Höllengebirge

Am Anfang noch unten

Ein Norddeutscher begegnet der gemeinen Bergwelt mit Skepsis. Gebirge… sind was Fremdes. Zwischen Nord- und Ostsee gibt es zwar einige Erhöhungen, die aber nur Fahrradfahrern ohne E-Unterstützung auffallen. Zu erwähnen wäre da unser Bungsberg, epische 167 Meter hoch 😳 Jahaa! Meine Mama und mein Papa wollten in den 70ern höher hinauf und waren zweimal mit uns in Österreich am Attersee. Rückblickend ist der einzige Berg, der mir je etwas bedeutet hat, das dort rumliegende Höllengebirge. Dieses breite steinige Ding, auf das ich vom Balkon unserer Ferienwohnung jeden Abend geguckt und das Gipfelkreuz gesucht habe. Heute, fast 50 Jahre später und 46 Jahre nach dem Aus unserer kleinen Familie, will ich da wieder rauf. Ganz hoch. Vielleicht wirkt die Welt von da oben etwas erträglicher. Und -> ich nehme euch mit.

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Zurück nach Österreich

Was 50 Jahre so machen…

Die Kindheit klopft wieder an 😳 In den späten 70ern sind Mama, Papa, Anita und ich mit dem limagelben Audi 100 5E in Österreich gelandet. Attersee, am Rand der kleinen Kolonie Hipping in einem Hotelzimmer mit Blick auf das Höllengebirge. Truck Stop wollten so gern Dave Dudley hör’n, Bino rief nach Mama Leone und Henry Valentino stalkte das Mädchen im Wagen vor sich während von unten aus der Gaststube die Musik des Heimatabends jodelte. Ich habe seit dem immer wieder unscharfe Bilder aus diesen Sommerferien einer gutbürgerlichen Lehrerfamilie im Kopf gedreht und gewendet, ich habe sie gehört und geschmeckt und gerochen. Bis ich vor einigen Wochen zwei dicke Fotoalben vom Dachboden holte. Ich will da nochmal hin. Mit dem Auto. In genau dieses Hotel. Und ich habe eine Frau dabei, die verrückt genug ist, das gemeinsam mit mir durchzuziehen. Kommt ihr mit?

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Plastik Schrott

7 Widersprüche in nur einem Bild

Wir leben in einer Zeit, wo ein Liter Diesel 2,50€ kostet (nicht nur um 12 Uhr Mittags 😳) und wo es als hip und nachhaltig gilt, die letzten Kilometer zum Büro als erwachsener Mensch nicht zu Fuß, sondern auf einem kleinen Elektroroller 🛴 zurück zu legen. In dieser Zeit bewege ich ein Kraftfahrzeug jenseits der allgemeinen Toleranzgrenze. Einen im neuen Jahrtausend überkonstruierten Kahn, schwer und groß und randvoll mit edlen, alternden Materialien. Einen von Klassikerfans verachteten Schrotthaufen voller Elektronik und Steuergeräte. Zwei Tonnen Wohlstandsmüll, ein Groschengrab aus Stahl, Aluminium und Plastik. Und ich behaupte, so ein Phaeton hat eine Seele. Und – man bekommt inzwischen auf dem Schrottplatz Ersatzteile! Kommt mit auf einen Abend voller Kunststoff und Gedanken.

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Orientierungsstufe

Der Dicke ist wieder zu Hause

Vierhundert Bauern, 🎶 die zooogen ins Manöööööver, vierhundert Bauern… 🎵 Oha. Volkslieder, Kinderlieder, völlig falsch zitiert. In unserer 1982er Version dieses gemeinschaftlich gesungenen Gassenhauers ging es vor allem um die Vermählung einer peinlich berührten Mitschülerin mit einem rot werdenden Mitschüler – und die Anzahl an Kindern, die beide später haben werden. Diese von 11jährigen Propheten vorgetragenen Weisheiten schwirren mir durch den Kopf, während ein Volkswagen aus Dresden Dieselwolken in die niedersächsische Morgenluft zündet. Ich bin zurück in meiner Heimatstadt Uelzen, und es zieht mich zu den sterbenden Mauern der Herrmann-Löns-Schule, wo alle Kinder der Umgebung die 5. und 6. Klasse gemeinsam verbrachten. Kommt ihr mit?

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Umzug der Erinnerungen

Endlos eingelagert

Eine bewegende Zeit 😳 Wer von euch in der Mitte des Lebens feststeckt (oder… nach dem Zählen der leeren Weinflaschen vielleicht auch eher im letzten Drittel…) macht vermutlich ebenfalls einige Veränderungen durch. Wer noch in seinen gesegneten 20ern weilt möge es genießen. Wer schon über 70 ist auch. Ich selbst zähle mich weder zu den Einen noch zu den Anderen, ich bin aus der Sicht meiner Kinder schon uralt und aus der Sicht meiner Mama noch blutjung. Man nennt das die Rush-Hour des Lebens. Die Jüngeren wollen was von mir, die Älteren wollen was von mir, mittendrin ist der Job – und irgendwo stehen noch ein paar wundervolle Autos, die in ein neues Zuhause umziehen möchten. Das geht jetzt mal los.

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Hall(e)i Galli

Vagabunden ziehen durchs Land

Halli Galli. Kennt ihr das Wort noch? 🙄 Glaubt mir, ich schiebe nicht turnusmäßig verstaubte Autos hin und her, weil sich da womöglich ein Fetisch verbirgt. Der Umzug von einem Haus – was es jetzt nicht mehr gibt – über ein Haus – was zu weit weg von allem war – in ein Haus – ohne Garage oder Carport – zeigt mir deutlich: Ich brauche einen Ort, wenn auch nicht für mich selbst, aber an dem alle meine geliebten alten Autos stehen, an dem alle nötigen und unnötigen Ersatzteile sich türmen und an dem ich nach Lust und Laune schrauben kann. Diesen Ort gibt es -> ich habe den gefunden! Tuuut. Tuuuuuuuut. „Hi Alex, wie geht’s dir?“ – „Ey Sandmann. Na, brauchst du wieder jemanden der mit dir deine Karren trailert?“ – „Ich… äh.. ja.“

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Über Sinn und Unsinn

Die Definition von DICK. Also – der rechts.

Es gibt Autos, von denen man träumt, ohne sie selbst besitzen zu wollen. Sowas wie ein 300 SL „Gullwing“ oder das Urmodell vom 911. Und dann gibt’s Autos, die hätte man besitzen wollen, konnte es aber nicht. Weil sie soviel kosteten wie ein Einfamilienhaus in Niedersachsen 😳 Volkswagens Phaeton war für mich so ein Kandidat. Unsinn. Der Archetyp einer großen Stufenhecklimousine, randvoll mit schrulligen Extras und liebevollen Details und trotzdem nicht überheblich. Dann vergehen die Jahre. Die Jahrzehnte. Plötzlich kostet das metaphorische Einfamilienhaus von damals weniger als ein Satz Alufelgen. Sinn? Was kann man da noch falsch machen? Vieles 🙄 Ist mir das egal? Ja.

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Oberklasse Anno 2001

Ja ja, das VW Zeichen

„Oh, ein dicker Passat“. Hahaha 🤣 Ja nee. Was da vor rund 25 Jahren von der nagelneuen Gläsernen Manufaktur in Dresden ausgespuckt wurde war viel mehr als das. Es war kein VOLKSwagen mehr, nein nein. Die dicke Stufenhecklimousine in dem Prospekt in meinen Händen hieß wie Helios‘ Sohn, war schwerer als Obelix und kostete so viel wie ein Einfamilienhaus. Aber das hier wird keine Geschichtsstunde über alles, was ihr sowieso bei Wikipedia nachlesen könnt. Es wird die Erklärung für ein Virus, was ich mir eingefangen habe, als ich zarte 30 Jahre alt war. Nicht DAS! Auto, aber DIE! Limousine. Lederbesesseltes Understatement, die rollende Summe aller schrulligen Ideen von Ferdinand Piëch – in einem weitestgehend von Hand gefertigten Automobil, das es in einer solchen Detailverliebtheit nie wieder geben wird.

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Tun wir’s im Taunus!

Auch ein Rücken kann entzücken!

Der Titel verspricht mehr, als der Artikel liefern wird 😁 Allerdings gibt es ab jetzt zu diesem grünen Kraftfahrzeug… andere erwachsene Inhalte. Geschichten, die minderjährige Zeitgenossen schlicht langweilig finden werden. Altes Blech, viel Rost. Und rausgerissene Innereien. Yay – Zombies? Nein. Ich habe mich heute ein letztes Mal für eine längere Zeit in mein Coupé gesetzt, den Motor gestartet, alles Leben im Umkreis von 15 Metern durch eine blauwolkige Ölpest ausgelöscht und eine kleine Werkstatt im Südosten von Kiel angesteuert. Es geht endlich los! 😳 Los, los looooos! Der totgesagte Kölner wird nach acht Jahren in Schnee und Regen komplett neu aufgebaut. Das drittletzte große Projekt in meinem automobilen Leben startet: Jetzt. Ich muss dazu ein bisschen was erzählen. Hört ihr zu? Kommt ihr mit? Dann holt euch ein Glas Wein oder ein Bier und blättert weiter 👇🏻

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Saabs neue Puschen

D und die ausgestorbene Marke

Das ist der Daniel. Daniel driftet schon seit 30 Jahren durch mein Leben 💕 Als wir noch weniger graue Haare hatten brachten wir mal alleine, mal gemeinsam mit sechssaitigen Instrumenten am Wochenende rund 200 betrunkene Engländer und Iren im Irish Pub in der Bergstraße zum Mitsingen 😊 Der Mann ist eigentlich kein Schrauber, hat aber ein großes Herz für altes Blech und ist über drei Ecken an einen wundervollen alten Saab 9-3 gekommen. Der Erstbesitzer hat ihm liebevoll noch einige Anleitungen und Devotionalien mitgegeben, und das ausgestorbene Ding rennt ziemlich gesund durch die Welt. Allerdings nicht mehr mit guten Schuhen, die Winterreifen sind schon uralt und steinhart. Und da komme ich ins Spiel, denn ich kenne jemanden, der Reifen herstellt 😉

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Auferstehung statt Himmelfahrt

Der frische Franzose

Totgesagte leben länger. Vielleicht steht das eines Tages auf dem Grabstein meines Baguette™ -> dem 1999er Citroën XM TCT Pallas. Vor über vier Jahren ging er für einen dreistelligen Betrag im Osten von Berlin in meinen Besitz über, nach einem selbstverschuldeten Motorschaden wurde er in Dresden in einen Jahreswagenzustand zurückversetzt – und nach dem unverschuldeten Unfall letztes Jahr steht jetzt die erneute Instandsetzung an. Zum Kaufpreis sind heute mehr als 14.000 Euro dazugekommen 😁, dafür gibt’s neuwertige, vollausgestattete V6 aus der ersten Serie. Aber was soll ich mit einem neuwertigen, vollausgestatteten V6 aus der ersten Serie? Ich will DIESEN Citroën XM, und das aus vielen emotionalen Gründen. Und ich will keine weiteren zwei Wochen in einem Neuwagen leiden, um ihn endlich wiederzubekommen. Neuwagen? Ja. Argh 😳 Leidet ihr mit mir? Dann los!

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Pallas KRACHBUMMS!

Lalü mit Lichtorgel. Scheiße.

Lalü mit Lichtorgel. Scheiße.

„Papaaaaa? Können wir meine CD hören bis zur Kita? Ja? Jaaa?“ Na klar. Der Morgen ist trüb und nass, da massiert ein bisschen bekloppte Musik aus dem CD-Wechsler das Gemüt. Sandmädchen© Nummer 4 singt laut mit 🎶 und erfreut sich lachend ihres jungen Lebens, während vor uns der Berufsverkehr auf der zweispurigen B 76 durch Kiel wie üblich zum Stehen kommt. Rechte Spur, 70… 60… 40… langsam bremsen… 20 und… Stillstand. Nicht schlimm, wir haben genug Zeit. Im linken Seitenspiegel wird auf der linken Spur ein weißes Auto immer größer. Dafür dass hier alles stillsteht ist der viel zu schnell! Ich quetsche noch ein „WOOOAAHHHH!!!“ raus als der Wagen keine 10 Meter schräg hinter uns eine Vollbremsung macht, auf der nassen Straße mit blockierten Reifen rutscht und ausbricht und uns beiden scheppernd und berstend in die Seite kracht. Scheiße. WAS – FÜR – EINE – SCHEISSE!

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Völlig aufgefroren

Zug ist nicht gut für den Nacken

❄️☃️ Kälte mag ich nicht. Während alle Prinzessin Elsa anhimmelten, wie sie ganz Arendelle wollüstig mit einer Eisschicht überzog, stand ich immer mehr auf Anna. Die ist auch nicht so blond. Und wer will denn schon jemanden küssen der immer Handschuhe trägt? 🤪 Entschuldigung. Ich habe mich gehen lassen. Draußen ist es kalt, und zwar genau genau so kalt, dass das Türschloss von meinem Citroën XM zwar aufgeht – aber nicht mehr zu. RUMMS quiiiiietsch wieder auf. RUUMMSS!!! quiiietsch wieder auf. Alter. RUMMS RUMMS! quiiiietsch. Keine Chance. Meine kleine Tochter neben mir im Kindersitz verschluckt fast ihren Naschi vor lauter Lachen. „Papa dann musst du die Tür jetzt bis zur Kita mit einer Hand zuhalten!“ Muss ich wohl. Und ein Stuuurm zieht aaaauf. Die Kälte 🎶 sie ist nun ein Teil von mir.

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Und – weiterschweben!

Da ist er ja wieder.

Wenn der Osten ruft, soll man reisen. Über ein Jahr lang bin ich auf Behelfssesseln durch die Republik geritten – heute hole ich endlich meinen frisch aufgearbeiteten Citroën XM TCT Pallas aus Dresden ab 💕 Das Baguette™. Die Schaukel, bei der die Steuergeräte sich gegen mich verbündet haben. Der Kahn mit dem französischen Herzen. Heute ist nicht nur der graueste und kälteste Tag des Winters, heute ist auch der verkehrsreichste Morgen des Jahres. Und damit meine ich leider keine warmen, körperlichen Kuschelaktivitäten mit zärtlichen Fingerspitzen auf nackter Haut… sondern genervte Menschen in kalten Autos. Die stehen alle direkt vor mir und versperren meinem Weg zum Kieler Hauptbahnhof.

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