Endlich fliegen!

... muss die Freiheit wohl grenzenlos sein...

… muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…

Das wird jetzt ein bisschen Off Topic. Und pathetisch.
Aber irgendwie auch nicht. Diesmal kommen keine Autos vor, da müsst ihr durch. Dafür ein kleines Flugzeug. In den Chroniken der Abteilung „Leben und so“ steht in meinen 80er Jahren der riesengroße Wunsch, alles Mögliche ferngesteuert zu bewegen. Autos mit Elektromotor. Autos mit Verbrennungsmotor. Und ein großes Flugzeug, ebenfalls mit Verbrenner und schwarz-sexy-sündiger Graupner 8-Kanal-Fernsteuerung. Alle diese Modelle mit Rädern und Flügeln gibt es heute nicht mehr, aber der Wunsch des Fliegens ist immer geblieben. Über 30 Jahre nach meinem ersten, nie gestarteten Modellflugzeug stehe ich heute inmitten eines windigen Stücks trockener dänischer Heidelandschaft. Mit wild klopfendem Herzen und sonnigem Gemüt. In der einen Hand ein Flugzeug, in der anderen Hand eine Fernsteuerung und im Mund (mir fehlt die dritte Hand) das iPhone. Wegen der Fotos. Fotos von meinem ersten Mal…

Heute ist alles plötzlich so einfach.

Das ist wie Weihnachten als Kind

Das ist wie Weihnachten als Kind

Leute, was habe ich damals gespart und gebettelt und gearbeitet. So lange, bis ich die viele Kohle endlich zusammen hatte. Mit einem Betrag in der Tasche, den ich inzwischen verdrängt habe, schredderte ich auf meinem Mofa von Plön nach Eutin und kaufte mir im dortigen Modellbaugeschäft den (schon vorbestellten) Hochdecker „Charter“ von robbe und eine professionelle 8-Kanal Fernsteuerung von Graupner plus Servos und Zubehör. Ein Schatz aus der Welt der Erwachsenen, mit höchst erwachsenen Preisen und einem erwachsenen Scheierigkeitsgrad. Ich habe ganz ganz frühe Erinnerungen an Sonntage mit meinem Papa auf dem Modellflugplatz in der Nähe von Oldenstadt bei Uelzen. Ein Freund von ihm ließ da seine röhrenden Flugzeuge höchst profimäßig kreisen. Das hat mich total fasziniert, sowas wollte ich auch haben. Immer. Sofort! Und 10 Jahre und eine gescheiterte Ehe später hatte ich es. Wochenlang klebte ich als Teenager in meinem neuen Zimmerchen in Plön, weit weg von Uelzen, Balsaholzteile zusammen. Ich schraubte, sägte, bespannte mit Papier und lackierte. Vorn kam ein 3.5ccm Verbrennungsmotor rein. Am Ende stand da ein tolles Flugzeug in weiß/rot/schwarz, so toll dass ich mich nicht traute, es in die Luft zu bringen. Ich Feigling verkaufte es. Und blieb zurück mit der Sehnsucht nach einem ferngesteuerten Flugmodell.

Alles so klein, leicht und einfach...

Alles so klein und leicht.

Über 30 Jahre später bauen weder Kinder noch Teenager noch Erwachsene irgendwelche Modellflugzeuge. Im neuen Jahrtausend glotzt man lieber auf Apps im Smartphone oder guckt belanglosen Scripted Reality Schwachsinn auf dem 4K Großbild-TV. Graupner ging 2013 insolvent und gab die Namensrechte an ein südkoreanisches Unternehmen ab, robbe folgte 2015 und wurde von vier ehemaligen Mitarbeitern aufgeteilt. Schluss. Weil’s keiner mehr gekauft hat. Und dann komme ich mit meinen Jahrzehnte alten Sehnsüchten. Was jetzt? Ich bin immer noch zu feige, die alte Technik vielleicht über ebay gebraucht zu kaufen und es noch einmal zu versuchen. Aber wenn ich vielleicht klein anfangen könnte…. Ja, das geht.

Klein anfangen im neuen Jahrtausend.

Dank der Globalisierung gibt es auch in einer Welt, die dem Modellbau nicht mehr so huldigt wie in den 80ern, immer noch ferngesteuerte Flugmodelle. Und das nicht zu knapp. Und spottbillig. Und schon fertig gebaut. Nach ein paar Recherchen, Rezensionen und Youtube Videos kaufe ich für schlanke 60€ ein komplettes Flugzeug made in China, mit drei bürstenlosen Elektromotoren, Akku, Ladegerät und einer Fernsteuerung für Gas, Höhenruder und Seitenruder. Also quasi alles zwar ein bisschen kleiner als damals, aber von den Funktionen her identisch. Und für weniger als 1/10 des damaligen Preises.

Kann das was taugen?

Kann das was taugen?

Ich hatte das Ding schon im letzten November mit in Dänemark, aber da war das Wetter so schlecht, dass ich es nicht einmal auspackte. Das hole ich jetzt nach. Draußen ist nur mäßig Wind, ich mache eine kleine Mittagspause vom Texten und Schreiben… also kann ich doch auch mal den Akku aufladen und die kleine Cessna flugfertig machen? Ja. Kann ich. Das Laden des bonbongroßen 500 mAH Akkus dauert mit dem USB Ladegerät an meinem Rechner eine Stunde. Das Flugzeug aus festem Styropor, was meiner „Charter“ von damals irgendwie ähnlich sieht, ist in drei Minuten zusammengesteckt. So federleicht wie das ist, wird es nicht einmal kaputt gehen, wenn ich es senkrecht in den Boden krachen lasse. Alles ist irgendwie china-billig. Na und? Die Fernsteuerung hat sogar ein großes Display eingebaut, was Auskunft über die Funktionen und die Stellung der Steuerhebel gibt. Braucht man absolut gar nicht. Scheint der Smartphone Generation aber zu gefallen, wenn es ein Display hat, ist es cool. Der Akku ist voll geladen. Soll ich jetzt… echt…?

Herrmann Löns, die Heide brennt

Herrmann Löns, die Heide brennt

Der alte Mann ist wieder ein Kind. Ich stapfe raus aus der Ferienhaussiedlung, raus in eine offene Heidelandschaft. Doof: Hier weht ein bisschen mehr Wind, aber für Nordseeverhältnisse ist es trotzdem quasi windstill. Gut: Heide im März ist trocken und buschig, wenn das alles hier also total schiefgehen sollte mache ich wenigstens das Flugzeug nicht komplett kaputt.
Ich bin noch nie geflogen. Es gibt ja diese tollen Simulatoren, an die du eine Fernsteuerung anschließen kannst. Um virtuell zu lernen, wie das Flugzeug sich in der Luft verhält. Hab ich nicht, sowas. Der monetäre Aufwand stünde auch in keinem Verhältnis zum Gesamtpreis meines Fliegers. Alles, was ich jemals vorbereitend gemacht hätte, war Spökes mit dem Microsoft Flugsimulator an meinem Rechner. Ich weiß, wie man das Gas dosiert, ich weiß, wie Höhen- und Seitenruder zusammenspielen und wie ich Kurven fliege. Rein virtuell, mit einem Joystick, aber das immerhin so gut dass ich mit einem zweistrahligen Learjet unter der Hamburger Köhlbrandbrücke durchfliegen konnte, ohne an dem Containerschiff zu zerschellen. Läuft. Und doch ist es jetzt anders. Ich stehe inmitten von real duftender Heide, spüre echten Wind und habe ein bisschen Respekt vor der Nicht-Virtualität. Wie viele Leben habe ich in diesem Spiel? Nur eins? Verdammt.

So schwer kann es doch nicht sein.

So schwer kann es doch nicht sein.

30 Jahre nach der „Charter“ mit ihrem brüllenden Einzylindermotor ist alles cleaner, leiser, leichter. Ich clippse den kleinen Akku unten in den dünnen Bauch des Flugzeugs und schalte die Fernbedienung ein. Sie piepst, verbindet sich mit der Elektronik im Flieger und wartet dann surrend auf alles Weitere.
Manno.

Respekt? Oder Angst?

Soll ich jetzt wirklich? Wenn ich den linken Heben bewege dreht der Propeller mehr oder weniger schnell. Stufenlos. Damals nannte man das „digital proportional“ und hat sich das teuer bezahlen lassen. Der Hebel bleibt selbstständig in der eingestellten Gasposition, in der ich ihn fixiere, also brauche ich zum Steuern nur den rechten Knüppel. Ranziehen ist steigen, drücken ist sinken. Links ist links und rechts ist rechts. Wobei ich beim Flugsimulator gelernt habe, dass sich das Flugzeug ja in eine geflogene Kurve „reinlegt“ und ich dann mit dem Höhenruder quasi das Seitenruder simuliere. Einige von euch werden wissen, was ich meine.
Ich bringe das Ding jetzt in die Luft. Endlich. Nach so vielen Jahren, das wurde auch Zeit, mein Herz klopft bis zum Hals 😀 Wirklich.

Jetzt wird es echt ernst.

Jetzt wird es echt ernst.

Handstart. Ja sicher Handstart, für einen Start vom Boden aus ist hier zu viel Heide und Gras, prinzipiell geht das aber. Sie ist so leicht, dass bei Vollgas der kleine Propeller spürbar nach vorn reißt. Insgesamt wiegt das ganze Flugzeug gefühlt so viel wie eine Hand voller Gummibärchen. Ich habe immer noch Manschetten und lache ein bisschen irre in den leichten Wind. Keiner hört mich. Keiner guckt zu, keiner ist da. Aber was kann schon passieren? Selbst wenn ich das Flugzeug komplett schrotte sind eben 60€ weg, ein wesentlich weniger schmerzhafter Einsatz als die vielen Wochen Arbeit und das viele Geld im Jahr 1987…
Leute, wenn ihr noch immer nicht weggeklickt habt und noch immer mitlest – könnt ihr nachvollziehen, wie aufgeregt ich bin? Auch, wenn ihr niemals ein Herz für Modellbau hattet? Ich stehe endlich hier, bin noch nie geflogen, habe aber ein flugfertiges vibrierendes Flugzeug in der einen und die Fernsteuerung in der anderen Hand und werfe das Ding gleich schnarrend und nach vorn treibend in die Luft? Ich bin total aufgeregt…..

Achtung...

Achtung…

Und ich möchte das ja auch irgendwie festhalten…. den Moment…
Ich nehme das fotografierende iPhone aus dem Mund und klemme es mit zwischen Schulter und Kopf. Mit der linken Hand halte ich das Flugzeug in den Wind, leicht nach oben gerichtet. In der rechten Hand halte ich die Fernbedienung und bereite mich mental drauf vor, das Gas durchzudrücken, den Flieger nach vorn zu werfen und im gleichen Moment mit beiden Händen die Steuerung zu übernehmen und die Ruder leicht nach oben zu ziehen. So wie ich es wieder und wieder gedacht, aber noch nie gemacht habe. Und los.

... fertig...

… fertig…

WAAAAAAHHHHH!!!!

Sie fliegt!

Meine halbe Aviator-Kindheit zieht in zwei Sekunden vor meinen Augen vorbei! Die kleinen Styroporgleiter für eine Mark, Kampfflugzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg zum Zusammenstecken mit einem kleinen, freilaufenden Plastikpropeller an der Plastiknase. Frei fliegend im Wind. Hubschrauber, die auf einem Griff mit einem Zugband beschleunigt werden und schnarrend senkrecht nach oben steigen. Gleiter aus Plastik, die mit einer Gummizwille in die Luft geschossen werden und in Nachbars Garten landen. Die zweimotorige Fokker Friendship von Airfix, mit einem dicken Gummiband im Rumpf an einem Verteilergetriebe, erhaben frei fliegend über einen Garagenhof in der Siedlung. Ein Tiefdecker von Günther Flugspiele, mit gelbem Rumpf und Gummiband am roten, wild rotierenden Propeller. So viele Flugzeuge. AAAAHHHH!!!!! Es fliegt!!!

... LOOOOS!

… LOOOOS!

Sirrend und schnarrend treibt die Cessna nach vorn, schnell packe ich die Fernsteuerung mit beiden Händen (und lasse das iPhone fallen) und ziehe sie hoch, gegen den Wind. Wahnsinn. Nein, eigentlich für einen Modellbauer völlig normal, gar BANAL. Aber für mich der absolute Wahnsinn!

Ich lache und schreie und lache.

Ich lache und schreie und lache.

Ich lasse den Flieger in eine Rechtskurve gleiten und ihn mit dem Wind an mir vorbei zischen. Dann eine Linkskurve, mit dem Höhenruder ausgleichen, ich kann es kaum fassen aber das Ding macht genau das, was ich immer am Rechner mit den virtuellen Flugzeugen gemacht habe. Nur in echt. Leise sirrend fliegt der federleichte Hochdecker unruhig im böigen Wind. Dem Ostwind entgegen steht das kleine Flugzeug fast still in der Luft, und es ist nicht einfach, es da oben zu halten. Aber es ist möglich!

Ich freu mich halbtot....

Ich freu mich halbtot….

Wäre das mit der „Charter“ von robbe, die viel größer, viel schwerer und viel anfälliger war (und viel lauter und viel teurer und….), auch so unkompliziert spaßig gewesen? Ich habe mir vorhin mal ein paar Videos im Netz von Modellbauern angeguckt, die eine Charter fliegen. Hm. Wie gesagt. Laut, träge, fragil. Und man muss sie gekonnt auf ebenem Rasen landen. Hier schwirrt ein billiges, mopsfideles Styroporteilchen durch die Luft, und wenn es windstill wäre könnte ich wahrscheinlich sogar ohne Vorkenntnisse auf dem kleinen Fußweg hier punktgenau landen. Es ist aber nicht ganz windstill. Und ich fliege zum allererstem Mal in meinem Leben ein ferngesteuertes Flugzeug. Also plumpst das Ding einfach mal runter, und alles was ich machen muss ist dann das Gas wegnehmen und das Ding wieder aus der Heide fischen.

SCHRAPP!!! Gut, dass Heide weich ist.

SCHRAPP!!! Gut, dass Heide weich ist.

Und? Nichts. Nichts kaputt. Auch beim zweiten Absturz nicht, und beim dritten und vierten auch nicht. Der klitzekleine Akku hält locker 15 Minuten Vollgas, das ist mehr als eine Tankfüllung bei der krakeelenden Charter den Motor befeuert hätte. Natürlich ist das kleine Flugzeug mehr ein Spielzeug als ein ernstzunehmendes Modell. Aber warum macht man sowas denn? Doch am Ende, um Spaß zu haben, oder nicht? Und den habe ich, definitiv. Dieser Spaß ist so wundervoll unbeschwert, dass ich es nach drei Jahrzehnten fast nicht mehr für möglich gehalten hätte.

So. Nächster Versuch.

So. Nächster Versuch.

Abstürzen und gleich weitermachen.

Gleich wieder hoch in die Luft. Wie viele Abstürze und Wanderungen durch die knirschende Heide waren das jetzt? 10? 12? Egal. Der Akku hält noch immer, und so langsam habe ich den Bogen raus. Wenn der leichte Wind nicht so unberechenbar wäre, würde das kleine weiße Flugzeug hier an meinem ersten Flugtag schon sehr professionell seine Runden drehen. Jetzt gleiche ich aus, lache, lenke gegen, schreie, lache, versuche das quirlige Teil möglichst aus jeder langgezogenen Kurve wieder einigermaßen in meine Nähe zu fliegen und bin stolz, wenn der nächste Absturz dann tatsächlich quasi neben mir stattfindet. Ein paarmal fange ich sie sogar spektakulär kurz über dem Boden ab und kann sie wieder hochziehen. Wobei da mehr Glück als Können im Spiel ist 😉

Von Minute zu Minute besser.

Von Minute zu Minute besser.

Kurz vorm Ende der Akkulaufzeit (gegen den Wind wird jetzt echt eine Herausforderung) gelingt es mir sogar, mit der linken Hand nochmal das iPhone vom Boden aufzuheben, während ich mit der rechten Hand bei Dauer-Vollgas das Flugzeug steuere. Und ich kann ein paar Fotos im Vorbeiflug machen. Fragt mich lieber nicht wie das geklappt hat, nein, kein Photoshop, das Ding fliegt hier wirklich um mich herum 🙂

Ein guter Tag...

Ein guter Tag…

Diese für mich echt aufreibenden, aber sagenhaft lustigen Minuten enden in der einzigen kleinen Kiefer, die hier in dieser Heidelandschaft steht. SCHRAPP. Dann ist der Akku wirklich und endgültig alle. Ich stapfe hin, ziehe den Stecker im Rumpf raus und schalte die Fernbedienung aus. Es ist ganz still hier. Irgendwo tschilpen ein paar freche Spatzen.
Sucht in dieser kleine Geschichte jetzt nicht den lustig-überzogenen Alltagsbericht mit polarisierenden Rost-Fords oder coolen Schlitten. Sondern seht sie als finales Therapiestündchen eines grau werdenden Kindes, was nach über 30 Jahren endlich seinen Traum vom ferngesteuerten Flugzeug erfüllt hat. Nachdem es doch schon sooo dicht dran war. Aber damals ist mehr als nur der Startversuch eines teuren Modellflugzeugs gescheitert. Immerhin ist die „Charter“ nicht kaputt gegangen, das kann man nicht von allem behaupten, was mich damals umgeben hat. Heute war ein guter Tag. Ich bin geflogen. Und morgen beginnt ein völlig neuer Tag von vorn und hat bestimmt noch viel mehr schöne Sachen im Gepäck 🙂

Sandmann

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Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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30 Responses to Endlich fliegen!

  1. Will Sagen says:

    Ich hab ja damals ™ auch mein erstes selbst gebautes Flugzeug, eine(e) Telemaster mit 1,80m Spannweite vor dem Erstflug verkauft und bin fast 30 Jahre später mit einer „Schaumwaffel“ wieder eingestiegen. Es ist einfach ein tolles Hobby! (Und wenn man auch noch einen kleinen Oldtimer-Kombi hat, kann man sogar alles miteinander verknüppern.)

    • Sandmann says:

      Bester Will,

      ach was? Dann teilen wir ja das gleiche Damals-Schicksal, mit dem Unterschied dass du da anscheinend ein richtiges Hobby draus gemacht hast. Ich bräuchte für meine Cessna nicht mal einen kleinen Oldtimerkombi, die passt fast schon ins Handschuhfach vom Scorpio 😉

      Die viermotorige Cargo ist der Hammer. Mich haben mehrmotorige Flugzeuge immer fasziniert, aber ich habe mich ihnen bisher nur einmal hingegeben… Die im Text angerissene Fokker Friendship von Airfix war so ein Protagonist auf Spielzeug-Für-Jungs Ebene. Zwar nur mit einem dicken Gummiband im Rumpf, aber alles andere war für ein Spielzeug schon High Tech. An der Nase konntest du eine Getriebekurbel ansetzen, mit der du das Gummi aufgezogen hast. Das wiederum war im Heck mit einem Verteilergetriebe verbunden, was die Kraft über zwei drehende Bowdenzüge in die Tragflächen zu den zwei Propellern geschickt hat. Das Ding konnte, voll aufgezogen, sogar vom Boden starten 🙂

      Guck mal, die hier: http://www.airfixflyer.co.uk/Friendship.htm

      Was mich an den Gummifliegern immer fasziniert hat war, dass du vorher nicht wissen konntest, wohin sie fliegen. Die Fokker habe ich ganz aufgeregt an einem Sommertag auf der Terasse in Uelzen gebaut und tatsächlich auch fliegen lassen. Ich habe allerdings keine Erinnerungen mehr, wie oft und warum dann schon bald nicht mehr. Und was damit passiert ist. Schade. Meine einzigen Bilder im Kopf sind eben dieser Flug auf einem Vorplatz eines Garagenhofs…
      Ich versuche sporadisch immer mal wieder, so ein Modell zu bekommen. Das kann man aber glaube ich vergessen. Sowas hat niemand aufgehoben. Schade eigentlich…

      Fliegende Grüße
      Sandmann

  2. Snoopy says:

    Ich hatte früher auch Boote, Flugzeuge und Autos…
    Die Kataloge wurden aufgesaugt. Stundenlang hat man aus Balsahölzchen was zusammengeklebt um es in kürzester Zeit zu zerstören…
    Durch die Kinder bin ich zu Hubschraubern, diesen netten kleinen Fliegern , Autos und Booten gekommen. Es macht immer wieder Spaß, auch ganz ohne Verbrennermotoren die meistens eh nicht funktioniert haben… 😉

    • Sandmann says:

      Ay Snoopy,

      Boote wollte ich nur als ganz ganz kleiner Junge haben. Später fand ich die irgendwie langweilig.
      Um 1980 rum hatte ich einen Porsche 935 von Dickie, mit zwei Geschwindigkeiten. Das Ding war mit Akkus schneller als ein Mofa 😀 Auf der Ecke wohnten noch zwei Freunde von mir, die haben sich dann auch ferngesteuerte Autos gekauft. Allerdings Geländewagen, ins Gelände konnte der Porsche nicht. Zu flach 😉 Aber zusammen draußen mit den Autos über die Straße crossen war klasse. Ich möchte nicht ganz ausschließen, dass ich mir vor einem halben Jahr bei ebay wieder so einen Porsche gekauft habe 😉

      Nach der Cessna habe ich mit der Fernbedienung noch einen Datsun Step Side von Kyosho durch die Wiesen gescheucht. Der hatte einen 1ccm Verbrennungsmotor mit Zugstarter. Und du hast Recht – wenn die laufen, laufen sie klasse. Aber ganz oft laufen die einfach scheiße, es reicht schon wenn die Luftfeuchtigkeit sich ändert 😉 Ich bin dann als reiferer Teenager auf den „Fox“ von Tamiya umgestiegen, kraftvoll, unkompliziert, elektrisch. Der hatte damals ein großartiges Preis-Leistungs-Verhältnis.
      Der hier: http://www.rc-news.de/05/2013/tamiya-nova-fox-2wd-retro-buggy-58577/
      Zwei Freunde aus der Schule hatten auch jeweils einen, und wir sind diverse Nachmittage auf dem Schulhof rumgecrosst. Auch das hat echt Spaß gemacht.

      Mit den echten Autos und dem Führerschein verlor das dann irgendwie seinen Reiz 🙂

      Vor einigen Jahren bin ich als Abo Prämie an so einen winzigen Hubschrauber rangekommen, das war auch recht lustig. Der liegt jetzt halbtot irgendwo auf dem Speicher. Quadcopter oder Drohnen haben mich nie gereizt. Die fliegen ja fast von alleine, ich habe immer die kleine Prise Unberechenbarkeit gebraucht 😉 Aber ich denke auch, dass ich durch meine Kinder noch diverse Spielereien durchziehen kann 😀 Herrlich.

      Sandmann

  3. Hartmut says:

    Ich erkenne mich wieder, Mitte der Siebziger, der große Bruder hat einen echten Segelflugschein, Ausbildung zum Berufspiloten bei Lufthansa.
    Das färbt ab; in der Schule ich weiß nicht wie oft, den „kleinen Uhu“ gebaut. Urmodell und Facelift.
    Dann endlich ein Modellbauladen in FÜ, der „AMATEUR“ und eine 8 Kanal Multiplex in quietsch orange werden mein eigen.
    Der erste Start geht gründlich in die Hose, ich Dödel hatte die Ruder verkehrt eingehängt und somit meinen guten Amateur in Spreiselgröße in einer Einkaufstüte heimgetragen.
    Nur der Rumpf war kaputt, also einen neuen nachgebaut und wieder probiert. Hat dann auch geklappt. Lehrzeit – Pausenzeit. Danach nochmal kurz mit einem Motorsegler, „BORA“ ( glaube mit einem hohlen Flügelprofil und sehr gutmütig) geflogen.
    Dann BW, Freundin, Freundin wurde zur Frau (bis heute), etc. nix mehr fliegen, aber immer am gucken danach.
    Und heute auch am zetern, soll ich oder nicht, so ’ne Schaumwaffel kaufen und einfach mal wieder raus?
    Momentan steht ein geairbrushter FORD Pickup im Keller mit 4 WD und E- Motor.
    Der bräuchte auch wieder mal Auslauf ….

    In diesem Sinne, eine schöne Zeit in DK

    • Sandmann says:

      Ay Hartmut,

      hey, immerhin hast du dich damals getraut 🙂 Wenn auch mit teurem (oder zeitaufwändigem) Lehrgeld. Bei mir ist es wohl auch ein bisschen an der fehlenden Modellbau-Sozialisierung gescheitert, in Plön, wo ich meine Teenagerzeit verbrachte, gibt es keine Modellflugplätze. Wäre dem so gewesen, man hätte mir bestimmt sehr fachlich und freundlich geholfen. Aber so ganz alleine, nur ich und das Flugzeug auf einer Koppel? Nee nee.

      Meinen Dickie Porsche von „damals“ (ich hab’s grad weiter oben geschrieben) habe ich auch im Keller liegen. Den werde ich sicher mal wieder über die Straße scheuchen, für ein richtiges Hobby mit allem drum und dran und einem „erwachsenen“ Auto oder Flugzeug reicht weder meine Zeit noch meine Lust dazu. Deshalb ist die Schaumwaffel (lustiges Wort 🙂 ) genau richtig. Unkompliziert, robust, fliegt aber trotzdem wie ne große und ich Anfänger bekomme die auch nicht gleich geschrottet.

      Ich kann mir vorstellen, dass ich mit meinem Freund Markus aus Uelzen (der mit dem A8, falls die früheren Geschichten bekannt sind) mal irgendwann in einen Spielwarenladen gehe, wir uns jeder ein ferngesteuertes Auto für… was weiß ich… 60€ oder 70€ kaufen und dann mal wieder einen nachmittag lang Spaß im Matsch haben. Aber mehr ist nicht drin. Vielleicht wenn alle Kinder aus dem Haus sind und ich Rentner bin 😉

      Danke für die Wünsche mit der schönen Zeit. Ich glaube das funktioniert.
      Sandmann

    • Micha says:

      Den „Kleinen Uhu“ hatte ich auch. Zwei Mal, das erste Mal als Geschenk vom Papa. Das zweite Mal habe ich ihn als Papa verschenkt. Da sind wir zum Belchen im Schwarzwald gefahren, wo meine Tante ein Jahrhunderte altes Bauernhaus besitzt.

      Könnt ihr euch die Dramatik vorstellen, ein Balsaholzflugzeug mit Gummizugmotor von einem echten Berg aus zu starten? Papa und Tochter waren jedenfalls aufgeregt und, nachdem wir eine Viertelstunde ins Tal laufen mussten, auch kaputt.

      Weil ich am Flughafen Hannover in so einem ganz hohen Turm sitze, begeistere ich mich auch für Flugzeuge mit GANZ großen Verbrennungsmotoren. Am Liebsten mit Sternmotor, ob Boeing Stearman, Antonov AN-2 oder JU-52. Da gibt es auch schöne Fotomotive, sogar ohne dass man dazu das Iphone zwischen die Zähne klemmen müsste 🙂

      Auch empfehlenswert: am Wochenende mal zum Segelflugplatz fahren. Eigentlich findet sich immer jemand, der Dich mitnimmt und Dich eventuell auch mal kurz steuern lässt. Wer glaubt, er hätte beschleunigungsmäßig schon alles erlebt, dem sei zur Bewusstseinserweiterung ein Windenstart empfohlen. Aber auch ein Schleppstart, die SF25 vorneweg, ist ein tolles Erlebnis.

      • Sandmann says:

        Ay Micha,

        den kleinen UHU hatte ich nie. Ich kenne ihn, ich kenne viele die einen gebaut haben aber ich selbst war nicht dabei… Den gibt es doch bestimmt noch immer, oder?

        Und ja, große Flieger üben auch auf mich eine Faszination aus, Sternmotoren sowieso. Was für mechanische Kolosse. Ich schwärme noch immer für die Superconstellation (auch ohne Sternmotoren…), seit ich einmal eine im Vorbeiflug erleben durfte. Und für Messerschmitt Jagdflieger und und und.

        Und hör mir auf mit Bewusstseinserweiterung. Ich war vor Jahren auf einem Flugtag in Niedersachsen und bin für 20€ in einen Motorsegler eingestiegen. Ja, ich durfte steuern, das war toll. Und dann fragte mich der junge Pilot: „Wieviel kannst du denn so ab, soll ich mal…….?“ Hm. Mein „ja gib Gas“ habe ich noch Stunden später bereut. Steil aufsteigen, rückwärts fallen lassen und im Sturzflug abfangen, Looping, über die Seite fallen lassen, ich war kurz vor der Ohnmacht und zu fertig zum Schreien…
        Das is nix mehr für mich. Nee nee. Da bleibe ich lieber auf dem Boden und gucke dem kleinen Styroporflieger zu. SSSSSSSIIIIIIRRRRR. Das genügt 🙂

        Sandmann

  4. Jo Vauwee says:

    Hach, wie schön ist es, Mann zu sein. Ich glaub, Frauen wären viel zu erwachsen dafür, mit nahe 50 auf ne Wiese zu stehen und mit nem Styroporflieger einen Riesenspaß zu haben.
    Ich wäre gern dabei gewesen, dann natürlich in Phase 2 mit Air Race, Luftkampf und allem was dazu gehört 😀

    • Sandmann says:

      Ay Jo,

      haha 😀 das wäre GROSSARTIG gewesen. Sollten wir uns mal treffen, erwarte ich ein Flugmodell in deinen Händen, und dann geht das los!
      Allerdings ist auch der gaaanz sachte Wind hier etwas unberechenbar. Den Flieger lange in der Luft zu halten ist schon gar nicht so leicht (mehr als drei Minuten am Stück waren nicht drin), weil du immer wieder ausgleichen musst und das kleine leichte Teil ständig irgendwo hin tanzt, wo es gar nicht hin sollte 🙂 Da wäre ein rennen oder ein Kampf eher vom Zufall geprägt…

      Ich freu mich auf einen wirklich windstillen Tag in Kiel, dann werde ich mein „Können“ da mal perfektionieren…

      Sandmann

  5. Tag Sandmann,

    jetzt kommen die richtig spannenden Themen, die mich ansprechen. Ich habe hier noch nen Uhu und einen kleinen Gummiband-Flieger. Seit ca. 10 Jahren ist fest geplant, mal was elektrisch steuerbares anzuschaffen. Vielleicht klappt es ja mal diesen Sommer, insbesondere weil hier auf dem nahegelegenen Berg immer einer fliegt und ich es aus unerfindlichen Gründen nie geschafft habe, den Typen mal anzusprechen.

    Ready for take-off meldet sich Peter

    • Sandmann says:

      Na herrlich, dann habe ich ja ENDLICH mal deinen Geschmack getroffen und nicht immer nur so einen Autoscheiß geschrieben 😉

      Such mal nach der Cessna von WL Toys. Also mir reicht’s 😀 Mehr braucht man nicht, wenn es kein tägliches Hobby werden soll… Und sag mal bescheid wenn du was in die Luft gebracht hast!

      Sandmann

  6. LostTupper says:

    Hi Jens,
    ist doch unglaublich, wie sich unsere Geschichten ähneln. Auch ich hatte als Jugendlicher einen Motorsegler, wenn mich nicht alles täuscht einen Graupner Dandy mit Huckepack Motor. Aus Angst ist das Dingen bei mir nicht einmal in die Luft gegangen. Nun (naja vor 2 Jahren) habe ich mir auf der Intermodellbau auch eine Schaumwaffel zugelegt (zwar ein bisschen größer als deine, aber zum gleichen Preis), und ich traue mich trotzdem nicht…..

    Vielleicht sollte ich mich auch mal für eine Woche absetzen, vielleicht wird das dann was, scheint ja ein Riesenspass zu sein.

    Viel Spaß noch im Norden
    Gruß, Stefan

    • Sandmann says:

      Ay Stefan,

      also bei dem Preis ist es dieses Mal tatsächlich nicht am „trauen“ gescheitert 🙂 Und hätte ich die dänische Woche nicht vor Augen gehabt, der Flieger wäre auch in Kiel sicherlich schon einmal ausprobiert worden. Es braucht ja nicht einmal viel Vorbereitungszeit, auspacken, Akku laden, Batterien in die Fernbedienung und los geht’s.

      Und ja – es ist ein Riesenspaß 😀 Ich war heute Mittag noch einmal da, der Wind ist fast ganz weg, leider hat es dann angefangen zu regnen. Aber mir hüpft das Herz vor banaler Freude. Hihi…

      Sandmann

  7. Andy says:

    Ein tolles Hoppy.

    • Sandmann says:

      Hoppy?
      Ist gar kein Hoppy 😉 Hätte vielleicht eins werden können, als ich jung und cool war. Jetzt bin ich alt und schraube an Autos. Also kein Hoppy, maximal ein Haken hinter einem bis dahin nicht erfüllten Wunsch.
      Das ist allerdings auch was schönes, oder?

      Sandmann

  8. Matthias M. Rose says:

    … über den Wolken – muss die Freiheit wohl grenzenlos sein, alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, blieben darunter verborgen, und dann, würde, was uns groß und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein. (Reinhard Mey, 1974)
    Flieg, Sandmann, flieg … !
    In Sankt Peter-Ording holzfeilte, klebte und vorbereitete sich ein Sohn aus HH-Bergedorf damals wochenlang auf armlange zerknalltrieblingsbefeuerte Fernsteuerfreuden: gefühltes 95:1 (bastel:flieg)-Verhältnis, mit regelmäßig (aber jeweils kreativ-anders) zematschtem „Absturz-Scheisstach“, ergo: Scheisslaune. Papa tröstete fernmündlich und zahlte, Sohn plante, klebte und litt fern der windkalkulierbaren Heimat der Boberger Dünen. Hat mich daher stets aufregend-will-vielleicht-auch-dennoch-abgeschreckt. Dieser abonnierte Frust formt ein dickes Luftaufsichtsbaracken-Fell !

    • Sandmann says:

      Ay Matthias,

      nachdem ich mich durch deine wortgewandten Zitate, Parallelen und Spielereien gearbeitet habe nehme ich mit: Selbstgebaut mit Verbrenner birgt Frust. Habe ich das richtig verstanden? 😉

      Nach drei Tagen Elektrofliegen ist noch immer nichts kaputt, und es hat jeden Tag mehr Spaß gemacht 🙂 Heute verpacke ich die Cessna wieder und lager sie im Keller ein, für den nächsten Dänemark Trip. In Kiel habe ich für sowas keine Zeit. Das schöne bei dem Ding ist ja: In den Pfützen schwimmt kein Benzin, schillernd wie ein Regenbooogen.
      Nicht irgend jemand, sondern ich koch mir jetzt mal Kaffee.
      Man liest sich.

      Sandmann

  9. Daemonarch says:

    Ich hab mal in den 80ern auf dem Modellflugplatz in der Nähe beobachtet, wie jemand ein mindestens 2m großes Modell vom „Airwolf“ hat fliegen lassen, extrem beeindruckend.

    Leider hat irgendwie die Fernsteuerung versagt, und das Ding ist aus etlichen Metern auf den Boden gekracht.

    Der Typ guckt, und sagt trocken, UPS! 15.000 Mark im arsch!
    Mir standen die Tränen in den Augen!

    • Sandmann says:

      Argh 🙁
      Ja, große Modelle haben für mich auch immer etwas bedrohliches, weil hinter ihnen eine ziemliche Wucht steckt. Youtube ist voll von „den besten 10 RC Modell Crashs ever“, ich muss mir sowas nicht angucken. Ich habe keinen Spaß am Leid oder am Ärger anderer.

      Der von mir angesprochene Modellflugplatz meiner Kindheit existiert noch immer. Ich war später einmal da, das muss so 15 Jahre her sein jetzt. Und ich konnte mich noch genau an alles erinnern. Auch daran, dass der Freund meines Papas seinen Flieger gegen die Sonne nicht mehr im Rückenflug kontrollieren konnte und von oben stumpf in einen Wald abgeschmiert ist. Wir haben über eine Stunde gesucht, das war total spannend. Das Flugzeug hing zerstört in einem Baum, viele Teile lagen auf dem Waldboden verstreut. Nee nee. Sowas will ich nicht 😉

      Sandmann

    • qwertz says:

      Bei meinem früheren Arbeitgeber arbeiten auch zwei Modellbau-/Flugverrückte. Einer meinte mal, er habe mit seiner Frau das Agreement, nur 10 Mille pro Jahr ins Hobby zu versenken. Den Rest finanziere er durch den Verkauf der von ihm selbst aufgebauten Modelle, die sechs Monate seiner Flugkunst unbeschadet überstanden haben, an sog. „Doppellinkshänder“. Den großen Geländewagen zum Transport der Modelle hat er immer großzügig der „Kostenstelle Urlaub/Wohnwagen“ zugebucht, damit es sein Hobbybudget nicht belastet.

      • Sandmann says:

        Urks.
        10k für das Hobby? Da könnte ich ja diverse Autos von kaufen und fahren. Wahn. So viel Geld HÄTTE ich gar nicht 😀 Na egal.

        Mir haben die Flüge Spaß gemacht, ich werd’s wieder tun. Aber ich war noch nie so ein Abgeher, der dann total in was aufgeht und all sein Geld und seine Zeit dafür rausbläst. Dafür gibt es zu viele schöne Sachen. Ich bleibe ja auch selten einem einzigen Auto treu, vielleicht ist der Taunus nach dem Audi V8 der erste…

        Sandmann

        • qwertz says:

          Nein, Geld und Zeit in nur ein Projekt – geht nicht. Dafür ist die Interessenslage zu breit gefächert. Das macht es aber auch nicht einfach, wenn man nie mal was „richtig in der Tiefe“ macht…

          Bei Autos bin ich erstaunlich genügsam, was schlicht an den Kosten liegt. Den T3 habe ich seit Juni 2007, also schon ne Ecke. Für ein „nur mal für’n Jahr“-Auto hat immer Zeit und Geld (und Unterstützung der Frau) gefehlt. Nen ’81er Escort hätte ich mit Genehmigung fast mal gekauft, aber da hat der Kindersitz nicht reingepasst 🙁 Und den alltäglich genutzten Kilometerfresser-Rennspardiesel habe ich auch schon seit über 5 Jahren. Da denk ich immer: den jetzt tauschen, dann versenke ich reales Geld in Wertverlust (statt imaginär, wenn ich ihn behalte) – und muss ein alternatives Fahrzeug suchen, dessen Historie ich nicht kenne, mit Geld- und Zeitaufwand für Wartungsstau, den ich nicht einschätzen kann. Ist wohl eher ein Schönrechnen aufgrund von German Angst, fürchte ich.
          Aber das Hängebauch-Renn-Spar-Schwein (1er BMW) läuft echt zuverlässig, wird gepflegt und gewartet, und außer dem üblichen Inspektionsumfang (Scheckheft!) und Verschleiß (Reifen, Bremsen) waren bislang nur neue Glühkerzen und ne Zusatzwasserpumpe (für 80€) fällig. Und nach 8,5 Jahren habe ich letzte Woche die erste Batterie ersetzt 😉

          • Sandmann says:

            Ay qwertz,

            das klingt vernünftig UND ein bisschen traumerfüllend. Alles richtig gemacht.
            Die Rechnung mit dem neuen alten Auto stellen wir uns jedes Jahr mit dem S 210. Der ist erst über die 200.000 rüber (ein 220 CDI), hat alles was man braucht und läuft unfassbar zuverlässig. Aber eben Baujahr 2001. Hm. Ich glaube wir wären bekloppt, jetzt ein neueres Modell zu kaufen. Warum auch?

            Meine echten Hobbies (außer den Autos) kosten zum Glück kein Geld mehr. Ich spiele Gitarre und Klavier, und ab und an streife ich am Rechner durch unwirtliche Welten. Offline. Mehr mache ich nicht, das Leben und die Familie sind Herausforderung genug 🙂

            Sandmann

  10. Moin Kapitän Sandmann,

    Deine Story und die beschriebenen Emotionen sind super gut nachvollziehbar! Auch mir ging es erstmalig vor drei Jahren GENAU so – allerdings folgte meiner Fernbedienung ein Quatrocopter. Zunächst ein billiges Teil unter 100,- Euro – ich wollte zunächst mal erkunden, ob ich überhaupt damit klar komme. In der Bedienung ganz ähnlich Deines Fliegers „übte“ ich erstmal auf dem Wendehammer vor unserem Haus. Die kleine Drohne war recht schlicht, durch ihre vier Rotoren hielt sie sich selbst in der Luft, ein Balancieren, wie es bei Hubschraubermodellen vonnöten ist, wurde mir nicht abverlangt. Doch schon das Auf-mich-Zufliegen (und damit die seitenverkehrte Steuerung) war eine Herausforderung.

    Stieftöchterchen Leah sah mich mit dem Ding herumhantieren und lachte sich schlapp. „Laß‘ mich mal!“ Und *schwupp* ließ sie das Ding aufsteigen und sehr sicher herumschweben – sehr viel sicherer als ich. Sie hatte in der Vergangenheit schon das Hubschraubermodell ihres Bruders geflogen. Mein Ehrgeiz war geweckt und ich nahm den Quatrocopter mit in den Urlaub.

    So entstanden ein paar schöne Luftbilder und Videos von unserem Urlaubsort in Südwest-Sizilien. Diese (qualitativ nicht besonders anspruchsvollen) Bilder sollten jedoch zukünftig mein besonderes Interesse finden. ICH LIEBE BILDER UND FILME AUS DER LUFT!

    Deshalb sah ich mich nach einem professionelleren Modell mit guter Camera um. Außerdem sollte die neue Drohne etwas schwerer (weil dadurch nicht so windanfällig) sein. Dass sie obendrein noch mit GPS und allen möglichen Assistenzsystemen ausgestattet ist, machte mir die Entscheidung zum Kauf des nun fast neun Mal so teuren Quatrocopters inklusive der professionellen Steuerung leicht.

    Diese Ausgabe habe ich nicht bereut. Die HD-Camera liefert phantastische Bilder und Videos.

    Natürlich fliegt mit dem Mehr an Kosten seitdem auch immer einiges an Angst mit. Und einige Vorkommnisse haben meine Flüge zu aufregenden Unternehmungen gemacht. Eine „aus dem Ruder gelaufene“ Landung in den Fluten eines Flusses oder der Absturz in ein 15 ha großes Maisfeld sorgten in der Vergangenheit für einiges an Abwechslung in meinen Freizeitbeschäftigungen.

    Mal abgesehen von der Wasserung (die Drohne ist augenblicklich und unauffindbar untergegangen), ist das knapp 450 Gramm schwere Fluggerät aus sehr stabilem Material und nimmt selbst einen Absturz auf Beton nicht krumm.

    Leider hängt über den Drohnenfliegern immer jenes Schwert, das ein paar Bekloppte und Wahnsinnige dort selbst hin gehängt haben: warum muss man mit so einem Ding unbedingt in den Airstream eines riesigen Verkehrsflugzeugs fliegen? Warum muss man andere Menschen mit der Drohne auf ihrem privaten Grund und Boden ärgern?

    Ich hoffe jedenfalls, Du hast weiterhin Spaß mit Deinem Flieger – vielleicht kannst Du Deine neu entdeckte Leidenschaft für’s Fliegen ja auch noch steigern… z.B. mit einem professionelleren Fluggerät.

    Und ich wünschte mir ruhig mehr solche Geschichten – abseits vom Auto (obwohl ich die auch gern lese).

    Gruß vom Steuerhebel seines Skycontrollers

    El Gigante

    Ach ja – für den Fall, dass jemand meine schrillen Erlebnisse mit der Drohne nachlesen möchte:

    Wie es zur Drohne kam und … Wasserung:
    http://el-gigante.blogspot.de/2016/07/hocksken-stocksken-und-tierische_15.html

    Drohne im Mais:
    http://el-gigante.blogspot.de/2016/07/in-den-mais-statt-return-home.html

    Viele Drohnen-Bilder & Videos von Sizilien:
    http://el-gigante.blogspot.de/2016/10/vlog-els-cam-report-urlaub-2016-in_10.html

    • Sandmann says:

      Bester Andreas,

      oh, ich hatte gedacht, du fliegst die Dinger sogar schon etwas länger. Die Luftaufnahmen von dir, die ich bisher gesehen habe sahen ziemlich professionell aus. Schade, dass das Wetter im vergangenen November in Dänemark so blöd war, da wäre ja echt noch viel mehr gegangen mit dem Ding. Und ja, dass immer wieder irgendwelche Vollpfosten da fliegen, wo man es definitiv nicht darf und braucht, finde auch ich schlimm. Ein Facebook Freund von mir (der hier als Will Sagen fungiert 😉 ) kann da auch ein Liedchen drüber singen.

      Wir waren ja vom MB Museum aus vor einem Monat mit zwei Autos und vier Jungs auf dem Weg nach Monaco. Einer der beiden G-Klasse Fahrer war der Fotograf, der andere der professionelle Video-Kameramann. Und der hatte auch einen Quadkopter dabei, frag mich nicht was der gekostet haben mag. Klein, leise, ruhig und krasse Full HD Bilder, unfassbare Qualität. Aber na gut, der macht das ja auch beruflich. Ich zeige dir den Film mal, sobald der freigegeben ist. Wundervolle drei Minuten.

      Ich vermute, dass die Fliegerei in meinem momentanen Leben noch nicht wieder Platz finden wird. Patchwork in zwei Städten fordert bei allen Freuden einfach Zeit, und momentan stürz ich mich in jeder freien Minute lieber auf meine Autos. Aber das Flugzeug habe ich fein wieder verpackt, spätestens auf die nächste Dänemark Reise nehme ich das wieder mit. Ist ja unkompliziert und nicht größer als zwei Schuhkartons 🙂

      Schönen Wochenstart aus Kiel
      Sandmann

  11. qwertz says:

    Einfach schön! Als 80er-Baby/90er-Kind sind das für mich allerfrüheste Kindheitserinnerungen. Meine ersten (und letztlich einzigen) Erfahrungen mit RC sind leider grandios gescheitert: Irgendwann in den frühen 90ern gabs von Opa einen Porsche 930 zu Weihnachten. Zwischen dem Weihnachtsbaum, dem RC-Modell und mir (mit Fernbedienung in der Hand) stand die DECT-Funkstation. Und mit ohne Fingers anne Knöppe vonne Fernbedienung fuhr der Porsche den direkten Weg aus dem Zimmer durch den Flur auf die Kellertreppe zu. Opa und ich weinend am Wei(h/n)nachtsbaum, der Rest der Familie lachend daneben, der RC-Porsche in Trümmern am Fuße der Kellertreppe. Danach habe ich zwar weiterhin den großen Jungs auf dem Parkplatz neben der Sporthalle begeistert zugeschaut, wie sie mit ihren Verbrenner-RCs über den Slalomparcours heizen, habe aber lieber die Finger davon gelassen.
    In die Lüfte gehe ich lieber mit Kites – und benutze dazu mit Vorliebe den Modellflugplatz in meiner direkten Nachbarschaft. Empfehlen kann ich die 2 m² großen Lenkmatten, die machen richtig Freude. Und sind so klein, dass sie immer im Kofferraum liegen bleiben dürfen und überall hin mitgenommen werden können. Sommerabends kann man sich außerdem mit nem Glas Wein auf den Balkon setzen und dem regen Flugbetrieb auf dem Modellflugplatz im Sonnenuntergang zuschauen. Dabei fällt mir ein, um mal noch ein bisschen Auto in deine Geschichte zu bringen, wie oft ich mir den Bulli auf dem Weg zum Modellflugplatz im Matsch festgefahren habe, und wie doof man sich vorkommt, wenn man im August Schneeketten aufzieht…

    • Sandmann says:

      Ay qwertz,

      😀 ich kann mir ein leichtes Schmunzeln bei der Geschichte nicht ganz verkneifen. Gleichwohl sie ein wenig tragisch ist, ja ja.
      Kiten ist toll, aber auch so eine Sache, für die man viel Geld ausgeben kann. Ich hab im Keller einen Lenkdrachen in der gleichen Preisdimension des Flugzeugs. Den werde ich im Herbst mal mitnehmen an die Küste…

      Ich denke du solltest dein Kindheitstrauma bearbeiten und dir noch einmal einen ferngesteuerten Porsche 930 holen. Womöglich den gleichen bei ebay? Na? Naaaaa?
      Und dann ab auf die Straße damit. Sowas darf man doch nicht unbearbeitet lassen…

      Sandmann

      • qwertz says:

        Kiten wird dann teuer, wenn man nicht nur den Stoff in den Wind hält, sondern gleichzeitig mit den Füßen oder dem Hintern auf Brettern oder nem Fahrzeug ist. Ich pflege die kostengünstige, statische Variante. Dafür reicht sogar die alljährlich beim Lebensmitteldiscounter verfügbare Lenkmatte. Preis: ungefähr 1/3-1/2 deiner Schaumwaffel.

        Ich würde lieber mal im realen 930 Turbo ne Runde drehen. Aber das ist selbst bei gewöhnlichen Elfern nicht so leicht, diese Chance als Normalsterblicher zu bekommen…

        Grüße vom qwertz 🙂

        • Sandmann says:

          Siehst du,

          deshalb habe ich mein damaliges Hobby zum Beruf gemacht, einen hohen fünfstelligen Betrag bei der Aufgabe meines alten Berufs verdampfen lassen und bin jetzt Motorjournalist. Ich werde quasi „gebeten“, doch mal dieses oder jenes Auto zu fahren und darüber zu erzählen 🙂 Es gibt wirklich schlimmere Berufe.

          Was Autos betrifft, da bin ich also gut versorgt. Auch meine Traumwagen habe ich schon fast alle mal gefahren, inklusive DeLorean und Plymouth Fury. Daher drifte ich auch zu solchen Warzen wie dem Scorpio. Das ist für mich irgendwie was besonderes 😀

          Sandmann

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