Hamburg zerstäubt. In Uelzen sind wir alle nicht geblieben. Aber wir sind gern hier her zurück gekommen und werden es immer wieder tun. Wenn auch aus verschiedenen Gründen. Silke hat hier nach wie vor ihr Elternhaus und einen Teil ihrer Familie. Sie kann hier loslassen, sich mal von Mutti bekochen und die Seele baumeln lassen. Ich kann hier nur meinen Kindheitsakku aufladen. Der Rest ist weg, gehört unbekannten Menschen oder wurde eingeebnet. Aber trotzdem tut es gut, wieder einmal abgetaucht zu sein. Auch in das Wasser des O-Sees. Mit diesen Eindrücken kann ich nun wieder nach vorn gucken.

Ciao Freundin. Bis bald mal.

Ciao Freundin. Bis bald mal.

Seit 1983 nicht mehr da. Und trotzdem irgendwie immer noch. Wenn ich Silke wiedersehe, auch wenn ich mich mal mit meinen guten Freunden Markus und Olaf in der Vorweihnachtszeit treffe ist alles wie immer. Wie früher. Woran liegt das? Was macht eine Freundschaft so besonders, wenn sie schon in der Grundschule begonnen hat und sich mit mehr oder weniger langen Pausen bis heute hält? Ist es das natürliche Vertrauen, was Kinder einander entgegen bringen und was sie später gegenseitig nicht so leicht brechen? Ist es die Einbildung, dass sie alle immer noch da sind, die einem vorgaukelt, dass sich gar nicht so viel verändert hat und man nicht so schnell altert wie alle behaupten? Oder ticke ich vielleicht nur allein so, denn die anderen drei leben ja hier immer noch, haben ihren Alltag und ihre Freuden und ihren Kummer und nicht diesen Zauber der für immer vergangenen Kindheit, der mir als „Vertriebenem“ hier diesen sehr emotionalen Schleier über die Gegend legt? Ich weiß es wirklich nicht. Vielleicht werde ich es niemals ergründen. Aber es fühlt sich gut an.

Kanal mit Aussicht

Kanal mit Aussicht

Gleicher Kanal, gleiche Brücke, anderes Auto. Wenn ich mir alte Fotos angucke kann ich anhand der Autos, die ich jeweils gefahren und in den Bildern geparkt habe rekonstruieren, wann das ungefähr war. Autos kommen und gehen. Gute Freunde nicht. Ich stelle meine Karre auf der Straße ab und steige aus, sollen die anderen doch drumrum fahren. Machen sie auch. Ohne zu hupen. Erstaunlich.
Da unten rechts ist die Siedlung, in der ich aufgewachsen bin. Der Acker nebenan. Und der Bauernhof. Es reißt mir fast das Herz raus. Es gibt Ereignisse, Verhaltensweisen und Verdrängungen, die können ein Kind echt kaputt machen. Ich glaube, manche Eltern sind sich darüber gar nicht im Klaren. Ich fahre zurück in meinen Alltag, zu den Menschen, die ich liebe und die heute an meiner Seite sind. Das ist so sagenhaft wichtig. Und wichtig sind auch die alten Freunde. Sie sind ein kleiner, konstanter Anker in einem aufgewühlten Meer voller Veränderungen.

Sandmann


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Über Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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8 Responses to Der Morgen danach

  1. bronx sagt:

    Aloha Sandmann

    melde mich mal wieder zu Wort.

    Freundschaften (damit meine ich ‚wirkliche‘ Freunde, keine auf einer Freundesliste) sind, je länger sie dauern, neben der Familie die einzig wirkliche Konstante. Ob sie aus Grundschulzeiten stammen oder sich anders ergaben, ist für mich nicht wichtig. Auf den Inhalt kommt es an.

    Aus Schulzeiten habe ich niemanden mehr. Der grösste Teil ist über das Land verstreut. Und die, die ich vor ein paar Jahren mal traf, standen eher für Stagnation im Leben und ungenutzte Gelegenheiten.

    Meinen ältesten Freund kenne ich, seit 45 Jahren. Im August haben wir uns nach 19 Jahren wieder gesehen. Er in Stuggi und ich im Brandenburgischen, immer mal telefoniert, Mailverkehr, aber nie geschafft, mal zusammen zu kommen. Bis zu jenem Tag.

    Da war sie dann wieder, diese Konstante. 😉

    Ich glaube zu wissen, was Du meinst.

    Bronx

    • Sandmann sagt:

      Bester Bronx,

      schön, mal wieder ein paar Zeilen hier von dir zu lesen.

      Ich glaube, ich habe mir inzwischen einen guten Mix aus virtuellen Freundschaften (die ist auf eine besondere Art ebenfalls schätze) und richtigen, guten Freundschaften erarbeitet. 2015 wird das Jahr, in dem ich letztere mal wieder in Angriff nehmen werde, und so wie dieses Drecksjahr 2014 bisher ausklingt scheint dieses Vorhaben tatsächlich umsetzbar zu sein.

      Und vorhin habe ich die letzten offenen Eckdaten zur nächsten Weihnachtstour nach Uelzen eingetütet. Zwar wieder nicht mit dem KaSi, aber immerhin erneut mit dem Audi 🙂 Und selbstverständlich mit meinem pelzbemützten Töchterchen, das sich schon ganz doll freut. So viel Weihnachten muss sein.
      Mal sehen wen wir da aus der ganz alten Liga noch alles rantelefoniert bekommen….. So ein paar Namen fallen mir da noch ein.

      Uelzen ist für mich voller dieser Konstanten. Auf auf zu neuen Geschichten, mal gucken ob sich Petrus und Frau Holle in diesem Dezember wieder vertragen haben.

      Sandmann

  2. bronx sagt:

    Nochmal hallöle,

    schön das Du noch Orte hast, die so etwas ermöglichen. Bei mir gibts da, wie an anderer Stelle ja schon mal beschrieben, nicht mehr viel.

    Aber irgend ein Ritual hat doch jeder von uns, oder? 😉

    Fein das Du mit dem Dottore fährst, obwohl zu den Ausflügen nach Uelzen eigendlich der goldene Herr dazu gehört. Jedenfalls für mich, der diese Gechichte ja schon ein paar Jährchen verfolgen darf. 🙂

    Für 2015 wäre es übrigens ein guter Vorsatz, sich ausserhalb der virtuellen Welt wieder zu treffen. Ich glaube, wir sollten mal wieder quatschen.

    Eine Saukälte ist das hier! Mit Grüssen,

    Eismann

    • Sandmann sagt:

      Ay Bronx,

      rituale sind was feines, das merke ich erst jetzt so richtig, wo ich langsam zu alt dafür bin 🙂
      Der KaSi steht momentan abgemeldet beim Markus rum, im nächsten Jahr wird dem auch wieder mehr Liebe zugeführt. Versprochen. Und da der Dottore zugelassen ist und nagelneue Winterreifen hat bedeutet es momentan einfach erheblich weniger Aufwand, ihn zu nehmen. Und er hat ja auch neue schöne Sitze 😀 Das ist schon ein besseres Gefühl, als mit abgelaufenen Kurzzeitkennzeichen und 15 Jahre alten Sommerreifen durch den Schnee zu driften….
      Ich habe aber im Andenken an die damaligen Geschichten den KaSi im Schnee als Pinup des Monats Dezember gesetzt 😉

      Auch wenn wir keinen Carport mehr bauen werden – 2015 sehen wir uns. Definitiv! Und ne Saukälte ist das hier leider auch, ich HASSE Kälte 🙁

      Ich muss mal die liebste Silke aktivieren, vielleicht schreibt die ja auch mal ein paar Zeilen aus ihrer eigenen Sicht…?

      Sandmann

  3. NX1701 sagt:

    N’Abend Sandmann,

    zwar trennen uns einige Jahre (Jahrzehnte 😉 ), aber trotzdem kann ich vieles sehr gut nachvollziehen, was du hier immer wieder schreibst. Daher einfach mal danke!

    Gerade am letzten Wochenende war ich wieder bei meinen Eltern in der Stadt, in der ich meine Schulzeit verbracht habe und traf mich mit einer Freundin, um mit ihr über die Scheiße zu reden, die sie in den letzten Wochen (mal wieder) durchmachen musste. Wenn man sich nach sieben gemeinsamen Schuljahren drei Jahre nur alle paar Monate mal sieht, dann ist das schon ein seltsames Gefühl.
    Generell hänge ich momentan viel in der Vergangenheit, da 2015 einige entscheidende Ereignisse anstehen (Hochzeit, die Erfüllung des Jobangebots, das mich mein restliches Leben beschäftigen wird etc.). Dabei fällt mir auf, wie schnell man negative Ereignisse verdrängt und Menschen auf einmal wieder positiv sieht. Und über allen Gedanken die Frage, wie ich in 20 Jahren wohl zurückblicken werde. Wenn ich auf den Kalender sehe, werde ich das wohl schneller beantworten können, als mir lieb ist.

    Und jetzt von meiner Seite genug Melancholie. Morgen steht erstmal die Essen Motor Show 2014 an. Für die IAA 15,17 ff. bleibt noch genug Zeit. 😉

    Viele Grüße

    Sven

    • Sandmann sagt:

      Ay Sven,

      JahrZEHNTE? 🙂 Na ja im Kopf bin ich ja noch 23 und habe den muskulösen, gut geformten Körper eines 27jährigen…..
      Gniiihahaha 😀

      Du reißt ein paar Themen an, über die man eigentlich den ganzen Abend schreiben könnte…
      Ich glaube, gerade wenn sich die Weichen im Leben dramatisch stellen bleibt von diesen Zeiten etwas hängen. Sie stellen sich ja ständig, manchmal ohne dass wir es merken, aber einige Ereignisse prägen einfach das Leben, was danach kommt nachhaltig. Wie du schon schreibst – Hochzeit, Job, vielleicht ein Haus, Kinder… Auch der Tod lieber Menschen gehört ja leider dazu, und je älter wir werden, desto näher kommen die ganz natürlichen Einschläge. *grusel*

      Wichtig ist meiner Meinung nach, dass du immer mit weit offenen Augen durch dein Leben läufst und die Sachen, die nicht gut sind anpackst und änderst. Bevor sie zu viel und zu groß werden und dir um die Ohren fliegen. Und dann kannst du auch mit reinem Gewissen zurück blicken und sagst vielleicht auch nicht, dass du am liebsten alles anders gemacht hättest. Denn auch die größte Scheiße bringt dich irgendwie weiter.
      Und dass schlechte Sachen und Menschen mit der Zeit verblassen ist natürlich. Und vermutlich auch gut. Könnten wir sonst jemals vergeben?

      Essen Motor Show? Ab in Halle 3.0 Stand C155, zu TRÄUME WAGEN und GRIP. Und grüß die Jungs von mir 🙂

      Sandmann

      • NX1701 sagt:

        Okay, für die Zukunft benutze ich nur noch die Formulierung „in unserem Alter“. 🙂

        „Denn auch die größte Scheiße bringt dich irgendwie weiter“ ist ein ein Satz, der auch von mir kommen könnte. Zwar ist in meinem Leben nicht ansatzweise so viel passiert wie bei besagter Freundin, allerdings sage ich mir oft genug – wenn ich gerade in leichte Reue verfalle -, dass diese Ereignisse genau zu der Person geführt haben, die ich heute bin. Und eigentlich bin ich zufrieden mit mir. Was will man mehr?

        An dem Stand werde ich auf jeden Fall mal vorbeischauen. 😉 Hast du deinen Besuch schon abgearbeitet oder passt das in diesem Jahr zeitlich nicht?

        • Sandmann sagt:

          Ay Sven,

          solange man sich selbst mag hat man zumindest nicht ALLES falsch gemacht 🙂

          Auf der Essen Motor Show bin ich in diesem Jahr selbst nicht. Ich bin ja bei der TRÄUME WAGEN mehr der Typ für die Leserautos und die verrückten Kisten mit Geschichten dahinter. Messen bedient nun unsere Eventmanagerin 🙂 Aber ich werde im Frühling wieder hier und da im Ländle unterwegs sein und das eine oder andere Auto durchfotografieren *seufz*

          Sandmann

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