Informationen, Informationen

Redet miteinander!

Citroën: Irgendwie fühl‘ ich mich nicht wohl.
Ich: Stimmt, ich merk das auch. Du läufst unter Teillast nicht ganz rund, so als ob die Zündung oder irgendwelche Nebenluft rumärgern. Hm. Aber du läufst wenigstens. Was könnte das sein…?
Der Chor der Steuergeräte: Laaa la la la laaaa wir sagen es ihm niiiiicht!
Ich: Hast du was gesagt?
Citroën: Nein?
Das Internet: Wir haben da so ein paar Ideen, woran das liegen könnte. Teillastruckeln, kennt man auch vom CX.
Ich: Pass auf, ich muss eh nach Kiel zurück. Der Fehler wird schnell gefunden sein und ich habe Werkzeug dabei. Wir machen trial and error. Das macht Spaß, und am Ende läuft alles wieder rund.
Der Chor der Steuergeräte: MUUUHAHAHAHAHA 😀 

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Däne für einen Abend

Unscharf, aber verregnet.

Foråret vil ikke rigtig komme endnu. Es ist kalt und regnerisch, der Sommerurlaub ist unerreichbar weit weg. Während ich im mittäglichen Dämmerdunkel gräulich vor mich hindeprimiere **klingbingt** eine SMS von meinem Freund Heiko durchs Zimmerchen. Ja, eine SMS 🙂 Es gibt noch immer Menschen die faxen, also ist das quasi zeitgemäß. Heiko schreibt, er und sein Tesla wohnen für eine Woche an der dänischen Nordsee. Eine Woche in Henne Strand, in einem Haus mit direktem Blick aufs Meer. Viel zu groß, schreibt er. Ob ich nicht mal reinschauen will, fragt er. Nun… Es ist nicht nur kalt und regnerisch, es ist auch ordinär Dienstag. Ich tippe meinen Absatz noch zu Ende, packe mein Laptop plus Schlafsack und Gitarre in den Kofferraum, mache das Licht aus und schließe die Haustür. Volltanken und losfahren. Warum nicht?

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Therapeutisches Schlachten

Mach mal alles raus hier.

Was haben Schlachter heute eigentlich für einen gesellschaftlichen Status? Haftet dem traditionellen, tierzerteilenden Gewerbe der schlimmer werdende Ruf des gewissenlosen Mörders an? Der gedankenlos seinem blutigen Handwerk nachgeht, um die hochpreisigen Weber-Supersmoker der selbsternannten Gourmetprofis auf ihren Fertighausterrassen zu füttern? In einer Welt voller politisch korrekter Neuformulierungen (die Schlachter*Innen habe ich mal weggelassen) mag kaum noch jemand was essen, das mal einen Namen hatte. Und damit ich nicht noch weiter vom Thema abkomme versichere ich euch jetzt: Ich schlachte heute vegan! Also ich filetiere meinen zweiten Citroën XM Turbo CT. Mehr eigentlich nicht. Und ich bewege ihn bis zum Schafott rein elektrisch. Ich bin so p.c.! Ich bin so nachhaltig, ich fasse es nicht.

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Nicht lange genug.

Lasst uns heute einmal nicht über dieses Auto sprechen.

„Ich habe nämlich noch viel zu tun und keine Zeit zum Sterben!“ Du kannst den Kopf in den Sand stecken und resignieren, wenn du eine schreckliche Diagnose von deinem Onkologen bekommst. Oder du kannst deinen Optimismus zu Höchstleistungen antreiben. Du kannst die nahezu unerschöpfliche Energie, die noch in deinem Körper brodelt, in den Kampf schicken. Humorvoll mit der Wahrheit umgehen. Denn da draußen warten dein behinderter Sohn und dein lieber Ehemann auf dich, sie warten im Hier und Jetzt. Die brauchen dich. Und der Rest der Welt bewundert dein großes Herz, deine Aufmerksamkeit und deine Liebe für die Menschen. Andrea geht heute den Leuchtturm rauf und kann die Welt von oben sehen. Und dieses Mal kann ich sie nicht begleiten.

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Hausgeflüster

Mittendrin statt nur davor…

Einmal noch. Samstag Vormittag in einer kleinen Siedlung am Rand einer kleinen Stadt. Nachträglich verklinkerte Häuser aus den 50er und 60er Jahren, aus denen die Spießigkeit des Mittelstands trieft. Große Gärten, schmale Schleichwege und weite Felder. In diesen Gärten bin ich auf Bäume geklettert. Durch diese Schleichwege ritt ich halsbrecherisch mein Klapprad. In diesen Feldern spielte ich mit meinen Freunden bis lange nach der Abenddämmerung. In mir tobt die bittere Romantik des Rausgerissen-Werdens, die Suche nach einer unvollendeten Kindheit hier, wo ich geboren wurde. Auf dieser Suche öffne ich heute eine weitere Tür: Die zu meinem Elternhaus. Mein Kinderzimmer! Nach 30 Jahren wurde ich eingeladen, nochmal reinzugehen. Einmal noch.

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Stadtgeflüster

Gib dem Sandmann Zucker

Einmal noch. Nein, nicht nur einmal noch in diese Stadt. An den Ort, an dem ich aufgewachsen bin. Wo es im Herbst und im Winter nach Sirup riecht, wenn die Zuckerfabrik eine neue Wolkendecke aus Wasserdampf und Karamell in den Himmel zaubert. Einmal noch. Der kantige Citroën XM Pallas ist vollgetankt und unternehmungslustig. Ich selbst wiederum bin ein bisschen leer von den letzten Wochen, aber nicht minder unternehmungslustig. Meine Hände zittern, mein Herz klopft doller. Ich habe heute zwei Anrufe bekommen. In dem einen hieß es, „meine“ Gitarre sei endlich eingetroffen. Hey – dann fahr ich mal nach Uelzen und kaufe eine Gitarre. Erstmal.    … ich will das weiterlesen!

Teppichmünzen

Unerwarteter Reichtum

Was macht der schraubende Kieler, wenn er bei einer (noch geheimen) Limousine ein paar Stellen im Unterboden mit frischem Blech belegen will? Er holt die Sitze, den Teppich und die Dämmung da raus. Sonst brennt so ein altes Auto schneller mal ab als man möchte, das stinkt und qualmt und ist insgesamt doof. Und auch wenn einige von euch das bei diesem Modell vermutlich begrüßen würden – ich will das nicht 😉 Habt ihr jemals euer Auto ent-teppicht? So richtig komplett, mit ausgebauten Sitzen bis auf das Bodenblech nackig gemacht? In diesem Fall kamen mir dabei mehrere Erkenntnisse über das Halten von Haustieren und den arglosen Umgang mit Kleingeld. Katzen können haaren. Und ach ja – es gab in der Bundesrepublik Deutschland mal die Mark und den Pfennig!

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Vollmond 1994

Der Zauber der Förde

Abgebogen in eine andere Zeit.
Es ist einer dieser grauen Wintertage. Heute wird es gar nicht richtig hell, und auf dem Weg zurück nach Kiel sackt die Dunkelheit schon wieder auf den Horizont wie eine schwere Wolldecke. Ich habe heute Abend nichts mehr vor, mein Auto ist angenehm überheizt und das grüne Licht der Instrumente macht ein bisschen glücklich. Das ist gerade auch ganz gut so. Mein rechter Zeigefinger hüpft durch die sechs CDs im Philips-Wechsler, und beseelt von antiken, optisch-digitalen Klängen bleibe ich bei Pink Floyd hängen. The grass was greener. The light was brighter. With friends surrounding. Oha. Oha oha. Plötzlich schwirren sehr unerwartet viele klare Bilder durch meinen Kopf. Eine Uferpromenade, eine WG im Rotlichtviertel. Ausbildung, Frauen, Musik. Ich fahre noch nicht nach Hause. Ich… biege mal ab in Richtung Neonlicht. Kommt ihr mit?

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Maskierte Weihnachten

Jetzt kann das Christkind kommen

Süßer die Turbos nie klinget als zu der Weihnachtszeit. S‘ ist, als ob Engelein singen wieder von Frieden und Freud‘. Es mäandert eine Menge Gesang dieser Tage durch meinen Geschichten, auch ohne den Barden aus dem linguistischen Schrauberartikeltrio. Es weihnachtet in Zeiten des Virus. Welche psychologischen Blüten die vergangenen zwei Jahre mit uns allen trieben und was Abstand, Einschränkung und Kulturlosigkeit mit uns gemacht haben ist eine abendfüllende Geschichte. Aber eine andere. Mein zweitgeborenes Töchterchen und ich halten an schönen Traditionen fest wie Schiffbrüchige an historischem Treibholz in einem Ozean aus selbstüberzeugter Aggression. Endlich ist wieder Weihnachten in meiner Heimatstadt Uelzen. Wir sind mittendrin, wenn auch nur für einen kurzen Abend, eine kurze Nacht und einen kurzen Morgen.

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Vadders HU Ballade – 3

So langsam kann ich das ja.

Finale. Schrauben auf dem Aldi-Parkplatz
„𝄞 Meister Winfried war ein Schmied, ein guter noch dazu. ♬ Er beschlug der Hufen vier bei einem Pferd im Nu.“ Caspar hat gut singen. Der soll mal lieber einen Schmied ranholen der sich mit dem Passat 35i statt mit Pferden auskennt. Hufeisen mögen Glück bringen, helfen mir hier aber nicht weiter. Und zuhören wird dem mittelalterlichen Radio immer noch niemand, denn ich habe zu tun. Heute ist Sonntag, und auf dem Hof steht Schwiegervadders Passat mit zerlegtem Federbein und falschem Domlager. Morgen ist die Nachprüfung und ich muss mit genau diesem Auto zurück von Kiel über Hamburg nach Niedersachsen. Mit fehlt die Zeit, um den Kopf in den Sand zu stecken. Also muss eine Lösung her. Dass diese ihr Finale auf einem Aldi-Parkplatz finden wird war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen…

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Vadders HU Ballade – 2

Full House in Sandmanns Welt

„Mein sind die Jahre nicht die mir die Zeit genommen – Mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen – Der Augenblick ist mein und nehm‘ ich den in acht – So ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.“ Der Barde Caspar zupft auf seiner Laute und zitiert Gryphius. Das singende Vanitasmotiv ist wieder da, wir anderen und Vadders alter Passat ebenso. Ihr erinnert euch an die Niederlage vor ein paar Tagen? Ich habe nachgedacht, wie ich mit der halbseitigen Mängelliste der letzten HU und einem Auto umgehen will, was nicht mir gehört. Und plötzlich ist mein Hof voller netter, schraubender Menschen, Besucher und Zaungäste 😀 Was für ein verrückter Tag. Und glaubt mal nicht, dass an seinem Ende alles gut wird 🙁

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Vadders HU Ballade – 1

Tief in den „Pacific“ tauchen

Eine Ballade ist, kurz umrissen, ein mehrstrophiges, erzähltes oder gesungenes Gedicht. „Mehrstrophig“ ist in diesem Fall eure Entscheidung. Entweder… singt ihr in heiterer Glühweinstimmung AAAALLE JAAAHRE WIIIIEDER und denkt „die Karre kenne ich doch…?“. Ja stimmt. Schwiegervadders Passat B4 35i, den hatte ich vor zwei Jahren schon einmal auf dem OP Tisch. Auch da, um ihn auf die Hauptuntersuchung (die Barden nennen das TÜV, obwohl’s so ja nicht ganz stimmt wenn man zur GTÜ 😀 fährt) vorzubereiten. Oder… ihr bleibt im Hier und Jetzt und ahnt vielleicht, dass es mehrere Strophen werden. Denn dieses Mal war die Bestandsaufnahme etwas… äh… krasser. In diesem Teil schlucke ich trocken. Im nächsten sind viele Menschen dabei. Und im dritten bin ich ganz alleine. Könnt ihr laut fluchen? Kommt ihr dann mit, bitte?

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Freunde im Roadster

Nordamerikanischer Barock am Daimler

Ein mächtiger 5,6 Liter V8 in einem Mercedes-Benz – in Europa war der für dieses Fahrzeug nicht zu bekommen. Der Wagen verrät seine amerikanische Herkunft durch die dicken Bumper, und er hat weniger Laufleistung als so mancher Jahreswagen. Zwei Freunde überführen den exotischen Mercedes 560 SL der Baureihe R 107 vom Händler in die Werkstatt, wo er aufgearbeitet und zum Kunden ausgeliefert wird. Ein Ersthand-Roadster mit Hardtop, der im Stuttgarter Hafen ohne Sprit liegenbleibt!

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Da bist du PLATT!

Moderne Reserveräder

Das Wochenende steht vor der Tür. Die Kinder sind in der Schule und der Kita, und ich stiefel nach dem ersten Kaffee nochmal kurz rüber zum Familiendaimler, umparken. Gestern Abend war’s spät, passende Lücken gab’s da nur noch bei den Altglascontainern. Die Gegend, die wir hier die „Bronx“ nennen. Ein herbstlicher Nieselregen kriecht wie eine graue Nebelbank durch Hamburgs Straßen und trübt meinen Blick. Rechts hängt das Auto irgendwie… runter. Na toll. Der rechte hintere Reifen, im März erst neu draufgekommen, ist platt. Der Stern auf der Haube ist umgelegt. Die „Bronx“ hat heute Nacht zugeschlagen! Und jetzt? Folgt mir, dem alten Oldtimer-Saurier, in eine schöne neue Welt ohne Reserveräder, aber mit Rettern in der Not.

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