Estate in Sicilia

Bei soviel Verdruß über den diesjährigen Katastrophensommer (by the way – der Letztjährige war auch nicht viel besser!) biete ich hier den mir gewogenen Sandmanns-Welt-Konsumenten einfach mal einen ganz speziellen Blick auf „my sunny way of holiday“. Beim Schreiben fällt mir schon auf, wie unglaublich viel ich darüber erzählen kann … deshalb werde ich meine Geschichte in mehreren Teilen über den sogenannten Sommer verstreuen.


Am Abend des 28. März ist die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach unseres Wohnhauses und der Garage montiert. Zwar fehlen noch die wichtigen Wechselrichter zur Einspeisung des produzierten Stroms in das öffentliche Netz – dennoch ist die Installation zeitgerecht für die alte staatliche Förderung – die nämlich drei Tage später drastisch zusammengestrichen werden soll.

... von der Sonne, durch die Sonne, für die Sonne, in die Sonne

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Nun behandelt uns das Finanzamt als stromproduzierenden Kleinunternehmer. In dessen Folge müssen wir die Vergütung unseres Stroms natürlich versteuern. Damit unterliegen wir nicht nur gesetzlichen Pflichten – wir genießen auch entsprechende Rechte. So erhalten wir beispielsweise die für unsere Photovoltaikanlage entrichtete Mehrwertsteuer retour. Auf einen Schlag stehen uns also plötzlich über viertausend Euro zur Verfügung. Ein leckerer Betrag, über dessen Verbrauch wir eigentlich weder lange noch krampfhaft nachdenken müssen.

Sizilianische Triskele - uraltes Symbol für Sonne oder Lebensweg

Angesichts des auch in diesem Frühsommer kühlen und nassen Wetters, der wackeligen Sommerwetterprognosen und der katastrophalen Erinnerungen an den Sommerurlaub des letzten Jahres, entscheidet der Vorstand unseres Familienrates nach einigem kritischen Abwägen, dass der erste „Ertrag“ unseres erneuerbare Energie erzeugenden Sonnenkraftwerks für einen Sommerurlaub in die vitalisierende Sonne verwendet wird. Sonnenrecycling sozusagen – von der Sonne, durch die Sonne, für die Sonne, in die Sonne.

Viva Italia!

O Sole mio … das ist naturalmente Italienisch! Und somit der erste Hinweis auf unser Ziel. Eigentlich ist es jedoch nicht notwendig, dieses Spiel der geheimnisvollen Urlaubszielbenennung künstlich in die Länge zu ziehen. Jeder, der uns kennt, weiß von unserer siziliphilen Gesinnung – besser: von einer immer vorhandenen unbeherrschbaren Sucht nach dieser größten Mittelmeerinsel und ihren überaus herzlichen Bewohnern.

Sizilien – wir kommen!

Der Weg zum Ziel - quer durch Europa

Während der ersten Aprilwochen reift unser Plan. Es gibt Überlegungen, die gesamte Strecke – hin und zurück, alles zusammen sind es immerhin über 5.400 Kilometer – mit einem oder beiden Autos (in einem Audi A2 kann man schließlich schlecht mit vier Personen übernachten!) zu fahren. Oder aber nutzen wir aus Kostengründen nur auf der Hinfahrt die Fähre von Genua nach Palermo und sollen wir den Rückweg hingegen komplett per Straße bewältigen?

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Unsere "La Superba" im Hafen von Genua

Als wir jedoch im Internet erfahren, dass sich momentan der Fährpreis in erträglicher Höhe hält, ist unsere Entscheidung für diese Reiseart gefallen: den Hinweg werden wir also in günstigen (und zumindest für mich nicht zum Schlafen geeigneten) Pullmannsesseln aushalten müssen – vom  Zielhafen Palermo bis an unseren Urlaubsort Menfi werden wir nur noch erträgliche etwa eineinhalb Stunden unterwegs sein. Auf dem Heimweg hingegen werden wir eine deutlich komfortablere Kabine nutzen – von Genua’s Hafen, den wir auf dem Rückweg erst Abends erreichen werden, bis zurück in die norddeutsche Heimat, sind es allerdings über 1.200 Kilometer – für die wir über Nacht wenigstens zwölf Stunden benötigen werden. Das ist aus Erfahrung allerdings nur gut ausgeschlafen durchführbar.

Im Internet informieren wir uns über eine ordentliche Auswahl an interessanten Urlaubsunterkünften. Da wir uns im Zielgebiet gut auskennen, ist schon bald eine günstige Ferienwohnung gefunden – und gebucht. Nach meiner Meinung wurde es dafür auch wirklich höchste Eisenbahn, denn Mitte April dürfte es sonst für diesjährige Sommerurlaubsbuchungen von Unterkünften langsam eng werden.

Warum eigentlich ausgerechnet Sizilien?

Nur zur Übersicht: das Zielgebiet (links)

Damit steht unserem Urlaub also nichts mehr im Wege: die schönste Zeit des Jahres steht unter dem Motto „Estate in Sicilia – Sommer in Sizilien“ – wir haben es also wieder getan – wir werden es wieder tun! Für mich ist das seit 1989 bereits der neunte Aufenthalt auf der sonnigen Mittelmeerinsel. Damals hatte ich als Discjockey des „Old Inn“ in Emstek bei Cloppenburg einige italienische „Fans“. Weil sie bei mir häufig italienische Musik zu hören bekamen – und sie tanzten danach auch begeistert – luden sie mich im Gegenzug zum Spaghetti-Essen ein. Und ehe ich mich versah, baten sie mich, sie auch im Urlaub in ihrer Heimat besuchen zu kommen. Auf die Frage, wo genau das denn wohl sei, bekam ich „Menfi“ zur Antwort, was für mich eher amerikanisch klang. Doch die Italiener präzisierten ihre Angabe gern; Menfi ist ihre Stadt auf Sizilien.

1989 - mit 50 PS-Luftboxer OHNE Aircondition

Dieses reizvolle Angebot nahm ich damals gern an und erreichte im Sommerurlaub des besagten Jahres 1989 tatsächlich nach drei Tagen und über 2.700 Kilometern mit meinem VW-Transporter (50 PS-Luftboxer, 110km/h Spitze … und natürlich OHNE Klimaanlage) bei extremer Augusthitze das südwest-sizilianische 12.000-Seelen-Städtchen.

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1989 - typisches Wooling an der Fähre von Reggio di Calabria nach Messina

Dort wurde ich in typisch sizilianisch-familiärer Sitte aufgenommen. Innerhalb weniger Tage lernte ich viele Einheimische kennen. Sie alle erdrückten mich fast mit ihrer unglaublichen Gastfreundschaft. In dieser kurzen Zeit wurden mir verwandtschaftliche Verhältnisse, Leiden, Privatsphären, Bräuche, Kulinarisches und wahnsinnig viel Anderes aus dieser bunten Inselwelt vorgestellt. Ruckzuck kannte mich der halbe Ort und in allen Gassen hörte man wenn ich mit dem Auto und heruntergekurbelten Fenstern durch die Stadt fuhr immer wieder „Ciao Andrea, come stai?“ (das „s“ am Ende meines Namens können Italiener einfach nicht aussprechen). Zwischen diesen vielen kleinen sizilianischen Menschen fühlte ich mich willkommen und sehr wohl. Und das hat sich bis heute, über zwanzig Jahre später, nicht geändert.

Familie auf sizilianisch

Begehrte Rudelfotos

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Speziell die Beziehung zu Familie Vetrano ist mehr als nur herzlich. Nonno (Großvater) Salvatore (mittlerweile über 80), hat vor vierzig Jahren in Cloppenburg/Niedersachsen bei Pfanni (küchenfertige Kartoffelprodukte) gearbeitet. Seine jüngste Tochter Irene (42) hat demzufolge bis zu ihrem 12. Lebensjahr eine deutsche Schule besucht – daher kann man sich mit ihr ausgezeichnet auf Deutsch unterhalten. Nonna (Großmutter) Francesca ist 2009 leider infolge einer Bauchspeicheldrüsenkrebserkrankung verstorben. In der Familie leben noch die Fratelli (Brüder) Gino (45) und Mario (40). Weitere Geschwister sind Angelo (47, lebt mit Moglie [Ehefrau] Lucia in der Nähe von Cloppenburg), Giuseppe („Schwarzes Schaf“ der Familie, geschieden, lebt in der sizilianischen Nachbarstadt Sciacca), Sorelli (Schwestern) Angela (52, lebt mit Marito [Ehemann] Giuseppe in der Schweiz), Carmela (50, lebt mit Ehemann Dino im sizilianischen Santa Magherita) und Lina (lebt mit Ehemann Angelo im ebenfalls hiesigen Montevago).  Außer Mario, Gino und Irene haben alle Geschwister Kinder, die sich somit auf ein weiteres Dutzend summieren. Auch einige dieser Kinder sind schon Eltern. Damit besteht allein diese Sippe aus über 30 Personen. Jede Menge Zie (Tanten), Zii (Onkel), Cugini (Cousinen und Cousins), Cognati (Schwäger, Schwägerinnen und Schwiegereltern), Nipoti (Nichten, Neffen und Enkelkinder) und Pronipoti (Urenkel). Sie alle haben mich und meine Familie einfach an ihren Stamm angeschlossen. „Tu sei per me come un fratello“ = Du bist für mich wie ein Bruder. „La tua famiglia è la mia famiglia“ = Deine Familie ist auch meine Familie. Grazie anche tu – Danke, gleichfalls!

Weites, warmes Sizilien

Diese ausgeprägte Form der Familie und Freundschaft mag zugegebenermaßen ein bisschen an jenen angegilbten Roman von Mario Puzo erinnern, der Anfangs der Siebziger Jahre mit Marlon Brando und Al Pacino in den Hauptrollen als „Der Pate“ zu einem künstlerisch bedeutenden Werk der Filmgeschichte geworden ist. Selbst die Mafia behauptet seitdem gern, dieser stark idealisierende Film habe ihr Lebensgefühl genau getroffen – ein Experte für organisiertes Verbrechen nannte ihn sogar den „besten Werbespot für die Mafia, der je gedreht wurde“.

In den Straßen von Menfi - ein bisschen wie in den Kulissen von "Der Pate"

Man muss nur ein klein wenig sensibel sein, um die Seele von Don Vito Corleone und seinem Gefolge auf Sizilien tatsächlich zu spüren. Bei meinen Besuchen in Menfi wiederholt sich beispielsweise immer Folgendes: gleich am ersten Tag unternimmt einer der meist männlichen Familienmitglieder einen auffälligen Citycheck mit mir in meinem Auto. Der Grund ist rein prophylaktischer Natur: jeder kann sehen, zu welcher Familie ich und mein Fahrzeug gehöre – niemand sollte es auch nur wagen, mein Fahrzeug zu entwenden. Käme es dennoch dazu, wäre sehr schnell klar, wer sich an ihm vergriffen hat – man kennt offensichtlich seine Pappenheimer. Mit einem verschmitzten Augenzwinkern wurde mir gleich erklärt „… in einem solchen Fall: einfach Bescheid sagen und Ruhe bewahren. In weniger als einer Stunde ist der Wagen wieder da: vollgetankt und frisch gewaschen!“ Ich glaube, ich könnte mein Auto sogar offen in Menfi stehen lassen – ein Einheimischer würde sich sicher daneben stellen und darauf aufpassen.

Damals ...

In etwas mehr als einem Monat ist es endlich soweit – Menfi, otteniamo! Wir kommen! Wen diese Reise in die sizilianische Sonne interessiert, der sollte hier demnächst wieder hereinschauen.

Bis dahin Ciao – Leggiamo! Wir lesen uns!

El

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10 Responses to Estate in Sicilia

  1. Snoopy says:

    Klingt sehr interessant. Ein Kollege war jetzt auch zweimal dort und ist herzlich aufgenommen worden. Trotz der Armut die dort teilweise herrscht und ihn richtig erschrocken hat.

    Ich werde mich dieses Jahr wieder nach Dänemark begeben. Bis auf einmal hatten wir immer ziemlich gut mit dem Wetter erwischt. War vor 10 Jahren an der Ostsee und da war das Wetter durchgehend nass und kalt…

  2. bronx says:

    Hi El,

    hört sich fantastisch an und erinnert mich an Korsika, wo ich in L’Ospedale ähnliches erleben durfte. Wahnsinnige Gastfreundschaft, absolut familiäre Atmosphäre. So was warmherziges habe ich selten erlebt. Da entwickelt man schon Affinitäten, allein deswegen. Es ist ja nicht nur der Ort, auch die Menschen dort lassen einen schnell vergessen, das man eigentlich ein fremder ist.
    Ich bleib dran, lass lesen und grüsse alle deine Lieben von uns.

    Bronx

  3. Daemonarch says:

    Ich war ja früher mit dem Bus auch sehr oft in Italien, meist im Raum Lago Maggiore, Lago di Garda, in der Toscana oder im Raum Rimini…
    So weit südlich hat es mich aber noch nicht verschlagen.

    Dennoch mochte ich es sehr dort, und nur wer einmal eine Pizza in Italien gegessen hat, der wundert sich, warum es hier in Deutschland anscheinend nicht möglich ist sowas hinzukriegen.

    • Sandmann says:

      Da bin ich ganz bei dir 🙂
      Die erste Pizza in Frankreich war die beste seit Jahren. Die Franzosen können das auch……. Ach ja, Italien… ich genieße derweil meine Zeit an der Côte d’Azur, auch darüber wird man hier noch lesen 😉
      Und über Photovoltaik denke ich auch nach…

      Sandmann

      • El Gigante says:

        Für das Phänomen, dass das italienische Essen in Deutschland anders schmeckt als in Italy selbst, habe ich (allerdings GENAU umgekehrt) vor vielen Jahren mal eine Begründung von einem Italiener erhalten. Damals hatte ich in einem Ristaurante im Süden Kalabriens ziemlich teuer gegessen … aber das Steak war absolut zäh, die Pasta längst nicht mehr al dente, der Wein eher eine ungenießbare Beize und das Dessert-Eis lediglich kalt aber ansonsten geschmacklos.

        Dass es an vielen Orten Italiens offensichtlich am guten Essen hapert, wurde mir also absolut einleuchtend erklärt: „Alle Italiener, die gutes Essen bereiten können, arbeiten in der Gastronomie in Deutschland“. Klingt doch absolut plausibel, oder?

        Auf meinen/unseren Italiener hier in der niedersächsischen Provinz lasse ich diesbezüglich nichts kommen. Das Essen dort endet für mich regelmäßig mit ’ner Magenerweiterung … es ist sooo unglaublich lecker! Auch die Pizzen – aber die esse ich eigentlich eher selten. Schließlich gibt es noch so viele andere schmackhafte italienische Spezialitäten.

        Und auch das Essen auf Sizilien ist etwas ganz besonderes. Auf die mir bekannten sizilianischen Spezialitäten werde ich aber gesondert in meinen zukünftigen Beiträgen noch mal eingehen.

        Übrigens: mittlerweile firmieren in Deutschland häufig Restaurants, Pizzerien und sogar Eisdielen unter dem Label „italienisch“. Nicht selten sind deren Betreiber aber noch nicht ein Mal in ihrem Leben in Italien gewesen – sie sind eher in der Türkei, Syrien, Ägypten oder sogar Brasilien oder Mexiko geboren. Sie folgen hierzulande einfach dem guten kulinarischen Ruf der Italiener – wenn ein Italiener richtig gut läuft, ist dieser Laden nämlich eine Goldgrube. Sein Inhaber führt das Geschäft idealerweise mit besonderem, italienischem Cuore (Herz) und Temperamente … etwas, was niemand Anderes so kann!

        Also: nicht auf irgendeinen Pizzabäcker schimpfen – genau hinschauen (und auch hören)! Istanbul und Antalya liegen NICHT im Bereich der grün-weiß-roten Trikolore. Selbst Döner ist angeblich keine türkische Erfindung – er soll Anfang der 70er Jahre von einem Berliner kreiert worden sein.

        El
        *mjam* 🙂

        • bronx says:

          *Döner* ach so? Ist mir neu. Man lernt ja nie aus.
          Ich habe auf Korsika Gerichte kennen gelernt, die ich nicht mal im Traum hätte erahnen können. Hommus und Mezze waren damals neu für mich. Auch die Tatsache, dass Fleisch der Hauptspeise vorbehalten bleibt, gefällt mir.
          Da freut man sich doch auf’n Höhepunkt 😀
          Das alles lässt sich noch ausbauen, wie ich es von „meiner“ korsischen Gastfamilie erfahren durfte.
          (Kibbeh, Babah Ghanoush, Fatousch und vieles mehr).
          Alles überwiegend arabisch geprägt. Ich denke, das hat geschichtliche, vor allem kulinarisch überzeugende Gründe 😉
          Das schwierigste auf dieser wunderschönen Insel war eigentlich die Sprache. English ist (nicht immer) okay, Französisch (bei den „Alten“) nicht gern gesehen, bei der Jugend kein Thema, das korsische Idiom jedoch sehr schwer zu erlernen und zu verstehen. Hast du das, ist dir die Gewogenheit der Leute sicher. Ich schweife schon wieder ab, Shit..

          Bronx

          • El Gigante says:

            och … Bronx … ich lese dich gern! 🙂

            Mit Französisch hab ich’s gar nicht … also mit der Sprache 😀

            Auf Sizilien wird hauptsächlich sizilianisch gesprochen – etwa vom Sprachunterschied her wie Ostfriesisch oder Bayerisch zu Hochdeutsch. Da heisst beispielsweise Apfel auf Italienisch Mela und auf Sizilianisch Pumo. Oder Diesel Italienisch Gasolio (natürlich!) und auf Sizilianisch Napheta. Wenn ein braungebrannter Salvatore so richtig losnuschelt … ist schnell Schicht im Schacht – gibt er sich ein bisschen Mühe, versteh auch ich ein wenig.

            Auch ich schweife mit … du merkst es! 😉

            El

            • bronx says:

              El, ich muß grinsen, *Danke*

              es geht mir da wie dir. Nach dem ich korsisch erstmal rudimentär verstanden hatte, lösten sich viele kleine Missverständnisse in nichts auf. Das gab mir Sicherheit. Im osteuropäischen Raum heisst „Diesel“ übrigens Naphta. So viele Unterschiede gibts also scheinbar nicht 😉
              Ich lern gern was neues kennen. So wie seinerzeit in Kroatien, da musste ich es auch ganz schnell lernen, sonst wäre mit den Einheimischen gar nichts gegangen.
              „Hvala“ war das erste, was ich lernte.
              Hvala Bogu sagten die Alten, ich erfuhr erst später den Zusammenhang. „Gott sei Dank“, meinten sie. Die Tatsache war, die Serben waren durch.
              Sprachen machen Spaß, man kann sich viel besser hinein versetzen, danke für’s „mit schweifen“ 😀

              Bronx

              • El Gigante says:

                … und immer wieder Überraschungen:

                Ich stand mal in einem italienischen Örtchen weitab vom typischen Tourismus (ich LIEBE solche Gegenden!) in einem kleinen Lebensmittelladen. In der einen Hand habe ich eine Dose Cola 0,33l und in der Anderen eine damals ganz neu auf den Markt gekommene 0,5l-Dose. Typisch deutsch bin ich ganz versunken ins Rechnen, welche Dose denn nun die Preisgünstigere ist.

                Da raunt ein hinter mir entlang huschender kleiner Italiener mir auf fast perfektem Deutsch zu: „… also ich würd‘ die Große kaufen – die ist billiger!“

                Erstmal war ich RICHTIG perplex … und draußen hab‘ ich mich vor Lachen nicht wieder eingekriegt!

                Oder die Story: auf einer meiner ersten Reisen in den Süden Italiens war ich mit dem Bulli (als Wohnmobil) unterwegs und brauchte dringend frisches Wasser zum Zähneputzen etc. Also musste mein Wasserkanister wieder befüllt werden. Mühsam hatte ich aus einem Langenscheid „aqua bevete“ herausgepfriemelt … als ich jetzt italienisch stockernd vor einem Tankwart stehe und nach dem kostbaren Nass frage … haut der mir „man kann auch Trinkwasser sagen“ um die Ohren. 🙂

                Wenn Einer eine Reise tut …

                El

  4. Daemonarch says:

    Ja, sehr geil! Erinnert mich an meine erste Tour nach Cesenatico… Ich radebrech mir da einen zurecht, aus italienischen und englischen Brocken, mit Anmeldung, Zimmer, Gruppe & Co, und der Wirt guckt mich auch total interessiert an, und dann sagt der auf einmal

    „Boah, hört bloß auf zu versuchen italienisch zu sprechen, da kriegt man ja nen Krampf im Ohr“…
    Von meinem Gesichtsausdruck hätt ich gern ein Foto gehabt!

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