Deutscher Apfel unter französischen Zitronen

Seit inzwischen sechs Jahren zieht es meine Familie und mich regelmäßig am dritten Septemberwochenende zu den Freunden gallischer Automobile.
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Das hat gleich mehrere Gründe: im benachbarten Vechta gibt es die Firma Der Franzose – diese veranstaltet immer an diesen Tagen eine Hausmesse.
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Mit dem Bruder des Geschäftsführers arbeitete ich vor Jahren zusammen in einer Bürogemeinschaft. Uns verbindet seitdem eine herzliche Freundschaft.
Heute ist Heiner für die Öffentlichkeitsarbeit beim „Franzosen“ zuständig; er zeichnet für einen umfangreichen Katalog verantwortlich, organisiert Internet- und Messeauftritte sowie eben auch die Hausmesse – zu der auch ich mich irgendwie immer mehr oder weniger einbringen kann und darf – weißweißweißweißweißweißweißwißmeistens durch Fotos und Videos.
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In diesem Jahr konnte ich aus organisatorischen Gründen nur bei der Grobplanung einer Oldtimer-Ausfahrt helfen.

An dieser Rundfahrt im Südoldenburgischen nahmen wir ein Mal mehr mit meinem VW K70 teil.

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Zwischen hauptsächlich französischem Entengeflügel, Renault 4 und Citronen-Göttinnen macht unser kantiger Kult natürlich eine sehr auffällige Figur. Viele Betrachter des bis zu fünf Kilometer langen „Entenmarsches“ sortieren mein visuell nicht in diesen Tross passendes Fahrzeug mental aus… „DAS ist keine Ente!“
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ICH verweise meistens nur darauf, dass diese Veranstaltung mit allgemein „Oldtimertreffen“ und nicht mit  speziell „Ententreffen“ überschrieben ist. Auch wenigstens eine technische Verwandheit kann mein 38-jähriger Volkswagen mit den Hauptakteuren 2CV und DS vorweisen: er verfügt gleichermaßen über innenliegende Scheibenbremsen an der Vorderachse, eine technische Beschaffenheit, die man an modernen Automobilen heute nicht mehr findet.

Außerdem ist man im K70 aufgrund seiner aufwendigen Einzelradaufhängung ähnlich weich gefedert unterwegs, wie der sagenhafte Gott in Frankreich in seinen automobilen Sänften.

Fest steht jedenfalls, dass mein K70 in dieser Runde das weitaus seltenere Gefährt ist. Enten gibt’s wie Sand am Meer, auch Göttinnen (DS) sind reichlich vorhanden. Dank dem „Franzosen“ wird das auch wohl so bleiben – wir K70-Eigner kämpfen diesbezüglich auf wesentlich verlassenerem Posten, sind bei weitem nicht so umsorgt.
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Ein Grund mehr, meinen marathon-metallic-farbenen Kanten mit Stolz inmitten der Geflügelschar zu präsentieren, oder?

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El

Noch viel mehr Fotos von diesem Event >>HIER<<

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10 Responses to Deutscher Apfel unter französischen Zitronen

  1. bronx.1965 says:

    Hallo EL-Gigante,

    ich finde, er passt absolut da rein. Wobei er neben den Enten und R 4 wie vom anderen Stern wirkt. Die Formensprache (ich glaub „Design“ hieß es damals noch nicht) fasziniert mich bis heute. Ein Paradebeispiel für Zeitlosigkeit. Wenn man ihn sieht und sich vorstellt, es ist 40 Jahre her, mag man das (ähnlich RO 80 und seinerzeit die DS) kaum glauben. Als Kind bekam ich einen goldfarbenen K 70 als Matchbox-auto. Ich besitze ihn noch heute.

    Zu den Bildern eine Frage: Die beiden gezeigten R 4-F 6 haben einen merkwürdig langen Radstand. Als Jungspund fuhr ich während meines Studiums so einen.
    Der war aber irgendwie kürzer. Gab es eine „Langversion“?

    Mit freundlichem Gruß,
    Bronx.

    • El Gigante says:

      Hi Bronx,

      zunächst mal bedanke ich mich artig für deine geistige Unterstützung… nach soviel französischem Lavendelduft („Der Franzose“ verströmte zur perfekten olfaktorischen Wahrnehmung französischer Attitude tatsächlich Lavendelaerosol auf seinem Messestand der letztjährigen Techno-Classica in Essen!) um meine Kante „vom anderen Stern“, war mir schon ganz blümerant vor den Augen und ich schritt in den Knien weich federnd von Ente zu Ami 8, von DS zu R4 und so weiter und so weiter…

      Seit ich an diesem Event teilnehme, erscheint dort ein seltener schwarzer DS vom Atelier Henri Chapron, also in erlesener Stückzahl zum Cabrio umgebaut… ich sage nur: ein Traum (der allerdings auch über 80.000,- € wert sein soll)

      Neuerdings kümmert sich „Der Franzose“ auch um Renault und Peugeot – daher unter anderem auch das Interesse der R4-Fahrer. Die beiden gezeigten F6 schienen mir Eigenkreationen zu sein. Da hatten schweißwillige Bastler wohl Bock auf Verlängerungen! Ich finde diese Idee und letztendlich auch die Ausführung einfach genial.

      In den ersten Jahren kam zu dieser Veranstaltung übrigens auch immer der „Schmale Hans“ (http://www.2cv-net.de/speyer/hans.htm)… auch diese Idee fand ich super!

      Zu den Modellautos komme ich, glaube ich, demnächst nochmal. Ich habe da eine prima Sammlung – speziell vom K70. Die werde ich wohl alle mal fotografieren und dann im Internet ausstellen! Ich hoffe, du schaust dann mal wieder rein 🙂

      Gruß
      El

      • bronx.1965 says:

        El,

        danke für Deine Antwort. Auf die Kasi-Modelle wäre ich neugierig.
        Ich schrieb bereits bei „Noch zu Retten“, dass es mir in den Fingern juckt, nach längerer Zeit mal wieder etwas zu starten. Nach einem restaurierten 73er Audi 100LS (Limo), würde ich mir das auch nochmal zutrauen. Nach diversen Käfern war ich bisher auf Luftgekühltes aus.
        Nun hat die „Noch zu Retten“ Story dazu beigetragen, mich mit dem K 70 näher zu befassen. Nicht nur als Modell.
        Meine Frage ist: Wie sieht es mit Teilen aus? Wo würde man Hilfe bekommen? Wie schwierig es werden kann, hast Du ja anschaulich beschrieben. Den Audi machte ich vor 15 Jahren, Teile waren kein Problem. Wie sieht das heute beim K 70 aus?
        Ich wäre dankbar für eine Momentaufnahme Deinerseits.

        Danke, Bronx

        • El Gigante says:

          Hi Bronx,

          Teile sind für den K70 ein heikles Thema… wenn man ganz allein auf weiter Flur durch’s K70-Leben laufen muss.

          Über Volkswagen bekommst du nichts mehr. Die Händler sind im Falle einer Nachfrage angewiesen, an den 1. Internationalen K70-Club (http://www.k70-club.de) – dem der Sandmann und ich auch angehöre – zu verweisen. Diese inzwischen weltweit gut 150 Verrückte zählende K70-Jünger-Schar hat nämlich seinerzeit das komplette K70-Lager von VW übernommen.

          Eine Mitgliedschaft in besagtem Club lohnt auch aus anderem Grund: nur gemeinsam sind wir stark! Wenn es zu Nachfertigungsaktionen kommt, hast du als Einzelkämpfer kaum eine Chance, eine Zulieferfirma (die damals für die Produktion von Teilen verantwortlich war) zu motivieren, die alten Werkzeuge erneut in Betrieb zu nehmen… erst recht nicht, wenn du dann nur EIN einziges Teil brauchst. Wenn so ein Club jedoch Interesse an – sagen wir mal – 20 Teilen hat, ist die Aussicht auf Erfolg (und einen einigermaßen erträglichen Preis) gleich wesentlich höher.

          Und letztendlich bietet der Club auch noch einige Aktivitäten, z.B. eine Art K70-Fahrer-Pannendienst, bei dem man im Falle eines Liegenbleibens den nächstgelegenen Club-Kameraden/Inn um Hilfe bitten kann. Nicht zu vergessen – das jährliche Pfingsttreffen, bei dem wir der gemeinsamen Fahrt mit den K70 fröhnen… jedes Jahr woanders – nächstes Jahr im Westerwald, eventuell mit Besuch der Ludolfs :-).

          Apropos Schrottplatz: dort wirst du in Bezug auf K70-Teile-Suche kaum noch erfolgreich sein – die Zeiten sind längst vorbei, in denen diese Autos im Zehner-Pack dort starben.

          Gruß
          El

          • bronx.1965 says:

            Hallo El,

            besten Dank für diese ausführliche, fundierte Auskunft. Man merkt Dir an, dass Du dieses Hobby LEBST. Zu solchen Leuten fühle ich mich hingezogen.

            Ich werde mich einlesen in diese Materie, die Neugier ist auf jeden Fall geweckt.
            Ausserdem kann Neues nie schaden, dafür bin ich immer offen. Ich muss das mal mit meinem Großen durchkauen, er macht ja inzwischen die „Blecharbeiten“(zur vollsten Zufriedenheit meinerseits). Wenn dann unser derzeitiger Patient fertig ist (Renault Rapid, als „Gemüseauto“ für den Hof gedacht), werden wir uns nach neuen Aufgaben umsehen.

            Mir gefällt einfach diese Linienführung, dieses schnörkellose, sachliche Auto. Mal sehen…

            Gruß, der Bronx.

            • El Gigante says:

              Hi Bronx,

              warte aber nicht zu lange ;.)

              laut aktueller Kraftfahrbundesamt-Statistik sind noch genau 152 VW K70 in Deutschland zugelassen!

              Das sind natürlich nur die in Deutschland zugelassenen; die nummernschildlos
              Gehortenen sind darin nicht mitgezählt, und die im Ausland auch nicht, aber
              soooo viele dürften es wohl kaum sein.

              Gruß
              El

              (der Zweien dieser offensichtlich aussterbenden Art in seiner Garage ein Zuhause gibt… *schnief* – quasi beschützende Werkstätten :-))

              • bronx.1965 says:

                Hi El,

                die Saat ist gelegt. Wenn mein Junge mitspielt dann machen wir`s. Ich habe große Lust, dass es dann 153 werden. Eine beschützende Werkstatt ist ja quasi unser 2. „Wohnzimmer“.
                Wird langsam eng hier, besten Dank nochmals für Deine fachkundige Analyse.

                Gruß, Bronx

  2. Sandmann says:

    Bester El,

    schade, dass dein Apfel nicht grün ist 🙂
    Und immer wieder großartig zu lesen, dass du dich mit deinem K70 „rumtreibst“. Mehr davon. Zeig ihn der Welt, das finde ich wesentlich besser als die ganzen wattestäbchen-polierten „Fass-mich-nicht-an“ Oldtimer ohne jeden Nutzwert.

    Meinen hole ich in diesem Herbst auch mal wieder raus…

    Sandmann

    • El Gigante says:

      Hi Sandmann,

      ich besitze meinen K70 nicht, um ihn irgendwo als Museumsstück herumstehen zu haben. Die ganze Familie erlebt damit so tolle Sachen – es wäre viel zu schade ihn einfach nur wegzusperren!

      Allerdings achte ich schon darauf, dass ihm allzu widrige Umstände erspart bleiben. Wie schon mal erwähnt: im Winter bleibt er in der Garage – das Salz auf der winterlichen Straße ist absolutes Gift für jedes Auto – und würde unweigerlich zum frühen Tod durch den braunen Eisenbeisser führen.

      Wenn du im Herbst schon mit deinem Goldstück wieder unterwegs bist:
      am Freitag, 14. Oktober 2011 ist wieder Stammtisch für K70 und Ro 80 in den Harburger Bergen… vielleicht seh’n wir uns ja da mal.

      El

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