Helmut und Funkenmariechen

Sich mal GANZ reinhängen!

Es ist kalt in diesem Januar, also eigentlich kein Schrauberwetter in Kiel. Aber ich will das rauchsilberne Dickschiff irgendwann mal auf der Straße haben, also mache ich mir warme Gedanken (das kann ich sehr gut), stülpe mir die Schrauberklamotten über den Körper und werfe mich bei norddeutschen 2 Grad in den Motorraum des 260 SE. Während rund um Köln und Mainz die Verrückten schunkeln und mit Abstand die Lustigsten sind, suche ich Funkenmariechen. Nach 10 Jahren Standzeit steht heute auf der Playlist: Zündkabel, Kerzen, Kappe, Finger. Wenn ich gut in der Zeit liege noch Luftfilter und Sicherungen. Nichts, wo Pathos schlummert, außer vielleicht die Erkenntnis, dass Markenware die einzige wahre Ware ist. Vor allem wenn Sonderklasse aus Stuttgart nach 30 Jahren wieder Premium sein soll.

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Whataboutism

Auf dieser Haube fing alles an

Fotos. Autos, Menschen, Landschaft.
In den sozialen Netzwerken sind sie Unterhaltung, Selbstdarstellung und Visitenkarte. Die meisten tun niemandem weh, wer nicht persönlich durch diese Fotos angegriffen oder in seiner Lebensweise eingeschränkt wird kann ein anderes Programm einschalten. Die grundsätzliche Oberflächlichkeit des Geschichtenerzählens über sich selbst und alte Autos hat gegenüber dem investigativen Politjournalismus ganz klare Vorteile 🙂 Aber immer öfter hängen sich in Facebookgruppen oder anderen Schmelztigeln der freien Meinungsäußerung die coronagebeutelten Moral-Sherlocks an Kleinigkeiten auf, die gar nichts mit der gedachten Kernaussage des Bildes zu tun haben. Das nennt man Whataboutism. Ich habe euch ein paar eigene Beispiele zusammengestellt und weiß noch gar nicht, wie ich damit umgehen soll…

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Der Über – Ro 80!

Zeitlos und modern

Der NSU Ro 80 war schon als Serienauto mit dem Wankelmotor seiner Zeit 20 Jahre voraus. Es gab Pläne, das Fahrzeug auch nach 1977 noch weiterleben zu lassen – als Über-Limousine mit Komfort, Kraft und K-Jetronic. Dazu kam es leider nicht. Aber ein einziges Exemplar ist nach den damaligen Ideen mit Originalteilen so aufgebaut worden, wie er hätte werden können. Wir fahren das sagenhafte Unikat durch Schleswig-Holstein.

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Rock’n Roll ohne B-Säule

Das ist Rock’n Roll!

Mit dem 17M und dem 20M rollte Ford in Köln in den 60er Jahren an die marktführende Position der europäischen V6 Hersteller. Elvis Presley sang bunte Lieder über Hawaii und war wie die große Limousine aus Köln nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Ich habe einen ähnlichen Elvis wie damals mit genau so einem Auto wie damals gefunden und begebe mich in sein persönliches, automobiles Graceland in Bremen.

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Die Reife(n)prüfung

Gullideckel mit Geschichte

Reifen. Ihre Beschaffenheit, ihr Preis und vor allem meine norddeutsche Meinung polarisieren diejenigen von euch, die es ernst meinen mit den Puschen ihrer Autos. Wenn ihr sowieso nur mit den Schlappen unterwegs seid, die beim Kauf drauf waren, kommen wir bei dieser Geschichte wohl nicht zueinander. Wenn ihr euch aber tatsächlich Gedanken macht, was ihr eurem Auto ab und an mal anzieht, dann kommen wir vielleicht in einen Dialog. Es… hat einen psychologischen Grund, warum ich meinem alten Mercedes-Benz W 126 zuallererst neue Reifen kaufe. Noch bevor der Motor so richtig läuft. Ich glaube, das hat was mit meiner Oma zu tun 🙂 die war Schuhverkäuferin…

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Das ist Helmut

Ihr guter Stern auf allen Straßen

De temps en temps überschlagen sich die Ereignisse, und manches soll dann wohl auch einfach so sein. Mein bunt gepflasterter Hof hatte sich gerade etwas entvölkert, Scorpio weg, Mazda weg, Schwester S weg… da ploppt in meinem Messenger eine Nachricht von Torsten auf. Er habe in seiner Garage eine S-Klasse stehen, seit vielen vielen Jahren, von Vadder noch. Erbgut sozusagen. Ein 260 SE, damals funktionierend abgestellt, mit frisch geschweißten Wagenheberaufnahmen und neuen Kotflügeln. Unter seiner dicken Schicht aus Schmutz und Staub nun reif für jemanden, der ihm Liebe geben mag. Ich so: “Du, ich habe grad so einen nicht ganz grundlos verkauft…”. Torsten schreibt, dass die rauchsilberne S-Erbschaft in Kiel steht, Luftlinie zu mir 4 Kilometer, und dass sie Helmut heißt. Und ich so: “Wann hast du Zeit?”

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Inne Pilze

Werden sie was finden?

Wir sind hier ja, also eigentlich, zum Fernsehen machen, die Adele, der Bernd und ich. Drei Ausländer mitten im Oberbayern, unser vierter Ausländer Diego lebt hier irgendwo und schläft behütet in seinem eigenen Bettchen. Wir nicht. Gestern Abend war’s spät, also fangen wir heute erst um 11:00 Uhr an. Frühstück im Hotel ist aber um 9:00 vorbei, also was machen wir in den offenen zwei Stunden? “Oah wir sind gestern doch durch diesen geilen Pilzwald gefahren!” Adele hat einen Plan. “Wollen wir auf dem Weg zur Halle Pilze suchen gehen??” Oh ja. Ich war nicht mehr in den Pilzen, seit ich ein kleines Kind war. Ja. JAAA! Diese Geschichte hat also nur ganz marginal was mit Autos zu tun. Sie beschreibt drei glückliche und ein bisschen verrückte Menschen, die durch einen Wald laufen. Na los 🙂

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Der italienische Amerikaner

Eine Legende, die es wirklich gibt!

Ein lange vergessenes Matchbox-Auto aus Kinderzeiten rollt mir entgegen. Unten steht Iso Grifo drauf, aber damals konnte ich mit diesem Namen nichts anfangen. Dieser Kindheit bin ich schon lange entschlüpft, dem Wunsch, einmal so einen Iso Grifo in echt zu sehen oder womöglich zu fahren noch nicht. Nach 45 Jahren stehe ich endlich vor so einem Exoten – diesmal im Maßstab 1:1. Und die Sehnsucht ist nicht befriedigt, sondern seit dem noch schlimmer…

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Mit viel Holz

Etwas verfahren, das aber sehr erhaben.

Die Straße ist zu Ende – und plötzlich ist da ein Golfplatz. Hoppla. Während alle anderen Menschen, die hier mit Schlägern Bälle über den grünen Rasen putten, ihre modernen Sports Utility Vehicle brav draußen vor den Toren geparkt haben stehen wir mit unserem ehrwürdigen Mercedes-Benz 220 „Ponton“ plötzlich mitten auf dem Grün. Da bedarf es einiger Erklärungen. Legen wir mal los.

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Zimmer mit Aussicht

Zimmer mit Aussicht

Gedanken über ein einfaches Leben. Teil 2
Mir fallen noch ein paar Gedanken aus den Fingern. Hallo Uelzen! In der letzten kleinen Geschichte sind ein kleines, blondes Mädchen und ich mit dem alten Taunus bei dir angekommen und erstmal durch ein Maisfeld gestiefelt. Uns zweien bleibt gleich noch ein bisschen Zeit für die alte Eisenbahnbrücke, bevor wir in den Abend mit Freunden in einem seltsamen Restaurant angehen und weiter oben in eine warme Badewanne gleiten. Mit viel Schaum. Mehr passiert in dieser Geschichte schon wieder nicht, wem das zu banal ist der kann jetzt gleich zu einem spannenden Neuwagen-Blog wechseln oder sich über die Zukunft der Elektromobilität informieren 😀 Und wer grad die Schnauze voll hat von schlechten Nachrichten aus einer immer irrer werdenden Welt (oder von Neuwagen und Elektroautos) – der kann ja einfach weiterlesen. 🙂

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Mais Mais Baby

Jake und Elwood bringen die Band wieder zusammen

Gedanken über ein einfaches Leben. Teil 1
Der Feldweg, die Felder am Feldweg, mein Elternhaus am Rand des Feldwegs hinter den Feldern, im Vordergrund ein wechselndes altes Auto – und mehr oder weniger ich mit jährlich wechselnden Menschen. Noch nie sah dieses Motiv so bekloppt aus wie heute. Mein Elternhaus ist hinter dem alten grünen Auto versteckt und das viertelfinnische Sandmädchen, die Hauptakteurin der kommenden Stunden, nur angeschnitten. Sehen wir das einfach als eine kleine Hommage an den Wunsch der Unversehrtheit meiner eigenen Kinder im Netz. Also, dass sie angeschnitten ist. Dass man das Haus nicht sieht ist einfach nur dämlich. Außer optisch schlecht geschnittenen Fotos haben wir heute nur eine einzige Sache vor: gemeinsam durch ein Maisfeld rennen. Papa und Tochter. Banal? Ja klar. Man kann in diesen verrückten Zeiten gar nicht genug banalen Quatsch machen, also was ist, seid ihr dabei?

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Die Super Biene

Was für ein Mund.

Alles ist Comic. Beep Beep. Dem erfolgreichen Roadrunner von Plymouth setzte Dodge Ende der 60er Jahre einen echten Konkurrenten ins Reservat. Die Super Biene schwirrte zwar im Schatten des Laufvogels, brummt aber heute mindestens genauso gut und ist (noch) nicht ganz so teuer. Wir sind mit einer pflaumenfarbenen Matching Numbers Original-Biene über die Sumpfdotterblumenwiese geflogen und haben den Stachel gespürt. Summt ihr mit?

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S-Klasse… Vier Viertel ein Jahr

Schick machen für Berlin

Kniiirsch….
Jedes Auto hat seine Zeit. Wenn ich in den letzten Jahren einen Satz dazugelernt habe, dann diesen. Ich habe euch im Zeitraffer von meiner weißen S-Klasse erzählt und ich habe euch von ihrem veloursblauen Rücksitz 21 Lieder gesungen. So hatte Corona aus automobiler Sicht auch ein paar emotionale Seiten. Dass mir so viel Platz auf diesem plüschigen Rücksitz gegeben war lag vor allem daran, dass ich die mächtigen vorderen Sitze ausgebaut hatte. Für eine Bestandsaufnahme, als Überblick wie viel ich an dem Supertanker machen müsste. Diese Bestandsaufnahme fiel nach dem ganzen Alkohol auf dem Rücksitz überraschenderweise etwas ernüchternd aus. Und da war es wieder, mein alltägliches Zeitproblem zwischen kleinen Kindern, drei Jobs und zwei Wohnsitzen. Auf meinem Hof stand ein weiteres, geliebtes Automobil, was dazu verdammt war, weiterzuwandern. Ich erzähl’ euch davon, während ich alles wieder zusammenbaue.

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Nur zu Besuch

Ehrenvoller Auszug

Dieser Virus hat alles verändert. Manchmal ein ganzes Leben, manchmal ganze Länder, streckenweise die ganze Welt. Drei Monate Lockdown plus Sommerferien 2020 haben in meiner eigenen, kleinen und überschaubaren Welt vor allem eines verändert: Den Blick auf das Wesentliche. Eine Neuordnung der Prioritäten. Worauf kommt es eigentlich an? Ein kleiner, freundlicher Viertürer aus Fernost ist in dieser Neubetrachtung des Alltags hinten runtergefallen. Er hatte im Auswahlverfahren von Anfang an keine Chance zwischen Ford-Pflaumen und dicken Sternen. Also habe ich eine Entscheidung getroffen. Wieder mal. Und ihn mit einem Kofferraum voller kleiner Räder und Neuteile zum Gegenwert eines Industriestaubsaugers auf den Markt geworfen. Heute geht das kleine Ei mit mir auf eine letzte Reise.

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