Menschen, Autos, Emotionen – das 1. Sandmanns Welt-Treffen

Es ist endlich Samstag, der 5. Mai 2012 – und es ist gerademal 8.30 Uhr.

Ich fahre zu dieser für einen Samstagmorgen für mich ungewöhhnlich frühen Stunde mit Sohn Lukas im A2 zu einem besonderen Date, für das es auf jeden Fall lohnt, sich so früh aus dem Bett zu quälen (bitte jetzt nicht über mein Langschlafverhalten meckern – gestern, also Freitag, habe ich immerhin noch bis kurz vor 21.00 Uhr gearbeitet … und war anschließend ziemlich platt!). Eine gute halbe Stunde später kopiert ein Autoverkäufer meinen Ausweis und Führerschein – zum Dank erhalte ich den Autoschlüssel und die mündliche Einweisung in die Bedienung eines Fahrzeugs. Wenige Sekunden später probe ich meinen ersten Schritt in eine unbekannte, neue Zukunft.

Dieser Augenblick ist einerseits sehr ersehnt und andererseits nicht zu fassen: ich halte das Lenkrad eines Mitsubishi i-MiEV in der Hand, drehe den „Zündschlüssel“ (was zünde ich damit eigentlich?). Typisch japanisch piept es irgendwo aus dem Cockpit und auf dem Display steht plötzlich in grüner Schrift „Ready“. Den Automatikwählhebel auf „D“ und den rechten Fuß auf das Gaspedal … schon wieder so ein unpassender Begriff – Gas – hier strömt kein Gas, weder in irgendwelche Vergaser, noch in den Fahrgastraum noch sonstwo.

i-MiEV: Teil 1 von 3 der Überraschung

Doch bevor man sich über diese falschen Begriffe richtig ärgern kann, wird man von absolut lautlosem Losgleiten von 1200 Kilogramm Autochen überrascht. Heeeeeeeeeee – da fehlt doch was … wo ist das – wie auch immer geartete – Startgeräusch eines fahrenden Kraftfahrzeugs? Einunddreißig Jahre habe ich mich an dieses mehr oder weniger kraftvolle Brummen, Dröhnen, Schraddeln, Knattern gewöhnt – es gehört doch quasi zum täglichen Leben wie das regelmäßige Atmen. Und jetzt gleitet dieses kleine unverschämte Auto lautloser davon als ein Fahrrad.

I-MiEV: … und es fährt doch … und sogar gut!

Aber auch diese Überraschung wird gleich noch getoppt. Der sanfte Druck auf das „Gaspedal“ setzt augenblicklich respektable 180 Newtonmeter frei – die kleine Kiste auf ihren schmalen 15-Zöller-Reifchen (vorn 145er, hinten 175er) beschleunigt wie ein Rennwagen, das Überholen eines anderen Verkehrsteilnehmers gelingt problemlos – wenn der wüsste, dass wir „nur“ mit einem Elektromotörchen „bewaffnet“ sind!

Mein Blick bleibt beim Fahren immer wieder an der Verbrauchsanzeige haften. Man kommt im Bereich der „Eco“-Anzeige fahrend prima voran – ist mit diesem Auto also alles Andere als ein Verkehrshindernis. Beim „Gas“ wegnehmen rutscht der kleine, rote Verbrauchszeiger sofort in den „Charge“-bereich: die Energie, die im Schiebebetrieb erzeugt wird, fließt direkt wieder in den Akku zurück.

Ganz frisch auf dem Markt: Renault Twizy … macht richtig Spaß

Es ist immer noch „früh“ am Morgen … und wir haben schon so viel Neues erlebt. Fast könnte man den Grund unserer Probefahrt vergessen – denn eigentlich ist es keine Probefahrt, sondern eher eine Überführung. Dieser i-MiEV ist nämlich der heutige Überraschungsgast einer ganz besonderen Veranstaltung. Genau genommen ist er ein Drittel der Überraschung, denn wir holen gleich noch einen weiteren i-MiEV und obendrein sogar noch einen soeben am Markt eingeführten Renault Twizy.

Bei der besonderen Veranstaltung handelt es sich um das 1. Sandmanns Welt-Treffen in Drebber, für dessen Organisation meine Familie verantwortlich zeichnet.

„I’ve got crazy“: Werben für das Treffen

Bereits Anfang Dezember des vergangenen 2011 entstand meine Idee, die Kommentar- und Artikel- Aktivisten aus „Sandmanns Welt“ mal bei einer Zusammenkunft persönlich kennen zu lernen. Diese Vision fand in der Internetrunde regen Anklang und ich begann mit der Planung. Um die internetheimische Gemeinde standestypisch zu organisieren, wurden Ort und Zeitpunkt des Events per Online-Umfrage entschieden. Am 7. Januar hatte dieses demokratische Voting ergeben, dass wir uns am 5. und 6. Mai 2012 in Drebber bei mir, El Gigante, treffen werden.

Es galt, sich also auf den 5. Mai vorzubereiten. Euch, mich und uns!

Eigentliches Logo

Abgewandeltes Logo

Wahrheit …

… und Pflicht?

… meine Photoshop-Künste wieder

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Da ich mir bei „Sandmanns Welt“ als Verfechter von Natur und Zukunft mit häufig nöhligen Kommentaren über protzige, großvolumige, trinksüchtige und unvernünftige Kraftfahrzeuge einen Namen gemacht hatte, lag es mir besonders am Herzen, für diesen besonderen Anlaß noch ein i-Tüpfelchen zu präsentieren. Was ich durch das Blättern im Februarheft der ADAC-Motorwelt auch gleich fand (Titel „Autos der Zukunft“ – 4 Sterne im NCAP Test Mitsubishi i.MiEV) … DAS wär‘ doch was!

Mittlerweile hatte sich ein Dutzend Sandmanns Welt-Jünger zur Teilnahme bereit erklärt – ein einziges Probefahrzeug wäre daher wohl für einigermaßen eindrucksvolle Testfahrten ein bisschen wenig gewesen. Also fragte ich gleich bei zwei Händlern in der Umgebung nach der Möglichkeit je einer Leihgabe – dem wurde auch sofort stattgegeben. Ein baugleicher PEUGEOT iOn war übrigens beim besten Willen nicht zu bekommen – der einzige Händler in der Nähe bezweifelte die Möglichkeit, solche Fahrzeuge des, seiner Meinung nach, zu hohen Preises wegen überhaupt verkaufen zu können und suchte dementsprechend auch keinen Weg, einen iOn zu besorgen. Zu spät habe ich übrigens erfahren, dass es den i-MiEV auch als CITROEN C-ZERO gibt.

Ein paar kleine Bedenken hatte ich natürlich bezüglich der Akzeptanz in der zu erwartenden Gruppe – eben Liebhaber von V8-Motoren und Benzindämpfen. Besonders aufgrund der schon hin und wieder mal veröffentlichten einschlägigen Andeutungen beim Thema „Elektroautos etc.“. Das verborgene (aber sicher vorhandene) Risiko von Absagen habe ich einfach durch den Überraschungseffekt beseitigt. Und die Fangemeinde biss willig an! Allerorten begannen Spekulationen und Mutmaßungen zu sprießen.


 Mutig heizte ich das Rätsel durch ein Video an – verpackt als „Vorstellung des niedersächsischen Dorfes Drebber“, der ausgewählten Location – gab es im Anschluss noch ein heiteres Gegenständeraten – unter Anderem auch ein Kurzzeitkennzeichen (für Probefahrten) und eine handelsübliche Kabeltrommel (… für wohl welchen Einsatz?). Ups – einige eifrige Quizkandidaten trafen fast … ich schwieg lieber.

Übrigens: die Kabeltrommel hätte NICHT EINEN Ladevorgang überlebt! Die 16 Ampere hätten ihr auch im abgerollten Zustand einen glühenden Garaus gemacht. Eine der Werkstätten berichtete mir von ineinander verschmolzenen  Dreifach-Steckdosen und riet mir dringend, NUR DAS MITGELIEFERTE LADEKABEL zu benutzen … was ich natürlich beherzigte.

CUT

Full House – es geht los!

Einigermaßen pünktlich gegen 12.00 Uhr rollen die Teilnehmer auf den Platz vor unserem Haus – und machen große Augen. Im letzten Augenblick haben wir sogar noch einen RENAULT Twizy ergattert – den hatte ich letzte Woche noch in der Zeitung, im Internet und im Fernsehen entdeckt: ein kleines zweisitziges Elektroauto – mehr ein Elektorquad mit Kunststoffkarosserie. Damit standen jetzt drei rein elektrisch betriebene Fahrzeuge für die Motorjünger von Sandmanns Welt zur Verfügung. Mittelpunkt und Stoff für stundenlange Gespräche, ausgiebige Probefahrten mit viel Spaß, einigem Erstaunen, großem Interesse und somit spürbarem Erfolg – für MICH!

SOWAS hatte der Wajemanns Kamp noch nicht gesehen … und gehört

Als der Sandmann mit einem grollenden 5.0 Liter V8-Mustang GT ums Eck biegt und auf den Menschen- und Fahrzeugpulk zurollt, entfährt ihm beim Anblick der Elektrofraktion ein „Was ist denn hier los, ich glaub‘ mir wird jetzt schon schlecht!“ Doch diese vorschnelle Aussage bleibt ihm bei der nachfolgenden Begrüßung der durchweg von der hier dargebotenen Zukunftsmobilität angetanen (um nicht zu sagen stellenweise begeisterten) Anwesenden irgendwie im Halse stecken.

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Grabber blue meets ASTRA Rotlicht

… eben noch auf der Showbühne – jetzt im Spaßcenter: der Sandmann!

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Und so findet man den eben noch im düster grollenden 412-PS-Bolliden Dahinschmachtenden nach einem kleinen Astra „Rotlicht“ (Steffi sagt „Pornobier“) schnell auf dem blauen Kunstledersitz des davonsirrenden Twizy, wo er laut vor Vergnügen johlt und Minuten später überraschend begeistert zurückkommt. Ähnliches im i-MiEV.

Twizy: Einsteigen und Spaß haben

Twizy-Rücken

Twizy Display – mehr braucht kein Mensch!

Twizy Schaltung: Einfacher geht’s nicht!

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Meine Überraschung gefällt ausnahmslos ALLEN – puuh … zum Glück. Aber ein Wagnis war’s schon, oder?

Doch – auch El Gigante findet im i-MiEV Platz

Steffi (SeineKleineSchwester) hat Spaß am Twizy

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Wir sind jetzt nahezu vollzählig! Mit seinem roten Fiat Spider (Bj. 1979) aus Stuttgart – und damit wohl mit der weitesten Anreise: Christoph Hain (Snoopy), mit seinem weißen Astra Kombi ist Maik Mrugalski (Daemonarch) aus Dortmund angereist. Angelina Grunwald und Marco Mayrhans (Bronx) mit ihrem Opel Senator aus Dahlewitz/Brandenburg, aus Blomberg/Ostwestfalen ist Michael Biere (micklip) mit seinem VW Polo 6N dabei, ihren Mercedes SLC und die Freundinnen Astrid und Claudia hat Manuela Zeunges aus dem schleswig-holsteinischen Mollhagen mitgebracht, meine Frau Olivia fährt meinen Audi A2, ich selbst (El Gigante) meinen VW K70 (Bj. 1973 – der wohl Älteste in der Runde). Der spektakuläre Ford Mustang GT vom Sandmann ist eine spezielle „TRÄUME WAGEN EDITION“ und gehört dem Verlag, für den er schreibt – er brachte übrigens Stephanie Müller (SeineKleineSchwester) aus Rendsburg mit. Etwas später stoßen auch noch Tobias und Verena Weibel aus Lemförde mit ihrem Audi V8 dazu.

So sehen Zweimeterfünf im Twizy aus

Eine illustre Gesellschaft möchte gern mal eine Runde mit dem K70 drehen – mein Sohn Lukas geleitet sie mit einem i-MiEV durch die Gegend. Auch mein Audi A2 geht auf Fahrt – und überzeugt Bronx und Angelina. Zwischen Erzählen, Kuchenessen und Elektroautosfahren kommt schließlich auch der Mustang ins Spiel … Jens präsentiert grüppchenweise das „Donnergrollen im Moor“ … was mir zunächst jedoch nicht auffällt. Vertieft in Gespräche werde ich plötzlich durch ein kehliges VROOOOAAAAAAMMMMM unterbrochen … an manchen ruhigen Sommertagen hört man solche Geräusche schon mal aus der Ferne … meistens sind es leistungsstarke Bikes, deren Motoren bis an die Drehzahlgrenze gebracht werden.

Doch das heutige grimmige Fauchen klingt anders – und ich kann es später auch nachvollziehen: unser Sandmann gibt auf einer geraden Strecke im Moor (in immerhin fast vier Kilometern Entfernung) 412 wilden Mustangs die Sporen – und 5 Liter Hubraum bieten den dazu passenden Resonanzkörper. Die norddeutsche Tiefebene bietet dieser Symphonie keinen Schallschutz – der Sound wird ungehindert über viele Kilometer weitergetragen.

Das einzige Foto, was mir während der Fahrt im Mustang gelingt

In der letzten Gruppe quetsche auch ich mich in die Tiefe des amerikanischen Ledersessels … für einen Riesen wie mich ist es eigentlich zu eng in dieser Kanonenkugel – doch es gelingt, mich so in das Interieur hineinzufalten, dass sich die Tür doch noch schließen lässt. Der Sandmann versucht mich auf der Fahrt zur Startrampe schon auf die Unvernunft dieses Fahrzeugs vorzubereiten … Jahaaaa – ich WEISS es ja!

Es bollert vorne … es dröhnt hinten … in der Kurve zerren beachtliche Fliehkräfte an meiner mühsam hochgehaltenen Kamera, mit der ich trotzdem während der Fahrt kein vernünftiges Bild zustande kriege. Der Sandmann meldet die Angaben des Tachos … 120 … 160 … 180 … dann bereite ich mich auf den Überschallknall vor … oder auf den Zeitpunkt der Schwerelosigkeit? Jens will aber nun wenden … muss also bremsen. Mir fällt der Rekuperationsmechanismus der kleinen Elektroautos ein … aber nein – die eben aufgebrachte überdimensionale Menge an aufgewendeter Beschleunigungsenergie in Form teuren Superkraftstoffs erzeugt an den Mustangbremsen lediglich wertlose Hitze. Um diese schnell abzuführen, beschleunigt der nette Jens den blauen Sauser dann wieder so agressiv, dass er (der Sauser) mit dem Popo voraus will … das mördermäßige Drehmoment an der Hinterachse sorgt, wie bei der Rückkehr der Raumfähre Columbia auf der Landebahn von Cape Canaveral, für eine Wolke verbrannten Gummis – die aber schnell im Rückspiegel verschwindet.

… noch Tage später hingen die schweren Gummirauchwolken im Moor!

Gut, dass es in Cape Canaveral kein Rechts vor Links gibt – ach Moment, wir sind hier ja im Drebberaner Moor – UPS! Etwas kleinlaut unterrichte ich den Chauffeur (obwohl das bei brüllender Lautstärke fast nicht möglich ist) von der örtlichen, verkehrstechnischen Gegebenheit … was dieser mit einem etwas überraschten aber ansonsten lapidaren „Nicht wirklich, oder?“ quittiert. Gibt es eigentlich den Mustang GT mit einer Doppelbedienung? Da muss ich wohl mal bei der Firma VEIGEL nachfragen.

Gerade habe ich über die Freigabe zum Prüfungsfahrzeug dieses Ford sinniert (… es gibt da nämlich wirklich ein Problem: der Wagen müsste nämlich auf einer Seite wenigstens hinten noch eine Tür für den Prüfer haben), da erblicke ich auch schon wieder heimische Gefilde und das bumsblaue Pony spuckt mich wieder aus.

Gegensätzlicher geht’s wohl kaum

Muskelprotz – Mork vom Ork – Opa Kante

An der unseeligen Geistbegegnungsstätte

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Möööönsch … wir wollten doch noch ein Foto machen … nach unzähligen Anläufen stürmt die Meute schließlich doch noch zu den Autos … alles folgt meinem hellblauen K70 bis zu einer Kreuzung in der einsamen Weite der Äcker, Wiesen und Felder. Dort versuche ich die neun Fahrzeuge fotogen zu positionieren – die Kreuzung erweist sich aber als zu klein, sie ist in allen Richtungen komplett verstellt … es ist zugig und kalt, die Frauen frieren. Und wie es der Zufall will, wird die normalerweise absolut verlassene Kreuzung ausgerechnet jetzt zum zentralen Verkehrsknotenpunkt des heutigen Tages.

Sein Wort hat uns perplex gemacht: deshalb gibt es kein Bild von ihm. Die Szene musste nachgestellt werden

Sein Wort hat uns perplex gemacht: deshalb gibt es kein Bild von ihm. Die Szene musste nachgestellt werden

Den Vogel schießt dabei ein Radfahrer ab, der schon von weitem zeternd und brabbelnd auf unser Verkehrschaos zuradelt. Als er schließlich bei uns ist, erkennt man, dass der komische Typ eine Werkstattschutzbrille trägt. Wir entschuldigen uns höflich für die Unannehmlichkeiten der für unser Foto verstellten Straße und wollen ihm beim Fortsetzen seiner Fahrt helfen. Doch der mittlerweile Fluchende steigert sich immer weiter in seinen Ärger, springt vom Rad, schiebt wütend über die Kreuzung und findet schließlich einen Weg – nicht jedoch, ohne dem hilfsbereiten und beschwichtigenden Sandmann ein deftiges „Du Arschloch!“ an den Kopf zu werfen. Dieser Vorfall macht uns alle ein wenig sprachlos und ehe wir es so richtig verdaut haben, ist Mr. Schutzbrille in der Weite der Gegend wie vom Erdboden verschwunden – es existiert hinterher kein Foto von diesem Moorgeist, sodass ich die Situation aufwändig nachstellen musste (s. Foto). Und auch der nächste Verkehrsteilnehmer begehrt Durchlaß … und dann noch ein Mofa … und ein Traktor. Meine Güte, was habe ich da denn bloß für eine blöde Kreuzung ausgewählt? Wir flüchten!

Sandmanns Welt-Anhänger unter einer 138m hohen Windmühle

Schließlich finden wir unter der wohl höchsten und größten Windenergieanlage der Gegend (2,3 Megawatt, 138 Meter Höhe, Länge eines einzelnen Flügels: 41 Meter) eine bessere Fotolocation. Aber es ist immer noch kalt – und die Mann … äh … Frauschaft des Zeungeschen Mercedes verweigert beharrlich das Aussteigen zum Shooting. Nachdem der Sandmann „mustanghufescharrend“ über den Schotterplatz prasselt und ich die automobilen Models in Positur und Ausrichtung gebracht habe, gelingen endlich ein paar brauchbare Ablichtungen – vor Allem ohne frotzelnden Schutzbrillenradler!

Die Witterung ist zu fies, was die Menschenmasse schnell einem beheizten Raume – nämlich dem Kernkeschen Anwesen – zutreibt. Marcel, unser Sohn/Stiefsohn, macht den Master of Grill-Desaster und ich führe den ersten zwischenzeitlich wieder einigermaßen aufgeladenen i-MiEV seinem rechtmäßigen Besitzer, dem Autohaus Habighorst im 34 Kilometer entfernten Sulingen, zurück. Dort soll er am nächsten Tag an einer Ausstellung teilnehmen und muß dementsprechend früh wieder zuhause sein.

Um anschließend selbst wieder nach Hause zu kommen, begleiten mich Angelina und Bronx mit meinem K70 … die beiden finden inniges Gefallen an dem kantigen fast-39-Jährigen. Unterwegs gelingen mir zufällig noch ein paar schöne Momentaufnahmen mit einem R8 vor einem ALDI.

Mein K70 trifft sich gern mal mit seinen Halbbrüdern R8 – hier vorm ALDI

Bronx und Angelina können den Anblick von K70 und R8 nur rauchend ertragen!

Acht Zylinder, die man durch die geschlossene Haube sieht

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Als wir zuhause das Wohnzimmer entern, ist es hier verdächtig still – obwohl alle Plätze an den zwei Bierzeltgarnituren voll besetzt sind. Schließlich hat die illustre Runde Benehmen; beim Essen spricht man halt nicht!_________

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Bedächtige Grillgut- und Salatvernichtung

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Draußen fängt es bei aller Kälte nun auch noch an zu regnen – das schon seit Wochen vorbereitete Lagerfeuer fällt also wortwörtlich ins Wasser. Drinnen geht Sandmanns Taunus-Album rum!

Sandmann virtuos … mal nicht virtuell

Irgendwann klemmt sich unser Hardcore-Blogger die Gitarre unter den Arm. Mutig versuche ich, ihn musikalisch zu unterstützen – muss jedoch schon sehr bald eingestehen, dass ich total aus der Übung und dazu nicht in der Lage bin.

… vergesst einfach meinen Einsatz … so wie ich!

Außerdem sind mir seine Lieder nicht geläufig – bevor es peinlich wird, setze ich mein Instrument lieber ab. Ein Mann muss wissen, wann ein Mann verloren hat. *Räusper* *Grins*

Das ist die Gelegenheit für den Barden, richtig Gas zu geben. Unser Wohnzimmer erlebt eine kleine Privatsession. Besonders die Damenwelt ist hin und weg … aber das hatte der musizierende Herzensbrecher ja bereits lange vorhergesagt.

Außerdem ist es nun warm und mehr als gemütlich! Trotzdem müssen Einiges später die Ersten nach Hause: Manuela, Claudia und Astrid machen sich mit ihrem historischen Daimler auf den Heimweg – alle Anderen auf den Weg ins Bett. Seufz! … war DAS ein schöner Tag!_____________________

Gebt dem Mann am Klavier … ehm …

Andächtig lauschendes Publikum

Sofa als Bühne


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Am Sonntagmorgen gibt es zum Frühstück frische Brötchen und duftenden Kaffee. Niemand ist mit der letzten Nacht unzufrieden – im Gegenteil, wir vernehmen das Lob, dass man bei uns himmlisch pennen kann. Tja – das Leben auf dem Lande ist ja so gesund! Leider hat sich der Sandmann zu einem viel zu frühen Essen in Hamburg verpflichtet … und er muss auch noch seine Beifahrerin Steffi dort am Bahnhof aussetzen. Für ihn Grund genug, bald aufzubrechen. Er sorgt damit für Aufbruchstimmung und bald steht nur noch Maik’s Auto vor unserem Haus. Auch er verläßt uns schließlich und Stille kehrt wieder ein … nur der rauhe Wind weht noch immer über das Moor – hört man da in der Ferne schon wieder das Grollen eines amerikanischen Musclecars? Nein – wohl kaum!

Fazit: DAS war ein Treffen mit technischen Gegensätzen. Einerseits geprägt vom lautlosen Dahingleiten modernster Elektroautos wie i-MiEV und Twizy, andererseits mit martialischem Mustanggebrüll über Feldern und Äckern. Economy meets Powerhouse! Dann die unterschiedlichsten Alteisen: Senator, V8, Fiat Spider, Astra Kombi, Polo, Mercedes 350 SLC, Audi A2 und K70. Nicht zu vergessen die nur durch das angeblich so gefährliche Internet zueinander gefundenen Menschen aus allen Himmelsrichtungen Deutschlands, die bei diesem Treffen ein paar sehr glückliche und zufriedene Stunden hatten.

Leute – ich bin echt gerührt! Das Medium Internet lässt die Welt wirklich kleiner werden. Dass es Menschen zusammen bringt, ist ja bereits durch die Tatsache erwiesen, dass ich dort auch meine Frau „gefunden“ habe. Mit Euch haben wir jedoch weitere sehr liebe Freunde gefunden, die ohne das worldwide Web wahrscheinlich NIE zueinander gefunden hätten. Ich wünsche mir sehr, dass wir immer eine so treue und eingeschworene Gemeinschaft bleiben! Wir sollten die Idee dieser nun eingeführten Tradition unbedingt beibehalten.

Und: pssssssst – Sandmann … sollte es jemals einen eMustang geben – ich bestell ihn mir! Versprochen!

Kernkes

DANKE an Euch alle!

Euer El mit Olivia und allen Kindern








P.S.: Beinahe hätte ich’s vergessen.

Ich bedanke mich natürlich ganz besonders herzlich bei den Firmen Autohaus Habighorst, Sulingen, und Autohaus Fehrmann, Gehrde, für die freundliche Leihgabe der Mitsubishi i-MiEV

sowie dem Autohaus Kording, Drebber, für die kurzfristige Bereitstellung des knuffigen Renault Twizy.

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UPDATE: Maik (Daemonarch) hat ein ausfürliches Video vom Treffen gedreht:


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11 Responses to Menschen, Autos, Emotionen – das 1. Sandmanns Welt-Treffen

  1. Snoopy sagt:

    Es war so schön und viel zu schnell zu Ende !
    Danke was Ihr: Du, Olivia und die Kinder auf die Beine gestellt habt.
    Ihr habt alle Besucher so offen und warmherzig erfahren, wahrlich nicht selbstverständlich. Alle sind wie die fleißigen Bienen umher gesaust und haben uns umfassend umsorgt. Mittlerweile werden wohl die letzten Hundehaare entfernt sein ;-).
    Danke für die Probefahrten, vor allem die „Nostalgietour“ in deinem K 70. Wäre ich dem Charme alter Autos nicht schon erlegen wäre ich es nach der Fahrt gewesen.
    Snoopy / Christoph

    • Sandmann sagt:

      Ay Snoopy,

      ICH wiederum ärgere mich gerade, dass ich nicht auch alle anderen Autos mal gefahren habe, sondern nur den Twizy. Also deinen coolen Spider, Bronx‘ Senator und eigentlich auch Daemonarchs Opel. Man kennt ja auch ihn. 🙁
      Irgendwie war das alles zu viel auf einmal 🙂
      Irgendwann musst du auch mal meinen goldenen KaSi fahren, der sich wesentlich klapperiger anfühlt als der von El 😉

      Sandmann

      • Snoopy sagt:

        So Treffen sind immer viel zu kurz. Während das von der Größe her ja noch ging. Pfingsten haben wir ein Treffen mit 55 Spider und fast 100 Personen, und da kann ich mir dann mal gerade 10 Namen merken und mich mit 20 richtig unterhalten.
        Ich hoffe die Gelegenheit zu weiteren Fahrten ergibt sich mal bald. Es war eben wahrlich kein Spiderwetter. In Richtung Kiel habe ich allerdings die Versuchung einen Zug oder ein Flugzeug zu benutzen und mich standesgemäß abholen zu lassen 😉

        • bronx sagt:

          Kinders, Kiel wird cool. Ich weiß es. Snoopy, deinen Spyder hätte ich auch gerne mindestens als Beifahrer erlebt. Es war alles trotzdem schön.
          El hat sich den Ar** aufgerissen. Für Dich findet sich da auch auf jeden Fall eine Lösung. WETTERUNABHÄNGIG!

          Bronx

  2. Daemonarch sagt:

    Lieber Andreas…

    Ich hatte ja schon auf dem Antlitzmanifest meine begeisterung kundgetan…
    Wer mich kennt, weiß das die Erfahrungen meines Lebens mich leider weitestgehend zu einem stoffeligen, misanthropischen Muffelkopf haben werden lassen, dessen manchmal arg verhasste Kommentare ihm schon manches Mal den Vorwurf des rechtsradikalen eingebracht haben…

    Dieses Wochenende bei dir, und deiner unfassbar sympathischen und süßen Familie hat mir sicher wieder für einige Zeit die Hoffnung auf die Menschheit zurückgegeben.
    So manches mal habe ich mir durch das Dauerfeuer der Nachrichten der menschlichen Abgründe durch Zeitung und TV ernsthaft gewünscht, die Menschheit (inc. mir) könne ruhig aussterben.
    Wären alle Menschen allerdings so wie ihr, und eure Lieben, und die Teilnehmer des Meetings, ich bin mir sicher die Welt wäre ein wahres Paradies.

    In diesem Sinne freue ich mich schon jetzt auf ein potenzielles nächstes Treffen, an dem ich hoffentlich auch teilnehmen kann.

    Bis denn!

  3. bronx sagt:

    El,

    DEM Wunsch schliesse ich mich mal komplett an. Angelina ebenso. Fakt!
    Jetzt erstmal nur soviel: es war GEIL. Eure Gastfreundschaft GROSSARTIG!
    Heute Abend dann noch ein paar Reflexionen von uns dazu.
    Training mit dem Kurzen ruft!

    Grüße an Dich & Olivia und die Kinder,
    Bronx

  4. bronx sagt:

    So, jetzt noch mal ein Statement,

    El, ich habe in meinem Leben selten, sehr selten solche kreativen, umtriebigen Leute getroffen wie dich. Das will was heißen, denn mir sind viele bunte, manchmal auch schräge Typen begegnet.
    Für mich giltst du als Perfektionist, der nichts dem Zufall überlässt. So habe ich dich eingeschätzt und nun auch kennen gelernt. Der Bringer war die Nummer mit den E-Autos. Ich lag ja gar nicht so daneben, aber DAS gibt Stoff zum Nachdenken!

    Die Gastfreundschaft und das angenehme Ambiente taten ein übriges hinzu. Man fühlte sich einfach „zu Hause bei Freunden“. DAS schaffen nicht viele. Dafür dir & deiner Familie nochmals Dank, vor allem Olivia, die ja alle Hände voll zu tun hatte.

    Die Übernachtung im Wohnwagen führte zu einer völlig neuen Erkenntnis, nämlich dergestalt *NICHTS* zu hören. Damit meine ich *absolut nichts*. Totale Ruhe, Angelina schlief bis um Neun. DAS kommt sehr selten vor 😛 Bei uns hörst du auch nicht viel, aber eben nicht „nichts“. Entweder die Autos auf der A-10 oder die Bahn. Oder den Prüfstand von Rolls-Royce, wenn der Wind grad so steht.

    Etwas was mich sehr berührt hat, war die Selbstverständlichkeit mir den Kasi zu überlassen, weiß ich doch wohl, das der Wagen dir sehr viel bedeutet. Dafür auch von Angelina ein dickes DANKE. Das war echt ein Highlight für uns, denn die Käferzeit ist schon lange her. Dieses Auto weckt aber ähnliche Emotionen, zeitbezogen, vergleichen mit einem Käfer kann man ihn natürlich nicht. Er ist so selten dass ich froh bin, ihn überhaupt ein mal gefahren zu sein. Snoopy’s Bemerkung bezüglich des Charmes trifft es!!

    Was durch die ganzen Eindrücke völlig auf der Strecke blieb, war meine Neugier auf euer Solar-Projekt. Ich hatte ne Menge Fragen und wollte mir das alles mal genau betrachten. Nimm es als Kompliment, dass ich das komplett verdrängt hab 😀
    Das holen wir nach, okay?

    Bronx (der grad nochmal die Bilder durchgeht, *freu*)

    • El Gigante sagt:

      Hi Bronx,

      danke, danke … für die vielen Lorbeeren! Ich kann nur sagen, dass ich bin, wie ich bin – dass wir sind, wie wir sind. Und wir sind so geworden, weil das Leben uns so geformt hat.

      Ich hatte viel Spaß bei der Vorbereitung des Treffens. Und ich hatte viel Glück, dass ich mit Euch ein dankbares Publikum habe/hatte. Somit hat mich meine Menschenkenntnis NICHT betrogen, als ich mir überlegen musste, womit ich Euch ein unterhaltsames Wochenende gestalten könnte.

      Für uns hat es einen besonderen Wert, dass Ihr Euch bei uns zuhause gefühlt habt. Ihr seid Willkommen in unserer kleinen Welt! Damit werdet Ihr auch zu wertvollen Freunden – und Du weisst ja: guten Freunden gibt man ein Küsschen
      🙂

      Unsere Ruhe … ja – ich liebe sie über alles! Und ich brauche sie – möchte sie nicht missen. Deshalb würde mich das Wohnen in einer Stadt langsam krank machen … immer diese hintergründige, spür- und hörbare Hektik. Uns ist es egal, was andere Menschen darüber denken mögen: WIR SIND GERN LANDEIER!

      Dass Du mit meinen K70 (Gleiches gilt übrigens auch für den A2) fahren durftest, begründet sich aus Deinem so-sein-wie-Du-bist. Dieses Privileg hatten/haben nur ganz wenige – da bin ich tatsächlich oberpingelig. Und: Samstag hatte ich halt meinen großzügigen Tag 🙂

      Bronx – über die Photovoltaik-Anlage sprechen wir vor Ort noch ein anderes Mal, okay? Dafür kommt Ihr Beiden extra mal zu uns … und dann machen wir uns ein gemütliches Wochenende … und ich stehe Dir Rede und Antwort. Dann wird die Anlage auch funktionieren.

      Darauf freue ich mich schon.

      So – jetzt muß ich erstmal die ganzen Zuneigungsbekundungen von allen Seiten verdauen 🙂

      Man liest sich!

      El

  5. El Gigante sagt:

    Jetzt ist auch Maik’s Video „drin“ – also … verweilt fast eine Stunde auf dieser Seite und geniesst Maik’s knuffige Kommentare und seine wirklich unterhaltsamen Fahrberichte. Er hat sich richtig viel Mühe gegeben und ich finde, sein Video ist eine prima Zusammenfassung des Treffens.

    DANKE MAIK!

    • bronx sagt:

      Schliesse mich mal dem El-Fahrer an. Klasse gemacht, Maik.
      Man entdeckt noch immer neues. Der Mitspieler mit Brille ist sogar von weitem drauf. 30 sec länger und du hättest ihn gehabt. Aber, wer konnte das denn ahnen…

      Ein dickes DANKE auch von uns.

      Bronx & Angelina

  6. Sandmann sagt:

    Hey El und ihr Lieben,

    aus dem fernen Portugal melde ich mich jetzt auch mal. Ich hatte euch ja erzählt, dass ich nur wenige Tage nach unserem Treffen in den längst überfälligen Urlaub abdüsen wollte (Mittwoch), und deshalb hatte ich noch gar keine Zeit, die Dinge sacken zu lassen, den Bericht in Ruhe zu lesen und vor allem erst recht noch nicht, mir das lange Video von Maik anzugucken… DAS habe ich auch immer noch nicht „geschafft“, denn ich lasse hier an der Algarve erstmal alles aus, Telefon, weitestgehend das Internet, auch auf Facebook bin ich nur sporadisch… Das tut gut. Sehr gut. 🙂

    Auf diesem Weg möchte ich mich aber auch einmal zum einen bei El und seiner Familie bedanken, die mich und uns mit einer Herzlichkeit empfangen haben, die ich in meinem Umfeld nur noch selten erlebe. Die gesamte Organisation, die Ankündigungen, die Überraschungen (ich bin den Ei-Mief noch nicht mal gefahren, wohl aber den Twizy) und alles alles alles war so wundervoll und freundlich… Ich will das echt ganz bald mal wieder machen.

    Und was mich auch begeistert hat – ihr anderen alle (einige kannte ich ja schon) wart ein so unterschiedlicher Haufen, aber irgendwie war es ein wunderbar runder Tag und Abend. Tolle Gespräche, viel gelacht, viele Geschichten (endlich nicht immer nur ICH, der was zu erzählen hat) – unfassbar schön. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und fand’s schade, dass Tobi und Verena (ihr seid verheiratet?) sowie Manu und die Ladykracher irgendwann, wenn auch spät, wieder nach Hause gefahren sind. Mit euch allen würde ich auch in einer Turnhalle auf dem Boden im Schlafsack pennen! 😀

    Ich genieße jetzt noch über eine Woche die knapp 30 Grad der portugiesischen Sonne, das Meer, den Pool und den Luxus, nichts, aber auch wirklich NICHTS vor zu haben. Der schreckliche Ford Fiesta nimmt mir zwar ein bisschen die Freude am Fahren, lässt mich aber um so mehr auf meinen Taunus hoffen! Wenn ich wieder im Lande bin werde ich mit euren Fotos auch mal eine Sicht des Treffens aus meinen Augen verfassen, da kann man ja nicht genug drüber schreiben 😉

    Bis dahin müsst ihr euch hier erstmal alleine austoben. Aber ihr schafft das schon. So langsam glaube ich an dieses neue Wort, die „Community“… 🙂
    Cool.

    Sandmann

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