Saabs neue Puschen

D und die ausgestorbene Marke

Das ist der Daniel. Daniel driftet schon seit 30 Jahren durch mein Leben 💕 Als wir noch weniger graue Haare hatten brachten wir mal alleine, mal gemeinsam mit sechssaitigen Instrumenten am Wochenende rund 200 betrunkene Engländer und Iren im Irish Pub in der Bergstraße zum Mitsingen 😊 Der Mann ist eigentlich kein Schrauber, hat aber ein großes Herz für altes Blech und ist über drei Ecken an einen wundervollen alten Saab 9-3 gekommen. Der Erstbesitzer hat ihm liebevoll noch einige Anleitungen und Devotionalien mitgegeben, und das ausgestorbene Ding rennt ziemlich gesund durch die Welt. Allerdings nicht mehr mit guten Schuhen, die Winterreifen sind schon uralt und steinhart. Und da komme ich ins Spiel, denn ich kenne jemanden, der Reifen herstellt 😉

Eigentlich hab ich’s nur angeschoben…

Old School Reifenmann!

Daniel wiederum kennt einen feinen, kleinen Reifenhändler in Preetz, das ist zwischen Kiel (ich) und Plön (meine Mama). Da sind vier ebenso feine, aber nicht so kleine Ganzjahresreifen auf mein Geheiß hingewandert und sollen heute aufgezogen werden. Die Diskussion über den Sinn und Zweck von Ganzjahresreifen ist hier fast so alt wie meine Seite, und die Argumente dafür und dagegen sind immerda und immer die gleichen 😁 Ich wiederhole meine Empfehlung trotzdem nochmal, speziell für die Fraktion „Ganzjahresreifen können nichts richtig, weder Schnee noch Regen noch Sonne“. Lebte ich im Gebirge oder im Süden Deutschlands, wo der Wintereinbruch schon mal im Oktober kommen kann, hätte ich vermutlich einen Satz gute Sommerreifen und einen Satz gute Winterreifen. Ich wohne aber in Norddeutschland, zwischen der Nordsee und der Ostsee. Und Daniel auch.

Anheben für den Rücken ab 30

Momentchen, einmal den Saab anheben. SRRRRRRRRRHHHHHH.
So. Wo war ich? Ach ja. Norddeutschland. Hier wird’s im Sommer nur selten richtig warm, und Schnee kennen meine Kinder vor allem von alten VHS Videos aus den 90ern. Hier „oben“ ist man mit Ganzjahresreifen wirklich hervorragend bedient, und die Reifentechnologie ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass ich jeden aktuellen Ganzjahresreifen den 15 Jahre alten Winterstiefeln auf Daniels Saab vorziehen würde 😱 In unserem Fall bekommt der fast ausgestorbene Klassiker aus Schweden (Svenska Aeroplan Aktiebolaget) neueste Technologie von Bridgestone, den Weather Control A005-evo. Und sein Besitzer freut sich schon wie ein Schneekönig im Sommer!

Hier läuft alles wie am Schnürchen

Bei Reifen Paul trennt der Meister (ob das Paul ist?) die alten Pneus von den originalen Felgen, schmatzt die Kanten gut ein und zieht das nagelneue Material auf die guten Alus. Ich mag den Geruch von neuem Gummi. Vielleicht liegt das daran, dass meine Oma als Schuhverkäuferin in einem Fachgeschäft gearbeitet hatte und immer predigte, „der Junge soll gute Schuhe tragen!„. Und die rochen auch in der Sohle ein bisschen wie diese Reifen. Und nach Leder. **schnupper** mmmmhhhhh 😉 Schaut mal. Die hier sind das.

Frische Füße, das ist ein gutes Gefühl

Die eingeglitschten und aufgezogenen Pneus kommen einer nach dem anderen auf die Wuchtmaschine und werden mit kleinen, wuchtigen Gewichten gewuchtet. Das ist eine Wucht, Daniel strahlt. Irgendwann frage ich ihn mal, ob er jemals nagelneue Reifen bekommen hat. Wuchtmaster Flash and the Furious Four machen diesen Job täglich und mit einer für mich beeindruckenden Routine und Präzision. Ich staune immer mit großen Augen, wenn jemand ein Handwerk versteht, von dem ich absolut keine Ahnung habe. Und genauso, wie ich in drei Anläufen (Abitur, Studium der Elektrotechnik, Studium der Physik auf Lehramt) die Integralrechnung nicht verstanden habe werde ich auch nie selbst einen Reifen auswuchten. Da gibt’s andere, die das gegen Geld machen. Meisterhaft 😊

Und dann läuft alles rund

Und als gäbe es nicht schon genug kleine, liebenswerte Geschichten zu diesem 27 Jahre alten Auto – zaubert Daniel einen kleinen Holzkasten aus dem Kofferraum, in dem sich die neuen Radmuttern für die Alufelgen befinden. Der Vorbesitzer hat den liebevoll angefertigt, damit die verschiedenen Radbolzen für die Sommer- und Winterfelgen jeweils ein sauberes Zuhause haben. So viel Aufwand, so viel Mitdenken und Persönlichkeit wird man beim Besitzer eines geleasten BYD oder Nio heute nicht mehr finden. Wenn ihr nicht mal wisst was das für Autos sind seid ihr hier richtig. Überhaupt ändert sich die Beziehung der Menschen zum Automobil. Was früher eine Metapher für Freiheit und Selbständigkeit war, ist heute ein wegen seiner vermeintlichen Umweltschädlichkeit beschimpftes Mittel, um von A nach B zu kommen. Die Welt wird leider immer oberflächlicher 😒

Das ist Autoliebe

Vielleicht werde ich aber auch nach und nach ein Grumpy Old Man und finde pauschal alles, was sich verändert, doof. Und schimpfe dann darüber. Ich bin mit großen und kleinen Autos aufgewachsen, in den Urlaub gefahren und auf Dorfparties das erwachsene Besoffenentaxi gewesen. Autos gehören zu meinem Leben und meinem Alltag dazu. Heute ist es bei der Dorfjugend der E-Roller, auf dem ja auch selbst Erwachsene mit Krawatte und Aktentasche unelegant zur Arbeit eiern. Oder später das CarSharing Auto. Das ist alles okay und tut mir nichts. Aber es ist so… unsexy! Ich kann doch niemanden ernst nehmen, der mit Helm und Rucksack auf einem ROLLER an mir vorbeisummt? Nein. Kann ich nicht. Aber Daniel fährt einen alten Saab, also zurück zu Pauls patenten Pneus.

Knirk knirk KNACK fertig

Während ich noch darüber nachdenke, dass so eine Scherenbühne meinen sitzgeplagten Rücken auch ein wenig entlasten würde bedient sich Meister Paul schon an dem liebevoll eingekisteten Schraubensortiment und dreht die Räder wieder auf die Achsen. Knack. Nächste. Nnnnnggghhhhhh knack. Wo ist eigentlich mein eigener Drehmomentschlüssel? 🤔 Wenn wir die neue Halle einräumen, muss ich mal intensiv suchen. Am Ende taucht ja alles wieder auf, meistens doppelt und dreifach weil man es schon öfter gesucht und dann frustriert was Neues gekauft hat. Also ich jedenfalls. Dass soll nun alles besser werden. Alle vier Räder sind am Saab dran, der grauhaarige Musiker mit dem großen Herzen begleicht die Rechnung und der schwedische Exot ohne existenten Mutterkonzern rollt wieder ans Tageslicht.

Das sieht hervorragend aus

Was für eigene Erfahrungen habt ihr selbst mal mit Reifen von Bridgestone und Firestone gemacht? Ich fahre seit einem Jahrzehnt glaube ich keine anderen mehr. Besser geht immer, schlechter auch, aber vielleicht ist das wie beim ewigen Kampf der Giganten. Imperium kontra Rebellion. Vodafone kontra Telekom. Android kontra IOS. Irgend ein Reifen kontra Bridgestone 😉 Was man kennt, und womit man gute Erfahrungen gemacht hat, dem bleibt man treu. Yoda und ich sind übrigens Telekom Business Kunden mit iPhone. Und Bridgestone. Das reimt sich, vielleicht war das ein bisschen zu viel frischer Gummigeruch und Kleber bei Meister Paul. Lalalaaaaaa.

Auf in die kommenden Jahre!

Zurück an der frischen Luft. Besser 😁 Er steht wieder gut da, der Autowagen. Wir haben im Frühling den Gebläsemotor getauscht, seit dem kann Daniel auch wieder bei Regen durch die Scheibe gucken. Der leicht korrodierte Regelwiderstand liegt hier auch noch neu rum, und es müssen drei kleine Stellen für die nächste HU geschweißt werden. Aber davon ab – ist das ein feines, gesundes Auto. Vielleicht lesen wir bald noch mehr von diesem Saab, definitiv lesen wir hier nie Details von E-Scootern oder anderen affigen Dickmachern, mit denen sich erwachsene Menschen selbst enteiern und zu uncoolen Puzzleteilen einer sich immer weniger bewegenden Welt machen. Und jetzt? Denkt mal über Ganzjahresreifen nach. Oder klickt zumindest mal die Links an. Ich schlüpfe gleich in ein Paar wundervoll duftende neue Lloyd Schuhe aus Sulingen, südlich von Bremen, denke an meine liebe Oma und fühle mich wie der Saab. Yay.

Sandmann

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Über Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

18 Antworten zu Saabs neue Puschen

  1. Jens sagt:

    Wenn deine fachkundige Oma das mitkriegt, dass du die Lloyd-Schuhe von Sulingen nach Bremen verlegt hast, gibt’s aber gewaltig einen auf den Deckel!
    Merke: Lloyd PKW = Bremen,
    Lloyd Schuhe = Sulingen.

    • Sandmann sagt:

      😁
      Ich verortete Sulingen BEI Bremen, okay es ist weiter südlich, aber nicht viel….. Vielleicht haben die Autos da reingegrätscht, ja vielleicht. Man ist so heftig vorkonditioniert.
      Ich werde es Oma beichten, wenn ich ihr das nächste Mal ein Blümchen hinlege. Aber sie hat auch mehr Salamander Schuhe verkauft. Sie wird das verzeihen.
      Rock on
      Sandmann

      • Stefan gr.Rebel sagt:

        Jou.
        Sulingen ist hier relativ um die Ecke.
        Du sprichst mir aus der Seele, mit allem, und erst heute hat einer dieser Roller-Smombies beim rollern aufs smarte Phon gestarrt und nicht gemerkt, daß er da Gegenverkehr hat. Gab fast ne Katastrophe.
        Gruß (mal wieder) aus VEC
        Stefan

        • Sandmann sagt:

          Ay Stefan,

          es ist ja bei vielen Sachen so, dass eben (wie du auch schreibst) nicht die Sache als solche (E-Roller, sonnenverdunkelnder SUV) das Problem ist – sondern ihr Anwender. Viele Jugendliche und Erwachsene gehen schon per se nicht gut mit den App-Rollern um. „Don’t be gentle – it’s a Rental“. Und während man bei Mietwagen noch einem kritischen Blick bei der Abgabe standhalten muss, kippt man seinen Kinderroller einfach in den Busch und gut. Irgendwie muss sich da mal was ändern, ich weiß aber nicht wie. Und es ist auch nicht mein Job 🙄 Ich habe gerade erst gelesen dass die Krankenkassen Alarm schlagen, weil es immer mehr schwere Verletzungen bei Menschen auf Rollern und E-Bikes gibt. Weil viele mit der Geschwindigkeit gar nicht umgehen können. Ich nehme mich selbst da nicht ganz raus, ich habe vor knapp zwei Jahren einen nächtlichen Unfall mit meinem VanMoof gehabt, bei dem ich fast ums Leben gekommen wäre. Aber daraus habe ich gelernt. Und diese Lernkurve scheint bei einigen eben nur sehr flach zu sein….

          Liebe Grüße in den Nordwesten
          Sandmann

  2. Philipp aka Gerki sagt:

    Mohoin Sandmann!
    Gute Ganzjahresreifen sind nicht nur „ganz“ gut – sondern sehr gut!

    Ich finde der Weisswurstäquator für ‚Bis hier kann man schon Ganzjahresreifen fahren‘ hat sich auch schon weiter Richtung Süden verschoben. 😉
    Dementsprechend muss ich für gute Ganzjahresreifen durchaus mal eine Lanze brechen!

    Gut – mein Ganzjahres-Dailydriver-Strich8 fährt zwar das ganze Jahr auf guten Winterreifen – hat aber auch kein ABS sodass man mit seinem geschulten Popometer sowieso immer mit echtem Sicherheitsabstand fährt.

    Das hat sich ja in den letzten 10/20 Jahren im ‚modernen‘ Straßenverkehr verändert. Ich finde, dass die Abstände zwischen Autos immer geringer geworden sind. Man hofft darauf, dass das die Bremsen den Crash im Notfall vermeiden.
    Ich denke, da hoffen die meisten auf ihre Fahr-Assis, wie Abstandsregeltempomat, der mit dem Setting des geringsten Abstands unfassbar dicht auffährt. … Dadurch gibt es auch immer weniger Autofahrer, die mal eine Lücke zum Einfädeln bewusst offen lassen.
    Nun …

    Ich bin im Winter ähnlich wie Du für ein paar Tage einen VW Golf 8 gefahren. Auf dem waren nicht so gute Winterreifen – unfassbar wie laut die Abrollgeräusche in den riesen Plasteradausschnitten geröhrt haben.
    Da fährt sich mein W126 richtig leise wie ein E-Scoo..ähh ’normales‘ Auto.

    Und ja, Sulingen liegt etwas südlicher von Bremen. Und gleich um die Ecke besagten Schuhherstellers – dort bin ich im August wieder zum mehrtätigen Konsum von angeblich zu lauter Schrabbelmusik gespielt auf sechssaitigen Instrumenten durch ganz große Verstärker.

    Grüsse aus Hangover nach KiKi

    • Sandmann sagt:

      Ay Gerki,

      tatsächlich habe ich noch nie, auch nicht im Harz und den Mittelgebirgen, jemals eine brenzlige Situation aufgrund irgendwelcher Reifen gehabt. Und ich fahre seit 15 Jahren ausschließlich Ganzjahresreifen.

      Ich gehöre aber auch zu den passiven Fahrern. Wie du ja auch thematisierst. In Abwesenheit von Assistenzsystemen (meine beschränken sich auf ABS und Servolenkung) halte ich immer einen recht großen Abstand, lasse einfädelungswillige Menschen freundlich rein, gewähre an engen Kreuzungen auch mal Vorfahrt obwohl ich sie hätte und lasse von hinten drängelnde Eilige rechtsranziehend passieren. Da draußen ist so viel Aggression und Pest, da mache ich nicht mit.

      Viel Freude beim Reload Festival 😉
      Sandmann

      • Philipp sagt:

        „(…) halte ich immer einen recht großen Abstand, lasse einfädelungswillige Menschen freundlich rein, gewähre an engen Kreuzungen auch mal Vorfahrt obwohl ich sie hätte und lasse von hinten drängelnde Eilige rechtsranziehend passieren (…)“

        Dein Fahrstil entspricht 1:1 meinem:
        Vorausschauend, antizipirend, nett winkend.

        Ich stelle mir gerade vor, wenn wir beide im Straßenverkehr aufeinandertreffen:
        „Sie dürfen fahren.“
        „Nach Ihnen.“
        „Nee, erst Du.“
        „Ich hab‘ Zeit.“
        „Alter vor Schönheit.“
        „Nein! Schönheit vor Alter!“
        „Ich wollte sowieso hier gerade halten.“
        (…)

        Funktioniert das System Straßenverkehr dann überhaupt noch? 😀

        • Sandmann sagt:

          Hahahaha 😁
          Ich giggel gerade in mich rein, weil ich mir das vorstelle. Nein, wenn immer alle freundlich und zuvorkommend sind dann kommt unser Straßenverkehr vermutlich zum Erliegen 😉
          Trotzdem weitermachen bitte. Aggros gibt es da draußen genug.
          Sandmann

  3. Anonym sagt:

    Moin Philpp, Moin Sandmann!

    > Gute Ganzjahresreifen sind nicht nur „ganz“ gut – sondern sehr gut!

    > Ich finde der Weisswurstäquator für ‚Bis hier kann man schon Ganzjahresreifen fahren‘ hat sich auch schon weiter Richtung Süden verschoben. 😉

    Da gehe ich mit. Bin 2016 mit (damals neuen) Ganzjahresreifen im Raum Schwäbisch Hall in einen heftigen Wintereinbruch geraten, da lagen reihenweise Autos im Graben und der eine oder andere ist die 12%-Steigung mit Winterreifen nicht hochgekommen, die ich ganz entspannt hochgefahren bin… zugegeben, ich hab die damals im Test rausgesucht mit „Bremsweg kürzer als der Vergleichs-Winterreifen“…

    Wichtig ist die Schneeflocke, aber die ist inzwischen ja eh Pflicht für Winterreifen. Im Gegensatz zu M+S ist ja immerhin objektiv festgelegt, was der Reifen erreichen muss, um eine Schneeflocke tragen zu dürfen.

    Und zudem: Ich fahre dieselben Reifen fast 10 Jahre und 85000km später immer noch (auch wenn sie jetzt wirklich profilmäßig am Ende sind – wenn ich das Auto nochmal durch den TÜV bekomme, kommen neue). Wenn ich WR/SR getrennt hätte, soll ich die dann 20 Jahre lang fahren oder halb abgefahren wegschmeißen?

    MfG, Arno

    …wenn es keine GJR für ein Auto gibt, dann lieber WR im Sommer als SR im Winter…

    • Sandmann sagt:

      Ay Arno,

      jep, so denke ich das auch.
      Auf dem Phaeton, der über zwei Tonnen wiegt, sind momentan noch gute Michelin Winterreifen. Wenn der Wagen weiter so viel Spaß macht bekommt er im Herbst eine neue Vorderachse und im Frühling neue Ganzjahresreifen. Ich werde berichten 😊

      Eigentlich war der Blog mehr als Lobhudelei für Daniels Saab gedacht. Aber das Thema „Reifen“ funktioniert und polarisiert ja auch immer wieder.
      Rock’n Roll
      Sandmann

  4. Anonym sagt:

    Joah, so ein 9-3 ist ja nicht polarisierend, sondern einfach schick 🙂 noch nicht so cool wie ein 900 I, aber dafür wesentlich zugänglicher. Und inzwischen ja auch schon fast bereit für H-Kennzeichen…

    MfG, Arno

    • Sandmann sagt:

      Ay Arno,

      was dieses Modell vor allem auszeichnet ist, dass viele Bauteile auch vom Opel passen. Das macht die Beschaffung der Ersatzteile etwas entspannter, der Saab ist ja inzwischen auch nicht mehr der jüngste…
      Ich hatte nie einen Bezug zu Saabs. Ich mochte die Marke immer, finde die Modelle fast durch die Bank schön aber wollte nie einen eigenen fahren. Trotzdem schön, immer mal wieder einen zu sehen 😊

      Sandmann

  5. Holger sagt:

    Ach ist das schön zu lesen, grumpy old man. Da gehöre ich auch zu, Telekom, iPhone und Lloyd Schuhe. Mir gefallen die alten Autos mit Gesicht auch viel besser, jedoch habe ich z.Zt. nur etwas modernere Kisten. Sollte mir aber mal ein schöner Saab 99 Turbo über den Weg laufen, oder besser fahren, dann könnte ich zuschnappen. Ebenso bei einem Hundeknochen Escort (war mein erstes Auto).
    Mit Sachen suchen kenne ich auch. Wenn ich gefragt werde, ob ich ein Werkzeug habe, sage ich, „klar, weiss aber nicht wo“.
    Es geht aber auch anders. Als mein Nachbar für seinen Oldsmobile Cutlass Coupe eine spezielle Schraube für die Gurtbefestigung verzweifelt suchte, wusste ich noch genau, dass ich so eine Schraube 1980 in meinen ersten Werkzeugkasten, der seit mehr als 40 Jahre im Keller steht, reingetan habe. Zwei Minuten später hatte mein Nachbar die zöllige Schraube bekommen und verbaut.
    Also passe auf Deine alten Ersatzteile auf. Man weiß ja nie…
    Grüße von zwischen Kiel und Preetz 😉
    Holger

    • Sandmann sagt:

      Hallo Herr Nachbar 😇 na huch?

      Wenn du am Hundeknochen hängst, kann ich dir die aktuelle Oldtimer Praxis empfehlen, da ist der die Titelgeschichte. Und mein XM ist auch drin 😉

      Die Sucherei war jahrzehntelang schlimm. Ich habe jetzt die historische Chance, all mein Werkzeug und meine Gartengeräte a) mal zu sichten und zu sortieren und b) alles auszumisten, was ich doppelt und dreifach habe. Weil ich’s immer nicht gefunden hatte, als ich es suchte. Jetzt gibt es einen Gartenschuppen und meine Halle mit den Autos. Da sind große Regale drin. Alles wird gut 😊

      Auf meine Ersatzteile passe ich tatsächlich gut auf, aber alles, was noch rumliegt und nicht wirklich benötigt wird fliegt raus. Dieser Satz „Haben ist besser als brauchen“ wurde von Messies geprägt. Ich schätze mich glücklich, Autos zu bewegen, für die es noch fast alle Teile gibt. Und da ich drei parallel zugelassen habe, kann auch mal eins stehen, wenn es muss. Das entstresst sagenhaft.
      Grüße aus Kiel
      Sandmann

  6. Der Atze sagt:

    Moin,

    Hatte vor einiger Zeit mal 18 Monate so einen Full-Service-All-In-Leasing Bus für die Familie – das Ding hatte auch (Bridgestone) Allwetterreifen drauf. Aufgefallen ist mir das allerdings erst NACH dem Winter kurz vor Rückgabe, hab mich mit dem Auto selbst nie befasst.

    Seither bekommt mein „rollender Schrott“ Fuhrpark sukzessive Allwetterreifen, diesen Unsinn mit Extraradsatz, umstecken etc. mache ich nicht mehr mit; zumal bei mir alles nur noch Originalalus bekommt, irgendwelche teuren Zubehörfelgen, die kein Salz mögen..aus dem Alter bin ich raus.

    Sogar was den Dienstwagen angeht habe ich mich durchsetzen können, auf die Wechselorgie (und die Mehrkosten) zu verzichten und da gute Contis draufzuziehen.

    • Sandmann sagt:

      Ay der Atze,

      ich war noch nie ein Felgen-Fan, und seit ich mit den zu großen Scorpiofelgen auf dem Taunus vor 5 Jahren oder so wahre Wellen der Häme ausgelöst habe bin ich es noch weniger 😁 Der XM hat Stahlfelgen mit coolen Radkappen, der Taunus bekommt jetzt die aufgearbeiteten Sport-Stahlfelgen wieder und der Phaeton hat die Werks-Alus in der kleinstmöglichen erlaubten Größe, was mir immer noch zu groß ist. Was einige da für eine Wissenschaft treiben, mit hochglanzpoliertem Niederquerschnitt zum Einzelpreis eines Kleinwagens – das ist mir zu blöd. Dafür hat die Stadt einfach zu viele Bordsteinkanten 😉
      Und zu dieser Vereinfachung gehören bei mir eben auch (wie bei dir) die Ganzjahresreifen. Mal sehen was ich dem Phaeton im Frühling spendiere…

      Sandmann

  7. Hans-Ulrich "Uli" Neumann sagt:

    Ich fahre seit Jahrzehnten Ganzjahresreifen, zunächst nur Goodyear Vector, schlicht, weil es keine anderen gab, die wirklich Ganzjahresreifen waren. Das war schon bei meinem VW Derby so, beim Golf II, auf dem Audi 80 B3, auf dem Caddy III und nun auf dem Audi A2 sind die Ganzjahresreifen von Conti. Warum Ganzjahresreifen? Weil das am sicherste ist. Winterreifen haben ihren optimalen Grip ab 7°C abwärts. Dumm nur, wenn wir im Winter die meiste Zeit über 10°C haben. Und wintertauglich sind sie auch, ich war Anfang der 2000er mit dem Audi 80 zum Jahreswechsel im Erzgebirge, meine damalige Frau mußte nach Hause eine neue Stelle antreten. Es war aber soviel Schnee gefallen, daß viele Straßen gesperrt waren, über ein paar Nebenstrecken konnte ich nach Dresden ins Tal gelangen. Es war eben soviel Schnee, daß man eh Schneeketten brauchte, die hatte ich mir vorsorglich beschafft. Das war also mit den Ganzjahresreifen kein Problem. Beim A2 hatte ich anfangs Sommer und Winterreifen auf eigenen Felgen, schlicht, weil die beim Kauf dabei waren. Und was war? Ich mußte ein paar Wochen im Mai zur Eiderbrücke St. Annen zum Dienst, immer von Elmshorn. Auf einer Rückfahrt dann der Mist: Hagel im Mai! Und ich auf den Sommerreifen, ganz großes Kino. Mit Ganzjahresreifen hat man immer den richtigen Reifen drauf. Was soll dieser „O“ bis „O“ Unsinn? Oft haben wir noch über 25°C im Oktober und Ostern liegt mal im März, wenn noch winterliches Wetter zu erwarten ist, dann wieder Mitte April, da haben wir schon 25°C gehabt. Und dann immer wieder einen Termin in der Werkstatt machen, wieder einen Tag opfern und zahlen für das Wechseln. Wenn mein A2 zu der Zeit z.B. absehbar in die Werkstatt muß, vereinbare ich den Termin lieber Wochen vorher, auch wenn es kilometermäßig keine „Punktlandung“ gibt. Mein Vater hat in seinem Leben nie Winterreifen auf dem Auto gehabt, auch darin begründet, daß z.b: der K70 mit „SR“-Reifen bereift war, bis 180 km/h zugelassen, die hatten im Gegensatz zu den heutigen Hochgeschwindigkeitssommerreifen eine Wintertauglichkeit. Mein Vater ist sogar während der Schneekatastrophe 78/79 zur Schicht von Heide mit dem K70 gefahren, kein Problem, bis die Rennleitung ihn aus dem Verkehr gezogen hatte, da ja Fahrverbot war. Aber der K70 zog mit den Michelin zX durch.

    • Sandmann sagt:

      Und nochmal ay Uli,

      die Sichtweise „mit Ganzjahresreifen hast du immer den richtigen Reifen drauf“ gefällt mir wesentlich besser als der 30 Jahre alte Satz „Ganzjahresreifen können nichts richtig“.

      Wenn ich darüber hinaus im Gebirge leben würde, oder in der Nähe von Bergen, dann hätte ich vermutlich sowieso einen Allradler mit dicken Puschen für frühen Wintereinbruch. Aber die höchste Erhebung hier hat grad mal etwas mehr als 300 Meter, und wie du schon schreibst, die richtigen Winter gibt es sowieso nicht mehr.

      Mein XM hat bisher auch immer sauber durch jede Schneewehe gezogen, und der Phaeton hat gute Winterreifen ganzjährig drauf. Die waren dabei 😉 Und dank 4WD mache ich mir da insgesamt keinen Kopf.
      In diesem Sinne
      Sandmann

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