Fast-Food Beschleunigung

Ohne Kampf kein Mampf… oder umgekehrt?

60 Kilometer können verdammt lang sein!Gequält röhrt mein K70. Noch 60 Kilometer bis nach Hause. Das ist normalerweise für ein Mittelklassefahrzeug aus den Anfangssiebzigern keine Distanz. Da der marathon-metallic-farbene Fronttriebler jedoch für das diesjährige K70-Treffen mit dem Ziehen unseres Wohnwagens betraut ist, scheint er den Rest unseres Weges nur schwer zu überstehen. Denn die 90 PS des Oldtimers sind mit dem über eine Tonne schweren Mobilheim am Haken überfordert – einige Serpentinen des Wiehengebirges müssen aber noch überwunden (oder überwältigt?) werden.

Gasthaus "Zur goldenen Möwe"Hinter einigen Bäumen und Büschen am Straßenrand hockt auf einem riesigen Schild eine goldene Möwe – sollten wir vielleicht vor der nervigen Passfahrt noch schnell etwas essen?

Schnelles Essen, also Fast Food, bekommt man im Restaurant „Zur goldenen Möwe“… die Kinder brauchen wir natürlich nicht zu einem Mecces-Besuch überreden.

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Immer das Gleiche: NIEMAND geht zu Mc Donalds! Warum ist es dann hier so voll?Beim Einbiegen auf den Parkplatz schwant mir Böses: die gleiche Fast-Food-Idee haben heute offensichtlich sehr Viele gehabt.

Das Gespann parken wir rücklings auf einem Platz etwas abseits und stehen Sekunden später mit gefühlten hunderten anderen Hungrigen vor der Theke. Och neeeee – auf ewiges Anstehen haben wir ja nun wirklich überhaupt keine Lust.

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Abkuppeln für Fast-FoodMit wenigen Gesten ist die Familie wieder auf vorläufigen Rückzug gebracht.

Plan B: wir werden die bei Weitem nicht so frequentierte Bestellannahme für Mobilisten nehmen. Doch durch „Mc Drive“ passt der Wohnwagen nicht.
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Mit Überbreite bei Mc-DriveBestellen ohne Wartezeit

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Fast-Food an der wartenden Menge vorbeiBehände kuppeln die Kinder also den Wohnwagen ab – und auf in den Kampf.

Mit den nicht demontierten, ausgestellten Außenspiegeln zirkel ich den Wagen an die Bestellsäule. Unsere Wünsche werden sofort aufgenommen. „Bitte fahren sie vor zum nächsten Fenster“. Durch das kleine Schiebefensterchen der Auslieferungskabine ist wieder die betriebsame Hektik und die schwitzende Menge der Fast-Food-Willigen auszumachen.

Keine zwei Minuten später reicht man uns zwei warme Tüten und kalte Getränke ins Gefährt. Gas und weg – geschafft!

... Wiedervereinigung nach Mc-DriveLetzte Handgriffe... im Hintergrund wird schon gekaut

__________________________________________________________________________So gestärkt sind auch Serpentinen ertragbarWährend die technisch versierte Jugend wieder das von mir flugs rückwärts an die Anhängerdeichsel manövrierte Zugfahrzeug verbindet, werden auf dem nahegelegenen Tisch bereits die georderten Fressalien sondiert. Es ist gerichtet! Mahlzeit!

Na bitte. Trotz Menschenauflaufs sind wir schnell zu Fast-Food gekommen. Dumm darf man sein – aber zu helfen muss man sich wissen!

Sprach’s und überstand nun auch den Rest des Heimwegs.

El

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6 Responses to Fast-Food Beschleunigung

  1. Daemonarch says:

    Siehste… Trick 17, diesmal zwar nur für die Pappdelikatessen, aber damit bringt man es zu was im Leben! 😉

  2. Sandmann says:

    Bester El,

    eine wahrhaft gute Entscheidung des Gespann-Kapitäns 🙂
    Ich habe das hier in Kiel eher andersrum erlebt. Immer Mittags sind die McDurchfahr Schlangen ewig lang, und genervte Jungerwachsene warten in ihren überhitzten Tuning-Opelz mit laufendem Motor inmitten von stinkenden Abgasen darauf, dass die Großfamilie da ganz vorn ihre fünf Happy Meals, McRindfleischs und Eiswaffeln bekommt.
    Da gehe ich immer in den klimatisierten Gastraum und lasse mir den eigentlich NIE vorrätig im Regal vor sich hin abkühlenden BigMac frisch gebraten an den Tisch bringen…

    Ich bin bekennender McDö-Möger. Nicht immer, das macht dick, aber ich mag’s ab und an echt gern 🙂

    Warum bist du eigentlich nicht MIT dem Wohnwagen durch gefahren? Das hätte die Bilder noch einmal eine Stufe hochgesetzt 😀

    Sandmann

    • El Gigante says:

      Hi Sandmann,

      die Frage ist leicht zu beantworten: guck dir mal das 4. Bild „Abkuppeln für Fast-Food“ an. Das Mc Drive-Ziel-Tor (im Hintergrund) hätten wir sicher geschrottet! Eventuell wegen der Breite, ganz sicher wegen der Höhe – oben auf dem Wohnwagendach sitzt nämlich so ein komischer Antennenquirl (auf dem letzten Bild zu sehen).

      Übrigens – unter uns Mc Do-Mögern: ich kenne jemanden der mal bei Mecces gearbeitet hat. Von ihm habe ich erfahren, dass kein Restaurant der Welt derart kontrolliert wird, wie eben dieser Fast-Food-Gigant. Sie unterziehen sich auch selbst einer unglaublichen Qualitäts- und Hygienetortur. Nicht nur, dass das Gesundheitsamt nahezu täglich ein- und ausgeht, auch ihre eigenen Undercover-Agenten testen und bewerten rund um die Uhr nach strengsten Richtlinien.

      Andererseits weiß ich von namhaften Spitzenrestaurants, deren Köche und Auszubildende allzu nörgeligen Gästen Bierdeckel aufgeweicht, paniert, frittiert, und anschließend mit Tannennadeln garniert als Jägerfrikadelle serviert haben… und die „Opfer“ dann mit großem „Hallo“ aus dem Hinterhalt beim genüsslichen Verspeisen beobachtet haben.

      Wenn wir „auf großer Tour“ sind, besuchen wir fast ausschließlich Mc Donalds. Man kennt Preise und Qualität (entgegen deiner Aussage gibt es bei Mc Do. keine Ware, die schon lange auf den Gast wartet – es wird sehr strikt auf die Verfallszeit geachtet – unsere Kinder haben schon einige Male z.B. Apfeltaschen geschenkt bekommen, die zehn Minuten vor dem Ablauf dieser Zeit waren. Schlechtestenfalls MUSS die Belegschaft diese überlagerten Speisen wegwerfen!).

      Ich habe jedenfalls keine Lust auf Autobahnraststätten-Bockwurst für 6,-€ (!!!), die schon seit Stunden im heißen Dampf sauniert und schweineteure Kaffeeplörre, die alle sechs Stunden mit heißem Wasser vor dem Verdunsten bewahrt wird.

      So – Mahlzeit!

      El

      • Sandmann says:

        Bester El,

        unerwartet bekennende Worte, ansprechend belegt und rhetorisch gut verpackt. So überzeugt man Abtrünnige 🙂
        Was in meinem Fall wie schon beschrieben gar nicht nötig wäre.

        Auch ich habe mich schon öfter in überteuerten Autobahnraststätten gefragt, ob ich wirklich meinen Sanifair Bon gegen einen Bruchteil einer Nahrung eintauschen sollte, die schon angegilbt ist und nur einige Kilometer weiter im Landesinneren für die Hälfte zu erwerben wäre…

        Aber im Gegenzug habe ich auch schon bei besagter FastFood Kette für meine beiden Mädels und mich bei maßhaltigem Genuss fast 40 Euro gelassen! Okay, das war mitten in Zürich, wahrscheinlich hat man mich beim Wechselkurs über den Tisch gezogen…

        IN dem von dir so verhassten Frankreich, wo wir uns die kommenden 14 tage rumtreiben werden, ist unser Ziel Selbstversorgung. Mit dem Zweiplattengaskocher und 5 Kilo Propan. Zünd das!

        Sandmann

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