Schichtwechsel

Wir werden verfolgt!

Wir werden verfolgt!

Irgendwo steht immer noch ein Auto rum. Manchmal nur irgend ein Auto, manchmal eins von denen, die mir am Herzen liegen. Das sind nicht mehr viele. Mein treues kleines Goldstück aus Salzgitter ist auch bald wieder 10 Jahre an meiner Seite, rostet vor sich hin und wartet seit Monaten auf einen neuen Heimathafen. Heute verschiffen wir den 1971er KaSi erst mal nach Hamburg. Mit dem dicken Diesel als Dampflok vorneweg. Und ausnahmsweise nicht mit einem Bein im Knast oder beiden Beinen im Strafregister der Verkehrssündenkartei (wie sonst). Ich bin brav geworden. Aber ich bin bei tonnenschweren Anhängern immer ängstlich…..

Sind Sie neu hier? Sie kennen KaSi noch nicht?
Dann können Sie sich zweistellig schlau lesen: KLICK 🙂

Wer kommt denn da...?

Wer kommt denn da…?

Braucht noch jemand ein Daimler Taxi…? 😉
Der KaSi fährt, der KaSi bremst und schaltet, kühlt und heizt. Der KaSi hat deshalb nun lange genug beim Markus in Wahlstedt rumüberwintert, ich möchte öfter in seiner Nähe sein. Kennen Sie das, wenn Sie irgendwo ein geliebtes Auto hingekippt haben, weil vor der Haustür unter der Laterne einfach kein Platz ist? Ab einem bestimmten Alter wird man träge und begibt sich da nicht mehr so oft hin, um mal zu schauen oder es mal zu streicheln. Zumindest nicht, um mal dran zu schrauben. Also…. ICH nicht. Wenn ich da an den Granada denke *schäm* Es gibt eine aktuell nur als Blumenlager genutzte Garage im nördlichen Niedersachsen, in der dem KaSi ein kleines, komfortables, kostenloses und vor allem trockenes Plätzchen angeboten wurde. Familie ist doch was Feines 🙂 Und da bringe ich den von vielen gehassten und oft verspotteten goldenen Repräsentanten der goldenen Zeiten heute hin.

Kurzfristiges Leben einhauchen

Kurzfristiges Leben einhauchen

Markus, die gute Seele aller hilfebedürftigen Schrauber in Norddeutschland, hat die originale Batterie vor ein paar Monaten auf dem goldenen Motorraum rausgeworfen. Weil sie einen Kurzschluss hatte. Verdammt. Die war doch noch fast neu, also von 2008, also…. ach egal. Und jetzt? Der gemietete Trailer hat zwar eine Winde, aber warum ein prinzipiell funktionierendes Auto unter massivem körperlichem Aufwand da raufkurbeln, wenn es doch einen Motor hat? Unser autoaffine Schrauberjüngling spendiert selbstlos seinen eigenen kleinen Starterakku, aber nur bis der Wagen raufgefahren ist. Ich muss mir also noch was für die Abladezeremonie am Zielort überlegen. Während er das kleine Kraftpaket im Motorraum an Plus und Minus festzurrt stiefel ich mal wieder durch seine große Halle und erfreue mich an dem einen oder anderen Audi V8. An seinem und an dem, der mal meiner war. Jahaaaa hier steht er noch, verstoßen, ausgeweidet und trotzdem geliebt. Aber das ist eine andere Geschichte. Die Batterie ist drin, drei Anlasserumdrehungen mit Choke – und der NSU läuft.

Ja, hier steht auch ein V8

Ja, hier steht auch ein V8

Dieses 45 Jahre alte Auto fasziniert mich immer wieder. Es steht monatelang rum auf seinen uralten, steinharten Sommerreifen und ist einfach so da. Es funktioniert zuverlässig, immer wieder. Starten, warmlaufen lassen, losfahren. Die Bremsen sind gangbar, die Gänge schmatzen rein, Kupplung kommen lassen, läuft. Allein dieser bedingungslose Treue sollte ich mit ebensolcher begegnen und diesem Auto die Liebe und Wärme zukommen lassen, die es verdient. Mach‘ ich auch. Der heutige Tag ist immerhin ein Anfang. Ich rappel Volkswagens ungeliebtes NSU-Erbe von 1971 über die Einschubrampen auf den Trailer, nehme dem gerade glücklich vor sich hinbrabbelnden Maschinchen wieder den Zündstrom weg und wickel massive mitgemietete Spanngurte um die Achsen. Sicherheit und so, Sie erinnern sich? Dabei fällt mir auf, dass sich langsam ein bisschen Rost an den Kanten des ungeschweißten Unterbodens bildet. Okay, da muss man mal bei. Der Auspuff ist auch nicht mehr so taufrisch, das klingt kernig, ist aber mittelfristig nicht beabsichtigt. Ich pflücke die Batterie wieder raus, während Markus die Rampen quietschend im Trailer verschwinden lässt. Kalt ist es.

Ich bin ja kein Anhänger von Anhängern.

Ich bin ja kein Anhänger von Anhängern.

In einem früheren Leben, als ich noch optimistisch an die schicksalshafte Unversehrtheit von guten Menschen glaubte, hätte ich irgendwelche Nummernschilder an das Auto geschraubt, vollgetankt und mich auf den Weg gemacht. Vielleicht werde ich langsam älter – vielleicht bin ich nicht mehr so optimistisch – vielleicht ist diese lustige Vorgehensweise auch einfach schon zu oft gutgegangen. Der spießige Statistiker in mir wird dann nervös. Das Dilemma: ich mag keine Anhänger hinter meinem Auto. Vielleicht werde ich langsam älter – vielleicht habe ich schon zu oft aufschaukelnde Lasten wieder geradegebremst oder -beschleunigt – vielleicht ist so ein tonnenschweres, doppelachsiges, geschwindigkeitsbeschränktes Geschwanke an einem kleinen abnehmbaren Haken hinter einem auch nicht gerade sehr kleinen Kraftfahrzeug einfach auch nur scheiße zu bewegen. Wir halten fest: Ich bin auf jeden Fall älter geworden. Der Rest ist Einstellungssache, und irgendwas ist ja immer. Ich fahr nicht gern mit einem schweren Anhänger. Punkt.

Ein letztes Bild der Trinität

Ein letztes Bild der Trinität

Das Taxi steht da so rum, der KaSi ist fertig verladen und der S210 freut sich schon mal, ein wenig Drehmoment aus den Piezo-Injektoren zu kitzeln. Kitzeln zu müssen. Erste Etappe ist Hamburg, wo ich mein halbfinnisches Fräulein Altona und das viertelfinnische Sandmädchen einladen werde. Die beiden sind ein weiterer Grund für das Bewegen des KaSis mit einem Trailer und nicht auf eigener Achse. Fräulein Altona hat es verständlicherweise nicht so mit nummernschildbasierter Illegalität und wäre schlicht nicht mit eingestiegen, obwohl sie den goldenen Protagonisten sehr gern mag. Parallel hätte sie die Mitnahme der dreijährigen Thronfolgerin verboten. Aus den gleichen Gründen, vielleicht auch, weil man auf dem Rücksitz keinen Kindersitz befestigen kann. Da sind keine Gurte 🙂 Sie erkennen schon, dass viele Fakten für den Anhänger sprechen, ich habe alle anderen Varianten schon einmal im Geiste durchgespielt und am Ende beschlossen, dass ich an meiner Familie und meinem Führerschein hänge.
A21 und A1. Ich werde verfolgt.

Niemals zurück blicken? Ach, heute doch.

Niemals zurück blicken? Ach, heute doch.

Ein alter und alberner Witz 😀
Aber ich erschrecke mich jedes Mal wieder, wenn die goldene Zeitmaschine so nah im Rückspiegel herumhüpft. Habe ich schon erwähnt, dass ich Anhänger nicht mag? Ja. Tief in mir drin zweifel ich am Erfolg dieser Aktion, obwohl heute ausnahmsweise wirklich alles in Ordnung ist. Die Zug- und Stützlast wurde nicht überschritten, ich habe alle Papiere dabei, der KaSi ist ordnungsgemäß verzurrt, ich habe keine gelben Lampen vorn drin – eigentlich kann nichts passieren. Das ist ja fast schon deutsch-korrekt-akkurat, nicht mal ein kleines bisschen am Gesetz vorbei. Sogar die Beleuchtung des Trailers funktioniert einwandfrei, nachdem wir heute Morgen mit Schmirgel und Kontaktspray die ewig nicht benutzte Steckdose unter der Stoßstange zur Mitarbeit bewegen konnten. Ich habe trotzdem ein ungutes Gefühl. Erfahrungswerte. Immerhin lachen und winken wieder alle anderen, die uns auf der Autobahn überholen. Der Volkswagen erfreut Autofahrer aller Herren Länder, auch wenn er nur auf einem Trailer gezogen wird. Ein Gute Laune Auto, immer noch. Schön dass ihr Spaß habt, ich bin angespannt.
Uff. Stellingen raus, da ist endlich Hamburg!

Hurra!

Hurra!

Wenn man von der Ausfahrt Stellingen die Kieler Straße in Richtung Altona fährt, kommt man bei Jens Borgmanns Route 66 vorbei. Ja, Typ der mit dem T-Bird aus dem letzten Artikel 🙂 Bei Jens gibt’s nicht nur Autos, da bekomme ich auch (trotz Mittagspause) eine niegelnagelneue Starterbatterie für meinen KaSi. Frisch geladen, mit vier verschiedenen Anschlusspolen und praktischen Tragegriffen. Kein Schnäppchen, aber sie soll mir noch gute Dienste leisten…..
Das Gespann aus rüstigem 220 CDI Avantgarde, doppelachsigem Trailer und altgedientem K70 L macht einen kurzen Zwischenstopp, um die beiden Ladies aufzuladen. Mein halbfinnisches Fräulein Altona ist nicht ganz unverantwortlich an der Existenz der Garage. Zeit für mich, ein bisschen zu rekapitulieren, ein ganz kleines bisschen. Und ich werde ein ganz kleines bisschen sentimental. Im März 2008 habe ich diese Karre zusammen mit meinem Freund Andinho aus Dortmund geholt. Der legendäre Ludolfs K70 aus der Folge „Design oder nicht sein“. Wollen Sie mal schauen? Hier: KLICK. Und er ist noch immer bei mir. Relikte aus der eigenen Kindheit sind schon komisch, besonders, wenn sie inzwischen ein Teil der eigenen erwachsenen Vergangenheit geworden sind, oder?
Ich halte an altem Schrott fest, als könnte er mich vorm alt werden retten. Natürlich klappt das nicht. Aber es fühlt sich gut an.

Was für ein Gespann

Was für ein Gespann

Was mag Örg wohl gerade machen? Ich hab‘ lange nichts von ihm gehört. Ich glaube der treibt sich gerade in Frankreich rum. Hätte es einen besseren Begleiter für die Retro Tour zurück in die 70er geben können? Nein 🙂 Bevor ich die kleine und die große Dame rausklingel lasse ich noch schnell die frische Batterie auf den Träger im Motorraum gleiten. So ein K70 braucht ja zum Glück keinen 80 Ampèrestunden Atomreaktor, da tut es auch so ein kleiner, aber potenter Kasten. Zumal die Karre ja anstandslos zündet, ich kann es immer noch nicht fassen. Alle Jahre wieder. Wenn die Ersatzteile nicht so sagenhaft rar wären, wäre das mein bevorzugtes Alltagsauto. Es gibt nix mehr für den Wagen. Nada. Alles was noch existiert bekomme ich ausschließlich über den hilfsbereiten K70 Club, noch geht das, aber wie lange wohl noch? Vielleicht beschließe ich eines Tages mal, ein Jahr am Stück KaSi zu fahren. Einfach so. Aber bis dahin muss noch ein wenig getan werden an dem alten, schlecht konservierten Blech. Heute nicht. Heute wird er nur nach Hause gebracht, mal wieder.

Ein neues Kraftwerk für KaSi

Ein neues Kraftwerk für KaSi

Warum sollte das Startverhalten mit dem neuen Borgmann-Block anders sein als mit dem Markus-Stromspender? Im Gegenteil, jetzt geht das mit voller Spannung noch besser. Ich ziehe den Choke halb raus, drehe den Zündschlüssel, und nach einer Umdrehung des Anlassers läuft der 75 PS Vierzylinder rund und mindestens auf drei Pötten 😉 Das es niemals von Anfang an alle vier sind liegt am Choke. Der verfettet nur zwei der vier Zylinder, das genügt aber in der Regel, um die Kolben tanzen zu lassen – so auch heute. Knöpfchen wieder zärtlich reindrücken, dabei auf die Drehzahl achten, kurz Gas geben – und der Wagen schnurrt so rund, als wäre er gestern erst im neuen Werk Salzgitter vom Band gerollt. Klasse. Ich bin echt ein bisschen verliebt in dieses Auto. Mein Papa guckt mich freundlich von dem Foto an, was seit der Retro Tour 2008 auf dem Armaturenbrett pinnt. Als das Bild gemacht wurde war er 20 Jahre jünger als ich jetzt. Ich spinne solche Gedanken lieber nicht weiter….

Ach komm. Es ist schon irgendwie geil.

Ach komm. Es ist schon irgendwie geil.

Hey hooooooo 😀 Etappe eins ist geschafft. Ich sitze noch ein bisschen in dem alten Zeitzeugen aus dem Jahr meiner Geburt rum und genieße einfach das Rumsitzen als solches. Etappe zwei geht nachher durch den Elbtunnel in die Nähe von Buchholz in der Nordheide. Seltsame Gegend. Viele Leute mit drei Ohren und komischen politischen Ansichten. Aber es gibt da auch ein paar normal gebliebene, liebe Menschen. Menschen, die meinem treuen alten Auto einen Platz in der Herberge geben, damit es nicht zwischen Ochs und Esel frieren muss. Dazu später mehr.
Geht Ihnen das nach dem Winter auch so, dass Sie es gar nicht erwarten können? Endlich wieder schrauben? Kleinigkeiten am Altblech heile machen? Es kribbelt in meinen Fingern, ich gucke gleich mal, was an den nächsten Wochenenden so anliegt *hach*

Sandmann

Fortsetzung folgt 🙂

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Über Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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33 Responses to Schichtwechsel

  1. Conte sagt:

    Hallo Sandmann,
    es hat doch auch Vorteile in ländlich geprägten Regionen zu wohnen,
    z.b. in Niedersachsen…. Hier gibts überall Resthöfe oder alte Bauern, die Ihre Scheunen für Altblechliebhaber oder Wohnmobilisten für kleines Geld zur Verfügung stellen. Lasse meinen XM auch dort übersommern…. Kostet mich nur 15 € im Monat. Ein gutes Argument auch für die bessere Hälfte, dass es nicht total bescheuert und teuer ist, mehrere Automobile zu haben 😉

    Viele Grüße
    Comte

    • Sandmann sagt:

      Ay Conte,

      ich weiß ich weiß 🙁 Das treibt mir immer Tränen in die Augen. Allerdings….. wenn ich dagegenrechne, was ich im ländlichen Bereich von Niedersachsen jede Woche für einen guten Therapeuten ausgeben müsste, der mich davon abhält, mir das Leben zu nehmen… 😉 Für das Geld kann ich auch mitten in Hamburg ne Halle mieten.

      Aber hast‘ ja Recht. Ich hätte auch gern was, muss nicht groß sein, mir würde schon ein Doppelcarport mit angrenzendem Schuppen reichen….. *seufz*

      Sandmann

      • Conte sagt:

        Hey Sandmann,
        so teuer sind die Therapeuten hier nicht, gibt Mengenrabatte und Gruppentherapien. Außerdem haben die alle noch n zweit Job als
        Dr vet. …..
        Davon mal abgesehen, ist HH meine lieblings Großstadt, habe da auch mal gewohnt und meine bessere Hälfte kennengelernt.

        Was macht das Becker Radio? Funktioniert s ?

        Gruß Comte

        • Sandmann sagt:

          Ay Comte (nun mit M wie in deiner Unterschrift oder mit N wie in deinem Avatar??),

          ich möchte auch keinen falschen Eindruck erwecken oder überheblich rüberkommen, daher noch mal erklärt: Ich bin eigentlich auch kein Großstadtmensch, und ich bin zwar gern in Hamburg und habe hier ja auch Familie, bin aber genau so gern in Kiel (was we-sent-lich kleiner ist) und habe da auch Familie 🙂 Familie überall.
          Ich bin in Uelzen südlich von Lüneburg aufgewachsen, in einer kleinen spießigen und erzkonservativen Vorstadt-Siedlung am Elbe Seitenkanal. Behütet zwar, aber aus jetziger Sicht eines Erwachsenen eine Vollkatastrophe.
          Ich bin demnach heimatlich und freundschaftlich verbunden mit Niedersachsen. Aber die kleinen Dörfer in der Nordheide und auf dem anderen weiten Land beklemmen mich. Freiwillige Feuerwehr, Deutschlandfahnen an den Masten und Fußgänger, denen ich nicht im Dunkeln begegnen will. Natürlich nicht ausschließlich, aber schon in einer Zahl, die mich die Flucht ergreifen lässt. Auf dem niedersächsischen Land ist das Leben in den 80ern stehen geblieben, leider nicht im Guten.
          Deshalb habe ich da so meine Manschetten, man möge es mir nachsehen. Und mich gern vom Gegenteil überzeugen oder es einfach ignorieren 🙂

          Ich habe GERADE EBEN das Becker in den Citroen eingebaut (es ist ein BE2210, also ein Mercedes-Benz „Special“ mit Wechslersteuerung aus einem W124) – und es ist sagenhaft. Fetter, satter Klang, brillante Höhen, und ich bekomme vier mal so viele Sender rein wie mit dem Blaupunkt. Nicht zu fassen 🙂 Das bleibt jetzt drin.

          Geil.

          Sandmann

          • Fetti sagt:

            Hi Sandmann, wegen dem Becker… Es geht halt nichts über ordentliche Entwicklung, sauberen Aufbau und eine stabile Endstufe statt einem hochintegrierten 0,67 Euro-IC, der heute verlötet wird, damit die China-Gewinnspanne stimmt. Wenn Elektronik eine Billigkonstruktion retten soll und man an allem, was nicht glitzert und blinkt spart, kommt leider nur Schrott raus. Glückwunsch zum Radio!

            Grüße, Fetti

  2. Daemonarch sagt:

    2008… Verdammich, ist das echt schon so lange her?

    Wo ist denn bitte die Zeit geblieben?

    • Sandmann sagt:

      Schlimm, oder?
      Wenn ich überlege was in den acht Jahren vor allem alles passiert ist……. im Guten wie im Schlechten….. dann wird mir ganz anders.
      Dann fange ich wieder an, aktiv an der Entschleunigung weiterzuarbeiten. Puh.

      Sandmann

      • Daemonarch sagt:

        Genau das versuche ich seit einigen Jahren auch, klappt auch soweit ganz gut bis darauf, dass ich – wenn ich zur Ruhe komme meine Psychosomatischen Effekte bekomme (mein Chef würde jetzt sicher sagen : Tja, dann darfst du halt nicht zur Ruhe kommen)

        • Sandmann sagt:

          Oha.
          Sind das dann die Momente, wo du auf Facebook Sachen schreibst, bei denen ich mich frage, warum ich überhaupt noch mit dir kommuniziere? 😉 Dann komm lieber nicht zur Ruhe…..

          Aber mal im Ernst. Jeder muss mal runterkommen, und dass dann möglichst ohne psychosomatische Nebenwirkungen. Du bist doch Single, oder? Du hast doch sogar die ZEIT dafür, dich mal zu entspannen und den Kopf frei zu bekommen…? Ich wüsste bei meinem Leben momentan gar nicht, wann ich das mal machen sollte 😉 Deshalb fahre ich ja so gern und so viel Auto oder lege mich wann immer es geht in die Badewanne. Das funktioniert 🙂

          Sandmann

  3. Martin R. sagt:

    Du magst also keine schweren Anhänger fahren, hmm?

    Sei froh, daß Du es dennoch darfst. Ich gehöre zum ersten Jahrgang, der das nicht mehr darf. Doppelt so teurer Lappen wie meine nur wenige Monate älteren Klassenkameraden und darf dennoch nur die Hälfte fahren. Ans Autotrailern ist mit dem „B“ gar nicht erst zu denken. Herzlichen Dank, liebe EU-Kommission.

    • Sandmann sagt:

      Ay Martin,

      ach jeh. Haben die die Anhängerlasten AUCH gekürzt? Was kommt denn noch alles, mit einem normalen Führerschein darf man demnächst nur noch Kettcar fahren???
      Ach nee, das kennt ihr junges Volk ja auch nicht mehr 😉

      Ja dann lehne ich mich mal zurück. Ich darf noch LKW bis 7.5 Tonnen lenken. Mal davon ab dass ich beim Bund den LKW Führerschein gemacht (aber nie umschreiben lassen) habe. Und ich darf auch alle Motorräder dieser Welt ohne Beschränkung fahren.
      Mach ich aber nicht. Auto reicht mir 🙂

      Sandmann

      • El Gigante sagt:

        FAST richtig,

        mit der Führerscheinklasse B darf man Fahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 t inkl. Anhänger bis 750 kg fahren. Wiegt der Trailer unter 750 Kilo, darf man den natürlich auch ziehen (nur halt eben leider nicht beladen).

        Mit der Führerscheinklasse BE ist dann ein zulässiges Gesamtgewicht inkl. Anhänger bis 7 t erlaubt, der Anhänger darf bis 3,5 t wiegen. Für BE muß keine theoretische Prüfung abgelegt werden, allerdings sind eine Autobahnfahrt, eine Nachtfahrt sowie drei Überlandfahrten vor der praktischen Prüfung Pflicht. Ein nicht ganz unwichtiger Bestandteil dieser Prüfung ist die Grundfahraufgabe, bei der die Fahrzeugkombination rückwärts nach links um eine Ecke gefahren werden muss.

        Bei einer Kombination von Fahrzeug und Anhänger zwischen 3.500 und 4.250 kg und wenn der Anhänger über 750 kg zulässiges Gesamtgewicht aufweist, ist seit 2013 die Schlüsselzahl B96 möglich. Dabei entfällt sowohl eine theoretische als auch die praktische Prüfung – Allerdings ist ein spezieller Unterricht gefordert:
        Der theoretische Unterricht muss 2,5 Stunden betragen. Dabei werden u.a. folgende Themen behandelt: andere Verkehrsteilnehmer, richtiges Beladen, Fahrzeugdynamik, mechanische Zusammenhänge. Der praktische Stoff dauert mindestens 3,5 Stunden und befasst sich mit: Beschleunigen und Bremsen, Abkuppeln und Ankuppeln des Anhängers und Wenden sowie Einparken. Zusätzlich zu diesen 6 Stunden, die der Lehrgang mindestens dauert, wird noch eine Stunde in der realen Umgebung gefahren. Das heißt, der Fahrschüler ist auf der öffentlichen Straße unterwegs.

        Damit merkt Ihr mal, mit welchem Wust an Vorschriften und politischen Entscheidungen wir Fahrlehrer uns herumschlagen müssen.

        Gruß

        • Daemonarch sagt:

          Beim Anhängerbetrieb kann ich das sogar noch nachvollziehen… Wenn ich sehe, dass selbst Mitarbeiter von Autohäusern mit Autotrailern oft keine Ahnung von Ladungssicherung zu haben scheinen, bzw mit 120 über die Bahn prügeln, dann macht das schon Sinn…

          Auch ein wenig Übung zu sammeln, BEVOR man mit so einem Gespann selbsttätig in den Verkehr kommt macht durchaus Sinn.

        • Sandmann sagt:

          Ah.
          Von den Profis lernen, WENN es jemand weiß dann der gute El 🙂
          Ich bin so froh dass ich die Scheine habe, die ich habe. Plus Fahrpraxis mit und ohne Hänger bei nahezu jedem Wetter. Inzwischen fühle ich mich einigermaßen kompetent in Sachen Fahrzeugführung….

          Sandmann

  4. stefanh sagt:

    Ay Sandmann,

    obschon diese Geschichte ja schon etwas her sein muss, so gefällt mit der K70 je länger je besser. Hab selber tatsächlich auch schon mal mit kühnen Gedanken gespielt, z.B. mit diesem hier: http://www.autoscout24.ch/3763994
    Dass die Teileversorgung sooo übel sein soll kann ich kaum glauben; jedenfalls sicher nicht schwieriger als bspw. bei einem 1975er Mazda 929…
    Möge der goldene KaSi noch lange für Freude sorgen, wo und bei wem auch immer.

    Gruss aus dem immer noch sehr winterlichen Süden,
    Stefan H.

    • Sandmann sagt:

      Ay Stefan,

      na ja, schlimmer geht ja immer 🙂 Du bekommst halt NICHTS mehr, die Bestände von Volkswagen sind komplett entweder beim Club oder vernichtet. Für deinen Mazda dürfte das ähnlich schlimm sein. Allerdings – es spricht ja nichts dagegen, dem Club beizutreten und am Ersatzteilpool zu partizipieren. Die Jungs sind nett, und El Gigante bastelt regelmäßig eine echt lesenswerte Clubzeitschrift. Also so gesehen…..

      Dein Link lässt mich weinen. Der sieht ja traumhaft aus. Und genau „meiner“ 🙂 allerdings sind beim KaSi die Sitze schwarz. Der Preis wiederum ist stattlich, ich weiß nun nicht wo der Schweizer Franken steht, aber das ist doch fast 1:1 mit dem Euro oder? Dann ist das doch ganz schön happiges Geld…..
      Aber der Zustand *schwääääärm*

      Wann sehen wir uns denn mal wieder? Ist denn gar kein Käsefondue in diesem Frühjahr beim Remo angedacht??? Weißt du da was von?

      Viele Grüße aus dem verregneten Hamburg
      Sandmann

  5. Detlef sagt:

    Hallo Sandmann,

    ein Tandem-Achs-Anhänger mit der E-Klasse ist doch eigentlich ein gutes Gespann. Damit das ruhig und sicher läuft, solltest Du Reifenzurrgurte Verwenden (kosten ca. 50€ für 4 Stück). Den guten Kasi an den zierlichen Achsen verzurren, ist keine gute Idee, das macht man nicht. Weiter solltest Du die Achslast messen und nicht schätzen, das ist je nach Trailer manchmal nur eine Handbreit Auto vor/zurück.

    Deine Äußerungen zu den Menschen zwischen HH und LG kann ich nicht recht nachvollziehen. Ein Teil meiner Familie stammt aus der Nähe von Bad Bevensen. Ich war als Kind und jugendlicher in den Ferien dort (gut, ist lange her…), und heutzutage ab und zu mal. Angst oder Unwohlsein fühle ich genau da aber nicht, eher in meiner Wahlheimat südlich von Frankfurt/M.

    PS: Mein Vater fuhr auch Kasi und hat diese im Werk sogar montiert…

    Grüße Detlef

    • Sandmann sagt:

      Ay Detlef,

      dein Vater hat den KaSi gebaut??? Oooooh schön, der kann bestimmt eine Menge Geschichten erzählen. Dann ist ja meiner quasi irgendwann 1971 mal durch seine Hände gegangen…? 🙂

      Meine Aussagen zu bestimmten Gegenden in Niedersachsen betreffen natürlich nicht alle Menschen dort und nicht jeden Quadratmeter, außerdem ist das ja nur meine persönliche Wahrnehmung…. Ich kenne auch im Raum Uelzen ein paar sehr liebe, nette und intelligente Menschen, ein paar meiner besten und ältesten Freunde kommen von da. Aber auf dem flachen Land finde ich es schon sehr flüchtenswürdig. Trotzdem magst du Recht haben – es gibt Ballungsgebiete, die wesentlich schlimmer sind.
      Vielleicht sollte man nach Norwegen auswandern oder so….

      Und na klar – der Daimler ist ein gutes Zugfahrzeug, und die Tour ist auch reibungslos gelaufen. Ich bewege dennoch ein Auto lieber aus eigener Kraft, ich bin auch kein Freund von Wohnwagen. Das schaukelt dann immer alles so 🙂

      Sandmann

  6. Detlef sagt:

    Hallo Sandmann,

    ja, der erzählt tolle Geschichten. Damals lief die Produktion noch deutlich hemdsärmeliger ab als heute. Der Kasi hat ja doch beachtliche Stückzahlen erreicht, vergleichbare Mittelklasselimos von anderen Herstellern haben da schon weniger Verkaufserfolg gehabt. Es ist ein klassisches Beispiel für negative Presse, bis heute… Zum Jubiläum wurden wieder die alten Klischees wie z.B. Cw-Wert, Flop, langsam, laut, etc. rausgekramt. Wenn ich persönlich da einen Ford Taunus/Granada oder Opel Rekord vergleiche, bleibt am Kasi nichts schlechtes und zudem der Vorteil im Winter.

    Mein Vater hat seiner Zeit den Beginn und das Ende der Produktion erlebt. Es ist einiger Maßen wahrscheinlich (Schichtbetrieb…), dass Deiner durch seine Hände ging. Er blieb dann noch viele Jahre in SZ, hat sich mit der Motorenproduktion beschäftigt.

    Wir hatten damals 4 Kasi als Neuwagen in Folge. Ich habe die als sehr bequem und einfach groß in Erinnerung, denn vorher fuhren wir Käfer und danach Golf 1, aber das sind andere Geschichten.

    Ich habe mir kürzlich auch welche angesehen, vielleicht kommt bald der Richtige…

    • Sandmann sagt:

      Ay Detlef,

      super, lass dich auf einen ein. Und dann erzähl mal und zeig Fotos…. Die fahren sich auch aus heutiger Sicht noch sehr kommod, meiner ist nun schon ein wenig ausgejackelt, aber wenn man ihn zu nehmen weiß geht das auch 🙂
      Halt uns mal auf dem laufenden, bitte……

      Sandmann

  7. Anonymous sagt:

    Hallo Sandmann,

    das werde ich. Es ist aber schwierig, das Angebot ist mehr als übersichtlich. Der weiße in Berlin im Ex-Meilenwerk ist verpfuscht, der goldene in Weilburg zwar gut lackiert aber untenrum durch, der gelbe in Fladungen ist auch durch…
    Für ein gutes Auto würde ich auch viel bezahlen, aber ich habe noch kein gutes gefunden.

    Grüße Detlef

  8. El Gigante sagt:

    Hallo Anonymous,

    vielleicht ist DAS einer für Dich – guck Dir den mal an:

    https://www.facebook.com/media/set/?set=a.734787929963858.1073741858.364182570357731&type=3

    Steht in Osnabrück!

    • Sandmann sagt:

      ARGH. Der sieht ja aus wie grad erst vom Band!
      Was kostet so einer?

      • El Gigante sagt:

        … kannst Du Dich zufällig noch an meinen Beitrag „Die Wanderhure“ in der „K 70-POST“ Ausgabe 4/2015 ab Seite 7 (http://www.k70-club.de/images/post/pdf/k70post_4_2015.pdf) erinnern? DAS IST der Wagen!

        Damals sollte er 7.500,- EUR kosten… das wird sich kaum geändert haben.

        Also: zugreifen (oder zugreifen lassen!) – es wird Zeit, dass dieser Bläuling in liebevolle Hände kommt.

        Bei Interesse – hier eine Kontakt-eMail: jochem@pudill.de.

        • Sandmann sagt:

          Ay El,

          DER ist das?? Okay. In der K70 Post war er mir nicht im Kopf hängen geblieben, weil die Bilder da ja nicht farbig sind.
          Wow.
          Ich denke, der Preis ist einigermaßen angemessen. Was mich persönlich betrifft ist das weit über meinem Budget, und ich habe ja einen K70 und ich mag die Doppelscheinwerfer ja auch nicht 😉 Aber für jemanden der sucht, so wie der Detlef….. Ein Sahnestückchen.

          Sandmann

  9. Detlef sagt:

    Hallo El Gigante,

    De wäre tatsächlich was, der Preis soweit passend, muss man vor ort verifizieren.

    Ehrlich gesagt hat mich die Skurrile Geschichte abgeschreckt. Existiert der Wagen und ist der wirklich gut?

    Grüße Detlef

    • El Gigante sagt:

      Moin Detlef,

      ja – die Geschichte dieses Autos ist echt skuril… und im Kreise des 1. Internationalen K 70-Clubs auch RICHTIG legendär!

      Vorab: der Wagen existiert WIRKLICH! Und er steht auch tatsächlich zum Verkauf – ich habe sowohl mit dem Besitzer als auch mit der Firma, die ihn im Auftrag verkaufen soll geschrieben bzw. telefoniert.

      Es gibt bei uns im Club sehr kompetente Mitglieder, die Dir über die Qualität des Wagens (zumindest bis vor einiger Zeit… seitdem hat er eigentlich kaum Kilometer gemacht und als Sammlerobjekt nur herumgestanden) recht genau Auskunft geben können.

      Wenn Du über diesen K 70 LS mehr wissen möchtest, kann ich gern den Kontakt (Telefon oder eMail) zu diesen Kennern herstellen.

      Und DAS kann ich Dir schon vorneweg prophezeien: Du wirst momentan sicher definitiv KEINEN VW K 70 finden, der karosseriemässig aufwändiger und besser aufgearbeitet ist, als dieser. Lediglich über den Zustand oder Lauf des Motors gibt es Gerüchte… man muss jedoch ehrlich dazu sagen, dass die empfindlichste Stelle jedes K 70 IMMER der Zustand seiner Karosse ist – eine Motorinstandsetzung oder schlimmstenfalls dessen Austausch ist stets das geringere Übel. Abgesehen davon sind die K 70-Motoren für extrem hohe Laufleistungen bekannt.

      Für einen vernünftigen Erhalt dieses Models empfehle ich Dir sowieso die Mitgliedschaft im Club. Denn erstens verfügen wir über reichlich versiertes Personal (teilweise Leute, die schon seit Ewigkeiten als Mitarbeiter der großen VW-Familie angehören) und die als absolute Fachleute am K 70 zu bezeichnen sind. Zweites pflegen wir einen einzigartigen speziellen K 70-Teilepool (wir haben seinerzeit VOLKSWAGEN den kompletten Lagerbestand an K 70-Teilen abgekauft). So in dieser Clubgemeinschaft vereinigt, lassen wir auch vergriffene Teile nachfertigen – so etwas lohnt sich für Einzelkämpfer natürlich überhaupt nicht.

      Also: nur zu – MEMBERS ARE WELCOME… und ich persönlich wünsche mir schon lange liebevolle Hände für den Bläuling, der (wie gesagt) momentan in Osnabrück steht.

      Gruß

      • Detlef sagt:

        Hallo El Gigante,

        ja, ich habe Interesse, ich schreibe Dir eine eMail.

        Vor der Technik habe ich ehrlich gesagt wenig Angst/Respekt, Karosseriearbeiten sind allerdings meist sehr teuer und aufwändig. Von daher sehe ich das auch so, dass die bessere Karosserie der bessere Kauf ist.

        Grüße

        • Sandmann sagt:

          Ay ihr zwei!

          Falls das zu einem Deal kommen sollte sagt bitte mal bescheid. Ich würde da gern eine kleine Geschichte drüber machen 🙂

          FROSTERN!
          Sandmann

          • El Gigante sagt:

            Hi Österlicher,

            dann schicke dem Detlef doch mal bitte meine eMail (oder kommt er da irgendwie anders dran?)

            An mir soll es übrigens bei einer möglichen Geschichte nicht liegen… die Redaktion der „K 70-POST“ wäre demenstsprechend dann auch an der clubinternen Veröffentlichung des „HAPPY END“ des wohl legendärsten und sagenumwobendsten K 70 der Jetztzeit brennend interessiert.

            Denn dann wäre der Wagen nach seiner jahrelangen, atemberaubenden Odysee bei Detlef endlich in liebevollen Händen.

            Dingens… äh… dicke und bunte Eier und so 😉
            El Gigante

            • Sandmann sagt:

              Yo El,

              die Eierwünsche gebe ich bemalt zurück 🙂
              Ich habe euch beiden gerade eine Mail gesendet, auf dass ihr Kontakt aufnehmen möget.

              Rock’n Roll!
              Sandmann

  10. Detlef sagt:

    So, ich glaube wir haben einen gefunden. Das entscheidet sich in den nächsten Tagen vor dem K70 Treffen.

    Es ist nicht der blaue geworden, da der wohl anderweitig verkauft ist.

    Demnächst mehr….

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