Väterchen Frost

Das haben wir nicht oft hier oben

Das haben wir nicht oft hier oben

♫ But Baby, it’s coooold outside ♫
Klassisch. Weihnachten ist vorbei, die ganze Republik erstickt im Neuschnee und in Kiel und Hamburg ist – nix. Kein Koks aus den Wolken, keine Bettfedern von Frau Holle, nur eine wirklich frostige Nacht und die anschließenden kleinen und großen Probleme, die ein altes Auto mit sich bringt 🙂 Gestern waren -10° da draußen. Zehn. Minus! Die Hamburger Alster ist zugefroren. Und nicht nur die Alster, mein Auto auch. Sie Sonne scheint. Ich komm nicht rein. Gar nicht. Also besinne ich mich auf den Winter 1991/1992, als ich mit einem ähnlichen Auto vor ähnlichen Problemen stand. Es erfordert Körperwärme, Geduld und ein Lied auf den Lippen.

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Haarige Einstellung

Welcome to the Jungle. So und so.

Welcome to the Jungle. So und so.

Wir alle brauchen ab und an mal ein Ventil.
Mein 1971er Taunus braucht eins zum Benzin reinlassen und eins zum Abgas rauslassen. Und das bitte pro Zylinder, also zusammen 12 Stück. Moderne Kleinwagen haben annähernd so viele Ventile in jedem einzelnen Zylinder, die muss allerdings auch niemand mehr einstellen. Bei so einem alten Köln-V6, der entgegen seiner damaligen Bestimmung auch noch mit bleifreiem Super befüllt wird, verlangt das Ventilspiel ab und an nach einer Kontrolle. Vor allem, wenn der Eisenklotz sich nach 10 Jahren Stillstand im Standgas schüttelt wie ein Schiffsdiesel und gleichzeitig im Alltag rennen soll. Ich… äh… hab das noch nie gemacht, deshalb bekomme ich heute von Timur ein kleines Coaching mit Schraubenschlüssel, Fühlerblattlehre und Bier. Und Haaren, sehr vielen Haaren.

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Das Erdflugzeug von 1936

So sah Fortschritt vor 80 Jahren aus

So sah Fortschritt vor 80 Jahren aus

Zurück in der Zeit. 80 Jahre!
Dresdener wissen: Wenn ich mich selbst und ein Auto verbotenerweise direkt vor der Frauenkirche aufbaut, bleiben mir rund sieben Minuten. Bevor die Polizei kommt. Oder die Bürgerwehr. Oder die Gastronomen. Irgend jemand wird kommen und mich mehr oder weniger aggressiv wieder vertreiben. Ich will diese Kulisse aber im Hintergrund haben. Ich will! will! will! Denn ich bin hier mit Thorsten Wappler und… äh… einem amerikanischen Vorkriegs-Cabrio. Einst gefahren in Montevideo, später versteigert auf dem Hamburger Pferdemarkt und insgesamt so unvernünftig wie Vollgas bei Auquaplaning. Oder wie Aeroplaning ohne Flügel. Mutige Sachsen betreiben die Sportart TERRAPLANING. Okay, wir haben sieben Minuten. Ab….. JETZT. Hot diggity dog!

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Oldenstadt West

Posing wird erlaubt sein.

Posing wird erlaubt sein.

Diese Tage nach Weihnachten.
Okay, das Jahr 2016 ist inzwischen schon komplett Geschichte. Ich klappe die kleine, zerbrechliche Schachtel noch einmal auf und fülle einen der letzten Tage mit einem Brocken Vergangenheit und einem Hauch Abenteuer. Wir drei sind virtuell noch immer in Uelzen, mein kleines großes Töchterchen, der grüne Taunus und ich. Und bevor wir die 2016er Kiste ganz zuklappen, stiefeln wir zwei noch einmal meinen Schulweg zur Grundschule auf dem Kanal entlang, ein Trampelpfad quer durch ein Stückchen Kindheit. Und vielleicht…. umrunden wir mit dem Taunus den Baggersee auf ein paar holperigen Nebenstraßen, ohne dass ich selbst am Steuer sitze 😉 Ein bisschen Unsinn, einige Gedanken und eine Prise Wehmut, kommt ihr mit?

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Zündende Glühweinachten

La Familia

La Familia

Jingle Bells. Gute Laune in den Gesichtern? Ja, nein, ja, nein.
Die ganz links wird immer erwachsener und freut sich. Die daneben hat gerade ihren Ehemann beerdigt. Einen weiter… hm, kein Grund zur Sorge. Und der Typ ganz rechts wäre jetzt fast nicht hier, weil seine neue alte Karre nicht anspringen wollte. Keine Sorgen, Sorgen, keine Sorgen, Sorgen. Von links nach rechts. Verschieden groß, die Sorgen und die Menschen. So kurz vor Weihnachten sind wir alle eine große Familie 🙂 Ich rede wirr? Das mag am Eierpunsch liegen, der liegt intravenös, den habe ich mir heute Abend aber auch wirklich verdient. Wir sind in Uelzen, und ein paar Dinge sind anders als sonst. Aber ich fange meine kleine Weihnachtsgeschichte mal drei Stunden früher an. Auf einer Tanke in Hamburg.

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Voll die Welle machen!

Die Wellenreiter von Kiel

Die Wellenreiter von Kiel

Vibrationen. Reizend, wenn sie an der richtigen Stelle stattfinden.
Dröhnung. Auch fein, gezielt mit gutem Alkohol und netten Freunden.
Aber Vibrationen, starke Vibrationen in Verbindung mit Dröhnen und Röhren, Schütteln und Brummen – das sollte nicht die Sammlung von Nomen sein, die mir durch den Kopf geht, wenn ich mit einem alten Ford Taunus V6 unterwegs bin. Diagnose: Kardanwellenmittellager. Mit dem Wort gewinnt ihr jedes Galgenmännchen Spiel. Neben mir liegen träge ein neues, handtellergroßes Lager von Motomobil und ein neues Haltegummi von *Achtung* Ford!! – und ich bin auf dem Weg zum Örg und zum Timur. Was ich will: Diese akustisch heftig belästigenden Massagesitze endlich abstellen. Was ich jetzt noch nicht weiß: Das Lager der Kardanwelle ist nicht das Hauptproblem. Kommt ihr mit? Am Ende gibt es Weihnachtsmänner bei McDonald’s 😀

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Heimathafen

Wer braucht denn Berge?

Wer braucht denn Berge?

Spätnachmittag. Keine Termine, nichts vor.
Wir lange ist es her, dass ich mich einfach mal so in mein Auto gesetzt habe? Ziellos durch die Gegend fahren, des Fahrens wegen, nicht um irgendwo anzukommen? Ich glaube – dieses angenehme Zeit- und Benzinverbrennen ist unter meiner Regie zuletzt im Audi V8 passiert. Nach vielen Jahren sitze ich wieder hinter dem Lenkrad meines „ersten“ Autos, und ganz viele längst vergessene Kleinigkeiten ploppen hoch wie ein 3D-Fotoalbum mit Sound und Geruch. Seid ihr schon einmal längere Zeit mit einem Taunus unterwegs gewesen? Oder eure Eltern? Kennt ihr diese kleinen Dinge, die einem in jedem Taunus begegnen? Ich nehme euch mal mit auf eine kleine Reise in den Fährhafen von Kiel. In einem Schiff zu den Schiffen. Vollgetankt zu den Tankern. Personenbefördernd vor die Fähren. Ohne Musik, nur mit der Symphonie des alten V6 Eisentriebwerks.

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Zurück zu den Wurzeln

Sich mal was trauen.

Sich mal was trauen.

Ach Loide. Wo fange ich an??
Wenn ich pedantisch sein soll – fange ich 1985 oder 1986 mit einem gelben Auto an. Aber das mache ich ein andermal. Heute stehe ich Rille rauchend in Örgs Werkstatt, ohne Auto und ohne Plan. Der XM ist weg. Und ich bin wieder allein ♫ allein. Spendiere ich dem blauen Fördchen TÜV und fahre es im Alltag? Nein. Das dauert mir alles zu lange. Ich will JETZT fahren. „Sach ma Jensi ich hab noch das Knudsen Coupé oben stehn, guck dir den doch noch ma an. Wenn du den willst, wir wern uns da schon einich…“ Was? Den V6 GXL? Ich dachte der sei längst verkauft!? Nein, ist er nicht. Völlig perplex stiefel ich hoch in die große Lagerhalle von Örgs Werkstattnachbarn. Und ich sehe Wurzeln. In Form von silbernen Zitronen. Versteht ihr nicht, oder?

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La baguette disparaît

Und ich bin wieder allein, allein.

Und ich bin wieder allein, allein.

Kleiner…. immer kleiner……

Zu viele Autos sind nicht gut.
Ich kann und will nur eins im Alltag fahren, und das muss möglichst einfach gestrickt und zuverlässig sein. Der XM war -meistens- zuverlässig, aber einfach gestrickt ist er nicht. Seine vielen kleinen Macken sind zwar liebenswert, legen ihn aber gern mal still. Hinzu kommt, dass ja nun das kleine blaue Fördchen in meiner Garage steht. Und Örg hat gestern Abend beim Bier so wirre Geschichten über ein grünes Auto erzählt, dem ich schon sehr lange hinterhergeier. All das hat mich nachdenklich gemacht, aber das ist eine andere Geschichte. Der XM soll weg. Endgültig. Für kleines Geld mit allen seinen ehrlichen kleinen Vollmeisen. Ich hab ihn inseriert, und postwendend meldet sich Herr M. Herr M. will ihn Ende der Woche probefahren. Argh. Jetzt wird es ernst.

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Am Ende des Weges

Unwirkliche Schönheit

Unwirkliche Schönheit

Prince und Bowie klampfen gemeinsam mit Cohen, und sie sind in illustrer Gesellschaft. Dieses Jahr war kein gutes Jahr für die Lebenden. Irgendwo drängeln sich inzwischen eine Menge prominenter Gesichter, wo auch immer, Wolke 7 wird es nicht sein. Noch ein „oh nein, der jetzt auch noch!“ brandet durch die sozialen Netze, und noch eins, und dann noch eins. Anders als bei Musikern, Politikern oder sonstwelchen Celebrities bekommt die breite Masse es nicht mit, wenn sich ganz normale Menschen verabschieden. Wenn sie gehen. Und wenn sie dann einfach nicht mehr da sind. Für diejenigen, die ihnen nahe standen, bricht eine kleine Welt zusammen. Manchmal ist es dann gut, nicht ganz allein zu sein. Jemanden da zu haben, der vielleicht nicht immer da war, aber schon lange. Ich tanke meine Karre voll und fahre in einen Wald bei Uelzen.

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Warm und trocken

Angekommen unter dem Häuschen

Angekommen unter dem Häuschen

WAWAWAWA BROMMMMM!
„Ha. Geil. Neue Batterie, und der springt auf Schlach an. Warte, die Pritschen, die PRITSCHEN!!!!“
quiiiiiiiieeeetsch
*klack* SCHTROMP. „Die andere muss noch weiter links. LINKS!! Das andere Links!“ Was‘ mit Kaffee? – „Jaaa der kommt, Rille auch, gleich wenn der Ford im Keller steht“.
Das Fördchen ist da. Nach vielen vielen Jahren fährt endlich wieder einmal ein altes Auto über die Platteneinfahrt in die alte Garage unter dem Haus.

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Das kleine Fördchen

Der Opa aller Taunen

Der Opa aller Taunen

Ene mene miste es rappelt in der Kiste. RämmBRÄMM!
Was jetzt? Wo kommt dieses blaue Auto plötzlich her?? Gerade waren Örg und ich doch noch mit dem Rover und einem leeren Trailer rauchend und Unsinn quatschend auf dem Rückweg von der Mosel nach Kiel? Ach Leute – hört doch auf. Ihr wisst doch, wie das ist. So eine Leerfahrt mit einem Autotrailer ist total doof, was kann man da alles tolles draufstellen? Genau. Autos zum Beispiel. Und weil ich fast bei jeder meiner alten Karren prophezeie, dass ich sie nie wieder hergeben möchte und das dann DOCH mache – ist es nur konsequent, über einen würdigen Nachfolger für meinen Citroën XM nachzudenken. Das Baguette soll vielleicht weg. Nachdem ich es für immer behalten wollte. Und hey, der Kandidat hier ist erst 50 Jahre alt!

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Abschied vom Design

Raum in der kleinsten Hütte

Raum in der kleinsten Hütte

Abschied von einer Stilikone. Abschied von der ID Super.
Alles voller Abschied heute Morgen, an einem saftig-sonnigen Donnerstag irgendwo an der Mosel. Örg gibt seine Grundausstattungs-DS (die heißt ID) voll restauriert in fremde Hände, und das nach einer zweistelligen Zahl gemeinsamer Jahre. Ist das der Preis des Älterwerdens? Ist das das Los derer, die einfach keinen Platz mehr auf dem Hof haben? Ist das ein Anflug von Vernunft, weil die Erkenntnis kommt, dass man sich einfach nicht um alle seine Autos so kümmern kann, wie sie es verdient hätten? Ich weiß es nicht. Was ich weiß ist, dass Moselbewohner gläubig sind. Denn um 6:30 Uhr!!! 🙄 bimmeln uns die Kirchenglocken aus dem Doppelbett. Sie läuten wie zum Jüngsten Gericht und markieren den Anfang eines laaaaangen Tages, der mit einer ID beginnt und mit einem P4 endet. Ob der Range Rover wohl anspringt?

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Hemmungslos ausgeliefert

Barfuuuß durch den Sommeeeer ♫

Barfuuuß durch den Sommeeeer ♫

Männer machen unsinnige Sachen.
Der Örg will seine DS verkaufen, und ein junges Unternehmen an der Mosel will sie haben. Nach ein paar Telefonaten und Bildern waren sich der Alex und der Örg handelseinig. Problem: Der Alex kann die DS nicht aus Kiel holen. Keine Zeit. Ob der Örg sie ihm bei Kostenübernahme bringen könnte? Na klar, sagt der Örg, wenn der Sandmann mitkommt. Alleine ist so ne lange Strecke ja total langweilig. Gesagt, getan. Na ja, fast. Das Zugfahrzeug hat irgendeine Elektronikmacke und springt mit normalen, voll geladenen Batterien nicht an. Der Rost-Rover braucht 14 Volt zum Starten. Oder ’ne LKW Batterie. Von Kiel bis an die Mosel sind es 700 Kilometer, und in der Nacht vor unserem geplanten, frühmorgendlichen Aufbruch schreibt mir der Örg „Alter ich hab kein‘ Bock mehr, die Karre springt mit keiner der Batterien an, wir müssen das abblasen!“ Äh…..
Nee nee 🙂 Tun wir nicht. … ich will das weiterlesen!

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