Unter jedem Dach ein „ach“…

Abend in Hamburg

Abend in Hamburg

Wir beschäftigen uns täglich mit Problemen des Staates und den Krisen in anderen Kontinenten, mit Naturkatastrophen und Kriegen, mit Wetterphänomenen und kollabierenden Himmelskörpern irgendwo im Weltall. Macht diese Flut an dramatischen Informationen aus einer Welt da ganz weit draußen einen nicht mittelfristig wahnsinnig? Vielleicht. Dabei gibt es so viele große und kleine Geschichten, für die ich nicht bis ans andere Ende des Horizonts reisen muss, für die ich nicht die Sensationsnachrichten von N-TV oder RTL2 bemühe und die viel leiser – aber nicht minder dramatisch – meine Fantasie bespielen. Es genügt, mit einem kleinen schlaflosen Mädchen auf dem Arm mitten in der Nacht aus dem Fenster zu sehen. Das ist der Stoff, aus dem das Leben ist.

Das Haus ist wahrhaftig nicht schön. Bei Tag erst recht nicht.

Was für ein Kotz-Klotz

Was für ein Kotz-Klotz

Ich gucke auf diesen schlimmen Kasten nun schon mehr als vier Jahre, und zwar immer wenn ich aus dem Wohnzimmerfenster meines halbfinnischen Fräulein Altonas blicke. Im Sommer ist hier noch ein wenig mehr Farbe drin, aber im grauen Winter (und ich las heute gerade wieder, dass dieser Winter einer der grauesten überhaupt seit ein paar Millionen Jahren oder so sei), wenn keine Blätter an den Bäumen sind, gucke ich eigentlich immer gleich wieder woanders hin. Eine triste Fassade, klotzig, langweilig. Aber vielleicht sind die Wohnungen da drin ja ganz schnuckelig, wer weiß?

Und plötzlich habe ich zu völlig unorthodoxen Zeiten ein kleines Sandmädchen im Fliegergriff auf dem Arm, ihr hängt ein Pups quer und ich tappse mit ihr beruhigend singend durch die dunkle Wohnung. Und sehe wieder aus diesem Fenster, genau wie gestern und vorgestern und die Tage davor. Die Stimmung ist jedes mal eine völlig andere. Hinter den Fenstern ist Licht, ist Leben, sind Geschichten.

Was mag hinter diesen Fenstern passieren?

Was mag hinter diesen Fenstern passieren?

Ein nackter Mann sitzt an seinem PC und surft irgendwo bei GayRomeo rum. Eine junge Frau krabbelt ebenfalls nackt unter ihre Bettdecke, ihr Freund oder Mann ist noch nebenan in der Küche und macht sich einen Mitternachtssnack. Beide sind zu sehen, wie in einer Puppenstube. Eine alte Frau steht am Fenster und blickt auf die Straße. Genau wie ich. Einfach nur so. Darüber guckt jemand Fernsehen, man sieht die Person nicht, wohl aber das Flimmern des großen Flachbild-TV. Eine Zigarette glimmt ab und an auf. Jede Nacht sind andere Fenster beleuchtet, und jede Nacht haben all diese Menschen einen ganzen Tag voller eigener Erlebnisse hinter sich gebracht. Ist das nicht verrückt? Und das ist nur ein einziges Haus in einer einzigen Stadt…

Alle schlafen...

Alle schlafen…

Ich fühle mich ein bisschen wie bei Big Brother. Später, viel viel später drehen die Kleine und ich noch eine weitere Runde (ja, manchmal bekommt man tatsächlich nicht so viel Schlaf, aber das ist eine andere Geschichte) und alle Fenster sind dunkel. Die Menschen schlafen. Bald werden die ersten Wecker klingeln, und der neue Tag geht von vorn los. Immer und immer wieder. Es wird gelacht und geweint, geliebt und gehasst, mitgefühlt und betrogen. Alles hinter diesen Fenstern, ich sehe nicht einmal einen Bruchteil davon. Und komme mir plötzlich ganz klein vor. Aber vielleicht ist das ja auch gut so 🙂

Der Märchenonkel...

Habt ihr schon mal über alle diese Leute euch gegenüber oder über und unter euch nachgedacht…? Am dekadent knisternden Kamin im Herrenzimmer des barocken 24-Zimmer-Schlösschens trage ich wie immer märchenonkelmäßig dem kleinen Sandmädchen eine liebenswerte Gute-Nacht-Geschichte vor. Gerade lesen wir „Die kleine Wüstengurke Tamil-Radscha und die zappelnden Froschbeine am Horizont„.

So viel Zeit muss sein.

Sandmann

________________________________________________________________

Sag es auch den anderen...
Pin It

About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
Tagged , , , , , , , , . Bookmark the permalink.

29 Responses to Unter jedem Dach ein „ach“…

  1. SeinekleineSchwester says:

    Von meinem wunderbaren Dachgeschoß in der Casa Margaretha habe ich eine sehr gute Übersicht auf drei U-gestellte Blöcke um unseren Parkplatz herum.
    Ein paar Menschen, die dort wohnen, kenne ich nach fast 5 Jahren natürlich. Ich hätte da einen netten älteren Türken, der mich immer wieder gern nach Worten fragt, die er noch nicht verstanden hat, eine supersüße farbige, die mir vom Fahrrad aus immer winkt und nett lächelt, obwohl wir nichtmal gegenseitig unsere Namen kennen, dann ist da der Kerl von nebenan mit seinem Hund Murphy, der sein Spielzeug selbst über die Straße trägt und sich immer wie ein Schneekönig freut, wenn er mich sieht (der Hund, nicht der Kerl *g*). Was noch…? Achja, die Rocker von nebenan, die mich immer schon mit aus ihrem offenen Fenster schallender Musik erwarten, die meistens so gut ist, dass ich mein Fenster auch aufmache oder mich gleich in unseren Garten setze. Die ganzen Leute mit ihren Hunden, die ich eigentlich gern mal bei Herrn Rütter anmelden möchte, lassen wir mal außen vor, aber da ist noch der Verrückte, der neben der Kirche wohnt und allen Leuten erzählt, wie nett sie doch sind… wobei jeder immer zusieht, dass er landgewinnt, wenn der Typ in Sicht kommt XD Aber DAS ist leider nur im Sommer so…

    Im Winter kann ich froh sein, wenn ich meinen eigenen, hausinternen Nachbarn mal zu Gesicht bekomme 😉

    • Sandmann says:

      Ay SeineKleineSchwester 🙂

      das klingt so, als hättest du im Gegensatz zu mir (ich blicke erst seit zwei Wochen intensiv auf diese nächtlichen Fenster) schon richtige Geschichten über deine Nachbarn unbekannterweise zu erzählen 😀 Mach mal Fotos! 😉

      Wenn ich in Kiel in meiner Casa Sandmann sitze, dann blicke ich ja auf ein schönes offenes Feld… das hat natürlich auch was für sich.
      Wäre cool, mal was von anderen zu lesen, die vielleicht auf richtige Hochhäuser blicken und echte Dramen mitbekommen…
      So, ich steh mal irgendwie mit Mädchen auf dem Arm auf und versuche, mich loszueisen. Ich soll zum Frisör…
      Happy Mittwoch, Bergfest!

      Sandmann

      • bronx says:

        Hi Sandfrauherumträger,

        ich blicke zum Glück nicht auf Hochhäuser und bekomme auch keine Dramen mit. Aber ich fahre jeden Morgen nach Berlin hinein und mitunter durch „schlimm City“ Neukölln wieder heraus. Da brauch ich nicht in Häuser gucken. Was man dort auf den Straßen sieht, IST ein Drama! Dazu das dortige „Idiom“, es genügt völlig, hindurch zu fahren. Damit meine ich nicht nur die Mitbürger mit „Integrationspotential“, sondern generell die Verwahrlosung und Gleichgültigkeit der dort lebenden. Wohin du guckst, Müll und Dreck.
        In die Häuser dort möchte ich gar nicht erst schauen…

        Bronx

        • Sandmann says:

          Ay Bronx,

          Dreck und Müll sind schlimm, okay. Aber ist das andere immer ein „Drama“? Ich relativiere dieser Tage gerade meine eine oder andere Ansicht. Menschen, die einfach und mit kleinem Horizont leben haben vielleicht auch viel weniger Stress und Sorgen als so manch Anderer. Dabei wundert mich allerdings auch, wie jemand direkt an einer großen Straße in einem großen Legebatterie-Bunker hausen kann. Ist das die Wohnungsnot allgemein? Für kleines Geld gibt es doch sicherlich auch in ruhigen Gegenden was nettes Kleines…?
          Hm.
          Immerhin ist das hier in Hamburg ein sehr netter Stadtteil, und was ich gegenüber sehe ist weniger ein Drama als mehr ein ganz normaler Alltag von ganz normalen Menschen. Gestern Abend waren wieder alle Fenster hell erleuchtet, irgendwie mag ich den Blick nach Draußen hier…

          Sandmann

          • bronx says:

            Hi Seh-mann,

            ich meinte durchaus nicht nur Müll und Dreck. Wenn Menschen mit einem kleinen Horizont zufrieden sind, glücklicher sogar, dann bitte. Ich meinte viel mehr die, welche gar keinen Horizont haben. Die sich nur durchs Leben schleppen. Man sieht das manchmal an den Augen. Die sind genau so leer, wie deren Fenster.
            Und ich finde, es werden mehr!

            btw, Du wunderst Dich, wie manche an so einer Straße in solch einer Legebatterie leben können?
            Wohnungsnot? Gerade HH ist doch dieser Tage in aller Munde 😉

            Bronx

  2. Daemonarch says:

    Du fragst dich – ob die Menschen nicht langsam wahnsinnig werden müssten, ich frage : sind sie das nicht längst?
    Man darf ja schon gar keine Nachrichten mehr schauen, solch unfassbare Aktionen wie da draußen jeden Tag abgehen…

    P.s… Zu dem Haus : Bei uns in Dortmund wird just gerade ein sehr ähnlicher Nachkriegsbau dem Erdboden gleichgemacht, und ich erwarte nicht, das das Nachfolgegebäude wirklich hübscher wird.

    http://goo.gl/maps/wp6zv

    • Sandmann says:

      Ay Daemonarch,

      oh ja in der Tat, das Haus sieht fast genau so aus wie das hier gegenüber.
      Hm.
      Du fragst dich, ob die Menschen schon wahnsinnig SIND? Ich weiß nicht, wenn ja waren sie das wohl schon immer. Durch die permanent präsenten Medien werden wir dessen nur heute mehr gewahr. Du erinnerst dich, dass ich vergangenen Sommer angefangen habe, mich zu entschleunigen? Das funktioniert. Nicht mehr permanent online sein, Abends auch einfach mal über das Feld gucken und einen Zigarillo rauchen und eine Menge wertvolle Zeit mit den Menschen verbringen, die ich liebe und die mir wichtig sind.
      Und schon ist die Welt nicht mehr ganz so verrückt, weil ich einfach nicht mehr ALLES mitbekomme…
      Tut gut.

      Sandmann

      • SteffenG says:

        ich bitte die Herren zu bedenken, dass es Menschen gibt, die mit diesen Medien ihr Geld verdienen! 😉

        …und ich tu es gern!

        Steffen.

        • Sandmann says:

          😀
          Nun, ich bin ja auch nicht so ganz fern von Facebook und Co…

          Aber lass mal die anderen sich berieseln, man selbst kann ja gern mal auf OFF drücken…

          Sandmann

  3. Daemonarch says:

    Zum Thema „Skurrile Typen“ hab ich auch noch ne‘ Story :

    Ziemlich genau HIER :

    http://goo.gl/maps/Rdxs9

    Steht (zumindest im Sommer) jeden Tag, und zwar den ganzen Tag ein älterer Mann mit Vollbart im Rollstuhl, der jeden, aber auch wirklich JEDEN der da vorbeikommt freundlich grüßt…
    Egal ob zu Fuß, mit Auto oder auf dem Fahrrad – wir beömmeln uns da immer regelmäßig, und haben ihm schon Spitznamen gegeben…
    Wir nennen ihn „Winky“ oder einfach nur „Hi-Horst“…

    • Sandmann says:

      Schräg.
      Je größer die Städte, desto schriller die Typen. In Kiel gibt es am Hauptbahnhof auch den „Propheten“. Das ist ein relativ junger Mann, lass ihn in den späten 20ern sein, der liest den ganzen Tag allen laut aus der Bibel vor und kommentiert das. Den GANZEN Tag, Tag ein Tag aus.
      Allerdings glaube ich, dass auch solche Charaktere schon immer da waren, früher sind die wahrscheinlich einfach weggesperrt worden. Heute sind sie da, und irgendwie finde ich das auch gut. Kann gar nicht sagen warum, vielleicht weil das mir selbst den Eindruck einer angenehmen Normalität gibt 😉

      Ich komme dann wieder zurück zu meiner kleinen eigenen Welt. Die ist momentan auch alles andere als in Ordnung, aber daran kann ich arbeiten, und die Horizonte sind recht übersichtlich. Das Jahr ist ja noch jung…

      Sandmann

  4. Daemonarch says:

    Hehe, ja – solche Freaks gibts es hier auch…
    Hier gab es in der Innenstadt eine alte Frau, die Jahrzehntelang (ich glaube bald seit Kriegsende) mit einem selbstgebastelten „Jesus rettet“ Schild kommentarlos rumstand, den ganzen Tag…

    Vor wenigen Jahren ist die dann gestorben, und dann stand plötzlich ein Junger Mensch mit dem Schild dort. Generationenwechsel?
    Ob es diesen Menschen immer noch gibt weiß ich aber nicht, schon lange nichts mehr davon gehört.

    Also, da gebe ich meinem Leben doch einen besseren Sinn als sowas.

    • Sandmann says:

      Ay Daemonarch,

      ja, aus deiner Sicht sehe ich das auch so…
      Trotzdem haben auch diese Menschen sicherlich irgend einen Antrieb, der für unsereins vielleicht nicht nachvollziehbar ist, aber er ist da.

      Jeder einzelne Obdachlose, der sich bei -10 Grad in die Fußgängerzone setzt und bettelt bekommt mein Mitleid. Nicht immer mein Geld, aber gerade um Weihnachten rum eigentlich dann doch. Und dabei ist es mir scheißegal, ob die Jungs einer Bande angehören und Abends wieder eingesammelt werden, um die Kohle weitestgehend abzugeben, oder ob sie das ganze Geld versaufen. Wer sich so weit sinken lässt tut mir einfach leid, und es wird irgend einen Grund geben.

      Und so ähnlich wird das auch mit extremen Freaks sein, genau wie mit nicht ganz so schrägen Vögeln, die sich einfach aktiv und voller Inbrunst für etwas engagieren. Damit meine ich nicht das teilen von semipolitischen Propagandatexten auf der eigenen Facebook-Wall 😉 sondern Aktivismus wie zum Beispiel die Camper in den Occupy Zeltlagern vor den Banken oder die Greenpeace Aktivisten vor den Walfängern. Ist nicht mein Ding, habe ich viel zu viel Schiss und bin viel zu träge – aber auch die treibt etwas an. Und ich bin froh, dass es sie gibt.

      🙂

      Sandmann

  5. marc1 says:

    Ja, verrückte Leute kennt glaub ich jeder aus seinem Umfeld. Ich wohn in einer Neubausiedlung direkt neben nem Kindergarten und einem modernen Altenheim. Hier gibt es einen Rollstuhlfahrer, der alle grüßt. Kinder wie Erwachsene. Er ist nicht klar, irgendjemand hat ihn Rudi getauft und alle nennen ihn Rudi. Auf der Straße begrüßte er mich und nannte mich Rudi. Was ich sagen will, vor manchen Typen sollte man sich in acht nehmen, aber bei allen anderen sag ich Kommunikation ist es. Egal wie scheiße es einem gerade geht, ein freundliches Hallo oder „Alles gut?“ geht immer und kann zu Stimmungsänderungen führen. Man nimmt den anderen wahr und tritt aus der Anonymität. Ich steh drauf. Gruss, der gasende Oberlehrer!

    • Sandmann says:

      Ay Oberlehrer 😉

      Rudi? Hihi, fast wie mein Passat 😀 Klar – Freundlichkeit ist ansteckend. Auch oder sogar von einem schrägen Rollstuhlfahrer vor einem Altenheim.
      Wenn du dir mal anguckst, wie verhärmt und miesgelaunt die meisten Menschen gucken, wenn sie sich unbeobachtet fühlen (geh mal mit offenen Augen durch eine Fußgängerzone und achte auf die Gesichter, die dir entgegen kommen), dann wundert man sich doch ein bisschen, dass es trotzdem so viel Fröhlichkeit auf der Welt gibt 🙁
      Ich habe irgendwann Mitte 20 mal angefangen, immer so zu lächeln, als wäre eine versteckte Kamera auf mich gerichtet… Und das ist dann irgendwie „hängen“ geblieben. Ich lächel zumeist, und wenn ich mit meinem halbfinnischen Fräulein Altona irgendwo in der Stadt einkaufen bin scheinen wir beide was an uns zu haben, was Verkäuferinnen zu einer ungeahnten Plauderigkeit verleitet… Hihi…
      Wobei, gestern an der Kasse bei EDEKA… die Dame vor mir… aber das ist eine andere Geschichte. Ich sollte wieder öfter einen Hut tragen 🙂

      Sandmann

  6. marc_connor says:

    Ich lese nun schon ne ganze Weile „heimlich“ hier mit und muß jetzt mal sagen … Ihr seid eine durchgeknallte Bande! Hier gefällt es mir! Darf ich bei euch einziehen?

    Bin zwar bei weitem nicht so Autoaffin wie ihr, aber eine gewisse Vorliebe zu „älteren Baujahren“ (ich rede von Autos), kann ich nicht Verleugnen! Wartburg 353W, Ford Scorpio Turnier und (Achtung Sandmann) Citroen XM 3.0 V6. Das sind so einige Stationen, der letzten Jahre.

    Ok, es ist 03.27 Uhr, früher Abend und mehr fällt mir grad nicht ein 😉

    Doch, na klar hab ich noch was vergessen! Ich gratuliere dem jungen Papa zum kleinen Sandmädchen und drücke dem kleinen Bündel alle Daumen für seine Zukunft!!

    • Sandmann says:

      Ay noch ein weiterer Marc,

      😀 herzlich willkommen bei den nicht nur Lesenden sondern auch mal was dazu Beitragenden. Tritt ein. Und fühl dich wohl.

      Macht gar nix, dass du nicht ganz so durchgeknallt in Sachen Auto bist, wir haben hier ja auch genug andere Themen schon durchgekaut. Und auch für mich selbst ist meistens das Auto ja auch nur der Träger für irgendein meistens banales Erlebnis, und in den Kommentaren schweifen wir ohnehin ab 😉 Also passt du bestimmt gut rein.

      Zu deinen automobilen Vorlieben: Den Scorpio verehre ich ebenfalls, allein schon weil er der letzte große Ford und der Nachfolger vom seligen Granada ist und weil er in der allerletzten Ausbaustufe so wundervoll hässlich und ungeliebt war, dass man ihn einfach lieben MUSS. Allerdings gefällt mir die Limousine wesentlich besser als der Kombi. Aber egal.
      Und hey – XM! An sich schon verrückt, als Diesel unfassbar sparsam und als 3.0 V6 einer der unvernünftigsten Franzosen, die je gebaut wurden. Du kommst an NIX ran, ohne erstmal ein paar Stunden alles drumrum gebaute abzuschrauben, die Teile sind teuer und irgendwas ist immer kaputt. Aber du hast einen sanften Raumgleiter mit Wertzuwachs, gepflegte Exemplare gibt es schon für 2000 Euro und billiger werden die bestimmt nicht mehr 🙂

      Besagtes kleines Bündel wird gerade gewickelt (deshalb habe ich endlich mal beide Hände frei), danke für die Gratulationen und hey – bis bald hier hoffentlich mal wieder!

      Sandmann

  7. marc_connor says:

    Mahlzeit Sandmann 😉

    Tatsache … 2 x Marc!! Früher gabs für 2 Mark, ne leckere Currywurst. *lach*

    Ja, Dr. Sandmann … mit dem Wickeln von kleinen „Bündeln“, hab ich auch meine Erfahrungen gemacht. Ich hab 3 von der Sorte! Wobei das inzwischen keine Bündel mehr sind, sondern schon eher in Richtung „Paket“ tendieren. Dennoch kommt es mir vor, als wäre es Gestern gewesen, als ich das älteste dieser Bündel (jetzt 9 Jahre alt), täglich mit ins Büro nahm, um die überforderte Mama etwas zu entlasten. Windelwechsel auf dem Schreibtisch oder mitten im Fotostudio, war ne coole Sache und sorgte regelmäßig für allgemeine Belustigung. 😉

    Der Scorpio … ja, das war ein gutes Fahrzeug! Mit Tachostand 86.000 km und leichtem Hagelschaden, für 1400 Euro einen pensionierten Landarzt abgekauft. Es war die 2,4 Liter Maschine und zuverlässig ohne Ende. Mal abgesehen vom etwas zu leichten Popo, war es ein perfektes Auto … mit waaaaaahnsinnig viel Platz!

    Du wirst es kaum glauben, aber ich kämpfe seit Monaten mit dem Gedanken, mir nochmal einen XM zu kaufen. Die Auswahl wird ja leider immer geringer und die Preise sind jetzt schon am steigen!
    Als DDR-Kind (Bj. 1969), bin ich nicht so wirklich auf Diesel fixiert. Diesel hatten damals nur Busse und Traktoren! Also würde ich wieder zum V6 tendieren. Die Erfahrung mit meinem ehemaligen V6 (der immerhin 472.000 km geschafft hat), lehrt mich aber, das ich mit einem Minimalverbrauch von 12 Litern leben müßte.
    Damals (2001-2003) hat mich das nicht gestört! Heute stehen dem traurige Kinderaugen im Weg, die bettelnd sagen „Tu es nicht …. kauf uns lieber ne neue Playstation“ *arrrgh*

    Andererseite brauche ich ein neues Fortbewegungsmittel. Bis vor kurzem fuhr ich einen 97er Ford Mondeo Turnier (auch V6), der im Prinzip auch nicht wirklich sparsam war.

    Vielleicht sollte ich einfach die Würfel entscheiden lassen, oder meine Familie? Neee, die Familie lieber nicht! Sonst wirds ein Mazda 323 oder was noch kleineres. *narfff*

    tja dann ähhh … wünsch ich der ganzen Bande hier, nen schönen Restsonntag 😉

    • Sandmann says:

      Ayyy Marc,

      zu deinen XM Gedanken kann ich ein ganz klares Statement abgeben:
      Nimm KEINEN V6 mehr.
      Die sind inzwischen (wie du schon schreibst) alle in einem recht fortgeschrittenen Alter, was sie nicht zuverlässiger macht. Und wenn mal was nicht funktioniert, hast du teilweise echt Beschaffungsprobleme. Wenn das also euer einziges Auto ist (und nicht eine Zweitkarre wie mein Taunus) solltest du ein Mindestmaß an Zuverlässigkeit anstreben, glaube mir, ein Kollege im Verlag hat auch einen, und der steht gern mal auf dem Parkplatz und hat ne Pfütze unter sich 😉

      Ich hatte ein Jahr lang einen 2.5 Turbodiesel Exclusive der letzten Serie. Vollausstattung mit Voll-Leder und Holz, Alufelgen, Klima, Fensterheber, Sitzheizung, Bordcomputer, Soundsystem etc etc. Das war ein unfassbarer Raumgleiter, der Diesel hatte Ausgleichswellen (und leider daher auch zwei Zahnriemen *grummel* und lief sehr ruhig. Und – hat nur rund 6 Liter verbraucht! Ich war mit dem Ding bis Pisa in Italien, der fuhr und fuhr und fuhr. Ich würde jederzeit wieder einen kaufen, habe aber momentan andere Prioritäten 😉
      Also, keine Angst vorm Diesel.
      Und deine Jungs sollen nicht nach ner Playstation gieren sondern dir dann lieber beim Glühkerzen wechseln helfen 😀

      Ansonsten – Passat Variant 35i, am besten als TDI mit dem roten i 😀 Was soll ich sagen, 5 Liter auf 100, hässlich aber unzerstörbar…

      Sandmann

      • marc_connor says:

        Hey Sandmann,

        Du bringst mich jetzt echt ins Grübeln! Ein Diesel? Da muß ich wirklich nochmal schwer drüber Nachdenken! 😉

        Sooo hässlich finde ich den Passat garnicht … allerdings auch nicht schön! Mir gefallen die VW hauptsächlich im Innenraum nicht. Egal ob alte oder neue Modelle … sie wirken so steril und kühl. Ist aber vielleicht nur Einbildung.

        Meine Posts werden immer länger … aber du forderst es ja geradezu heraus. *grins*

        Ich hatte beim Kauf von „Altmetall“ bisher immer unverschämtes Glück! Hätte ich bei Kauf meines damaligen XM eine Videokamera dabei gehabt, dann wäre dort ein prima Tutorial zum Thema „So sollte man kein Auto kaufen“ entstanden. Der Wagen stand bei einem Händler, für den selbst die Bezeichnung „Hinterhof-Händler“ noch eine Auszeichnung gewesen wäre. *hehehe*

        Das Auto hatte 4 platte Räder und Bremsbeläge waren praktisch nicht mehr vorhanden. Der Lack hatte ca. 5000 Kratzer, welche man aber nicht sehen konnte, weil das Auto so dreckig war, wie ein junger Hund nach nem Waldspaziergang! Es gab 7 Vorbesitzer und der Tacho stand bei knapp 360.000 km.

        Ich hab das „Ding“ gesehen und gesagt „JA, ICH WILL“
        700 Euro wechselten den Besitzer und nach nem Satz neuer Bremsbeläge und ner gründlichen Reinigung, haben wir (der XM und ich) die nächsten 112.000 km ohne Problem hinter uns gebracht.

        Danach kam dann ein 1991er Ford Sierra 2.0 Kombi. Kilometerstand unbekannt (Tacho fängt ja bei 99.999 wieder von vorm an). Der letzte Servicestempel im Bordbuch, zeigte 270.000 km an … und das war 4 Jahre her. *autsch*
        TÜV war neu und ich hab 50 Euro dafür bezahlt. Er war nur als Winterauto gedacht … aber der lief so gut, das er zum Familienauto wurde und tatsächlich noch knapp 40.000 km aufs Parkett gelegt hat.

        Ich glaube, ich hör erstmal auf, oder? Das wird sonst zu langweilig für alle Beteiligten. 😉

        ach so … meine Playstation-Jungs, sind 2 Jungs (4 und 7) und ein Mädel (9). Das Mädel ist der Autofreak!! Wenn ich deine Tochter auf den Fotos sehe, dann seh ich automatisch die meinige vor meinem geistige Auge 😉

        Wünsche nen guten Wochenstart …

        marc

  8. Snoopy says:

    Eine schöne Geschichte. Das Haus finde ich nun gar nicht so schrecklich, da gibt es doch ganz andere Bausünden aus Beton 20 Stockwerke grau in grau.
    Wir haben eigentlich ganz liebe Nachbarn. Leben und Leben lassen, Straßenfest (wer will) und auch einige Kuriositäten.

    (Ein Altersheim für Wohnsitzlose, ein Heim für Demenzkranke und ein Block mit Sozialwohnungen sorgt für Abwechslung… ;-)). Da verirrt sich schon mal eine alte Dame im Garten oder ein Wohnsitzloser sucht die nächste Kneipe in unserer Sackgasse :-). Nervig sind die Mütter vom Kindergarten in der Nähe die ihre Cheyenne, M-Klasse, Q7 und ähnliches mal ganz kurz vor unserern Einfahrten abstellen müssen um dann mit 60 durch die 30er Zone davonzudonnern… 🙂 )

    • Sandmann says:

      Hahahaaaaaa 😀

      Ay Snoopy,

      in der Tat, auch hier in Hamburg bewundere ich immer öfter die schicken Ladies aus den besseren Stadtteilen, die schön pc im Biomarkt einkaufen gehen, aber ihren Drecks-SUV draußen quer über den Fahrradweg parken oder sich schräg über zwei Behindertenparkplätze flanken. Bah.

      Bei mir in Kiel sind die Nachbarn auch sehr entspannt. Das muss aber auch, wenn man Eigentum hat sollte man sich da auch wohl fühlen…

      Sandmann

  9. marc1 says:

    TJa eigentlich müsste ich protestieren, wie in meiner Schule,“Es gibt nur einen Marc!!!“ Ich mach noch ne Ausnahme. Welcome to the Club. Mein 95 er W210 hat mich letzte QWoche beinahe umgebracht. Nach getaner Arbeit fuhr ich mit 75 gemütlich Richtung Heimat, als es plötzlich voll laut knallte und mir den Brustkorb zerdrückte.. Dat war nen Schock. Die Fachkundigen wissen Bescheid. Mein Handy hat die Gurtstraffer ausgelöst. Mercedes wollte ca. 2 Tausend Euro für Gurtwechsel und alles ausbauen und durchmessen. Hab bei ebay 2 Gurte geschossen und einbauen lassen für 150 und die SRS Leuchte ist auch wieder aus. Ein nicht vorhandenes Foto würde zeigen, so sehen glückliche Besitzer eines alten Autos aus. Der MB Schrauber wollte mein Auto gleich still legen und als Anzahlung auf nen Neuen für ^1.5 nehmen. getz ist alles wieder rosig und ich kann mich der Familie witmen. Ich hab ihn wohl doch ganz schön lieb, meinen gasenden W210 von 95. Gruss, der Oberlehrer

    • bronx says:

      Hey Marc,

      das ist ja mal ne üble Sache. Hat wohl ganz nett wehgetan, oder?
      Was ich nicht kapiere, wieso lösen die Dinger auf einmal aus? Du hast doch das Mobile bestimmt nicht das erste Mal in Deinem Benz dabei gehabt?
      Hast Du da noch ‚Vertrauen‘ zu dem Wagen?
      Mann, mann, sowas sollte doch nicht passieren dürfen..
      Grüße, Bronx

      • Sandmann says:

        Ohgottogott!
        Ich schließe mich da Bronx‘ Frage an, wie kann denn sowas passieren?

        Da bin ich ja wieder mal froh, dass ich außer den beiden Airbags keine Pyrotechnik in meinem Passat habe, im Taunus ja ohnehin nicht. Alte Autos sind doch schon was recht Vertrauen erweckendes…

        Sandmann

        • bronx says:

          Da sagt er was. Unsere Karren haben weder / noch. (Airbag & Straffer) Bis auf den frisch zum Jahresende erworbenen 96er Astra-F (T91). Als ich heute mit dem fuhr dachte ich an Marcs Beitrag. Mein Mobile klingelte !
          Alles gut, aber wie lange noch 😉

          Bronx

          • Sandmann says:

            Oh. Ein Astra 🙂
            Das wird Daemonarch freuen, da könnt ihr ja Blech-Erfahrungen austauschen…

            Ich vermisse meinen Taunus, obwohl ich den bei den momentanen Schneeverhältnissen ganz gut mit dem Passat klarkomme. Ab Ostern wird wieder El Dorado bewegt 😀

            Sandmann

            • bronx says:

              Der braucht kein neues Blech. Ist ein 96er Facer. Die sind dtl. besser. Wir tauschten uns schon aus 😀
              Winterreifen hat er aber neue drauf!
              Aktuell hier nötig, da es wieder mal Schnee gibt und zwar in nennenswerten Mengen. Shit!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ein bisschen Mathematik: *