Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich, was ich nicht darf

oder: Vier Ringe für ein Hallelujah

Überlieferte Geschichte aus etwa Mitte der 60-er Jahre: im „Stilraum“, der Designabteilung des Ingolstädter Audi-Werkes drischt ein älterer Herr im hellgrauen Sommeranzug mit seinem Gehstock auf ein Automodell aus Ton und ruft immer wieder „Macht mir das Dach flacher!“ Dabei will dieser etwas herrische Entwicklungsdirektor, Ludwig Kraus, eigentlich nur einen schicken Dienstwagen, doch auf keinen Fall eine schnöde Limousine.

Als schließlich im Oktober 1970 die ersten Fahrzeuge die Produktionshallen verlassen, sind der Radstand und das Heck des neuen Coupé S elf und das zum Fastback geformte Dach tatsächlich drei Zentimeter tiefer als bei der seit bereits zwei Jahren gebauten Limousine Audi 100.

Besonders der außergewöhnlich elegante Schwung seiner Dachlinie macht dieses hübsche Coupé zum Ausnahme-Auto und erinnert damit an Maserati Ghibli, Fiat Dino oder Ford Mustang GT.

Es ist unverkennbar, dass die Marke Audi mit diesem Modell erstmalig nach der Oberklasse greift. Die fast 15.000 D-Mark für das Topmodell, das damit rund 4.000 D-Mark teurer als die Limousine ist, sind jedoch einfach zu viel. Zumal die Marke Audi sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht bei der reichen Käuferschicht etabliert hat. Das schicke Coupé verkauft sich leider nur 30787 mal und wird 1976 eingestellt. Weil selbst Audi zweifelt, dass es zum Klassiker reifen könnte, werden für dieses Modell keine Teile auf Lager gelegt. Deshalb sind heute gute Coupés selten, gelten aber inzwischen nicht mehr als Flop sondern sogar als Monument der Zeitlosigkeit.

Denn das Coupé S gefällt durch filigrane Details, den koketten Hüftschwung, die fein verteilten Chromlinien, das grafisch klare Heck.

______________

Ziemlich genau vierzig Jahre später erinnert man sich bei Audi an dieses Automobil. Mittlerweile zählt Audi zum Hochwertigsten und Wertvollsten, was Deutschland an Automobilbaukunst zu bieten hat. Seine Fahrzeugpalette reicht vom coolen Kleinwagen  A1 über den Kompaktklasse-A3, den Mittelklasse-A4 und -A5, den Obere Mittelklasse-A6, einen Oberklasse-A8, sowie die trendigenCoupé TT und A7, den rassigen Sportwagen R8 und eine Auswahl an SUVs wie Q3, Q5 und Q7.

Dieser Fahrzeughersteller ist der kreative Schöpfer von zum Beispiel TDI-Motoren. Quattro-Antrieb und der Audi-Space-Frame-Alukarosseriebautechnologie. Damit stellt er einen der begehrtesten und erfolgreichsten Fahrzeugbauer der Welt dar und ist somit eine optimale Grundlage für die Reinkarnation des legendären Coupé S.

Es muss im Herbst 2010 gewesen sein, als mir der Nachfolger des Audi Coupé S im öffentlichen Strassenverkehr erstmalig ins Bewußtsein trat. Obwohl ich an dieser Stelle energischst bestreite, dass es meiner üblichen Gewohnheit entspricht, einer attraktiven Frau vor allem ausgerechnet auf die wohlgeformten Gesäßmuskeln zu starren, konnte ich im Falle des brandneuen Audi A7 spontan und ohne erklärbaren Grund primär nur sein anmutiges Heck wahrnehmen. Diese sekundenkurze Begebenheit reichte für einen Eintrag in meinen flüchtigen Speicher.

Jetzt, etwa ein Jahr nach diesem ersten Kontakt, fasse ich mir ein Herz und bitte einen ehemaligen Fahrschüler, der zufälligerweise bei einem kleinen VW-Autohaus den Beruf des Autoverkäufers erlernt, mal eine Probefahrt zu ermöglichen. Doch offensichtlich reichen seine Kompetenzen nicht, um eine dieser hochwertigen Karossen für mich zu organisieren. Auf www.audi.de finde ich dann eine Möglichkeit, den gewünschten Test zu ordern. Unter Angabe meines momentanen Fahrzeugs – dem Audi A2 – und der ehrlichen Aussage, dass ich ein adäquates Fahrzeug wahrscheinlich nicht in Kürze zu kaufen gedenke, wähle ich auch einen Audi-Partner – der aber leider gut 40 Kilometer entfernt ist, ich lebe halt auf dem platten Lande und gerade Audi-Händler sind hier relativ selten. Auch einen Termin für diese Aktion kann von mir gewünscht werden… ich hoffe, mit „in 14 Tagen“ ein nicht zu enges Zeitziel gesetzt zu haben.

Gleich am nächsten Tag erhalte ich einen Anruf von Audi. Eine nette Dame fragt an, ob ich diese Probefahrt in 14 Tagen wirklich wünsche. Ich bestätige – worauf sie mir erklärt, dass sich das Autohaus in meiner Nähe in Kürze melden wird.

Unmittelbar nach diesem Telefonat fällt mir ein rotes Audi Coupé S ein, das ich schon häufiger mal an einer Werstatt im Vechtaer Industriegebiet „Beim alten Flugplatz“ habe stehen sehen – wenig später verabrede ich mich mit dem Besitzer des Fahrzeugs zu einer Foto-Session während der A7-Probefahrt in 14 Tagen.

So einfach geht das! Doch der avisierte Termin verstreicht ohne Anruf des Audi-Händlers. Man hätte mich ja wenigstens informieren können, dass vielleicht zu meinemTermin ein solches Fahrzeug nicht „vorrätig“ ist – immerhin geht es hier ja um ein Modelleim etwas hochpreisigeren Sektor. Die hat sicher nicht jedes Autohaus einfach mal so rumstehen. Zwei weitere Wochen vergehen, es rührt sich nichts.

Schließlich wähle ich wieder den Weg über die Homepage. Diesmal „bestelle“ ich die Probefahrt über das sicherlich größere Audi-Zentrum in Osnabrück… Termin: in 14 Tagen. Wieder geschieht nichts. Nichtmal das Telefonat mit der netten Dame von Audi wiederholt sich.

Auf der Internetseite finde ich eine weitere eMail-Adresse von Audi’s Kundenservice. Denen verfasse ich eine Mail, die mich als enttäuschten Wartenden beschreibt und maße mal Mut, dass es vielleicht meine Ehrlichkeit bezüglich meines Alltagsautos und meine geäußerte Kaufunabsicht sein könnte, die eine Probefahrt für Audi uninteressant machen. Doch keine Stunde später erreicht mich der Anruf eines netten Audi-Mitarbeiters… er habe die Mail erhalten, es täte ihm leid – und er werde die Informationen sofort an das Audi-Zentrum in Osnabrück weiter geben. Eine halbe Stunde darauf spricht der Osnabrücker Verkaufsleiter mit mir – und verspricht mir die ersehnte Probefahrt zum nächsten Wochenende… also in zwei Tagen. Schließlich will auch der Besitzer des roten Audi Coupé S in Vechta zu einem Termin mit seinem Auto bereitstehen.

Samstag, kurz nach 12.00 Uhr – wir, auch meine bessere Hälfte Olivia und ihr Sohn Marcel wollen sich die Fahrt in einem coolen A7 nicht entgehen lassen, haben gerade meinen A2 auf dem Parkplatz vor dem Audi-Zentrum Osnabrück abgestellt. Hier ist heute Audi Gebrauchtwagen Tag, im großen hellen Forum stehen neben A5, A8, A6, Q3 und sogar einem silbernen R8 Spyder, einladende Bierzeltgarnituren… es riecht nach Kaffee und Kuchen. Am Empfang unterschreibe ich eine „Fahrzeugüberlassung“, mein Personalausweis sowie Führerschein werden kopiert und ich erhalte einen edlen Komfortschlüssel.

Der nette Automobilverkäufer führt uns an das Objekt der Begierde: einen A7 in „Eissilber Metallic“. Sein 3.0-Liter 6-Zylinder-TDI mobilisiert 254 PS (180kW) mit 500 Nm über eine 7-Stufen-S tronic und wird bei 250km/h abgeregelt. Die Kraft wird durch permanenten Quattro-Antrieb an Räder der Abmessung 235/55 R17 weitergegeben. Dieser A7 Sportback (= 4-Türen) bringt 1860 Kilo Leergewicht auf die Waage, ist gut 4,97m lang, 2, 14m breit (inkl. Spiegel) und 1,42m hoch. Der Grundpreis genau dieses Fahrzeugs liegt bei 58.100,- Euro, diverse Sonderausstattungen lassen den Preis für „unser“ Fahrzeug auf über 76.000,- Euro anschwillen.

Ich lasse meine außergewöhnlichen 2-Meter-5 problemlos auf die gutriechenden titangrauen Milano Ledersitze gleiten und genieße das elegante Rund des Cockpits. Alles sehr aufgeräumt, alles sehr stylish. Wo man hinfasst, es fühlt sich edel an, ist alles gut erreichbar. Nichts wirkt billig – darf ja wohl auch nicht, in diesem Preissegment.

_____________________________________

In der fetten Mittelkonsole wartet in direkter Nachbarschaft zum Multi Media Interface MMI – der Befehlszentrale für Medien im Auto, Navigation und weitere Komfortfunktionen – direkt rechts (warum da?) neben dem joystickähnlichen S tronic-Wählhebel die Engine-Start-Stop-Taste. Der eben noch als edel empfundene Zündschlüssel verliert damit den Sinn seinen Namens. Ich kann ihn getrost in der Hosentasche behalten… er kommuniziert von dort aus unsichbar mit seinem Mutterschiff – nur dabei haben muss man ihn schon.

Bei verschlossenen Tür fällt mir sofort auf, wie viel Platz ich hier habe. Gut – die in alle Richtungen elektronisch verstellbaren Comfortsitze erinnern mich sofort an die Stressless-Sessel-Werbung… sowas hat man luxuriöserweise zuhause im Wohnzimmer. Die mannigfache Einstellung des Fahrersitzes erlaubt einem Riesen wie mir eine bequeme Haltung, in der ich es sicher lange aushalten kann.

Selbst meine Schuhgröße 49 passt hervorragend zu den großen Pedalen… dieser Wagen hat zwei davon, denn er ist ja mit einer sportliche Dynamik versprechenden Zwei- Lamellenkupplung ausgestattet.

Auch meine Familie hat inzwischen Platz genommen – es kann also losgehen. Bremse treten – Start-Stop-Taste drücken… der 6Zylinder vibriert fast unmerklich, ist aber ebenso wenig zu hören. Sofort fährt das MMI-6,5-Zoll-TFTFarbdisplay automatisch aus dem Cockpit und stellt sich auf.

S tronic-Wählhebel auf „R“ und rückwärts „ablegen“. Dabei steht mir das MMI-Display und die durchaus sinnvolle (in 08/15-Autos von mir gehasste)„Parkhilfe plus“, also ein „Park-Distance-Control“, hilfreich zur Seite – denn das muss man bei einem Coupé diesen Ausmaßes natürlich berücksichtigen – die Sicht nach hinten ist eher mau.

Wählhebel auf „D“, Fuß von der Bremse… weich rollt der 1,8-Tonner voran, muß aber an der ersten Ampel wieder zum Stehen gebracht werden… und geht bei Stillstand gleich wieder aus. „Momentanverbrauch 0,0 l/100 km“ steht im Fahrerinformationssystem mit 7-Zoll-Farbdisplay. Eben Start-Stop-System – zero emission, das geht mehr als okay!
__________________________________

Als die Ampel auf grün geht, wechsele ich von der Bremse auf’s Gas, der Motor startet
verzögerungsfrei und zieht uns kraftvoll über die Kreuzung… minutenspäter befinden wir uns schon auf dem Beschleunigungsstreifen der Autobahn und gleiten nahezu geräuschlos bei erlaubten 100 dahin. Am Kreuz Lotte wechseln wir auf die A1 und können erstmaligunser Tempo frei bestimmen – behände klettert die Tachonadel auf 200, etwas später sind wir sogar bei 240.

Erstaunlich, wie leise und unspektakulär das alles vonstatten geht – der Drehzahlmesser vermittelt jedenfalls keine übermäßigen Kraftakte, schaltet kaum merklich bei 2000 Umdrehungen… hören kann man den Motor aber nicht… es ist mehr wie Segeln, man hört den Wind. Als bei 200km/h ein langsamer fahrender Mercedes auf unseren Fahrstreifen wechselt, mache ich, etwas überrascht, Bekanntschaft mit „adaptive cruise control“, dem Kernstück der integrierten Fahrerassistenzsysteme.

Auf freier Strecke hält es eine ausgewahlte Geschwindigkeit bzw. regelt den Abstand zum Vordermann. Im zähfließenden Verkehr oder im Stau regelt es das Abbremsen, das Anfahren und den Schrittverkehr. Dabei überwachen Radarsensoren, eine Videokamera und die Sensoren der Einparkhilfe den Raum um den Audi. Cool!

Keine halbe Stunde später erreichen wir Vechta.

Dieter Rademacher, der Besitzer des roten Audi Coupé S, ist gerade damit beschäftigt, seinen Oldtimer zu starten.

Nach einem Schluck Benzin direkt in den luftfilterseitig geöffneten Vergaser hustet das gute Stück im ersten Moment… nimmt dann aber brav seinen Betrieb auf. Für einige Fotos werden Opa und Enkel, Coupé S und A7 – denn so kann man diese beiden ja durchaus bezeichnen… was ja auch mein Gedanke beim Organisieren dieser Foto-Session war – auf dem Hof plaziert.

Coupéretter Rademacher hatte dieses 1973er Automatik-Coupé vor einigen Jahren aufwändig selbst restauriert. Ihm gehörte damals eine KFZ-Werkstatt. Seinen Angaben zufolge war der Audi wohl damals arg verrostet. Betrachtet man heute sein Werk, so kann man feststellen, dass sich seine Arbeit gelohnt hat. Lediglich eine Kleinigkeit hätte er lieber anders gemacht: die Lackierung wäre pflegeleichter ausgefallen, wenn er sie mit Klarlack hätte überziehen lassen – so muß er sein Coupé nun häufiger polieren.

Opa und Enkel genießen etwa eine halbe Stunde lang die Foto-Session. Einige schöne Bilder entstehen, ich darf mich sogar in den roten Oldie setzen – Herrn Rademacher interessiert ein Probesitzen im A7 allerdings weniger. Er ist jedoch beeindruckt von dessen Preis und gibt zu bedenken, dass auch das Audi Coupé S mit entsprechender Ausstattung damals schnell 20.000,- D-Mark kostete – ein handelsüblicher Mittelklassewagen lag zur gleichen Zeit bei durchschnittlich um die 10.000,- D-Mark.

Auf dem Rückweg lenkt Olivia das Prachtschiff – und ich nutze den Beifahrersitz zum Fotografieren. Wir cruisen dabei noch etwas durch Drebber und Diepholz. Besonders das „adaptive cruise control“ findet dabei ihr gefallen. Im Stadverkehr von Osnabrück muss sie praktisch nicht ein Mal die Pedale berühren… der A7 fährt, hält gebührlichen Abstand, bremst und beschleunigt angemessen… einfach genial.

Als wir schließlich wieder beim Audi-Zentrum eintreffen, haben wir gut 120 Kilometer mit einem begeisternden Wunder- und Traumfahrzeug zurückgelegt. Laut Werksangaben verbraucht dieser Audi bei vernünftiger Fahrweise durchschnittlich 5,9 Liter Diesel und wandelt diese zu 156 g/km CO₂ um. Hoffentlich bleibt Audi auf diesem Weg.

Wir resümieren gemeinsam, dass dieser Wagen ein absolutes Spitzenprodukt deutscher Automobilbaukunst ist. Er überzeugt restlos bei Materialauswahl und Verarbeitungsqualität, bereitet riesigen Spaß beim Fahren, sorgt für ordentlichen Respekt auf andere Menschen und ist…

… leider verdammt teuer! Diesen leider sehr schwerwiegenden Punkt kann man erfahrungsgemäß nur dadurch entkräften, dass man sich erst in geraumer Zeit nach einem gebrauchten A7 umschaut.

Neuwagen verlieren bekanntlich gerade in den ersten vier Jahren einen Großteil ihres Wertes – so kommt das Luxus-Coupé vielleicht ja doch noch in erreichbarere Nähe.

Mit dieser Geschichte ging ein Traum in Erfüllung… und ein neuer Traum beginnt…

________________________________

Schöner Werbeclip von Audi:

Unser Beschleunigungsexperiment:


Träume nicht dein Leben – sondern lebe deinen Traum!

😉 El

Tagged , , , , , , , , , . Bookmark the permalink.

5 Responses to Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich, was ich nicht darf

  1. bronx says:

    Hallo El,

    toller Beitrag, der den Quantensprung der Fahrzeugentwicklung in den letzten 40 Jahren mehr als verdeutlicht. Gerade im Innenraum kann man anhand der Bilder die Entwicklung der Marke zu einem Luxusanbieter gut verifizieren.
    Perfektes Finish, Passgenauigkeit und gute Haptik gelten nicht umsonst als Kernkompetenz dieser Marke.
    Die „erfahrenen“ Daten bezüglich Verbrauch machen den Fortschritt im Motorenbau sicht- , fühl- und erlebbar. Beeindruckende Werte für einen 1,8 Tonner.

    Einzig das Design wirkt ein wenig zu einheitlich, man überlegt erstmal: A5, A6 A?, A(ch) so, ja klar.
    Mir ist der Grill zu monströß und das TFL zu hell. Aber, Nickligkeiten, egal.

    Der Preis leider zu weitweg von allem, aber, ein Technologieträger hat halt eine Botschaft zu transportieren: das beste, was machbar ist. Und das kostet nun mal!

    Das Video der Beschleunigung: top! 🙂

    Gruß Bronx

  2. flohdaniel says:

    Irre was in dem Zeitraum so passiert ist. Selbst das Design der Brücke von Raumschiff Enterprise wirkt gegen das Cockpit altbacken. Echt eine Ingenieursleistung, vor der man den Hut ziehen muss.

    Leider haben wir Menschen uns eher zurückentwickelt.

  3. Sandmann says:

    Ay El,

    weil ich kränkelnd ans Bett gebunden bin komme ich erst jetzt dazu, deinen Bericht zu lesen und hebe schwächelnd den Daumen! Sehr schön, ich habe so einige Déja Vu’s gehabt. Als ich vor ein paar Jahren mit einer ähnlichen Ehrlichkeit wie du einen Phaeton ausleihen wollte, wurde ich auch zuerst belächelt und dann vergessen. Eine kurze und deutliche Mail an den Kundenservice von VW unter Nennung des Namens der vor Ort verantwortlichen Personen hatte ich ein paar Tage später einen vollgetankten Phaeton vor der Tür – und sogar fürs ganze Wochenende! 🙂

    Auch ich finde die Form des A7 wunderbar, allerdings hebt sie sich in meinen Augen nicht deutlich genug vom A5 Sportback ab (den auch aber auch sehr schön finde). Ich finde, es gibt heute bei den Premiumherstellern ZU viele minimale Modellunterschiede in den einzelnen Klassen, weil jeder einfach JEDEN Wunsch bedienen will. Und jedes Auto soll alles können. Und… ich persönlich mag den Audi Grill nicht, und das Tagfahrlich nebst bösem Blick ist auch nicht meins. Aber das ist Geschmacksache.
    Ich werd wohl meinen Daimler noch über den Winter retten, er ist einfach zu treu 😉
    Weiter so!

    Sandmann

    • El Gigante says:

      Servus Sandmann,

      hm… joar… die AUDIS sind momentan alle schwer voneinander zu unterscheiden. Speziell bei den Avants und den Coupés ist die Differenzierung von vorn nahezu unmöglich und auch von hinten muss das lange geübt werden.

      Trotzdem lief es mir beim ersten Entdecken des A7 kalt den Rücken runter… er hat etwas, was ihn tief drinnen von den Anderen unterscheidet… wenn ich das jetzt aber konkretisieren sollte… stehe ich mir jedoch selbst in der Sonne – kriege es irgendwie nicht hin.

      In meinem Beitrag habe ich übrigens auch bewusst auf den Hinweis des Vorhandenseins einer zweiten Stimme in mir verzichtet – das will ich aber hier gern nachlegen. Ich glaube, bei aller Audiverliebtheit, nicht, dass die Zukunft Autos wie dem Audi A7 gehört… ich empfinde diese Fahrzeuge eher als „die letzten Dinosaurier“ – zwar gigantisch, schick, schön, stylisch, etc. aber sie werden schon bald nicht mehr in diese Welt passen. Ich bin ziemlich davon überzeugt, dass es eher Autos im Format des A1 oder des UP! sein werden, die uns elektrisch bewegen werden… aber das ist ein Thema, über das ich eh anderer (Dauer)Meinung bin, als alle Anderen hier.

      El,
      der irgendwie mit der Vergangenheit abzuschließen versucht und sich andererseits auf eine aufregende Zukunft freut

      • Sandmann says:

        Guten Morgen El,

        ich kenne ja deine Meinung bzw. Prognose und habe nach einigen Sticheleien hier und da ja auch mal klargestellt, dass es in meinen Augen völlig okay und auch wohl unabdingbar sein wird, wenn Autos als Transportmittel nicht mehr das Volumen von mittelgroßen WG-Zimmern haben und auch umweltfreundlich irgendwann mal mit Strom und Wasserstoff betrieben werden.

        Ich glaube, dass man sowohl die „Anwendung“ eines Automobils als auch die Gruppe der „Anwender“ schon heute in zwei große Gruppen teilen kann. Da sind die Menschen, die ein Auto als individuelles Transportmittel wahrnehmen und nutzen. Da ist es gut, von Bus und Bahn unabhängig zu sein, was praktisches und komfortables (gar nicht unbedingt großes) unterm Hintern zu haben und möglichst umweltschonend UND preiswert von a nach b zu kommen. Seit ich mich völlig in den Benzinkosten eines Hamburgpendlers mit 24 Jahre altem Reihensechser verschätzt habe macht sich in mir großes Verständnis breit.

        Und dann ist da die andere Gruppe, die ein Auto als Ausdruck eines Lebensstils nutzt, als DAS Symbol der individuellen Freiheit ab dem 18. Lebensjahr und als Möglichkeit, zu Reisen. Das geht in meinen Augen einfach besser mit einem Spritfresser, der irgendwie erotische Formen hat und dank seines Alters auch schon was erzählen kann. Ich glaube, dieses Gefühl kann dir ein wirtschaftlicher Kleinwagen einfach nicht vermitteln. Also MIR jedenfalls nicht.

        Und deshalb glaube ich auch wie du, dass die Zeit der großen Autos langsam zu Ende gehen wird. Auch wenn es immer Menschen geben wird, die wahnsinnig viel Geld haben und auch in 50 Jahren noch ihr Benzin aus der Portokasse zahlen. Du und ich gehören wohl nicht dazu 🙂 Ich bin offen für diese Entwicklungen, aber ich bin froh, dass ich noch einer Generation angehöre, die das Automobil im klassischen Sinn erlebt hat und jetzt mit Neugierde auf die Entwicklung zu etwas anderem guckt. Und dass ich in einer Zeit lebe, in der es NOCH möglich sein wird, ein Taunus Coupé im Alltag zu fahren und auch zu betanken. Mit Benzin. Nicht mit Strom.

        Spannende Zeiten.
        Sandmann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ein bisschen Mathematik: *