Vadders HU Ballade – 3

So langsam kann ich das ja.

Finale. Schrauben auf dem Aldi-Parkplatz
„𝄞 Meister Winfried war ein Schmied, ein guter noch dazu. ♬ Er beschlug der Hufen vier bei einem Pferd im Nu.“ Caspar hat gut singen. Der soll mal lieber einen Schmied ranholen der sich mit dem Passat 35i statt mit Pferden auskennt. Hufeisen mögen Glück bringen, helfen mir hier aber nicht weiter. Und zuhören wird dem mittelalterlichen Radio immer noch niemand, denn ich habe zu tun. Heute ist Sonntag, und auf dem Hof steht Schwiegervadders Passat mit zerlegtem Federbein und falschem Domlager. Morgen ist die Nachprüfung und ich muss mit genau diesem Auto zurück von Kiel über Hamburg nach Niedersachsen. Mit fehlt die Zeit, um den Kopf in den Sand zu stecken. Also muss eine Lösung her. Dass diese ihr Finale auf einem Aldi-Parkplatz finden wird war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen…

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Vadders HU Ballade – 2

Full House in Sandmanns Welt

„Mein sind die Jahre nicht die mir die Zeit genommen – Mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen – Der Augenblick ist mein und nehm‘ ich den in acht – So ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.“ Der Barde Caspar zupft auf seiner Laute und zitiert Gryphius. Das singende Vanitasmotiv ist wieder da, wir anderen und Vadders alter Passat ebenso. Ihr erinnert euch an die Niederlage vor ein paar Tagen? Ich habe nachgedacht, wie ich mit der halbseitigen Mängelliste der letzten HU und einem Auto umgehen will, was nicht mir gehört. Und plötzlich ist mein Hof voller netter, schraubender Menschen, Besucher und Zaungäste 😀 Was für ein verrückter Tag. Und glaubt mal nicht, dass an seinem Ende alles gut wird 🙁

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Vadders HU Ballade – 1

Tief in den „Pacific“ tauchen

Eine Ballade ist, kurz umrissen, ein mehrstrophiges, erzähltes oder gesungenes Gedicht. „Mehrstrophig“ ist in diesem Fall eure Entscheidung. Entweder… singt ihr in heiterer Glühweinstimmung AAAALLE JAAAHRE WIIIIEDER und denkt „die Karre kenne ich doch…?“. Ja stimmt. Schwiegervadders Passat B4 35i, den hatte ich vor zwei Jahren schon einmal auf dem OP Tisch. Auch da, um ihn auf die Hauptuntersuchung (die Barden nennen das TÜV, obwohl’s so ja nicht ganz stimmt wenn man zur GTÜ 😀 fährt) vorzubereiten. Oder… ihr bleibt im Hier und Jetzt und ahnt vielleicht, dass es mehrere Strophen werden. Denn dieses Mal war die Bestandsaufnahme etwas… äh… krasser. In diesem Teil schlucke ich trocken. Im nächsten sind viele Menschen dabei. Und im dritten bin ich ganz alleine. Könnt ihr laut fluchen? Kommt ihr dann mit, bitte?

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Freunde im Roadster

Nordamerikanischer Barock am Daimler

Ein mächtiger 5,6 Liter V8 in einem Mercedes-Benz – in Europa war der für dieses Fahrzeug nicht zu bekommen. Der Wagen verrät seine amerikanische Herkunft durch die dicken Bumper, und er hat weniger Laufleistung als so mancher Jahreswagen. Zwei Freunde überführen den exotischen Mercedes 560 SL der Baureihe R 107 vom Händler in die Werkstatt, wo er aufgearbeitet und zum Kunden ausgeliefert wird. Ein Ersthand-Roadster mit Hardtop, der im Stuttgarter Hafen ohne Sprit liegenbleibt!

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Da bist du PLATT!

Moderne Reserveräder

Das Wochenende steht vor der Tür. Die Kinder sind in der Schule und der Kita, und ich stiefel nach dem ersten Kaffee nochmal kurz rüber zum Familiendaimler, umparken. Gestern Abend war’s spät, passende Lücken gab’s da nur noch bei den Altglascontainern. Die Gegend, die wir hier die „Bronx“ nennen. Ein herbstlicher Nieselregen kriecht wie eine graue Nebelbank durch Hamburgs Straßen und trübt meinen Blick. Rechts hängt das Auto irgendwie… runter. Na toll. Der rechte hintere Reifen, im März erst neu draufgekommen, ist platt. Der Stern auf der Haube ist umgelegt. Die „Bronx“ hat heute Nacht zugeschlagen! Und jetzt? Folgt mir, dem alten Oldtimer-Saurier, in eine schöne neue Welt ohne Reserveräder, aber mit Rettern in der Not.

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British Espresso

Britisch-italienischer Stil

Aston Martin. Da denkt man sofort an den smarten Geheimagenten, der 1964 in „Goldfinger“ erstmals eine dieser britischen Legenden über die Leinwand fuhr. Im Alltag oder dem Straßenverkehr des neuen Jahrtausends sah und sieht man diese Autos eigentlich nie. Aston Martin Lagonda Ltd baute von den Modellen DB1 bis DB6 über die Jahre jeweils nur drei- oder vierstellige Stückzahlen, sie waren schon immer very expensive – und es waren schon immer „britische“ Fahrzeuge. Da trauen sich nach einigen Lebensjahren auf der Straße nicht pauschal alle Enthusiasten ran. Ich habe einen gefunden.

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Organspënde auf Französisch

Deutsch-Französische Freundschaft?

Don d’organe. Nur um die Frage vorwegzunehmen. „Organspende“ heißt auf Französisch don d’organe 😉 Unser Spender wurde vor 24 Jahren in der bretonischen Hauptstadt Rennes geboren und rollte mir ins Bild, als ich neulich im Netz eine Anhängerkupplung, einen Fensterheber rechts vorn und einen elektrischen Seitenspiegel mit Schaltern für meinen Citroën XM suchte. Diese Teile gab es alle bei einem kommerziellen Schrauber an der Westküste Schleswig-Holsteins. Nur… dass da halt noch ein ganzes Auto dranhängt. Eh bien, c’est comme ça. Ich habe lange niemanden mehr abgeschleppt, und grad ist Platz auf dem Hof. Dann muss wohl der Sindelfinger rann, um lasziv einen Renneser (Renner? Rennaiser?) von Garding nach Kiel umzusiedeln. Auf geht’s zur Rennes-sance der Teilchen. 

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Three Hundred non Letter

Herrschaftlich…

Bei Chrysler gab es seit 1955 jedes Jahr einen anderen Buchstaben hinter der Modellbezeichnung. Von 1962 – 1971 ließ man diese Alphabetisierung modellbezogen weg. Auch Enno fehlt dieser Buchstabe bei seinem extrem seltenen 300 2-Door Convertible, also fährt er zurück zum Ort, wo er vor vielen Jahren das Alphabet lernen musste. Zum Internat und dem Gymnasium am See. Ich steige zu ihm in das gewaltige Auto mit ein und will mal hören, ob’s auch ohne ABC geht.

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Realismus – eine Kunst

Nun steigen Sie doch bitte ein.

Männer haben Träume. Frauen vermutlich auch. Ich werde Frauen in diesem Leben aber nicht mehr verstehen. Deshalb: Männer. Und wenn Männer sich ihre Träume verwirklichen, machen sie das gern mal verblendet von einer schöngeredeten Vision. Das herbstbunte Bild eines idealen Alltags, und eh man sich versieht steht der Hof voller Autos. 😀 Ich bin in diesem Jahr 50 geworden, und meine rosa Brille ist leicht zerkratzt. Deshalb erkläre ich euch jetzt mal anhand dreier Kunstrichtungen, warum ich einen meiner Träume wieder begraben habe. Ich habe zwei Anläufe gemacht, eine S-Klasse der Baureihe 126 im Alltag zu fahren. Nun sind beide Geschichte.

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Dodge Charger lädt auf!

Ein begehrter Muskel

Spielende Kinder sind irgendwann aus dem Spielzeugalter raus oder haben notorisch wenig Taschengeld. Wenn sie als Männer später Geld übrighaben, sind sie meistens im beruflichen und sozialen Alltag angekommen und stecken in teuren Verpflichtungen. Gern legt auch die Lebensgefährtin ein „vernünftiges“ Veto gegen klassisches Spielzeug für Erwachsene ein. Aber es gibt Ausnahmen. Martin Hofmann ist erwachsen, hat ein wenig Geld beiseitegelegt, will wieder spielen und hat zu allem Überfluss die Freundin auf seiner Seite. Das war der Moment, wo ein 68er Dodge Charger in sein Leben treten sollte. … ich will das weiterlesen!

Reisen statt rasen?

Dann steigen wir mal ein.

Wir befinden uns im 21. Jahrhundert. Die automobile Welt hat sich in über 130 Jahren rasend schnell verändert. Komfort, Sicherheit und elektronische Assistenzsysteme täuschen geschickt über Verbrennung, Öl und Gestank hinweg, die noch immer die Grundlage des Vortriebs der meisten Automobile sind. Dabei ist die ursprüngliche Idee auch heute noch immer der gleiche: Ein Motor, eine Karosserie, vier Räder. Wie viel ist notwendig, um sich in der heutigen Zeit fortzubewegen? Reicht ein 1958er VW Käfer, also ein Fahrzeug, das inzwischen fast halb so alt ist wie das Automobil selbst?

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Zwischen Adam und Aston

Manchmal muss man offen fahren…

Eine Gast-Beichte von Sven
Vor sechseinhalb Jahren sinnierte ich an dieser Stelle darüber, ob ich als Jahrgang 1991 vielleicht die glorreiche Zeit der besonderen ersten Autos verpasst haben könnte… In meiner Hand klimperte der Schlüssel zu einem neuen Massenkleinwagen statt zu einem Fahrzeug mit Historie und Charakter. Könnte ich meinem damaligen Ich eine Kurzfassung über seine (automobile) Zukunft übermitteln, hätte ich mir die philosophische Abhandlung über meine angebliche Spätgeburt sparen können. Denn erstens kann jedes Kfz etwas besonderes werden und zweitens kommt es auch darauf an, was nach Nummer 1 kommt. Nehmt euch ein Getränk und versorgt euch mit ausreichend Lebensmitteln, jetzt wird es episch. Der charakterlose Kleinwagen hat inzwischen seine Historie gekriegt. Und heute, kurz vor meinem 30. Geburtstag, steht inzwischen Kfz 007 in der Garage. Arbeiten wir die Geschichte mal auf.

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Das Erdflugzeug

Wahrhaft erhaben.

Auf einer Party in Dresden steht Thorsten Wappler vor den Fragmenten eines 1936er Hudson und ist sowohl verwirrt als auch begeistert von der schieren Höhe des Wagens und der flachen Frontscheibe. Ein amerikanisches Vorkriegs-Cabrio, gefahren in Montevideo, versteigert auf dem Hamburger Pferdemarkt. So unvernünftig wie Vollgas bei Auquaplaning. Oder wie Aeroplaning ohne Flügel. Mutige Sachsen betreiben daher die Sportart TERRAPLANING. Hot diggity dog!
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Mohni in Uelzen

Ich nenne sie Mohni

Geschichten im Netz ohne Bezug zu TicToc, YouTube oder Instagram – da muss man sich nicht um den Sinn kümmern 🙂 Was ist schon sinnvoll in diesem Jahrtausend? Eine Zahnbürste, eine Badehose, ein Schaumbad und eine Tüte Puffreis. Meine beiden viertelfinnischen Sandmädchen packe ich ebenfalls ein – allerdings nicht in den Koffer. Zum ersten Mal sind wir zu dritt (mit dem französischen Teppich) auf dem Weg in meine Heimatstadt Uelzen in der Lüneburger Heide. Wir treffen Opa (also Papas Papa), die größte Pizza Niedersachsens und quadratische Badezimmerkacheln aus den 70ern. So’n Quatsch? Ja 🙂 Und deshalb macht der Titel der Geschichte auch (noch) keinen Sinn, aber in Uelzen darf man alles. Argh. Kommt ihr mit auf einen Abend voller Physik und Fragen?

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