Eine Woche am Rand der Welt…

Sand. Jede Menge Sand.

Sand. Jede Menge Sand.

„Mal raus müssen“ ist in Sandmanns Welt periodisch ein Thema. Abschalten. Oder auch nicht. Energie tanken. Oder Sonne. Es gibt so viele Wege des Rauskommens, und bei mir führen die sehr oft – nach Dänemark. Seit zwei Dekaden immer an die Nordseeküste, irgendwo bei Henne Strand oder Houstrup, nicht weit mit dem Auto aber irgendwie ganz anders als Kiel. Und da im Drecksjahr Zweitausendzwölf, Friede seiner Asche, offensichtlich sowieso alles anders ist wählen wir in diesem Herbst erstmalig ein anderes Ziel da oben bei den Wikingern. Zack! Und fahren raus, ohne Netz und doppelten Boden, aber mit Rudolf Diesel, Hund und Kamera. Nach ganz oben.

Na ja, ganz oben, so weit es eben mit dem Auto ohne Schiff geht 🙂

Licht - fast wie in Südfrankreich

Licht – fast wie in Südfrankreich

Mein halbfinnisches Fräulein Altona muss an meiner Seite ja bekanntlich eine Menge Retro ertragen, seien es die Autos, die Möbel, die Musik oder was weiß ich noch alles. Sie ist zurecht der Meinung, dass die Welt (und das Land der roten Pølserwürstchen als kleiner Teil davon) viel zu schön und zu groß ist, als dass alle Ruhesuchenden immer an die gleichen Orte fahren sollten. Und selbst dieses flache Land im Norden, international weiterhin bekannt für seine Naturprodukte, Hotdogs und Pornofilme, bietet noch unbekannte Ecken. Zumindest UNS unbekannt. „Uns“, das sind die eben genannte endlich Vieles-Neu-machen-Wollende, meine kleine Tochter und das alternde Tier mit dem schwarzen Fell und den Dalmatinersocken. Ich bin mal wieder ausschließlich mit Frauen unterwegs, aber das scheint mein Schicksal zu sein, das finde ich nun so schlimm nicht 🙂

Leer. Einfach nur leer.

Leer. Einfach nur leer.

Dänemark in der Nebensaison ist unfassbar leer, geradezu entvölkert, und genau das suche ich in diesem wühligen, unruhigen Jahr. Mir doch egal, ob Nostradamus das Ende von allem irgendwann im Dezember vorhergesagt hat oder irgendwelche Mayakalender dann auslaufen, ich brauche JETZT einen Platz, an dem ich die Füße hochlegen kann. Hirtshals scheint da genau richtig. Das ist erneut an der Nordsee, aber nur einen Steinwurf von Skagen entfernt. In Skagen treffen sich Nord- und Ostsee auf ein Stelldichein, da ist Dänemark zu Ende. Wir haben Oktober, die Sonne scheint von einem unwirklich blauen Himmel herunter und der Wunsch, permanent Nachrichten hören zu wollen wird jede Stunde größer. Man meint ständig, dass was schlimmes passiert sein könnte. Denn es sind einfach keine Menschen da. Keine Dänen und keine Touristen. Alles leer.

Im Oktober draußen frühstücken? Na klar!

Im Oktober draußen frühstücken? Na klar!

Die Hauptaufgabe des Morgens, ja genau genommen die einzige Aufgabe besteht im Feuer machen und Brötchen holen. Was man hier so Brötchen nennt, luftig aufgebauschter Teig aus gefärbtem Mehl, teuer und ohne jeglichen Nährwert. Aber die Backwaren werden wenigstens von einem Menschen verkauft, weiblich und nicht unattraktiv, also scheint es hier auch in der Nachsaison noch Einheimische zu geben. Die sprechen allerdings alle Deutsch. In Finnland verkaufen alle gut aussehenden Frauen angeblich Eis in kleinen Buden, hier sind das dann Bäckereien und Hotdogstände. Ach – ist ja auch egal. Die Distanz zwischen dem duftenden Hirtshals Backzentrum und unserem kleinen Häuschen sowie das nicht-Vorhandensein IRGEND welcher anderen Autos oder Menschen auf den Straßen bietet sich hervorragend für Fahrstunden an. Aber das ist eine andere Geschichte. Der Strand ruft.

Die Nase hart am Wind

Die Nase hart am Wind

Unsere kleine Kemenate steht fast ganz am Wasser, mitten in den Dünen 🙂 Nur ein kurzer Weg über eine hölzerne Treppe, und schon ist man umgeben von Niemandem, Nichts, Wind und tosenden Wellen. Zumindest am ersten Tag zeigt sich die Nordsee von ihrer besten Seite und brandet spektakulär und mit unaufhaltsamer Kraft an den schier endlosen Sandstrand. Mein treuer Borderpelz läuft mit ihren immerhin schon 9 Jahren zu Höchstleistungen auf, jagt jedem geworfenen Stein hinterher und ist dann wie gewohnt planlos, was anschließend passieren soll. Zurück bringt sie ihn nie. Aber hier liegen ja genug rum.

Allein sein für Fortgeschrittene

Allein sein für Fortgeschrittene

Diese Weite, der schnurgerade Horizont und der ständige Präsenz des Meeres erfüllen mich mit fast asketischen Gedanken. In meinen Jobs habe ich mich tatsächlich für eine Woche offiziell OFFLINE gemeldet, also erwartet man auch keine Beantwortung der Mails von mir. Mein halbfinnischer Schatz hat angekündigt, regelmäßig dafür Sorge zu tragen, dass ich auch WIRKLICH nur privat ins Internet gehe, wenn überhaupt. Da ist sie eisern. Und ich hätte nie geglaubt, wie gut das tun würde. Nicht verantwortlich sein für die Beantwortung von Facebook-Postings, keine Katzenfotos disliken, keine Redaktionspläne bearbeiten, keine Artikel schreiben und keine Fotos von Autos machen müssen. All diese Sachen, die mir im Alltag so viel Spaß machen und mich meinen beruflichen Traum leben lassen sind hier ausgeknippst – und hey, da ist ja noch mehr?

Sandmann am Wasser

Sandmann am Wasser

Oh ja. Da ist noch mehr. Wie lange ist es wohl her, dass ich an einem ordinären Montag Morgen einfach mal —NICHTS— vor hatte? Außer eben den Brötchen und dem Feuer? Kein Telefon, keine Termine. Eingemummelt über den Strand spazieren, lachen, reden, Sonne sehen. Auf alte Bunker klettern und zuschauen, wie der Wind cappuccinofarbene Schaumfetzen vom Wasser über den Sand treibt. Die größte Aufgabe ist die Planung des Abendessens. Die schwierigste Herausforderung ist, auf der alten Playstation bei „Guitar Hero Rocks the 80s“ besser zu sein als meine kleine Tochter oder mein halbfinnisches Fräulein Altona. Was mir beides immer seltener gelingt.

Auch ein Passat kann fotogen sein.

Auch ein Passat kann fotogen sein.

Zwischendurch kommt noch ab und an mal der Blogger in mir hoch, und ich setze meinen verrosteten, 17 Jahre alten Last-Diesel in Szene wie in einem Neuwagenprospekt. Aber er hat es auch verdient, der gute grüne Rudolf, und sogar die Frau an meiner Seite fragt mich ab und an, ob sie noch ein paar „Sandmanns-Welt Bilder“ machen soll, auf denen ich pathetisch in die Ferne blicke oder selbstverliebt in der Nähe meines Autos posiere. Hm. 🙂 Manchmal denke ich, es gibt Seiten an mir, über die sie schmunzelt. Vielleicht frage ich sie das heute Abend mal, nachdem sie wieder ein unfassbar köstliches Abendessen gekocht hat.

Sommerabend am Strand

Sommerabend am Strand

Aber bis es so weit ist weht uns noch lange der Wind um die Nase, und wir überlegen, was wir wohl an den kommenden Tagen alles schönes machen können. Und was wir alles NICHT machen müssen, da fällt uns insgesamt fast noch mehr ein 🙂 Was haben P.S. Kroyer und Marie wohl gedacht, als sie vor rund 150 Jahren mit ihrem Hund am gleichen Strand spazieren gegangen sind? Wollten sie die versandete Kirche aufsuchen, vielleicht einen Einkaufsbummel im schönen Frederikshavn machen oder einfach nur über die riesige, unwirkliche Wanderdüne spazieren? Wer weiß? Aber es gibt neben dem vielen Nichtstun hier oben tatsächlich eine Menge schöner Orte, die es zu finden gilt. Aber erst morgen. Für heute entlassen wir die Sonne und die Zeit einmal aus ihren Pflichten.

Border im Abendlicht...

Border im Abendlicht…

Den Tag einfach so verstreichen lassen. Und den Abend warm angezogen auf der kleinen Bank auf unserer Hausdüne verbringen, von der aus man über die Holzhäuser hinweg das Meer sehen kann. Die Sonne geht hier direkt über dem Wasser unter und verzaubert die Gegend in ein fast unwirkliches, goldenes Farbenmeer. Kein Wunder, dass die Gegend um Skagen in den Jahrhunderten so viele Maler angezogen hat. Die Natur macht hier aus dem ansonsten flachen Land mit Gras und Sand einen einsamen, hellen Fleck auf der skandinavischen Landkarte. Einen konzentrierten Punkt, um die eigenen blinden oder dunklen Flecken einmal zu begreifen, auch wenn das Tränen mit sich bringt. Aber wessen Dasein ist schon von permanenter Fröhlichkeit durchwebt, wenn die Erkenntnis Einzug hält?

therapeutisches Rauchen

therapeutisches Rauchen

Und dann ist die Sonne auch schon weg. Der Kaminofen hat das Häuschen in eine finnische Sauna verwandelt, und es wird gar nicht mehr lange dauern, bis meine leicht geröteten Augen zufallen. Sie erholen sich für die Dinge der kommenden Tage, für Neues und Helles.

Sandmann

—> HIER geht es weiter zum Licht zwischen den Meeren

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Über Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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64 Responses to Eine Woche am Rand der Welt…

  1. bronx sagt:

    Auf den Punkt gebracht! Es gibt für mich einfach keinen besseren Ort, sich zu „resetten“.

    „Einen konzentrierten Punkt …. “

    Dieser und der nachfolgende Satz treffen mich sehr, es ist, was auch ich manchmal in solchen Momenten dort empfunden UND gebraucht habe.

    Danke dafür.

    • Sandmann sagt:

      Lieber Bronx,

      gern. Immer lustig ist ja auch aufgesetzt, und ich bekomme die Kurve langsam wieder. Schauen wir mal. Weitermachen, egal ob hier oder da oder in Dänemark. Einfach immer weitermachen, mit offenen Augen, und hier und da mal abschalten. Dann geht’s.

      Sandmann

  2. El Gigante sagt:

    Das Foto von dem Leuchtturm ist hammergeil!

    🙂

    • Sandmann sagt:

      🙂
      Jaaa die Sonne stand gut an dem Tag!
      In Teil zwei kommen noch die Bilder von der Spitze der Welt und so. *hach* ich mach gleich mal den Ofen in stillem Gedenken an…

      Wie geht’s dem Bus?

      Sandmann

  3. El Gigante sagt:

    … ich finde „nach vorn schauen“ viel ereignisreicher als vom Hier und Jetzt zu erzählen. 🙂 :-/ Andererseits kann ich aber verstehen, dass euch interessiert, wie es dem „Bullitypen“ denn während seines unfreiwilligen Aufenthaltes im Krankenhaus ergeht – und deswegen will ich gern ein wenig davon erzählen.

    Ich gehe nicht davon aus, dass hier jeder mitbekommen hat, was wirklich geschehen ist. Deshalb das ganze Spektakel nochmal in möglichst kurz:

    Ich wollte am Sonntag mit vier Helfern fünf vier Meter lange Glasplatten (mit Gewichten zwischen 120 und 160 Kilo/Stück) auf das Dach meiner Terrasse heben und dort oben ordnungsgemäß befestigen. Wir hatten gerade die dritte Scheibe auf die Balken gehoben und wollten sie ausrichten. Dazu wollte ich von einem zum nächsten Balken (liegen etwa einen Meter auseinander) schreiten. Mit dem linken Fuß stand ich auch schon auf diesem Holz, bin aber beim Belasten des Fußes abgerutscht. Ich folgte natürlich augenblicklich der Gravitation und schlug zunächst mit der Unterseite des linken Oberschenkels auf den Balken auf. Es folgte eine Drehung des Körpers um 180° und dann rauschte ich mit dem Kopf voran Richtung Betonsteinpflasterung gut 2,50 Meter tiefer. Kurz vor dem Auftreffen ist es mir wohl noch gelungen den Kopf zur Seite zu drehen, denn ich fing den Fall meines im Sturzflug befindlichen Körpers nur mit den Schultern ab. Etwas benommen (ist ja wohl auch kein Wunder) ordnete ich nach einigen Sekunden – oder vielleicht sogar Minuten? – erstmal meine Sinne (PC wieder hochgefahren!) und dann meine Knochen zum Funktionstest. Die Füße konnte ich jedenfalls einwandfrei bedienen, der kleine Finger und der Ringfinger der linken Hand standen irgendwie seltsam (Aussage meines Sohnes: „Papa, guck da nicht hin, dir wird schlecht!“)… und offenbar hatte ich das linke Ohr irgendwo als Bremsbelag zu nutzen versucht – es blutete jedenfalls ein wenig. Das Aufrichten gelang nur unter Schmerzen und mit Hilfe der fassungslos anwesenden Helfer.

    Es folgte eine kurze Beratung ob Krankenwagen oder eigenes Auto – man überzeugte mich zum Liegendtransport im herbeizurufenden Rettungswagen … der knapp 20 Minuten später in Richtung Krankenhaus Vechta mit mir unterwegs war.

    In der Notaufnahme angekommen folgte eine fachärztliche Bestandsaufnahme des Giganten unter Zuhilfenahme von Röntgengerät, Computertomografie, Ultraschall etc.

    Und das Ergebnis sah dann folgendermaßen aus: zwei luxierte Finger, reichlich Abschürfungen und innerliche Blutergüsse und drei angebrochene Wirbel der Wirbelsäule – was damit wohl einerseits der Gipfel der Verletzungen war und andererseits fast ein Grund zum Feiern: die Wirbel sind im vorderern Bereich beschädigt, nicht im lebensgefährlichen hinteren Bereich des Rückenmarks.

    Nachdem die beiden Finger dann wieder unter örtlicher Narkose eingerenkt waren (… kennt ihr das Geräusch, wenn ihr Hähnchen esst und das Hähnchenbein aus der Hähnchenhäfte reisst? … GNUBBB!!!! ….*schauder*) hat man mich in der Station für Unfallchirurgie eingebettet.

    Die Finger erkenne ich inzwischen wieder … der Rest fühlt sich an wie … sagen wir mal Fallobst muss sich so ähnlich fühlen: innerlich grün und blau geschlagen – äußerlich aber ohne erkennbare Mängel. Nachts weiß ich nicht, wie ich mich drehen kann oder soll – jede Bewegung tut weh. Am Besten, man bleibt stundenlang mucksmäuschenstill auf dem Rücken liegen (und das mir, als begeisterten Seiten- oder Bauchschläfer!). Und Husten oder Niesen sind der GAU!!!

    Ich muss ja feststellen, dass ich eitel bin. Aber nach so einer Nacht habe ich gestern morgen beschlossen, dass ich mir doch noch eine Zeit lang Schmerztropfen geben lasse. Gesagt getan – und den folgenden halben Tag verpennt!

    Heute morgen habe ich sogar schon einen Spaziergang über mehrere Stationen unternommen. Die linke Pobacke muss wohl ’ne ganz tiefe Prellung haben – ich geh‘ wie Quasimodo. Nur nicht so krumm – dagegen habe ich nämlich eine Hyperextensionsorthese bekommen … damit die drei gespaltenen Wirbelkörper nicht an der Genesung gehindert werden.

    Und sonst? … werde ich mich zukünftig wohl dazu bekennen müssen, dass ich eben nicht mehr 30 bin … und werde mich daher von Stunts ab 1 Meter Höhe doubeln lassen.

    Wie sagte doch der gute Evel Knievel?

    „Du kannst im Leben oft auf die Schnauze fallen.
    Aber du bist kein Verlierer,
    solange du versuchst, wieder aufzustehen.“

    In diesem Sinne
    RICHTIG GLÜCK GEHABT!
    Euer
    El

    P.S.: der Bus läuft nicht weg … es geht sicher bald weiter!

    • El Gigante sagt:

      Fällt mir grad noch auf … bin ja schon bald ’ne Woche im Krankenhaus.

      „Eine Woche am Rand der Welt“

      … erst habe ich ja gedacht, meine Unfallstory passt ja so gar nicht unter dieses Thema … aber jetzt – finde ich – harmoniert das doch ganz gut 😉

      • Sandmann sagt:

        OGOTTOGOTTOGOTTOGOTT!!!!!!!! 🙁

        Menschenskind mir wird ganz anders.
        Anscheinend bist du tatsächlich unzerstörbar.
        Mehr fällt mir dazu nicht ein.
        Ein Prost auf deinen Schutzengel!!!

        Jens

    • bronx sagt:

      El,

      „es blutete jedenfalls ein wenig“ (das Ohr). Die Untertreibung des Tages.
      Oli hat gesagt, Du hast geblutet „wie ein Schwein“. Ich konnte Dir ja nur ne kurze Nachricht senden an dem Tag. Gut dass Du es selber einsiehst! Für Stunts bist Du zu alt. Tatsache, nicht schön aber fakt. Wer soll denn das alles fertigmachen wenn der „Schlagmann“ fehlt 😉
      Jedenfalls hast Du nun auch ein Stück der Sense gesehen, willkommen im Club.
      Auf diese Art von Wissensvorsprung lässt es sich aber auch gut verzichten!

      Die ganze Clique hier wünscht Dir von Herzen baldige Genesung!!

      (PS: im Dezember nehmen wir von Herford zurück mal den „Umweg“ 😀
      (Info gibts noch)

      Bronx

      • El Gigante sagt:

        Mein lieber Bronx,

        wenn dir ’n fetter Käfer an die Windschutzscheibe klatscht, hinterläßt das auch einen imposanten Aufdruck. Die Sache an sich ist aber eigentlich weniger spektakulär.

        Genauso war das bei meinem Ohr … ein eindrucksvolles Bild – aber nur eine geringfügige Bedeutung – deshalb fällt dieses beiläufige Ereignis schon jetzt ein wenig „hinten rüber“!

        Und die „Sense gesehen“ habe ich am letzten Sonntag NICHT zum ersten Mal. Vor 12 Jahren die Pankreatitis … da war das Bild schon recht deutlich und das „helle Licht“ verdammt nah. Und nur ein Jahr später, anlässlich meines spektakulären LKW-Unfalls, habe ich persönlich glücklicherweise das Blech dieses legendären landwirtschaftlichen Schneidwerkzeugs derart dynamisch kalt verformt, dass es zu keinem tätlichen Übergriff des Gevatters Tod mehr kommen konnte – er musste tatenlos und höchst deprimiert den Ort des Grauens wieder verlassen.

        Ich bin ja grundsätzlich der Überzeugung, dass man seinem eigenen Todeszeitunpkt absolut machtlos gegenübersteht. Du kannst ihn nicht selbst bestimmen! Wenn es so weit ist, dann wird es so geschehen!

        Bei mir war es eben noch nicht so weit.

        Und immer dran denken: Helden sterben nicht im Bett! Also kann mir diese Woche auch schon mal nix mehr passieren. 😉

        Danke für eure Genesungswünsche – ich arbeite daran, sie in die Tat umzusetzen. Versprochen!

        Übrigens: mein Sohn hat bereits eine Truppe kräftiger Kerle zusammengestellt – sie werden das Werk am kommenden Wochenende vollenden. Drei von ihnen sind Zimmerleute!

        Gut, dass man beim Bullischweissen nirgendwo herunterfallen kann! – DAS mach‘ ich nämlich sehr wohl selbst weiter! 😉

        El
        (Freue mich schon auf euch, Bronx!)

        • bronx sagt:

          Zu letzterem: dito!
          Zum Bullischweissen: DAS kannst‘ ja auch machen! Du musst ja nicht am, oder auf dem Dach schweissen 😀
          Das beruhigt (nicht nur mich)!

        • Sandmann sagt:

          Ay El,

          beim Bullischweißen könntest du aber Feuer fangen… 😉

          Statistisch gesehen solltest du nun mal einen Gang zurück schalten, sonst gibt dein Schutzengel sein Mandat zurück, und dann wird es eng. Und dazu ist es definitiv noch zu früh!

          Sandmann

  4. El Gigante sagt:

    Ich mach mal lieber ne neue Reihe auf:

    natürlich unterhalte ich mich in diesen Tagen viel mit Menschen über „Glück haben“ und die Einsätze der Schutzengel für mich. Dabei ist mir Einiges durch den Kopf gegangen.

    Natürlich könnte ich es ruhiger angehen lassen. In meinem Leben ist es noch nie langweilig gewesen. Wenn man es ganz genau betrachtet, hängt das aber damit zusammen, dass ich mein Leben wirklich lebe. Es gibt fast nichts, was ich auslasse oder ausgelassen habe. Es ist doch wohl logisch, dass ich mich damit in gefährlicheren Situationen bewege als ein Couchpotato, oder?

    Und mal ganz ehrlich: soll ich jetzt hinter absolut jeder Situation den Sensenmann lauern sehen? Man steigt morgens aus dem Bett und … schon passierts – tödlich verunglückt! Ich mag die möglichen Möglichkeiten gar nicht durchspielen … dann würde für mich das Leben keinen Sinn mehr machen. Und, wie ich es weiter oben schon erwähnte, ich glaube an die Bestimmung. Wenn es soweit ist, dann werde ich mich nicht dagegen wehren können – auch wenn ich es vielleicht vorher hätte sehen oder ahnen können.

    Dass ich da von dem blöden Balken abrutschen würde, war nicht wirklich vorhersehbar. Schließlich war das auch nicht mein erster Einsatz in luftiger Höhe … wobei: was sind 2,50 Meter? Ich habe mit meinem Vater zusammen die komplette Garage errichtet – auch die Dachkonstruktion entstammt unserer Idee und Ausführung. Und da waren Arbeiten in wesentlich höheren Höhen als 2,50 Meter erforderlich.

    Das Genick brechen kann man sich auch auf ’ner 10-cm-Stufe, ertrinken kann man auch im Waschbecken … hätte, wäre, wenn.

    Und beim Bullischweissen sind mir Funken in die Brusttasche geflogen und haben das Case meines Handys angeschmurgelt … und? Jammere ich deswegen? That’s life! And life is what you make of it.

    HELDEN STERBEN NICHT IM BETT!!!

    Allerdings liegt mir auch nichts daran, als Held zu sterben … et kütt wie et kütt

    El
    (… der in diesem Moment erfahren hat, dass er heute aus der Klinik entlassen wird! *Freu*)

    • bronx sagt:

      Moinsen Long El,

      fein! Das ist doch mal ne richtig gute Nachricht! Die Schwestern auf „Deiner“ Station werden vermutlich aufatmen, diesen „Unruhestifter“ los zu sein 😀

      Hinter jeder Situation fortan den Sensenmann zu sehen, ist Quatsch! Mit der Bestimmung sieht’s dagegen anders aus. Da sind wir dicht zusammen.
      Was ich meinte ist, nach solchen Momenten, Ereignissen (auch ich hatte, wie Du weißt, die Fahrkarte nach oben schon in der Hand, nur der „Entwerter“ wollte noch nicht) einfach mal tief durchatmen, sich fragen ob das alles denn SO wirklich wichtig ist. Mir ist das jedenfalls gelungen. Meine Prioritäten sind seitdem etwas anders verteilt, viele gestrichen, andere (bessere) neu hinzu.
      Den Sachzwängen des Lebens kannst Du nicht entfliehen, Du kannst Sie aber anders werten und wahrnehmen. Das ist meine Folgerung!

      Bleib mal schön so wie Du bist. Couchpotato, DU hehe 😉 Ich las irgendwo, das moderne Handys eine „branding“-Taste haben. Dann hast Du ja jetzt das neueste, oder?

      Das Leben, JA, das liebe ich auch, seit dem noch viel mehr 😀

      Komm gut heim, Chirurg! Wir hören uns…
      Bronx

      • El Gigante sagt:

        … da isser wieder!

        Zuhause isses doch am schönsten 😉

        Ey, wisst ihr, was ich gemacht habe, nachdem ich aus dem Krankenhaus gekommen bin und mich zuhause wieder ins Bett gelegt habe? Ich hatte vorletzte Woche bei eBay recht günstig ein Kombiinstrument vom Golf 2 ergattert – ausschließlich deswegen, weil es eine funktionierende Digitaluhr beinhaltet und diese baugleich mit der vom REDSTAR (und die bei unserem defekt) ist. Also habe ich kurzerhand die beiden Instrumente im Bett liegend auseinandergeschraubt und die Uhren gewechselt …

        Schrauben macht gesund!

        Keine Angst! Und nicht schimpfen! Ich mache erstmal nur Dinge, die meine Genesung nicht beeinflussen! 🙂

        El – home again!

  5. Daemonarch sagt:

    Haha, super! Ne‘ Woche war Gigante krank, jetzt schraubt er wieder… Is das krank!

    Gut, das ich weiß das es mehr braucht, um dich zu beeindrucken!

  6. Sandmann sagt:

    Oldcit,

    stimmt, das hatten wir ja mal hier, habs gerade gegoogelt.
    Ja, ich fürchte das ist tatsächlich Special Interest….. 🙁 Mist eigentlich, die sind cool!
    Ich schau jetzt nochmal nach einem Fiat 131 aus den späten 70ern…… Murmeltiertag…… Und Kaffeezeit.
    Prost!

    Sandmann

    • El Gigante sagt:

      Zur Frage nach dem Panda erster (und auch späterer) Serie:

      man kann nur da Schweissen, wo auch genug Blech vorhanden ist, mit dem man dann das potentielle Reparaturblech „verbindet“. Die Panda, die ich kennen gelernt habe, verfügten meistens nur über etwas mehr als alufolie-dicke Bleche – und die lassen sich kaum vernünftig schweissen.

      Abgesehen davon: diese Autos sind typisch italienische Verbrauchsautos. Entwickler und Hersteller hatten bei ihrer Tat nicht wirklich Haltbarkeit geschweige denn mögliche Reparaturen im Sinn. Das lohnt sich beim Einstandspreis dieser Fahrzeuge meist gar nicht.

      Allerdings empfinde ich persönlich einen Panda (und sogar den oben genannten Oltcit) auf der imaginären „ernsthaftes-Fahrzeug“skala deutlich VOR dem Smart – der ja eh nur mehr in die Kategorie „Mobiler Beichtstuhl“ (und somit nicht wirklich ernst zu nehmend) einzuordnen ist.

      El
      (der sittsam liegt, weil er das muß!):-)
      *HEILE, HEILE GÄNSCHEN, s’ist bald wieder gut …*

      Aber schreiben darf er (DER Mensch, der eigentlich niemals Langeweile verspürt): http://el-gigante.blogspot.de/2012/11/re-entry-redstar-story.html

      • Snoopy sagt:

        Wir hatten einen 127 und einen Panda erste Serie die auf Anraten des Händler mit Dinol behandelt wurden. Die haben gehalten. Hier was zum Panda: http://www.fusselblog.de/ der KLE (auch recht groß gewachsen) hat gerade einen als Winterauto.

        P.S.: Endlich bin ich in meinem Bücherstapel an dein Buch gekommen. Bin gerade permanent am Schmunzeln…

    • Snoopy sagt:

      Und wieder grüßt das Murmeltier und du hast den passenden Wecker dazu 😉
      Soll ich mich in der Fiat-Szene umhören ?

      • El Gigante sagt:

        Hi Snoopy,

        ach jetzt weiß ich, wer das Buch in Stuttgart gekauft hat 😉

        Und – NEIN! Du brauchst mir keinen FIAT organisiseren! Mein Bedarf an Automobilem ist absolut gedeckt. Vor Allem gäbe es ein Platzproblem … und was passiert, wenn ein FIAT lange im Freien steht …. http://www.sandmanns-welt.de/wp-content/uploads/2010/11/fiat_italien.jpg

        Siehste …! 😉

        • Sandmann sagt:

          Aber für meinen 131 darf er sich gern mal umhören, der Snoopy 🙂

          Und El – ich gebe zwar zu, dein Buch noch immer nicht wirklich gelesen zu haben, aber es liegt bei mir tatsächlich auf dem To-Read Stapel. Vorher kommt noch ein kleines „Muss“, ein Buch einer völlig unbekannten Autorin, Selbstverlag, uninteressanter Klappentext (anscheinend irgend sowas wie ein Mustang Stammtisch), schlimmes Titelbild und Großschrift wie in einem Kinderbuch. Ich trau mich gar nicht so recht und habe ein bisschen Angst. Dass DU schreiben kannst weiß ich ja….

          Sandmann

          • El Gigante sagt:

            Lesen meines Buches: och, da bleib mal ganz locker.

            1. gehörst du ja schließlich gewissermaßen zu den Lektoren und weißt bereits, worum es geht.

            2. gehen die Buchstaben (und die Art und Weise, wie sie in dem Buch geordnet sind) nicht verloren – so ein Buch ist sehr geduldig 🙂

            Das Problem mit Büchern von völlig unbekannten Autoren kenne ich zur Genüge. Die von mir beworbenen Verlage klagten allesamt über eine Flut von Manuskriptzusendungen solcher Schreiberlinge (zu denen ich ja so gesehen auch zähle). Es dürfte in dem Zusammenhang wirklich hammerhart sein, die Spreu vom Weizen zu trennen. Ähnlich wie in den allgegenwärtigen Castingshows, glaubt der Großteil der Menschheit, aus seinem – wie auch immer gearteten – Talent das große Geld machen zu können – und übersieht bewußt hartnäckig beratungsresistent, dass genau dieses bisschen Talent nicht reicht.

            Ich bin davon überzeugt, dass da nur Aussagen àla Dieter Bohlen helfen. Ehrlich, auf den Punkt und – wenn unbedingt erforderlich – auch schockierend. Menschen ändern sich leider immer nur, wenn etwas Schlimmes (z.B. brutale Aussage) passiert.

            Also: pimpe deine Rezension dieses Buches nicht! Die Verfasserin hat nichts von gebremstem Schaum! Nur wenn du schonungslos aufzeigst, was dir an ihrem Werk nicht gefällt, kann die Autorin reifen!

            Sich selbst als Autor zu bezeichnen ist leicht – wirklich einer zu sein ist schwer und bedeutet meist, dass man einen langen, schweren Weg und viel Kritik hinter sich gebracht hat.

            Du schaffst das schon!

            El 🙂

    • bronx sagt:

      Sandmann,

      COOL? Lies mal, was ich Dir hier im Blog zum Oldcit schon mal geschrieben habe.
      Einer der schlimmsten Karren, die ich je besaß!! Alles, aber auch ALLES ist Mist an diesem Ding! Ich …. ich… ach, was reg‘ ich mich auf, das Ding ist und bleibt Sch****e! Ein Oldcit ist NICHT COOL, sondern MIST! You know?

      Haptik wie im Fischladen, Sitze wie eine mittelalterliche Schandgeige und Dosen-Blech, welches man rosten HÖRT! Bei dem Karren kannste das Schweiss-Gerät gleich IM AUTO LASSEN!!!

      Cool?? Tz..

      • El Gigante sagt:

        Boah – kann Bronx abgehen! 😉

        • bronx sagt:

          El,

          kennst Du den Spruch „nichts bewegt sie, wie ein Citroen“?
          Von dem stammt die Pi**-Karre ja ab! Und GENAU DAS tut er. Er bewegt einen, TAG und NACHT! Du kommst nicht zur Ruhe. Immer fällt etwas ab, hängt durch, scheuert, lögelt oder quietscht. Ich kenne KEIN Fahrzeug, bei welchem nach dem schliessen der Heckklappe DIESELBE auf der Strasse liegt, weil ohne Vorwarnung beide Scharnier-Stifte beschliessen, zu brechen. Die kaputten Aufsteller hatte ich zu der Zeit längst entfernt, waren eh wirkungslos, ein Walz-Stiel hielt mir die Klappe auf. Echt, wäre ich damals nicht in der „Probezeit“ gewesen (du weist schon..), ich hätte den Karren wahrscheinlich verbrannt!
          Dieses….Ding kann man eigendlich nur Jeremy Clarkson empfehlen 😉

          Bronx

          • El Gigante sagt:

            Citroen beschäftigt sich mit Allem – nur nicht mit der Produktion vernünftiger Autos.

            Und Citroenfahrer haben Mundgeruch:
            http://www.youtube.com/watch?v=J5Dgpnr5-3w

            🙂

            • bronx sagt:

              Neeeeiiin 😀
              ich schmeiß mich weg!!
              Sicher, das die Werber für Citroen arbeiteten? Vllt waren das ja frustrierte Oltcit-Fahrer. Das würde die toten Vögel noch eindrucksvoller belegen. Gleiches passiert nämlich im Vogelschutz-Gebiet, wenn Du bei der Karre eine Tür öffnest!

              Der Typ sieht ein bissel wie Loddar aus 😉

              • Snoopy sagt:

                Lol… ja Visa und Axel mit den irren Bedienungssatelliten, dann noch der Zweizylinder aus der Ente, das Fahrwerk inklusive Highendverarbeitung…

                • bronx sagt:

                  High…was?
                  Die hätten mal zur Werbung als Music „the Doors“ unterlegen sollen!

                  „This is the end“ versteht doch a jeder 😀

                  Um mal hier den Bogen zu kriegen: „Eine Woche am Rand der Welt“ hätte mir GUT getan als ich den Karren los war..

                  Cut !

  7. Sandmann sagt:

    Muss ich mal die Ebenen, auf denen Man kommentieren kann erweitern?
    Ihr schreibt immer so viel, dass ich direkt drunter nicht mehr zu Wort komme, weil es nicht mehr geht 🙂
    Muss ich halt einen neuen Post aufmachen…..

    Mich reizen ja Autos, die keiner will, weil sie einen echt zur Verzweiflung bringen…. Aus solchen Gedanken kommt ja auch der Wunsch nach dem Projekt XJ12 mit Resttüv….. aber das ist eine andere Geschichte. Gegen Citroen an sich habe ich nichts, im Gegenteil, mein XM 2.5 Turbodiesel war mein bisher komfortabelstes Auto und hat mich ein Jahr lang nie im Stich gelassen, inklusive Trip nach Pisa. Bei 6 Litern Verbrauch. Jederzeit wieder……

    Und jetzt? Setze ich mir den Eierschalenhelm auf und fahre nochmal durch die Dunkelheit mit der Möp in die City, ein bisschen treiben lassen. Bin heute Strohwitwer. Drückt mir mal die Daumen dass es nicht anfängt zu regnen 😀

    Sandmann

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