Une demi route

Papi und die Mädels unterwegs

Papi und die Mädels unterwegs

Mit einem Ford Taunus GXL V6 Coupé von 1971 an die Côte d’Azur.
Wohlgemerkt von Kiel aus. Schleswig-Holstein, ganz oben im Ländle. Vor 40 Jahren war das ganz normal, vor 25 Jahren war das mein erster Urlaub mit dem eigenen Auto und heute ist es einfach eine kleine, verrückte Auszeit mit meinen beiden großen Töchtern, von denen die eine älter ist als ich damals bei meinem ersten Mal. Also, dem mit Auto. Unsere erste Etappe geht bis nach Mailand in Norditalien, vor allem, weil ich eben nicht mehr 21 Jahre alt bin und so eine Entfernung ein bisschen langsamer angehen lassen möchte. 1800 Kilometer am Stück sollen nicht sein, weder für uns drei noch für das alte Coupé. Also deshalb Milano. Das ist schon schön weit weg, das spart Maut in Frankreich und das bedeutet am morgigen Tag für uns nicht mehr so viel Strecke bis zum endgültigen Ziel. Am 22. Geburtstag der Großen. Zweifelt irgend jemand am Auto? Ja? Nein? Ach – wir fahren einfach mal los, was kann schon passieren?

Nachts fahren hat eine Menge Vorteile…

Schöne Uhr, schlimme Uhrzeit

Schöne Uhr, schlimme Uhrzeit, falsches Datum

… aber auch ein paar Nachteile. Ich habe im Häuschen in Kiel noch eine Mückenschutztür für die Terrasse gebaut und ein bisschen die Zeit vergessen. Um 23:00 Uhr hab ich dann mal mit dem Packen und Beladen des Taunus angefangen und mich dann gegen Mitternacht ins Bett gelegt. Kennt ihr das auch? Wenn man weiß, dass in zwei Stunden der Wecker klingelt, schläft man einfach nicht so richtig ein? Bescheuert. Irgendwann bin ich doch weggemurmelt, vermutlich ein paar Minuten bevor der Radiowecker mich wieder ins Hier und Jetzt geholt hat. Mann ist das dunkel. Und das Datum meiner alten Uhr geht falsch. Und der Regen prasselt an die Scheiben.
Frankreich. Jetzt soll es also endlich losgehen. Ich bin müde, verdammt, aber die Vorfreude treibt meinen Kreislauf hoch. Die Kaffeemaschine blubbert und gluckert, die große Tüte mit den Reisebrötchen® und den Würsten ist schon hinter dem Fahrersitz verstaut und angeblich sind meine beiden Damen nach einer Spätvorstellung im Kino noch wach. Hallo? WhatsApp? Ich komme jetzt, seid ihr bereit für den Urlaub? … Nach ein paar Minuten kommt das Geständnis der Großen, dass man sich vielleicht doch noch ein paar Minuten hingelegt habe und mich nun mehr oder weniger verschlafen erwarte. Also los. Auf nach Mailand, dem ersten Ziel eines kleinen Urlaubs.

Packen kann er ja, der Typ.

Packen kann er ja, der Typ.

Kiel ist um 3:00 Uhr morgens zwar nur halb so groß wie der Friedhof von Chicago, aber doppelt so tot. Meine beiden Töchterchen sehen sagenhaft verpennt aus, das macht aber nichts, denn sie können gleich im Auto weiterschlafen – während Vati ein bisschen Strecke in Richtung Süden macht. Die Straßen sind frei. Wir haben kein Radio an Bord, was Verkehrsnachrichten anbieten könnte. Aber das neueste TomTom Go 6200, gestern erst in der Post gewesen. Das sollte es richten. Auf Facebook werde ich angemoppert, dass ein Navi in so einem alten Auto stillos sei. Ich solle gefälligst mit Straßenkarten und dem Wissen von zu fragenden Passanten navigieren. Nee Leute. Ich fahre zwar mit einem uralten Auto, und ich habe meine Gründe dafür. Aber seit es Navis gibt nutze und schätze ich diese sehr. Genauso wie ich kein Wählscheibentelefon mehr im Wohnzimmer habe, auch wenn das sehr schön aussieht. Ich habe ein iPone. Zwar nur ein „altes“ 5S, aber in Sachen Kommunikation und Navigation möchte ich nicht auf die Technik der 70er zurückgreifen. Bei einer Gesamtstrecke von 1800 Kilometern würde ich im Kreis kotzen, wenn ich mich verführe, besonders in den großen Städten. Und die beiden sehr müde aussehenden jungen Frauen auch. Sie wollen beide auf dem Rücksitz sitzen. Ah.

Zwei Drittel sind ein wenig müde.

Zwei Drittel sind ein wenig müde.

Nun ist das bei einem Coupé aus den 70ern so, dass ausgerechnet auf dem Rücksitz nicht wirklich ein Überangebot an Platz ist. Aber sie wollen es. Beide. Mit kuscheligen Kopfkissen erhoffen sie sich einen angenehmen Schlafplatz, den ein Beifahrersitz ohne Kopfstütze nicht bieten kann. Na gut. Ich rutsche mit dem Fahrersitz ein bisschen nach vorn und packe diversen Kram von hinten aus dem Fußraum auf den Beifahrersitz. Geht. Die beiden Türen schmatzen zu, es nieselt leicht und niemand in diesem Auto findet es schlimm, diesem total beschissenen norddeutschen Kacksommer für ein paar Tage zu entfliehen. Die Ventile klackern ein bisschen, seit ich sie gestern eingestellt habe (wie peinlich), der Auspuff schmaucht ein wenig mehr seit ich das vollsynthetische Öl reingekippt habe und ich erkenne ein ganz leichtes Funzeln der Ladekontrolle. Probleme? Nein. Kleinigkeiten. Da kann ich mich später drum kümmern, Werkzeug und Ersatzteile habe ich dabei. Über den Schützenwall rollen wir raus auf die Autobahn, raus aus den Lichtern der Stadt in die totale, endgültige Dunkelheit der A7.

Dunkel, lange und einsam

Dunkel, lange und einsam

Er schnurrt, der alte Ford. Wie ein Uhrwerk. Jenes Uhrwerk im Kombiinstrument, das mit dem wunderbaren elektrischen Magnetaufzug, zeigt immer neue Stunden an, während es draußen einfach nicht heller wird. Die beiden Mädels schlafen tief und zufrieden auf dem Rücksitz, in ihre Kissen gekuschelt. Ich rutsche auf meinem Sitz hin und her, nicht so richtig meine beste Position findend. Auf langen Strecken sind die Fauteuils des Taunus zwar bequem, bieten den Beinen und dem Rücken aber keinen Gegenhalt. Lordosenstütze? Hatte man im Jahre 1971 vielleicht in Mondraketen. Oberschenkelstütze? Mercedes ja, Ford nee. Der Fahrersitz ist höhenverstell- und sogar kippbar, aber eine Entlastung für den Gasfuß bietet er nicht. Vor allem nicht, wenn ich ein bisschen zu weit vorn sitze, damit die Schmuckstücke hinten genug Platz haben. Ich versuche, die orthopädischen Defizite mit guter Musik aus der Bluetooth Box auszugleichen (nein, ich habe es natürlich nicht mehr geschafft, den Subwoofer und die Aufbauboxen auf der Heckablage einzubauen) und entlocke meinem alten Musik-iPhone (noch so ein „schlimmer“, technischer Fortschritt) sowas wie Bear’s Den, Texas und The Airborne Toxic Event. Nix für meine Töchter, aber die schlafen ja auch. Herrlich herbstliche Klänge in einer dunklen, regnerischen Nacht.

Sur ma route. Es dämmert allmählich

Sur ma route. Es dämmert allmählich

Recken und Strecken. Zumindest ab und an mal.
Tatsächlich möchte irgendwann der frisch gekochte und in großen Mengen getrunkene Kaffee raus, noch vor Kassel, was als erstes klassisches Pausenziel angepeilt wurde. Der Nieselregen (der magischerweise trotz sichtbarem Mond und Sternen niedergeht) wird dünner und hört irgendwann ganz auf. Wir halten, irgendwo, keine Ahnung wo wir gerade sind. Was mich total verunsichert sind die vielen LKW, die heute Nacht unterwegs sind. Haben wir in Deutschland denn kein Nachtfahrverbot? Die können doch nicht alle eine Sondergenehmigung haben?? Krass. Aber egal, wie dem auch sei, wir kommen voran. Wenn der Tacho 140 anzeigt fahre ich laut GPS rund 120, das ist eine gute Reisegeschwindigkeit für das alte Eisenschwein und seine drei Insassen. Und… ist das da draußen gar so etwas wie ein Silberstreif am Horizont?? Ja. Es wird hell. Der Tag vor unserer Ankunft in Südfrankreich, der Tag vor dem Tag, an dem vor 22 Jahren meine erste Tochter geboren wurde bricht an. Gerade schläft sie wieder süß neben ihrer kleineren Schwester. Hallo Freitag.

Aus schwarz wird grau wird blau

Aus schwarz wird grau wird blau

Ich sitze auf einem dicken Badelaken, was ich über meinem Sitz ausgebreitet habe. Braunes Kunstleder ist total cool – aber sobald es warm wird, beeindruckt einen die Erkenntnis, wie viel man eigentlich beim Autofahren so schwitzt. Ekelig. Ein bisschen. Sickert das sonst alles immer in den Sitz, wenn er aus Stoff ist? Bäh. Deshalb das alte Badelaken, aber lasst uns nicht über Badelaken reden, sondern über Sonnenaufgänge. Wenn ich mich entscheiden könnte, ob ich lieber noch einen weiteren Sonnenaufgang im Auto auf dem Weg in den Süden erleben oder lieber während dieser Zeit im Bett zu Hause liegen möchte… Ich würde mich für den Sonnenaufgang im Auto entscheiden. Wenn diese schier endlose, schwarze Nacht langsam heller wird und dem Tag Platz macht. Das ist unvergleichlich, geradezu asketisch. Taunus: Läuft.

Herr des Lichts

Herr des Lichts

Ich kann mich erinnern, dass ich früher in den Kasseler Bergen immer a) runterschalten musste, um nicht völlig stehen zu bleiben und b) das erste Mal tanken musste. Runterschalten ist mit einem 2.0 Liter V6 nicht mehr nötig, der hat nicht viel Bumms, aber genug für bergige Autobahnen im 4. Gang. Ja, bergig, als Norddeutscher ist die Gegend um Kassel schon sowas wie ein Hochgebirge! Damals rollten wir mit dem lila 1.6 Liter Vierzylinder mit 71 PS, der war etwas schwachbrüstiger. Tanken ist aber Höhe Kassel trotzdem okay. Gar nicht, weil der Wagen so versoffen ist. Sondern eher, weil es inzwischen heimlich still und leise komplett hell wurde und ich dringend eine kleine Pause brauche. Also ziehe ich den alten Kölner irgendwo hinter Kassel raus auf eine Tanke direkt an der Autobahn, gut gelaunt und fröhlich und dann den ersten Schock dieser Reise entgegen nehmend:

Was Benzin so kosten kann, Teil 1

Was Benzin so kosten kann, Teil 1

Super für 1,60?? Seid ihr nicht ganz dicht hier irgendwo in Hessen? Das kostet in Hamburg an der Kieler Straße aktuell 1,37! Natürlich gibt es irgendwo wieder Argumente dafür, der Rohölpreis, die weltweiten Krisen, wie schwierig es ist, gut versteckte Autobahntankstellen mit Benzin zu beliefern und überhaupt das allgemeine Risiko, eine Tankstelle zu betreiben. Wahn. Aber was soll ich machen, ich habe keine Lust, irgendwo einen Autohof neben der Bahn zu suchen, wo Super vielleicht eine Handvoll Cent günstiger ist. Als kleine Gegenleistung benutzen wir alle drei die Tanke-Toilette und erwachen langsam von dem Ritt durch die verregnete Dunkelheit. Reisebrötchen® und heißer Kaffee werden verköstigt, Tageslicht wird genossen und ein kurzer Moment dreier glockenwacher Tänzer geht in die Geschichte der sommerlichen Fernreisen ein.

Reisebrötchen. Endlich FRÜHstück

Reisebrötchen. Endlich FRÜHstück

Warm. Wärmer. Kurze Hosen.
Ja, wir fahren in Richtung Süden. Jetzt ist es langsam auch zu spüren. Es ist schwierig für einen Kieler, zu verstehen, dass im August in diesem Jahr auch Temperaturen von mehr als 14 Grad möglich sind. Zwei junge Frauen gehen in die Raststätte und kommen perfekt gestylt, sommerlich-sexy angezogen und für die weitere Reise gut vorbereitet wieder zurück. Ich stehe hinter der offenen Kofferraumklappe, ziehe meinen Bauch ein und ziehe mir eine kurze Hose an. Die gleiche wie immer. Die Ringelsocken und die Schnürschuhe bleiben erstmal, mit FlipFlops kann (und sollte) ich nicht Auto fahren. Passt. Also weiter.

Umziehen. Ab jetzt kurze Hosen.

Umziehen. Ab jetzt kurze Hosen.

Schwupps sind wir in Österreich. Erstmalig habe ich in diesem Jahr für die Reise in den Süden eine 10-Tages-Vignette gekauft! Auf dieses „die erwischen mich schon nicht auf den 20 Kilometern“ Spielchen habe ich keine Lust mehr. Irgendwann wird man weise, und das Leben bietet schon genug Aufregung. Österreich ist schön und toll, der Bodensee und alles um ihn herum mag wundervoll sein – aber schwupps sind wir plötzlich in der Schweiz. Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Und auch die Schweiz durchqueren wir nur im Laufschritt, obwohl hier diverse Menschen wohnen, die ich gern einmal wiedersehen würde. Michi. Remo, Hinti. Und Roy. Und Dani. Aber nicht heute, heute wollen wir nur in Mailand ankommen. Deshalb habe ich auch ein paar Einladungen und Hinweise auf schöne Ecken entlang des Weges auf Facebook dankend abgelehnt. Für schöne Nebenstraßen ist diese eine Woche einfach zu kurz. Ist Italien nicht schon recht nahe? Also im italienisch sprechenden Teil der Schweiz sind wir glaube ich schon. Die Berge sind hier noch ein bisschen höher als in Kassel und hängen voller Wolken. Fast wie zu Hause, nur ohne einen klaren Horizont.

Klingt nach Urlaub - isses aber noch nicht.

Klingt nach Urlaub – isses aber noch nicht.

Die blinkenden Schilder sprechen eine eindeutige Sprache: Im Gotthard Tunnel aktuell 75 Minuten Stau. Ah. Oh. Das fröhliche Navi führt uns (deshalb?) über den San Bernadino Pass, ich bin sehr einverstanden. Auch wenn hier viele Serpentinen und Schleichstrecken sich abwechseln, der Motor bergauf schwitzt und bergab friert. Die Landschaft ist wundervoll, smaragtgrüne Seen und karge Berggipfel halten mein Herz auf Trab und meinen Kopf wach. Lugano, Como, ich schwärme debil lächelnd durch die Gegend und die Ladies auf dem Rücksitz schlafen schon wieder. Wenige Schaltvorgänge später sind wir in Italien, auf dem direkten Weg nach Milano. Das war wie geschrieben weit genug weg von Kiel, ist irgendwie schon sehr südländisch und bot bei der Hotelrecherche ein sagenhaft günstiges Etablissement in der Vorstadt. Ein Dreibettzimmer mit WLAN und Frühstück für insgesamt 40€. Beunruhigend günstig. Die Suche nach dem Haken beginnt: Jetzt.

Hallo Milano!

Hallo Milano!

Der Taunus steht in der Abendsonne, erholt sich von dem 1200 Kilometer Ritt und ist vom Balkon aus zu sehen. Ja. Einen Balkon haben wir auch! Der etwas grobschlächtige 24-Stunden-Portier hatte tatsächlich meinen Namen auf dem Schirm und einen Schlüssel für uns parat. Das Zimmer ist klein, aber sauber. Die Dusche ist heiß, die Betten sind frisch bezogen und mehr braucht kein Mensch zum Dasein und Schlafen. Bisher passt alles. Aber der Deutsche in mir sucht weiter nach dem Haken.
Eine kurze Bilanz, während ich mit Blick auf die ruhige Straße einen Abendzigarillo rauche und die Wärme genieße: Durchschnittsverbrauch 8,7 Liter bei 120-130 Stundenkilometern auf der Autobahn. Einen Liter Öl musste ich nachkippen, ich fürchte, das dünnflüssige vollsynthetische Zeug wird an den Kolbenringen vorbei ein wenig mitverbrannt. Jedenfalls bläut der Knud leicht hinten raus. Egal. Irgendwelche Ventile klappern nach wie vor, da muss ich in Südfrankreich definitiv mal ran. Die Ladekontrolle funzelt und der Wärmetauscher riecht leicht nach Kühlmittel. Aber abgesehen von diesen Kleinigkeiten geht es dem 46 Jahre alten Ford blendend. Den zusammen 84 Jahre alten drei Tänzern auch. Die halbe Strecke, kilometermäßig sogar ein noch viel größerer Teil, ist geschafft!

Vom Balkon aus im Blick

Vom Balkon aus im Blick

Wenn wir in Italien sind, müssen wir auch Pizza essen! Also… genaugenommen könnte ich jeden einzelnen Abend meines ganzen Lebens Pizza essen, aber was einem in Deutschland als Pizza verkauft wird ist so meilenweit weg von dem, was die Italiener darunter verstehen. So dass man es dann lieber bleiben lässt. Also, in Deutschland. Während daheim Rouladen mit Rotkohl und Klößen gereicht werden und der Glühweinverkauf bei 14 Grad beginnt, schlurfen wir barfuß durch abendlich belebte Straßen voller leicht bekleideter, knackig brauner Menschen mit Kindern. Das Leben beginnt hier immer erst nach 17:00 Uhr, wenn die Sonne ein wenig an Kraft verloren hat. Dafür geht der Abend aber auch jeden Tag bis nach 22:00 Uhr, inklusive der Kinder und Kleinkinder, die sind einfach überall dabei. Es ist wühlig und laut, aber es ist klasse. Alle im Internet gefundenen Pizzerias in der Nähe haben geschlossen, weil Ferien sind. Oh. Wir landen irgendwann hungrig in einer kleinen Bar, wo eine weder Englisch noch Deutsch sprechende Asiatin verspricht, uns jedem eine Pizza zu machen. Das passiert auch nach und nach. Im wörtlichen Sinne. Die Rucola Rohschinken für meine Mittlere kommt zuerst. Nach rund 10 Minuten (sie hat die schon fast komplett verputzt und uns ob unserer hungrigen Blicke reichlich was abgegeben) kommt die zweite Rucola Rohschinken für meine Große. Es kommt der Verdacht auf, dass die Asiatin nur einen einzigen, kleinen Pizzagrill besitzt. Als weitere 10 Minuten später auch meine Salami Mozzarella gebracht wird sind wir uns einig, dass es wohl so ist. Aber wisst ihr was? Diese in asiatischer Heimarbeit einzeln gebackenen Pizzen sind jede für sich besser als jede Pizza, die ich in diesem Jahr in Deutschland gegessen habe! Nur der Wein schmeckt scheiße. Aber darüber kann ich heute mal hinweg sehen.

Hochverdiente Pizza

Hochverdiente Pizza

Was für ein klasse erster Reisetag. 14 Stunden im Auto, aber durch den frühen Start fühlt sich das gar nicht so lange an. Wir sind verschwitzt, aber nicht angestrengt. Der einzige körperliche Kollateralschaden ist tatsächlich mein rechtes Bein, dass ich ein wenig hinter mir her ziehe… Da muss ich morgen mal ein paar Alternativen entsinnen, vielleicht mal mit links Gas geben und das rechte Bein strecken. Oder sowas.
Satt, glücklich und nach der Pizza sehr durstig liegen wir auf unseren bequemen Betten. Es ist dunkel, und draußen auf der Straße murmelt dezent Italien. Morgen früh ist meine Große schon 22 Jahre alt (ich habe mich irgendwann heute Mittag auf den heimlich mitgebrachten Kuchen gesetzt…) Morgen Abend sind wir in Südfrankreich. Also, wenn es so gut weitergeht wie bisher. Aber davon geht man ja schließlich aus, wenn man Sonne im Herzen hat, oder? Wie lange ist eure letzte Autoreise her? Wir lesen uns. Bald.

Sandmann

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

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14 Responses to Une demi route

  1. OST says:

    Hast Du das mit dem asiatischen Pizzaetappen bei mir abgeschrieben?
    Kommt mir doch sehr bekannt vor.
    Ach nee, das war in Tschechien.

    • Sandmann says:

      Haha 😀
      Nein, ich schreibe grundsätzlich nicht ab. Dafür passiert mir zu viel, wenn ich auch noch Fremdmaterial dazudichten würde glaubte mir das niemand mehr.

      Inzwischen genießen wir auch authentische französische Pizza in Wagenradgröße. Und guten Wein, rot wie weiß. Und frische Lichtmaschinen, aber das ist eine andere Geschichte.

      Sandmann

  2. schotte says:

    sehr schön geschrieben, Lisboa mit dem 114 etwa eine Woche her. Gruß schotte

    • Sandmann says:

      Ay schotte,

      Spanien wäre ja NOCH weiter. Ich weiß nicht, ob die Damen es so lange auf dem Rücksitz aushalten würden. Sah allerdings recht gemütlich aus, immer wenn ich mal in den Rückspiegel geluschert habe 😀

      Gruß aus Saint-Aygulf
      Sandmann

  3. Martin R. says:

    Eine Pässefahrt. Ich bin ja dezent neidisch…

    Was den Preisschock angeht: deswegen tankt man ja auch nicht direkt an der BAB. Aus Prinzip nicht. Is mir egal wie lange ich durch die Walachei gurke und ob ich die Karre schieben muß, aber wenn man mich verarschen will werde ich bockig.
    Wenn es nun wirklich gar nicht anders geht und man es sonst gar nicht bis zur nächsten richtigen Tankstelle schafft tankt man bei den Abzockern 2,01 Liter und zahlt mit Karte…

    • Sandmann says:

      Ay Martin,

      ich war froh, vorn zu sitzen. Serpentinen kann ich irgendwie nicht mehr ab, hinten sitzend hätte ich das ganze Auto vollgereihert 😉

      Ob „man“ an der Autobahn tankt oder nicht hängt ja auch ein bisschen von der Autobahn ab. Später in Italien war es ne Mautstraße. Runter würde also bedeuten, sich in den Stau vor der Schranke einzureihen, Geld zu zahlen und nach erfolgreichem Tankvorgang wieder in den Stau vor der Schranke, die mich wieder drauflässt, einreihen. Das kann’s ja irgendwie nicht sein oder?
      Ansonsten bin ich voll deiner Meinung. Bei SO einem derben Preisgefälle kann man auch gern mal drei Kilometer ins Inland fahren. Aber es geht noch schlimmer. Siehe nächste Geschichte…

      Sandmann

  4. Große says:

    Moin Sandmann!

    Ich hatte es so im Gefühl, daß Du letzte Woche keine Zeit gehabt haben würdest, während ich endlich mal wieder in Kiel weilte.

    Treffen wir uns eben ein ander Mal.

    SO schlecht wie von Dir beschrieben war das Wetter in Kiel letzte Woche nicht. Es gingen sich 2 Strandtage aus und auch sonst war ich kurz behost.

    An der BAB wird grundsätzlicht nie nicht getankt. Wozu gibt es Kanister? Die sind noch aus der Pöl-Zeit vorhanden und man benötigt sie neuerdings auch wegen der Unsitte, daß ab 22.00 Uhr Sprit auch an nicht-BAB-Tanken plötzlich über 20 cent mehr kosten soll, sogar innerorts in Städten. Da sich das der Gegenwert in Geld nicht simultan proportional anpaßt verzichte ich auf den Unfug.

    So wurde Samstag Nacht mit Diesel aus Kiel von Freitag 18.30 Uhr zu 1,059 die gesamten 869 km bis München frei von Raubrittertum bestritten mit einer Pinkelpause Höhe Erlangen. Mit dem 300 D von 05/77 in Schwedenfarben, Ahorngelb mit Stoff blau.

    Horrido & schöne Ferien an der blauen Küste!

    Un salut cordial,

    Christian

    T

    • Sandmann says:

      Aloah Christian,

      nein, ich war zwar in Kiel, hatte aber tatsächlich nicht eine einzige freie Minute aufgrund der Vorbereitungen….. Soweit zu meinem Schlafdefizit.

      Mit Kanistern fahre ich nicht durch die Gegend. Das Mehrgewicht und der Mehrverbrauch rechtfertigen den eventuell kleineren Preis nicht. Und so viel Platz hab ich ja auf einer Reise auch nicht übrig 😉

      Hier unten an der Küste kostet Super plötzlich nur noch 1,25! In Italien waren das noch 1,70!! Krass.

      Bis irgendwann in Kiel, dann lerne ich deinen gelben Brenner mal kennen
      Sandmann

  5. Marc says:

    geniesst den Süden 🙂

    Kleiner Tip für den Rückweg. Sollte Gotthard und San Bernardino mit Stau belegt sein: nehmt den Lukmanierpass. Der ist immer frei und landschaftlich sehr schön.

    Wir brauchen auch zwischendurch Pausen im Süden, da lernt man sowas 🙂

    Aber Lust auf eine Fernreise mit meinem 70er Jahre Coupé hätte ich jetzt auch grad. Allerdings schaffe ich es nicht mit 8.7l, eher 14-15… Und mein Fahrersitz kann nur von vorne nach hinten, that’s it. Dafür hab ich schwarz-weisse Tigerfellüberzüge aus dem selben Grund drüber. Dazu wollen die Klischees bedient werden. 😀

    • Sandmann says:

      Ay Marc,

      danke für den Tipp, ich werde am Samstag mal schauen was meine Lisa mir vorschlägt. Den Hinweg hat sie ja bravourös gemeistert.
      Die Fernreise hätte fast ein jähes Ende gehabt. Die Batterie ist ratz-leer, die Lichtmaschine lädt nicht mehr nach. Aber wer wäre ich denn, wenn ich das nicht regeln könnte…? Dazu später mehr. Ich jetzt erstmal: Pool

      Sandmann

  6. SteffenG says:

    Ay Sandmann,

    demletzt gen Norden, insgesamt problemslose 1400km mit dem 30 Jahre alten Erdbeerkörbchen. Aber Ölwechsel und Co. kamen vor dem Ritt auch dran.
    Ich habe Uelzen für Dich aus der Ferne gegrüßt…

    Grüße

    Steffen

    • Sandmann says:

      Ay Steffen,

      wenn ich mir die Bilder so angucke steht dir der Golf sehr gut. Schön, dass du auch endlich wieder eine alte Karre hast! Macht glücklich, oder?

      In meine alte Heimat muss ich auch langsam mal wieder. Meinen Uelzen Akku aufladen. Danke für’s Grüßen 😉
      Ich grüße derweil aus Saint -Aygulf!

      Sandmann

  7. SteffenG says:

    Hi Sandmann,

    danke für die Blumen!
    Schau mal bei Gelegenheit nach der Serie „Jetzt helfe ich mir selbst“ und dort nach dem Buch für’s Cabrio… 😉

    Ja, es ist definitiv anders. Ich fahre damit automatisch entspannter und nehme mir mehr Zeit. Da kann jeder Psychiater einpacken!
    Ersatzteile gibt es auch noch an jeder Ecke. Wenn es nicht irgendwelche besonderen Teile sind, ist alles dank Großserientechnik bezahl- und haltbar.

    Zugegeben, ich war im Vorfeld der Reise schon etwas angespannt. Aber trotz stellenweise sehr miesem Wetter und langen Autobahnetappen lief alles super. Mein Ersatzteilkonvolut bestand auch nur aus einen Keilriemen, Verteilerkappe und -finger.

    Hab eine schöne Zeit mit Deinen Mädels! (schon 22 Jahre????)

    Grüße aus Rhein-Main.

    Steffen

    • Sandmann says:

      Ay Steffen,

      ja, schon 22 Jahre. Zeit ist ein Arschloch 🙁
      Das mit dem entspannteren Fahren kann ich bestätigen, das mit dem Psychiater auch. Genau so wie das mit dem Wetter. Ist es inzwischen mal besser da oben oder fahren wir morgen zurück in den Regen? WAAAHHH.

      Ich muss übrigens mal klugscheißen. Mach nicht den gleichen Fehler wie tausende Menschen auf ebay, bei denen sich die gut klingenden Fremdwörter endgültig durchgesetzt haben. Ein Konvolut ist ein Papierstapel. Für eine Ansammlung mehrer Teile kann man das eigentlich nicht benutzen 😉

      Viele Grüße, schon vom letzten ganzen Tag hier im Süden
      Sandmann

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