Über Sinn und Unsinn

Die Definition von DICK. Also – der rechts.

Es gibt Autos, von denen man träumt, ohne sie selbst besitzen zu wollen. Sowas wie ein 300 SL „Gullwing“ oder das Urmodell vom 911. Und dann gibt’s Autos, die hätte man besitzen wollen, konnte es aber nicht. Weil sie soviel kosteten wie ein Einfamilienhaus in Niedersachsen 😳 Volkswagens Phaeton war für mich so ein Kandidat. Unsinn. Der Archetyp einer großen Stufenhecklimousine, randvoll mit schrulligen Extras und liebevollen Details und trotzdem nicht überheblich. Dann vergehen die Jahre. Die Jahrzehnte. Plötzlich kostet das metaphorische Einfamilienhaus von damals weniger als ein Satz Alufelgen. Sinn? Was kann man da noch falsch machen? Vieles 🙄 Ist mir das egal? Ja.

Ein guter Tag beginnt in einer Regionalbahn.

Welcome to Deutsche Bahn

Tschugg tschugg tschugg die Eisenbahn. Das bedeutet bei mir ein Ticket ohne Rückfahrt zu einem zugesagten Kraftfahrzeug 😇 Oft gingen diese Touren quer durch die Republik und starteten in Hamburg, S-Bahnhof Holstenstraße. Heute nicht, mein Ziel ist oha! Also OH. Der Kreis Ostholstein liegt geographisch zwischen Plön (wo ich meine hormongebeutelte Teenagerzeit verbracht habe) und der Hansestadt Lübeck (Weihnachtsmarkt, Marzipan, Holstentor, ihr wisst schon). Die Regionalbahn von Kiel über Preetz, Plön, Malente und Eutin braucht für die paar Meilen länger als ein ICE von Hamburg nach München, aber hey – man kann unterwegs Kormorane sehen, die eine komplette Insel in den Tod scheißen. Zurück zum Auto. Was haben wir denn hier nun?

Wenige Bugs, viele Features

Jeder irgendwo angebotene Phaeton liest sich erstmal wie die ausgereizte Zubehörliste einer betrunkenen Neuwagenkonfiguration. Fast alles davon war vor 20 Jahren Serie bei Volkswagens Griff nach den Sternen. Jede dieser Limousinen hat genaugenommen das komplette Wohlfühlpaket an Bord. Unterschiede gibt es in den „Großen Produktpflegen“. GP1 und GP2 kamen noch im Ur-Design, die Rückleuchten hatten was vom Bugatti Veyron. Ab GP3 sah der Wagen dann aus wie gewollt und nicht gekonnt. Irgendwie nicht mehr stimmig, findet zumindest der Mann mit dem Staatsexamen in Kunst und dem goldenen Schnitt im Blick 😜 Meine persönlichen Such(t)parameter waren klar: Erste Serie, V6 TDI, nicht die Langversion, kein Viersitzer, kein Schiebedach und gern die „Individual“ Ausstattung mit rotbraunem Leder und DynAudio Soundsystem. 👯‍♀️

Und das isser nun? Okay.

Die Einstiegspreise sind inzwischen nicht sündiger als ein ausgedehnter Puffbesuch im Kieler Rotlichtviertel (sagte man mir…). Das Luftfahrwerk animiert aber zum flotten Tieferlegen. Also müssen – wenn man keine Kirmesbude sucht – die Kandidaten mit den 20 Zoll Felgen und den mattschwarzen Chromleisten aussortiert werden. Übrig bleiben Projekte mit abgesoffenem Kessy, weil das übergelaufene Schiebedach die Steuergeräte im Fußraum geflutet hat. Einige champagnerfarbene Beaus, deren Zweitbesitzer mir mit erhobenem Zeigefinger erläutern, wie viel Geld sie schon in den Wagen investiert haben (nicht als Warnung, sondern als Rechtfertigung für einen absurden Preis). Viele 2.000-Euro-Kisten, die mit plattem Dämpfern auf dem Boden rumliegen und nicht anspringen. Und dann ein V6 TDI „Individual“ gleich hier um die Ecke 😳

Limousiniger geht es kaum

Verdammt. Da ist es wieder, dieses alte, ziehende Gefühl. Ich hatte insgeheim gehofft, nur völlig überteuerte Piëch-Dickschiffe von verarmten Prinzen und vereinsamten Staatsdienern zu finden. Oder ausschließlich individualisierte Rest-Tüv Kandidaten mit schwarzem Klavierlackblenden (ich will Holz) und spermafarbenem 💩 Leder (ich will braun). Oder mindestens ein paar vollgekrümelte Duftbaumkatastrophen, die von ihren mitteilungsbedürftigen Verkaufs-Kevins so dermaßen aufdringlich und orthografisch katastrophal betextet werden, dass mir der Rotwein aus der Nase läuft. Unsinn.

Doch nein. Was soll das denn jetzt? Ein 2007er V6 TDI, nicht die Langversion, kein Viersitzer, kein Schiebedach, „Individual“ Ausstattung mit rotbraunem Leder und DynAudio Soundsystem. 8-Fach bereift, ein Karton Neuteile im Kofferraum, einsteigen und losfahren. Sinn? Argh. Ja, da ist es tatsächlich wieder. Dieses Ziehen. Wenn ich den jetzt anschreibe – ist das der Anfang vom Ende.

Standfest und genügsam

Was für ein Unsinn! Was soll ich denn mit einem VW Phaeton?? Ich lasse den Taunus grad von einem Kumpel restaurieren, ich lagere noch den Audi 100 ein und habe den Granada in Warteschlange. Und den 212er Benz als Familienkombi. So viele Autos! Natürlich schreibe ich den Mann an. Natürlich antwortet er und dreht nochmal am ohnehin kleinen Preis. Natürlich sitze ich dann im Zug und fahre da hin. Mit Bargeld in der Hosentasche. Und da stehe ich nun, völlig unemotional (nicht) und komplett unbefangen (nicht) vor dem vielleicht perfektesten Automobil des neuen Jahrtausends. 🍷 Sinn? Eine Limousine, die ich nicht brauche. Die ich aber will. Selbst wenn der „dicke Passat“ auf dem Rückweg, wie von den ewig gestrigen Gusseisenpäpsten gepredigt, in einer Datenwolke aus explodierenden Steuergeräten in den Elektronikhimmel vaporisiert – bei dem Kaufpreis ist das dann auch ein bisschen egal.

Muss man nicht mögen. Ich tu’s aber.

Kinder. Mal im Ernst. Guckt euch dieses Leder an! Die Farbe erinnert sofort an schlimmen Durchfall nach einer eskalierten Party, auf der ausschließlich Baileys und Weißbrot angeboten wurden! Farblich abgesetzte Keder. Massage. Sitzheizung. Sitzkühlung. 17-fach verstellbar mit Memory, allein im Fahrersitz kommuniziert mehr Elektronik als in einem kompletten Polo. Geil 💕 Wurzelholz. Soundsystem mit eigener Endstufe und 12 Lautsprechern. 💪🏻 Der Besitzer ist wortkarg, aber freundlich. Rein optisch hetzt er seine drei Pitbulls auf mich, wenn ich sage, wo ich bei der letzten Bundestagswahl mein Kreuz gemacht habe. Also bleiben wir beim oberflächlichen Technik-Talk, büschn was kam grad neu, vordere Querlenker liegen im Kofferraum, der Diesel hat ein Stage II Update bekommen. Unsinn. Über 300 PS und mehr als 700 NM. Jesus.

Alles leuchtet

🔑 Der Mann drückt mir den Funkschlüssel in die Hand und schickt mich in die Walachei. Erster Lerneffekt: Im Zündschloss den Schlüssel nur kurz leicht nach rechts drehen. Den Rest übernimmt das Auto. Ich spüre, wie eine Sekunde lang Steuergeräte miteinander verhandeln und nach kurzem Check aller plausiblen Parameter das Diesel-Kraftwerk unter der langen Haube zum Leben erwacht. Seidenweich, aber unternehmungslustig. 700 NM Drehmoment! Siebenhundert! Mein Audi V8 4.2 hatte 400 NM, das war SO viel dass ich es jedem erzählt habe, egal ob die das hören wollten oder nicht. Hier fast das doppelte, nur unwesentlich weniger Newtonmeter als ein Kreuzfahrtschiff. Ich habe Angst, dass sich der ZF Automat beim Gasgeben in einen Brei aus Zahnrädern und Öl auflöst.

Stufenheckiger fährt hier sonst nichts rum…

Ich trete laaaaaangsam. Und das dicke Ding setzt sich in Bewegung. Wie damals, als das Leben noch jungfräulich und ich grad mal 30 war und in der Gläsernen Manufaktur in Dresden mobile Träume vom Band liefen. Träume, die ich mir nicht leisten konnte. Der Phaeton marschiert knurrend voran. Das völlig deplatzierte VW Logo dominiert auf dem Lederlenkrad, und ich werfe erstmal den Duftbaum aus dem Fenster, der im mittleren Lüftungsschacht steckt. Vielleicht war er der Grund, warum der jetzt nicht mehr sauber per Stellmotörchen auf und zu fährt. Alles andere funktioniert. Um mich rum bewegt sich unfassbar viel Auto, nichts klappert, nichts schnarrt, die Haptik ist anders als alles andere was ich jemals gefahren habe. Sinn?

Verdammt. Meiner jetzt.

Ich mach das jetzt. 😱 Ich kaufe den. Es gibt keine wirkliche Historie, es locken noch ein paar Monate TÜV und auf dem Rücksitz liegen vier schlimme 19-Zoll Alufelgen samt guter Bereifung. Gepresstes Bargeld. Handschlag, dann geht’s zur Mutter. Also zu seiner. Auf die ist der Phaeton zugelassen, die muss demnach auch in der guten Stube meinen Kaufvertrag unterschreiben. Will ich wissen warum die Mutter? Nein, dann kommen die drei Pitbulls wieder um die Ecke. Mutti signiert also das Pamphlet, was mich potenziell in den Ruin treiben kann.

Unsinn: Ich habe eben gerade einen fast 20 Jahre alten VW Phaeton gekauft, handgefertigt mit Manufaktur-Gadgets in Dresden. Neupreis 2007: Rund 110.000 Euro.

Nach Endstation Sehnsucht kommt Zwischenstopp Tankstelle. Wie geht der Tankdeckel auf? Kann mir das jemand sagen? 🙄 Peinlich.

Wie… geht das denn jetzt auf??

Nein! Ich rufe den Vorbesitzer nicht an um ihn zu fragen, wie die Klappe des Tankdeckels entriegelt wird. Ich habe das Gefühl, dass es ganz okay ist, den jetzt einfach in OH und in Ruhe zu lassen. Das kann doch so schwer nicht sein? 🤔 Die enzyklopädiedicke Bedienungsanleitung ist komplett auf Sächsisch und enthält keinen, nicht einmal einen versteckten Hinweis auf die Entriegelung der Tankdeckelklappe. Ich komme mir extrem bekloppt vor. Der Tankstellenpächter guckt schon argwöhnisch rüber, seinen vorab gefeierten Nettogewinn (als ich auf den Hof rollte) hat er bereits komplett auf der AIDA verplant und sieht jetzt seine Chance vorbeischwimmen… Ach komm. Google. Hilf mir, du oldschool Suchmaschine im Zeitalter von ChatGPT. Ah. Ja.

Lass laufen, Digga

Für nachfolgende Generationen: Der Knopf zur elektrischen Entriegelung der Tankklappe steckt in der Fahrertür ganz vorn vor den Fensterhebern neben dem Knopf für die Entriegelung des elektrohydraulischen Kofferraumdeckels. Klick. Klapp. Rein mit dem Rüssel, ich entscheide mich für: Diesel! ⛽ Dieses selbstzündende Teufelszeug. Angeblich verantwortlich für den schleichenden Tod von mindestens drei Milliarden Menschen weltweit. Stündlich. Ich mag Diesel. Es läuft und läuft, der Tankstellenpächter lächelt wieder. Irgendwo weit entfernt bellen Kampfhunde. Der Phaeton-Tank ist größer als das Hauptbecken im Uelzener Badue Hallenbad. KLACK. Jetzt ist er voll, und ich setze den höchst emotionalen Heimweg in meinem neuen Auto fort.

Die Lichter der Nacht

Emotional, weil es absolut unsinnig ist, einen VW Phaeton zu kaufen und im Alltag zu fahren. Aber was macht schon SINN? Einen Leasingrückläufer aus dem Elektrosegment als Firmenwagen absetzen? Nein. Als Motorjournalist mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Klassiker Fotoshooting anreisen? Nein. Den Taunus wegschmeißen, den Audi 100 verkaufen und den Granada irgendwo vergessen? Nein. So vieles im Leben macht keinen Sinn, aber Spaß. Und Spaß macht glücklich. Wäre ich bisher immer den geraden, rationalen Weg gegangen hätte ich auf meinen vielen Umwegen nicht alle diese Geschichten erlebt. Ich werde niemals jemand sein, der nur sinnvolle Entscheidungen trifft. Und ich werde damit immer wieder auf die Nase fallen. 🌛 Aber nicht heute Abend.

Hallo Kindheit.

Plön in der Holsteinischen Schweiz gleitet wunderschön beleuchtet an mir vorbei. Erstes Mal autofahren, erster Vollrausch, erste große Liebe, erste Gitarrenstunde, erster vernichtender Liebeskummer. Das war alles hier. Und hätte mir 1985 jemand gesagt, dass ich in 40 Jahren mit einer überkonstruierten Oberklasse hier langschrubbe die erst in 20 Jahren von Hand gebaut wird – ich hätte ihn in meiner mir damals innewohnenden Überheblichkeit ausgelacht.

An all das denke ich, während mir wärmend die untere Rückenmuskulatur massiert wird. Um mich herum ist zwischen Leder und Holz alles üppig und noch schöner beleuchtet als die im Rückspiegel langsam verschwindende Kleinstadt. Für einen cockpitabfeiernden Stufenhecklimousinenfan mit Raumbedarf ist das hier DAS! Auto. Mehr geht nicht 💕 Und das alles für einen Preis, der nur knapp oberhalb des vorderen Stoßfängers liegt, wenn ich den bei Kleinanzeigen verkaufe. Unsinn? Nein, Leben. Mein Leben. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Ihr auch?

Sandmann

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Über Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

19 Antworten zu Über Sinn und Unsinn

  1. kupy sagt:

    Moin, eigentlich hättest Du diese wunderbare Geschichte doch für den Nikolausstiefel lassen können. 🙂 So kommt sie zum Advent und wärmt mir gerade den Einstieg in den Arbeitstag. Danke! Sinn und Unsinn sind relativ und mit Freude als Maßstab ohnehin nicht zu fassen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht!

    • Sandmann sagt:

      Ay kupy,

      ich wollte die raushauen bevor sie schon wieder ein Jahr her ist 🙄 Und zum Nikolaus liegt ja schon ne Menge anderer Kram in den Stiefeln, hoffe ich.
      Aktuell überwiegt die Freude am Unsinn deutlich, allerdings muss ich noch immer den Kofferraumdeckel austauschen… Lange Geschichte. Eines Tages in diesem Theater, bis dahin fahre ich XM 😊
      Schöne Vorweihnachtszeit
      Sandmann

  2. Pico sagt:

    „Plötzlich kostet das metaphorische Einfamilienhaus von damals weniger als ein Satz Alufelgen.“ –>Das ist doch wirklich etwas tolles an unserer Passion <3 Und es geht echt schnell 🙂

    Nach Audi V8 und Audi A8 1.Gen. ist der Phaeton nur die konsequente Fortsetzung denke ich. Er teilt sich ja die Bodengruppe mit Bentley und das kommt oft durch finde ich. Der Innenraum ist schon recht Bentley-like muss ich zugeben und der Bereich um die C-Säule macht echt was her. Ein großes Auto.

    • Sandmann sagt:

      Ay Pico,

      ich war ziemlich erleichtert, als der Audi V8 vom Hof war. Damals. Die Preiswerte Gelassenheit des Passat B4 hatte nach 10 Jahren Oberklasse etwas Wundervolles für mich. Heute hätte ich den gern aus nostalgischen Gründen wieder, aber irgendwas ist ja immer 😉

      Der Phaeton ist für VW das, was der V8 für Audi war. Nur dass man bei VW den Stecker gezogen hat. Aber genau das macht das Auto ja so interessant, und solange es relativ preiswerte Ersatzteile gibt spricht nichts gegen den Bentley. So viele liebevolle Details und so geniale Konstrukteurslösungen! Ich weiß gar nicht wann ich das alles erzählen soll 🤣

      Und ja du hast Recht – das alles für einen viel schmaleren Taler, als es vor ein paar Jahrzehnten gekostet hätte. Nur die Ur-911er… die werden irgendwie nicht billiger, die werden immer teurer 😱
      Sandmann

  3. Thomas Wolters sagt:

    Für die Beschreibung der Farbe des Leders müsstes du gerechterweise den Pulitzer-Preis bekommen. 🤮

    • Sandmann sagt:

      Ay Thomas,

      passend, oder? Trotzdem habe ich mir GENAU diese Farbe ausgesucht, weil ich es wunderschön finde. Mit Creme Leder kann ich nichts anfangen, grau sieht immer ein bisschen komisch aus und schwarz hat ja jeder. Also braun. Wenn Ansage, dann gleich richtig 😉
      Schöne Adventszeit
      Sandmann

  4. Mar-Tin sagt:

    Ay Sandmann,
    Du hast meine geheimen Träume wieder erweckt!

    In der Tat überkam mich mal der Gedanke, so einen Luxuslümmel zu besitzen.
    Das ist schon eine Weile her und regt sich in die Reihe des G20 ein…….

    • Sandmann sagt:

      Ay Mar-Tin,

      bei mir it’s ja nicht die erste Oberklasse, ich weiß sozusagen worauf ich mich einlasse. Nach 10 Jahren und 500.000 Kilometern Audi V8 ist man hart im nehmen 😉 Aber wenn das mit dem Ding so weitergeht ist es eines meiner zuverlässigsten Autos der letzten Jahre. Der Diesel nagelt stoisch, alles kann man irgendwie reparieren und der Komfort da drin ist episch. Mehr Auto geht für mich nicht. Da stimmen Preis und Leistung definitiv, und das dann mit VW Zeichen. GEIL.
      Sandmann

  5. Dieter Simon sagt:

    Ein absolut geiler Bericht.
    Der Phaeton hat mich auch schon immer fasziniert. Du sitzt drin, und sitzt einfach drin. Dann als DIESEL perfekt.
    Selbst wenn ich jetzt geteert und gefedert werde, was muß ich mir unter 4sitzer vorstellen? Der hat doch Platz für 5 leute?
    Aber sei’s drum ein wirklich SUPER Wägelchen 🤣. Dazu noch SUPER ausgestattet. Alles RICHTIG gemacht.

    • Sandmann sagt:

      Ay Dieter,

      über den ganzen Killefit da drin werde ich mich noch weiter auslassen 😊 Ich fange ja grad erst an. Leben und so. Und ja man sitzt DRIN. Und das bei 8.5 Litern Diesel überland, das passt schon irgendwie.

      Der Viersitzer hat hinten Einzelsitze, auch einzeln verstellbar, getrennt durch eine fette Mittelkonsole mit Cupholdern, vielen Knöpfen und im Ernstfall einem Kühlschrank in der Lehne. Das ist für viele die Endstufe des Haben Wollens. Ich finde es doof. Ich knutsche und kuschel gern auf dem Rücksitz, da ist so ein Klotz mittig echt nicht gut 💕
      Na und do ein paar andere Sachen auch nicht. Aber das ist eine andere Geschichte…

      Sandmann

  6. Roland sagt:

    Ein toller Bericht! Hab herzlich gelacht. Schön, dass das Auto selbst nach langer Zeit immer noch begeistern kann.
    Allzeit gute Fahrt und viel Freude damit.
    Viele Grüße aus Dresden (und aus der Gläsernen Manufaktur)
    Roland

    • Sandmann sagt:

      Ay Roland,

      unser Held vor Ort 😊
      Lustig, denn dieses Auto begeistert vor allem JETZT erst richtig. Weil es erschwinglich geworden ist. Autos, die ich niemals bezahlen kann begeistern mich nicht. Da staune ich über Technik und Design und gehe dann weiter zum R5 nebenan. Oder zum K70 einen Gang weiter.
      Die Phaetons sind auf dem Preisniveau vom Golf angekommen, parallel gibt es genau deshalb auch viele Ersatzteile. Weil sich schlachten lohnt. So viel hochwertiger Luxus für so wenig Geld – das finde ich extrem sexy 🍷
      Grüße nach Dresden
      Sandmann

  7. Bronx sagt:

    „Dann vergehen die Jahre. Die Jahrzehnte. Plötzlich kostet das metaphorische Einfamilienhaus von damals weniger als ein Satz Alufelgen. Sinn? Was kann man da noch falsch machen? Vieles 🙄 Ist mir das egal? Ja.“
    ————–
    Phantastisch zusammengefasst. Wir haben doch alle einen mehr oder minder langen rostigen Nagel im Kopf! Mit Vernunft hat das ja auch nichts zu tun. Aber ein Leben nur in Vernunft, es wäre nicht in allen Facetten gelebt. Deswegen auch immer freuen wenn man es machen kann. 😉
    ——————-
    Mir ging es beim Kauf des 500er so. Absolute Unvernunft auf Rädern, 20 L in der Stadt aaaber es ist einfach unvergleichlich. Meinen 320er fahre ich auch gern aber der 5 Liter legt nochmal ne Schippe drauf.
    ——————-
    Aus bestimmten Blickwinkeln betrachtet gefällt mir dein Dickschiff sogar. Da lasse ich mal die Mäkelei, den vorderen Überhang betreffend, weg. Prestige-Maß hat er da trotzdem keines. 😀
    ———————
    Nimmst‘ mich in der Truhe mal mit? 😉
    ———————
    Gruß aus dem Reduit!

    • Sandmann sagt:

      Ay östlicher Außenposten,

      der Phaeton hatte ja auch ohne Maß ein gewisses Prestige 😉 Vielleicht haben sich die Designer bewusst darüber hinweggesetzt, ich denke mal dass sie die Grundregeln grundsätzlich drauf haben. Anders als gedacht – das mag ich.

      Ein paar Schleifen in meinem Leben würde ich aus heutiger Sicht gern rückgängig machen. Es gibt ein paar Entscheidungen, die für mich nicht in die Kategorie „sie haben mich zu dem gemacht was ich jetzt bin“ fallen. Fehlentscheidungen. Teils extrem teuer, teils sehr schmerzhaft. Aber das geht nun mal nicht, nicht mal mit einem DeLorean (ich hab’s versucht), und wer weiß was DANN passiert wäre…

      Du bist herzlich eingeladen auf einen Ritt im Schlitten. Entweder kommst du mal in den Norden oder ich komme mal in dein Reduit in den Osten. Es wird langsam mal Zeit oder?
      Ich werde die Tage auch endlich den Kofferraumdeckel richten. Langsam habe ich Entzugserscheinungen, der steht seit September nur rum 😱
      Freitagsgrüße
      Sandmann

      • Bronx sagt:

        Ay Nordlicht,

        sehr gerne, vielen Dank für die Einladung. Das bekommen wir hin.

        Ich habe gerade festgestellt wie lange unser gemeinsames Eis bei Patty bereits zurück liegt.
        Die Zeit rennt. Herje . . .

        Hab ein schönes Wochenende. 😉

  8. Sascha sagt:

    Hi Sandmann, du wurdest mir auf Facebook vorgeschlagen, ich les das immer was du da schreibst, und ertappe ich mich immer dabei wie ich ein Lächeln im Gesicht habe wenn ich mit der Lektüre fertig bin. Heute abend habe ich das erste Mal den Weg zu deiner Homepage gefunden, weiß gar nicht so genau wo ich da hingeklickt habe. Egal, nun bin ich hier, habe über den Sinn und den Unsinn erneut gelächelt. Bei mir isses Ford, aber absolut nicht so spektakulär, nach Escort Mk4 1.6D mit heroischen 54 DieselPS als Erstfahrzeug über den von den Eltern geerbten Sierra 2.0i dohc (den ich natürlich nach damaligen Geschmack verschlimmbessert habe) über mein erstes Neufahrzeug (Mondeo Mk3 2.0TDCi Turnier) nun zu meinem neuen Favourite Car gefunden.
    S-Max 2.0TDCi, aus Beamtenhand mit sklavisch eingehaltenen Ölwechselintervallen und 350tkm auf der Uhr für unwiderstehliche 2000€. Ich fühle mich (im Moment angekommen). Aber trotzdem trauere ich jedem meiner bisherigen Fahrzeuge irgendwie hinterher.

    Danke für deine schöne Schreibe und den Musik Tip von Snowpatrol, was ein geiler Song.

    Von mir dann zurück

    https://youtu.be/eUvvpghxSb8?si=1PGbeZlQorF0AydZ&t=130

    Sascha

    • Sandmann sagt:

      Ay Sascha,

      na dann hat Facebook, das Social Media der alten Männer, ja doch was Gutes gehabt 😊 Willkommen hier auf der Seite. Meine Facebookseite ist ja eigentlich nur der verlängerte Arm von hier, mehr Reichweite. Ich schreibe grad recht wenige Artikel, deshalb erwarte ich nicht, dass jemand hier täglich reinschaut 😉

      Aber es gibt viel zu lesen. Seit vielen Jahren. Und auch durchaus bodenständigen Kram, in dem du dich mit einem S-Max wiederfinden wirst. Es muss nicht immer alles spektakulär sein. Ein legendärer Roadtrip geht auch mit einem Fiat Panda (obwohl… das wäre dann ja schon wieder spektakulär…).
      Danke für den Musiktipp. Ist das der Hall von Hall & Oats oder wie die hießen? Schöner treibender Highway Rock, mag ich sehr.

      Dann bis bald in diesem Theater!
      Sandmann

  9. Ingo sagt:

    Geiles Auto, allein das Cockpit im dunkeln, Flugzeugfeeling kommt auf, geiler Bericht.
    Ich fahre seit 1985 nur Amis als Daily, aber der Phaeton hat mich tatsächlich vor ca. 10 Jahren auch beschäftigt, aber das Schwert hoher Wartungs und Reparaturkosten hat mich dann doch abgehalten.
    Bei „Deinem“ Preis ist das Risiko ja überschaubar und im Falle eines Falles kann man den als Schlachtfahrzeug wieder abstoßen.
    Wünsche Dir lange Freude mit diesem Schiff.

    • Sandmann sagt:

      Ay Ingo,

      sind denn Amis im Alltag noch immer so preiswert wie vor 20 Jahren? Ich hatte 1995 einen 78er Ford LTD, ziemlich runtergerockt, Ersatzteile gab’s hier in Kiel bei Mike’s & Frank’s oder sowas. Für einen sehr schmalen Taler.
      Zur Jahrtausendwende hatte ich dann aus Versehen einen 81er Cadillac Eldorado Biarritz, den hätte ich auch behalten wenn mir nicht jemand ungefragt das dreifache meines Kaufpreises geboten hätte. Von dem Geld gab’s dann einen Audi V8, dem war ich 10 Jahre treu und war das erste Mal cockpitverliebt 😊

      Die Beleuchtung im Phaeton ist episch. Ich finde das wundervoll. Und er hat noch richtige Knöpfe (und davon eine Menge), mit Displays überall werde ich nicht warm. Ich hab’s probiert. Nein nein nein.
      Rock’n Roll
      Sandmann

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