Teneriffa, dem Winter entfliehen… Teil 1

von WOB79

über den Wolken...Mitte November, die Tage sind kürzer und der Wind pfeift uns um die Ohren. Auch wenn ab und an mal die Sonne zu uns runter lacht, sind die schönen warmen Tage erstmal gezählt. Jetzt dauert es bestimmt nicht mehr lange, bis der erste Schnee auf sich warten lässt. Im März 2010 haben wir uns bei ähnlichen Wetterverhältnissen in das Flugzeug gesetzt und sind für eine Wochen auf die Kanaren geflogen…

Nach guten 5 Stunden Flug und einem Zwischenstopp auf Gran Canaria, sind wir endlich auf dem Flughafen Teneriffa Süd angekommen. Jetzt galt es, das richtige Taxi zu finden, aber was noch viel wichtiger war, erstmal einen Gang runterschalten.  Auf dieser wunderschönen Kanarischen Insel gibt es keinen Stress, und wenn doch, dann ist man selber schuld. Der Fahrer des Reiseunternehmens Tui (ein Einheimischer) hatte die Ruhe weg, denn er musste zunächst mal gefunden werden. Später kam er mit einer Zigarette in der Hand vorbei, nachdem die Reiseleiterin ihn irgendwo ausfindig gemacht hatte, sicherlich hatter er gerade Siesta gemacht. 🙂

Das Puerto PalaceAm späten Nachmittag sind wir dann an unserem Hotel, dem “Puerto Palace“ angekommen. Nun ging es zur Rezeption, urlaubsreif den Zimmerschlüssel entgegennehmen. Als wir mutig unser Zimmer betraten, hatten wir soweit eigentlich nichts auszusetzen. Doch als wir voller Hoffnung auf den Balkon gingen schon…  ''schöner Ausblick''

Einen Blick auf das Meer, zumindest auf schöne Häuser hatte man uns versprochen, aber was sich uns da bot war eher der Blick auf eine Absteige für den Hausmeister. Und wieder ging es mit dem Fahrstuhl runter zur Rezeption. Ganz nach dem Motto..“gut Französisch kann ich schlecht, aber schlecht Spanisch kann ich gut“ debattierten wir darüber, dass wir gerne ein anderes Zimmer hätten, eins mit einem schöneren Ausblick. Eine Nacht sollten wir uns gedulden, und am nächsten Tag bekämmen wir dann ein neues. 🙂

Puerto del la Cruz am AbendWas macht man nun mit dem Rest von diesem angebrochenem Tag? Man geht auf Entdeckungstour, leider wurde es schon langsam dunkel, und somit war nicht mehr viel zu entdecken. Also beschlossen wir, am nächsten Tag auf große Reise zu gehen.

neues ZimmerNeuer Tag, neues Zimmer? Der Morgen und sein erlösendes Licht ließen allerdings lange auf sich warten, denn wie es so ist muss man sich erstmal wieder an ein anderes Bett gewöhnen. Am anderen Tag bekamen wir dann aber unseren neuen Schlüssel und siehe da, das Warten hat sich gelohnt!

Jetzt hat alles gepasst. Nach einem gutem Frühstück mit Bacon und Ei ging es nun mit dem Rucksack los, in Richtung Meer!

Jetzt lass ich erstmal die Bilder sprechen…

Richtung InnenstadtPark

StrandpromenadeAm StrandEchseWellenbrecherBadebucht

Botanischer Garten

Felsen

Puerto de la Cruzmein kleiner grüner Kaktus...

Die ''Göttin''

In der StadtDer Botanische GartenStrandpromenade

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Am dritten Tag wollten wir den Pico del Teide, den dritthöchsten Inselvulkan der Erde “besteigen“. Mit 3718 Meter auch die höchste Erhebung auf der Insel Teneriffa. Jetzt brauchten wir ein Auto, denn zu Fuß ist das doch ganz schön hoch…. Gleich früh ging es zum Autoverleih, der keine 5 Minuten von unserem Hotel entfernt war. Er bestand aus einem kleinen Zimmer in einem noch kleinerem Haus 🙂 Da saß der gute Mann, der uns einen Suzuki Vitara vermieten sollte. Den wollte ich haben, denn es musste ein “Geländewagen“ sein….

Der kleine JapanerDas Geschäftsgebäude lag an einer gut befahrenen Nebenstraße die gleich in eine Einbahnstraße mündete. Vor dem Haus standen sie, die Leihwagen, ein silberner Suzuki Vitara stach mir sofort ins Auge. Cool, den nehmen wir, was gibt es denn schöneres als auf einer sonnigen Insel mit einen Jeep unterwegs zu sein? Wir gingen also in den “Laden“, und eine überdurchschnittlich gut gebaute Frau stand uns gegenüber am Tresen, die wir mit einem freundlichen hola!, (was auf Spanisch “Hallo“ bedeutet) begrüßten. Da unser weiteres Spanisch nicht sonderlich gut ausgebaut war, versuchten wir es doch mal mit Englisch, was eigentlich keine Rolle spielte, wahrscheinlich hätten wir uns irgendeine Sprache ausdenken können, das hätte den selben Effekt gehabt. 🙂

Schnell zurück nach Deutschland, jeder kennt diese Eiskarten mit den vielen bunten Eisbildchen drauf, wie es sie z.b. an der Tankstelle gibt. So was gab es da, nur mit vielen bunten Autos drauf. Ich zeigte also auf den silbernen Suzuki. Irgendwie bekamen wir es auf die Reihe, als hinter der überdurchschnittlich gut gebauten Frau ein überdurchschnittlich gut gebauter Mann mit einer Zeitung in der Hand aus einer Tür raus kam. Es war die Toilette. Die beiden unterhielten sich auf Spanisch, während wir noch ein bisschen weiterschmunzelten. Schließlich legte der Mann uns den Mietvertrag auf den Tresen, zum Glück multilingual (unter anderem in Englisch), also füllten wir ihn verstehend aus. 3 Tage sollten genügen. Als der Papierkrieg beendet war, drückten die beiden uns den Schlüssel in die Hand und gingen nochmal kurz mit zum Auto. Gut, super Zustand sieht anders aus dachte ich mir und schloss den Wagen auf.

Völlig geschockt vom grauen, öden Einfallsreichtum der japanischen Autobauer setzten wir uns in den Jeep. Ich steckte den Zündschlüssel in das Zündschloss, und startete das kleine Allradmonster. Die Motorkontrollleuchte leuchtete, hm? Normal ist das aber nicht oder? Ich machte den Wagen wieder aus und ging wieder zu den beiden gute gebauten Menschen. Ich versuchte, ihm zu erläutern, dass die Motorkontrollleuchte ständig brennt. Der gute Herr antwortete nur… „Teneriffa, normal, no Problem“. Okay, normal 🙂 na dann kann es ja losgehen, mehr als stehenbleiben kann man ja nicht. 🙂

Und wieder rein in den Suzuki, Motor wieder an und hey! die Leuchte brennt immer noch. Gut, also auf die ist wenigstens Verlass. Wir fuhren los, als ich schnell bemerkte, dass der Tank nicht wirklich voll war. Jeder war vieleicht schon mal in der Situration, wenn man auf der Autobahn fährt und die Tanknadel im roten Bereich pendelt, irgendwie macht sich da so ein gewisser Unmut breit. Bei unserem kleinen Suzuki war das Gefühl noch etwas ausgeprägter, die Nadel lag faul auf der linken Seite, entweder war die Anzeige kaputt oder der Tank war restlos leer. In diesem Fall würde man spätestens jetzt eine Tankstelle aufsuchen, doch wo ist eine??? Wir fuhren also weiter den Berg hinauf in Richtung “Schnellstraße“, und wie eine Fatamorgana spiegelte sich auf einmal eine Tankstelle in unseren Augen. Mit Preisen, von denen wir hier in Deutschland nur träumen können. Den Zapfhahn rein in den Japaner und einmal vollmachen. Der Liter kostete 84Cent! Ich ließ aber nur 30 Euro rein, erstmal sehen was so kommt. Der dritte Anlauf mit der Zündung, er springt sofort an und sogar die Motorleuchte brennt, so langsam freunde ich mich mit ihr an 🙂 Was mich zu Hause ins Grübeln bringen würde, denn irgendwo muss ja der Fehler stecken. Egal, der Wagen läuft…

auffahrt zum Teide...''Rastplatz''

Quer durch Puerto del la Cruz sind wir also Richtung Teide gestartet, über La Orotawa auf der TF-21, so nennt sich die Straße, die sich munter bergauf durch etliche enge Passagen und Kurven nach oben schlengelt. Ab und an kommt ein Bus oder ein LKW entgegen, oder man fährt wie wir hinter einem her. Sollte beides gleichzeitig zutreffen, heißt es Augen zu und durch. Von Puerto de la Cruz bis zum Pico del Teide sind es 44 Kilometer, die wir mit einigen Zwischenstopps, unter anderen um Fotos zu schießen, problemlos mit dem Jeep schafften.

Nebeljetzt geht es hinauf...Vitara goes to Teide

Je höher wir kamen, um so interessanter wurde die Landschaft. Irgendwann waren wir in dichten Nebel eingehüllt, ein paar Kilometer ging es so durch die enge Bergstraße, die rechts und links nur von Bäumen umgeben war.

Fortsetzung folgt…

Gruß,  Rene‘

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Für alte Autos, Motorräder und gute Geschichten immer zu haben.

3 Responses to Teneriffa, dem Winter entfliehen… Teil 1

  1. Sandmann says:

    Ay René,

    da tauche ich doch gleich noch einmal ab in meine eigenen Vulkanerfahrungen in diesem Herbst auf Sizilien 🙂 Wie fährt sich denn so ein Vitara? Ich finde den extrem furchtbar…

    Sandmann

  2. Wob79 says:

    Moin mein guter Sandmann 🙂

    Das Fahrgefühl des Vitara ist einzigartig kann ich dir sagen, eine Art LKW im PKW Format. Die Schaltung hatte zwar keine 16 Gange, aber die Schaltwege waren schon ziemlich nahe dran, und schön sieht anders aus. Aber je länger wir mit diesem Teil unterwegs waren um so besser hat er mir gefallen, gerade oben wenns etwas steinig wurde fand ich den Wagen passend. Beim schreiben des Artikels bekomme ich sofort wieder Lust durchzustarten, denn es gibt noch viele Orte auf der Insel die wir nicht erkundet haben…

    Viele Grüße Rene‘

    • Sandmann says:

      Ay René,

      dann ist das wohl so ähnlich wie mit unserem Fiat Panda auf Sizilien 🙂 Am Anfang fand ich den echt schlimm, aber nach ein paar 10 Kilometern hatte ich mich doch ganz gut an den Wagen gewöhnt…

      Den späten Plastikcharme der Japaner finde ich allerdings recht grausam. So ein Lancer aus den 80ern hat noch eine gewisse unbeholfene Jungfäulichkeit, aber was in den späten 90ern und frühen 2000ern so gebaut wurde… GRUSEL…

      Sandmann

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