Schon wieder fliegen… Virtuelle Welten!

Ay Blog-Gemeinde,

Ein bisschen verrückt ist das ja schon...

Ein bisschen verrückt ist das ja schon...

die Monate schleppen sich so dahin, der Audi funktioniert momentan einfach nur einigermaßen und zum Schrauben am KaSi oder am Granada hab ich keine Lust. Da kommen einem Abends, nach der Jagt am Feuer, verschiedene Gedanken… Demnächst soll es dieses Jahr in die schöne Schweiz gehen. Eine Party mit Audi V8 Treffen am Sihlsee und ein Käsefondue mit einigen der Audi 100 Typ 44 Jungs in Hallau. Hallau – da war ich schon im vergangenen Jahr und kenne die Gegend. Aber was ist mit dem Sihlsee? Wo Roy’s Partyhäuschen ist weiß ich grob, aber gibt es Möglichkeiten, da schon einmal reinzuschauen, die Umgebung zu erkunden? Die Lebensgewohnheiten der Eingeborenen zu studieren? Gibt es. Vergessen Sie Ihre Navigationssysteme. Vergessen Sie google Maps. Ich fliege mit Ihnen da einfach mal hin!

Na ja einfach. So ganz …einfach… ist das Unternehmen nicht. Was benötigen Sie vorbereitend für diese Art des digitalen Sightseeing? Den Microsoft Flugsimulator X, das Add-On Switzerland Professional, einen richtig dicken Computer, einen Joystick, einen Hang zu zivilen Flugsimulationen und ein gutes Glas Rotwein. Vielleicht auch drei. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, gibt es im Gegenzug auch eine Menge zu sehen! Takeoff. Wir starten am Flughafen Zürich Kloten (LSZH) mit einer alten Grumman „Goose“, dieses Flugzeug kann sowohl zu Land als auch zu Wasser starten und landen. Das ist von Vorteil. Denn unser Ziel liegt an einem See, ist mit dem Auto sicherlich gut zu erreichen… aber eine Landebahn werden wir dort nicht finden.

Unser Weg führt uns über die Innenstadt ein Stück den Zürichsee entlang. Autos wuseln auf den Hauptstraßen und Züge verlassen den Bahnhof, wohin weiß nur Bill Gates. Im Audiforum habe ich von Barolo schon mächtig Schimpfe bezogen, weil ich zu tief fliege. Wacki schließt sich jetzt als alter Segelflieger vermutlich an. Nun, vielleicht wollte ich noch schnell auf der Limmat wassern und auf dem Flohmarkt am Bürkliplatz ein Bad-Taste-Geschenk für meinen Gastgeber, den Doktor Schlunz, kaufen. Aber die Zeit reicht nicht, es wird bald dunkel und der Weg ist noch weit. Wie tief darf man eigentlich ohne die grüne Umweltplakette fliegen? Okay, ich versuche weiterhin nicht, unter einer der Brücken hindurch zu gleiten, gebe Vollgas und habe vor mir den wunderschönen weiten See…

Hier sprengen wir elegant die Kapazitäten eines jeden Navigationssystems (und jeder veralteten Grafikkarte…). Auch die im Internet erhältlichen Satellitenansichten geben Ihrer Neugierde nur ein veraltetes, matschiges Bild von oben, der Radius der diversen inzwischen überall installierten WebCams ist sehr gering. Können Sie die Seeluft riechen? Am Horizont sehen wir die Alpen, während unter der Grumman die letzten Ausläufer von Zürich hinter uns verschwinden. Ihre beiden Motoren mit jeweils über 460PS brummen sonor vor sich hin. Die Ökobilanz entspricht vermutlich der einer Dampflok im Rückwärtsgang, aber bald werde ich den Weg mit meinem Audi V8 zurücklegen… da ist der Schnitt ein wenig besser. Ein ganz klein wenig.

Über Rapperswil, wo eine lange Brücke den Zürichsee kreuzt, schwenken wir nach rechts und sehen in der Ferne schon den Sihlsee, an dessen Ufern sich das Partyhaus befinden soll. So früh werde ich gar nicht erwartet, die Jungs sind bestimmt noch am Aufbauen…

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Alternative Anreisen verursachen manchmal unkonventionelle Ankünfte. Was mit dem Auto eher unproblematisch verläuft, ist mit einem Amphibienflugzeug ungemein aufwändiger: Das Einparken. Unten links auf der kleinen Landzunge neben der Staumauer befindet sich das Ziel. Also müssen wir zunächst einmal wenden und den See von der gegenüber liegenden Seite anfliegen.

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Ungeduld macht sich breit, denn man kann schon deutlich den Partylärm vernehmen und das Käsefondue bis hier oben riechen. Sind das da nicht die Heidi und der Ziegenperter oben auf der Alm? Oder poliert der Roy nur wieder seinen V8? Konzentration bitte. Schwimmer ausfahren. Wir landen.

Am späten Abend setzt das Flugzeug in der Nähe der Location auf. Mit meinem Auto werde ich am Freitag, den 13. ab Hamburg aufbrechen und vielleicht ein wenig länger brauchen. 1100 Kilometer am Stück, und ich muss mir auch noch eine Vignette kaufen! Na, das kann was werden. Hier und heute sehen wir aus unserem Flugzeug eine lauschige Abenddämmerung im September, die Wasservögel tuten , von fern klötern die Bierflaschen und ich muss die Grumman noch irgendwie wenden, um nicht allzu nasse Füße zu bekommen. Mein Wein ist auch schon wieder alle. Ist Alkohol am Knüppel vergleichbar mit Alkohol am Steuer? Na ja, ein Glas Wein… Und so hoch kann niemand die Kelle werfen. Einige Fischer in der Nähe des Ufers hätte ich fast übersehen.


Willkommen in der Schweiz. Was sagen Sie? Ist mein kleiner Ausflug eine interessante Alternative, um sich einmal spielerisch unbekannte Orte anzusehen? Oder finden Sie das total albern?

Ja jaaaaa – auch der Flugsimulator arbeitet mit Satellitenbildern, auf die dann vom (amerikanischen) Programm Häuser und Bäume generiert werden, soganannte „Autogen“ Szenerien. Die Hütte am See sieht eigentlich ganz anders aus, natürlich parkt hier im Programm nicht ein einziger V8 vor der Tür und Roy vermisst schriftlich den ganzen Schilf rund um den See. Und einige Menschen in meinem Umfeld fliegen ECHT. Mit wechselndem Erfolg, wohl aber mit kritischem Blick auf meine laienhaften Simulationsversuche. Aber wenn ich bedenke, dass ich auf diese Art und Weise die ganze Welt bereisen kann, wird mir ganz warm ums Herz. Ich kreise jetzt noch ein bisschen über dem Hamburger Freihafen und fliege mal unter der Köhlbrandbrücke durch, direkt neben dem dicken Containerschiff. Und falls es Sie beruhigt: Der eigentliche Tourbericht wird auf den Bildern wieder diverse wunderschöne Automobile zeigen. Das ist ja auch besser wegen der Höhenangst und so…

Sandmann

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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