Vollständige Langsamkeit

Willkommen im Gestern

Willkommen im Gestern

Eine überraschende Selbsterfahrung in einem 1958er Käfer
Die Kalender zeigen das 21. Jahrhundert. Die automobile Welt hat sich in 125 Jahren rasend schnell gedreht.  Komfort, Sicherheit und elektronische Assistenzsysteme täuschen heute geschickt hinweg über Verbrennung, Öl und Gestank, noch hat sich der Elektromotor nicht durchgesetzt. Dabei ist der steinalte Grundgedanke des Automobils noch immer am Leben: ein Motor, eine Karosserie, vier Räder. Wie viel Auto ist notwendig, um sich in der heutigen Zeit fortzubewegen? Ich habe mir von einem Oldtimerfreund einen alten Käfer ausgeliehen und mich fast selbstlos auf die Spuren von Herrn Müller, Beamter mit Freizeit, begeben.

Mit dem Gestern durchs Heute

Hallo Welt - ich komme

Hallo Welt – ich komme

Herr Müller möchte den sonnigen Maitag nutzen, um mit seinem Volkswagen 1200 in ein kleines Anwesen im schönen Schleswig-Holstein zu reisen. Er will dort ein paar Tage von seinem Bürojob abschalten, einmal keine Schreibmaschinen und keine Akten in großen Regalen um ihn herum sehen. Und vor allem keine Kollegen. Einfach mal er selbst sein. Seinen fjordblauen 1958er Käfer hat er schon am Wochenende poliert und den Reifendruck geprüft. Nach dem Kühlwasser muss er nicht schauen, diesen Teil übernimmt praktischerweise die vom schnatterigen Gebläse um den Motor herum geschaufelte Außenluft. Alles, was er benötigt, passt in seinen kleinen Reisekoffer. Dazu legt er noch ein gutes Buch und seinen Spazierstock mit den vielen schönen aufgenagelten Erinnerungswappen vergangener Urlaubsziele und Wandertage.

Genug Platz, und sei es der Rücksitz

Genug Platz, und sei es der Rücksitz

Der Rücksitz ist ein wundervoller Platz für dieses Utensil, und statt Laptop, Playstation und Smartphone-Accessoires platziert Herr Müller unter der vorderen Haube schnell noch sein gut gefülltes Picknick-Körbchen, direkt hinter dem Tank. Vielleicht lädt ein schönes Plätzchen am Wegesrand zum Verweilen ein.

Navigation in den 60ern. Mit Augen und Verstand

Navigation in den 60ern. Mit Augen und Verstand

Ein dickes rotes Buch mit vielen bunten Linien quer durch Europa eignet sich hervorragend zum Abschätzen der bevorstehenden Strecke. In Kombination mit vielen gelben Schildern an den großen Kreuzungen ist Herr Müller in der Lage, den Weg nur mit seinen Augen und diesem Straßenatlas zu finden. Die A7 heißt hier noch E10 und endet in Richtung Norden kurz vor Schleswig. Na gut. Aber die Notwendigkeit einer Jog-Shuttle gesteuerten oder Touch-Screen gestützten Navigationsprogrammierung entfällt so oder so, das überlässt er seinem Nachbarn. Der ist Inder und arbeitet für Microsoft.

Genug Öl, mehr braucht es nicht

Genug Öl, mehr braucht es nicht

Noch eine kurze Kontrolle des Motorölstands im Heck, alles im Rahmen. Die Haube schließt sich schwer und strahlt Zuverlässigkeit aus. Ein chromiger Knopf statt keyless-Entry öffnet die wuchtige Fahrertür, die hinter ihm „klonkend“ ins Schloss fällt. Die Morgensonne hat schon viel Kraft. In diesem Moment könnte man die mehrseitige Bedienungsanleitung der Achtzonen-Klimatronic studieren, um über zwölf beleuchtete Knöpfe eines der 42 möglichen Belüftungsprogramme über das Menü noch zu individualisieren. Oder man kurbelt das Seitenfenster einen Spalt herunter und dreht das filigrane Dreiecksfenster so, dass frischer Fahrtwind über die Unterarme streichelt.

analoge Klimaanlage 1958

analoge Klimaanlage 1958

Mehr als sechs Volt Bordspannung sind nicht notwendig, um den Boxermotor mit Zündfunken zu versorgen. Das plattgedrückte, kleinvolumige Motörchen schrabbelt hinten gesund und drehfreudig vor sich hin und scheint nur darauf zu warten, den Krabbler nach vorn drücken zu dürfen. Durch die plane, direkt vor ihm liegende Windschutzscheibe  sieht Herr Müller die Landstraße und ein paar Rehe, die auf dem angrenzenden Feld äsen. Im Sichtfeld liebevoll zusammengestellt, da wo in plastikmuffeligen Aygos oder Matizen oft der Wunderbaum pendelt, befindet sich in der Vase noch ein kleines Blumensträußchen, das seine Frau Ilse ihm gepflückt hat. Das Leben meint es gut mit ihm, keine aufregenden Themen zerfressen sein Gewissen, keine Facebook-Freunde nerven mit Katzenbildern und solche Worte wie „Pitch„, „Meeting“ oder „Jour Fixe“ kennt er noch gar nicht. Der analoge Beamte setzt mit dem kleinen Hebelchen den Blinker, der schnarrend aus der B-Säule klappt, und rollt dem sonnigen Tag entgegen.

Nichts lenkt von der Straße ab, außer vielleicht Ilses Blümchen

Nichts lenkt von der Straße ab, außer vielleicht Ilses Blümchen

Blinken vor 55 Jahren, das hat sich nicht geändert.

Blinken vor 55 Jahren, das hat sich nicht geändert.

Ein Liedchen auf den Lippen ersetzt das Soundsystem mit den integrierten digitalen Aktiv-Endstufen und der 100seitigen koreanischen Bedienungsanleitung. Wo eigentlich beleuchtete Disco-Displays blinkend den Interpreten, den Songtitel und die Kontonummer des Plattenlabels preisgeben, befindet sich in Herrn Müllers Auto eine kleine, ebenfalls fjordblaue Metallblende. Gesang macht glücklich, befreit von der Schwere des Alltags und trainiert das Gehirn. Schließlich muss man sich die ganzen Texte aus der Mundorgel irgendwie merken, während der Fahr darin zu blättern ist zu gefährlich. „Da-has muss ein schle-hechte-her Müller sein, de-hem niemals fie-hiel das Wandern ein ♫ ….

Autowandern ist des Müllers Lust

Autowandern ist des Müllers Lust

Und holla die Waldfee! – Parallelen zum landläufigen Wandern sind in einem Käfer während ungehetzter Überlandfahrten durchaus zu entdecken. Müllers breite Füße spielen geschickt stapfend und liebevoll tretend mit den drei schmalen Pedalen im Fußraum, während er beherzt über den langen dünnen Knüppel die Gänge einlegt. Das erfordert manchmal ein bisschen Zwischengas. Die Auslegeware auf dem Wolfsburger Metall riecht leicht nach Rucksack, und von vorn aus dem Picknickkorb diffundiert ein Hauch von Wurstbrot durch den Innenraum.

Das will gut sortiert sein

Das will gut sortiert sein

Die Reise geht zunächst durch Rapsfelder und kleine Ortschaften, der freundliche Krabbler schnurrt sein sonores Lied und ist zügig unterwegs. Kerngesund klingt das Maschinchen, keine Warnlampen weisen auf bevorstehende Inspektionen hin. Nichts stört den Genuss der Landschaft oder des Reisens, noch nicht einmal eine Tankanzeige. Herr Müller beschließt, in einem der nächsten Orte noch eine kleine Kaffeepause einzulegen und bei der Gelegenheit auch gleich noch einmal nach dem Benzin zu sehen, bevor es auf die Bundesautobahn geht. Bei einer Nussecke und einem Kännchen Jacobs Krönung im Dorfkrug studiert er das Wochenmagazin, während auch der Käfer sich tickend und knackend eine kleine Auszeit in der Mittagssonne gönnt. Er ist nicht verschlossen. Warum sollte jemand etwas aus ihm entwenden?

Der Weg ist das Ziel

Der Weg ist das Ziel

Etwas später genehmigt Herr Müller sich noch eines seiner mitgebrachten Brote und fährt weiter. An der Tankstelle belächelt man den Herrn mit Hut, als er die vordere Haube öffnet, einen Metalldeckel aufschraubt und aus der Zapfsäule Benzin in den kleinen Tank laufen lässt. Immer mit einem halben Auge den Pegelstand im Inneren begutachtend, wenn es überläuft ist das nicht gut für die verbleibenden Brote im Picknickkorb. Es gab einmal eine Zeit, und die ist noch gar nicht so lange her, da half einem ein freundlicher Tankwart beim Zwischenstop. Während das Benzin lief säuberte er die Scheibe und schaute im Motorraum auf Wunsch einmal nach, ob noch alles an Ort und Stelle ist. Einige Markentankstellen, bei denen der Liter Super ohnehin schon ein paar Cent teurer ist, bieten diesen Service inzwischen wieder an – gegen Bezahlung, versteht sich. Nein, da tankt Herr Müller lieber selbst, und nach dem Öl hat er ja schon geguckt. Ist er das, was man heute „oldschool“ nennt? Ein schrulliger Eremit?

Tanken mit Blick und Maß

Tanken mit Blick und Maß

Einzig der Motorradfahrer gegenüber scheint ihn zu verstehen. Die beiden fachsimpeln ein wenig über Baujahre und Höchstgeschwindigkeiten. Etwas verwirrt ist Herr Müller im Verkaufsraum der Tankstelle. Er möchte vorsichthalber noch einen halben Liter Öl mitführen, wird von der Aushilfskraft an der Kasse aber nur fragend angeschaut. Einen 2009er Chardonnay hätten sie im Angebot, und zum Jack Daniels gäbe es heute sogar noch einen Schlüsselanhänger. Vielleicht ein paar Chips oder einen RedBull? Motoröl habe man nicht. Wofür braucht man das denn? 🙁 Das macht ihn irgendwie traurig, und noch viel später auf der Autobahn fragt er sich, was eigentlich aus den ehemaligen echten Servicepunkten für Durchreisende geworden ist.

Tankfreunde vergangener Zeiten

Tankfreunde vergangener Zeiten

100 Stundenkilometer genügen völlig, um auf deutschen Straßen entspannt das Ziel zu erreichen. Der Stress der linken Spur ist komplett nicht vorhanden, kein pfeifender Turbo muss sich beruhigen und kein Verkehrsfunk rät ihm, ungeplante und völlig verstopfte alternative Routen einzuschlagen. Die Leistung des Käfers reicht, um an langsamen LKW vorbeizukommen, ohne selbst ein Verkehrshindernis zu sein. Der Weg ist das Ziel. Lauer Fahrtwind fächelt den Geruch des späten Frühlings herein und Herr Müller kann hier, auf dem flachen Land sogar selbst ein bisschen über seine Wanderlieder lachen. Da ist von Hohen Tannen die Rede, vom Gipfelkreuz und dem Lagerfeuer am Hang. Nun gut, das alles kann einen Norddeutschen nicht beeindrucken, nur maximal mit Reisefieber infizieren.

Blick zurück? Na klar, warum auch nicht?

Blick zurück? Na klar, warum auch nicht?

Eben gerade, als er alle Lieder durchgesungen hat sieht Herr Müller die Ausfahrt zum Anwesen, in dem er vor zwei Wochen telefonisch sein Zimmer reservierte. Die netten Menschen nehmen ihm Stock und Hut ab, den Koffer trägt er traditionell selbst. Das Auto kann bleiben, wo es ist, die nächsten Gäste werden erst übermorgen erwartet. Das Bett ist frisch gemacht, der Fernseher hat ARD und ZDF und das Abendessen beginnt bitte pünktlich um 19:00 Uhr. Hausmannskost, und zu diesem schönen Anlass vielleicht einmal ganz verwegen ein kleines Pils. Es versprechen schöne Tage zu werden.

Angekommen. Wie erwartet.

Angekommen. Wie erwartet.

Herr Müller ist im klassischen Sinn verreist. Ohne Internet und Billig-Wahn, ohne Smartphone und Facebook hat er für eine mehrere 100 Kilometer umfassende Strecke vielleicht 30 Minuten länger gebraucht als sein Abteilungsleiter mit seinem 5er-BMW. Er muss sich nicht vom alles infiltrierenden Entertainment und den rasenden Psychos erholen, er kommt schon vorentspannt und gut gelaunt an seinem Ziel an. Er lässt sich weder von informationsintensiven Multifunktionsdisplays noch von 24-stündiger Erreichbarkeit  wahnsinnig machen.

Hallo Freizeit

Hallo Freizeit

In einer Welt der elektrischen Helferchen und alles draußen lassenden Highspeed-Kapseln fehlt es in einem über 50 Jahre alten Automobil genau genommen an – NICHTS. Diese Art des Verreisens macht glücklich und entspannt schon beim Hinweg. Lassen Sie sich wieder mal drauf ein. Der Sommer kommt ja erst noch.

Sandmann

HIER gibt’s alle meine Artikel auch auf Motorkultur 😎

Einige Bilder mit freundlicher Genehmigung von Schloss Tremsbüttel, www.tremsbuettel.de
D
er ursprüngliche Artikel ist hier: TRÄUME WAGEN
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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

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26 Responses to Vollständige Langsamkeit

  1. LarsDithmarschen says:

    Hey Sandmann,

    ich habe meiner Mutter eben mal die Fotos gezeigt. Das erste Auto meines Opas mütterlicherseits war ein 1957er Käfer. Den hatte Opa von meinem Onkel gekauft, als der vom Lande nach Itzehoe zog und da kein Auto mehr brauchte. Das muss so Mitte der sechziger Jahre gewesen sein. Mama erzählte, dass sie mit der Tochtern von den Nachbarn Sonntags manchmal den hellblauen (noch heller als der Käfer auf den Bildern) Lack wusch und anschließend polierte. Während der Heimfahrt von einem Verwandtenbesuch in Segeberg im März 1969 kam es zu einem Schneesturm – der Käfer blieb erst in Wesselburen das erste Mal stecken, da mussten Oma und Mama raus und schieben. Die restlichen zwei, drei Kilometer sind sie wieder ohne Probleme nach Hause gefahren. Bis in die Garage, die Opa damals für das Auto zimmerte. Irgendwann setzte mein Onkel seinen VW Variant in den Graben – und Opa verkaufte den Käfer wieder an ihn. Ein Bild habe ich auch noch. Opa kaufte sich danach einen gebrauchten B-Kadett.

    Ich glaube, dass wir inzwischen eh zu verwöhnt sind, mit’m Auto fahren, oder? Ich möchte zumindest nicht auf meine Heizung, mein Radio, meine Sitze und die Dämmung des Autos im Alltag zu verzichten. Ein Schulkollege von mir hat seinen Nullaustatter-Golf IV mit relativ wenig Kilometern nun gegen einen A6 2.5 TDI Avant mit 290 000km „getauscht“ – weil der ja so eine „geile“ Ausstattung hat. Muss er wissen. Ich für meinen Teil freue mich schon auf Touren mit meiner Elsa. Mit 6 Volt, Dreiganggetriebe, ohne Servolenkung – und ohne Dämmung. Und ohne Radio. Aber dafür hoffentlich mit einem Lachen im Gesicht :-).

    Schöne Grüße
    Lars

    • Sandmann says:

      Bester Lars,

      schööööööööööööööön dass es noch Erinnerungen an diese Zeiten auch in deiner Familie gibt! Der Käfer war in der Tat sehr wintertauglich, weil er den Motor auf der angetriebenen Achs hatte, eine gute Bodenfreiheit und dank der schmalen Reifen einen guten Anpressdruck auf die Straße. Mein Opa hatte auch einen Käfer aus den frühen 60er Jahren, einen Export. Ich schrieb das schonmal an anderer Stelle, der war wie aus dem Laden – meine Mama hat den dann Anfang der 80er Jahre für einen Jetta LS in Zahlung gegeben 🙁

      Ich weiß nicht, ob man es „verwöhnt“ nennen kann, wenn man heute NICHT mehr im Auto frieren will, eine normale Geräuschkulisse bevorzugt und auch sonst den einen oder anderen Mindestkomfort anstrebt. Es ist einfach ein total unzeitgemäßes Autofahren in so einem alten Wagen – aber es hat ja auch was entschleunigendes. Mein KaSi ist gegen einen alten Käfer ja regelrecht eine Luxuslimousine 🙂

      Perfekt ist es, wenn du eine alte Kiste für „das Lächeln“ hast und eine verhältnismäßig komfortable Karre für die tägliche Pendelei. Denn bei aller Liebe zum alten Blech – mit so einem Käfer wie dem hier will ich nicht jeden Tag irgendwo hinfahren müssen… Nee nee.

      Sandmann

      • LarsDithmarschen says:

        Hey Sandmann,

        das erste Auto von Papa (und das erste Auto in Papas Familie) war ein 1969er dunkelblauer VW 1200, den Papa 1971 als sein erstes Auto gekauft hat. Der hatte beim Kauf 32 000km drauf und bereits einen Unfall gehabt (das hatte mein V40 übrigens auch). Papa hat ihn sich damals vom Lehrlingsgehalt als Schlosser abgespart wie sonstwas. Nach vier Jahren wollte Opa den Käfer haben – Papa kaufte sich einen neuen Simca 1000 (inzwischen war er auf der Technikerschule und wohnte in HH) und Opa hatte den Käfer nochmal 6 Jahre. Mit 180 000km und zwölf Jahren wurde er dann gegen einen (Papas Meinung nach anfälligen) DAF 55 ersetzt. Der Käfer fuhr eine ganze Zeit noch herum. Papa hat zwar viel dran geschweißt, dafür lief er auch recht zuverlässig – trotz 6 Volt-Anlage. Der Käfer überlebte in der Familie sogar Papas Simca. Der war nach vier Jahren und 120 000 km durchgegammelt. Danach gabs einen Renault.

        Ich würde auch nicht auf den Komfort verzichten wollen. Aber ich glaube, wenn man es nicht anders kennenwürde, wäre man auch mit weniger zufrieden. Ich bin heute eine recht lange Tour mit meinem Alltagselchen gefahren – mit Heizung, prima Sitzen (sind Mercedessitze auch so schön?) und Radio. Mit Elsa wäre ich bestimmt drei Mal solange unterwegs gewesen. Und wäre danach taub. Aber mal zwischendurch was anderes fahren? Warum nicht? Und es stimmt – ich habe was für’s Lächeln (fährt nur noch nicht) und etwas Komfortables im Alltag. Und ein Zwischending für’n Sommer :D.

        Ich selbst wollte mir auch mal einen Käfer kaufen. Einen Sparkäfer von Anfang der siebziger Jahre. Der sollte 500€ kosten. Wenn ich die Nummer des Besitzers wiederfinde, würde ich auch mal anrufen, ob der noch da ist. Man kann sich ja schonmal ein Projekt hinstellen. Man muss ja noch nicht anfangen.

        Schöne Grüße
        Lars

        • Sandmann says:

          Ay Lars,

          einen Sparkäfer für 500 Euro? Das kann eigentlich nur Schrott sein. Such mal bitte….. 😉
          Für mich käme allerdings nur ein Krabbler in Frage, der die Blinker noch auf den Kotflügeln hat und wo was Armaturenbrett noch nicht hinter Plastik verschwunden ist. Schon mal hinstellen und noch nicht anfangen ist allerdings nur was für Scheunenbesitzer, und ich glaube so einer bist du nicht, oder?

          Den Simca 1000 finde ich genau so (un)attraktiv wie den DAF 55. Sicherlich heute sehr seltene Fahrzeuge, aber irgendwie mag ich die nicht. Mir wäre da mehr nach einem Simca 1301, wie unser Nachbar damals ihn hatte. Und ich glaube, der war tatsächlich auch nach wenigen Jahren durchgerostet 😉

          Sandmann

          • LarsDithmarschen says:

            Hey Sandmann,

            der Käfer war ungefähr so kariös wie meine Elsa. Und hatte eine ähnliche (aber fast noch interessantere) Vorgeschichte. Blecharmaturenbrett habe ich ja auch – ich finde die einfach klasse.

            Scheunenbesitzer bin ich leider nicht, aber ich habe vielleicht schon einen Platz gefunden…. – allerdings muss ich mich auch mal fragen, was ich damit soll. Elsa soll erstmal fertig werden. Das kostet noch genug Geld.

            Den Simca 1000 würde ich mir auch noch irgendwann mal kaufen, eben, weil Papa einen hatte. Allerdings bin ich nun nicht sooo besonders der Freund von französischen Autos. Die alten gefallen mir gut, aber, was ich von den neuen halten soll, weiß ich nicht so genau. Irgendwie nicht so ganz mein Fall. Da fehlt mir teilweise das „Besondere“.

            So, ich geh nun zu Elsa, ein wenig Schrauben. Damit sie irgendwann wieder fährt, die Arme ;).

            Schöne Grüße
            Lars

            • LarsDithmarschen says:

              Nun versuche ich mein Glück nochmal, ein Bild von Elsas Blecharmaturen einzubinden – hat nicht geklappt, bin ich immer noch zu doof zu :-/. Computer waren noch nie meine Freunde.

              Hier dann mal der normale Link:

              http://abload.de/img/comp_comp_file0334a7ssiu.jpg

              Schöne Grüße
              Lars

              • El Gigante says:

                Lars,

                es ist eigentlich ganz einfach – für das Einbinden von Fotos merkst Du Dir diese Zeichenfolge (das hier ist ein Screenshot-Bild und der letzte senkrechte Strich war mein Cursor – der gehört natürlich NICHT dazu!):

                Anstelle des * kommt der vollständige Link zu Deinem Bild:

                Jede Kleinigkeit ist dabei wichtig, Gänsefüsschen, Schrägstriche, Doppelpunkte, etc.
                Wenn Du nur eine dieser Kleinigkeiten vergisst, funktioniert es nicht.

                Und dann sieht es so aus:

                Gruß
                El Gigante

                • LarsDithmarschen says:

                  Ah, vielen, vielen Dank für die Erklärung, El :).

                  Beim nächsten Mal sollte es dann klappen. Computer und ich waren noch nie große Freunde. Bekanntlich sitzt der Fehler aber ja vor der Tastatur – kann gut angehen ;).

                  Schöne Grüße
                  Lars

  2. El Gigante says:

    Komisch – ich muss immer an Tom Gerhardt alias Hausmeister Krause denken 🙂

  3. Daemonarch says:

    Als ich den „Lappen“ gemacht habe, 1991, da war der Käfer als Verbrauchtwagen schon verpönt, Golf 1+2, Kadett oder ähnliche gaben klar den Ton an.

    Heute freue ich mich über jeden Käfer auf der Straße. Die Form ist einfach immer noch schön.
    Selbst die neumodischen derivate haben irgendwie was.

    Hauptsache nicht immer der gleiche 08/15 Golf, so perfekt er mittlerweile auch geworden sein mag.

    Nur der Scirocco „III“ hätte sowas von nicht sein müssen, diese eklige Mutation, ich hatte 2 Scirocco 1, und 2 – 2er, danach kann man solche Schützenpanzer im Golfdress nicht mehr als Scirocco akzeptieren.

    Schade, VW – design vollfail, was habt ihr euch dabei nur gedacht?
    (Zumal Murat Günak später noch sehenswertere Autos auf die Räder stellte)

    • Sandmann says:

      Ay Daemonarch,

      prinzipiell mag ich das, wenn ein Konzern sich auf seine alten Modelle zurückbesinnt und auf dem Kamm der aktuellen Retro-Welle eine neue Interpretation der alten Autos rausgibt. Beim letzten Mustang (nicht dem 2014er) ist das finde ich gut gelungen, ich mag den. Will ihn nicht haben, mag ihn aber.

      Beim Scirocco stimme ich dir zu, irgendwie hat der bis auf ein paar Zitate nichts mehr mit dem Grundgedanken des Ur-Scirocco gemeinsam. Aber mutig finde ich das Design trotzdem, es gefällt mir nur nicht… 🙁

      Den Vogel in dieser Sache schießt der aktuelle Citroen DS in seinen verschiedenen Ausbaustufen ab. Sicherlich kein schlechtes Auto – aber warum muss er sich so einen ehrwürdigen Namen leihen, ohne irgend etwas mit der Göttin zu teilen? Das verstehe ich nicht…

      Sandmann

  4. El Gigante says:

    Offiziell sind das ja DS3, DS4 und DS5… der Unterschied zur alten Göttin wird also durch die Nummerierung gemacht.

    Meine Meinung: momentan baut Citroën kein Auto, beim dem es sich wirklich lohnt hinzuschauen. Die Zusammenarbeit mit Peugeot hat die Marke an den Rand der Bedeutungslosigkeit geführt. Ich meine, letztes Jahr auch gelesen zu haben, dass sie hart am Rande der Pleite vegetieren. Mit solchem Design wird das nix!

    El

    • Sandmann says:

      Ay El,

      den C6 finde ich sagenhaft. Aber den haben sie ja inzwischen eingestellt, oder sie wollen es, ich bin da nicht ganz im Thema 🙂
      Es waren einmal sehr mutige und komplett extrovertiert-anders gestaltete Autos. Heute sind sie wie alle anderen auch. Der Individualist greift daher zum Oldtimer. Basta.

      Und ich… habe es eben gerade geschafft, meinem Rechner mit Windows 7 64 bit den ASIO Treiber der externen Roland Soundkarte beizubringen. Jetzt kann ich die E-Gitarren und die Mikrofone schon mal wieder aufnehmen ♫ Reicht für heute. Die Tage versuche ich mal, meinen fast 20 Jahre alten KORG X5 über MIDI da ranzukriegen. Ich will endlich mal wieder Musik machen!

      Sandmann

      • El Gigante says:

        … der C6 IST nach 23.384 produzierten Fahrzeugen im Dezember 2012 eingestellt!

        • Sandmann says:

          🙁
          So wenige nur?
          Der wird mal noch exotischer sein als unsere KaSis………..

          Sandmann

          • El Gigante says:

            … stimmt, denn vom VW K70 wurden von 1970 bis 1975 genau 211.127 Einheiten hergestellt.

            Allerdings fielen die meisten dieser Fahrzeuge dem Rost zum Opfer, weil es damals einfach noch keine wirksame Hohlraumversiegelung gab. DAS ist ja auch der Grund, warum Du nicht dauernd auf gesalzenen Winterstraßen damit… aber es hat ja eh keinen Sinn mit Dir darüber zu verhandeln.

            Der C6 dürfte jedenfalls etwas besser vor Rost geschützt sein – was ihn uns wohl auch länger erhält.

            An der Stelle möchte ich gern nochmal auf meinen Beitrag Gott in Frankreich zu Junior’s Geburtstag hinweisen 😉

            El Gigante

            • Sandmann says:

              Ich bin heute Morgen erst wieder an einem C6 vorbeigegangen. Irgendwie ein spektakuläres Auto! *schwärm*

              Na wir schauen mal, im Moment werden es in meinem Fuhrpark ja eher weniger als mehr und das Taxi läuft und läuft und läuft. In zwei Wochen sogar mal kurz in die Schweiz 🙂

              Sandmann

  5. marc1 says:

    Ein sehr schöner Bericht. Tolle Bilder. Ein altes, kultiges und mittlerweile immer seltener rumfahrendes Auto in einem neuwertigen Zustand. Klasse. Mein Bruder hat ja auch einen 58 er Käfer, allerdings mit Radio. Fahren tut der auch noch gut, ölt aber immer vor sich hin und rostet, nicht viel, aber immer stetig. Spass macht, ihn zu bewegen, als Zweitwagen. Ich persönlich brauch nicht viel PS. Mein Benz könnte auch 70 PS haben. Wär mir Latte. Wenn möglich fahr ich seltenst Autobahn. Viele Extras braucht kein Mensch, Klima läuft bei mir nie, Schiebedach kann was.
    Der gasende Benzer Marc

    • Sandmann says:

      Ay Marque,

      Autobahn finde ich schon ganz okay, aber zumeist auf der rechten Spur. Und in meinem Benz nutze ich vermutlich auch nur 1/3 der 129 PS, die Klimaanlage ist ebenfalls auf ECO (ausmachen geht ja nicht) und Nippes wie der Tempomat verstaubt 🙂 Ich genieße das kommode Dahingleiten mit 120 und den ganz passablen Klang der sechs Werkslautsprecher. Solange da vorn der Stern auf der Haube ist vermisse ich nix…
      So ein Schiebedach ist toll. —> DAS habe ich leider nicht…..

      Sandmann

      • Touranus says:

        Hey Sandmann,

        im Notbetrieb sind 1/3 der Leistung ja eigentlich schon 100% 😛

        ….und wech 😉

        Touranus

        • Sandmann says:

          Bester Volvo-Schrubber,

          ich wünsche dir bei allen Geistern des bösen Wortwitzes, dass entweder a) deine Karre so bald KEINEN Patzer verbockt oder du b) uns davon nichts erzählst 😉

          Davon ab – nach 14 Euro und einem neuen Wellrohr ist es vorbei mit Notbetrieb, das Taxi dieselt wieder fast wie am ersten Tag. 6,7 Liter auf 100 km, mach das mal nach. Diesel, wohlgemerkt.

          Sandmann, der sich jetzt mit zwei Töchtern zum Sonntagsmampf zu seinen Eltern begibt. Klassisch 🙂

  6. Ben says:

    Toll geschrieben Herr Sandmann 🙂
    Habe mir die letzten Stunden nahezu alle deine tollen Beiträge durchgelesen und ganz viel gelacht und mich sehr oft selbst wieder gefunden ! Darauf erstmal ein weiteres Päckchen Tic Tac 🙂
    Ich selbst „betreibe“ auch einen kleinen aber feinen Blog über meinen 67er Käfer .Vielleicht magst Du da auch mal reinschauen.
    Freue mich schon auf deine weiteren Geschichten !

    Bis dann

    Ben

    • Sandmann says:

      Ay Ben,

      oooh das freut mich 🙂 Andere brauchen da Monate für 😉
      Hat sich inzwischen schon fein was angesammelt.
      In den letzten Tagen sind ein paar „neue“ dazugekommen, hat das System? Ist der Blog irgendwo verlinkt worden, wo man den noch nicht kannte? Oder hat Google grad ne gute Zeit? Ich weiß es nicht.

      In deinen Käferblog gucke ich die Tage gern mal rein. Mein Opa hatte einen beigen Käfer aus den 60ern, innen rot. Den hat meine Mama Anfang der 80er in Uelzen im Autohaus für einen roten Jetta in Zahlung gegeben. Irgendwann rufe ich da nochmal an und frage, ob die rekonstruieren können, wo der dann hingegangen ist. Wie gern würde ich Opas altes Auto fahren….

      Viele Grüße aus Kiel und bis bald, wir lesen uns!
      Sandmann

  7. Ben says:

    Nachtschicht ist eben doch manchmal ganz cool.Da kann man sich auch mal mit den wichtigen Dingen des Lebens beschäftigen 😁 Ich mag deinen Schreibstil jedenfalls sehr gern ! Deinen Blog kannte Ich vorher nicht und bin eher zufällig über zahlreiche Verlinkungen anderer Blogs zu Dir gekommen ! Jetzt bist Du jedenfalls in der Liste meiner Lieblingsseiten.

    Bis bald und liebe Grüße sendet Ben

    http://www.kaeferhauptquartier.blogspot.de

    • Sandmann says:

      Ay Ben,

      *hach* sowas freut mich immer. Ich verdiene mit dem Blog kein Geld, deshalb ist meine „Bezahlung“ immer, wenn andere es gern lesen. Fein.
      Auf viele weitere Nachtschichten. Und deinen Käferblog sehe ich mir auch mal an.

      Rock on.
      Sandmann

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