Wir leben in einer Zeit, wo ein Liter Diesel 2,50€ kostet (nicht nur um 12 Uhr Mittags 😳) und wo es als hip und nachhaltig gilt, die letzten Kilometer zum Büro als erwachsener Mensch nicht zu Fuß, sondern auf einem kleinen Elektroroller 🛴 zurück zu legen. In dieser Zeit bewege ich ein Kraftfahrzeug jenseits der allgemeinen Toleranzgrenze. Einen im neuen Jahrtausend überkonstruierten Kahn, schwer und groß und randvoll mit edlen, alternden Materialien. Einen von Klassikerfans verachteten Schrotthaufen voller Elektronik und Steuergeräte. Zwei Tonnen Wohlstandsmüll, ein Groschengrab aus Stahl, Aluminium und Plastik. Und ich behaupte, so ein Phaeton hat eine Seele. Und – man bekommt inzwischen auf dem Schrottplatz Ersatzteile! Kommt mit auf einen Abend voller Kunststoff und Gedanken.
Schrottis. Es gibt sie immer noch.
Ferdinand Piëchs Phaeton war 15 Jahre lang der Versuch, eine in Dresden handgefertigte Oberklasse am Markt zu etablieren. Bei Einstiegspreisen von 100.000 Euro spielt heute der Literpreis für Kraftstoff nur eine untergeordnete Rolle, damals spielte eigentlich überhaupt nichts irgend eine Rolle. Ein Phaeton war und ist das! Auto. Sein Scheitern wurde im Netz episch dokumentiert und kommentiert, für mich ist er dadurch jetzt – genau wie sein alter Bruder im Geiste, der Audi V8 – umso begehrenswerter. Mein 3.0 „Individual“ lag 2007 mit einigen Sonderwünschen sogar noch deutlich über dem Einstiegspreis, aber was interessiert mich der finanzielle Wahnsinn eines Erstbesitzers? 😉 Ich suche einen blessurfreien vorderen Stoßfänger. Und ein Vögelchen hat mir geflüstert, dass bei der Kieler Autoverwertung ein Phaeton liegt. Auf dem Schrott. Ein Phaeton!
Vom Kanzleramt zum Autoverwerter
Das ist ein Satz, der mit den ursprünglichen Wolfsburger Plänen nicht übereinander zu legen ist: Ein VW Phaeton liegt aufgebahrt auf dem Schrottplatz. Anfangs hat der Konzern Leasingrückläufer und junge Gebrauchtwagen zurückgekauft und in Manufaktur wieder aufgearbeitet – und damit die Preise hoch gehalten. Aber das ist 20 Jahre her. Von den etwas über 84.000 gebauten Limousinen sind viele inzwischen am Rand ihres Lebens angekommen. Oder schon einen Schritt weiter. Tot. Zerlegt. Durch dekadente Gleichgültigkeit und die mangelnden finanziellen Möglichkeiten der Dritt- und Viertbesitzer sind viele einst edle Luxuskarossen in die Vernachlässigung abgeglitten. Waidwunde Schlachter gibt es heute für 1.500€. Wir befinden uns gerade am Scheitelpunkt dieser letzten großen Generation, wir erleben das Ende einer Legende 😳
Ende Legende
Das ist das GO! für die spät Mutigen, die – wie ich – jetzt auf viele bezahlbare Ersatzteile aus Schlachtfahrzeugen zurückgreifen können. Träume WAGEN. Das war mal ein gutes Drivestyle Magazin aus Hamburg, für das ich eine Dekade lang geschrieben habe. Alles weg. Schade. Aber der Titel ist für mich Programm geblieben. Träume wagen. Mach ich. Auf dem Hof der Kieler Autoverwertung liegt tatsächlich ein stromleerer aufgebockter Phaeton GP1, ein Sechszylinder TDI mit unpassend überheblicher V8 Auspuffblende. Lasst uns nochmal kurz über die Viertbesitzer und ihre Prioritäten nachdenken 🙄 Wir brauchen Strom und ein Starterkabel, um die Türentriegelung zur Mitarbeit zu bewegen. **KLACK** Der Innenraum strahlt Vollständigkeit aus, edles Leder, Wurzelholz und – eine Menge Schimmel.
VDO Digga. Hm. Ich habe gelesen, dass die zentrale Bedieneinheit im Alter die Grätsche macht. Über das Ding steuert sich das gesamte Entertainment, die Navigation und alle Komforteinheiten bis hin zum Luftfahrwerk. Für den ghettoblastergroßen Kasten werden gut und gern 300€ aufgerufen. Man kann das ganze Teil mit wenigen Schrauben komplett ausbauen, abstöpseln und rausziehen. Mach ich mal. Wenn ich schonmal hier bin.
Phaeton Fahrer können nicht geradeaus fahren
Weiter geht’s mit dem Stoßfänger. Schaut man sich im Netz nach alltagstauglichen Phaetons (Phaeten? Phaeti?) um, ist bei fast allen der vordere Stoßfänger mehrfach gebrochen. Bei meinem auch 😳 Können Phaeton Fahrer nicht kontaktlos geradeaus fahren? Für die meisten Puristen stellt das ein heftiges optisches Problem dar, sie wollen ihren namentlichen Sohn des griechischen Gottes Helios makellos in der Einfahrt schweben sehen. Von vorn. Neu gibt es dieses wuchtige Plastikteil nicht mehr, also ist man durchaus bereit, für eine faltenfreie Zweithand-Nase an die 500€ zu bezahlen. Teuer? Weil Plastik? Guckt euch mal an, was eine gebrauchte Chromstoßstange von einem Mercedes W 116 kostet.
Für mich ist das hier so was wie ein Schrauberworkshop. Der VorVorbesitzer von meinem Geburts-Dresdner hatte nachgewiesen vorwärtsfahrenden Feindkontakt, und vor allem die da drunter hausenden Komponenten wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die PDCs (Park Distance Control, diese runden Dupsen machen dass es piept wenn man jemandem zu nahe kommt) dödeln unmotiviert in ihren Löchern (aber funktionieren). Vor allem aber stecken die Spritzdüsen für die Xenonscheinwerfer in ihren angeknacksten Schächten fest und verteilen ihr schäumendes Wasser munter überall hin, nur nicht auf die Scheinwerfer. Mir egal. Dem TÜV aber nicht. Fun Fact: Erst kommt der eine raus und sprüht, dann der andere. Damit man nicht bei Nacht kurz benebelt „blind“ fährt. It’s not a bug, it’s a feature 😁 Also her damit, und es macht durchaus Sinn, sich im Vorfeld über die Positionen der vielen kleinen Schrauben zu informieren.
Gerade in der automobilen Oberklasse kaschiert man die hässlichen Schräubchen mit diversen Deckeln und Gittern oder versteckt sie dort, wo sie optisch nicht verraten, dass sie da sind. Wissen ist wichtig, denn gerade diese Kaschierungen brechen ab, wenn sie falsch behandelt werden. Das ist einer dieser Haken bei der Verwendung von Kunststoff – nach 20 Jahren wird pompös zu porös. Dafür rostet hier aber erstaunlich wenig, was habe ich die Schnauze voll von großflächig durchgerosteten Trägern und Schwellern 🙄
Arschlochschrauben
Bei jedem genial konstruierten, großen Wurf gibt es diese „Arschlochschrauben“. Also Schrauben, die einen Schrauber strukturiert in den Wahnsinn treiben können. Bei Audi und VW kennt man hier die Stahlbolzen, die in den Achsschenkeln aus Aluminium stecken und die Querlenker halten. Stahl und Aluminium gehen nach wenigen Jahren eine feste chemische Verbindung ein 😳 Wer mal versucht hat, solche Querlenker zu tauschen (ich) kennt den stündlich wachsenden Spaß dabei. Der vordere Stoßfänger vom Phaeton hat auch zwei dieser neuralgischen Punkte, die rosten zwar nicht fest, sind aber allein durch menschliches Geschick schlechter zu erreichen als die Grabkammer in der Cheops-Pyramide.
Irgend ein VW-Ingenieur dachte sich eines Abends bei Cognac und Zigarre: „Hey, wir verteilen hier vorn die meisten Schrauben gut zugänglich. Aber damit nicht jeder Normal Sterbliche einfach so den ganzen Stoßfänger abschrauben kann setzen wir links und rechts unter den Verkleidungen der Radkästen noch je eine, die von hinten durch den (Kunststoff)Kotflügel weit nach vorn unter den Scheinwerfern den Stoßfänger festhält„. Und dann hat er teuflisch gelacht, ⚡ während über dem nächtlichen Abendhimmel ein Gewitter niederkrachte. MUUUHAHAHAHA!!! 😈 Ja gut. Okay. Wenn man von diesen Schrauben nicht weiß oder sie unter Gewaltanwendung ignoriert, brechen die beiden Halterungen vorn raus – und alles ist dahin. Also verlängere ich eine kleine Knarre mit Steckelementen auf rund einen halben Meter und suche mit viel Gefühl zwischen dem Straßendreck der letzten 20 Jahre die nicht sichtbaren Torx Schrauben. Es… klappt tatsächlich!
Plastik bricht, ist aber nicht böse
Diese Erkenntnis mag so manchem Herrenfahrer nicht gefallen: Ja, auch Plastikteile lassen sich abbauen, austauschen und sogar reparieren. Blech muss man schweißen, wer noch immer den Mercedes W 124 als das letzte echte Auto bezeichnet hat selbst vermutlich noch keine Blecharbeiten an dem Ding machen müssen. Kunststoff lässt sich aufarbeiten, „flicken“, kleben und lackieren. Das Abbauen des gesamten Stoßfängers (mit dem Wissen wo die Schrauben sind) hat keine 20 Minuten gedauert. Und darunter kommt einiges ans Licht, was mir im Rahmen meines Workshops weitere Erkenntnisse bringt. 👉🏻 Die Hochdruck Spritzi Düsen stecken gar nicht in Schächten im Stoßfänger – sie sind an massiven Kunststoffhaltern mit dem Frontblech verschraubt. Im Stoßfänger sitzen nur die Klappen. Klappauf – WWSSSHHHHH SPRIIIITZ!!! – klappzu. Brauche ich dann… gar keinen anderen Stoßfänger sondern nur diese Kunststoffhalter?
Egal. Nu isser ab, nu kommter auch mit. Nicht exakt der richtige Farbton, aber schwarz ist ja dem anthrazit ähnlich. Zu viel Perfektionismus bei einer alternden Oberklasse kann einen tatsächlich in den Ruin treiben. Ich habe da bei der Optik ein relativ dickes Fell. Man darf dem Auto seine 20 Jahre ansehen, ich schminke mich selbst ja auch nicht 😁 Den kleinen Kabelbaum der PDCs und die Nebelscheinwerfer noch absteckern, und der komplette Stoßfänger ist frei. Yeah! Was für ein wuchtiges Teil!
Basar der Begehrlichkeiten
Wenn ich hier schonmal auf den Knien hocke kann ich auch gleich die neu entdeckten massiven Kunststoffhalter und die Spritzdüsen selbst abbauen 😇 und auf den kleinen Haufen der geborgenen Schätze legen. Schraub schraub schraub quietsch quietsch **plopp**. Auch nach so vielen Jahren sind alle Schrauben gangbar, lösen sich die Muttern und zeigen sich die mechanischen und elektrischen Komponenten hier an der Phaeton Nase in tadellosem Zustand. Ich schraube gern mit Plastik. Letztendlich ist das der gleiche Vorgang wie bei Autos aus den 70ern, nur mit weniger Rost. Und jetzt? Brauche ich noch was? Eigentlich nicht, aber das Vorhandensein von ALLEM ist so verlockend…
Ich packe meine Kleinteile in einen Karton und verhandel mit dem Chef einen guten Gesamtpreis. Jaaaaa, alles ist teurer als bei einem Golf III, aber hier liegt ja auch eine Menge mehr Auto rum. Es sind genau diese geizigen Generationen von Viertbesitzern, die sich über höhere Ersatzteilpreise aufregen und glauben, sie können eine 100.000-Euro-Oberklasse mit einem ATU Ölwechsel und ein paar neuen Bremsbelägen noch drei Jahre pannenfrei fahren. Die dann an verschlissenen Motorlagern oder verrosteten Hydraulikleitungen scheitern und den kompletten Wagen als „fast fertiges Projekt mit wenig Arbeit“ und den Worten „was für eine anfällige Scheißkarre“ wieder auf den Markt werfen. Die sind der Grund, warum es inzwischen diese vielen Ersatzteile gibt ☹️ Und warum man auf dem Schrottplatz einen traurigen Phaeton finden kann. Auf dem Schrottplatz. Ich kann das eigentlich noch immer nicht richtig verstoffwechseln.
Plastik wird zu Gold
Ich komme vielleicht die Tage nochmal wieder und rupf noch mehr aus dem zur Ruhe gebetteten Dresdner Dickschiff raus. Ich bin zwar überzeugt davon, dass dieser klassische Satz „haben ist besser als brauchen“ mittelfristig ins Ersatzteil-Messietum führt – aber es gibt einige wenige dedizierte Schwachstellen an einem VW Phaeton, auf die man sich vorbereiten kann ⚙️ Ich will diese wundervolle Reiselimousine noch lange bewegen. Gegen alle Vernunft und trotz eines Dieselpreises der höher ist als das wöchentliche Taschengeld meiner kleinen Tochter.
Ich poste ein Bild von mir und dem erbeuteten Stoßfänger mit schmutzigen Händen auf Facebook. Noch auf dem Rückweg nach Hause klingelt mein Handy. „Sag mal willst du den Stoßfänger verkaufen?“ Nein, eigentlich will ich den selbst haben. „Aber ist der ohne Risse und Brüche? Schwarz? Ich will den haben!“ Ja der hat nur Kratzer. Aber ich wollte den eigentlich… „Ich zahl dir jetzt sofort 700€ über PayPal und hole den morgen ab!“ Äh.
Und so sitze ich zwei Tage später vor meinem Auto. Immer noch mit dem gleichen etwas rissigen Stoßfänger wie vorher, aber mit reparierten Aufhängungen für die jetzt tadellos funktionierenden Spritzdüsen. Mit ein paar Ersatzteilen, einem zweiten zentralen Bedienteil und einigen Hundertern Gewinn in der Tasche 😁 Dieser Workshop wurde unerwartet gut bezahlt. Sollte ich hauptberuflicher Autoschlachter werden? Nee. Aber vielleicht… hm… Egal! Mein Auto scheint zu seufzen. Auch bei diesem „Neuwagen“ kann man selbst schrauben, reparieren und erhalten. Das ist nachhaltig und zieht eine Menge handwerkliche Zufriedenheit nach sich. Heavy Metal der 70er und 80er ist geil, aber nicht pauschal das Ende der Machbarkeit. Es geht immer weiter, und bald mit diesem VW Phaeton von Kiel nach Österreich. Wir lesen uns.
Sandmann
































Moin Jens,
schön, mal wieder was von Dir zu lesen!
Was soll man sagen – einen Phaeton auf dem Schrott… das ist schon brutal. Man könnte sagen: ein Sinnbild für die Entwicklung, die unser Land in den letzten 20 Jahren genommen hat.
Irgendwann rette ich auch nochmal einen. Wie das bei mir so ist, läuft mir bestimmt irgendwann so todgeweihter „Vorbesitzer wollte mal dicke Limo fahren, aber keine Kohle für Bremsbeläge“ – Kiesplatzkandidat über den Weg und ich bin der Meinung, das Ding retten zu müssen. Das mache ich dann. Meistens bleiben sie dann bei mir und manchmal werden dann sogar drei Kinder darin groß.
Weitermachen.
Gruß, Atze
Ay Atze,
dieses „Retten“ aus der vierten Reihe ist irgendwie romantisch. Allerdings muss ich dich da entzaubern, wenn ein Phaeton länger stand oder die Fehler zu lange ignoriert wurden fic**t er dein Gehirn. Die Elektrik muss intakt und bewegt sein. Oft findest du welche mit Schiebedach, bei denen die Abläufe nicht gereinigt wurden und dann das in den Fußraum laufende Wasser die dort angesiedelten Steuergeräte tötete. Dann ist eigentlich alles vorbei. Sowas bekommst du nicht mehr glatt gezogen.
Auch das Fahrwerk will geliebt und gefahren werden. Aber schau ruhig 😊 Und wenn du mal fündig wirst melde dich. Ich kann dir – zumindest vom TDI – die Schwachstellen aufzeigen. Es sind immer die gleichen.
Liebe Grüße
Sandmann
Das wird definitiv eine Herausforderung – ich bin da aber aus beruflichem Background nicht feige. 😉
Abgesoffene Steuergeräte… ja.. das war der „Getriebeschaden“ meines A6, mit dem ich ihn vor 15 Jahren vorm Exportkollegen gerettet habe. Kompost in den Schiebedachabläufen und das Steuergerät sitzt….#Trommelwirbel# im Beifahrerfußraum.
Das Luftfahrwerk ist natürlich so eine Sache für sich. Ich habe vor vielen Jahren einige traumatische Erfahrungen mit diesen A6-Allroad Luftfahrwerken sammeln dürfen… das wird beim Phaeton noch eine Schippe spannender sein.
Ein Diesel gehört bei mir nur in Nutzfahrzeuge ! Das Ist aber nur persönliche Spinnerei, der 3.0 TDI ist eine tolle Maschine, solang da nix dran ist. Ich hatte die Ehre, in meinem Leben drei Mal die Steuerkette bzw. deren Gleitschienen / Spanner machen zu dürfen – Du weißt ja, was das bedeutet. 😉
Aber wenn der Rest des Fahrzeugs passt… ich könnte mich erweichen.
Grüße !
Und nochmal ay Atze,
man kann sich natürlich lange darüber unterhalten, wieso die Ingenieure die Steuergeräte ausgerechnet im Fußraum untergebracht haben. Und wenn schon, warum dann nicht wenigstens 10cm weiter oben, denn allein wenn man mal ein Fenster offen lässt und es nennenswert reinregnet kann das dann das Ende der gesamten Elektronik sein. Kann. Muss nicht. Und auch wenn es unsinnig da ist – es ist da nun mal 😊 Deshalb kaufte ich einen OHNE Schiebedach. Ernsthaft.
Luftfahrwerke, lernte ich inzwischen, kochen auch nur mit Wasser. Es gibt komplette Federstempel neu für weniger als 300€. Nicht original, aber egal. Bei meinem sind die vier alle noch gut, der hält die Höhe auch über zwei Wochen Standzeit. Na dann, wir werden sehen.
Der Diesel ist für mich ein guter Kompromiss aus Wirtschaftlichkeit und Fahrkomfort. Lass auf jeden Fall die Finger vom allerersten Benziner-V6, den gab es nicht lange, aus Gründen. Ich glaube der V8 ist eine gute Wahl, der W12 ist ein unfassbarer Motor, aber allein der Zündkerzenwechsel dauert einen halben Tag. Fein für’s Sonntagsauto, ich persönlich will aber fahren. Im Alltag.
Es gibt noch das Thema durchgerostete Hydraulikleitung im linken vorderen Radkasten, die gibt es nicht mehr, eine Nachfertigung mit Schneidringen (für 20€) auf dem betreffenden Teilstück tut es aber auch hervorragend. Bei Fragen sprich mich an 😉
Na ja und das Thema Heckklappe, hydraulisch, der Kabelbaum zum Schloss knickt gern sprichwörtlich ab und dann geht’s nicht mehr auf. Ein Klassiker. Das kann man aber löten oder nachbauen.
Von GP1 bis GP3 gibt es diverse Unterschiede. Aber wenn du nicht fachfremd bist wirst du dich da schlau machen. Du wirst hier immer wieder mal was lesen, ich hab den GP1 von 2007 und schon einige Erfahrungen gesammelt 😇 Aktuell läuft er tadellos. Und wenn mal nicht – kommt der XM wieder ins Spiel. Der steht hier und ist einfach nur funktionierend da. Oder der Panda. Ich muss noch so viele Geschichten schreiben 😁 ich versuche da langsam mal wieder hinterher zu kommen.
Bleib neugierig.
Welche Farbkombination und welche Innenraumfarbe schwebt dir denn so vor? Die „Individual“ Konfigurationen können sehr sexy sein…
Sandmann
Also, so bekloppt, wie es klingt: die Farbkombi des Schlachters aus dem Beitrag – das wär jetzt was für mich.
Oder, wenn man mal träumen darf: Perlmutt LG9D, helles Leder innen.
Jetzt muß ich aber erstmal die Zeit bis zum Frühling nutzen, den weitgereisten A6 einmal auf links zu drehen. Der wird nämlich demnächst 30 und ich hab da so ein paar Baustellen. Muß nicht perfekt werden, ich bin kein Spaltmaß-Fetischist – so ein Auto hat ja ge- und drei Kinder überlebt… aber so langsam wird es Zeit. Und dann brauche ich noch einen Bus – so lang die Kids noch Lust haben, mit mir Campen zu fahren.
Ja – das geht auch in einer Limo, ich kenne die Beiträge mit dem V8 in Südfrankreich. 😉 Notfalls…
Grüße!
Ay Atze,
lustig… helles Leder mochte ich noch nie. Irgendwie muss ich da immer an Milch denken, oder Joghurt. Oder sowas. Und unpraktisch ist es obendrein 😉 Aber jeder wie er meint.
Dass ein A6 30 Jahre alt wird klingt irgendwie komisch. Ich komme noch aus dem Audi 100 Zeitalter, ich kann mich nur schwer dran gewöhnen dass damalige Neuwagen jetzt schon Oldtimer sind oder werden. Das hält einem den eigenen Alterungsprozess deutlich vor Augen 😳
An einem Bulli denke ich ja auch noch rum, sogar recht konkret und schon sehr lange. Ich habe total Bock auf Camping Urlaube. Aber noch ein Auto…? Hm. Na ich denke mal weiter nach. Und ja, kreatives Packen mit einer Limousine ist schon was Feines 😁
Schönes Wochenende
Sandmann
Da sagst Du was.
Uns trennen glaub ich genau zehn Jahre – aber auch mich irritiert es maximal, ein H-Kennzeichen an so ein Auto zu schrauben. Für mein „Empfinden“ gehört sowas an einen Typ 43.
Richtig, der eigene Alterungsprozess. Beängstigend. 1997/98 war ich 16, 17 Jahre alt und so ein A6 ein Auto vom anderen Planeten. Heute liege ich da drunter und pinsle Owatrol auf Aggregateträger.
Das mit dem Bus… ich hätt ja so gern wieder einen T4… Schweißen kann ich – aber noch eine Baustelle und noch mehr Autos… aber wem sag ich das. 😉
Camping ist im Moment auch wieder voll mein Ding, zumal die Kinder mit 8, 10 und 15 noch Bock drauf haben. Kennst das ja – ich mach das halt alles zehn Jahre zeitversetzt.
Was für ein Bus schwebt Dir vor?
Sandmann, lieber Sandmann, es ist noch nicht soweit!
Unser wunderbarer Phaeton 3D, Baujahr 2011, hat nun satte 200.000 Kilometer runter – und rollt.
Wenn ich als Beifahrerin unter dem champagner – farbenen Himmel liege und dabei auf die Wurzelholz-Innenkonsole schaue, wird mir jedes Mal ganz warm ums Herz. Selbst der Handgriff, an dem ich mich niemals festhalten muss, weil der Kahn einfach so unfassbar gut in der Kurve liegt, ist aus schönstem Holz. Und der soll irgendwann auf einem Schrotthaufen landen? Allein bei dem Gedanken kommen mir ja schon die Tränen.
Es gibt wohl keinen Ort, an dem ich lieber ruhige Lounge-Musik, fette Disco-Beats und Hip-Hop hören möchte als mitten im Dynaudio-Soundsystem dieses fahrenden Wohnzimmers.
Ich erinnere mich noch sehr gut daran, als ich das erste Mal einen Volkswagen Phaeton – lediglich von hinten – auf der Autobahn an mir vorbeiziehen sah. Da wusste ich sofort:
„Das muss ein wirklich gutes Reisegefühl sein!“
Und genauso ist es.
Wäre es nicht ein Ausruf aus einer Mercedes-Werbung, würde ich sagen: „Willkommen zu Hause.“
Denn dieses Gefühl, wenn sich die Autotüren sanft selbst verschließen und ich das schnieke Leder sehen, berühren und riechen darf, ist jedes Mal Balsam für die Seele.
Doch auch unser „Büffel“ hatte schon manches Mal merkwürdige Infekte:
Vom eleganten Kabelsalat rund um die Heckklappe über eine völlig absurde Fehlfunktion des hinteren Rücklichts und die nicht mehr herausnehmbare Wegfahrsperre, die offenbar durch das höhenverstellbare Lenkrad beleidigt wurde, bis hin zum mit lautem KNALL des zerfetzten Luftfederbalges war eigentlich schon alles dabei.
Autschn!
Aber was soll’s?
Nachhaltiger kann man ein Auto doch kaum fahren, als dieses Schätzchen mindestens über die 300.000-Kilometer-Marke zu bringen.
Wir sind schließlich stolze Zweitbesitzer dieser feinen Luxuskarosse, die tatsächlich in der Dresdner Manufaktur einst wieder zu einem Neuwagen aufgemöbelt wurde. Und so ein bisschen Manufaktur-Adel verpflichtet schließlich.
So fahren und reisen wir mit dem leicht ergrauten Herrn noch ein wenig weiter..
Aktuell zickt bei uns die PDC. Vermutlich hat sich der Schatz beim Platzen des Luftfederbalgs ein kleines bisschen zu unsanft auf seine hübsche Nase gelegt. Ganz ehrlich:
Nach allem, was wir ihm schon so abverlangt haben, darf er auch mal ein bisschen beleidigt sein.
Aber für uns steht fest:
Auch das bekommt mein Mann wieder mal hin.
Und: Sandmann, lieber Sandmann, es ist noch nicht so weit! Der Phaeton bleibt.
Es ist noch lange nicht „Ende Legende!“ Liebe Grüße aus OWL.
wie seeeeehen noch den Abendgruuuuuß 🎶
Das kennt ja heute kaum noch jemand ☹️
Ay Micky,
wie schön, so ein ausführlicher Kommentar voller Freude, vielen Dank dafür. Is ja fast wie in alten Zeiten, als die Leser noch was dagelassen haben und nicht nur aufsaugten 😉
Von der Wegfahrsperre und dem Lenkrad las ich auch schon in meinen drei Selbsthilfegruppen. Vor sowas graut mir ja auch, oder wenn der Positionssensor des Wählhebels einen schlechten Tag hat. Wenn dir solche Sensor-Defekte die Petersilie verhageln möge es bitte am Heimatort sein. Und nicht irgendwo ganz weit draußen. Dann schimpfe ich doch und sehne mich nach dem Panda 😉
Dass die Luftfederbalge platzen ist ja auch selten. Meistens geben die langsam nach, und man hat Zeit, einen neuen zu besorgen.
Was ich an meinem Diesel schätze ist dieses stoische Laufgeräusch. Fast wie ein Schiffsdiesel. Und der Komfort ist ja wirklich sagenhaft. Wenn mir die geheizten Sitze sanft die unteren Rückenmuskeln massieren… da seufzt die immer sitzende Schreibeseele. Mein Plan ist momentan auch, den lange im Alltag zu fahren. Mal sehen. Wenn Autos zu sehr zicken verliere ich die Lust an ihnen. Sehr schnell. Bisher hält er sich aber gut.
In diesem Sinne, glück auf und weiterfahren 😊
Sandmann
😂 So wird’s gemacht! Und wenn der Büffel zickt, steige ich schnell in meinen kleinen Smart 451 Brabus und schleiche mich fort bis der Herr der Ersatzteile wieder alles reparieren konnte..
Yes.
Daher der Trend zum Zweit-Dritt-Viertauto. Eins fährt immer 😊
Moin moin, wie schön, wieder von Dir zu lesen! Nur für den Fall der Fälle: paßt der Panda nicht als Heimbringer in den Kofferraum? 😉
Gute Fahrt ohne Ersatzbedarf und einen schönen Spätsommer/Frühherbst!
Ay kupy,
ich hab’s versucht. Der Phaeton Kofferraum ist sehr tief, da geht der locker rein 😇 Aber von der Höhe passt es leider nicht. Na egal.
Der Hobel rennt aktuell tadellos. Die hinteren Radlager sind eventuell bald dran, die gibt es aber in die geschraubte Nabe fertig eingepresst mit allen Schrauben, von NoName als Satz 70€, von Conti als Satz 200€. Also beide Seiten zusammen. Das kann man sich mal gönnen 😉 und wenn sich alle Schrauben lösen lassen dann kann man das auf dem Fußweg machen. Ich werde berichten. Als nächstes kommt erstmal ein höchst emotionales Österreich…
Sandmann
Schön dass dir der Phaeton so gut gefällt!
Aktuell fallen mir viele im Verkehrsbild auf aber vielleicht bin ich auch nur durch deine Berichte darauf sensibilisiert.
Weiterhin bequeme und pannenfreie Fahrt wünsche ich!
PS: Plastik kann sich auch fies stauchen/verbiegen aber ist echt leicht zu bearbeiten und rostet nicht.
Ay pico,
ich glaube es fallen einem immer mehr Autos von einer Marke auf, mit der man sich gerade beschäftigt. Aber du hast recht, allein in Kiel sehe ich immer wieder mal einen. Viele grüßen, einige (vermutlich die Erstbesitzer) haben das aber nicht nötig 😉
Ich glaube es ist vielen Puristen zu profan, dass ich den nur als Alltagsauto fahre. Wie alle meine anderen auch. Einzig der Taunus, wenn er fertig ist, wird eine Sonderbehandlung bekommen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Schiefes Plastik stört mich erst, wenn es RICHTIG daneben ist. Etwas andere Spaltmaße haben mich noch nie geschockt 😇
In diesem Sinne
Sandmann