Mutprobe? Mit dem günstig-Astra auf große Fahrt!

Moin!

Einer geht noch - einer geht noch rein!Nachdem ich das letzte Mal einige der vorbereitenden Maßnahmen zur Verbesserung der Fahrtauglichkeit unseres Billiggefährt(s)en beleuchtete, ging es dann auf große Fahrt. Eine Woche nach Sylt mit Mudder und der verlotterten Familie in Form von Tante und Cousin. Nach dem Packen von Mudders Rollator, der zum Glück recht gut komprimiert werden kann, einem Kasten Dortmunder Bier (um unsere auf die Insel migrierte Verwandtschaft an die Heimat zu erinnern) und unserem bescheidenen Gepäck war der Kofferraum fast halb voll. Mein Spruch: „Hoffentlich haben die beiden anderen nicht so extrem viel dabei!

Gut gepackt ist halb.. Äääh - verbaut?Ihr werdet es geahnt haben… SIE HATTEN! Also erstmal alles wieder auf Null. Ein riesiger Koffer, wo ich erstmal vermutete dass die beiden noch jemanden heimlich mitschmuggeln wollten. Oder zumindest entweder für immer auf der Insel (oder mindestens drei Monate) bleiben wollten, zwei große Tragetaschen, ein gigantischer Rucksack für die professionelle Filmausstattung vom Cousin und noch ein paar kleinere Taschen. QUETSCH! Passt! Juhuu! Kann losgehen! Pustekuchen! Ein Fresskorb für die Fahrt und ein paar Plastiktüten lauern noch im Haus! Egal, früher hat man das Zeug in einen Käfer gequetscht! (klar!)…

Alles drin? Hoffentlich! Wo ist David?So, jeder Zentimeter ist irgendwie ausgenutzt – hab schon befürchtet das Reserverad dalassen zu müssen. Aber ich kenne mein Glück, macht man das, zerfetzt es einem einen Reifen – Murphy is calling! Okay, so ist der Wagen schon bedächtig tiefergelegt, was dank der Serienstahlfelgen und schmalen 185’er Winterreifen nicht so zur Geltung kommt. Einsteigen – abfahrt! Sitzen alle bequem? Gut, so bequem wie man bei ca. 50%iger Überladung und vollgestopfter Rückbank sitzen kann. Wenn Cousin nicht gemeint hätte, er müsste während der Fahrt den Laptop rausholen und über Webstick im Internet surfen. Gut, wir waren alle mal jung, schnell gelangweilt und einigermaßen gelenkig, aber Thrombosen scheren sich bekanntlich nicht ums Alter. Daher wird beim ersten Stopp gewechselt, Tante mit operiertem Knie seufzt vor Erleichterung, die Knochen ausstrecken zu können. Erster Ärger bricht aus beim Benutzen der Raststättentoilette. Gut – ich verstehe ja, dass die Betreiber den Umsatz zur Toilettenpflege nicht komplett den Putzfrauen überlassen wollen, auch als das System mit den 50ct Zettelchen rauskam, das man hinterher im Shop umsetzten konnte, hab ich auch noch geschluckt. Aber seitdem die wieder um 20ct verteuert haben, drängt sich mir immer mehr der Verdacht der Abzocke auf.

Weiter gehts, über die von Baustellen arg gebeutelte A1 kommen wir dennoch sehr gut in den Norden durch. Eine Durchschnittsgeschwindigkeit von (laut Tacho) 130-140km/h sind dank guter Straßenlage und vertrauenerweckend schnurrendem Motor kein Problem. Auch wenn das Navi petzt, dass die Geschwindigkeit in Wirklichkeit 10km/h langsamer ist, tut das dem Spaß keinen Abbruch. Ab durch den Elbtunnel – dank Samstag herrlich leer – und an der Alsterperle vorbei vergeht die Fahrt dank guter Verpflegung wie im Fluge. Kurz vor Niebüll auf die erstaunlich günstige freie Tanke gefahren und in Erwartung astronomischer Preise auf der Insel nochmal vollgetankt. Nach gerade mal 35 Litern macht die Zapfpistole KLACK! Ungläubig versuche ich (vergeblich) noch ein paar Liter nachzuquetschen, geht nicht. Kurz nachgerechnet ergibt sich der kaum glaubbare Verbrauch von 6,6l… Für 4 Mann und reichlich Gepäck, und nicht wirklich schleichender Fahrweise ein fantastischer Wert! So, ab auf den Autozug, denn wir sind buchstäblich reif für die Insel!

Willkommen in Hörnum, Wetter kommt später

Leider haben wir uns für gutes Wetter die falsche Woche ausgesucht, dennoch nutzen wir jede Gelegenheit, bei trockenem Wetter rauszukommen. Herzlich Willkommen in der Weltstadt Hörnum. Neben einem schönen Leuchtturm bieten wir Ihnen jede Menge Strand, eine bröselnde Küste, eine handzahme Kegelrobbe und noch viel mehr Wind, Wind, Wind! Und eine ganze Menge von Sandmanns persönlicher Vergangenheit, aber das ist eine andere Geschichte (Anmerkung des Admins…).

Ab ins Auto, Topf voll Gold suchen!Leider sind unsere Mütter nicht gut zu Fuß, daher ist es umso trauriger, wenn die Gelegenheiten zum Rauskommen so spärlich gesät sind. Am ersten Tag geht es an den Hafenstrand und die dort gelegene Fressbude Sonniger Süden, wonach wir mit nebenstehendem Anblick belohnt werden. Leider schlägt der heftige Wind uns zwischendurch immer wieder ergiebigen Regen um die Ohren, was der guten Laune nicht wirklich zuträglich ist.

Danach geht es einmal die Inselstraße lang, durch die bekannten „Speckerorte“ Westerland, Kampen und Klappholttal nach List, wo wir bezweckten beim „berühmten“ Fischbräter Goch zu speisen. Dort wiederum machte mir mein Geiz einen gewaltigen Strich durch die Rechnung, denn für ein verspätetes Mittagessen, wo ein Abendessen in einem Restaurant noch eingeplant war, waren mir Preise von 10-15 Euro eigentlich zu viel.

Angehender Sonnenuntergang

Schöne alte Lagerhalle, umgebaut zur Multifunktionshalle

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Daher wurde es dann ein Matjesbrötchen für bescheidene 2,50 Euro. Noch ein wenig über den schönen Platz aus den herrlichen umfunktionierten alten Hafenhallen flaniert, unsere Armut beim Betrachten der Preise der Souvenirläden bedauert und mit Schrecken bemerkt, wie schnell der fiese Wind durch selbst dickste Kleidungsschichten pfeifft. Zum Glück sind wir ja als Ruhrpottler wettertechnisch Kummer gewohnt, daher gilt es – Zähne zusammenbeißen und auf bessere Zeiten hoffen.
Hier nix Kacki-Kacki!Um bei der nächsten Gelegenheit die Ferienwohnung zu verlassen, geht es zum Weststrand. Zum Platz, an dem noch bis letztes Jahr die bekannte und beliebte „Strandperle“ stand. Eine urgemütliche Strandbar, mit netten Betreibern und zivilen Preisen. Vorbei die schönen Zeiten – heute steht dort eine im Volksmund als „Speckerhütte“ (Geldsackbude) bezeichnete neue Strandbar, in der man mit unverzichtbaren Snacks wie „Fuguschnittchen an einer Trüffel-Souplümme bllaaaaaaa“ für 30 Euro gefoltert wird. Ich hoffe der Drecksladen geht pleite!

Puuuuuuuust... Hätt ich das gewusst hätt ich das Auto vom Wind entrosten lassen!Oben auf der Düne bekommt man den Eindruck, man steht relativ kurz vor einem eingeschalteten Sandstrahler. Ich frage mich schon, warum ich Stunden an der Flex zugebracht habe, wenn ich den Rost hier von der Natur viel effektiver hätte runterschleifen lassen können. Naja, Peelings sollen ja gesund für die Haut sein! Mützen, die nicht vernünftig festgebunden oder getackert sind, machen sich sofort auf den Weg in die Paralleldimension, um sich mit Tonnen von linken Socken und heruntergefallenen Parkscheinen zu vereinen.
Kommt mein Herrchen wieder? Ich will Stöckchen fangen!Unten wartet unser treues Arbeitspferd, und fragt sich sicher auch schon, ob es nicht besser gewesen wäre, beim Vorbesitzer zu bleiben. Oder das schnelle Ende in der Schrottpresse hinter sich zu bringen… Die einzige Macke, die er sich leistete, war der Ausfall der Tankanzeige, was bei den Verbrauch nicht wirklich in Panik ausbrechen ließ. Und ein beharrliches Beschlagen der Scheiben, was sich mit etwas mehr Aufdrehen der Heizung leicht hätte verbessern lassen, aber dann kam gleich von hinten das Geheule – es wäre zu warm. Verdammte Familiendemokratie!

Wenn’s genehm ist, würde sich der nächste Artikel mehr um Sylterlebnisse drehen, als um das Leben mit dem Verbrauchsastra!

Schönen Restsonntag und herzlichen Glückwunsch an Sebastian Vettel für die Fahrerweltmeisterschaft 2010!

Maik

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4 Responses to Mutprobe? Mit dem günstig-Astra auf große Fahrt!

  1. Touranus says:

    Moin Maik,
    ich freue mich schon auf Deinen Bericht über Sylt. Auch ich verbinde da einige Erinnerungen mit.

    Deine Erfahrungsberichte mit dem Astra machen mir Mut. Wie Du ja sicherlich gelesen hast, werde ich nächstes Jahr (vielleicht noch früher, wenn mein Chef so weiter macht), ebenfalls in der Situation sein, mir für schmales Geld einen treuen, gebrauchten Alltagsbegleiter zu kaufen.
    Ich finde es spannend und interessant zu lesen, wie man mit einem Auto, welches Du für „kleines“ Geld (für mich gar nicht mal SO klein), auch Urlaub machen kann und nebenbei noch seinen Spaß haben kann. GENIAL! 😉

    Lieber mit dem Astra nach Sylt, als mit dem Porsche ins Büro… Und ein gar nicht mal so kleiner Haufen Autonarren erlebt es „live“ im Internet mit.

    Mach bitte weiter so. MIR macht es Mut! Und ich hoffe, dass Du mir demnächst dann auch mit Deinen Erfahrungen beim „Aufrüsten“ des Astraratis mit Rat zur Hilfe kommen kannst. Freue mich auf Deinen nächsten Bericht 😉

    Benny

  2. Touranus says:

    Ist ja gut, ist ja gut…..
    Hab mich doch schon schlau gemacht über den XM V6.
    Klingt nach einem interessanten Gefährt. Vor allem mal was anderes…
    Preise gehen auch.

    Habe ja noch etwas Zeit, aber ich werde mal Foren zu dem Thema XM suchen…

    Und DU kommst beim Kauf dann gefälligst mit!!!!!!! 🙂

    Benny

  3. Daemonarch says:

    Freut mich das es euch gefällt, beim Citroen hätt ich schiss, wenn am Motor mal was zu schrauben wäre… Der soll ja grausam zugebaut sein.
    Wie es mit den Ersatzteilen steht – ich schätze viel schlechter als bei Audi kanns auch nicht sein.

    Aber sowas kann so ein paar bekloppte wie uns kaum davon abhalten, normal unhaltbare Fahrzeuge anzuschaffen.
    Mit den Worten von Pottlegende Kalle Grabowski „Du brauchst EIN Fahrzeug, watt zu dir passt!“

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