Emotionen kochen…. manchmal langsam hoch

… von Touranus

Wird sie den neben ihren Beetle-Cabrio akzeptieren?

Wird sie den neben ihren Beetle-Cabrio akzeptieren?

Wer will so ein Auto? Es steht hinter Gittern und wartet… und wartet… auf was eigentlich? Ein 97er Renault Laguna, zwar aus erster Hand aber bereits 184.400 km über deutsche Straßen in und um Hamburg gescheucht. Die erste Hand gehörte einem selbstständigen Handwerker mit Migrationshintergrund. Sein Leben lang wurde der rollende Franzose betreut von Werkstätten mit klangvollen, vertrauenerweckenden Namen wie: „Der Auto Heilemacher“. Ernsthaft Leute, so stehts in den zahlreichen Belegen, die auf dem Beifahrersitz liegen. Die liegen übrigens genau DORT, weil man bei Renault 1997 den Kunden vor die qualvolle Wahl stellte: Entweder Beifahrerairbag ODER Handschuhfach (ich musste es googeln, um es zu glauben….)! Meister Sanitärtechniker entschied sich für die Sicherheit. Ja, und WER will so ein Auto nun? Zumal geparkt auf einem mit Fähnchen bespickten Hinterhof einer Tankstelle kurz vor Hamburgs Toren… Für den vertrauenerweckenden Preis von 1.300 Euro, TÜV bis 05/13? Wer will es?

Ja, ich weiß wer hier besser aussieht... Der Briefkasten!

Ja, ich weiß wer hier besser aussieht... Der Briefkasten!

Na ICH! Ja, also, als ich mich bei Sandmanns-Welt registrierte (bzw. schon lang davor bei seinem Blog bei AutoBild, den er jetzt nicht mehr bedient) fuhr ich einen 2007er VW Touran. Einen Firmenwagen, den ich Esel aufgrund Unwissendheit komplett selbst bezahlt habe. Deshalb heiße ich hier auch Touranus 🙂. Der ist nun weg! Weil das Leben manchmal seltsame Umwege nimmt, weil nach 9,5 Jahren Firmenzugehörigkeit auch Chefs, mit denen man sich mal richtig gut verstanden hat, von diesen Wegen abkommen und man selbst zum Schutz seines Staatsexamens einfach die Notbremse ziehen MUSS! Und wenn dies auch bedeutet, einen treuen Weggefährten nach 4,5 Jahren und unzähligen Geschichten hinterm Steuer abgeben zu müssen. Also so ganz plötzlich und ohne Vorwarnug packt man alles in Bananenkartons und steht ohne Auto da. Übrigens ist das auch der Grund, warum ich nicht am großen Treffen teilgenommen habe…

Ölstandkontrolle auf französisch

Ölstandkontrolle auf französisch

Den neuen Job bekam ich schnell, aber wie überbrücke ich 30 Kilometer? Und da wären außerdem zwei ziemlich große Hunde, die zum Feld und zurück transportiert werden müssen, um dort Tonnen von … abzuladen. Mike hatte sich doch da für 500 Euro den Astra Kombi zugelegt und ist immer noch zufrieden. Ah, mist! Ich kann nicht schweißen. Im Internet finde ich einen Omega B für 1.000 Euro. Gar nicht mal so weit weg. Als ich dort hinkomme, stellt sich leider raus, das DER ganz woanders steht. Aber hier stehen ja noch andere postmoderne Klassiker rum. 2 x Passat 35i Variant, 1 Ford Scorpio Turnier und ein Golf. Ich weiß bis heute nicht, woran es lag, dass des Verkäufers Bruder auf einmal so „ehrlich“ wurde. Vermutlich hatte es ein WENIG Einfluss darauf, das er ständig versuchte, meiner Freundin das hauseigene Beetle Cabrio abzuschnacken!

Ähm Herrchen... ein Renault???

Ähm Herrchen... ein Renault???

Auf jeden Fall rät er mir gleich vom Passat ab („nee lass ma, der läuft nicht gut“), und beim Anblick des Ford bemerkt meine Freundin sofort, das sie DAFÜR bitte keinen zweiten Schlüssel haben möchte. Böse Erinnerungen an ein Abenteuer mit einem Ford Sierra Ghia für 400 Euro aus längst vergangenen Zeiten erledigen den Rest. Warum nicht der Golf? Aus den gleichen Gründen, weshalb ich niemals ein Nokia Handy besitzen werde und lieber einen HP Laptop anstelle eines Sony Vaio verwende. Denn wenn ich mir schon kein Auto leisten kann, dann wenigstens eines, welches nicht überall und an jeder Ecke rumsteht. Und ein Kombi muss es leider sein, denn die beiden pelzigen Fotomodelle auf dem Bild auf EINE Rückbank zu setzen hätte ungefähr den gleichen Effekt, als wie wenn Sie die Doppel D Sekretärin aus dem Büro mit zum Familienausflug nehmen. Das möchte niemand wirklich erleben! Oder?

Es gibt schlimmere Arbeitsplätze, oder?

Es gibt schlimmere Arbeitsplätze, oder?

Irgendwie gefällt mir der Renault da vorne. Ich weiß bis heute nicht warum. Gucken darf man ja mal… hm. „Der läuft gut, kostet nur 1.300!“ Ähm ja… das ist aber immer noch zuviel. Gefrustet fahren wir erstmal wieder nach Hause. Der Renault verbleibt in meinem Hirn. Abends ergibt sich ein für die Nachbarschaft sehr unterhaltsames Intermezzo….. Als sich der eine Hund unter dem Windschott auf die Beetle Rückbank zwängt und der andere ihm dabei tatkräftig in den Hintern beißt wirdd mir klar, dass am nächsten Tag doch mal eine Probefahrt mit dem Franzosenkombi nötig wäre. Also wieder hin zum Fähnchenhändler. Erster Eindruck: Plüschig! Nach viereinhalb Jahren bin ich die nüchterne Atmosphäre des Tourans inklusive harte Sitze gewöhnt. Hier umgibt mich aufgeschäumtes Plastik und schräge Farbmuster auf viel zu weichen Sesseln. Aber… irgendwie gemütlich. Aus meiner Internet-Recherche weiß ich nun leider auch, dass der Laguna:

  • einen viel zu lahmen Motor hat, der noch nicht mal zum Mitschwimmen ausreicht
  • mehr als 8 Liter verbraucht
  • teuer in der Steuer sein soll und
  • die Elektrik schon Menschen in den Wahnsinn getrieben habt.

Und dabei habe ich das spätpubertierende Spamgepöbel gar nicht beachtet… *schluck*

Offen macht der mehr Spaß

Offen macht der mehr Spaß

Egal, rote Nummern dran und Schlüssel umdrehen. Oh, eine digitale Ölstandsanzeige. Wie sich später herausstellt, ist die sogar exakt und sollte NICHT 6 Striche anzeigen! Ich dachte zu dem Zeitpunkt noch, dass diese Striche mit sinkendem Ölstand weg gehen *räusper* Der Motor kommt sofort und die Kupplung auch. Würg und aus! Okay, ist gewöhnungsbedürftig. Aber ist es normal, dass ein Kupplungspedal im ersten Drittel einfach durchhängt? Die Probefahrt verläuft überraschend angenehm, mal abgesehen von dem Poltern der Vorderachse. Ich entdecke tatsächlich ein Gebäude mit der Aufschrift TÜV und halte doch glatt mal an. Nach etwas Small Talk und einem 10er gucken sich 2 Prüfer den Baguette-Express mal näher an. Und finden nix Schlimmes außer den schon akustisch angekündigten ausgeschlagenen Lagern der Vorderachse. Als ich zurückkehre, erwartet mich der schwitzender kleine Bruder des Verkäufers, leicht panisch, da sein großer Bruder ihm gerade mitgeteilt hat, dass der Beetle, den ich dagelassen habe, auch geklaut sein könnte und wieso zum Geier er mich einfach ohne Perso-Kontrolle fahren ließe…. Klar, ich klaue lieber einen Laguna und lasse den 17.000 Euro Beetle da….

High End mit Autoreverse!

High End mit Autoreverse!

Aber… ich habe den rüstigen Franzosen nach einem Deutsch-Arabisch geführten Preisverhandlungskrieg gekauft. Äußerst hilfreich dabei war a) der kleine Bruder des Verkäufers, der mich in die abendländischen Verhandlungsstrategien seines Bruders einweihte, b) wieder der kleine Bruder, der unbedingt den Beetle von meiner Freundin haben wollte, und c) erneut der kleine Bruder, dem ganz offensichtlich neben dem Beetle auch noch meine Freundin gefiel…  Naja, außerdem wähle ich den Laguna, weil ich nicht Golf oder Passat fahren WILL, weil ein Klassiker einfach momentan nicht drin ist (befinde mich temporär noch in einem After-Scheidungs-Hausverkaufs-Gefecht), weil mein Bauchgefühl einfach stimmt und …weil meine Freundin beim ersten Reinsetzen gelächelt hat…. Verrückt? Vielleicht! Aber nunmal die einzige Kuriosität, die ich mir erlauben kann. Die bisher einzigen werterhaltenden Maßnahmen waren:

  • Nach der Auflösung des Ölstand-Missverständnisses (durch Bedienungsanleitung) 1,5l Motoröl aufgefüllt
  • Tausch des High End AutoReverse Radios gegen ein 66 Euro Derivat frisch von der Messe
  • Tausch der im hinteren Dachhimmel eingebauten 10cm Quäken gegen 1980er „Klangstrahler“, die nun dank sauber verlegter Verlängerungskabeln im Fußraum hinter den Vordersitzen liegen und für wirklich guten Klang sorgen (Hey, (Geld)Not macht erfinderisch)
Klangstrahler.... herrlich!

Klangstrahler.... herrlich!

Seit dem sind drei Monate vergangen… das Kupplungspedal hängt noch immer und ich WILL eigentlich gar nicht wissen, woran das liegt. Die Vorderachse poltert munter weiter vor sich hin, und ich freue mich nach jedem Bahnübergang, dass sie noch drin ist (zur Sicherheit gucke ich immer nochmal in den Rückspiegel). Über 7.000 Kilometer mehr stehen nun in der Digitalanzeige, und nach dem Dreh am Zündschlüssel verrät mir das Mäusekino, das wieder zwei Striche Öl aufgefüllt werden müssen. Das entspricht ca. 250ml. Gar nicht mal so schlecht, oder? Louis ist 15 Jahre alt, hat jetzt 191,600 km auf dem Display und wurde irgendwie nie wirklich geliebt oder gepflegt. Immerhin zeigt die originale Bedienungsanleitung noch stolz die Hochglanzfotos, als er damals Maßstäbe in Punkto Sicherheit setzte… Dem wilden Sammelsurium von Halb russischen, halb deutschen Wartungsberichten entnehme ich, dass die bisher größte Reperatur tatsächlich der Tausch der Servopumpe gegen eine „gebrauchtneue“ war. Also da hatte mein Touran nach 4,5 Jahren deutlich mehr Teile verschlungen.

Als der gebaut wurde, hätte ich NIE gedacht....

Als der gebaut wurde, hätte ich NIE gedacht....

Er räuchert nicht, tropft nicht und kommt im Gesamtschnitt mit 7,3l Super auf 100km aus. Und das, obwohl sich jeden Morgen mein Motivationsproblem in ein Zeitproblem verwandelt und die 90PS nach 15 Jahren dann regelmäßig hart ran müssen. Wenn die meisten von Euch sich nochmal im Bett umdrehen 😉 Sicherlich ist es kein Traumwagen, nicht vergleichbar mit dem historisch wertvollen Taunus vom Sandmann, er steht nicht so symbolisch da wie der Red Star vom Bullitypen El, aber er ist mir ans Herz gewachsen. Weil er anders ist, weil er offen als Froschschenkel-Schaukel verspottet wird und oftmals nur noch mit polnischen Kennzeichen anzutreffen ist. Aber vielleicht gerade deshalb… weil ich Außenseiter schon immer mochte, und er gleich an seinem dritten Tag unter meiner Führung den Umzug meiner Eltern gestemmt hat und irgendwie meinen Neuanfang begleitet. Zuverlässig!

Die Eifelturmschaukel hat auch noch ein Lederlenkrad, elektrische Fensterheber, elektrisch verstellbare Außenspiegel, eine Klimaanlage (drückt man „AC“ ruckt es einmal spürbar und ein groooooßer Teil der Motorleistung verpufft irgendwo in dem Iglu, in dem man sich dann plötzlich befindet), Airbags an allen möglichen Stellen, Lenkradfernbedienung für’s Radio, funkfernbedienbare ZV und ein laut BDL sehr umfangreiches Sicherheitspaket (wo lag da beim Touran Bj. 2007 eigentlich der Fortschritt?). Und das nicht näher definierbare Gefühl, nach einem Umstieg vom Beetle das „leichtere“ Auto zu fahren, welches irgendwie leichtfüssiger anmutet als das „Panzer-Gefühl“, welches einen im Beetle überkommt. Merkwürdig….

Guckt sich das ganze jetzt vom Himmel aus an

Guckt sich das ganze jetzt vom Himmel aus an

Zu guter Letzt werde ich jetzt sentimental-kitschig… Diesen Beitrag widme ich meiner besten Freundin, die ich nach 15 Jahren in die unendliche Freiheit gehen lassen musste. Und auch dabei half die französische Sänfte. In seinem Kofferraum und in meinem Arm ließ sie sich vom Tierarzt befreien, und in ihm trat sie ihre letzte Reise an…. Das war mir jetzt einfach wichtig. Mal sehen, wohin meine eigenen Reisen mit Louis noch gehen werden und was dabei alles hinterm Steuer passiert….

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Touranus (Der sich nach reiflicher Überlegung nicht umbenennen wird… Lagunos klingt auch irgendwie ziemlich dämlich 😉 )

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About Touranus

Autofahren ist für mich mehr, als nur von A nach B zu kommen. Man erlebt halt einiges mit seinem Auto…. und darüber zu sprechen, kann enorm viel Spaß machen!!!! In meinem Leben vor dem Arbeitsalltag verbrachte ich unzählige Tage mit meinem besten Freund in einer Schrauber-Scheune… Also, ein bißchen Ahnung vom „Heiligen Blechle“ hab ich auch ;-) Und nun ist ein Kapitel mit einem alten Schweden aufgeschlagen ;-)

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57 Responses to Emotionen kochen…. manchmal langsam hoch

  1. Sandmann says:

    Die Blaue Laguna.
    Wer kennt ihn nicht, den Softporno aus den 80ern? 🙂
    Na Mensch, ich bin ja gespannt wohin euch die Straßen des Lebens noch tragen werden. Das mit deinem Wauwi tut mir leid… meine ist ja auch schon 9, aber noch sehr rüstig und verkuschelt…

    Halt uns auf dem laufenden, was so geht mit dem Franzosen-Plüsch. Da geht noch was….

    Sandmann 😀

  2. bronx says:

    Schön geschrieben.
    Ich durfte es ja gestern schon lesen, nachdem wir endlich mal die Addys wieder reaktivieren konnten. Dafür ein Dankeschön. 😉

    Egal was andere sagen, Frosch-Kutsche, die ganzen Witze, ich schrieb es gestern schon, so eine Karre ist so ganz anders als die teutonischen Thorak-Plastiken vom Mittellandkanal. Angenehmer, nicht so ernst.
    Und höchst funktional, welcher deutsche Karren hat schon eine Ölstands-Anzeige?
    Ich wünsch‘ dir dass der alle Zeit ein treuer Begleiter ist und Spaß vermittelt.
    Dieses Gefühl, einen Karren zu fahren, der weniger gekostet hat als drei Leasing-Raten einer „Premium-Vertreter-ich-muss-was-darstellen-müssen-Schüssel“ hat auch angenehme Seiten.
    Mal sehen, was kommt..

    Bronx

    • Touranus says:

      Vielen Dank!

      Und übrigens hat Sandmann genau Deinen Korrekturvorschlag auch umgesetzt. 😉

      Wenn man deutsche Produkte gewöhnt ist, ist es zu Anfang schwierig sich zu merken, das der Scheibenwischer zwar am Lenktstockschalter, aber nach UNTEN betätigt wird, das die Scheinwerfer, Nebellampen und Heckscheibenwischer durch DREHEN des Schalters betätigt werden und das die Armaturenbrettbeleuchtung durch einen Drehregler an der unmöglischten Stelle reguliert wird.

      Schlitz und Kreuzschlitzschraubendreher kann man gleich im Kasten lassen. Der Sterndreher ist dein Freund.
      Und was ich noch wirklich gelungen finde: Man kann nicht nur durch umlegen der Rücksitze eine ebene Fläche bilden, sondern durch Ziehen eines kleinen Druckstiftes lassen sich die Sitzflächen einfach rausnehmen. Zum Rückbauen einfach die Polster kurz an die Halterung halten und „Klick“ sitzt alles wieder bombenfest.

      Hach ja, und ….er gehört MIR! Nix Leasingrate zahlen und um jeden Kratzer zittern. Wir dürfen ihn benutzen, wie wir wollen. Für den Norddeutschen Broadway haben wir ja das Beetle-Cabrio 😉

      Touri (Sandmann, verkneif es Dir!!!!) 🙂

      • Sandmann says:

        Ay Lagooni,

        (das KANN ich mir nicht verkneifen) ich bin gespannt, wie es sich im Winter bei hoher Luftfeuchtigkeit und Kälte verhalten wird. Ich drücke die Daumen.

        Sandmann

        • Touranus says:

          Hey,
          dieses Auto war von Anfang an als Abenteuer geplant. Falls Du mir weiterhin hier Platz einräumst und es jemanden interessiert, werde ich selbstverständlich auch über Pleiten, Pech und Pannen berichten! 🙂

          • bronx says:

            …interessiert mich schon mal sehr 🙂 Bitte berichten..

            • Sandmann says:

              Ich habe ein Herz für Franzosen, das weißt du doch. Und auch für französische Autos, aus eben genau den von dir aufgezählten Gründen 🙂
              Schließlich bin ich auch ein Jahr lang einen Citroen XM gefahren und habe keinen Kilometer bereut…

              Sandmann

      • bronx says:

        Siehste,

        genau das meine ich. GENAU, er gehört DIR. Kratzer? Sicher, total ärgerlich, an meinem Ommi oder am Senator bekomme ich Schnapp-Atmung wenn da etwas passiert. ABER, ich muss mir nicht noch mehr Gedanken machen außer denen, das wieder hin zu bekommen.
        Der Lenkstock-Schalter? Ist gewöhnungsbedürftig, mehr aber auch nicht. Das geht. Meinem Ponton-Benz, den ich in den frühen 90ern fuhr, verdanke ich ähnliche Erfahrungen. Blinken hieß da, den Hupen-Ring am Lenkrad in die entsprechende Richtung drehen. Nachdem du gefühlte 300 mal den NICHT vorhandenen Blinkerhebel drückst, ist das irgend wann drin. So ist es auch hier.
        Die Sitzflächen? Sehr praktisch, gelle? Ja, man kann zu Frog’s stehen wie man will, aber sie sind auf ganz gesunde, bequeme Art durchdacht 😀

        Viel Spaß auf dem Broadway,
        Bronx.

        • Touranus says:

          Du hattest einen Ponton-Benz????
          Ich lad mich gerad mal bei Dir ein! Will Fotos sehen! Renualt 19…. Ponton….Omega….Senator, hey, DU hast wirklich ein interessantes Autoleben geführt! 😉

          • bronx says:

            Jetzt nicht lachen,
            ich hatte seit der sogenannten „Wende“ ca fünf Dutzend Autos. Da war alles dabei. Hängt mit meiner aktiven, damaligen Schrauber-Zeit zusammen. Oftmals hielt ich die Karren nur 2-3 Monate und verdiente mir nebenbei und während meiner Laufbahn-Prüfung so manches Zubrot.
            Das ist insofern hilfreich, als das man wirklich so ziemlich alles unterm Hintern hatte, was es seiner Zeit so an (Verbraucht)-Wagen gegeben hat.

            Letzten Freitag hatte ich das Vergnügen, einen S 500, W 140, genießen zu können.
            12 Töpfe, Doppelverglasung und was weiß ich noch alles. Hab hier einen Nachbarn, der steht auf so etwas. Der hat bei dieser „Bismarck“ den 12-Ender eigenhändig revidiert. Hier wird’s nicht langweilig 😀

            Immer willkommen.
            Bronx

            • Touranus says:

              Warum sollte ich da lachen??? Ist doch einfach genial!

              Ich war auch schon immer Auto begeistert, und da meine Eltern nicht zur Familie Rockefeller gehören, meine Grotten aber irgendwie in Schuss gehalten werden mussten, schloss ich mich der ziemlich bunt gemischten Schraubergemeinschaft meines besten Freundes an und gemeinsam schufen wir einige Kuriositäten in der angemieteten Scheune. Ich war Top-Buyer der Buchreihe: „Wie helfe ich mir selbst“.

              Nebenbei machte es unheimlich Spaß, die verschiedenen Charaktere der Gleichgesinnten kennen zu lernen.

              Gipfel der Absurditäten: Der Umbau eines 82er Audi Coupé in einen Pick Up. Nicht schön, aber einzigartig 🙂

              Nun fahre ich Laguna…. Himmel

              • bronx says:

                ..auf Erden. Na und?
                Mein allerschlimmstes Auto war ein rumänischer Nachbau des Citroen-Visa, bei denen hieß der „Oldcit“. Und der Name war Programm.
                Ehrlich, ich habe NIE wieder ein Auto besessen, welches so verschlimm-„gefaceliftet“ war wie diese Karre. Alles, aber auch alles war einfach Mist. Den Tacho hättest du glatt für einen Fahrtenschreiber halten können. Sitze waren mickrig, ich, 1,90, sah aus wie wie in einer Schand-Geige aus dem Mittelalter. Zu schweißen gab’s an dem Ding mehr, als der Tag Stunden hat.
                Ein Spät-Aussiedler aus Pale (Serbien) kaufte mir das Ding hoch erfreut ab und ich fühlte mich erlöst. Ein entsetzliches Auto und eine Mahnung, wie man etwas NICHT machen sollte 😉

                Pick-Up ist doch genial, man muss alles mal probiert haben 😛

            • Marlboroman says:

              Der S 500 W140 hat 8 und NICHT deren 12 Töpfe!
              Die hat nur der S 600 !!!!

              *derselbstden600SELhatte*

  3. Snoopy says:

    Als langjähriger Renaultfahrer (mein Vater fuhr auch ewig welche) lausche ich gespannt.
    R4, R16, R30 haben mich in meiner Kindheit R5, R19 Cabrio, Megane Cabrio und Scenic haben mich begleitet. Meine Mutter fährt jetzt Modus.
    Die weichen Sitze, das extrem komfortable und schaukelnde Fahrwerk 🙂 (nur Megane Cabrio war härter und tiefer).
    Ab dem R19 waren sie zuverlässig und haben sich nach 6 Jahren Lebensdauer nicht beim TÜV aufgelöst 😉
    Der zweite Laguna war die Elektronikkatastrophe…

    • bronx says:

      Snoopy,

      die Sparte Renault kann ich nur mit den Typen R4-F6, R19-Chamade (Phase I) und Renault Rapid-erste Serie-bedienen. Allen gemeinsam war eines: extrem robuste Karren, äußerst funktional, wartungsfreundlich und (außer die beiden erstgenannten) sehr bequem.
      Der R19 hatte ein tadelloses Gestühl, welches einen auch nach langen Strecken ohne Schmerzen wieder entließ.
      Rost-anfällig wären die beiden Transporter sehr. Der R4 hieß nicht umsonst auch ROST4. Das war es aber auch schon. Trotz Revolver-Schaltung und Skurrilitäten wie dem Getriebe VOR dem Motor und Schiebe-statt Kurbel-Fenstern war das Ding sowas von praktisch. Die Leiter-Klappe habe ich geliebt, sowas hatte seinerzeit niemand.
      Der R19 war dagegen sehr gut verarbeitet, brauchte sich hinter einem Jetta II nicht zu verstecken. Die Phase II Modelle konnten jedem IIIer Golf Paroli bieten, sie waren sogar haltbarer im Blech als diese.
      Mit dem Megane hörte die Zuverlässigkeit auf. Nicht Rost, nicht luschige Verarbeitung, sondern, wie du schreibst, die Elektronik neben unterdimensionierten Fahrwerks-Komponenten und chronischen Mängeln an Brems- und Abgas-Anlage, ließen den Ruf einbrechen.

      Was nun Touris Laguna betrifft, man hört dies und das. Ich denke, wenn der Karren Elektronik-mäßig keine Ausreißer macht, hat er Freude. Den Rest macht die Pflege. Und da hat „Louis“ nicht das schlechteste Zuhause gefunden, glaube ich 😉

      Sandmann, zur Frage was Fotos von mir im Oldcit betrifft: die, die ich in Drebber mit hatte (wir kamen ja nicht mal zum Ansehen, als dein Taunus-Album kreiste, habe ich kurz daran gedacht, sie zu holen) enthielten das Drama NICHT. Ich müsste (und werde) nochmal in die (Rest-)Kiste (meiner ersten Ehe) schauen. Möglich!
      Bei einem Re-make bring ich dann mit, was ich finde und du deinen Scanner. Das könnte lustig werden 😀

      Bronx

    • Touranus says:

      Hey Snoopy,

      meine ersten Erfahrungen mit Renault waren eher „ungewöhnlich“. Während meines einjährigen Auslandsaufenthalts bin ich ziemlich häufig in einem Renault 12TL Taxi gefahren. Damals begann ich mich ausführlich für Lebensversicherungen zu interessieren…
      Dann der R4 meines Freundes. Sollte eine Überraschung seinfür ihn. Er bettelte damals an meiner Haustür das ich mit ihm und den anderen Jungs zu einer Shell Station fahren sollte (nachts um 23:00 Uhr). Sein Vater hätte den Überraschungswagen dort abstellen müssen, da die Waschanlage in die Scheibe gerauscht sei und Ersatz erst morgen lieferbar sei.

      Also fuhren wir hin und da stand ….nur ein R4….mit kaputter Scheibe. Selbst im dunkel sah man seine Gesichtsfarbe weichen. Er war fest von einem BMW 3er ausgegangen *pruuuust*
      Der Wagen hatte ständig Defekte, wurde aber von ihm zum technologischen Ideenträger. (Zündschloss durch Zahlenschloss ersetzt usw). Jetzt entwickelt der Gutste EDV Onboardsysteme bei Mercedes.
      Der R5 eines anderen Kumpel: 20m durch die Luft geschleudert durch einen betrunkenen Vollidioten, der den abgestellten Wagen einfach übersah..
      Der Laguna 2 eines Onkels: Nach 4 Wochen gewandelt, aufgrund zahlreicher Elektrikdefekte. (Wer startet ein Auto auch mit einer Keykarte????)

      Aber Eure Postings machen mir Mut 🙂

      TOURANUS

  4. bronx says:

    Weil es mir grad einfällt, es geht ja hier um Franzosen 😀 MUSS ich eine kurze Story noch rein schieben. Als Angehöriger der Ordnungs-Macht hier, hatte man früher die Möglichkeit sein Auto auch in einer Justiz-Vollzugs-Anstalt instand setzen zu lassen. Damals begab es sich dass eine Kollegin von mir ihren ziemlich zerfledderten DÖSCHEWO in eben genau solche Hände gab. Nun war solch ein Anliegen seinerzeit nichts ungewöhnliches, alles war unkomplizierter als es heute ist. Auftrag lautete: Bodengruppe partiell instand setzen, mithin also schweißen. Das ging so: ein verantwortlicher Werkmeister (also ein Kollege) lässt diese Tätigkeit einen der „Gäste“ des Hauses unter seiner AufSICHT ausführen. Der Mann hatte das gelernt, arbeitete dort auf dem Werkhof seine Strafe ab um wieder ein rechtmäßiges und nützliches Mitglied unserer Gesellschaft zu werden 😉 So weit, so schön.
    Was nun kam, war der Tod in Gestalt von Routine. Sie macht blind, sie schläfert ein. Der „Gast“ hatte solche Sachen dutzendmal gemacht, nie gab es Probleme. Der Kollege wird also kurz in das Büro gehen und Pausenbrot nehmen. (Dialog etwa so: Jung, ick mach ma’n Moment ne Fuffzehn, kriegste dat alleene hin? Antwort vom „Gast“: Klar Meester.) Dumm nur, das niemand daran gedacht hatte, vorher alles brennbare aus der Ente zu entfernen. So schweißte der „Gast“ munter drauf los und die Bude stand in Flammen. Andere „Gäste“ versuchten vergeblich, den unbeirrt arbeitenden darauf aufmerksam zu machen das anderthalb Meter über seinem Kopf gerade ein Barbeque stattfand. Autogen ist laut. Und das war es dann für die Ente. Was daraus letztendlich wurde und wer sich wie mit wem einigte, entzieht sich meiner Kenntnis.
    Die traurigen Reste sah ich bei einem späteren Besuch noch herum stehen. Ich schweiße lieber selbst 😉

    Bronx

    • Touranus says:

      Ich habe erst gedacht, die Geschichte endet mit einer Flucht des Gastes mit der Ente. 😉

      Aber DAS ist wirklich übel. Ich möchte nicht in der Haut des „15er“ gewesteckt haben.
      Auhauahauaha!

      Touanus

  5. Sandfrau says:

    Hi Touranus,

    ein wirklich kurzweiliger Bericht, sehr amüsant geschrieben! Ich war auch immer skeptisch gegenüber Franzosen-Schüsseln, aber bin letztendlich auch eine Peugeot-Fahrerin geworden… und bereue es bis dato nicht. Ich wünsch euch noch viele gute Jahre zusammen. Und was deine beste Freundin betrifft, kann ich mir kaum vorstellen wie das sich anfühlt. Meine Maus ist noch nicht mal 1,5 Jahre alt und in dieser Zeit laufend in der Tierklinik gewesen. Ich halte uns allen die Daumen, dass sie so lange bei mir bleibt, wie deine Süße.

    @Sandmann: danke für den Trailer… 😀 lange nicht mehr an den Film gedacht!

    • Sandmann says:

      Vielleicht sollten wir Lagoony lieber Nigel nennen?
      Hieß der blonde androgyne Nacktling in der Lagune nicht Nigel? Oder hieß der nur bei HotShots so? 😀

      Sandmann

      • Touranus says:

        So, Herr Pampersbomber,
        da du ja so gerne mit Namen spielst, beschrifte ich gerade einige Alete „Warndreiecke“, welche ich von einer Promo übrig behalten hab. (Nicht fragen, ich habe zwei kleine Neffen und eine lütte Nichte).
        Du weißt schon, die auf denen immer steht, welches Balg mit welchem klangvollen Namen gerade vor einem durch die Gegend gegurkt wird.

        Und Du hast Recht, Kiel ist wirklich gar nicht SO weit weg von mir.
        Mal sehen, wie Du morgen aus Deinem angedeutetem Gesichtspullover guckst, wenn Deine Heckscheibe damit verschönert wurde. Ich habe da noch diesen Nie-wieder-ab-Industriekleber.

        Herzliche Grüße
        T-O-U-R-A-N-U-S!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! 🙂

    • Touranus says:

      Erstmal vielen Dank für die positive Kritik, Sandfrau.
      Kurz nachdem ich den Laguna erworben hab, stand zwei Häuser entfernt von mir ein Peugeot Kombi (405?) für 500 Euro. Aber der steht da immer noch, also…. ach egal, ich geh morgen mal gucken 😉

      Welchen Peugeot hast Du?

      Meine „Lena“ war ein unglaublich robustes Tier. 14,5 Jahre nie etwas außer eine Mittelohentzündung gehabt. Und das auch nur, weil sie immer bis 90 km/h den Kopf aus dem Fenster halten musste. Das Ende kam überraschend schnell. aber vielleicht habe ich die Wahrheit auch einfach nicht sehen wollen. Man denkt ja immer, es wird immer so weiter gehen.
      Da ich glücklicherweise darauf spezialisiert darauf bin, Menschen zu helfen, schmerzfrei zu halten und möglichst lange Lebensqualität zu genießen, konnte ich ihr auch noch viel helfen. Aber irgendwann geht es dann nicht mehr.
      Sie fehlt mir sehr… aber wir haben ja noch Leo. Der gemütlichste und tolpatschigste Fellberg, den man sich vorstellen kann.

      Ich hoffe, Deiner Maus geht es mittlerweile besser. Hab sie einfach lieb und teile Dein Leben mit ihr. Das kann einen manchmal über „menschliche“ Enttäuschungen wegtrösten. Aber ich will das hier nicht überstrapazieren.
      Hat mich aber sehr gefreut, an dieser Stelle solche Worte zu lesen 😉

      Und nun zu dem Knilch, der da gerade unter Dir übermütig wird….

      Touranus

  6. micklip says:

    Hi Lagooni :-),
    man kann wirklich nicht mehr Touranus heißen, wenn man nun einen Laguna fährt. Das geht _gar nicht_!
    Aus eigener Erfahrung kann ich Deine bisherigen Erlebnisse absolut unterstützen. Ich hatte von ’94 bis 2009 auch zwei Laguna I. Sehr gemütlich, praktisch und super ausgestattet, wie Du ja auch schon bemerkt hast. Etwas reparaturanfällig, was Verschleißteile angeht war vor allem mein erster (Bj 94). Bei dem hatte ich glücklicherweise einen sog. Wartungsservice für die ersten drei Jahre abgeschlossen. Also alle Reparaturen und Wartungsarbeiten pauschal vorab mit dem Kaufpreis bezahlt. Das hat sich echt gelohnt. Bei der Abschluss-Inspektion sagte mir der Meister: „Wir haben ihr Auto sozusagen runderneuert“. Hätte mich regulär 3500DM gekostet. Original Renault-Teile und -Service sind schon unnatürlich teuer. Aber in dem Alter Deines Schätzchens ist ja sowieso Eigeninitiative oder eine freie Werksattt angesagt.
    Ist so’n Laguna I aber mal durchrepariert, dann ist er erstaunlich langlebig und robust. Man darf sich nur nicht an kleinen Klappereien und nicht ganz so hochwertigen Materialien stören.
    Also von daher: Viel Glück für ein langes Lagunen-Leben!
    Mick

    • Touranus says:

      Hallo Micklip,
      mir erst nach dem Kauf ein Erlebnis eingefallen, welches die Ersatzteilpreise bertrifft. Damals ließ ich in einer Werkstatt die Radlager meines Audi 100 C4 tauschen, als an der Bühne nebenan gerade das gleiche an einem R5 durchgeführt wurde. Das Teil kostete MEHR als das Lager für meinen Audi. Ich hab zweimal nachgefragt….

      Meine Hoffnung beruht auf meinem Kundenkonto bei einem sehr großen, namenhaften Autoteile Lieferanten. Den hiesigen Regionaldirektor habe ich mit seiner heutigen Ehefrau zusammengebracht und er zeigte sich darüber seeeehr glücklich. 🙂 Also Sie war meine Abreitskollegin und ich hatte keinen Schimmer, wer er war. Aber wenn ich im Laguna (der Wagen schreibt sich NICHT Lagoona, Ihr Nasen!) Forum so lese, was die Revision meiner Vorderachse kostet, könnte ich diese „Freundschaft“ bald sehr gut gebrauchen *schluck*

      Aber Deine Erfahrungen lassen mich immer mehr an ein Happy End glauben 😉
      Vielen Dank dafür

      Tief durchatmen: T o u r a n u s 🙂

      • Sandmann says:

        Na hier ist was los 🙂
        Du hebelst gerademeine Reiseberichte aus, Frechheit. Vielleicht sollte ich auch mal lieber wieder mit einer alten Karrre durch die Gegend fahren, das spricht die Menschen anscheinend mehr an als ein Urlaub an der Côte d’Azur… Ich hab da so einen Jaguar XJ12 im Auge… aber das wollt ihr gar nicht wissen…

        Sandmann

        • Touranus says:

          Garantiert NICHT, Sandmann! 😉
          Ich glaube, der „Counter“ steht bei Dir mit Sicherheit höher. Außerdem habe ich es Dir zu verdanken, das mein Beitrag überhaupt gelesen wird. Glaub mir, so etwas vergess ich nicht! 🙂

          Dein Urlaubsbericht ist klasse, aber nicht jeder ist bereit, öffentlich über seine Einstellung zur Kirche, und seine intimen Gedanken zum persönlichen Ruhepol zu schreiben. Ich bin mir (sehr) sicher, das Du so Manchen zum Nachdenken gebracht hast.
          Und:

          Wie oft schreibe ich hier etwas?
          Wer von uns beiden fährt hier automobile Träume durch die Gegend? 😉

          Touranus

  7. Touranus says:

    Update vom 11.08.12:
    Um ca. 19:30 Uhr befand ich mich auf dem Heimweg von der Arbeit, als zweimal mein Autoradio ausging und kurz danach wieder an.
    Gedanklich notierte ich mir, die ISO Stecker zu checken. Aber erst morgen. Zuhause angekommen parke ich wie gewohnt rückwärts vor der Haustür (man beachte an dieser Stelle, das dort Kopfsteinpflaster verlegt ist.)

    Ich stellte den Motor ab, der zu dem Zeitpunkt noch unauffällig läuft. In seelenruhe räume ich meinen Kram in einen Karton, werfe die Tür zu und drückte auf den IR Schlüssel.
    Nix! Nochmal gedrückt: Nix passiert. In der Annahme, die Batterie im Schlüssel sei leer stelle ich entnervt alles auf den Boden, steige wieder ein und versuche die Türen über den Schalter in der Mittelkonsole zu verriegeln. NIX passiert, Schlüssel ins Zündschloss und auf Zündung: NIX PASSIERT! Alles bleibt dunkel, nichts blinkt, piept oder macht überhaupt irgend etwas.
    DAS muss ja passieren, nachdem ich den Wagen hier so über den grünen Klee gelobt hab.
    Wütend stapfe ich ins Haus und berichte es meiner besseren Hälfte.
    „Ach Schatz, ich mach das mal!“ Sprachs und verschwand mit ihrem Schlüssel gen Vorhof. Ebenfalls passiert NIX! Sch……..!!!!!!!
    „Ruf doch den ADAC an Schatz!“
    Ich hab mich bei meiner Antwort wirklich zusammen gerissen. Ehrlich! 😉

    Ein Blick unter die Motorhaube entblöst eine schöne, schwarze Autobatterie mit einem sauberen NEBEN dem Pol liegendem Plus-Kabel! Wie zum Geier ist DAS passiert? Die Klemmmutter ist komplett gelöst. Kabel wieder daruf, Mutter angezogen und Tadaaaaaa! Alles funktioniert wieder.

    1.: Wieso hat die sich gelöst?
    2.: Soll ich jetzt dem Schicksal oder einem Schutzengel danken, das es erst vor meiner Haustür passiert ist?
    3.: Wieso lief der Motor noch normal? Hätte nicht die Zündverteilung sofort streiken müssen? Oder ist es erst durch das Schließen der Tür runter gehüpft?

    Fragen über Fragen 😉

    Touri

    • Sandmann says:

      Ay Lagooni,

      da niemand mehr rekonstruieren kann, wann genau das Pluskabel (geschweige denn WIE) abgeflutscht ist wird eine Ursachenforschung nicht möglich sein. Fakt ist: Bei modernen Autos (und gegen alle Meinungen zähle ich den Laguna mal dazu) läuft der Motor nicht weiter, wenn du einen Pol abnimmst. Früher ging das mal, vor allem bei Dieseln, weil die Lichtmaschine alles mit Spannung versorgte. Heute braucht es aber den „Puffer“ der Batterie, damit die Spannung konstant ist. Der Pol hat sich demnach nach Abstellen des Motors gelöst.
      Was so oder so sehr seltsam ist.

      Hauptsache: Alles funktioniert wieder. Ist doch wunderbar, wenn sich ein befürchtetes schwerwiegendes Elektrikproblem derart simpel auflösen lässt 🙂 Mein Tipp vor dem Winter: Check mal die Batterie auf ihr Verfallsdatum UND check mal den Regler der Lichtmaschine und seine Kohlebürsten. Das Teil kostet normalerweise nicht mehr als 30 Euro und sorgt, wenn es gesund ist, für eine reibungslose Verteilung des hier und da benötigten Stromes. Wenns aber langsam die Backen dick macht, passiert das definitiv genau dann, wenn du es nicht gebrauchen kannst…….

      Sandmann

      • Touranus says:

        Hey Chef,

        die Ladespannung der Lichtmaschine habe ich bereits gemessen, auch der Regler ist überprüft. Die Kohlebürsten lass ich (noch) außen vor. Hey, ein bißchen kenne ich mich auch aus 😉

        In meinerm Abstellraum befindet sich bereits eine neue Batterie. Die jetzt verbaute wurde auf mein Drängen beim Kauf getauscht. Leider habe ich mitbekommen, das sie aus einem anderen Gebrauchten ausgebaut wurde. MEINE Neue war eigentlich für einen Mercedes E bestimmt und ich muss erst checken, ob die Lichtmaschine die Ladung packt!

        Ich habe mich in einem Laguna Forum registriert, und die Leute sind bis jetzt echt nett dort. Wusste gar nicht, was man aus dem Auto alles machen kann.

        Zu guter letzt: Was denn nun? Ist der Laguna nun ein „modernes“ Auto, oder eine „alte Karre“? Hä? Na? 😉

        Touranus

  8. Daemonarch says:

    Salve Lugano!

    Schöner Renault! Ich hoffe er wird dir noch lange treue Dienste leisten…
    Für mich wär der zwar Budgetvernichtend teuer geworden, aber abgeneigt gewesen wäre ich auch nicht.
    Das Armaturenbrett gefällt mir richtig gut.

    Tut mir leid um deinen Hund.

    • Touranus says:

      Hallo Mike,
      mein Budget hätter er auch gesprengt! Ich war nicht so ganz darauf eingestellt, auf einmal keinen Job und kein Auto mehr zu haben 😉
      Ohne familiäre Unterstützung wär das nix geworden.
      An dieser Stelle ein riesiges Danke an die, die mir vertraut haben und uns unterstützt haben!

      Touranus

  9. Snoopy says:

    Und Beileid wegen dem Hund. Im Frühjahr ist mein Hund gestorben 🙁

    • Touranus says:

      Vielen Dank Snoopy!
      Es war hart und wir sind immer noch sehr traurig. Gerade vorhin waren wir nochmal auf dem Tierfriedhof. Dir gilt auch mein Beleid!
      In unseren Herzen werden sie weiterleben, sie haben nur ihre Hülle hier gelassen.

      Hast Du Dir schon überlegt, wieder einem ein Zuhause zu geben?

      Touranus

  10. Snoopy says:

    Ich habe es genau 2 Wochen ohne Hund ausgehalten. Links auf dem Avatar ist sie: Tequila.
    Kessy hat ein schönes Grab in unserem kleinen Garten.
    Das war das schönste was ich gefunden habe:
    Die wichtigste Lektion über das Leben hat mir mein Hund erteilt, indem er meine Seele berührt hat! Ein Hund lehrt jeden Tag, mit ungezügelter Ausgelassenheit und Freude zu leben. Er lehrt den Augenblick zu genießen, und dem Herzen zu folgen. Er lehrt an einfachen Dingen Freude zu finden: ein Waldspaziergang, frisch gefallener Schnee, ein Nickerchen am Fenster, wenn die Sonne herein scheint. Und wenn er alt und gebrechlich wird, lehrt er Optimismus im Angesicht von Widrigkeiten. Und am meisten lehrt er über Freundschaft, Selbstlosigkeit und vor allem über unumstößliche Treue. Ein Hund ist in der Lage uns Menschen auf Dinge hinzuweisen, die wirklich zählen im Leben: Treue, Mut, Hingabe, Einfachheit, Freude und Dinge, die unwichtig sind. Ein Hund hat keinen Sinn für teure Autos, große Häuser oder Designerklamotten. Statussymbole bedeuten ihm nichts. Ein Stöckchen, ein Bällchen reichen ihm völlig. Ein Hund beurteilt Andere nicht nach ihrer Herkunft, Hautfarbe oder ihrem Glauben, sondern danach, wer sie in ihrem Innersten sind. Einem Hund ist es egal, ob man reich ist, oder arm. Gebildet, der Analphabet, klug oder dumm. Schenke ihm dein Herz und er schenkt dir Seins.
    Es ist wirklich ganz einfach, und doch haben wir Menschen, die doch so viel klüger und kultivierter scheinen, immer schon Schwierigkeiten damit gehabt, zu erkennen, was wirklich wichtig ist im Leben und was nicht. Alles liegt vor uns, wir müssen nur hinsehen.
    Doch manchmal schafft es eben nur ein Tier, mit seinen reinen Absichten, dem Menschen die Augen zu öffnen.

    Einen Bekannten ist das Kabel auch schon mal abgesprungen. Kommt tatsächlich vor…

    • Touranus says:

      Wow Snoopy,
      das hast Du richtig schön ausgedrückt! Nachdem mir da gerade etwas Wasser in die Augen getreten ist, musste ich über den Anhang wegen des Batteriekabels wieder schmunzeln.

      Ich finde es schön, das Tequila jetzt Dein Leben aufmischt. Wir haben ja noch unseren zweiten Hund. Damals war er neun Jahre alt und musste leider seine Familie verlassen. Keiner wollte ihn haben, also nahm ich ihn. Daraus entstand eine merkwürdige Hass-Liebe zwischen meiner Zickenqueen und dem gutmütigen Leo.
      Im Nachhinein bewundere ich, mit welcher Ausdauer Lena ihren Platz behauptet hat. In einem Raum einsperren? Nach 10 Minuten wusste sie, wie eine Tür aufgeht, egal ob nach innen oder außen!
      Im Auto angeschnallt sein? Durch Zufall herausgefunden, was passiert, wenn man mit dem Hinterlauf auf das Gurtschloss drückt…. und für immer gemerkt. Wann auch immer ich vom Einkaufen zurück zum Auto kam, saß die olle Nase auf dem Fahrersitz! (Und sie HAT gegrinst!) 😉

      Nach meiner Trennung holte ich sie für ein Wochenende in mein „neues Zuhause“ und sie legte sich nachts neben mich. Und da half auch kein Drängeln und schubsen, sie BLIEB da liegen! Weil sie dort einfach sein wollte. Weil sie es nicht verstanden hat, warum ich sie vorher alleine ließ.

      Ich könnte noch endlos so weiter machen, aber das gehört hier wohl nicht hin…

      Fakt ist: wie Du schon geschrieben hast, sind uns die Tiere weit überlegen, wenn es darum geht Treue und Zugehörigkeit auszudrücken. Wir geben uns nun alle Mühe zu erkennen, wie es unserem anderen Dicken geht und was er braucht.

      Und eben weil der Renault für mich Teil des Neuanfangs ist, und weil er durch das traurige Ereigniss eng mit meiner besten Freundin verbunden ist, hänge ich an ihm. Das war der Auslöser, das ich mir überhaupt die Mühe gemacht habe, den Beitrag hier zu schreiben und die Bilder mühsam per Mobilstick hoch zu laden. Meine Lena war bei meinen Auto-Abenteuern immer dabei. Beim Renualt zum letzten mal….
      Danke, Snoopy

      Touranus

      • Snoopy says:

        Ich habe es nicht selber geschrieben. Nur gefunden. Ich finde es allerdings sehr passend. Ja die Hunde haben ihr ganz eigenes Verhalten. Ich muss auch immer wieder schmunzeln. Bin ich über den Verlust sehr traurig. Ist eine lange Geschichte was dem Hund in seinem zu kurzen Leben alles passiert ist.

        Das mit dem Kabel musste hin damit es nicht Offtopic ist. Das passiert in Oldtimerkreisen öfter. Man klemmt ab und dann recht schnell an. Etwas verkanntet und beim nächsten Hubbel ist es ab… das wird auch bei deinem passiert sein.

    • bronx says:

      Snoopy, du hast es wunderbar auf den Punkt gebracht. Dafür ein Danke!
      Genau so ist es, schade, dass es hier so wenig lesen.
      Noch heute überkommt mich ein schmunzeln wenn ich an das Treffen denke, du und die Süße im Spider…

      • Snoopy says:

        Ja die kommt auf den Autofahrgeschmack. Nur Serpentinen in den Bergen muss man langsam angehen. Sie kündigt ihren Unmut aber klar an. Ansonsten wieder ein echter Reise- und Mitmachhund. Ihr Bruder wurde zurückgegeben unter anderem weil er bei Autofahren immer ge….. hat. Da hatte ich etwas Sorge, will nicht wissen wie die Leute gefahren sind 😉

        • bronx says:

          Sag mal…kann man denn einen Hund einfach so „zurückgeben“?? Ich mein‘, mit solchen Begleiterscheinungen sollte man doch rechnen, oder?
          Das ist doch kein T-Shirt, was ich „bei nicht Gefallen“ umtausche? 🙁
          Wenigstens hat deine es gut, das hat man gesehen und gemerkt 🙂
          Umtauschen … tz ..

          • Snoopy says:

            Die Züchterin will das es dem Hund auf jeden Fall gut geht und bevor es Probleme oder Ärger gibt nimmt sie ihn wieder. Er hat wohl auch die Katzen der Familie gejagt und ist ein ziemlicher Flegel. Allerdings meine ich (und sie): Das ist auch viel Erziehungssache und Konsequenz. Die Collies sind ja in der Regel sehr gut erziehbare Hunde.

            • Sandmann says:

              Ein Hundeblog 🙂
              Mag ich.
              Bronx, wenn du findest, dass es zu wenige lesen – bring es unter die Leute. 🙂 Ich habe da kein Problem mit, heute knacken wir dank des neuen Frankreich-Blogs vielleicht wieder dir 500 Besucher, was will ich mehr? 1000? Ach – wenn die doch alle so emotional schreiben würden wie ihr…….

              Weitermachen. Bitte.

              Sandmann

              • Touranus says:

                Ein par Jungs aus dem http://www.laguna-forum.de haben sich durch einen kleinen Link auch hierher verirrt 😉

                Manchmal brauchen Menschen auch einen kleinen Schubs um zu sehen, das man Autos auch mit „anderen“ Emotionen in Verbindung bringen kann.

                So, denn geh ich mal rüber zur Kirmes 😉

                Touranus

              • bronx says:

                Sandmann, ich mache ja schon… 😉

                Was ich mit „schade“ meinte, bezog sich auf Snoopy’s Beitrag, der Hunde wegen. Ganz toll geschrieben, das sollte man lesen BEVOR man sich einen anschafft.
                OT-Ende.

                Bronx

    • Marlboroman says:

      Snoopy,

      ………………………………. Du sprichst mir tief aus der, und Du berührst meine Seele!

      Meine beiden Hunde sind 13,5 und 11 Jahre alt.
      Ich habe die Beiden vom Welpenalter bzw. den Jüngeren schon seit seiner Geburt (ich habe ihn aus der Hülle ausgepackt und abgenabelt) bei mir.
      Die Ältere der Beiden macht beim Spazieren schon einige Pausen und kann nicht mehr wirklich viel laufen………………………

      Bald werde ich mit ihr den letzten Weg antreten müssen.
      Und der Jüngere wird ihr bald nachfolgen, denn ……….. Sie ist seine Mutter………………
      Er war noch NIE ohne sie……………………….

      Mir rollen Tränen über die Wangen………………….

      So long…..

      Cowboy

      • Touranus says:

        Hey Cowboy,

        so fing es bei meiner Lena auch an. Erst war sie nach der Hälfte des üblichen Weges außer Atem und ging auf einmal bei Fuß. Eines Tages hatte sie so etwas wie einen TIA.
        Irgendwann blieb sie vor der Treppe zur Wohnung stehen und weigerte sich, die Treppe hoch zu gehen.
        Sie musste immer häufiger getragen werden und wurde dadurch immer unzufriedener mit sich selbst.

        Ich war immer wieder beim Tierarzt, nicht um sie mit Medis voll zu pumpen, sondern um sie checken zu lassen.

        Tja, dann kam der Tag an dem sie gar nicht aufstehen wollte. Also musste ich den Anruf tätigen, vor dem ich so viel Angst hatte. Als ich sie zum Auto trug und während der gesamten Fahrt habe ich nur geheult. Wäre dieser Tierarzt nicht so ein besonderer Mensch, hätte ich niemals die Fahrt danach geschafft.

        Jetzt habe ich noch Leo und mag gar nicht daran denken, es nochmal erleben zu müssen.

        Touranus

  11. marc1 says:

    Hallo Männer. Hatte mit meiner Familie 13 Jahre Buddy, eine Rotweiler Hündin. Die letzte Fahrt ist mir bis heute (über 15 Jahre her) schwer im Gedächtnis. Zum Polkabel: Ist doch nen sechser im Lotto. Elektrikgeschichten gehen gerne mal böse ins Geld. Freu dich!!! Zu Renault. Laguna ist gross und plüschig. Ich hoffe, du hast noch lange Spass dran. Eine gute Freundin hatte nur Mist mit ihrem Scenic ( nach der Garantie wurd es immer teuer und es hörte nicht auf). Bei dir solls anders laufen. Gruss, der gasende E Driver Marc

    • Snoopy says:

      Ja die Hunde 🙂
      Mein Scenic 1 war 7 Jahre brav. War allerdings der erste mit dem Facelift. Die ersten vom 2. müssen teilweise schlecht gewesen sein. Daher kein Scenic 2 der mir auch optisch nicht gefallen hat.

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