Versuch macht klug: Allein ist’s besser!

Versprochen ist versprochen: HIER nun mein Fazit zu VW K70 featuring CI WILK „Stern de Luxe“

Try and Error: das erste- und letzte Mal als Gespann

Das Hauptsächlichste gleich vorweg: mit der Teilnahme am 2011er K70-Club-Pfingsttreffen in Rüthen/Sauerland, haben wir gleich zwei Fahrten in Einer unternommen. Nämlich die Erste und die Letzte… bei der unser K70 als Zugfahrzeug für den Wohnwagen CI WILK „Stern de Luxe“ diente.

Dieses ist das etwas ernüchternde Ergebnis eines typischen „Try and Error“-Experiments. Dabei waren weder das wirklich schöne Sauerland, noch die stets illustre Runde der teilnehmenden K70-Enthusiasten oder das dargebotene, sehr kurzweilige Programm, am für uns etwas faden Beigeschmack dieser Reise schuld.

In der Vergangenheit ließen speziell wir uns durchweg durch dieselbefeuerte Zugfahrzeuge verwöhnen.

Chrysler Voyager LE: der Ottomotor genehmigte sich ordentlichDer Touran hatte mit dem Wilk keinerlei Probleme

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Ihre nicht ernsthaft mit einem 1,8 Liter 90 PS-Benziner zu vergleichende Drehmomente durch Hubraum, der nie unter 2 Litern lag und meistens durch einen Turbolader aufgewertet wurde, hat uns einfach jene Zeit sehr gern vergessen lassen, in der es ganz normal war, dass PKW einige Mühe hatten, Wohnwagen zu ziehen – und es dennoch millionenfach taten.

Malochen im Alter: K70 mit Camper am Berg

Vor fast vierzig Jahren reichten 80 km/h für PKW-Gespanne. Auch LKW fuhren mehrheitlich artig diese Geschwindigkeit. Sie klebten damals allerdings auch oft bei nichtmal 40km/h schnaufend an den Hängen der Kasseler Berge.

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Behindernde GeschwindigkeitenBedrohlich nähern sich im Aussenspiegel von hinten halbmetergroße MAN-, IVECO Stralis- oder Actros-Schriftzüge. Luftgefedert wabern die meterhohen Fahrerkabinen über dem Dachhorizont meines „Rolling Homes“, um dann leise turbosirrend und fast im Standgas mit 450, 480 oder gar 520 PS zum finalen Angriff mit einem kraftvollen Schlenker nach links mein mit navigemessenen 85 km/h behinderndes Oldtimergezuppel zu überrunden.



Tank fast voll - Kühlwasser heiss!Es geht bergauf und ich dürfte 80 km/h fahren… der K70 schreit im 2. Gang bei über 4000 Umdrehungen und bringt trotz diesen Lärms lediglich klägliche 50 km/h auf die Straße. Alles, aber wirklich auch alles ist deutlich schneller als wir! Peinlich!

Zukunft meets VergangenheitAls wir nach fast drei Stunden am Ziel angekommen sind, steht fest, dass sich diese Tortur nicht wiederholen soll. Wir müssen uns Gedanken über andere zukünftige Übernachtungsmöglichkeiten während der Pfingsttreffen machen.


Der A8 sprang gern ein und zuckte nicht mit der Wimper

Der Organisator dieses Pfingsttreffens besitzt einen Audi A8 und bietet am letzten Tag an, unser mobiles Heim gut 50 Kilometer Richtung Heimat zu ziehen. Da dieser Weg eh auf dem Programm steht, stimmen wir zu.Die gut und gerne 1200 Kilo des Wohnwagens kosten den A8 nur ein müdes Lächeln.

Für die restlichen 120 Kilometer bis nach Hause muss dann aber noch mal der K70 ran. Klaglos aber hörbar angestrengt bringt er den WILK wieder nach Hause.

Demnächst nur SOLO

Unterm Strich hat mein altes Auto aber doch gewonnen. Ob ich die Anhängerkupplung je noch mal derart ge(/miß)brauchen werde, steht zwar noch in den Sternen. Doch die Aufrüstung mit der Hochspannungs Kondensator Zündung (HKZ) ist eine wirkliche Bereicherung. Der Motor springt viel williger an, der Motorlauf ist erstaunlich gleichmäßig – allerdings kann ich natürlich im Zuge der verbrauchssteigernden Anhängerfahrten noch keine vernünftige Aussage über den Treibstoffkonsum treffen.

Also: der Kasi bleibt zukünftig lieber solo!

El

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5 Responses to Versuch macht klug: Allein ist’s besser!

  1. Sandmann says:

    Bester El,

    meine Meinung zu großen Wohnwagen kennst du ja 😉
    Und auch wenn das Bild mit dem kleinen K70 und dem riesig wirkenden Wohnwagen sehr unterhaltsam ist – ich bin beruhigt ob deiner Erkenntnis, dass du den eher solo bewegen solltest. Ich werde an meinem auch keine AHK mehr nachrüsten, ich hatte das mal überlegt… aber zum Ziehen habe ich ja den V8. Der darf 2,4 Tonnen, und das macht er auch recht souverän.
    Wenn nicht gerade das Lenkgetriebe… aber das ist eine andere Geschichte…

    Sandmann

    • El Gigante says:

      Hi Sandmann,

      dass der K70 ein Traum-Zugwagen ist, hätte ich auch vor diesem Experiment nicht behaupten mögen – aber versuchen wollte ich es doch mal. Immerhin kurven sogar Renault Clio, Opel Astra, Audi A3, Golf, Fiat Bravo und was weiss ich nicht noch alles mit Riesenanhängern herum. Manchmal möchte ich nicht wissen, wie es aussieht, wenn solche Gespanne Alpenpässe herunterkommen – wahrscheinlich ist dann der Anhänger vorn und das Autochen hinten.

      Natürlich haben wir familienintern über die Anschaffung eines nun kleineren Wohnwagen beraten – doch unser Riesenschiff hat ja eine gewisse eng an unsere Zweisamkeit geknüpfte Geschichte… eine Veräußerung des Wilk kommt somit nicht in Frage… ein zweiter Wohnwagen allerdings auch nicht. Wir wüssten nicht, wo der denn dann noch stehen sollte.

      Aber unser zweiter Kasi, der seit nunmehr über 10 Jahren im einbalsamierten Zustand unter dem Alltagsgerödel meiner Garagenwerkstatt schlummert, hat sich WIEDER in Erinnerung gebracht. Im Geiste klopft er neuerdings immer mal wieder wie Gevatter Tod mit der Sense am Fenster des längst Fälligen.

      In ihm und im marathon-metallic-Farbenen könnten während eines Treffens bequem vier Personen schlafen – denn das war der einzige Sinn unseres Wohnwagens… grübel… denk… na ja – diese Geschichte ist also noch lange nicht am Ende – es bleibt spannend.

      Lenkgetriebe am V8 im Eimer? Der schwatte V8 vom Bild neulich steht noch immer zum Verkauf, hab‘ ich gesehen 😉

      El

      • Sandmann says:

        Bester El,

        ja, dass man in einem K70 wunderbar schlafen kann habe ich auf dem Vatertagstreffen in Legan (ich schreibe da noch drüber) lustvoll erfahren dürfen 🙂 Na ja, ich bin gespannt, was ihr da so entscheiden werdet.

        Ich habe heute Morgen telefonisch erfahren, dass mein Lenkgetriebe gar nicht undicht ist – sondern nur die Zuleitung! Argh. Teile waren schon alle bestellt. Blöd.
        Ich hole den Wagen heute erst einmal wieder ab, lasse die Zuleitung kommende Woche reparieren und das Lenkgetriebe dann nach meinem Sommerurlaub trotzdem abdichten. Die Manschette ist eh hin und irgendwann wird das ja mal undicht werden! Tz. Sowas. Wenn man da doch nur vernünftig rankäme…

        Sandmann

  2. Daemonarch says:

    90ps…. ist doch noch supi!

    Ich gebe jetzt mal eine Story eines bekannten zum besten, der damals als gelber Engel beim AC/DC arbeitete…
    Im Sommer hatten die Urlaubs-Rückholservice, was ja auch angesichts herrlicher Landschaften wie Urlaub sein KANN.
    Nun wurde er zur Rückholung eines Wohnwagengespanns in die Nähe von Rimini verfrachtet, der traurige Fall – ein Seniorenpärchen erlitt dort den Verlust des Mannes durch Herzinfarkt, die Dame wollte dann mit ihm im Gespann zurückfahren…

    Als er dann ankam, und einen ersten Blick auf das Gespann warf, fiel er fast hintenüber..
    Ein zweiachsiger, moderner an die 2 Tonnen wiegender Wohnanhänger — hinter einem schlüpferblauen Kadett D mit 50ps und AUTOMATIKGETRIEBE!
    Wohl wissend was ihm für ein Alptraum bevorstand, machte er sich auf den Weg…
    Er erzählte dann von Episoden auf dem Brenner mit 20km/h den Berg rauf, wobei beinahe antike polnische Sattelzüge von hinten auffuhren..

    Danach hat er erstmal ne Woche Urlaub genommen… 😉

    • El Gigante says:

      Hi Daemonarch,

      jo – das liest sich cool – hieß der Bekannte zufälligerweise Wilfried mit Vornamen und wohnt in Rosbach bei Frankfurt? Wenn ja: DEN kenne ich auch und die Geschichte habe ich auch schon mal von ihm gehört (wahrscheinlich gibt es aber noch mehr „Gelbe Engel“, die alle schon mal zu solchen Touren verdonnert wurden ^^).

      El

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