Zurück in die Sintflut

Wie Sie sehen - sehen Sie nichts.

Wie Sie sehen – sehen Sie nichts.

Finalement bringt der Weg am Ende des Urlaubs mit dem Auto nach Hause viererlei Erkenntnis: Erstens sind es viele Kilometer. Zweitens wird das Wetter in Richtung Deutschland schlechter. Drittens überkommt den Fahrer bei so einer lange Tour am Stück gern mal eine tiefe Müdigkeit. Soweit ist mir das alles bekannt 🙂 Die Superlativen sind allerdings neu – ich lerne heute, WIE weit es wirklich von Agde am Mittelmeer bis Kiel in Norddeutschland ist, WIE schlecht das Wetter faktisch werden kann und WIE sehr einen die Müdigkeit am Steuer eines Autos erwischt, wenn weit und breit über Stunden kein Rastplatz kommt. Von der vierten Erkenntnis erzähle ich später. Aber ahnten Sie schon, WIE dringend ich ein neues Navi brauche? Aber geben wir dem alten zunächst, bei gutem Wetter in Südfrankreich, die Koordinaten der Heimreise durch:

Argh.

Das... ist WIRKLICH weit.

Das… ist WIRKLICH weit.

Zur Verifizierung der ersten Erkenntnis schiebe ich mein bas Erstauntsein auf die Psyche des Menschen und die Verdrängung im Allgemeinen. So ein zweigeteilter Hinweg mit Übernachtung in Paris lässt eine europadurchquerende Gesamtstrecke irgendwie kürzer wirken, als sie tatsächlich ist. Heute sollen es 1635 Kilometer am Stück werden, und nach nur 14 Stunden sollen wir um 1:21 heute Nacht da sein 🙂 Ha. Ohne Pausen, also eher ein paar Minuten später. Und mein großes Töchterchen regt einen Stopp in Lyon an, da waren sie auf Oberstufenfahrt, und man sagt dort solle es sehr leckere Süßigkeiten geben. Mitbringselalarm!
Das Mobile Home ist fachgerecht abgenommen und mindestens in seinem Ursprungszustand übergeben, das bedeutet (wie immer auch nach jedem Dänemarkurlaub) sauberer als zu Beginn und mit genau so vielen Fehlteilen in der Küche wie vor 10 Tagen. Das stört niemanden, die Gäste offensichtlich auch nicht, uns auch nicht – also kann es losgehen. Jetzt. Jetzt ist er wieder da, dieser Moment, von dem wir zu Beginn der Reise immer sprechen 🙁 Wenn nach nur einem *SCHNIPP* mit den Fingern all die schönen und schrägen Tage vorbei sind.

Bitte recht traurig...

Bitte recht traurig…

Mmmmmmhhhhböööh 🙁 Manno. Zurückfahren heißt sich mit dem Alltag konfrontiert sehen, und zwar ziemlich direkt und unnachgiebig. Heute ist Samstag, und Montag geht die Mühle wieder voll los. Zumindest für den sich in einer Ausbildung befindenden jungen Mann mit der neuen Cap und für mich, also MÜSSEN zumindest wir beide irgendwie morgen im Laufe des Tages in Norddeutschland ankommen. Und dann wird er wieder wacker vor sich hinzimmern, und ich werde ich mich dem stellen, was da auf mich wartet. Die Mädels wiederum haben entweder noch vier Wochen Ferien oder noch vier Wochen Freiheit bis zum Beginn des FSJ vor sich. Beneidenswert. Vier Wochen am Stück, vielleicht hätte ich DOCH Lehrer werden sollen? 🙂 Neiiiiin. Autos. Der Tank ist voll, Öl, Wasser und Reisebaguettes sind aufgefüllt und Lyon als Zwischenziel in 5 Stunden klingt gar nicht so wahnsinnig weit weg. Gleich bei der Auffahrt auf die erste Autobahn vor Montpellier (wo M. Leroc den ausgebüchsten Daniel mit… ach, lassen wir das nun mal) treffen wir auf viele gleichgesinnte Franzosen, Niederländer und Belgier, die auch nur bis zum heutigen Samstag ihre Domizile gebucht haben und die vermutlich wie wir auf dem Heimweg sind. Stau an der Péage. Na – da fühlt man sich doch gleich wie Zuhause auf der A7 im Elbtunnel…

Samstag ist Bettenwechsel?

Samstag ist Bettenwechsel?

Finalement gibt südfrankreichs Sonne noch einmal alles. Ich weiß nicht ob mich die Wetterprognosen, die Regen vorhergesagt haben nun fröhlich stimmen. Eher nein. Denn vom Regen in Frankreich hab ich nichts und bin prinzipiell kein missgünstiger Mensch, außerdem scheint in Deutschland sowieso grad die Welt unterzugehen. Mindestens wettertechnisch. Also nehmen wir es einfach so, wie es ist – bleibt ja eh keine Alternative 🙂 Und mit Petrus kann ich erst wieder im Dezember über seine Wetterplanung plaudern, wenn er genau wie ich den jährlichen Trip mit seiner Ische Frau Holle auf den Weihnachtsmarkt nach Uelzen macht. Aber das ist eine andere Geschichte. Scrollen Sie doch bitte noch einmal hoch zu dem Bild am Anfang. Das mit der Windschutzscheibe. Dann haben Sie einen ungefähren Eindruck davon, was so auf der Autobahn kurz vor Lyon abgeht. Alle bleiben stehen, der Himmel öffnet seine Schleusen und zwischendurch ballern auch noch Hagelkörner nieder. Hat Lyon keine Lust auf uns? Selbst wenn dem so ist – wir haben Lust auf Lyon. Auch wenn es uns üblicherweise auf dem Rückweg dann doch ziemlich doll nach Hause zieht, wollen wir einmal durch die Stadt flanieren, die Gliedmaßen strecken, etwas essen und ein paar Süßigkeiten kaufen, bevor es auf die finale Etappe raus aus Frankreich geht.

Da braut sich was zusammen

Da braut sich was zusammen

Die Lebensmittelversorgung wird standesgemäß aus Zeitgründen von der amerikanischen Fastfoodkette mit dem goldenen M bewerkstelligt. Notiz an mich selbst: Auf der nächsten Reise dieser Art werden ausschließlich saisonale Köstlichkeiten von lokalen Anbietern gegessen. Man muss ja Ziele haben 🙂 Für andere Sehenswürdigkeiten neben diesem Etablissement hat der Zeitplan leider keine Lücken gelassen, also hüpfen die drei Mitreisenden und ich zwischen den einzelnen heftigen Starkregenschauern von Fußweg zu Fußweg und suchen und finden dann auch eine Confiserie, wo man diese kleinen bunten süßen Küchlein kaufen kann. Wie heißen die noch mal? Leider sind die hier sechsmal so teuer wie in jeder anderen Bäckerei auf dem Land, aber wir haben nun mal keine andere Bäckerei auf dem Land in der Nähe und das Angebot bestimmt den Preis. Ich beschließe spontan bei soviel kapitalistischer Erkenntnis, das Taschengeld meiner Töchter zu erhöhen. Immerhin sind die Pralinchen sehr hübsch verpackt, die Lieben daheim werden sich freuen 🙂

Quasi im Dior-Shop für Pralinen

Quasi im Dior-Shop für Pralinen

Tschüss Lyon. Ich glaube du bist ganz schön, wenn man sich Zeit mit dir nimmt. Leider haben wir die heute nicht, aber meine große Tochter kann von einigen wirklich guten Tagen und Abenden im vergangenen Jahr hier berichten. Und auch wenn wir nur den innerstädtischen McDonald’s und diese völlig überteuerte Luxus-Schokoladenmanufaktur gesehen haben, so bekommt man doch beim Durchfahren auf der Suche nach einem Parkplatz einen ganz guten Eindruck von deiner Schönheit. Lyon. Wenn der Regen einem diesen Eindruck gewährt. Kurz vorm Auto werden wir noch einmal nass. Also so RICHTIG nass! Zumindest drei der vier Reisenden können es nicht fassen, dass nach der warmen Morgensonne und dem strahlend blauen Himmel heute bei unserer Abfahrt nun ein paar 100 Kilometer weiter nördlich die erste Sintflut niedergeht. Haben wir denn so sehr gesündigt, dass wir reingewaschen werden müssen? Ich kann mich nicht erinnern. Nummer vier hat eine wasserdichte Cap auf, von der die Regentropfen abperlen, den stört das alles irgendwie nicht 😉

il pleut

il pleut

Zurück in dem Rettungsboot aus Sindelfingen wird das pensionierte Navi mit neuen, letzten Zielen versorgt. Die Route geht irgendwie nicht so, wie ich sie in Erinnerung habe, sehe ich da einen Zipfel von Luxemburg ins Bild ragen? Sind wir nicht sonst immer über Saarbrücken gefahren? Na wie dem auch sei, wir wollen bei Dämmerung an der Deutschen Grenze sein. Die Große möchte dann ein paar Stunden das Steuer übernehmen, damit ich ein bisschen Schlaf bekomme. Also soll es der erste Rastplatz nach der Grenze werden, bis dahin ist es noch ein laaaaaanger Weg über die große große Landkarte. Genug Diesel schwappt noch im Tank (wir fahren tatsächlich mit einem Schnittverbrauch von 6,8 Litern auf 100 Kilometern, da werden Tankstellen zur Nebensache). Frische Musik ist schon zurechtgelegt, satt sind wir auch, genug Trinkwasser und Cherry-Coke in Dosen befindet sich in direkter Reichweite meiner linken Hand. Also los.

Gallien ist größer als man meint

Gallien ist größer als man meint

Die Meilen ziehen sich. Es dämmert früher als erwartet, und in der Nähe der Grenze (jedenfalls GLAUBE ich, dass wir in der Nähe sind) beginnt meine gute alte TomTom Lisa schon wieder zu zicken. Ein paar Straßen scheinen hier neu gebaut worden zu sein, und plötzlich sind wir tatsächlich in Luxemburg. Huch? Es gibt hier keine Raststätten, auf denen man einen Fahrerwechsel durchführen könnte, außerdem möchte ich meiner hübschen Fahranfängerin noch keine so lange Stecke außerhalb klarer Richtungsverhältnisse zumuten. Nicht, wenn ich dabei hinten auf dem Rücksitz vor mich hin schnarche… Also fahre ich weiter. Immer weiter. Von der Autobahn geht es runter auf dunkle Überlandtraßen in irgend eine Richtung, ich hoffe die richtige. Irgendwann nach Mitternach werde ich wirklich müde! Also – so RICHTIG müde. Auf dem Rücksitz sind alle Führerscheininhaber resignierend eingeschlafen, hier kann ich nicht mit Ablösung rechnen. Wir kurven durch die Dunkelheit, es gibt weder Ortschaften noch Rastplätze und es geht nur schleppend voran. Ich hinterfrage nicht mal mehr, ob wir hier eigentlich richtig sind, ich fahre einfach weiter auf der Suche nach einer Autobahn nach Norden. Gegen 1:00 Uhr kommt die tatsächlich. Ich kenne meine Belastbarkeit inzwischen ziemlich gut, und ich weiß, dass ich keine 50 Kilometer mehr gefahren wäre. Die Fracht an Bord des Mercedes ist zu kostbar für Sekundenschlaf.
Und da ist sie endlich, die beleuchtete Oase der Rast, die Tankstelle! Rauf da, Motor aus, Kuschelkissen in den Nacken und… schlafen.

grad noch Zeit für einen verschwommenen Selfie

grad noch Zeit für einen verschwommenen Selfie

Haben Sie schon mal auf einer Autobahnraststätte im Auto geschlafen? Hier bieten sich einem alle erdenklichen Klassiker nacheinander, und ich habe sie alle mitgenommen:
Zuerst schläft man nicht ein, weil man noch aufgekratzt von der Konzentration und der Übermüdung ist.
Nach 30 Minuten fangen die Gliedmaßen an, sich unwohl zu fühlen. Schließlich sitzt man in einem Auto.
Nach dem ersten kurzen Wegnicker beginnt das Kühlaggregat des LKW neben einem anzuspringen. Die Lichter des Parkplatzes scheinen von dem Moment an viel heller zu sein und nerven rum.
Nach dem zweiten Wegnicker kommen die Autobahncops und leuchten einem mit ihren MagLites direkt ins Gesicht.
Daraufhin gehen die beiden davon aufgewachten Damen nochmal zum Piseln in die Büsche, der Mann mit der Harry Potter Narbe raucht eine.
Nach dem dritten Wegnicker schläft man dann. Man schläft sagenhaft tief.
Und um 4:00 Uhr weckt einen der Wecker. Hurra.

Aufstehen, strecken, Cola trinken, tanken und weiter auf der Autobahn nach Norden. Ich bin fit und wach, ich habe noch keinen Plan wo wir eigentlich sind aber angeblich sind wir gegen 8:30 Uhr in Kiel. Was für ein blindes Vertrauen in dieses TomTom. Okay.

Der "Rest" der Etappe

Der „Rest“ der Etappe

Irgendwann (es ist noch immer dunkel) erkenne ich die Städte auf den blauen Schildern als die, die man entlang der A1 gebaut hat. Das beruhigt. So schön die Vorstellung auch ist, endlich mal in Luxemburg gewesen zu sein. Und so angenehm ich die Errungenschaften des vereinten Europas finde, die es möglich machten, dass ich nicht einmal gemerkt habe, dass ich über mehrere Landesgrenzen gefahren bin. Aber es ist noch schöner, zu wissen, wo man ist. Eins muss ich meinem alten Navi lassen – es hat mich am Ende immer dort hin gebracht, wo ich hin wollte. Nicht immer auf dem besten Weg, aber immer zum Ziel. Du bist ehrenhaft ergraut, Lisa. Du warst stets bemüht, das Klassenziel zu erreichen. Aber jetzt kannst du endlich Bäcker werden. Oder vielleicht im ersten Auto meiner großen Tochter ein zweites Leben führen. Wir werden es erfahren. Während ich noch so über die Ereignisse der letzten Nacht sinniere wird es am Horizont langsam hell. Die bekannten Silhouetten der Hamburger Hafenkräne zeichnen sich schattenhaft neben der A7 kurz vorm Elbtunnel ab, vielleicht ist der frühe Sonntag Morgen tatsächlich der einzige Zeitpunkt, an dem man hier nicht im Verkehrsinfarkt steckt? Hallo Hamburg.

Nun, das kennt man ja

Nun, das kennt man ja

Alle schlafen. Mein halbfinnisches Fräulein Altona und mein viertelfinnisches Sandmädchen, die tapfer fast zwei Wochen ohne Papa klargekommen sind schlafen keine drei Kilometer von hier tief in ihren Betten. Meine mittlere und meine große Tochter schlafen auf den Mercedes-Sitzen neben und hinter mir, die große hat den Mann mit der Mütze im Arm. Schlafend. Bald werden sie alle wach werden und in einen neuen Tag starten. Die einen werden sagen: „Heute Abend kommt Papa endlich wieder!“ und die anderen werden sagen: „Huch, hier sind wir schon?“ Denn es geht immer weiter. Jedes Ende von irgend etwas ist gleichzeitig der Anfang von etwas Neuem. Ich habe einen sehr weiten Weg bis hier hin zurück gelegt, und bald komme ich an. Ich wurde begleitet von Menschen, die ich liebe und Menschen, mit denen man sich gern umgibt. Wollen Sie noch mehr Metaphern? Gern. In diesen Tunnel hinein geht es zwar bergab, aber abwärts bedeutet nicht immer, dass es schlechter wird. Das spart auch Diesel 🙂 Und ab der Mitte geht es wieder bergauf. Das kostet zwar Kraft, aber am Ende des Tunnels ist Tageslicht.

Unter Normal Null

Unter Normal Null

Und auch wenn es da regnet ist es doch hell.
Ich habe Sie nun über mehrere zusammenhängende Geschichten zugetextet, habe alle meine Gleichnisse und Andeutungen in Urlaubserlebnisse verpackt und bin streckenweise sehr nachdenklich geworden. Zwischen schönen Bildern von Sonne und Palmen standen Zeilen, die nicht immer fröhlich waren. Und wenn Sie verfolgen, wie lange ich benötigt habe, um einen 12 Tage dauernden Urlaub niederzuschreiben bekommen Sie vielleicht eine Ahnung davon, dass die eigentliche Sintflut nicht auf der Autobahn bei Lyon über uns niedergegangen ist, sondern später in Kiel. Gut, dass ich mir rechtzeitig eine kleine Arche gebaut habe, in der ich nur die Menschen mitnehme, die mir am Herzen liegen. Und nur die Dinge, die ich wirklich benötige und an denen ich wirklich hänge. Das ist dann wohl die vierte Erkenntnis. Wir sind wieder da. Ich bin wieder da. Passen Sie auf sich auf, verschließen Sie niemals die Augen und halten Sie an dem fest, was wirklich wichtig ist.

Sandmann

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

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8 Responses to Zurück in die Sintflut

  1. m30lars says:

    Moin Jens,

    ich warte noch immer auf deinen persönlichen Bericht bzgl. des 325eta :D.

    Aber zum Thema:

    Ich bin letztes Jahr nach Polen gefahren. Genauer gesagt nach Masuren nah der Weißrussischen Grenze. Das war für mich eigentlich schon die Apokalypse was das Autofahren anging. Die Mentalität war nicht meins und ich bin wirklich froh, auch wenn dieser Urlaub sehr schön gewesen ist, lebend nach Deutschland gekommen zu sein. Autofahren ist dort fast ein Überlebenskampf. Ich kann mich gerne dazu bei Nachfrage konkreter äußern. 😀

    Worauf ich hinaus will: 1989 oder auch 1990 hatten wir den Osterurlaub an der Costa Brava verbracht. Das Auto war damals ein BMW 520/6 E12. Mein Vater ist so ein Optimist wie ich es bin und meinte, dass der Tank bis Luxemburg bestimmt hält. Die Rechnung hat er nur nicht mit der Reserveanzeige gemacht und man war mitten in der Nacht auf einer noch leereren Autobahn in Frankreich. Die Moral der Geschichte ist gewesen, dass meine Mutter mit 2 Teenytöchter, einen kleinen Sohn(ich) mitten auf dem Standstreifen einer Französichen Autobahn stand und dachte, dass sie wohl bald verwitwet ist und meine Geschwister einschließlich ich Halbwaisen werden. Mein Vater war knapp 4 Std unterwegs und hatte das Glück, dass er Französisch sprechen kann und er zur nächsten Tankstelle mitgenommen wurde, die knapp 60km entfernt gewesen ist und sogar wieder zurückgenommen wurde.

    Diese Story ist heute noch immer Thema bei den Jährlichen Familietreffen und ich amüsiere mich jedes mal darüber, auch wenn es damals am Standstreifen nicht so lustig gewesen ist.

    Gruß, Lars, der knapp 5 Bier getrunken hat und seinem Vater eben diesen erwähnten 520/6 E12 vor 2 Wochen in der gleichen Farbe gekauft und geschenkt hat 😀

    • Sandmann says:

      Ay Lars,

      😀 also….. der Bericht zum 325 eta kommt noch, genau so wie diverse andere aufgeschobene Geschichten zum Dottore Audi 100 und seinen Wehwehchen. Ich bin dran!

      Außerdem stelle ich hiermit offiziell die Nachfrage zum Überlebenskampf an der Weißrussischen Grenze. Möge er berichten.

      Aber die Geschichte auf dem Standstreifen ist sehr krass 🙄 Ich glaube dir, dass ihr da heute gut drüber lachen könnt, aber damals vor Ort war das bestimmt nicht so witzig. Aber auch sehr sehr gewagt von deinem Vater, ohne Kanister bzw. ohne ausreichende Tankstopps zu fahren. Ich könnte jetzt von einem Streik der französischen LKW Fahrer mit begleitender Blockade ALLER Tankstellen 1992 auf dem Weg an die Côte d’Azur im Taunus erzähen. Aber ich bin zu müde.
      Und ich hab grad meinen reparierten Audi abgeholt. Aber das ist eine andere Geschichte.

      Viel Freude bei der Beendigung des 5. Biers, und von dem E12 für deinen Vater will ich bitte auch noch mehr hören 😉

      Sandmann

  2. m30lars says:

    Hey Jens,

    ja, wie soll ich schreiben? – Die Polen haben für mich einen einzigartigen Fahrstil. Landstrasse gemütlich mit 100 am Fahren, hinter dir ein kleiner Skoda Fabia und erst einmal sehr Waghalsig überholt. Ich weiß nicht wieviel Meter Platz waren, aber ich bin schon sehr nach rechts gefahren, damit er an mir vorbeikommt, dennoch kam auf der anderen Spur ein LKW entgegegen. Es ist alles gut gegangen, aber irgendwie sind alle dort so gefahren.

    Das andere sind die Zebrastreifen innerhalb der Ortschaft. Die gibt es zwar, es ist auch angezeigt, dass man nur 30 oder 40 fahren soll, dennoch brettern die dort mit gefühlten 100 durch´s Dorf und der Fussgänger darf warten. Scheint wohl dort normal zu sein.

    Die Krönung ist gewesen, dass mir auf der anderen Seite ein LKW entgegen gekommen ist und ein Sprinter zum überholen angesetzt hat. Den Rest kann man sich denken. Ich hatte nach 2 Wochen schon mit so etwas gerechnet und bin mehr oder weniger auf dem Grünstreifen gewesen. Der Sprinter ist übrigens nicht zurück, sondern hat die Aktion knallhart durchgezogen.

    So schön wie das Land ist, aber die Landstrassen und deren Fahrer fand ich schon ziemlich krass. Trotzdem ist Polen immer eine Reise wert. Ist ein sehr schönes Land.

    Zu der Standstreifen Geschichte kann ich mich nur noch sehr wenig erinnern. Ich war damals 4 oder 5. Ich weiß aber, dass meine Mutter in sehr großer Sorge gewesen ist. Sie ist übrigens die einzige, die darüber heute noch immer nicht lachen kann ;).

    Aber Streik 92, Côte d’Azur, Taunus? War bestimmt nicht so lustig?

    Zum E12 werde ich bestimmt was noch schreiben. Momentan ist das noch eine kleine Baustelle. Ich hab mir aber letzte Woche einen besonderen Schnapper an Land gezogen. – E28 520i aus 3.Hand mit 185tkm, komplett für ca.4k geschweißt, mit neuem Fahrwerk, Auspuff, Lenkgetriebe, Kupplung usw. mit frischen TÜV für knapp 1,9k. Angesichts des Zustand ein Witzpreis, wenn man weiß wie die Modelle mittlerweile gehandelt werden.

    Lars

    • Sandmann says:

      Ay Lars,

      ich fasse zusammen: Polen lieber nur mit der Bahn bereisen 🙂 Oder weder Tod noch Teufel fürchten. Klingt ja gruselig. In den südlichen Ländern hast du ja auch gern mal jemanden im Heck, der vorbei will, egal wie schnell du fährst und egal wie kurvenreich die Straßen sind. Aber entgegen ist mir schon lange keiner mehr gekommen… Krass.

      Die Geschichte mit dem Streik 1992 wäre eigentlich allein einen eigenen Blog wert, aber ich komm ja schon mit den Ereignissen im Hier und Jetzt kaum hinterher.
      Wir waren drei Jungs auf dem Weg in den Sommerurlaub bei Cassis (ah – Cassis!), und die LKW Fahrer haben alle Autobahnen und alle Tankstellen besetzt. Und wenn die Franzosen streiken, dann aber so richtig. Und man tut dann auch gut dran, da nicht trotzdem durch zu wollen 🙁
      Also sind wir mit einem fast leeren Tank auf in die Berge mit der Hoffnung, auf Nebenstraßen irgendwie die Côte d’Azur zu erreichen. Nur mit ADAC Straßenkarten. Und der Tank wurde immer leerer und leerer.
      Irgendwo in einem kleinen Dörfchen in Cevennen gab’s dann eine kleine Tankstellle, die nicht bestreikt wurde. Wir sind da mit dem letzten Tropfen auf den Hof und haben uns an die lange Schlange von Autos angestellt. Drei mal, denn jeder durfte nur 20 Liter tanken 🙂 Wir haben außer dem Tank noch alles voll gemacht, was wir dabei hatten, Punica Flaschen, Brotdosen, Milchtüten….. Und wir sind tatsächlich an dem Abend noch nach Cassis gekommen 🙂 Niemals aufgeben. Niemals.

      Der E28 klingt ja super 😀 Einer der wenigen BMWs, die ich auch durchaus attraktiv finde! Na ja, über die Karren können wir uns dann ausgiebig austauschen, wenn ich den eta hier bringe. Lange kanns nicht mehr dauern 😉

      Sandmann

  3. Der Fuchs says:

    Tach Sandmann,
    Echt n schöner Bericht, weiter so !
    sollte mehr so Blogger wie dich geben.

    Hab gelesen das dein Granada ins Fernsehen kommt ?

    Gruß aus der Stadt in der die Sterne entstehen 😉

    • Sandmann says:

      Ay Fuchs,

      danke für die Blumen 🙂 Es gibt noch ein paar Blogger, die nicht ausschließlich rundgelutschte Werbeartikel posten. Man muss sie nur finden 🙂 Mein Kumpel Jens Stratmann hat mit http://www.rad-ab.com/ eine feine Plattform geschaffen, da sind auch echte Perlen dazwischen. Schau mal rein 🙂

      Der Granada kommt vielleicht ins Fernsehen, tatsächlich. Und parallel mein Dottore Audi auch. Wird eine Reportage zum Thema „Mein erstes Auto“, mehr darf ich aber noch nicht verraten. Wenn das losgeht wird es hier selbstverständlich sehr prominent angekündigt werden 🙂

      Rocken wir den Freitag!
      Sandmann

  4. m30lars says:

    Moin Jens,

    ich Missbrauche mal die Kommentarfunktion für Bilder zum E28. Das Auto ist einfach Traumhaft zu fahren. War ein großer Segen, mal nicht bei jedem Bremsbuckel bis zum Stillstand zu bremsen, damit ich mit meinem schwarzen tiefergelegten Boliden drüberrollen kann. Ich muss dazu sagen, dass meiner nicht extrem tieferlegt ist.

    Mit dem „Lachssilbernen“ kann ich einfach gemütlich rüberfahren und er ist, sagen wir mal so, spritsparender und ist nicht so hart wie der schwarze. Möchte trotzdem beide nicht missen. Obwohl beide die gleiche Karosserie haben, sind es grundverschiedene Autos.

    http://s14.directupload.net/images/141011/btpqhlhg.jpg

    http://s14.directupload.net/images/141011/eeycpqh8.jpg

    http://s14.directupload.net/images/141011/bmt3ojqt.jpg

    http://s14.directupload.net/images/141011/heon8kpo.jpg

    http://s14.directupload.net/images/141011/8g7c9h7m.jpg

    Gruß, Lars

    • Sandmann says:

      Ay Lars,

      hollala der silberne E sieht ja wirklich richtig gut aus!
      Klasse, danke für die Bilder 🙂

      Ich kümmere mich gerade verstärkt und zwangsläufig um meinen Audi, der ja auch silber ist. Mein halbfinnisches Fräulein Altona ist mit dem dicken Daimler derzeit täglich bis Abends beruflich in Lüneburg, da ist der Dottore meine einzige Chance auf Mobilität. Und abgesehen von einer kompletten Motorrevision genau in diesen drei Wochen macht er sich bisher ganz gut 🙁

      Sandmann

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