Hall(e)i Galli

Vagabunden ziehen durchs Land

Halli Galli. Kennt ihr das Wort noch? 🙄 Glaubt mir, ich schiebe nicht turnusmäßig verstaubte Autos hin und her, weil sich da womöglich ein Fetisch verbirgt. Der Umzug von einem Haus – was es jetzt nicht mehr gibt – über ein Haus – was zu weit weg von allem war – in ein Haus – ohne Garage oder Carport – zeigt mir deutlich: Ich brauche einen Ort, wenn auch nicht für mich selbst, aber an dem alle meine geliebten alten Autos stehen, an dem alle nötigen und unnötigen Ersatzteile sich türmen und an dem ich nach Lust und Laune schrauben kann. Diesen Ort gibt es -> ich habe den gefunden! Tuuut. Tuuuuuuuut. „Hi Alex, wie geht’s dir?“ – „Ey Sandmann. Na, brauchst du wieder jemanden der mit dir deine Karren trailert?“ – „Ich… äh.. ja.“

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Über Sinn und Unsinn

Die Definition von DICK. Also – der rechts.

Es gibt Autos, von denen man träumt, ohne sie selbst besitzen zu wollen. Sowas wie ein 300 SL „Gullwing“ oder das Urmodell vom 911. Und dann gibt’s Autos, die hätte man besitzen wollen, konnte es aber nicht. Weil sie soviel kosteten wie ein Einfamilienhaus in Niedersachsen 😳 Volkswagens Phaeton war für mich so ein Kandidat. Unsinn. Der Archetyp einer großen Stufenhecklimousine, randvoll mit schrulligen Extras und liebevollen Details und trotzdem nicht überheblich. Dann vergehen die Jahre. Die Jahrzehnte. Plötzlich kostet das metaphorische Einfamilienhaus von damals weniger als ein Satz Alufelgen. Sinn? Was kann man da noch falsch machen? Vieles 🙄 Ist mir das egal? Ja.

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Oberklasse Anno 2001

Ja ja, das VW Zeichen

„Oh, ein dicker Passat“. Hahaha 🤣 Ja nee. Was da vor rund 25 Jahren von der nagelneuen Gläsernen Manufaktur in Dresden ausgespuckt wurde war viel mehr als das. Es war kein VOLKSwagen mehr, nein nein. Die dicke Stufenhecklimousine in dem Prospekt in meinen Händen hieß wie Helios‘ Sohn, war schwerer als Obelix und kostete so viel wie ein Einfamilienhaus. Aber das hier wird keine Geschichtsstunde über alles, was ihr sowieso bei Wikipedia nachlesen könnt. Es wird die Erklärung für ein Virus, was ich mir eingefangen habe, als ich zarte 30 Jahre alt war. Nicht DAS! Auto, aber DIE! Limousine. Lederbesesseltes Understatement, die rollende Summe aller schrulligen Ideen von Ferdinand Piëch – in einem weitestgehend von Hand gefertigten Automobil, das es in einer solchen Detailverliebtheit nie wieder geben wird.

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Tun wir’s im Taunus!

Auch ein Rücken kann entzücken!

Der Titel verspricht mehr, als der Artikel liefern wird 😁 Allerdings gibt es ab jetzt zu diesem grünen Kraftfahrzeug… andere erwachsene Inhalte. Geschichten, die minderjährige Zeitgenossen schlicht langweilig finden werden. Altes Blech, viel Rost. Und rausgerissene Innereien. Yay – Zombies? Nein. Ich habe mich heute ein letztes Mal für eine längere Zeit in mein Coupé gesetzt, den Motor gestartet, alles Leben im Umkreis von 15 Metern durch eine blauwolkige Ölpest ausgelöscht und eine kleine Werkstatt im Südosten von Kiel angesteuert. Es geht endlich los! 😳 Los, los looooos! Der totgesagte Kölner wird nach acht Jahren in Schnee und Regen komplett neu aufgebaut. Das drittletzte große Projekt in meinem automobilen Leben startet: Jetzt. Ich muss dazu ein bisschen was erzählen. Hört ihr zu? Kommt ihr mit? Dann holt euch ein Glas Wein oder ein Bier und blättert weiter 👇🏻

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Saabs neue Puschen

D und die ausgestorbene Marke

Das ist der Daniel. Daniel driftet schon seit 30 Jahren durch mein Leben 💕 Als wir noch weniger graue Haare hatten brachten wir mal alleine, mal gemeinsam mit sechssaitigen Instrumenten am Wochenende rund 200 betrunkene Engländer und Iren im Irish Pub in der Bergstraße zum Mitsingen 😊 Der Mann ist eigentlich kein Schrauber, hat aber ein großes Herz für altes Blech und ist über drei Ecken an einen wundervollen alten Saab 9-3 gekommen. Der Erstbesitzer hat ihm liebevoll noch einige Anleitungen und Devotionalien mitgegeben, und das ausgestorbene Ding rennt ziemlich gesund durch die Welt. Allerdings nicht mehr mit guten Schuhen, die Winterreifen sind schon uralt und steinhart. Und da komme ich ins Spiel, denn ich kenne jemanden, der Reifen herstellt 😉

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Auferstehung statt Himmelfahrt

Der frische Franzose

Totgesagte leben länger. Vielleicht steht das eines Tages auf dem Grabstein meines Baguette™ -> dem 1999er Citroën XM TCT Pallas. Vor über vier Jahren ging er für einen dreistelligen Betrag im Osten von Berlin in meinen Besitz über, nach einem selbstverschuldeten Motorschaden wurde er in Dresden in einen Jahreswagenzustand zurückversetzt – und nach dem unverschuldeten Unfall letztes Jahr steht jetzt die erneute Instandsetzung an. Zum Kaufpreis sind heute mehr als 14.000 Euro dazugekommen 😁, dafür gibt’s neuwertige, vollausgestattete V6 aus der ersten Serie. Aber was soll ich mit einem neuwertigen, vollausgestatteten V6 aus der ersten Serie? Ich will DIESEN Citroën XM, und das aus vielen emotionalen Gründen. Und ich will keine weiteren zwei Wochen in einem Neuwagen leiden, um ihn endlich wiederzubekommen. Neuwagen? Ja. Argh 😳 Leidet ihr mit mir? Dann los!

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Pallas KRACHBUMMS!

Lalü mit Lichtorgel. Scheiße.

Lalü mit Lichtorgel. Scheiße.

Papaaaaa? Können wir meine CD hören bis zur Kita? Ja? Jaaa?“ Na klar. Der Morgen ist trüb und nass, da massiert ein bisschen bekloppte Musik aus dem CD-Wechsler das Gemüt. Sandmädchen© Nummer 4 singt laut mit 🎶 und erfreut sich lachend ihres jungen Lebens, während vor uns der Berufsverkehr auf der zweispurigen B 76 durch Kiel wie üblich zum Stehen kommt. Rechte Spur, 70… 60… 40… langsam bremsen… 20 und… Stillstand. Nicht schlimm, wir haben genug Zeit. Im linken Seitenspiegel wird auf der linken Spur ein weißes Auto immer größer. Dafür dass hier alles stillsteht ist der viel zu schnell! Ich quetsche noch ein „WOOOAAHHHH!!!“ raus als der Wagen keine 10 Meter schräg hinter uns eine Vollbremsung macht, auf der nassen Straße mit blockierten Reifen rutscht und ausbricht und uns beiden scheppernd und berstend in die Seite kracht. Scheiße. WAS – FÜR – EINE – SCHEISSE!

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Völlig aufgefroren

Zug ist nicht gut für den Nacken

❄️☃️ Kälte mag ich nicht. Während alle Prinzessin Elsa anhimmelten, wie sie ganz Arendelle wollüstig mit einer Eisschicht überzog, stand ich immer mehr auf Anna. Die ist auch nicht so blond. Und wer will denn schon jemanden küssen der immer Handschuhe trägt? 🤪 Entschuldigung. Ich habe mich gehen lassen. Draußen ist es kalt, und zwar genau genau so kalt, dass das Türschloss von meinem Citroën XM zwar aufgeht – aber nicht mehr zu. RUMMS quiiiiietsch wieder auf. RUUMMSS!!! quiiietsch wieder auf. Alter. RUMMS RUMMS! quiiiietsch. Keine Chance. Meine kleine Tochter neben mir im Kindersitz verschluckt fast ihren Naschi vor lauter Lachen. „Papa dann musst du die Tür jetzt bis zur Kita mit einer Hand zuhalten!“ Muss ich wohl. Und ein Stuuurm zieht aaaauf. Die Kälte 🎶 sie ist nun ein Teil von mir.

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Und – weiterschweben!

Da ist er ja wieder.

Wenn der Osten ruft, soll man reisen. Über ein Jahr lang bin ich auf Behelfssesseln durch die Republik geritten – heute hole ich endlich meinen frisch aufgearbeiteten Citroën XM TCT Pallas aus Dresden ab 💕 Das Baguette™. Die Schaukel, bei der die Steuergeräte sich gegen mich verbündet haben. Der Kahn mit dem französischen Herzen. Heute ist nicht nur der graueste und kälteste Tag des Winters, heute ist auch der verkehrsreichste Morgen des Jahres. Und damit meine ich leider keine warmen, körperlichen Kuschelaktivitäten mit zärtlichen Fingerspitzen auf nackter Haut… sondern genervte Menschen in kalten Autos. Die stehen alle direkt vor mir und versperren meinem Weg zum Kieler Hauptbahnhof.

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Abarthig selten – und keine Lobby

Schöne Farbe, keine Lobby

Der Tipo ist tot, es lebe der Tipo! So fasse ich die Monate zusammen, in denen mich dieser italienische Kleinwagen begleitet hat. Ein inzwischen höchst individuales Vorankommen und die Erkenntnis, dass dieses Auto viele Fans hat – aber auch das Einsehen, dass ein Fiat Tipo einigermaßen unverkäuflich ist, weil diese Fans alle älter geworden sind und heute E-SUV fahren. Die wilden Zeiten, in denen man sowas durch den Winter geritten hat, sind seit 20 Jahren vorbei. Im kollektiven Oldtimergedächtnis ist der erste Tipo irgendwie noch nicht angekommen. Dabei will er doch geliebt werden und zählt viele gute Gründe dafür auf. Er versucht es ganz doll. Aber ich bin nicht Fiat. Ich bin Ford Taunus und Citroën XM, und als der Zeitpunkt näher rückt, dass der Franzose abholbereit scheint… lasse ich innerlich los. Komm Tipo. Du hattest nie eine Chance. Noch ein paar letzte Tage, du und ich.

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Der Teufel im Detail

Guter neuer Scheiß? Mal sehen.

Ein Franzose aus Rennes im südlichen Osten von Allemagne.
Falls ihr jetzt erst eingeschaltet habt (wie ich diesen Satz aus den 80ern liebe, als es noch kein kurzlebiges Alles-Entertainment an jedem Ort und zu jeder Zeit gab) – mein treuer Citroën XM TCT ist nach einer ungeplanten Motorhavarie in der Werkstatt von Eric in Dresden angekommen, um dort mit einem Austauschmotor wieder zum Leben erweckt zu werden. Das war die Kurzversion meiner letzten zwei automobilen Jahre 😂 Mit am Start sind ein Haufen Schrauben, Schläuche und Ersatzteile, das gute Gefühl um einen Spezialisten, ziemlich viel Geld und ein Telefon, was Eric gedenkt zu benutzen, wenn es Probleme beim Wideraufbau gibt. Seit kurzem höre ich bei drohendem Kummer in meinem inneren Ohr Jaques Brel singen. Ach ja, das Telefon.

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Machen lassen

Es muss ja weitergehen

Oldtimer als Passion in der Mitte des Lebens, in der Mitte von allem und aus der Mitte wegdriftend zu der Erkenntnis, dass das hier kein Schrauberalltag mehr ist. Prioritäten verschieben sich, aktuell wandern meine tektonischen Platten in einer Art auseinander, die ich so nicht eingeplant hatte. Der Taunus steht seit dem Umzug Tag und Nacht draußen und rostet leise vor sich hin. Was für ein Jammer, aber das ist eine andere Geschichte. Das Baguette™ liegt ausgeweidet neben einem neu aufgebauten Motor und einem Haufen Ersatzteile und fragt mich, wie viele andere Autos ich eigentlich noch kaufen will, statt es wieder auf die Straße zu bringen 🙄 Wie recht es hat. Normalerweise findet man solche Geschichten irgendwann als „Projekt“ bei eBay. Aber was ist schon normal? Ich treffe eine Entscheidung. Und diese Entscheidung bezieht fremde Hilfe mit ein.

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Nachtlichter

Der Mond ist aufgegangen, die bunten LCDs prangen…

Dunkelheit. Durch sie übersieht man vieles, und gleichzeitig kaschiert sie erfolgreich. Das Verborgene macht uns Angst, aber im Fehlen von Licht liegt auch eine wilde Romantik. Es ist angeblich Vollmond. Ich bin noch automobil unterwegs, heute könnte es spät werden. Die Musik aus dem Radio wabert durch den Fiat Tipo wie die ersten, herbstlichen Nebelbänke. Ich gucke auf diese epischen Instrumente zwischen mir und der Straße und fühle mich wie in einem mechanisch surrenden Fahrspiel von Mattel™. Diese Zeilen sind eine Hommage an das „Mäusekino“, die vermeintlich digitalen LCD Armaturen der späten 80er, die meinen Weg durch die Nacht heute zu einem philosophischen Trip im Raumschiff Enterprise machen.

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Pipo der Tipo

Ein kleiner Italieeeener

Es gibt Motorkraftwagen, die rollten damals fast komplett unter dem Radar der Ottonormalverbrenner – und sind heute nahezu ausgestorben. Zu ihnen zählt der Fiat //// Tipo. Fiat Wer? Ja, genau. Von 1988-1995 war der kantige Golf Konkurrent mit dem Zusatz „Typ 160“ auch in Deutschland erhältlich, in diesem Jahrtausend haben nur eine Handvoll überlebt. Aus verschiedenen Gründen. Ich guck mir heute so einen an und nehme ihn vermutlich gleich mit… aber nicht weil er selten ist. Oder weil ihn alle doof finden (… zugegeben, beides sind interessante Kaufargumente). Sondern weil er die günstigste Karre im Netz mit einem coolen, digitalen Cockpit 😍 war und ich so eins schon immer haben wollte. Und blaue Sitze. Auch geil. Kommt ihr mit?

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