Zwischendurchbericht von der REDSTAR-Wiederbelebung

Stolze Besitzer eines REDSTAR

Stolze Besitzer eines REDSTAR

Okay, okay – also bin ich weich geworden und versorge euch artig mit den geforderten Informations.

Das Ziel vor Augen

Heute ist Montag … und montags bin ich neuerdings irgendwie immer richtig platt – platt vom Wochenende! Dabei soll ein Wochenende doch eigentlich immer der Erholung dienen. Eigentlich – das ist richtig. Uneigentlich steht da aber ein zwanzig Jahre alter VW T3 in meiner Garage … der wiederum eigentlich (mein Ziel!) im kommenden Frühjahr wieder am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen soll.

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Zuversicht

Zuversicht

Bis dahin, habe ich mir in den Kopf gesetzt, muss das seltene Verkehrsmöbel noch partiell verjüngt werden. Denn die Zeit hat Spuren hinterlassen. Dabei bin ich mir ziemlich sicher, dass es keiner der fünf Vorbesitzer sehr gut mit dem „REDDY“ (wie Bronx ihn immer nennt) gemeint hat. Ich spüre bei der Restauration an einigen Stellen deutlich konsumierende Einstellungen seiner ehemaligen Besitzer nach dem Motto „ein Auto ist ein Gebrauchsgegenstand“. Alle sind mit ihm wohl nur nach dem Motto „Aufreissen, Reinsch..ssen, Wegschmeissen“ umgegangen. Niemand hat aber erkannt und beachtet, dass so ein Gefährt auch eine Seele haben kann. Oder etwa nicht? Wer behauptet etwas Anderes?

Ein Werk des Braunen Eisenbeissers

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... und auch hier ein typisches Frassbild

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Problemzone Front

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Ist mir eigentlich aber egal: mit dem Strippen des REDSTAR und dem Arbeiten an seiner Karosserie habe ich gleichzeitig seine Seele freigelegt. Und ich merke, dass er mit meiner Hilfe stark genug ist, wieder zu genesen.

Das Leben hat es nicht immer gut gemeint - ein Parkrempler?

Okay … ich habe ganz bestimmte Ansprüche. Immerhin lassen mich genau diese alle anstehenden Arbeiten akribisch planen und durchführen. Ich hätte beispielsweise die rostigen Stellen auch einfach nur zuspachteln können. Und dann? Aus meinen ewigen Autobasteleien – also reichlich gemachten Erfahrungen – weiß ich aber, dass eine solche Vorgehensweise den sicheren Tod meines Fahrzeuges bedeuten würde – das Problem wäre zunächst nur oberflächlich behoben. Im Untergrund würde der Eisenkrebs aber weiter gedeihen und umsichgreifen. Irgendwann, meist viel zu früh, wäre das Problem dann wieder da – und meistens schlimmer als beim letzten Mal. Oder sogar so verschärft, dass es sich direkt erledigt hat.

Also haben wir (wie gut, dass meine Frau auf meiner Seite ist uns mich tatkräftig unterstützt) Mittel und Wege gefunden, die rostigen Stellen großflächig zu restaurieren. Nach der Bestandsaufnahme stand jedenfalls fest: der REDSTAR erhält einen neuen unteren Teil der Front, beide Seitenteile (hinten links und rechts) werden ersetzt, der Schwellerbereich gegenüber der Schiebetür und auch beide Einstiege vorn werden erneuert. Dem Internet sei Dank: Firmen wie „Bullisammler.de, Dem Raana sein VW-Shop“ oder „Buschef.de“ (alles Adressen, die wir durch Stöbern bei eBay gefunden haben), aber auch eBay selbst tragen ungeheuer wichtige Teile des Erfolges unserer REDSTAR-Restauration bei.

Facelifting-Blech

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Wie eine neue Hüfte - ein Seitenteil

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Blechkrams für das zweite Leben

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Die ganz speziellen anderen Teile gibt es nicht als Reparaturbleche. Die Ecke an der Front auf der Fahrerseite, der untere rechte Windschutzscheibenrahmen, der Fensterrahmen gegenüber der Schiebetür, die Ecke am hinteren rechten Motorbelüftungsschacht sowie den unteren Fensterrahmen der Heckklappe „gewinnen“ wir auf einem Schrottplatz.

Detailarbeiten an den Sitzen

Die beispielsweise recht ausgelutschten Sitze unseres Exemplares werden durch identisches Gestühl von eBay ersetzt (wie? dazu demnächst Detailiertes!). Bei der Beschaffung konnten wir am Tag der Deutschen Einheit (wie passend) auf den tatkräftigen Einsatz von Bronx und Angelina bauen – und dabei auch gleich Dahlewitz kennen lernen … aber das ist eine andere Geschichte. Oder doch nicht? Na gut – ein paar Bilder sind wohl drin:

Sitzübergabe in Dahlewitz: bei der Gelegenheit lernen wir u.a. auch Bronx' "Dicken" kennen

Frühstück bei Angelina & Bronx

"Tag der Deutschen Einheit" an der Glienicker Brücke

Bronx & El Gigante

Ost meets West, West meets Ost, Bronx meets El Gigante, El Gigante meets Bronx

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... auf dem Weg

Dank der momentan günstigen Wetterbedingungen wird am kommenden Wochenende mein altbewehrter Lackiererfreund Ralf die inzwischen rohbaufertige Front spachteln und schleifen … erste Schritte in Richtung Lackierung. Für den Fall, dass es dann bald kälter und winterlicher wird, ist vorgesehen, die Garagenwerkstatt mit einem Holzofen auszustatten (der Ofen steht auch schon – ich muß „nur noch“ für eine vernünftige Abgasführung sorgen).

Nebenbei läuft natürlich das „normale Leben“: Arbeiten, Essen, Schlafen – und das Ganze immer wieder von vorn. Ehrlich gesagt werde ich ziemlich froh sein, wenn der REDSTAR irgendwann mal auf dem Trailer zur Lackiererei unterwegs ist. Geplant ist das um den Jahreswechsel 2012/2013, wahrscheinlich aber erst im Januar 2013.

Ich halte euch auf dem Laufenden!

El

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16 Responses to Zwischendurchbericht von der REDSTAR-Wiederbelebung

  1. Snoopy says:

    Ihr legt ja ein tolles Tempo vor !

  2. bronx says:

    Moinsen Gesichts-Chirurg,

    Schön geschrieben! „Die Seele freilegen“… Crazy for cars, das bist Du wirklich. 😉

    Ich finde Reddy sieht schon gesünder aus als auf den ersten Bildern, unmittelbar nach dem Kauf. Die Medikationen und Eingriffe zeigen Wirkung. Man könnte sagen, die Befindlichkeit des Herrn Baron wirkt etwas stabiler 😀

    Ich muss schon sagen, da hast Du Dir ein hartes Stück Arbeit an Land gezogen. Passt aber zu Dir: Barfuß oder Lackschuh – dazwischen gibt es nix!
    Wenn der Herr genesen ist, wird er wahrscheinlich, dank Deines manischem Perfektions-Dranges besser da stehen, als er Graz je verlassen hat. Sei froh, das Deine Oli so mit zieht. Eine Seele von Mensch, wie ich am 3. wieder merken durfte. Auch die Flex-Arie mit Sohnemann bringt ja Momente mit, die verbinden. Ich kenne das von meinen beiden Bengels. Der Weg einer Restauration, so denn alle daran Spaß haben, ist allein schon was wert.

    Die Aktion mit den Sitzen, nicht der Rede wert. Gern geschehen! Das es dann noch mit den Kopfstützen geklappt hat (waren das zwei?), umso besser.
    Am Ende des Tages lernte ich Deutschlands einzigsten sieben-sitzer A2 kennen 😀

    Dann sieh zu, das Du Deine Räumlichkeiten warm bekommst, sonst erkältet sich nicht nur der entblöste Reddy, sondern auch noch sein „Chirurg“. Und das wollen wir doch nun wirklich nicht!

    In diesem Sinne, Gruß aus TF.
    Bronx

  3. SteffenG says:

    Hey Jungs!

    schöne Arbeit!
    Sagt mal, die typischen Rostfänger zwischen den Seitenteilen galten ja immer als „unrettbar“. Da wurde wohl zwischen den Blechen nicht ausreichend Korossionsschutz betrieben. Dank des Kapillareffektes hat sich das Wasser hier ja bei etwas poröser Dichtmasse mit dem Eisenbeis vergnügt….
    Wie bekommt man sowas wieder hin? Doch nur mit Austausch, oder?

    Steffen.

    • El Gigante says:

      Hi Steffen,

      oh – ein heikles Thema! Nachdem ich jetzt das hintere linke Seitenteil bei unserem REDSTAR herausgetrennt habe und die Nähte in auseinandergenommenem Zustand begutachten konnte, bin ich von einem Konstruktionsfehler überzeugt … oder von „bewußter Korrosion ab Werk“. Die Nähte rosten nämlich nicht von außen nach innen sondern genau umgekehrt! Kondenswasser läuft von innen am Blech herunter und bleibt auf den geschweißten aber nur mäßig mit Lack (natürlich keinesfalls mit Wachs!) versiegelten Falzen stehen … den Rest erledigt die Zeit.

      Wenn man also aktiv etwas dagegen unternehmen will, dann muss man erstmal dafür sorgen, dass die entsprechenden Stellen vom Rost befreit werden (mechanisch oder chemisch). Ich nehme dafür Fertan. Das hat sich schon mehrfach bei meinen K70 bewährt. Bei diesem Verfahren wird der verbleibende Rost in ein passives Pulver umgewandelt und mit klarem Wasser abgespült (was sehr wichtig ist aber von vielen Anwendern oftmals vermieden oder vergessen wird). Anschließend muss das „brünierte“ Metall unbedingt mit Lack (und/oder in Hohlräumen auch mit Wachs) überzogen werden.

      Die Fugen werde ich von außen nach der hochwertigen Zinkfarbe mit SIKAFLEX versehen. Von innen werde ich sie nach dem Zinkauftrag von Hand lackieren und anschließend bis zum Gehtnichtmehr mit Wachs versiegeln.

      Der IST-Zustand der Nähte ist natürlich nicht ganz unwichtig. Ist das Blech an den entsprechenden Stellen schon durchgerostet, dann ziehe ich persönlich den Austausch vor … ist aber ’ne echte Scheissarbeit! Aber hinterher hat man auf jeden Fall seine Ruhe!

      El Gigante,
      der bei seinem REDSTAR dem Rost DEN KAMPF angesagt hat … und ihm auch den GARAUS machen wird! HARRRRR!

      • Sandmann says:

        Aloah Graf Zahl *BLITZ!!!DONNER!!!* 😉

        hast du schon tatsächliche LANGzeiterfahrungen mit Fertan gemacht? Ich habe das zuletzt an meinem Granada angewendet, also vor 20 Jahren, und auch alles abgewaschen… Das ist trotzdem darunter langsam weiter gerostet.
        Würde mich mal interessieren. Ich habe ja auch noch die eine oder andere Roststelle vor mir…

        Sandmann

        • El Gigante says:

          Also – Beispiel: als ich vor zehn Jahren meinen marathon-metallic-farbenen K70 aus seinem Hühnerstall-Verlies befreite, klafften in den beiden vorderen Kotflügeln an ganz typischer Stelle je ein Rostloch. Entgegen dem Willen des Lackierers habe ich dort Fertan angewendet. Anschließend sind die Stellen lackiertechnisch „ganz normal“ abgehandelt worden. Den hinteren linken Radlauf habe ich hingegen unbehandelt gelassen („du wirst sehen, Fertan bringt gar nichts!“).

          Im Frühsommer diesen Jahres konnte ich das „Blühen“ des hinteren Radlaufes nicht mehr ertragen … habe ihn entrostet, mit Fertan behandelt und anschließend lackiert.
          Die Kotflügel vorn geben seit zehn Jahren Ruhe – es blüht nichts mehr!

          Ein weiteres Exampel: ich habe vor rund 14 Jahren die verchromten Stoßstangen des sonnengelben K70 entrostet und mit Fertan behandelt. Anschließend habe ich die entsprechenden Stellen mit silberner Farbe gestrichen. Die Stoßstangen sehen heute so aus wie direkt nach der Restauration – sie sind noch immer rostfrei!

          Jetzt die möglichen Gründe für deine Misserfolge mit Fertan: schon mehrfach hast du über deine winterlichen Touren mit alten Autos berichtet. Glaube mir: das Streusalz ist der teuflischste Feind aller (und besonders alter) Autos. Da kannst du fertanisieren bis du schwarz wirst – sobald das Metall wieder in Kontakt mit Salzwasser kommt, geht der Kampf wieder von vorne los.

          Nicht FERTAN hat versagt, sondern mit dem Fahren im Salz bist du einfach zu weit gegangen. Und das sage nicht nur ich – das wird dir Jeder erklären, der sich in der Materie auskennt.

          Meine Schätzchen bleiben deshalb im Winter drin!

          El

          • bronx says:

            Moin,

            als jemand, der im Laufe der Jahre die verschiedensten Mittelchen ausprobierte, möchte ich dir gar nicht widersprechen-was Fertan anbelangt. Aber, ohne anschliessende Konservierung nützt der beste Rostumwandler nichts. Wenn Jens bei seinem Granada das Zeugs vor 20 Jahren draufgepappt hat und dann nicht konservierte, dann kann Fertan auch nix machen. Irgentwie vertan! Meine Erfahrung lieber El: es gibt KEINEN absoluten Schutz ohne Konserve! Ob das nun Mike Sanders ist, oder das gute Ostdeutsche „Elaskon KML 60“, welches seinen Job auch sehr gut erfüllt, zu einem Bruchteil der Kosten, von Konkurrenzprodukten!
            NICHTfahren ist sicher eine Alternative, aber keine schöne. Ich würde meinen Caravan im Winter auch gern bewegen, schon der Automatik wegen, aber dann könnt ich in zwei Jahren wieder anfangen.
            Es bleibt beim bekannten Problem: wer im Winter fährt, muss halt mehr tun.

            Bronx

  4. Daemonarch says:

    Mag das, und freue mich irre auf das Endergebnis (und natürlich den Weg dorthin)

  5. El Gigante says:

    Höhöö – lustig, dieser Bericht ist auch in motorkultur.com gelandet 🙂

    • bronx says:

      „Wer hat’s versaut“? 😀

      • Sandmann says:

        El,

        alles, was hier veröffentlicht wird landet da. Ralf hat einen RSS Feed auf meinen Blog gelegt. Das ist normal 🙂
        Aaaaber deine Prospekte sind in den Titelberichten ganz oben, DAS ist nicht normal 😉

        Sandmann

        • El Gigante says:

          … dann sollten wir uns aber mal was mit der ausgefuchsten WORDPRESS-Austricks-Idee (die weißen unsichtbaren Striche zur richtigen Platzierung von Fotos) überlegen – die erscheinen da nämlich plötzlich alle wieder schwarz und sind somit nur im Dunkeln nicht zu sehen! 😉

          El

          • Sandmann says:

            🙂
            Oha. Na, probier doch mal ein wenig rum… Es gibt ja auch die Möglichkeit, eine Galerie einzubauen. Das ist mir aber noch nicht so gelungen, dass es auf allen Browsern gut aussieht…

            Sandmann

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