Mobile Homes

Kleine Träume mit großer Sonne

Kleine Träume mit großer Sonne

Bin ich alt geworden? Spießig oder bequem? Womöglich VERNÜNFTIG?? 🙄 Ein Mittelklasse-Kombi vor einem mobilen Ferienhäuschen. Beides meins, eins gekauft, eins gemietet. Was habe ich früher auf Kombis geschimpft, während ich selbstverliebt auf dem Kofferraumdeckel meines Audi V8 saß. Und was habe ich die Spießer belächelt, die sich auf den Campingplätzen in diese stickigen Plastikbuden eingemietet haben, während ich Ravioli vor meinem Zelt auf dem Gaskocher brutzelte – direkt unter den schnarzenden Zikaden. Nun ja. Wenn das Leben selbst einem Bärenfallen vor die Füße legt und parallel der Himmel mit Barrikaden versperrt wird freut man sich mit 43 über Platz im Auto, noch mehr freut man sich über ein Dach, einen Kühlschrank und ’ne eigene Dusche. Ein ganz normaler Tag am Mittelmeer.

Weizenmehl, O-Saft und Kaffee

Weizenmehl, O-Saft und Kaffee

Frühstücken Sie eigentlich regelmäßig? Ich selbst bin in den 70ern bei Lehrern mit den Arbeitszeiten von Lehrern aufgewachsen, da war es üblich, dass morgens alle gemeinsam am Tisch saßen. Wir wären die klassische Werbefamilie gewesen – es gab Kelloggs Smacks oder frisch aufgeknusperten Golden Toast, drauf war gute Butter und Schwartau Extra Konfitüre, Nutella oder Grafschafter Goldsaft. In meiner Tasse schwappte Uelzena Schlauchmilch mit drei Löffeln Suchard Express (mit den Vitaminen A, B1, B2 und C) drin, und Sonntags kamen die Knack & Back Hörnchen direkt aus dem Ofen auf das Brettchen. Wenn der Tag so begann, konnte einem eigentlich nicht viel passieren, dachte ich damals. Später habe ich begriffen, dass auch ein gutes Frühstück mich nicht vor den Tiefschlägen menschlichen Zusammenlebens schützen kann, aber diese Erkenntnis hat das Frühstück nicht schlechter gemacht. Hier in Frankreich haben wir sogar NOCH mehr Zeit, denn niemand muss um 8:00 Uhr in der Schule sein, weder auf dieser noch auf der anderen Seite des Pultes. Um 8:00 bin ich sogar der einzige, der schon wach ist und genieße den ersten Kaffee in der aufgehenden Sonne…
Wenn sich irgendwann mal alles Jungvolk aus den Betten geschält, geduscht, rasiert, geschminkt und frisiert hat gibt es Frühstück im Jahre 2014. Frische Croissants und Baguettes, Schokopops mit Milch, Orangensaft, Käse, Wurst, Himbeermarmelade und Nutella. Welches in Frankreich weicher ist als in Deutschland, und nein, das liegt nicht an der Außentemperatur. Dazu trinkt Papi noch fünf weitere frisch gebrühte Kaffees. Zwischenmenschlich ist hier bei uns soweit auch alles im Reinen – dann kann der Tag ja losgehen.

brav abschließen

brav abschließen

Ja – so ein Mobile Home ist spießig, Sie haben völlig Recht, vor allem aus der Sicht eines auch-bei-Schnee-Campers oder aus dem Kaminzimmer eines Dänischen Holzhauses betrachtet. Allerdings bin ich dann wohl ein Spießer geworden, denn ich finde es unerklärlich großartig, das Geschirr einfach in die Spüle zu stellen, Herd und Kaffeemaschine auszumachen, Milch und Wurst und Käse im Kühlschrank zu lagern und heute Abend alles frisch und ohne erobernde Ameisenkolonie wieder vorzufinden. Äh… und es dann natürlich noch abwaschen zu müssen 🙁 bin ich heute dran? Das kläre ich gleich mal. Auf stabilen Stühlen an einem richtigen Tisch sitzen. Super. Und das alles ist trotz Haute Saison (ganz Frankreich hat JETZT Sommerferien und ganz Frankreich ist JETZT am Mittelmeer) für vier erwachsene Personen einigermaßen bezahlbar. Und hey – die Hütte hat sogar Räder! Um uns rum brummt das Leben, wie es nur auf einem großen Campingplatz brummt. Rechts neben uns sitzen die fünf Belgier schon wieder biertrinkend auf ihrer Veranda, das werden sie regungslos bis heute Nacht tun. Und morgen und übermorgen auch. Gegenüber hüpft der lustige kleine französische Junge deformierend auf dem Dach von Mamas VW Sharan rum, springt dann runter und bemüht sich, Papas Motorrad umzuschmeißen. Links von uns turtelt das junge Pärchen aus der Schweiz, anscheinend frisch verliebt, wenn man der nächtlichen Geräuschkulisse Glauben schenken kann. Hinter uns noch mehr Belgier, die schlafen noch, die waren gestern Abend bestimmt beim Karaokesingen am Pool. Davon hören wir leider nicht viel, wir sind weit genug weg 🙂

eine kleine eigene Welt

eine kleine eigene Welt

Französische Campingplätze sind ein Mikrokosmos mit einer ganz eigenen Art der Gelassenheit und des Miteinanders. Man lässt sich gepflegt in Ruhe. Gefühlt sind wir den ganzen Tag draußen und könnten in der Mittagshitze auf den Betten eine schattige Siesta machen. Machen wir aber nicht. Drin kochen, draußen essen. Nebenan wird gegrillt und der halbe Rasen in Brand gesteckt, na und? In keinem Hotelzimmer hat man diese Atmosphäre, und doch verbuchen wir mit dem Minimalkomfort eines Mobile Home prinzipiell alle Annehmlichkeiten einer kompletten Ferienwohnung. Duschen, spülen, waschen, kochen. Schlimm furniert, nicht groß, nicht schön – aber wer braucht das hier im Süden, wo die Sonne einen rauslockt? Wo es an der frischen Luft nach Pinienharz duftet und in einiger Entfernung das Lachen gut gelaunter Menschen am Pool zu hören ist? Nein danke, liebes Zelt, ich lasse dich auf unbestimmte Zeit trocken eingelagert in meinem Keller liegen. Der alte dicke Diesel hat heute Nacht genau wie wir gut geschlafen, und er soll und jetzt mal ins Zentrum von Agde tragen. Ein bisschen Nippes shoppen, einer von uns will sich noch eine neue Cap kaufen, die Mädels dürstet es nach schicken luftigen Kleidchen und Sonnenhüten und ich… hm… na ja vielleicht finde ich ja ein T-Shirt und ein bisschen leckeren Tabak für mein Pfeifchen heute Abend.

Einkaufen Teil 1 - das was Spaß macht

Einkaufen Teil 1 – das was Spaß macht

Das „Zentrum“ dieses Örtchens ist wiederum ein ganz anderes Universum als der 5 Kilometer entfernte Campingplatz. Raten Sie, welches Lied wir in den 10 Minuten auf dem Weg hier her auf Radio NRJ gehört haben…? Immerhin gibt es einen zentralen Parkplatz in der prallen Sonne, auf dem wir tatsächlich jedes mal eine Lücke für das ziemlich breite und ziemlich lange Rolling Home aus Stuttgart finden. Tagsüber schlendern Touristen durch die einzige breite Einkaufsmeile, es gibt bunte Gemüseläden, klingelnde und klöternde Andenkenboutiquen mit bedrucktem Schrott aus China, flatternde Klamottenläden voller wirklich schöner Teilchen (ebenfalls aus China, vielleicht auch aus Indien), frostige Eisbuden und unzählige duftende Restaurants, in die man wortgewaltig zum déjeuner reinkomplimentiert wird. Nein danke, wir haben ja sehr gut gefrühstückt 😉 Alles wird auf der einen Seite von einer großen Bühne flankiert, auf der jeden Tag eine andere Veranstaltung tobt und man sich schon für den Abend-Event vorbereitet. Auf der anderen Seite ist das Meer. Ich glaube, wir kommen heute Abend nochmal wieder und schnuppern mal in das Nachtleben von Agde. Vorher gilt es noch, im Super U (oder ist es ein Mega U? Gar ein Geant U oder Giga U?) draußen im Centre Comercial mit einem unfassbar großen Einkaufswagen den Zwei-Tages-Plan für uns vier abzuarbeiten. Frühstück, Mittags-Snack, Abendessen. Sie würden sich wundern, wie viel da zusammen kommt und wie knapp ein Budget von 50 Euro am Tag sein kann… Vor allem, wenn man nicht immer versteht, was auf den Verpackungen draufsteht. Außerdem erwerben wir noch einen Fußball 😀 und meinen Tabak finde ich auch…

Nahrung für die wilde Horde

Nahrung für die wilde Horde

Wer ist denn heute Abend mit schnibbeln und kochen dran? In der nicht immer leicht zu übersetzenden französischen Supermarktsprache haben wir uns ganz gut geeinigt auf: Fleisch (porc, boef oder dinde), Reis, Zwiebeln und… Cherry Cola. Ich kaufe nichts, von dem ich nicht weiß, was es eigentlich ist. Nachher hab ich da noch Pferd in der Pfanne oder so 🙁 Also ZACK alles rein in den Kühlschrank (jajaJAAAA!). Und über den Mittag? Nix Siesta, wir sind noch nicht lange genug hier, um müde zu werden (auch wenn das noch kommen soll….), also schält sich die kleine Familie nebst Freund mit den gut gebauten Alabasterkörpern in die Badeaccessoires und stapft in Richtung synthetisches Wasser. Pools, Rutschen, Wasserfälle und viele viele Liegen. Oh. Das ist hier ja wie in einem deutschen Freibad, es sind alle (nochmal: wirklich ALLE) Liegen mit Handtüchern reserviert, aber es ist kaum einer da. Auch nicht im Wasser. Die sind alle beim Mittagessen oder im Mittagsschläfchen. *grummel* In mir wächst der Wunsch, alle Handtücher bei so viel arrogantem Besitzanspruch runterzuziehen und ins Becken zu werfen. Aber nein 🙂 Ich bin ja weise und möchte hier noch ein paar Tage länger ungestört leben, also legen wir gut gelaunt unsere Badelaken einfach auf den Boden, stellen fest, dass das viel bequemer als die harten und engen Plastikliegen ist und springen ins lauwarme Nass. Einige tiefer, andere flacher.

Draußen. Nicht im Hotel oder so

Draußen. Nicht im Hotel oder so

Baden. Plantschen. Schwimmen. Ich fühle mich wohl, solange ich das Ufer in meiner Nähe weiß. Ich war noch nie ein echter Fischkopp des Nordens, Kiel hin oder her, ich segel nicht, ich esse kaum Fisch und ich mag keine langen Reisen auf Schiffen. Aber ich mag Schwimmbecken und Freibäder und das bunte Treiben in ihnen. Die Sonne brät auf unsere noch ein wenig UV-unvorbereiteten Körper, und während die anderen drei gut eingeölten Mitreisenden mit Knopf im Ohr musikhörend in eine andere Sphäre driften (oha – einschlafen in der Mittagssonne, das gibt benommene Blicke) liege ich wach auf meinem Handtuch und lasse mich vom Leben berauschen. Spielende Kinder, lachende Menschen, gut gelaunte braungebrannte Einheimische und schneeweiße rotbäuchige Ausländer. Es riecht nach Chlor und Sonnenmilch, und ständig laufen sowohl höchst attraktive Schönheiten gemeinsam mit abstoßenden Halbnackt-Katastrophen durch mein Bild, Männlein wie Weiblein. Ein spannendes Theaterstück, die Regie führt das große Schicksal eines normalen Urlaubstages. Alle diese Menschen haben ein Leben zu Hause, mit Hoffnungen und Ängsten, Mit Liebe und Hass, mit Freude und Kummer. Und hier, an diesem Pool auf einem Campingplatz in Agde am Mittelmeer, treffen sie sich alle für einen kleinen Moment in ihrem Leben – um zu baden 🙂

platsch

platsch

Das war anscheinend so eine Art Telepathie, Tochter 1 und Tochter 2 springen auf und ziehen mich mit zur Steilrutsche, wo man auf vier gleichen Bahnen nebeneinander den Schnellsten unter sich ausmachen kann 😎 Großartig. Unser sympathischer Freund mit der Cap ist gerade ein wenig out of Order. Ich möchte das gar nicht episch auswalzen, aber sagen wir mal so… Es gibt Gründe, warum man nicht vom Beckenrand springen soll. Und so ein echt Eindruck schindender mackeriger Steilköpper vom Beckenrand hoch in die Luft und tief ins Wasser ist nie eine gute Idee. Vor allem nicht mit den Händen auf dem Rücken. Hätte er mal die Cap aufgelassen. Seit sie ihn aus der Krankenstation rausgelassen haben liegt er ein wenig benommen im Schatten rum und sieht alles doppelt. Es wird wohl eine kleine Harry Potter Narbe auf der Stirn bleiben, cool, so kann man sich natürlich auch die Andenken aus dem Souvenirshop sparen. Und Tattoos sind viel zu teuer. Alles richtig gemacht.

Familie Badefreud'

Familie Badefreud‘

Genug Sonne. Irgend jemand hat mir mal gesagt, man soll das vor allem an den ersten Tagen nicht übertreiben, und da sind auch so ein paar doofe Wolken – also zieht es uns zu einer Alternativbeschäftigung ins „Wohnzimmer“. Vor einem Jahr in Finnland (erinnern Sie sich?) habe ich allen Anwesenden, die schon die Karten selbst halten können Rommée beigebracht. Dieses alte klassische Kartenspiel, bei dem man erst ablegen darf, wenn man 40 Augen zusammengesammelt hat. Meine Eltern (ja, die Lehrer damals) haben mir das schon im zartesten Kindesalter vermittelt und wir haben es bis kurz vor ihrer Scheidung abends am Wohnzimmertisch gekloppt. Später dann, in einem anderen Bundesland mit leicht geänderter Elternbesetzung ging’s weiter mit dem großen Kartenspiel, und auch in den Urlauben haben wir so manchen extrem verregneten Abend in irgendwelchen schwedischen Holzhäusern damit verbracht. Töchterchen klein kann es noch, Töchterchen groß und der Mann mit der Harry Potter Narbe wollen es lernen. Kein Problem. Ein paar Ründchen vorm Kochen schaden sicher nicht. Nebenan ballern die Belgier auf ihrer mitgebrachten Playstation aufeinander und prosten sich zu. Vielleicht habe ich nicht ALLES falsch gemacht 🙂

Rommée statt Counterstrike

Rommée statt Counterstrike

Nahrungsbereitung. Essen. Das ist nicht nur notwendig, das kann auch kulturelles Highlight an einem Tag im Mobile Home sein. Während der gute Tag noch mit einem guten Frühstück beginnt endet er hier in Südfrankreich mit einem deftigen Abendessen. Die Ladies haben nicht nur Rommée für sich entdeckt – sie finden auch frische, in Olivenöl angebratene Zwiebeln richtig lecker. Das soll den beiden Männern nur recht sein, wenn noch ein Stückchen Fleisch dazu kommt ist der Abend gerettet. Bevor wir aber so weit sind und schon mal losretten bereiten die Youngster alles vor, schnibbeln und stellen Pött und Pann zurecht, während Vati den Abwasch von heute Morgen erledigt *grummel* Die karge Plastik-Behausung duftet nach Gewürzen und Gemüse, später dann nach britzelndem Fett und scharf angebratenem Rind. Dazu wird ein knackiger Salat serviert, und das alles für weniger als 50 Euro, inklusive dem Frühstück heute Morgen und einem Fläschchen Rotwein (was zugegebenermaßen nur einen Bruchteil der Kosten verursacht hat, weniger als der morgendliche Apfelsinensaft, den man inzwischen als obligatorisch einplant). Nur das mit der Sherry Cola, das dürfen Sie echt keinem erzählen. Ich bin wohl der einzige Mensch auf diesem Planeten, der die mag.

schnibbeln und manchmal auch weinen

schnibbeln und manchmal auch weinen

Waah! Und schon ist so ein ganzer Tag fast vorbei. Manchmal rast die Zeit, als wenn sie auf der Flucht vor irgend jemandem ist. Vor wem bloß? Ich bekomme so eine Ahnung, dass es gar nicht sehr lange dauern wird, bis wir vier uns schon wieder ein bisschen traurig angucken und meine Große mit den Fingern einmal schnippt 🙁 Das ist dann das Zeichen, dass der Urlaub rückblickend in nur einem kleinen Augenblick vorüber gezogen ist. Dann werde ich immer traurig. Dann wird meine Kleine uns anstrahlen und sagen: „Hey, der nächste Urlaub kommt bestimmt!„. Und sie hat recht. Der gut aussehende Typ mit der Mütze steckt sich eine Kippe an. Außerdem ist es noch viel zu früh um melancholisch zu werden, also krabbeln wir ein weiteres mal in den Mercedes und fahren noch einmal nach Agde. Eigentlich nur, um die Stimmung am abendlichen Strand zu genießen und womöglich noch einmal im Meer zu baden. Aber wie sich heute Mittag schon architektonisch angedeutet hat tobt hier Abends der Bär noch viel gewaltiger als tagsüber, Beats und Bässe bumsen, Tänzer und Breakdancer performen auf der Promenade und viele viele Menschen lassen sich mitwippend begeistern. Ist das überall am Meer abends so voll? Krass. Das macht Spaß 🙂

Nochmal zurück auf die Meile....

Nochmal zurück auf die Meile….

Ein paar Meter weiter hinter den Dünen liegt der lange Sandstrand fast menschenleer da, klar, die sind alle oben auf der Meile. Am Horizont funkelt die Festung mit dem Leuchtturm, und die Wellen brechen sich träge und sanft in den aufgeschütteten Bunen. Wir bolzen mit dem neu gekauften Ball durch den Sand, toben rum, rauchen, machen ein paar schräge Fotos mit der Kamera und sitzen dann einfach ein bisschen da. Es wird schnell dunkel in Südfrankreich, im Gegensatz zu Finnland. Da ist es irgendwie überhaupt nicht dunkel geworden. Nach so einem wühligen Tag tut es gut, einmal nichts zu sagen, auf den Horizont zu gucken und die Dinge einfach laufen zu lassen. Das Meer rauscht wie eine endlose Melodie, immer wieder neu, ich werde niemals müde dem zuzuhören. Adios, lieber Tag. Du warst gut, auch wenn es leichten Kollateralschaden gab. Wir machen noch ein Bild von uns, irgendwie nennt man das jetzt ja Selfie und es ist voll hip, irgendwie hab ich mich aber schon immer selbst fotografiert und es ist ja auch eigentlich egal, was für Trends welche Namen haben. Ich schwimme die sowieso nicht mit. Dafür fühle ich mich hier viel zu wohl, mit dem Auto am Mittelmeer, umgeben von Menschen, die mir sehr viel bedeuten. Das genügt doch für einen wirklich glücklichen Moment, oder?

Auch hier wird es irgendwann mal dunkel

Auch hier wird es irgendwann mal dunkel

So, jetzt aber heim, ab 23:00 Uhr kommt man mit dem Auto nicht mehr durch die Schranke. Auf dem Weg zurück zum Campingplatz lassen wir Radio NRJ einvernehmlich mal aus. Was tagsüber Spaß macht, kann nach so einem nächtlichen Strandgang die mitgenommene Stimmung platzen lassen, und ich will diese Bilder noch ein bisschen weiter in mir tragen. Stattdessen lasse ich „The Barricades of Heaven“ von Jackson Browne laufen. Nein, nicht James Brown, der rumkrakeelende Soulprediger, Jackson Browne ist jemand anderes. Inzwischen ist der auch nicht mehr der Jüngste, das Lied ist von 1996, da war ich knackige 25 Jahre alt. Und die Dame, die im Bild hier oben ihren Freund küsst gab es immerhin schon ein Jahr 🙂 Das Gute ist ja, dass ich inzwischen sicher bin, selbst einfach nicht älter zu werden. Pha. Niemals. Das passiert nur den Anderen, mir nicht. Dafür gibt es eine Menge Beweise, und auch wenn Jackson Browne inzwischen ziemlich alt aussieht… der sah bestimmt schon immer so aus. Und jetzt lassen Sie uns von was anderem sprechen…

Zimmer mit Aussicht

Zimmer mit Aussicht

Zu Hause. Alle schon im Bett, nur ich noch nicht. Während die winzig kleinen Mücken wie Piranhas meine knusprig braunen Arme und Beine aufessen stopfe ich mir noch meine Pfeife und blicke in die Nacht. Durch die Tür des Mobile Homes fällt ein warmes Licht, lockt weitere Mücken nach drinnen (mit denen wir später noch Spaß haben) und verströmt in mir ein wohliges Gefühl. Ich glaube für Deutschland besorge ich mir mal Mückennetze 🙁 Vorhin habe ich deshalb noch ein bisschen nachdenklich auf Baumarkt-Seiten im Netz rumgeblättert und bin neben Bauhaus, Obi und Hornbach über Hellweg gestolpert. Kannte ich gar nicht? Die läuten alle schon den Herbst ein, Kaminöfen, Laubsauger, Feuerholz. Das hat mich schon wieder melancholisch gemacht, denn ich weiß momentan gar nicht, ob ich in diesem Herbst noch einen Kaminofen haben werde. Aber das ist eine andere Geschichte, eine von denen, die ich in Kiel lassen wollte. Das klappt leider nicht immer. Aus dem iPhone quaddelt noch einmal Jackson Brown und singt von Seiten, die er umblättert, Jahre bevor er angefangen hat zu lernen. Es gab mal eine Zeit, irgendwann, da hatte man alles noch vor sich. Da waren die wirklich dicken Fehler noch nicht in Gang gebracht und man hatte nicht die leiseste Ahnung, wie viel Scheiße auf einen niedergehen kann, wenn man erstmal „erwachsen“ ist. Vielleicht werde ich deshalb nicht erwachsen. Und nicht älter. Vielleicht muss ich noch viel mehr lernen.

Notieren Sie, Watson

Notieren Sie, Watson

Aber wie dem auch sei, erst texte ich Sie mit dem unspannenden Tagesablauf einer Familie auf einem Campingplatz zu und fange jetzt auch noch das Rumleiden an, weil früher bestimmt nicht alles besser, aber vieles einfacher war. Früher ist vorbei, genau wie dieser Tag. Morgen ist ein neuer Tag, und er wird wieder viele schöne Sachen hervorbringen, vielleicht auch ein paar nicht so schöne. Wer weiß? Etwas habe ich in den letzten Wochen gelernt: Mein Zuhause ist da, wo die Menschen sind, die ich liebe. Dort komme ich zur Ruhe und kann durchatmen. Diese Erkenntnis ist für den kleinen Sandmann, der schon ein paar mal gegen seinen Willen aus seinem komfortablen Wurzeltopf rausgerissen wurde, existenziell wichtig. Vielleicht erlebe ich deshalb so ein Mobile Home wie eine bewohnbare Metapher für etwas nicht Statisches, etwas nicht Ortsgebundenes, was einem trotzdem Sicherheit und Ruhe spenden kann? Ich bin dankbar dafür und habe erstmals seit Jahren das Gefühl, den Herbst dieses Jahres überleben zu können, ohne mir die Flügel zu brechen.

Und Sie? Sie haben wieder still mitgelesen, vermutlich aus Trägheit nicht mal unten auf „Gefällt mir“ geklickt und Sie werden sicher auch nichts kommentieren. Meine Reisegeschichten fangen sich irgendwie immer nicht so viele Kommentare ein, das war schon immer so 🙄 Dabei habe ich doch jetzt echt mal was vorgelegt: Frühstücksfamilien, Nachbarn auf Campingplätzen, Shopping-Queens, reservierte Liegen, Kartenspiele, Pools und Verletzungen, Lebensmittelphilosophien und ein tiefer Blick in die Vergangenheit von mir und Jackson Browne. Sprechen Sie mit mir 🙂 Und wenn Sie mir nur erklären, wo es diese Hellweg Baumärkte gibt – und warum nicht in Schleswig-Holstein.

Sandmann

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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31 Responses to Mobile Homes

  1. LarsDithmarschen says:

    Hey Sandmann,

    gerade komme ich von einer „Fototour“ durch das nächtliche Dithmarschen und wollte nochmal schauen, was in der Welt so los ist. In Dithmarschen ist nämlich gerade nicht viel los, bis auf eine Hallenfete. Motivation ist aber nicht da.

    Frühstücken ist übrigens für mich die unwichtigste Mahlzeit, irgendwie. Seit Jahren bin ich immer der, der am ehesten rausgeht. Da schiebe ich mir morgens eine Scheibe Brot und ein Glas frischgepressten O-Saft (Vitamiine!) rein und düse dann meist auch gleich zur Schule. Selbst an Wochenende, wenn ich mal so richtig ausschlafe, esse ich kaum mehr. Manchmal auch gar nichts und fahre dann auf den Wochenmarkt und kaufe mir dort irgendwas.

    Ich liebe es übrigens auch, nachts durch die Gegend zu fahren. Dazu schöne, ruhige Bluesmusik dazu und ich bin zufrieden. In Kopenhagen habe ich das auch gemacht. Nur mein Alltagsauto, ich, mein Navi Norbert und eine Pizzeria im Hinterkopf. Das war schön. In der Pizzeria (die brechend voll war), wurde ich gleich angesprochen, warum ich denn auf Englisch bestelle. Das liebe ich irgendwo so an Skandinavien, dass die Menschen (scheinbar) offener sind als hier in Deutschland.

    Als Spießer würde ich dich ganz und gar nicht bezeichnen. Da gehört meiner Meinung nach mehr zu, als einen Kombi zu haben und sich ein mobiles Haus zu mieten. Ich weiß das, ich bin täglich in Büsum ;-).

    Es ist übrigens schön, lachende und sich liebende Menschen zu sehen. Meine Mutter meint immer, dass ich kaum noch lache.

    Schöne Grüße
    Lars, der um zwei Uhr nochmal nach Polarlichtern schauen wird

    • Sandmann says:

      Ay Lars,

      deine nächtlichen Fotos schätze ich sehr. Anscheinend kann deine Kamera das gut, bei meiner Nikon bastel ich noch an den richtigen Einstellungen. Und du scheinst tatsächlich auch ein gutes Auge für Motive zu haben, weitermachen! Die Bilder für die Frankreich-Geschichten sind ein Mix aus Nikon, iPhone 5 (Mann mit Mütze), iPhone 4 (ich) und dessen Frontkamera (nur 640px). Na Hauptsache bunt 🙂

      Für mich ist das Frühstück im Alltag leider auch nur eine kurze Nebensache – am Wochenende aber purer Luxus. Die Zeit zu haben, lange zu frühstücken ist für mich ein Symbol für „heute alles richtig gemacht“.

      Nein, vermutlich bin ich kein Spießer, auch wenn die Definition unklar ist. Ich kenne ein paar Leute, die würden mich inzwischen als so einen bezeichnen, die leben allerdings auch ein ganz anderes Leben als ich, ich will nicht tauschen. Da ist seit 20 Jahren die Zeit stehen geblieben, und ich muss mich ständig bewegen und verändern. Stillstand ist der Tod, vor allem wenn er im WG-Status stagniert. Aber du hast Recht, Büsum ist vielleicht ein gutes Beispiel. Ein Kombi (es ist ja auch kein Kombi, es ist ja ein T-Modell 🙂 ) macht noch keinen Spießer.

      Warum lachst du kaum noch? Hast du zu viel Schulstress? Lachen ist wichtig, ich fange jetzt nach drei Jahren im-Hals-stecken-bleiben endlich wieder damit an! Haha! HAHAAAAA! HAAAHAHAHAHAHA 😀 Das Leben ist schön.
      Gab’s Polarlichter?

      Sandmann, der jetzt nach Berlin auf eine Hochzeit fährt

      • LarsDithmarschen says:

        Hey Sandmann,

        bei meiner knapp-über-oder-knapp-unter-100€-Kompaktkamera kann man die Belichtungszeit einstellen. Da ich kein Smartphone oder kein Handy mit Kamera habe, habe ich mir die gekauft, weil meine Videokamera, mit der ich sonst Fotos mache, ein wenig sperrig ist.

        Büsum ist ein mächtig gutes Beispiel. Ich parke, wenn ich zur Schule rolle, immer in einer Seitenstraße, weil auf dem Parkplatz für Schüler immer Touristen stehen und die Parkplätze von 1982 auch eng für die neuen Autos werden. Ein Paar, das dort in der Seitenstraße wohnt, mag es überhaupt nicht, wenn Schüler dort parken. Sie haben bei der Gemeinde sogar einen Antrag gestellt, nur vormittags ein Halteverbot einzurichten. Nachmittags sollten Touris da ja wieder parken können. Kamen sie nicht mit durch. Auch haben sie schon die Polizei gerufen, weil ich dort parkte, die konnte aber nichts illegales feststellen. Nun stehen sie JEDEN Morgen draußen und schauen mir beim Einparken zu. Wenn ich sie grüße, kommen nur Blicke. Ich liebe die Leute da ;-).

        Ich lache wohl nicht mehr, weil ich seit einiger Zeit nur noch von Arzt zu Arzt geschickt werde und mir keiner helfen kann/will. Seit Dezember habe ich nach einem Sturz Nackenschmerzen, die immer schlimmer werden, anscheinend ist auch ein Nerv zum rechten Arm beschädigt worden, der andauernd anfängt zu zittern. Drei Ärzte haben mir bisher nur Schmerzmittel verschrieben, ohne überhaupt zu untersuchen. Da habe ich langsam keine Lust mehr drauf und werde anscheinend langsam kauzig ;-).

        Polarlichter habe ich keine gesehen. Hatte mir den Wecker gestellt und habe ihn nicht gehört und habe weitergeschlafen :-D.

        Schöne Grüße
        Lars

        • Sandmann says:

          Ay Lars,

          für Blogs und ähnliches sind solche Bilder wahre Schätze. Also bleib dieser Kamera bloß treu! Ich hab meine alte Sony DSC auch aufgehoben, die macht auch erstaunlich gute Fotos… Vielleicht sollte ich die mal wieder rausholen 🙂

          Das mit den Parkplätzen und den alten Leuten, die drauf „aufpassen“ ist krass. Sowas macht mich unglaublich aggressiv. In der Welt bringen die religiösen Fanatiker sich um, andere fallen mal eben in unsere Nachbarländer ein, anektieren Landstriche und bringen die Zivilbevölkerug um – und solche Honks stören sich daran, dass die Leute auf den PARKPLÄTZEN VOR IHREM HAUS stehen. Sagenhaft traurig sowas 🙁
          Vor der Grundschule meiner kleinen Tochter hat mir so ein Individuum mal Hundekacke auf die Motorhaube geschaufelt, weil ich am Straßenrand angehalten habe, um sie zur Schule rauszulassen. Ich habe das dann am Nachmittag direkt in seinem Garten mit seiner Frau geklärt, sie konnte mich mit ein paar Argumenten davon abhalten, dem Herren die Hecke zu stutzen. Schlaganfall und Wunderlich geworden, sagt sie. Ich habe ihr vorgeschlagen, den beizeiten mal wegzusperren, weil sicherlich nicht alle Menschen in so einer Situation so entspannt sind wie ich. Na ja, das ist eine andere Geschichte. Man trifft sich immer zwei mal im Leben 😉

          Das mit den Ärzten ist eigentlich nix für die öffentliche Diskussion…. finde ich. Das macht mir Sorgen. Wenn du mit Schulmedizinern nicht weiterkommmst, dann lass dir vom alten Sandmann mal einen guten Rat geben: Geh zu einem Heilpraktiker. Die gucken dich ganzheitlich an und spritzen nicht nur da, wo es weh tut. Hat in meinem engeren Freundeskreis zwei Menschen vor der Verzweiflung bewahrt…

          Sandmann

          • LarsDithmarschen says:

            Hey Sandmann,

            das sind ja nicht mal alte Leute, die darauf aufpassen. Ich schätze sie Ende 30/Anfang 40. Ich verstehe sie auch nicht, genau aus den Gründen, die du auch auflistest. Es gibt so viel schlimmeres als ein oft dreckiger Volvo Kombi, der nicht mal vor ihrer Einfahrt steht, sie sich aber trotzdem drüber beschweren. Schüler dürfen da nicht parken, Urlauber aber schon.

            Das mit dem Hundekackeschaufler habe ich nicht ganz verstanden. Hat er dir die Fußmine auf die Haube geschaufelt, als du im Auto gesessen hast? Bei mir klebte schon mal feuchtes Klopapier am Auto, weil sie Streiche spielen wollte. Die durften die Straße nachher sauber machen, weil ich alles auf den ersten 20 Metern verloren habe.

            Schöne Grüße
            Lars

            • Sandmann says:

              Was, die sind noch nicht mal alt und verbittert? Oder Weltkriegsgeschädigt? Das wird ja immer schlimmer 🙁

              Der Typ in meiner Nachbarschaft hatte mit seiner Schaufel die Kacke vom Fußweg aufgehoben und mir direkt auf die Haube gelatzt, als ich gerade wieder einsteigen wollte. Ich war so perplex, dass ich wieder ausgestiegen bin und ihn nur fragte, ob er das grad wirklich gemacht hat oder ob ich zu wenig Kaffee getrunken hätte. Er fing dann an zu pöbeln, und ich hatte Termindruck, also habe ich ihm zugerufen, dass ich heute Nachmittag noch mal wiederkäme und dass er sich dann warm anziehen möge.
              Na ja. Zu seinem Glück war seine Frau da und hat ein paar Erklärungen abgegeben. Zusammenfassend denke ich, dass die Ärmste mit dem Sack schon genug gestraft ist und habe davon abgesehen, ihn einmal quer durch seine Gartenlaube zu treiben. Lust drauf gehabt hätte ich schon.
              Er steht noch immer morgens wie eine Wache vor seiner Hecke und guckt finster. Irgendwann halte ich da nochmal an und rauche eine….. 🙂

              Sandmann

              • LarsDithmarschen says:

                Hey Sandmann,

                ich kann dich echt verstehen, dass du da sauer warst. Ist ja doch gerade nicht sehr lecker. Andererseits gehört ja da schon gehörig Mut von dem älterem Herren dazu, dir die Tretmine auf die Motorhaube zu pflanzen, als du einsteigen wolltest. Was er sich wohl dabei gedacht hat?

                Wie auch immer ich gerade darauf komme: Ich habe mich noch nicht mit jemandem geprügelt, gestritten schon, aber es sind noch nie Fäuste geflogen. Einmal wurde ich als Fünftklässler in eine Hecke geschubst und einmal bekam ich aus dem Nichts (ich habe niemanden gesehen!) ein blaues Auge verpasst, als ich Freunde aus einer Bar abholen wollte. Das waren 4 Meter vom Auto dahin… war sehr unangenehm.

                Schöne Grüße
                Lars

                • Sandmann says:

                  Ay Lars,

                  prügeln ist in meinen Augen auch keine Lösung. Meistens…
                  Es gibt Menschen, die lassen sich durch harte Drohungen auf einen anderen Weg bringen. Bei anderen zieht das Erscheinen der Obrigkeit. Wieder andere bekommst du nur mit einem Anwalt zur Ruhe. Alles schon gehabt, den Psycho mit der Hundekacke hätte ich niemals geschlagen. Das ist mir zu billig. Da habe ich andere Methoden…

                  Immer schön friedlich bleiben, sagt Ghandi 🙂
                  Sandmann

        • micklip says:

          Hey Lars,

          wie Jens schon sagte: Das mit Deinem Arm und Nacken solltest Du nicht auf sich beruhen lassen. Wenn Du das Gefühl hast, dass Nerven betroffen sind, dann sollte das gründlich abgeklärt werden. Schäden an Nerven heilen seeeeehr langsam bis gar nicht. Und die Schmerzen zu verdrängen, ist nur sinnvoll wenn man weiß, dass es nichts gravierendes ist. Jens‘ Vorschlag mit dem Heilpraktiker kann echt sinnvoll sein. Vor allem, wenn Du das Gefühl hast, die Ärzte nehmen das nicht ernst.
          Gute Besserung
          Mick

          • LarsDithmarschen says:

            Hey Mick,

            danke für die Genesungswünsche.
            Ich habe schon einen neuen Termin beim Neurologen. Ich habe beim Chiropraktiker angerufen und der wollte mich aus Angst nicht behadeln. Nicht, dass mein Arm nachher außer Betrieb ist. Das fand ich recht ehrlich. Nun warte ich den Termin ab und dann schaue ich weiter.
            Schöne Grüße
            Lars

            • Sandmann says:

              Heil – prak – ti – ker.
              Such mal einen. Nur mal so zur Vorsorge…

            • micklip says:

              Hey Lars,

              ich kann verstehen, dass das ganz schön nervt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Ärzte in Punkto Rückenschmerzen ziemlich abgestumpft sind, weil viele Leute mit den kleinsten Wehwehchen kommen. Dann speisen sie die Leute gerne mit billigen Schmerzmitteln ab in der Hoffnung, dass sich alles schon selber regeln wird. Was es bei den „Wehwehchen“ ja auch meist tut. Aber wenn dann jemand wie Du mit Nervenbeschwerden kommt scheinen sie das dann auch nicht wirklich ernst zu nehmen. In der Regel muss eine MRT vom entsprechenden Wirbelsäulenbereich gemacht werden. Schmerzfrei, aber teuer. Das sehen die Kassen nicht sooooo gern. Aber erst dann kann man sicher gehen, mit einer bestimmten Behandlung nichts kaputt zu machen. Wie Dein Chiropraktiker ja auch befürchtet.
              Wie gesagt, ich wünsche Dir schnelle Besserung…
              Mick

  2. Will Sagen says:

    Du also auch ein Lehrerkind. Oh Mann, diese Frühstücksszenario hat sich bei mir auch für immer eingebrannt. Schlimmschön. 🙂

    Und, wenn wir uns dereinst in Berlin treffen, zeige ich dir meinen Hellweg, wenn du willst. Meinen Standard-Baumarkt.

    • Sandmann says:

      Ay Will,

      ich bin sogar im doppelten Sinne ein Lehrerkind. Mama und Papa waren Lehrer, und nach der Scheidung hat sich meine Mama wieder an einen Lehrer gebunden 😉 Das prägt. Aber frühstücken war immer toll.

      Und stimmt, in Berlin gibt’s Hellweg. Ich war am Wochenende da und habe Werbeschilder gesehen. Dann schau ich mir das mal an 😀

      Sandmann

  3. Touranus says:

    Moin Sandmann,

    der arme Freund… wenn er doppelt gesehen hat, dann war er von 4!!!!! jungen Damen umgeben 😛

    Kombi fahren ist nicht zwangsläufig spießig. Wichtig ist, was man mit dem Kombi macht und erlebt! 😉

    Spießig finde ich da eher Menschen, wie meinen Nachbarn, der meint, er müsse abends meine Freundin anlabern, das ihr TÜV abgelaufen sei und der regelmäßig aus seinem Haus kommt, um zu kontrollieren, ob ich auch ja die Hundesch…. von der angrenzenden Wiese entferne.
    Und beim Schützenfest stolz in peinlicher Uniform noch peinlichere Befehle zu brüllen…. DAS ist für mich spießig.

    Dein cooler Familienurlaub war es ganz sicher nicht! 😀

    • Sandmann says:

      Ay Touranus,

      danke für die Absolution 🙂
      Von 4 jungen (und zudem noch so hübschen) Damen umgeben zu sein kann glaube ich ganz schön stressen. Gut, dass da auch zwei Sandmänner dabei waren…..

      Selbsternannte Polizisten begegnen einem immer wieder, besonders liebe ich die Menschen, die man nicht behindert oder stört, die einem aber doch laut schimpfend jeden Regelverstoß ankreiden. Ich lächel dann zumeist, steige aus, gehe hin und frage wo das Problem ist. Ob ich jemandem im Weg stehe oder jemanden umgefahren habe. Und wenn das verneint wird schlage ich den Leuten vor, im nächsten Leben zur Polizei zu gehen und dort eine Karriere im Streifendienst zu beginnen und nicht meine Zeit mit Sachen zu stehlen, die sie als normale Bürger schlicht nicht zu interessiere haben.
      Das zieht meistens 🙂

      Sandmann, wieder zu Hause

  4. Snoopy says:

    Da möchte man ja am liebsten dabei sein 😉
    Ich mag Camping ab einer gewissen Komfortstufe auch.
    Das mit dem Kopfsprung hätte auch schief gehen können. Nicht ganz ungefährlich 😮
    Und die ganzen Probleme… wer hat die nicht…

    • Sandmann says:

      Ay Snoopy,

      ich mag vor allem die Atmosphäre auf Campingplätzen, ich glaube das kam auch ganz gut rüber. Im Zelt schlafen ist nicht mehr so meins, vor allem wenn man mal eine Regenphase erwischt kann das ganz schön deprimierend sein….
      Dann doch lieber auf der Ladefläche des Kombis 🙂 Dazu bald mehr.

      Das mit dem Kopfsprung GING ja auch schief, der Gute hat Anfangs geblutet wie ein abgestochenes Schwein….. Das Wasser war zum Glück tief genug, dass er sich nicht das Genick gebrochen hat. Und ich glaube, er hat was gelernt…… 😉

      Na ja, und die ganzen Probleme… in der Tat hat die wohl jeder, mal mehr, mal weniger. Ich schwimme mich gerade wieder frei. Erfolgreich. Wird mal wieder Zeit, dass wir uns alle treffen, oder? 😀

      Sandmann

  5. micklip says:

    Hey Jens,

    da habt Ihr ja ’ne Menge erlebt am ersten Tag. Vor allem der gewagte Kopfsprung hätte mir ja schon einen gehörigen Schrecken eingejagt. Wie Snoopy schon sagte, nicht ganz ohne… Auch die Cap hätte da nicht viel genützt 🙂
    Camping ist ja nicht so mein Ding. Dabei habe ich durchaus eine Ader für das Minimalistische. Aber das lässt sich irgendwie in meiner Familie nicht mit Familienurlaub verbinden.
    Ferienhäuschen ist da mehr unsere Linie.
    Und die Debatte um das Thema „Spießer oder nicht“ geht mir irgendwie völlig am A…. vorbei. Spießig ist doch immer nur das was man an anderen Leuten verachtet. Und diese Verachtung finde ich völlig überflüssig und unangebracht. Soll doch jeder sein Leben so gestalten, wie er möchte, solange er die anderen damit in Ruhe lässt. Und das „in Ruhe lassen“ gilt dann eben für jeden, auch für mich.
    Meine Einstellung…
    Also lassen wir doch jeden so spießig sein, wie er mag oder? 🙂

    Mick

    • Sandmann says:

      Ay Mick,

      ein paar wahre Sätze schreibst du da.
      Je älter ich werde, desto weniger reibe ich mich an anderen Dingen, wenn sie meinen direkten Lebensraum nicht betreffen. Früher habe ich mich laut und exzentrisch über viele Sachen aufgeregt, heute lasse ich die meisten Menschen auch sein, wie sie sind und wie sie wollen. Wie gesagt, außer – sie grätschen mir in mein Leben rein. Dann fahre ich die Hörner aus 😉

      Spießigkeit ist ja eine Frage des Standpunktes. Spießigkeit kann ja auch so etwas wie Tradition und Sicherheit sein, und beides ist auf seine Art nicht verwerflich…

      Sandmann

  6. Uwe Hölzer says:

    Hay Du!

    Kombi? – hab ich.
    Annehmlichkeiten im Urlaub? – hab ich.
    Frühstück am Tisch? – hab ich.
    Diverse kleine Gemeinsamkeiten aus Deinem Text? – hab ich.
    Spießer? – Ok, bin ich. Und? Kein Problem damit…

    • Sandmann says:

      Uwe? Du hier? 🙂 Wie schön.

      Die kleinen Gemeinsamkeiten sind es wohl, die euch immer wieder hier her treiben, oder?…..
      Und – sind wir ab einem bestimmten Alter nicht ALLE ein bisschen spießig? Ist doch super 😀

      Sandmann

  7. Uwe Hölzer says:

    Na klar… Du weißt: Ich liebe das verständlich geschriebene Wort… Schon immer. Noch mehr wenn der gelesene Text eine Geschichte sich zum Kopfkino entwickeln lässt…

    Spießer… Was ist ein Spießer? Ist man das heute nicht schon wenn mehr als 3 Punkte einer Liste von Fragen zur Lebensituation mit dem Wort „geregelt“ beantwortet werden können?

    Solange ich nicht um die Häuser ziehe und Nachbarn aufschreibe, die mit einem Reifen auf dem Gehweg stehen, ist alles im grünen Bereich…

    Treffen… Ja da war doch noch was… Remember? 🙂

    • Sandmann says:

      Ach ja, da war ja was 🙂
      Ich erinnere mich. Ich vergesse manchmal, wo ich mein Granada Coupé gelagert habe, aber sowas vergesse ich nicht!
      Lass mich mal den Wohnort wechseln, und dann geht es weiter!

      Sandmann

  8. Holler says:

    Ein herzliches moin, moin in die Runde.
    Habe schon sehr lange bei Sandmann nur mitgelesen.
    Jetzt habe ich mich doch angesprochen gefühlt, hier mal was zu schreiben.
    In vielen Geschichten und Kommentaren finde ich mich wieder. Obwohl ich schon Anfang 50 bin, bin ich hoffentlich noch jung geblieben. Düse gerne mal mit dem Cabrio durch die holsteinische Schweiz, oder mit der alten Vespa einfach nur durch das Dorf.
    Ich mag auch lieber alte Autos, als diese neuen Kisten mit den hässlichen Fratzen. Denke, dass ich hier ganz gut passe.

    Sandmann, bei Deiner Urlaubsreise habe ich mir die Route gleich auf der Karte angesehen. Ist ja ein ganz schöner Ritt, aber der Weg gehört ja auch zu dem Abenteuer-Urlaub dazu. Es ist schön, wenn die Kinder noch mit dabei sind.
    So, wir haben Urlaub, die Sonne scheint, jetzt gehe ich raus und geniesse den Tag.

    Gruß
    Holger

    P.S. Jungs kommen in die Pubertät, werden danach nur älter…

    • Sandmann says:

      Ay Holger,

      herzlich willkommen bei den „mal was dazu sagenden“ 🙂 Schön. Das ist die Würze der Artikel…

      Mit SCHON Anfang 50 bist du ja aus heutiger Sicht noch jung. Ich sehe 70jährige rumlaufen, die offensichtlich fit sind und Spaß am Leben haben. Das lässt mich hoffen…
      Das Thema alte Autos ist ja mein Kernthema hier. Ich bin mal gespannt, wie es in 20 Jahren um uns rum aussehen wird. Ob dann die Autos, die jetzt noch neu oder jung sind, auch als „alte Autos“ durchgehen und wie sich die Oldtimerszene verändern wird. Ich persönlich glaube ja, dass der OLDTIMER im klassischen Sinne irgendwann in den 90ern stagnieren wird. Alles danach wird man anders nennen. Ich glaube, ein Aygo oder ein Getz werden diesen Titel niemals bekommen, aber ich lasse mich da gern vom gegenteil überzeugen, wenn es dann so ist. Hässlich sind sie fast alle. Und sie gucken böse. Das mag ich nicht 🙁

      Die Strecke (von Kiel wohlgemerkt) nach Südfrankreich ist in der Tat ein echter Ritt. Dank Klimaanlage, guter Musik und coolen Mitreisenden kam mir das dieses mal aber sehr kurz vor, und so ein Zwischenstopp in Paris entspannt das alles ja auch.

      Genieß deinen Urlaub. Ich stecke mitten in neuen Artikeln, nicht hier, sondern für die TRÄUME WAGEN 🙂

      Sandmann

  9. Holler says:

    Unser kleiner Urlaub.
    Meine Frau und ich haben beschlossen mal wieder in „unser“ schönes Wellness-Hotel zu fahren, um uns einige Tage mal richtig zu entspannen.

    Gestern Abend nach 23:00, wir waren gerade eingeschlafen, kommt eine Truppe Rentner auf den Flur und unterhält sich sehr laut. Es ging um den Termin, wann gefrühstückt wird. Aufgrund der Tatsache, dass die Zimmer der Leute auf dem ganzen Flur verteilt war, und wahrscheinlich auch die Batterien der Hörgeräte schwächelten, weiß jetzt das ganze Hotel, dass das Frühstück um 09:00 beginnt.
    Klasse, jetzt sind wir erstmal wach…

    Unausgeschlafen gingen wir heute morgen um 09:30 zum Frühstück.
    Nun trifft sich auch langsam eine Horde „Vertriebsleute“, die eine Tagung abhalten wollen.
    Vorher müssen sich diese Leute aber mit ihren Erlebnissen, wem wie oft ein Auto geklaut wurde, oder wie blöd doch die Kunden sind, lautstark brüsten.
    Von Ruhe mal wieder keine Spur.

    Nach dem Frühstück sind wir dann sehr lange spazieren gegangen. Herrlich diese Ruhe.

    Wieder zurück im Hotel, ab ins Schwimmbad. Bisschen geschwommen und dann ab auf die Liege. Etwas Entspannung soll ja gut tun.
    Nun sind aber noch zwei Damen anwesend. Die unterhalten sich so lautstark, dass ich mich nicht mal auf das Lesen konzentrieren kann. Meine Frau war auch sichtlich genervt und bat diese beiden Plappertaschen um einen leiseren Ton.
    Das hielt nur einige Minuten. Die beiden Schwäne (besser Enten) gingen ins Wasser um dann beim Synchronschwimmen wieder lautstark zu schnattern.
    Letzten Endes verließen wir das Schwimmbad.

    Sind nun einige Menschen zu dumm und/oder haben keine Erziehung, oder sind wir nur zu spießig?

    Mit einem müden Gruß
    Holger

    • Sandmann says:

      Ay Holger,

      😀 sorry aber ich muss trotzdem schmunzeln 😉
      Also um deine Frage vorweg zu beantworten: Aus meiner Sicht sind tatsächlich die meisten Menschen, die einem im öffentlichen Raum begegnen, unsensibel, merkbefreit oder gleichgültig. Ich bin kein Soziologe, ich weiß nicht ob sich so etwas entwickelt oder verändert. Also ist die einzige Möglichkeit, damit umzugehen, es auszublenden.
      Wenn du völlige Ruhe willst: Geh nicht in „euer“ Wellnesshotel, sondern buch in der Nebensaison ein schönes Holzhaus mit Kamin in Dänemark. Am besten ganz oben in Skagen, da ist es nicht nur wunderschön (http://www.sandmanns-welt.de/eine-woche-am-rand-der-welt/), das ist den meisten Deutschen auch zu weit weg.

      Und wenn das keine Alternative ist – nimm die anderen, wie sie sind. Sie bedrohen nicht dein Leben, sie sind einfach nur da. Wirst du nachts geweckt? Super – probieren wir doch gleich mal, ob Viagra auch bei uns BEIDEN wirkt. Redende Menschen am Pool? Zieh deine Liege in eine ruhige Ecke. Enten? Was ist das denn für ein Pool??? 😉

      Sandmann

  10. 1983TX says:

    Beim lesen kamen Erinnerungen hoch. Erinnerungen an unzählige Zelt-Touren mit meiner Ehemaligen, mit dem letzten Cent in der Tasche und abwechselnd mit unseren treuen Renault 5 und Kangoo. Vor dem geistigen Auge entspinnt sich ein Film über das Verkehrschaos in Antwerpen auf dem Weg in unser geliebtes Nordfrankreich, setzt sich mit den Erinnerungen an leidenschaftliche amour in den Dünen fort, streift noch andere Dinge und erinnert auch daran, wie damals alles begann. Damals, als ich mit einer Freundin nach Narbonne fuhr und an den ersten Kuss irgendwo in Agde. Als wir nach 14 Tagen Südfrankreich im Dezember-diese wunderbare Ruhe und menschenleere Strände, einfach geil!-heim fuhren, wurde aus einer amour fou eine dauerhafte Partnerschaft, die zwei Jahre hielt und die ich bis heute irgendwie noch vermisse. Der Schwule und die Lesbe…….

    • Sandmann says:

      Ay Jung,

      diese Sätze lassen mich schweigend zurück. Ich hätte viele Fragen 😉 Aber ich nehme eine tiefe Verbundenheit zu Frankreich mit, und irgendwie klingelt bei mir was, als wäre da noch nicht alles durchgeholt.
      Oder rutschen wir beide gemeinsam in eine Midlife-Crisis?
      Pack gute Sachen in den Kofferraum und sei 2015 in Frankreich. Der Rest ergibt sich, wenn du es willst.

      Sandmann

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