Iso Grifo. Ein Sandkastentraum.

Sagenhaft. Sa - gen - haft.

Sagenhaft. Sa – gen – haft.

In der Mitte des Lebens treibt das Verhalten eines Mannes seltsame Früchte. Die einen kaufen sich einen Sportwagen und brennen mit einem jungen Huhn durch. Die anderen kaufen sich ein junges Huhn und brennen mit einem Sportwagen durch. Die dritten finden aufgrund der klarer werdenden eigenen Sterblichkeit ihren Weg in die Religion. Und ich? Ich gehöre zur vierten Kategorie. Ich beginne, mein Leben und meinen Keller aufzuräumen. Und da findet sich neben allerhand nützlichem und überflüssigem Zeugs ein kleines, blaues Auto der Marke Matchbox. Bespielt, benutzt. Meine absolute Traumkarre damals. In der Mitte des Lebens bin ich in der Lage, verrückte Sachen zu machen. Also ziehe ich los, um dieses Matchboxauto mal im Original zu fahren.

Ich will mal wieder spielen.

Ich will mal wieder spielen.

Dieses kleine, blaue, abgewetzte Spielzeug war damals der schärfste Zahn in der Sandkiste neben dem Mack Kipplaster und dem gelben Pickup, auf dem ein weißer Löwe lethargisch im Kreis wanderte, wenn man damit fuhr. Es hat endlose Highways durch Rhabarberbeete bis zum Komposthaufen gemeistert, auf den Opa immer seinen Eimer ausleerte, wenn er mal wieder einen halben Tag lang in seinem Werkzeugkeller vor sich hin gebastelt hat. Dann hat es da immer ziemlich doll gestunken, und ich bin andere Highways gefahren. Türen wurden geöffnet und geschlossen, das BROOAAARR BROMM habe ich in Ermangelung eingebauter batteriebetriebener Soundmodule selbst geknödelt. Aber nie fiel der Blick auf die informative Unterseite des Autos, denn ich konnte noch nicht so gut lesen. Da steht ja immer, was für ein gutes Stück hier im Maßstab 1:64 aus Zinkguss nachgebaut wurde.

Steigen Sie doch ein.

Steigen Sie doch ein.

Jetzt, rund 35 Jahre später, drehe ich das kleine Auto um. „No 14 ISO GRIFO“, darunter die Zeile „Made in England“ und ganz unten „by Lesney“. Das war’s. Lesney. Den Laden gibt es seit 1982 nicht mehr. Und das Wörtchen „Superfast“ auf der leicht verbogenen Hinterachse besagt, dass sich diese Spielzeugserie von den anderen durch besonders leicht laufende Räder unterschied. Weil die Autos von Hot Wheels auf jedem Teppich schneller waren, die britischen Ingenieure mussten also nachlegen 🙂 Soweit zum in Metall gegossenen Text. Aber was ist das bitte für ein sagenhaftes Auto, so formvollendet, so elegant und so verboten sexy? Ein Batmobil? Eine Erfindung der Spielzeugindustrie? Iso Grifo, das klingt wie ein Kunstname. MB präsentiert: ISO GRIFO. *bong*

Ach, steigen Sie doch bitte WIRKLICH mal ein.

Ach, steigen Sie doch bitte WIRKLICH mal ein.

Die italienische Firma Iso Rivolta tauchte im Weltbild des noch vom Krieg gebeutelten Deutschland zunächst nur inkognito auf. Jeder von Ihnen wird das zweisitzige Rollermobil kennen, was bei BMW entstanden ist: die Isetta. Der kleine Knubbel war ein Design-Meisterstück der Italiener und wurde unter diversen Lizenzen in verschiedenen Ländern gefertigt. Als Erfüllung des Nachkriegstraums der Mobilität in Deutschland von 1954 bis 1962 allein 130.000 Mal. Aber noch lange nicht alles, was dort in der Nähe von Mailand bei Iso Rivolta entstand, hatte Kleinwagencharakter. Unter Mitwirkung des ehemaligen Ferrari-Mitarbeiters Giotto Bizzarrini, der Karosserieschmiede Bertone und dessen neuem, jungen Designchef Giorgetto Giugiaro entstanden verschiedene Coupés und Limousinen im Werk von Renzo Rivolta. Nein, sie entstanden nicht, sie wurden erschaffen. Weil selbst die genialsten Konstrukteure und Designer nicht mal eben ein neues Auto auf die Räder stellen können, wurde sich – wie so oft – in den Regalen diverser anderer Hersteller bedient. Und der dann wohl bekannteste Gran Turismo aus diesem Designerkonglomerat war – der Iso Grifo.

Böser Blick ganz ohne Kamei Leiste

Böser Blick ganz ohne Kamei Leiste

Ja, es gab den Iso Grifo wirklich. Das ursprüngliche Herz der italienischen Sünde war ein 5,4-Liter-V8 aus der Corvette, die Lenkung lieferte Burman, die manuellen und automatischen Getriebe kamen von Borg-Warner und ZF Friedrichshafen. Stationen der automobilen Legendenbildung, die mit dem kleinen Jungen in der Sandkiste so ungefähr ab dem Jahr 1971 diesen Planeten teilten, die mir aber ob meiner unbedingten Jugend nicht wirklich Interesse abrangen. Zwischen 1965 und 1974, also rund um meine eigene Geburt, wurden auch nur 412 Fahrzeuge gefertigt. Das schmälert die Wahrscheinlichkeit, dass ich im ländlichen Uelzen mal einen „in Echt“ gesehen haben könnte, wenn auch nur aus Versehen, manchmal brennen sich ja auch zufällige Bilder im Kopf ein und kommen in den Träumen wieder hervor. Aber nee. Der war einfach zu selten. Also kommen andere Sachen in den Träumen vor, leider nicht immer so schöne wie dieses Auto, und der blaue Flitzer wich irgendwann dem Funktionsspielzeug und anderem Teenagerkram. Mädchen und so.

Ich finde nur wenig Worte für dieses Auto

Ich finde nur wenig Worte für dieses Auto

Ich will ihn sehen, fühlen, fahren!
Also tu ich so, wie man tut, wenn man beruflich über alte Autos schreibt und durchforste das Internet. Treffer! YAY! Im Ruhrgebiet findet sich tatsächlich ein leibhaftiger Besitzer eines Iso Grifo, der nach einem Telefonat vor allem auch bereit ist, ihn in meine vertrauensvollen Hände und vor mein Kameraauge zu legen. Dem guten Mann gehört eine der verschwenderisch kräftigen 7-Liter-Versionen der ersten Serie. Davon wurden nur 50 Stück gebaut. Sieben Liter Hubraum! Das Triebwerk ist so gewaltig, dass die Motorhaube nach oben heraus erhöht werden musste. Diese kantige Hutze wird unter den Fans liebevoll das „Penthouse“ genannt.
Ich habe jetzt lange genug gewartet und bin ungeduldig, ein Termin ist schnell gemacht – ich will nicht nur träumen und mit meinem wieder aufgetauchten blauen Sandkistenauto durch das Wohnzimmer fahren, sondern ich will TRÄUME WAGEN. Ich tanke den dicken Diesel voll und rolle ins Ruhrgebiet. Vier Stunden Fahrt für ein Auto, was mich plötzlich so nervös macht wie ein Wiedersehen mit einer Exfreundin, die man 30 Jahre nicht gesehen hat.

Gegensätze ziehen sich an.

Gegensätze ziehen sich an.

Mein Herz klopft bis zum Hals, als der charmante Besitzer das breite Garagentor unter seinem Haus aufgleiten lässt und den Blick freigibt auf einen echten und (un)fassbaren Iso Grifo 7 Litri. Daneben steht auch noch ein Bizzarrini, aber das ist eine andere Geschichte. Draußen, vor den Toren des Grundstücks in gebührendem Abstand, steht meine Alltagskarre. Nein, sie ist mir nicht peinlich, denn die hat eine Berechtigung und ist eine treue Seele. Aber eine Seele von einem anderen Planeten als dem, auf dem ich gerade stehe. Was in einer anderen Zeit in meiner Sandkiste mittelblau, rechtsgelenkt und absurderweise mit einer kleinen knubbeligen Anhängerkupplung versehen war steht hier als dunkelrote, links gelenkte, rostfreie Schönheit mit schwarzem Leder. Ohne Anhängerkupplung. Es ist wirklich dieses Auto, was in meinen Kinderhänden wie selbstverständlich neben all den anderen SIKU und MATCHBOX Karren geparkt wurde. Ich fühle mich wie beim ersten Date und stammel unprofessionellen Mist vor mich hin.

Lass es raus, V8!

Lass es raus, V8!

Das Herausrangieren des Viertelmillionen-Euro-Schatzes überlasse ich dem Besitzer, umso genussvoller lässt sich von hier aus der bassige Sound aus den beiden Auspuffrohren genießen, durch die das verbrannte Super in einem herrlichen Stakkato die Symphonie aus sieben Litern für acht Töpfe ballert. So klingt also ein Iso Grifo. Gar nicht so sehr anders als mein BROAARR BROAM von damals im Gemüsebeet. In guten Zeiten trinkt das versammelte Orchester made in USA gern mal 25 Liter, belohnt sein Publikum aber mit mindestens 630 Nm Drehmoment und ungefähr 400 SAE-PS. Das genügte in den späten 60er Jahren, um in der Liga von Ferrari und Lamborghini vergnüglich mitzuspielen. Und diese Kraft wurde für den unvorbereiteten Bürger dieser Zeit in einen Body verpackt, der die makellose Schönheit der Venus von Urbinio mit Mona Lisas Lächeln zu einer Durchschnitts-Landpomeranze degradiert. Der Wagen hat (im Gegensatz zum Matchbox Pendant) sogar eine Kofferraumklappe, die sich öffnen lässt. Dieses Heck. Dieser Hintern. Ich glaube ich bin verliebt 🙂

Raum für ein kleines Täschchen

Raum für ein kleines Täschchen

An diesem Auto stimmt fast alles. Ein kleiner Haken (nein, nicht für Anhänger): Es erfordert ein wenig körperliche Verwindung, am Steuer Platz zu nehmen, als 1,90m großer norddeutscher Jung muss ich mich ziemlich unelegant verbiegen. Aber wenn man erstmal sitzt, passt es wieder. Hallo Cockpit. Genau so viele analoge Rundinstrumente wie Zylinder in V-Form geben mir sachlich Auskunft über das allgemeine und momentane Befinden des Autos. Kleine Schalter und Hebelchen verteilen sich großzügig über den breiten, hölzernen Armaturenträger, ich werde ihre Funktion heute nicht vollständig ergründen. Aber ich berühre sie alle, streichel andächtig über die Rundungen der Instrumente und fühle respektvoll das Holz. Es riecht so gut inmitten dieser Materialien. Mein Herz hört einfach nicht auf mit dem schneller Schlagen. Verdammt, ist dieses Auto schön!

In keinem Wohnzimmer ist es angenehmer als hier

In keinem Wohnzimmer ist es angenehmer als hier

Gang rein, Kupplung kommen lassen und los. Wir fahren den Iso durch die adretten Straßen mit den Schatten spendenden Bäumen bis zu einem hellen Schotterplatz. Das Getriebe schaltet sich hart und präzise, während für das dünne, kleine Holzlenkrad durchaus Männerarme notwendig sind. Hier wird man nicht von ungezählten Servomotoren umschmeichelt, hier muss man noch ein bisschen selbst arbeiten. Aber das macht man gern. Italienische Autos haben nie so richtig mein Herz erobern können, vielleicht vor allem, weil ich sie mir nie leisten konnte. Auch der Iso Grifo ist finanziell jenseits von allem Machbaren, was mir in den kommenden 20 Jahren so passieren wird, aber er ist anders. Es ist nicht seine Seltenheit. Es ist seine Form. Und wohl die Tatsache, dass diese Form eine der ersten ist, an die ich mich in der Sandkiste erinnern kann. Fahrer und Beifahrer sitzen gefühlt direkt auf der Straße, hart aber trotzdem komfortabel – wie es sich für einen klassischen GT gehört. Schulterblick – hinter den Sitzen kauert eine knappe Notsitz-Bank, gerade einmal geeignet für einen Maxi Cosy und eine Kiste Bier. Aber er ist immerhin ist es kein reiner Zweisitzer, das könnte als Argument für den jungen Familienvater von Bedeutung sein.

Zur Not ist auch hier noch Platz

Zur Not ist auch hier noch Platz

Trotz der dominierenden Heckscheibe, die formvollendet in der Kofferraumklappe zwischen den Rücklichtern ausläuft, wirkt das Auto unübersichtlich. Die Karosserieüberhänge sind zu elegant, die Seitenscheiben zu schmal und die Art, wie der Wagen seinen Fahrer umschließt, einfach zu passgenau. Über uns der Himmel, fischgrätenähnlich gelocht und makellos. Meine Augen haben Mühe, den Blick nach oben scharf zu stellen, kennen Sie das auch? Wenn man nach oben guckt ist in diesen gelochten Himmeln alles irgendwie leicht psychedelisch unscharf. Aber die Aussicht über die lüsterne Motorhaube und die „Penthouse“-Hutze ist sowieso wesentlich attraktiver 😎 Der Blick sollte also nach vorn gehen, so oder so. Und die Ohren auch.

Auf die Hutze, darunter ist der Himmel

Auf die Hutze, darunter ist der Himmel

Ich kann lediglich ahnen, dass dieses Kraftpaket made in Italy mit dem Herzen made in U.S.A. weniger als sechs Sekunden für den Sprint auf 100 km/h benötigt und der Vortrieb irgendwo erst weit hinter echten 270 km/h aufhört. Wir können das hier nicht ausfahren, aber der Grifo flüstert es mir, grummelt es mir über den Nacken, bollert es mir durch den Rücken. Ich lasse den V8 noch einmal aufbrausen, bevor ich den Schlüssel drehe und zur Besichtigung nach vorn gehe. ROOAAARRRRR bullerbullerbuller. Ja, der kann das, daran besteht kein Zweifel.

8 Töpfe für ein Halleluja

8 Töpfe für ein Halleluja

Ich schäle mich aus dem Sitz und gehe noch einmal um den Hybriden herum, der raubkatzengleich auf dem Schotterplatz kauert. Meine rechte Hand umgreift unbemerkt das kleine, blaue Spielzeug in meiner Hosentasche. Ich habe den Auslöser dieses Treffens dabei. Schauen Sie sich diese Doppelscheinwerfer in dem gitterähnlichen Grill an. Die Lufteinlässe an den Flanken, die perfekten Proportionen von Reifengröße und Gürtellinie. Die Art, wie diese unglaubliche Dachform nach hinten ausläuft und in einer konkaven Heckblende endet, als hätte ein verliebter Maler mit präzisem Daumen seinem Gesamtwerk noch einen letzten Schliff gegeben… Das Heck ist für mich eins der schönsten in der Geschichte des Automobils. Konkav mag ich ja ohnehin. Mein Granada Coupé hat auch ein konkaves Heck. Er fehlt mir plötzlich. Ich fühle mich, als würde ich fremdgehen. Und es fühlt sich geil an.

Dieser ARSCH. Ich liebe ihn.

Dieser ARSCH. Ich liebe ihn.

Am Himmel über Dortmund brauen sich kontrastreiche Regenwolken zusammen. Das ist toll für die Fotos, aber doof für dieses Auto. Regen soll es nach Möglichkeit nicht auf den Lack bekommen – ich muss schweren Herzens wieder Abschied nehmen. Und ich hab ja auch noch den ganzen Rückweg vor mir. Ciao, Iso. Ab in die Garage zu dem Bizzarrini.
Als auf der Autobahn zurück in den Norden die ersten, dicken Tropfen auf die Scheibe meines Kombis klatschen, kommt mir der eben gefahrene Italiener irgendwie schon wie eine Fata Morgana vor. Bin ich gerade wirklich in einem Iso Grifo gefahren? Krass. Ich ziehe auf den nächsten Rastplatz, kaufe mir irgendwas sehr ungesundes zu Essen und gucke auf dem Kameradisplay die Bilder durch. Tatsächlich. Ich hab’s getan. Und ich bin mir sicher: Es hat nach dem Aus für Iso Rivolta 1974 nie wieder so ein Auto gegeben. All seine zeitlosen, wegweisenden Details hatten schon als Matchbox-Auto Spuren in meinem Kopf hinterlassen, haben sich eingebrannt. Kinder und Betrunkene sagen die Wahrheit. Und ich bin stocknüchtern.

Ich sitze drin. Ich sitze drin!!!

Ich sitze drin. Ich sitze drin!!!

Hallo Alltag. Hallo Kiel. Ich schreib dann mal meinen Artikel, während vor den Fenstern draußen graue Kleinwagen vorbeifahren. In der Mitte des Lebens habe ich ein kleines Geheimnis aus der Sandkiste gelüftet. Man sollte sich viel öfter vornehmen, endlich mal die Karren selbst zu fahren, mit denen man schon in den 70ern durch Omas Gemüsebeete geballert ist.
Es kann nicht nur an den vermeintlich sorglosen Jahren der Kindheit liegen, dass ich das Gefühl habe, heute dem mit Abstand schönsten Auto der Welt begegnet zu sein.

Sandmann

ISO GRIFO 7 LITRI SERIE 1, 1969
Motor: V8, GM Corvette Big Block
Hubraum: 6.998 ccm
Leistung: 400 SAE-PS bei 5.200/min
Drehmoment: 630 Nm bei 3.600/min
Höchstgeschwindigkeit: mehr als 270 km/h
Beschleunigung von 0 auf 100: weniger als 6 s
Getriebe: Fünfgangschaltung von ZF
Antrieb: Hinterrad auf DeDion-Achse
Länge: 4.430 mm
Breite: 1.770 mm
Höhe: 1.220 mm
Gewicht: 1.400 kg
Bereifung: 225×15
Stückzahl: 412 (7-l-Version ca. 50)

Fotos: Jens Tanz

www.IsoRegistry.com

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Über Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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17 Responses to Iso Grifo. Ein Sandkastentraum.

  1. Bastian sagt:

    Hey Sandmann,

    Wie kann ich das nachvollziehen. Die Ausstrahlung, die diese Supersportwagen der Ära hatten, ist durch keinen Retrotrend reproduzierbar. Ich denke da gerade mit Grausen an den neuen GT 40. Für mich war der Traum schlechthin ein Miura. Einen Ghibli oder Daytona hätte ich aber auch nicht von der Bettkante gestoßen.
    In Langenfeld gab ( oder gibt?) es eine Ferrari-Werkstatt, in der ich als 15-jähriger mal die Gelegenheit hatte, in einem Stratos Platz zu nehmen, bzw. mich reinzufalten. Unvergesslich! So fernab jeder Vernunft oder allem praktischen. Ich hätte mich auch in eine Apollo Kapsel setzen können, der Unterschied wäre damals für mich marginal gewesen. Direkt daneben stand ein Ferrari 400i von Nino de Angelo zur Inspektion. Komisch, aber das Gehirn merkt sich ab und an den blödsinnigsten Scheiß. Warum weiß ich noch, dass der Nino de Angelo gehörte? Kennt den überhaupt noch jemand? Was der wohl heute macht? Egal, ich schweife ab. Jedenfalls war der Grifo für mich von der Ausstrahlung her absolut auf Augenhöhe, auch wenn er im Vergleich zu den anderen Italienern den simpelsten Motor hatte. Schöner Bericht, mach doch da ’ne Serie draus.

    Gute Nacht
    Bastian

    • Sandmann sagt:

      Ay Bastian,

      na klar kenne ich Nino de Angelo 🙂 Der hat doch „Jenseits von Eden“ in die Augen und Ohren derer geschmachtet, die von Modern Talking noch nicht ganz die Schnauze voll hatten und sich in den späten 80ern mit Rockmusik als Protest zugedröhnt haben 😉

      Den Lancia Stratos kenne ich, genau wie den Pantera aus dieser Zeit, nur von meiner TCR Autorennbahn…… Drin gesessen habe ich nie,, geschweige denn damit gefahren. Aber für ne Serie sind diese Autos einfach zu selten. Ich bleib lieber dabei, mich nicht auf Marken oder Länder festzulegen und fahr das, was grad da ist 🙂

      Sandmann

  2. Bastian sagt:

    Wer in den 80’ern groß geworden ist, könnte übrigens Gefallen an diesem Podcast finden: http://younginthe80s.de Aber auch später geborene verstehen danach vielleicht so manches besser 😉
    Ich habe bisher die Folgen „Werbung“ und „Computerspiele“ gehört und die Jungs machen das wirklich klasse und kurzweilig. Ist zwar off topic, aber ich dachte mir, die 80’er schauen in diesem Blog so oft rein, das könnte vielleicht wen interessieren.

    • Sandmann sagt:

      😀 😀 😀

      Dieser GANZE Blog ist bisweilen Off Topic 😉 das passt schon. Danke für den Link. Ich werde mich mal reinhören, allerdings bin ich kein ausgesprochener Fan von Podcasts. Ich gucke auch fast kein Fernsehen und höre Radio nur nebenbei. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich jeden Tag so viel schreibe und im Netz rumzwitscher (ich habe ja auch noch einen richtigen BERUF…..), dass mir dann nach Feierabend ein Glas Wein, eine schöne warme Frau an meiner Seite und eine platte Serie genügen, um glücklich zu sein…
      🙂

      Sandmann

  3. froupe sagt:

    Moin,
    ein wunderwunderschönes Auto!
    Habe neulich meinen ersten Ghibli in real gesehen. Er stand vor dem örtlichen Maserati Händler und ich habe ihn beim Vorbeifahren gar nicht erkannt, nur aus den Augenwinkeln einen unfassbar flachen und formschönen Wagen bemerkt. Blinker raus, halsbrecherisch auf den nebenliegenden Parkplatz geschossen und anschließend 10 min um den Traumwagen geschlichen. Normalerweise ist mir so etwas total peinlich aber dieses mal nicht. Ich war einfach überwältigt. So flach, und so formvollendet. Ein älterer Herr stellte sich neben mich und schaute mit. Ich meinte dann, dass der Wagen unfassbar schön sei. Er antwortete, er sei ihm langsam zu unbequem. Probleme haben manche Leute.
    Das Gute ist, ich bin kein bisschen neidisch. Einen Maserati kannst Du nicht einfach fahren, diese Denkmale muss man der Nachwelt erhalten. Da lobe ich mir mein Altblech, der ist auch ganz nett, aber die Welt geht nicht unter, wenn ihm etwas passiert. Leider mussten wir unsere nette Plauderei nach kurzer Zeit abbrechen, da ich dringend Kinder einsammeln musste. Getröstet hat mich der Satz: „Sie sind viel zu gross, Sie können gar nicht anständig sitzen in dem Wagen.“ Aber hey, dass hätte ich schon gerne selber ausprobiert. Ratet mal, wer jetzt immer genau guckt, was für Autos bei dem Händler vor der Tür stehen. Aber nur noch Langweiler.
    Warum waren diese Autos so schön? Und warum sind es die heutigen Sportwagen nicht mehr? Liegt es an in das Blech gepressten Emotionen, die man damals einfach nicht benötigte?
    Nun ja, einen schönen Tag. Gruß froupe

    • Sandmann sagt:

      Ay froupe,

      oh ja, ich sehe dich förmlich da rumschleichen. Ich hätte das genau so gemacht. Nein. Falsch. Ich wär zu dem Händler rein, hätte ne Visitenkarte rausgeholt, Kennzeichen angebaut und ne Geschichte mit Ausfahrt draus gemacht 😉

      Warum in den 60ern und 70ern so wundervolle Autos entstanden sind lag meiner Meinung nach am gesamten Zeitgeist. Damals war die Welt ein bisschen bunter und langsamer, da legte man auf andere Sachen Wert als heute. Wie willst du im Geiz-ist-Geil Zeitalter, wo um jeden Preis designed werden muss, egal ob es Sinn macht oder nicht, schöne Formen schaffen? Das interessiert doch fast niemanden der Käufer mehr. Glaube ich.

      Aber egal, so lange es alte Autos gibt muss man ja keine neuen fahren 🙂

      Sandmann

  4. Will Sagen sagt:

    Hach, echt schön!
    Die Rückleuchten sind vom Alfa Bertone, wa?

    Ich hab auch mal nen Grifo fotografiert. Ist aber nicht ganz aufs Bild gekommen. 🙁

    • Sandmann sagt:

      Ay Will,

      na, die wunderschöne Heckscheibe hast du doch gut eingefangen 🙂
      Bei dem Auto hat man sich bei so einigen Bauteilen an der Serie bedient, das war ja gang und gäbe (schreibt man das so?). Aber das Gesamtkonzept passt beim Iso Grifo wirklich in wundervoller Perfektion…..
      Ich muss da irgendwann noch mal hin……

      Sandmann

  5. SteffenG sagt:

    Woah….!

    Unfassbar schönes Auto! Ein klassisches Konzept mit viel Bums und klassischem Fahrwerk, kombiniert mit wunderbarem Design – viel Stoff für feuchte Männerträume!

    • Sandmann sagt:

      Ay Steffen,

      jaaaaa 🙂 Ich relativiere solche Träume für mich selbst allerdings immer, weil ich lieber von etwas träume, was ich auch verwirklichen kann. Alles andere hinterlässt bei mir immer einen Hauch von Unzufriedenheit. Und der Grifo ist leider sogar in völlig desolatem Zustand fern von Gut und Böse. Ich habe gestern mal spaßeshalber bei ebay nach Teilen geguckt. Blinkergläser 950 Euro, Stoßstange 1300 Euro. Und so. Nee neeeeee.

      Ich schieb noch ein bisschen mit dem Blauen durch meine Sandkiste 🙂

      Sandmann

  6. SteffenG sagt:

    Danke!

    Ja, eigentlich schrieb ich nicht nur einen Satz über feuchte Männerträume. sondern etwas mehr zum Thema Ghibli und dessen wahnsinnigen Klang.
    Wordpress hat mich offenbar zensieren wollen.

    Und zu den Matchbox Fahrzeugen die sich in meiner „Garage“ tummelten schrieb ich auch was. Das waren nämlich ein Z28 und ein Sierra. An den Rest kann ich mich nicht erinnern. Z28 habe ich schon gefahren, Sierra steht noch aus. Ob der wirklich so Spuruntreu ist, dass man permanent korrigieren muss? So wie Colt da immer am Volant saß, sah es eher so aus als ob er einen Alpenpass hochfährt statt auf einer schnurgeraden Straße…

    Steffen

    • Sandmann sagt:

      Oh.
      Ja, je nach Netzanbindung macht WordPress manchmal, was es will. Ich empfehle bei langen Kommentaren, sie vor dem „Kommentar schicken“ einmal zu kopieren 😉
      Das hat anscheinend leider auch schon unseren lieben Bronx hier vertrieben, der hat auch ein paar Zeilen in den Äther geschossen…

      Sag mal mit „Sierra“ meinst du diesen fetten Pickup, über den ich auch schon schrieb, oder? Den hier:

      http://www.sandmanns-welt.de/wenn-colt-seavers-alter-wird/

      🙂

      Sandmann

      • SteffenG sagt:

        Genau diesen Hobel.

        War ja damals genau die Zeit. Die wildern 80er. Im Osten gab es ja nicht so viele Matchbox Autos. Hin und wieder zu Weihnachten oder zum Geburtstag. Die haben neu immer so nach …äh… Matchbox? gerochen. Ach ja, einen 944er hatte ich damals auch noch.

        Den Text hatte ich auf dem Tablet geschrieben. Ist ja nicht so wild.

        Steffen

  7. Thorsten sagt:

    Hallo Sandmann!

    Genau dasselbe Matchbox-Modell durfte ich in meiner Kindheit in den 70ern mein eigen nennen. Als ich um 89 auf einem Ami-Treffen in Bad Zwischenahn mal einen live anschauen durfte, bin ich wohl eine geschlagene Stunde drum herum geschlichen.
    Es sind nur wenige andere da, die mein Formempfinden für den klassischen GT ähnlich geprägt haben, da wären vielleicht noch Fiat Dino und Aston Martin DB5. Ein Traum!
    Leider geht es mir so, wie vielen anderen. Mein Geiz (oder mein lausiges Einkommen…) haben mich sowas nie besitzen lassen, für ein paar Sechszylinder hats immerhin mal gereicht. Und heute schlage ich mich mit schnöden Alltags-Altkarren rum….

    Ansonsten: Weiter so, dein Blog fesselt mich schon gern mal…

    • Sandmann sagt:

      Ay Thorsten,

      ich möchte nicht das Wort GEIZ lesen, wenn du zugibst, dir keines der genannten Autos gekauft zu haben 😉 Die kosten mehr, als andere Menschen für eine Eigentumswohnung bezahlen. Da ist schon ein gewisses Verständnis da, wenn man es nur beim Träumen belässt.

      Wenn ich in deinen vorletzten Satz so etwas wie Unzufriedenheit reininterpretieren darf… dann stell doch neben deine „schnöde Alltagskarre“ einen preiswerten, zuverlässigen Oldtimer. Auch Autos, die nicht aus dem Italien der 60er und 70er kommen machen Spaß und entschleunigen. Ich empfehle da meine Audi 100 Rubrik 😀

      Sandmann

  8. Ralf sagt:

    Hallo Sandmann,
    ich beneide dich um die Erfahrung mal einen Grifo fahren zu dürfen. Ist schon seit vielen Jahren mein Traumauto, aber leider finanziell nicht machbar. Den kleinen blauen habe ich auch noch. leider fehlt eine Tür. Ich bin der Meinung das man heute mit moderner Technik in der Grifo Karosserie viele Käufer finden würde. Man könnte ja unterschiedlich starke Motoren anbieten.

    • Sandmann sagt:

      Ay Ralf,

      hui, da bist du aber über einen ganz alten Artikel gestolpert 🙂
      Der Iso Grifo ist ein absoluter Traumwagen. Ob es dafür heute einen Markt gäbe kann ich persönlich nicht einschätzen (ich bin ja auch nicht die Zielgruppe). Es gibt ja dieser Jahre diverse Neuauflagen alter Sportwagen, vielleicht erbarmt sich jemand des Iso?

      Wenn du einen Investor findest – ich gestalte die neue Karosse gern mit 🙂

      Sandmann, grad ein Strandmann

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