Die Macher der Träume – Teil 2

Es ist nicht alles Opel, was Astra heißt.

Gerade noch sind wir durch den hanseatischen Regen gefahren und haben eine epische Fotoserie über vier Klassiker aus Rüsselsheim für die Februarausgabe der TRÄUME WAGEN abgelichtet – da steht schon der nächste Termin in Hamburg an. Und einen verschmitzten Blick in den Redaktionsalltag möchte ich Ihnen nicht vorenthalten! Ein eher silbergraues Leserauto in einem komplett grauen Hamburg unter einem extrem grauen Januarhimmel und seine Besitzerin… die wiederum alles andere als grau ist.

Eines haben wir Eingeborenen hier oben in Hamburg und Schleswig-Holstein den meisten anderen Bundesbürgern voraus: Wasser. Jede Menge Wasser, sei es die Alster oder die Elbe oder gar die Nord- oder Ostsee. Da muss man schon einmal aufpassen, dass man nicht stumpf dem Navi vertraut und im nächsten Kanal landet. Solche Probleme hat Adele nicht – sie hat nämlich gar kein Navi. Das ist in ihrem Mercedes-Benz 280C auch gar nicht nötig, viel zu schön ist der Blick nach draußen, viel zu vielseitig die sie umgebende Landschaft! Sie kennt die Wege zu Ihrer Arbeit und ihren Freunden. Und es gibt ja immer noch Schilder, die man lesen und verstehen kann.

Was ist das für eine Frau, die nicht nur mit Kettensägen riesengroße Bäume besteigt und sie dem Erdboden gleich macht, sondern auch ein Auto fährt, das über 30 Jahre alt ist und mit seinem gewaltigen Doppelvergaser auf einem großvolumigen Reihensechszylinder so gar nicht in das allgemeine, gesellschaftliche Bild passt? Oder wie haben Sie sich still und leise das typische Frauenauto einer gut aussehenden jungen Dame mit roten Haaren vorgestellt? Sehen Sie? Mainstream war gestern, fahren Sie gern Ihren Chevrolet Spark weiter und weinen Sie bittere Tränen, weil er sie verrückt macht. Adele lacht und lacht. Jeden Tag.

Natürlich tut sie das, denn ihr Auto macht glücklich. Gefunden hat sie es eigentlich eher zufällig, denn… aber nein, ich will noch nicht zu viel verraten. Aber es hat mit einem falsch inserierten Typen und einer großen, 20 Jahre lang ungeöffneten Holzkiste zu tun. Ich habe die Lady und ihr Coupé einen Tag lang quer durch Hamburg begleitet und ihre Geschichte aufgeschrieben. Wir waren am Elbufer, an den Fähranlegern und (als das gepriesene Wasser irgendwann auch ein bisschen zu doll von oben kam) im Alten Elbtunnel. Durch und durch hanseatische Motive an einem grauen Januarmorgen, den Adele mit ihrem Sonnenschein ein bisschen heller gemacht hat.

Um den Bogen vielleicht noch einmal zurück zu Opel zu spannen – Astra gibt es auf St. Pauli auch, und hier kann man es trinken! Aber in Maßen, schließlich muss Adele noch weiterfahren, sie hat heute noch einen Baum zu fällen. Prost. Nach mehreren durchfotografierten Stunden entsteigen wir dem kommoden Plüsch des Stuttgarter Raumzimmers, machen das alte Becker Radio aus und sagen zum Abschied leise „servus“. Oder einfach „tschüß!“, denn wir sind im Norden.

Unsere Reise über den Deich und durch den Hafen, alle Bilder und weitere Geschichten zu diesem großartigen Auto und diesem wunderbaren, bunten Menschen finden Sie in aller Ausführlichkeit auf acht Seiten in der Februarausgabe der TRÄUME WAGEN! Und im Blog dort drüben natürlich auch diesen Teaser noch mal. Bis dahin müssen Sie sich noch ein bisschen gedulden. Aber ist Vorfreude nicht die schönste Freude?

Sandmann

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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18 Responses to Die Macher der Träume – Teil 2

  1. Daemonarch says:

    Ich werd jetzt mal angesichts des diskriminierenden Titels den beleidigt-Modus ausnahmsweise NICHT einschalten, weil das so ein vielversprechender Artikel zu werden scheint…

    P.s… Kommst du als quasi-macher vielleicht mit „prozenten“ an die Zeitschriften ran? 😉

    • Sandmann says:

      Bester Daemonarch,

      was ist diskriminierend daran, Träume zu machen? 🙂 Mach doch einfach mit! Prozente bekomme ich nicht, ich kann dir gern mal ein Heftchen zukommen lassen wenn du nette Lobeshymnen auf der Facebookseite von TRÄUME WAGEN loslässt, aber mal unter uns… das Jahresabo kostet irgendwas bei 37 Euro, das geht doch okay…

      Sandmann

  2. bronx says:

    Hallo Träumemacher,

    wenn dein acht-seitiger Bericht auch nur annähernd so weitergeht, dann haste einen Leser mehr. Ich werde mir die Februarausgabe besorgen.
    Eine Reportage zu DIESEM Thema geht nur mit dem Eigner des Wagens und dessen eigener Geschichte dazu. So wird die Sache rund.
    Da triffst du genau die richtigen Töne.

    Seelenlose Kaufberatungen (die sicher auch nötig sind) treffen das Motto nicht.
    Kompetente Abhandlungen der Technik schreiben andere zur genüge.
    Es gab da mal einen Wolfgang Blaube, der schrieb ähnlich faszinierende Storys mit viel Herzblut drin.

    Schreib doch mal ne Story über deinen Granada, egal wie der im Moment aussieht, mit Bildern von früher und jetzt. Das könnte auch für Spannung sorgen, allein wegen der ganzen Wattestäbchenrestaurierer (meist „lassen macher“), die dann garantiert aufschreien würden.

    Jeder hat seinen „Träume Wagen“, ob in der Scheune oder im Herzen und der ein oder andere erfüllt sich seinen Wunsch oder arbeitet daran. Dabei ist ist es doch völlig wurscht, was für eine Kiste das ist.

    In diesem Sinne freue ich mich auf das Februar Heft und hoffe, das auch der restliche Inhalt meine Erwartungen erfüllt. Rückmeldung ist garantiert!
    Ab wann ist denn das Heft erhältlich?

    Bronx

    • Sandmann says:

      Ay Bronx,

      na dann hoffe ich dich nicht zu enttäuschen 🙂
      Es gibt tatsächlich (und gerade im Verlag) eine Menge Redakteure und Autoren, die wirklich viel viel Ahnung haben und diese auch gern und gut weitergeben. Wie du schon schreibst, das muss auch sein und wird auch gern gelesen.
      Aber ich war ja schon immer ein bisschen anders und habe mich mehr auf die Geschichten hinter den Autos gekümmert. Und das kann, darf und soll ich Monat für Monat nun machen, und das finde ich großartig 😀

      Deine Idee zum Granada damals-jetzt ist sehr gut. Ich habe viele Bilder von 1992-1994 und natürlich die von heute inklusive der Videos… Da denk ich mal drüber, das wird dem Chef gefallen 🙂
      Wann das Heft erhältlich ist kann ich dir sagen, wenn ich wieder auf den Redaktionskalender geguckt habe, das ist frühestens am Montag…. Anfang Februar, ich sage bescheid.

      Ihr seid übrigens alle gern eingeladen, mich mit Themenideen und Wünschen dichtzutexten, wenn ihr welche habt. Hier oder im TRÄUME WAGEN Blog.
      Und jetzt auf in den Freitag Abend, was für eine Wonne!

      Sandmann

      • bronx says:

        Klasse wenn dir die Idee gefällt.
        Wer ist denn authentischer als einer, der in so einem Blatt Texte fabriziert UND selber so eine Kiste hat. Da reden wir noch nicht mal vom Kasi. DAS gäbe ja auch noch reichlich Stoff.

        Bleibe schön bei den Geschichten „dahinter“, das ist dein Ding.

        Mit etwas Glück gibt es zum Treffen im Mai von mir etwas Bildmaterial meiner Sippe zum Thema Adler von 1939, du erinnerst dich?(die Kalesche meiner Großeltern, bis ca 1970/71) Ich suche weiter, hoffend, da ist noch mehr.

        Schönen Freitagabend,
        Bronx.

        • Sandmann says:

          Whoah, du hast wirklich Bilder gefunden???
          Geil geil, ich bringe ein Laptop und den Scanner mit. Großartig!
          Wir sollten mal über die Produktion von Namensschildern nachdenken, die wir uns ans Hemd pinnen und auf denen unser Avatarname steht. Sonst erkennen wir uns ja gar nicht wieder 😀

          Ich habe gerade die fertigen Korrekturdokumente der beiden Artikel bekommen und strahle wie ein Honigkuchenpferd. Gefällt mir. Sehr.

          Sandmann

          • bronx says:

            Ja, nach zig mal abnerven konnte ich mal einen Karton orten mit diversen Bildern. O-Ton-Mutter „was willste denn mit den alten Sachen, das interessiert doch keinen menschen“…

            Also, jemand der einem goldfarbenen K 70 mit provisorischer Kieler Nr. entsteigt, kann eigentlich nur Jens Tanz, alias Sandmann sein.
            Der lange El-fahrer muß ja nicht anreisen, insofern, den 2. K 70 sehen wir ja dann vor Ort. 😀

            Im Ernst, das mit den Namensschildern macht es leichter, gute Idee. Wobei El garantiert keins braucht!

            Ick freu mir wie Bolle,
            Bronx.

            • Sandmann says:

              🙂

              Na ja von mir gibt es ja auch genug Bilder… Und ich entsteige dem K70 nicht allein, ich hab ne kleine Party dabei. Kommt eigentlich noch jemand aus dem Norden mit im K70…?

              Sandmann

  3. marc1 says:

    Ja Leude. Die Februar Ausgabe wird wohl schnell vergriffen sein. Das Coupe ist mal richtig lecker. Und die Art der etwas „anderen“ Berichterstattung sagt mir natürlich auch schwer zu. Und acht Zylle brabbeln so schön. Werd mal nen Spiegel in meinen Motorraum stellen, damit ich mal mit reden kann.Die Frau von nem Kumpel fährt nen bösen Kombi, E 500 AMG von 2000 irgendwas. Der hört sich schon mal nett an und der geht. Nen schönen Abend und … der Mai wird kommen, gelle? Marc

    • Sandmann says:

      Bester Marc,

      ich muss dich enttäuschen. Das Coupé hat nur 6 Zylinder, aber längs in Reihe und mit Vergaser. Immerhin 😉

      Einen bösen Kombi habe ich auch noch in der Pipeline, aber das ist eine andere Geschichte…

      Sandmann

  4. micklip says:

    Sag mal lieber Sandmann,
    ist das nicht jene besagte Adele, von der Du schon in einem anderen Blog geschrieben hast? Und beabsichtigte sie da nicht noch, einen Ford Taunus Turnier als ihr tägliches Gefährt zu benutzen. Ist daraus nichts geworden? Oder ist die temporäre Phase schon vorübergegangen?
    Mick

    • Sandmann says:

      Ay Mick,

      du sehr sehr aufmerksamer Leser. Respekt. Doch, das ist die gleiche Adele, die Freundin vom Örg. Am Taunus muss noch eine Menge gemacht werden… eine MENGE… da wird wohl gerade mehr oder weniger ein neues Auto gebaut…

      Sandmann 🙂

  5. bronx says:

    Ay Sandmann,

    besorgte mir heut die „Träume-Wagen“ Ausgabe 2/12. Die erste Handlung, aufschlagen des Opel Beitrages. Ich war ja etwas vorbereitet und meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Obwohl logischerweise durch die mitlenkende Hinterachse eher Diplo-fixiert, hat mir der Kadett- Beitrag am besten gefallen. Hat mich selber überrascht, ich überlege noch woran das liegt.
    Was mich noch umtreibt zur Adele-Story: gibt es eine Erklärung, wieso aus OD KB 70H (hier) im Heft dann TW LS 98H wird?
    Zum restlichen Heft gibts dann die versprochene Rückmeldung nach der Lektüre aller Beiträge. 😀

    Bronx

    • Sandmann says:

      Ay Bronx,

      na das freut mich doch. Dann mach mal fleißig Werbung für uns 🙂
      Zu deiner Frage mit den Nummernschildern… warum beginnen in amerikanischen Filmen alle Telefonnummern mit 555…? 😉

      Sandmann

      • bronx says:

        Moin,

        erschließt sich mir nicht!

        Würde es nur, wenn es hier ebenso wäre
        wie im Heft. Hier ist es ja auch in gewissem Sinne öffentlich einsehbar.
        Vllt liegts ja am Sonntag und ich verstehe das etwas später… 😉

        Bronx

        • Sandmann says:

          ICH habe diesen Blog gebaut und die Bilder bearbeitet…
          Im Heft hatte jemand die Idee, die Nummernschilder zu ändern… das war aber nicht ich, okay? 😉

          Sandmann

  6. Kalle says:

    Das Schild mit dem Auto, was ins Wasser fährt fand ich immer klasse, könnte ein Cartoon sein. Fehlt nur noch eine Sprechblase wo „AAAAH!“ drinsteht 😀

    • Sandmann says:

      gniiihihi 😀 😀 😀
      Mal doch mal eine rauf und mach ein Foto…

      Ich habe irgendwann vor vielen Jahren in Frankreich mal bei einem Schild auf diese beiden Hubbel, die eine unebene Fahrbahn ankündigen, mit einem dicken Edding zwei Brustwarzen raufgemalt. Da gibt es auch noch ein Foto von… Seit dem muss ich immer schmunzeln, wenn ich an so einem Schild vorbei komme, das sah eigentlich echt witzig aus 😉

      Sandmann

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