Der Koloss von Rügen

Auf der Ostseeinsel Rügen, in der Nähe des Badeortes Binz, steht fernab von großen Straßen eine der gewaltigsten Bauruinen der Welt.

Der Nachdenker

Der Nachdenker

Der fast 5 Kilometer lange Komplex ist von den Nationalsozialisten als Seebad konzipiert und zum Teil fertig gestellt worden. Nach seiner Fertigstellung sollten hier durch die Organisation „Kraft durch Freude“ 20.000 Menschen gleichzeitig Urlaub machen können. Durch gewaltige technische Maßnahmen sollte die Propagandamaschinerie über Lautsprecher in alle Zimmer übertragen werden und aus den vermeintlichen Urlaubern uniforme, formbare Menschen machen.

Parkett im Gemeinschaftsraum

Parkett im Gemeinschaftsraum

Nach dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs wurden die Bauarbeiten eingestellt, so dass nur die acht baugleichen riesigen Gästehäuser mit Treppenhäusern und Gemeinschaftssälen mehr oder weniger fertig wurden. Einige hat man später gesprengt, andere wurden zu DDR-Zeiten von der NVA als Kaserne genutzt. Prora ist niemals als Urlaubsort bezogen worden. Heute sind fast alle Teile der Ruine verkauft, absurderweise sind Eigentumswohnungen und Hotelanlagen im Inneren der tristen, noch intakten Blöcke geplant. Schöner Wohnen?

Es ist verboten, die maroden Anlagen zu betreten. Aber gerade das macht den Reiz dieser uralten Naziarchitektur aus. Innen ist die Zeit stehen geblieben. Auf dem Boden liegt das Fischgrätenparkett, in den Schränken sind die Lautsprecher…

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6 Responses to Der Koloss von Rügen

  1. Wob79 says:

    Schon ganz schön gewaltig dieser Bau. Ich glaube das Schild Betreten Verboten hätte mich auch da rein gelockt 🙂 solche alten Gemäumer haben was an sich. vor allem wenn man sehen kann was die Zeit so angerichtet hat. Aber ich glaube nicht das da jemand wohnen möchte, oder ? kommende Woche haben wir ja endlich Urlaub. mal sehen, vieleicht zieht es uns ja wieder mal an die Küste.

    • Sandmann says:

      Ay wob,

      ich fand es umso beeindruckender, was die Zeit alles NICHT angerichtet hat. Wenn man bedenkt, dass dort 70 Jahre lang eigentlich nichts gemacht wurde… dafür ist die Bausubstanz noch sehr gut (soweit man das von draußen sehen kann),
      Nein, wohnen möchte ich da auch nicht. Vielleicht mal für ein paar Nächte, um zu sehen, was draus geworden ist…

      Sandmann

  2. Sven says:

    Eigentlich schade, dass man dieses Stück Geschichte ( wenn auch keine Ruhmreiche) nicht erhalten mag. Warum muss man ums verrecken dort Eigentumswohnungen entstehen lassen, anstatt den ganzen Bau der Nachwelt zu erhalten.

    • Sandmann says:

      Ay Sven,

      ich bin im Sommer mal wieder da und werde berichten, ob was und was seit dem verändert wurde. Vielleicht bleibt ja einer der Blöcke stehen…?

      Sandmann

  3. Kevin Zenker says:

    Als geborener Rüganer kann ich sagen : der Umbau zu den Eigentums- und Ferienwohnungen ist geschehen, sieht irgendwie komisch und nicht passig aus in Relation zur Umgebung.

    • Sandmann says:

      Ui. Echt?
      Die alten Bilder hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm. Obwohl wir im vorletzten Sommer auf Rügen waren…
      Ich bin froh, noch das „alte“ Prora gesehen zu haben. ich war ziemlich platt danach…

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