Sex mit der Vergangenheit

Pink Purple in little China

Pink Purple in little China

Wenn ich in diesem digitalen Fotowahnsinn mal eine Kiste mit alten analogen Papierbildern auf dem Schoß habe geht bei mir das Licht aus und der Film beginnt. Es riecht nach Popcorn und dem Hauch der eigenen Geschichte. *argh* Verrückt, was mir da entgegenflattert, seit Jahrzehnten begraben in der feuchten Dunkelheit meines Kellers. Die Analogie eines Lebens bis heute, untermalt von den Autos, die gerade da waren. Und deshalb gibt’s jetzt eine Reihe mit kleinen, autolastigen Erinnerungen. Sandmann und die kleinen und großen Banalitäten, die niemand von euch kennt, die aber erzählt werden möchten. Kurz, nur mit drei oder vier Bildern, und von heute betrachtet fast immer melancholisch. Den Auftakt machen: mein erstes Auto, das Leerräumen meines Elternhauses in Uelzen und das Ende meiner Kindheit.

So richtig viel geht ja in ein Taunus Coupé nicht rein.

Die Gitarre und die Uhr hab ich noch...

Die Gitarre und die Uhr hab ich noch…

Papa hat sich 1980 entschlossen, diesen Titel abzulegen und uns mit Oma und Opa in einem eigentlich viel zu großen Haus am Elbe-Seitenkanal zurück gelassen. 1983 hat Mama keine Lust mehr auf die Einsamkeit und bringt uns Kinder gegen unseren Willen hier weg, nach Plön, in ein neues und gar nicht so schlechtes Leben. Aber raus aus allem, was wir bisher kannten, was meine Schwester und mich maßgeblich prägte. Nun, da ist aber noch immer das Haus mit Oma und Opa, alles sieht aus wie damals, alles riecht wie immer und in vielen kleinen Trips zurück in die Kindheit ist alles irgendwie gut. Bis zum Sommer 1991, als Opa stirbt. Jetzt ist das Haus wirklich zu groß, und Oma soll ihren Lebensabend ebenfalls in Plön verbringen. Vorhang auf für die Plünderer der Vergangenheit! Wer zuerst kommt, kriegt die besten Stücke. Alles muss raus. Was wir nicht in die Autos gestopft bekommen wandert morgen in den Container. Damals sehe ich es sportlich. Heute denke ich, es wäre vielleicht gar nicht so abwegig gewesen, ein paar Banken zu überfallen und diesen Ort zu kaufen, zu konservieren und als meinen einzig verbleibenden Ruhepol in einer immer verrückter werden Welt zu erhalten.

Stauraum perfekt ausgenutzt!

Stauraum perfekt ausgenutzt!

Ich habe es wirklich versucht. Ich habe den Dachgepächträger auf den Knudsen geschraubt, bin nach Uelzen gefahren und habe optimistisch angefangen, alles rauszutragen, was mich an meine Kindheit und meine Teenagerzeit erinnert. Was mir persönlich heilig war. Das, was niemand sonst mehr haben wollte. Das Auto wird immer voller, aber der Ort meiner Kindheit wird nicht leerer. Während ich am liebsten sogar die kleinen runden grünen Badezimmerkacheln rausgerissen und behalten hätte, erkenne ich irgendwann, dass ich noch nicht mal einen Bruchteil der schon am Straßenrand bereitgestellten Dinge mitnehmen kann. Wohin damit? Mein kleines 9m² Azubi-Zimmerchen in Kiel ist schon überfüllt, meine Eltern wollen den alten Kram und die alte Zeit einfach nur vergessen und woanders machen diese Reliquien keinen Sinn. Völlig überladen fahre ich den alten Wagen ein wirklich allerletztes mal die Straße hoch, sehe von Pathos ergriffen meine Oma im Seitenspiegel winken (vor dem Müllcontainer ihres Lebens stehend) und bin froh, noch einen Abend bei meiner Schwester zu haben. Die ist wieder zurück gekommen aus Plön. Zumindest hier in die Nähe.

Darauf - eine Ballade :-)

Darauf – eine Ballade :-)

Rotwein trinken, Gitarre spielen und über verflossene Liebe ♫ singen. Das ging schon immer gut. Ich habe damals nicht geahnt, welcher tiefe Schnitt in diesen Tagen mit der Plünderung des Hauses gemacht wird. Ich trage das peinliche „Made in Nice“ Shirt, was ich an der Côte d’Azur gekauft habe, am Todestag meines Opas. Ohne davon zu wissen. Die 80er sind offiziell vorbei, aber durch das Verschwinden dieses sicheren Ortes sind sie in mir hängen geblieben. Bilder und Gedanken haben sich tiefer in meine Seele gebrannt als das gut wäre. Und mein lila 1975er Taunus Coupé hat mich in dieser Zeit begleitet, hat in seinem Radio den Soundtrack der jugendlichen Ahnungslosigkeit gespielt und meine Tränen des Verlustes (und später auch des Liebeskummers) in so vielen verweinten Nächten geschluckt. Vielleicht war er deshalb so wahnsinnig verrostet? Ich fühle mich wie nach schlechtem Sex, wenn ich an diese Zeit denke. Nach einem bildreichen Orgasmus macht es müde, hinterlässt einen schalen Geschmack und den Wunsch, drüber zu reden. Um vielleicht was zu klären. Steht euer Elternhaus, der Ort eurer eigenen Kindheit, noch?

Ich laufe weiter vorwärts. Aber manchmal muss ich zurück blicken, um nicht zu vergessen, wo ich herkomme.

Sandmann


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Über Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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28 Responses to Sex mit der Vergangenheit

  1. Markus1975 sagt:

    Hey Jensi

    Mein Elternhaus. Ja. Mein Elternhaus steht noch. Dort habe ich angefangen richtig zu leben. Davor sauste ich in Niedersachsen rum und bin insgesamt dreimal umgezogen. Bei den ersten beiden malen hatte ich nicht so die Bindung bzw. die richtigen Erinnerungen. Allerdings an der letzten Station in Niedersachsen hängt immer noch ein wenig mein Herz. Ein alter Resthof mitten in der Pampa. Uralter Obstbestand, flaches Land soweit das Auge reichte. Und mit Glück konnte man morgends das Meer riechen. Kein Witz. Die Küste mit Ebbe und Flut lag keine zwanzig Kilometer entfernt. Meine Schwester war einmal da. Der Hof ist jetzt eine Ferienbude, die alten Stallungen vergammeln vor sich hin und der alte Obstbestand ist niedergesägt worden. Zum Glück habe ich noch so meine guten Erinnerungen daran. Obwohl dort wirklich tote Hose war. Dies hat mich damals allerdings nicht so richtig wirklich gestört.
    Dann kam der Jobwechsel von meinem Papa und ab gings hier nach Schleswig Holstein. Auf ein Dorf namens Fehrenbötel. Öhm. Menschen! Hier leben ja richtig viele Menschen auf einen Haufen. Ich hatte DIREKTE Nachbarn. Ganz ehrlich? Ich fand es voll daneben. Jedesmal wenn man aus dem Haus kam fühlte ich mich beobachtet. Es war und es ist bis heute nicht meine Welt im Pulk zu leben. Ich mag es einfach nicht, obwohl ich ja nun nach Wahlstedt gezogen bin und in einem…Wohnblock wohne. Seufz. Dafür hat klein Leonie direkten Kontakt zu anderen Kindern, muß nicht mit dem Bus zu Schule fahren und auch sonst ist alles besser für sie wie für mich damals. Und ich hatte nun wirklich kein schlechtes Leben Freunde.
    Wenn ich einmal abschalten möchte und ich tue dies wieder regelmäßig ohne in Stress zu geraten, habe ich meine kleine Landezone. Dort wartet ein Bier, eine Couch, Musik und altes Blech auf mich. An diesen Ort kann ich mich wirklich treiben lassen.
    Und nun einmal unter uns Jensi. Schnapp dir einfach mal so´n ollen Klappstuhl, ein zwei Bier unter den Arm etwas zu rauchen und mache Dich auf den Weg in die grüne Pampa. Klappstuhl auf, den Rücken zu den Häusern HINTER Dir und setze Dich. Lasse Deinen Blick ein wenig schweifen, hole tief Luft und „schwebe“ ein wenig davon. Tut gut für die Seele. Ich spreche da aus Erfahrung.

    V8 mäßige Grüße

    Markus schraubenderweise

    • Sandmann sagt:

      Ay Lieblingsschrauber,

      behalt dir deine Erinnerungen so, wie sie sind. Ich war nochmal in dem Haus, als ich schon viele Jahre da nicht mehr gelebt habe. Es war alles anders 🙁 Wäre ich Millionär, würde ich es zurück kaufen und als persönliche Zeitkapsel wieder so einrichten, wie es mal war…

      Aber wenn du willst – lade ich dich mal in den Audi oder ins Taxi, und wir fahren mal zu deinem Elternhaus. Auch wenn sich da alles verändert hat. Vielleicht findest du ja noch alte Erinnerungen wieder…..?

      Auf die grüne Pampa gucke ich aus meinem Schlafzimmerfenster. Und wenn mir alles zu viel wird mache ich solche Aktionen wie die Mofatour oder den Trip zum eingemauerten Kind. Das geht gut, auch ohne Klappstuhl 🙂 So findet jeder von uns seine Auszeiten, die sind aber auch nötig…

      Ein schönes Wochenende!
      Sandmann

      • bronx sagt:

        Ay, ich musste direkt schlucken beim lesen. Zum Ort meiner Kindheit schrieb ich ja neulich was. In mir läuft gerade ein Film ab. . .

        Ich hab nix mehr gefunden!

        Bronx

        • Sandmann sagt:

          Ay Bronx,

          an dich musste ich auch denken, als ich die paar Zeilen hier schrieb. Nun – das Haus steht ja noch, aber es leben halt fremde Menschen drin. Und die haben natürlich auch eine Menge umgebaut, am Haus selbst und im Garten. Drumrum ist jetzt eine hohe Hecke, alles ist irgendwie eingeigelt…

          Ich meine das ernst mit der Millionen. Ich kauf dann die Hütte zurück, was meinst du was wir da für super Retro-Weinabende machen können! Fehlt nur noch die Millionen 😉

          Sandmann

      • Markus1975 sagt:

        Hey Jensi

        Vielen Dank für Dein Angebot. Aber ich werde dieses dankend ablehnen. Da sich alles so derbe verändert hat und dies im schlechten Sinne verzichte ich wirklich darauf. Alleine der große Obstgarten mit dem Altbestand von Äpfeln…weg. Einfach nur weg. In der gewissen Jahreszeit brauchte ich nicht zum Haus um zu essen. Den Arm ausstrecken und futtern. Butterbirnen gab es auch mitsamt von Pflaumen und anderen Obstsorten.
        Die alten Ahornbäume sollen auch gefällt worden sein. Im Herbst wurden die Blätter wie im Indian Summer eingefärbt. Gold, rot, orange. Einfach nur toll. Aber auch gefällt. Zuviele schöne Sachen sind zerstört worden an die ich mich am meisten erinnere.

        V8 mäßige Grüße

        Markus

        • Sandmann sagt:

          Ay Markus,

          okay, das leuchtet ein. Wenn du weißt, dass die schöne Erinnerung komplett eingeebnet wurde dann ist es vielleicht wirklich besser, sie so zu lassen wie sie war und sie nicht noch kaputt zu trampeln. Mach halt für dein Töchterchen ähnlich schöne Sachen, an die sie sich später erinnern kann – und die dann vielleicht noch da sein werden. An so ein paar Dingen aus der eigenen Vergangenheit sollte man festhalten können, sie sind in schweren Zeiten wie ein beständiger Anker.

          Sandmann

  2. Santana-Klaus sagt:

    Ich kann das gut nachvollziehen – mir geht es mit dem Haus meiner Großeltern so.
    War früher in den Ferien immer dort, im Kopf weiß ich noch genau, wo jeder Salzstreuer und jede Streichholzschachtel stand, sehe die alten Lichtkippschalter und den elektrischen Wärmestrahler im Badezimmer und den hölzernen Waschtisch im Gästezimmer genau vor mir.
    Das Schließen der hölzernen Fensterläden ist so präsent wie das graue Wählscheibentelefon mit Röhrenverstärker für Schwerhörige und der Blaubeerbusch im Garten….schön wars !
    Inzwischen ist das Haus lange Zeit vermietet, nichts mehr so wie es war. Eine verrückte, aber dolle Vorstellung, jetzt nochmal alles so wie vor 20 Jahren zu sehen…..
    Einige Dinge konnte ich konservieren, integrieren und weiternutzen – die 1950er hölzerne Deckenleuchte, die damals einen Festmeter Holz kostete, Opas altes Telefunkentransistoradio, Omas Kacheltisch (früher stand der Weihnachtsbaum, heute die Mikrowelle drauf) und den rentner-roten 1982er Santana 🙂

    Gute Nacht !

    • Sandmann sagt:

      Ay Santana-Klaus,

      der Santana war es ja schließlich auch, der dich hier her geführt hat 😉

      Jetzt habe ICH schon wieder Bilder und vor allem Geräusche im Kopf…..
      Mein Kinderzimmer war neben der Küche, ich hatte einen eigenen Ausgang zum Hof mit Blick über die Felder. Die noch immer Felder sind, da hat irgendwie noch kein Baumarkt hingefunden.
      Und der Ablauf jeden Morgen war der gleiche… Meine Oma kam die Treppe runtergestapft, dann dieses leide *klick* des Lichtschalters. Wir hatten so ein Küchenufo, so ne runde Leuchtstoffröhre… Die machte immer ein paar mal „blick-blick-blick“ bis sie ganz an war und dann leide vor sich hin summte 🙂
      Dann ließ sie Wasser in den Boiler „rauschschsch“ und machte ihn an *klack*, damit das Kaffeewasser für meine Eltern warm wird. Zuletzt hat sie den Küchenofen angefeuert. Wir hatten trotz modernem E-Herd noch immer einen Kochofen, der mit Holz angefeuert wurde (im Keller war auch eine riesige gemauerte Waschwanne). Auf dem hat meine Oma energisch gekocht, der E-Herd war ihr zu kompliziert. Die Geräusche des Schürhakens, das Rascheln, wenn sie das Zeitungspapier zerknüddelt hat und das Zerbrechen von Kistenholz zum Anfeuern. Dann ein Streichholz, und dann das wohlige Knistern des Feuers.
      Während dieser täglichen Rituale sang sie leise Kirchenlieder, von denen mir einige noch immer in schöner Erinnerung sind (und WENN ich mal in der Kirche bin und eines von denen kommt muss ich wieder mal weinen, aber das‘ ja nix Neues 🙁 ).
      Na ja – und dann ging meine Zimmertür auf, *klack* das Licht an (das Geräusch des Schalters ist mir genau wie dir noch im Ohr), die Rollos wurden hochgezogen und der Tag konnte beginnen.

      Schöne, sehr friedliche Erinnerungen…

      Sandmann

  3. Snoopy sagt:

    Du kramst ja gerade eifrig… meine Eltern, ich und meine Verwandten sind oft umgezogen. Das klassische Heim fehlt bei mir irgendwie. Irgendwie vermisse ich es aber nur ab und zu wenn ich bei Bekannten in einem kleinen Ort bin. Die durchläuft den Ort und fast jeder ist Familie. Fazinierend aber heute immer seltener. Für eine Familienfeier am Ort müssen die immer gleich die Turnhalle mieten. Ein gewissen Zwang zu helfen ist aber auch da. Hausbau etc. da ist man gleich dran ja jemand geklagt.
    Irre Kiste der Taunus. Malst du jetzt auch noch so an 😉

    • Sandmann sagt:

      Ay Snoopy,

      häufige Umzüge gab’s bei uns zum Glück nicht. Nur eben dieser eine von Uelzen nach Plön, und der war für mich mit 12 schon in einem recht blöden Alter, für meine ältere Schwester war es eine Katastrophe. Die hat es auch nicht lange da oben in Schleswig-Holstein ausgehalten und ist wieder zurück gezogen, erst zu meinen Großeltern ins Haus (was nachvollziehbar auch nicht lange gut gegangen ist) und dann in eine eigene Wohnung. Sie lebt zusammen mit meinem Lieblingsschwager, der zusammen mit seinem Freund auch meinen Taunus über den TÜV gebraten hat und der gemeinsamen Tochter noch immer in einem Häuschen da in der Nähe. Einer meiner Anlaufpunkte, wenn ich mal wieder meinen Vergangenheits-Akku aufladen will.
      Mein Papa lebt auch noch da, sozusagen gegenüber auf der anderen Seite der Stadt. Und meine beiden guten Freunde Markus und Olaf mit ihren Familien, vielleicht erinnert ihr euch an die letzte Weihnachtsgeschichte…? Eine meiner Liebsten aus dem letzten Jahr: http://www.sandmanns-welt.de/stadt-der-engel/

      Der Taunus war tatsächlich irre. Ich hab den schon so gekauft 😀 Und hab dann nach und nach die Bastelsünden des Vorbesitzers mit allen Originalteilen (die gabs damals noch auf dem Schrott) wieder zurückgerüstet. Aber lila ist er immer geblieben. Und nein – meinen mach ich natürlich NICHT so, das Kupfergold ist schon sehr schön 😉

      Sandmann

      • Nessi sagt:

        das stimmt.
        der war echt irre.
        der „Graffiti-Himmel“… die „Sitze“… der Duft… und der Sound…
        ein multisensorisches Erlebnis, ein Gesamtkunstwerk…
        (und dabei habe ich seine besten Zeiten ja offensichtlich nicht einmal mehr mitbekommen) …er klang wie frisch aus einem Deiner comix entfahren: kräftig coloriert, vollgetankt und >>RÖÖÖÖÖHHHRR<>WROOOMM<SCHEPPER<>71!<<
        alles: Liebe!
        von einer Zeitzeugin
        und Zwischenbesitzerin
        ;~)

        ps ~ und großen Glückwunsch zur kleinen Tanzmaus! <3

        • Sandmann sagt:

          Nessiiii!!!!!

          AAAAHHHHHHHHHHHHHHHH 😀

        • Nessi sagt:

          gibts hier ne maximale Zeichenzahl,
          auf die Auto-matisch gekürzt wird?
          und der der ganze Mittelteil zum Opfer gefallen ist?

          hmmm.
          durchaus eine Überlegung wert:
          ist es am Ende besser so?

          mein Dickkopf siegt mal wieder
          über das, was ist…
          zwischen >> SCHEPPER< BULLER BULLER <
          was für eine kultige Schüssel.

          was für ein schnöder Absturz:
          ein silberner Golf zum Abi 90!
          immerhin 4 Räder und 1 Tank…
          und endlich ein glücklicher Tanz (J.)
          sowie ein lila Taunus XL (!) Coupé in liebenden Händen.

          und was mir seit gut 24,5 Jahren auf der Seele brennt:
          Sorry!
          Entschuldige bitte, Jensi.
          Es tut mir so leid, heute noch.
          Ich war dumm.
          Und verliebt in einen VW-Bus-Fahrer… (autsch).

          deshalb
          hier & heute
          schwarz auf weiß
          für alle Leute:
          PLÖ – NJ 71

          so. :~)
          späte Rehabilitation.
          das mußte einfach mal gesagt werden!

          "71!"
          alles: Liebe!
          und so weiter…

          • Sandmann sagt:

            Ich muss mich jetzt erstmal sammeln……
            Nessi.
            Wo kommst du denn auf einmal her? 🙂

            Ich fang mal oben an:
            Ne maximale Zeichenzahl gibt es nicht. Aber manchmal, wenn du die „richtigen“ Zeichen in deine BRUMMS und RÖHRS einbaust, denkt der Blog, das sind HTML Zeichen und macht dann damit irgendwas, statt sie darzustellen. Und ich habe in der Benachrichtigungsmail gesehen, dass du VIELE seltsame Zeichen benutzt hast 🙂

            Der Graffitti Himmel war in deinem roten Taunus, dem total toten, für den ICH mich glaube ich nach 25 Jahren noch mal entschuldigen muss. Was für ein Schrotthaufen. In „unserem“ Coupé“ war der Himmel rot 🙂 Es gibt auch einen gedruckten Artikel in der TRÄUME WAGEN, den lade ich hier beizeiten auch mal hoch. Ist ja nicht so, dass ich nicht neulich mal wieder ein Coupé gehabt hätte…. schau mal rechts in den Kategorien 😉

            Wegen des VW-Bus Fahrers musst du dich glaube ich eher mal mit Heiko in Verbindung setzen, da ist für meinen Teil alles gut.

            Wo steckst du jetzt? Was fährst du jetzt??
            Alte Autos machen auch heute noch Spaß, riechen gut, klingen gut, machen glücklich 🙂
            71!!!

            Sandmann

            • Nessi sagt:

              *sammelsammelsurium*
              Ja?
              aus den mystischen Tiefen Deines Unterbewußtseins
              und des www

              das mit den Zeichen und den HTMLs hab ich dann auch irgendwann geschnallt, als ich den „Ergänzungskommentar“ abgeschickt hatte und der auch wieder angefressen war…
              DANN hab ich bemerkt, daß ich nach dem Klick eine 5?Minuten(nein,nicht Terrine!)-Frist zum Korrigieren des Textes habe… gute Sache! davon war zwar schon die Hälfte um, aber das geht ja fix… also alles schön wieder arrangiert und neu getippt UND diesmal die netten größer/kleiner-als-Tüten durch Gänsefüßchen u/o Sternchen ersetzt… und dabei nicht WIRK-lich auf die Zeit geachtet… alles nochmal fein säuberlich durchgeschaut… und cursor langsam Richtung „sichern“… UND vorbei.
              😀 soviel dazu…

              sollte heißen:
              [zwischen >> SCHEPPER<< und "71!" noch Folgendes:
              *BULLER BULLER*
              was für eine kultige Schüssel.]

              naja.
              wieder ne Menge gelernt!

              u.a. daß mein damaliger Golf (1? ~ muß an sich der gleiche gewesen sein wie Wackis, nur in silber [innen blau mit so einem fiesen Poly-Bezugsstoff, der mich immer an die weiche "Schlingen-Seite" von Klettverschlüssen erinnert hat… wah!] ~ also wohl ein 1er [nicht daß ich davon auch nur die Spur einer Ahnung hätte…]) aus heutiger Sicht ein nichtmal gar so schnöder Absturz war, wie ich bislang immer dachte… nach dem lila Schiff fühlte er sich dennoch mehr wie ein Spielzeug-Auto an… na, immerhin war ich mit ihm am 3.10.1989 (!) unterwegs auf der A7 Richtung Süden, als mir lichthupenderweise die ersten Trabis entgegen kamen!
              hatte auch was.
              25 Jahre?!
              unfaßbar…
              und gegen die war er echt "gut gebaut"… 😉

              das mit dem Graffitti-Himmel is mir jetz peinlich… :-/

              für den Roten hättste Dich überhaupt nich entschuldigen müssen ~ bis Du´s getan hast… so gründlich hatte ich ihn aus meiner Erinnerung verdrängt & getilgt, daß ich all seine hervorstechenden Attribute dem XL mit andichten wollte… sozusagen alles in einen großen Taunus-Topf und einmal kräftig durchgerührt… wie konnte ich?!

              wie konnte ich diese verwanzte Schleuder vergessen, mit der ich auf den Feldwegen von Kleinmeinsdorf (!) (und mit J.W. [nein, nicht Wacki!] auf dem Sozi) meine Fahrpraxis "ausgefeilt" 😀 habe, um die teuren Fahrstunden zu minimieren…
              und wie konnte ich den XL auch nur gedanklich in die Nähe dieses "Teils" bringen, geschweige denn ihm einen prolligen Grafitti-Himmel verpassen?
              und stinkende Sitze mit Zigarettenlöchern?
              I´m so sorry!
              aber daß er rot war (der XL-Himmel) … echt jetzt?
              nochmal peinlich…

              alles weitere zu H.J. & VW-BF in meiner "pm",
              wo ich jetzt stecke, weißt Du auch bereits
              und was ich fahre?
              Fahrrad.
              Linienbus, Zug, in Freiburg StraBa.
              manchmal ne alte Rostlaube aus der Bio-Gärtnerei, in deren Hofladen ich jobbe, um mich mit Grünzeug zu dopen
              (da würden Deine Augen leuchten ~ die machen Geräusche!)
              [nicht das Grünzeug ~ die alten Karren!]

              kleiner Exkurs:
              hab neulich hier im OBI beim "Zuschnitt" einen Kommilitonen getroffen, mit dem ich in Kiel Urgeschichte studiert hatte… der baut jetzt Möbel (!) aus alten Autos & Bussen ~ Betten, Schreibtische, Kleiderschränke, Sideboards, Bars… für Leute, die sich von ihren auseinander fallenden Gefährten (wie doppelsinnig) nicht für immer trennen wollen/können.. und dann stellten wir fest, daß seine Frau immer bei mir im Hofladen einkauft! also hat er sich beim nächsten Mal das alte Feuerwehrauto angesehen, mit dem wir unseren Salat transportierten, aber diesem blieb nochmal eine halbierte Existenz als begehbarer Kleiderschrank erspart 😉

              Schande auf mein Haupt,
              Nessi ist seit 2 Jahren zum allerersten Mal (since 1989) Auto-los… zuerst fühlte sich das wie amputiert an, zumal wir da echt noch in der Pampa wohnten… mittlerweile hab ich mich dran gewöhnt, wie auch ans trampen… da erlebt man auch nette Dinge!
              nur manchmal, da überfällt mich die Sehnsucht… extremst…
              nach einfach losfahren…

              der letzte, den ich hatte, war ein Van (paßt ja)
              ein Fiat Ulysse mit eingebauter Garage für den Kinderwagen und serienmäßigem Wickeltisch (nachdem die hintere Sitzreihe im Keller verschwunden war)
              vermutlich darf man in diesen virtuellen heiligen Hallen von so einer profanen Familienkutsche aus diesem Jahrtausend (grad so) gar nicht laut reden, aber ich hab ihn geliebt!
              genauso, wie ich beim Taunus den Hintern auf der Straße in den Liegesesseln genossen hab, fand ich den "Überblick" von meinem Bock aus klasse… dann gab er am letzten Grundschultag meiner Tochter den Geist auf… und mir fehlten die 8-900, um ihn wieder rollen zu lassen… over and out.

              ps ~ hab in Kiel knapp 200m von der Werner-Kneipe entfernt gewohnt… die, wo er Anna naß gemächt hat… und so… auch kultig! ist echt traurig, daß du nicht mehr zeichnest, Jensi… das geht gar nicht!

              • Sandmann sagt:

                Ay Nessi,

                jungejunge du erschlägst einen Arbeitnehmer in Zeitnot ja regelrecht 😉 Ich muss das alles mal aufarbeiten und auch deine liebe bunte Mail beantworten, hab ein bisschen Geduld. Ganz so easy und fröhlich, wie hier manche Geschichten selbstdarstellend rüberkommen ist das Leben momentan leider nicht. Aber ich arbeite daran.
                Bis bald. Und dann kommentiere ich auch deine Absätze, jetzt muss ich erstmal Hacken in den Teer hauen und über ein 1961er Opel Rekord Coupé schreiben! 🙂

                Sandmann (für dich – immer noch Jensi)

                • Nessi sagt:

                  alles gut, Meister ~ bloß kein Streß!

                  bist halt ein gefragter Typ, war ja noch nie anders…
                  😉

                  danke Dir für Deine vielen Zeilen hier & dort trotz turbulenter Zeiten!
                  melde mich asap, muß auch los…

                  Nessi

                  • Sandmann sagt:

                    🙂
                    Gefragter Typ, wie? Nie anders, was? Muuhaha 😉
                    Hüpf am Wochenende mal in die aktuellen Geschichten, da erfährst du zwischen den Zeilen alles, was ich dir in der Mail noch nicht geschrieben habe…

                    Sandmann

  4. Sandmann sagt:

    Bekommt man eigentlich noch diese Felgen irgendwo???
    Ich glaube die sind vom Capri, oder?
    Geil geil…..

  5. SteffenG sagt:

    Eieiei…

    da muss ich doch auch mal etwas aus der Vergangenheit plaudern.

    Gut, die Ferien habe ich fast immer bei meinen Großeltern in der Oberlausitz verbracht. Die hatten einen großen Bauernhof, gegenüber die damalige LPG in der Meine Oma gekocht hat. Und dahinter schon fast Böhmen. Natur wohin das Auge schaut. Wir sind oft mit meinem Opa in seinen Wald gegangen und haben Gras mit der Sense gemöht und Zäune repariert.
    Im Winter war die obere Etage des Hauses ungeheizt, es gab ein dickes Federbett und eine Wärmflasche. Wenn es sehr kalt war, bildete sich Rauhreif an den Wänden.

    Es ist alles noch da. Meine Tante hat es gekauft und modernisiert. Mein Opa hat lebenslanges Wohnrecht. Der Glutos (Bronx wird wissen, was das ist) steht auch noch…. Aber es ist nicht wie früher mit Heu in die Scheune bringen und so.

    Mein Elternhaus ist aus diversen Gründen auch nicht mehr in Familienbesitz. Es steht aber noch…

    Es gäbe noch Tagelang zu erzählen!

    Steffen

    • Sandmann sagt:

      Ay Steffen,

      das klingt sehr idyllisch.
      Vielleicht sollte man mal wieder tagelang erzählen. Diese Art von Geschichten höre ich mir ewig gern an. Und frage mich, wie ich wohl weitermachen werde mit meiner Vergangenheit und meiner Zukunft. Na ja – ihr werdet es lesen:-)

      Grüße aus dem Erzgebirge, mit DeLorean Impressionen…..
      Sandmann

    • bronx sagt:

      *Weiß er* 😉

      Ich erinnere mich gerade an ein ungeheiztes Schlafzimmer eines gewissen Häusschens meiner Kindheit. Das Federbett war so dick, das es einen fast erschlug. Wenn man auf dem Rücken lag, sah man nur einen „Berg“ und nicht den Schrank. Stand der Wind auf der Seite des Hauses, klapperten die Fensterläden vor den einfachen Kastenfenstern, die man mittels „Einreibern“ verschloss. Direkt nebenan lag die große Küche mit einem ausziehbaren Spültisch und zwei Emailleschüsseln darin. Und einem Glutos daneben 😉

      Leider ist davon nichts mehr da.

      Bronx

  6. SteffenG sagt:

    Jaja… es heißt ja, dass man nicht so in kalter Luft schlafen soll. Aber mein Opa ist 93 und fit. Also kann ein ungeheiztes Schlafzimmer und ein dickes Federbett nicht so schlimm sein…

    Vermutlich gibt es auch noch noch hunderte dieser Beistellherde im Ruhrgebiet. Hat so was heimeliges.

    Sandmann – auch wenn unser „Meeting“ nicht geklappt hat (sorry dafür!) ist ein Anruf von Dir jederzeit gern angenommen. Und etwas Auszeit darfst Du Dir im Harz auch nehmen, falls Du möchtest.

    Steffen

    • Sandmann sagt:

      Bester Steffen,

      du brauchst dich doch nicht dafür zu entschuldigen, dass du nicht zu der Zeit da warst, als ich da war 😉 Wenn du wüsstest, wie knapp meine Zeit war – ich bin allein da unten an der tschechischen Grenze eine Stunde im bergigen Kreis gefahren, bis ich die richtige Straße im richtigen Stadtteil gefunden hatte – hättest du eingesehen, dass es mir im Prinzip UNMÖGLICH gewesen wäre, mich auch noch mit dir zu treffen….
      So gesehen hat es doch gut gepasst. Aber danke für alle Angebote.

      Auszeiten mach ich mir, wenn hier alles erledigt ist. Vorher brauch ich alles was ich hab. Also Augen auf und durch!

      Sandmann

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