Blaue Eier auf Fanø

Der Denker

Manchmal haben Menschen keine Eier. Also suchen sie welche. „Papaaaa? Warum ist Ingo der Twingo blau?“ Dieses blaue Ei muss man nicht lange suchen. Aber Eier werden ja auch nicht wirklich von einem Hasen versteckt. „Papaaa? Hast du eigentlich nur die Handynummer vom Weihnachtsmann, oder auch die vom Osterhasen?“ In dieser kleinen Geschichte werde ich nach ein paar liebevollen, aber wortgewaltigen Tagen mit einer 4jährigen mal wieder ganz alleine sein. Alleine mit mir, der dänischen Nordsee, dänischen Lebensmitteln und diesem französischen Ei. Aber soweit sind wir noch nicht. „Papaaa? Warum geht die Sonne rot unter und nicht so blau wie Ingo der Twingo?“ Fanø ist eine Insel mit viel Sand und Sonnenuntergängen. Lässt sich da was draus machen? Na klar. Und wenn es nur Liegesitze sind 😂 „Papaaaa? Ich will…“ 

Hamburger Mittagssonne

Reisen – mit ihr

„Papaaaa? Kann ich vorne sitzen“ Ja, kann sie. Das kleinste, viertelfinnische Sandmädchen neigt zu nicht enden wollenden, hitzigen Dialogen, wenn es auf dem Rücksitz neben ihrer ebenso viertelfinnischen großen Schwester campiert. Deshalb (und aus ein paar anderen Gründen) sitzt die bei Mama im „Mazeedes“, die fahren also ihren eigenen Plan. Ich hole mir das blonde Ding neben mich auf den Beifahrersitz. Das macht sie groß und stolz und versetzt mich in die Lage, sie unter Beachtung der geltenden Verkehrsregeln auf ihrem Kindersitz zu kitzeln oder ins Bein zu zwicken – und sie mit ungesunden Nahrungsmitteln vollzustopfen. Was Papa und Tochter eben so machen, wenn sie mamalos in Richtung Norden fahren.

Wurstpause

Irgendjemand in ihrer Kita hat behauptet, dass man als Veganerin alle süßen Tiere der Welt retten würde. Jetzt ist sie Veganerin. Aber nicht immer. Sie trinkt Milch, isst Joghurt und Käse, mag meine über die Landesgrenzen bekannte und perfekte Bolognese mit Bio Hack vom Rind, Chicken Nuggets, Burger möglichst ohne Salat und Wiener Würstchen. Vor allem Wiener Würstchen. Das alles darf man auch als Veganerin 😊 Von diesen Würstchen haben wir einige dabei. Ihre große Schwester nennt sie „Flexitarierin“, aber dieses verbale Zugeständnis an den fleischlichen Moment darf ich nicht an sie herantragen. Sonst schimpft sie lautstark über ihre Schwester, die sich immer einmischt. Und dann fängt sie an zu weinen, weil sie sie ihr im selben Moment fehlt. Es ist kompliziert.

Immer der Sonne entgegen

Twingfluenzer im Sonnenuntergang

„Papaaaaa? Warum hat Ingo nur gelbe Zahlen da und keine blauen?“ Diese Geschichte ist natürlich eine Hommage an das blaue Ei, mit dem wir zwei die Strecke zu der dänischen Nordseeinsel zurücklegen. Twingo ist plötzlich hip, seit die ersten Exemplare 30 Jahre alt geworden sind und den Oldtimerstatus bekommen haben. Schreibt man über einen, ist man Twingfluenzer. Bekennt man sich dazu, einen zu mögen, wird man gleichermaßen beklatscht und belächelt. Twingo ist simpel, macht Spaß und bringt einen zuverlässig bis ans Ziel, in dieser 16V Variante sogar einigermaßen agil und flott 😊 Es ist mein letzter größerer Ausflug mit Ingo dem Twingo, ich hab da schon wieder was Neues im Auge. Also genießen wir alle zusammen diese Tage, mit Streuseln und Guff!

Jaaaaa das kann man machen!

Fanø ist eine kleine, sandige Insel, die genau so aussieht wie der Rest von Dänemark – mit dem Unterschied, dass man ab Esbjerg ein kostenpflichtiges Schwimm-Ding da rüber buchen muss. „Papaaaaa? Kann ich noch drei Eis mit blauen Streuseln?“ Unser lieber Freund Andy verbrachte seine halbe Kindheit zwischen Nordby und Sonderho und mag das da. Vor einiger Zeit hat er seinen Marco geheiratet, der als gebürtiger Däne diesen Fetisch teilt. Seit einigen Jahren buchen die beiden über Ostern immer ein viel zu großes Haus, und Familie Sandmann plus das phantastische Frollein Alex sind alle Jahre wieder obligatorisch und sehr herzlich willkommen. Fanø ist sozusagen meine Osterinsel, und hey – man kann mit dem Ei an den Strand! 😮

Einer für die Kamera

Nun ist Ostern aber schon ein wenig her, sagt ihr? Das stimmt wohl, aber da bald Weihnachten ist wollen wir mal nicht päpstlicher sein als der Papst. „Papaaaa? Ich will nur blaue Eier suchen!“ Vier Tage voller Kinderlachen, Caipi, Frühstücks-Eskalationen und dramatischen Sing-Star-Duellen auf der alten PlayStation. Selbstverständlich angetrunken. Also mehr MITeinander statt GEGENeinander. Episch.

Guld

Und jetzt? **schnipps** sind alle mit dem Maazeedes wieder weg, und ich bin in dem großen Haus alleine – noch vier weitere Tage lang. Krass. Von den Wänden scheint das Lachen der lieben Menschen noch widerzuhallen, unterm Sofa finde ich einen Mumin-Socken Größe 27 und zwei Becher mit angetrockneter Erdbeermilch stehen noch auf dem Esstisch. Das erste Mal alleine seit vier Jahren. Erst kam Corona, dann kam das Leben. Nicht alles lief in Kiel und Hamburg so, wie man sich das in Bullerbü vorstellen würde, aber Bullerbü ist auch in Schweden und nicht in Dänemark. Alleine sein ist Gold. Kennt ihr das auch?

Ein Sender wie die Abendsonne

Wie still es plötzlich ist.
Ein sanfter, salziger Wind weht ein paar einsame Sandkörner um meine Füße und verfängt sich leichtfertig in dem alten Seezeichen. Das liebevolle Papa sein weicht einer tiefen Poesie und dem warmen Gefühl, Zeit zu haben. Zeit für Fotos vom Twingo, bevor er den Besitzer wechselt. Ich will an anderer Stelle noch einen großen Artikel über Ingo schreiben. Ein paar Lieder auf der Gitarre. Vielleich ein Glas Wein und einen Zigarillo, ein Stück würzige Pizza und leise Musik. Zeit ist eines der wertvollsten Güter in der Mitte des Lebens, wenn die tägliche Arbeit viel ist, die Eltern schon alt und die Kinder noch sehr jung sind.

Alleine mit der untergehenden Sonne

Der endlose Horizont

Zeit haben, um einmal von den vielen Psychos da draußen auszuspannen. Sozial degenerierte Angsthaber und „die da oben“ Hasser. Aggressive Stiernacken, die alles Grüne und Linksversiffte beschimpfen und fürchten, dass Robert Habeck und Greta Thunberg persönlich Hand in Hand ihnen ihre sieben hubraumstarken Amis wegnehmen, und zwar schon gestern. Übereifrige, wild gendernde Weltverbesser*innen, bei denen ich jetzt als krass frauenfeindlich gespeichert bin, weil ich den Multipla Fiat mit einer praktischen, aber höchst unattraktiven Dame verglichen habe. Hobbypolizisten, die mich bei Facebook als schlechtes Vorbild für die Weltbevölkerung anzeigen, weil ich während der Fahrt ein Bild mit dem Handy nach vorn raus auf die Armaturen gemacht habe. Sowas halt. Schaut, das ist mein Strand:

Deshalb will ich selten in die Berge

Die Nordsee gibt einem die Horizonte, die zwingend notwendig sind, um nicht in einer Blase aus Schieferschindel-Engstirnigkeit, Geranienkasten-Weltverständnis und kleingeistigem Hass auf alles, was nicht der eigenen Meinung entspricht, zu ertrinken. Es tut gut, den Wind zu spüren. Das Rauschen der Wellen zu hören und das Salz auf der Zunge zu schmecken. Hier wird mein Kopf freigeblasen, hier tanke ich neue Kraft für eine nicht enden wollende Freundlichkeit gegenüber den meisten mir unbekannten Menschen. Es ist… fast ein bisschen sehr kalt (behaupten meine Füße), aber ich möchte im Sonnenuntergang noch einmal diese französische Doppelbett Funktion aktivieren. Wusstet ihr, dass man im Twingo eine komplett ebene Liegefläche unter dem Faltdach zaubern kann?

Ein sehr kommodes Doppelbett

Das französische Doppelbett

Man schiebt die Rückbank nach hinten und klappt dann die Lehnen ebenfalls nach hinten, also in den Kofferraum (ja, das geht, aus genau diesem Grund). Schiebt man die vorderen Sitze ganz nach vorn und zieht die Kopfstützen raus, schließen ihre geklappten Lehnen bündig mit der Rückbank ab 😮 Das ist sooooo cool! Also vor allem, wenn man beide Kopfstützen rausbekommt, vielleicht ist mir das bei einer nicht gelungen. Aber den Effekt sieht man ja trotzdem. Noch Fragen? Das nächste Festival kann kommen! Warum nochmal genau verkaufe ich dieses einfache, geniale Auto wieder? Ach ja. Weil der Citroën irgendwann fertig ist. Und weil der TÜV abläuft und da noch ein anderes Auto klopft. Lasst uns der Sonne Gute Nacht sagen.

Verdammte letzte Abende

Wie Nebelschwaden aus einem warmen Gewässer kommen zwei weitere Erkenntnisse an diesem Abend: Erstens werden Selbstauslöserbilder mit meiner neuen Kamera aus irgend einem Grund unscharf. Nur die. Alle anderen nicht. Daran werde ich arbeiten müssen. Zweitens vermisse ich die kleinen, lachenden Plaudertaschen jetzt schon mehr, als dass ich das Alleinsein genieße. Immer das gleiche. Sowas Beklopptes. Ich bin so eine Lusche. Argh. Aber was soll’s, morgen geht es wieder nach Hause, in eine Welt voller lieber Menschen und Autos. In ein völlig verrücktes Jahr, von dem ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht weiß, was es alles für mich bereit hält. Aber eins nach dem anderen. Der letzte Abend ist durch, der Morgen kommt grau und verregnet.

Inselfreuden. Nicht.

Zurück über den Hades

Wenn man nicht gerade zur Hauptsaison nach Fanø reist (eigentlich macht man das nur ein Mal, bis man merkt, dass es auch im Sommer hier kalt sein kann, oft regnet und die Kinder einem vor lauter Langeweile das komplette Ferienhaus zerlegen), sind ein paar wartende Autos an der Fähre kein Problem. Der Fährmann über den Hades kostet nur eine Handvoll Euro und ist nach 30 Minuten auf der anderen Seite des grauen Meeres. Esbjerg, keine Schönheit, aber was ist schon eine Schönheit? Ich werde etwas nachdenklich und hoffe, euch damit nicht allzusehr runterzuziehen. Nicht, weil ich das Alleinsein zurücklasse. Das war vielleicht mal so, da bin ich heute viel mehr bei mir selbst. Nein, ich glaube, ich habe auf dieser Fähre zurück in den Alltag schon geahnt, was noch kommt.

Tschüss, Insel

Die nächsten Wochen und Monate werden alles toppen, was ich an Anstrengung, Überforderung und Aufreibung erlebt habe. Sofern es die Autos betrifft, werdet ihr davon erfahren 😉 Ich reise zurück in eine Achterbahn aus loslassen, neu anfangen, Hoffnungslosigkeit und Zuversicht. Es ist nicht ganz grundlos, dass ich erst jetzt dazu komme, die Geschichten auszuschreiben. Gut, dass ich ein paar Tage lang diese endlosen Horizonte vor Augen hatte. Und auch gut, dass ich heute Abend wieder ohne Punkt und Komma zugetextet werde. „Papaaaaaa? Warum muss Ingo der Twingo gehen, der ist doch so schön blau???“ und „Papaaaaaa? Ist das nächste Auto auch blau?“ Klare Antwort: Ja.

Sandmann

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Über Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

25 Antworten zu Blaue Eier auf Fanø

  1. Thomas sagt:

    Nach einer langen Durststrecke ein so schön geschriebener Eintrag. Vielen Dank dafür! Hatte selber ein sehr anstrengendes und nicht immer schönes Jahr, deine positiven Gedanken sind da sehr aufbauend. Ich hoffe, dass nach Ostern vieles auch geklappt hat, Grüße vom pilzsammelnden Scimitarfahrer aus Münster.

    • Sandmann sagt:

      Ay Thomas,
      danke für deine Zeilen.
      Ich werde jetzt mal nach und nach meine eigene Chronik hier nachreichen 😉 Langsam ist wieder Zeit dafür.
      Natürlich hat auch nach Ostern vieles geklappt. Nicht zuletzt wegen guter Freunde, Engelsgeduld, viel Geld und einer guten Portion Optimismus. Und über allem steht ein wundervoller Mensch, der mein Herz auf eine Weise bespielt, dass aufgeben keine Option ist. War es ja noch nie, ist aber immer noch so 🙂
      Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.
      In diesem Sinne
      Sandmann

  2. Will Sagen sagt:

    Ein Text, der überrascht, einen freundlich zustimmend nicken lässt, aber auch nachdenklich und sogar ein kleines bisschen Angst und sorgenvoll macht.
    Lass es dir gut gehen.

    • Sandmann sagt:

      Bester Will Sagen,
      wenn ich pathetisch werde, könnte ich sagen, dass ich aktuell jeden Tag eine Kerze anzünde weil ich noch da bin.
      Wenn ich den Pathos weglasse kann ich vermelden, dass ich noch da bin 🙂 Und das ist doch was.
      Das Jahr war krass, aber fast alles war selbstgebaut und am Ende auch zu schaffen. Und wenn man nicht angetrunken E-Bike fährt und womöglich noch einen Helm trägt, dann kann auch nicht viel passieren. Und wenn doch, dann haben anschließend die Schutzengel auch mal das recht auf ein paar Tage Urlaub. Aber das ist eine andere Geschichte…
      Erstmal Autos. Lass es dir ebenfalls gut gehen. Es geht immer weiter!
      Sandmann

  3. Bronx sagt:

    Hyvää iltaa Jensi, 🙂

    schön, mal wieder etwas von dir zu lesen. Bin ja einigermaßen im Bilde. Und darum gab es auch von mir nichts zwischendurch. „Land unter“, ich habe es noch im Kopf.

    Ich glaube das war für dich so ziemlich dass krasseste Jahr seit langem. Aber im „Durchwürfeln“ haben wir beide ja Übung, auch wenn meine Geschichte dazu schon länger zurück liegt. 😉

    Ich wünsche Dir zum Jahresende soweit es geht ruhigere Gewässer und weniger „Kirmes“ im Leben.

    Ich meld mich dieser Tage mal. Mit einer kleinen Nachricht.

    Gruß von der Kante,
    der Kettenrassler. 😉

    • Sandmann sagt:

      Ay Bronx,
      it’s my party and I cry if I want to 😉
      Ich habe Einträge von mir gefunden, bei denen ich mir 2012 schon gewünscht habe, dass es mal ruhiger werden möge. 2012!! Danach ging’s erst richtig los 😀
      Ja lass die Tage mal sprechen, gern. Ich glaube im nächsten Jahr atme ich mal durch.
      hahaha
      HAHAHAHAAAAAAAAAAA 😀
      Sandmann

      • Bronx sagt:

        „Ich glaube im nächsten Jahr atme ich mal durch.
        hahaha
        HAHAHAHAAAAAAAAAA“

        Das klingt nicht gut, diesen Satz las ich schon oft. Wir machen es mal anders: Jau, bis die Tage mal. 😮

        • Sandmann sagt:

          Ay Bronx,

          ich gebe die Hoffnung nicht auf 🙂 Und wie ich weiter unten bei kupy schon schrieb, diesmal könnte es klappen… Wir schwatzen mal die Tage. Jetzt muss ich erstmal ein paar Geschenke verpacken und dem Weihnachtsmann auf den Schlitten werfen 😉

          Sandmann

  4. kupy sagt:

    Wieder wundervoll geschrieben – und wunderbar zu lesen. Auch mit dem Klang, der den Zeilen innewohnt! Ja, so ist es!
    Auch von mir gute Wünsche fürs Seiende und Kommende! Ich bin gespannt… 🙂

    • Sandmann sagt:

      Ay kupy,

      machmal bin ich etwas verwundert, dass ich anscheinend ohne roten Faden vor mich hinschreiben kann, mehrfach das Thema wechsel und über allem noch eine komplette Erschöpfung durchklingt – und trotzdem schreibt ihr noch „schön zu lesen“ 😀 Danke.
      Ich hoffe ich hab bald mal wieder was am Start, was auch schön zu schreiben ist. Aber ich arbeite daran. Jetzt muss ich erstmal ein paar Autos verschieben. Und dann wird es auch wieder etwas „leichter“.
      Alles Gute in dieser schönen Vorweihnachtszeit. Wir lesen uns.

      Sandmann

  5. kupy sagt:

    Moin Sandmann,

    danke! Es ist, wie Du schreibst, von dem, was Du schreibst: warmherzig, echt, und ein bißchen findet man sich selber darin wieder. Und noch ein bißchen mehr. Es ist eine schöne Gabe, mit Worten zu berühren.
    Alles Gute für Dich und die Deinen, (Ver-)Schub für die Autos, etwas Weihnachten auch in Auslastung und ein wohlwollendes neues Jahr!
    Bis demnähx mal wieder!

    „Nächstes Jahr wird es leichter, besser, klarer…“ Hatte ich das nicht vor einem Jahr schonmal gesagt? 🙂

    • Sandmann sagt:

      Ay kupy,

      argh ja hier wurde so einiges schonmal gesagt beziehungsweise geschrieben…. Immer wenn ich mal eine alte Geschichte suche, um was zu untermalen, finde ich auch da oft die Schlussfloskel „alles wird gut“ oder „nächstes Jahr wird mehr Ruhe einkehren“ 😀 Oh je.

      Aber dieses Mal stehen die Vorzeichen gut. Eine überschaubare Menge an Autos vor der Tür, es werden weniger Ersatzteile im Keller, nur drei Autos in der „Warteschleife“ (wo sie auch noch 10 Jahre stehen können meinetwegen) und ein einigermaßen strukturierter Alltag, der Platz für Unsinn und kleine Touren lässt.
      Man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben 🙂 Dir auch alles Gute und – wie lesen uns!

      Sandmann

  6. Thorsten sagt:

    Moin Sandmann,

    deine Zeilen spiegeln mein Jahr auch ein wenig wieder, es war chaotisch, fing schlimm an und endete fast genauso. Trotzdem war auch viel Positives dabei, manchmal lernt man auch einfach nur dazu. Selbst mit knapp 60.
    Ein Mix aus Überforderung, Loslassen, Atemlosigkeit und der Gewissheit, trotzdem weitergekommen zu sein. Ich musste liebe Menschen gehen lassen, hab mich mit den Behörden rumgeschlagen und neben der reichlichen Arbeit mobile und immobile Baustellen bewältigt. Gerade mal fünf Tage Luftholen haben LG und Ich uns dieses Jahr gegönnt.
    Trotzdem steht am Ende die Zuversicht, das es in der nächsten Zeit nur besser werden kann.

    P.S.: Schreib weiter so. Ich lese hier immer wieder gern. Ab und zu auch an anderer Stelle..

    ..und das neueste Altauto im Fuhrpark ist auch blau. Zwanzig Jahre alt und aus Aluminium.

    • Sandmann sagt:

      Ay Thorsten,
      anscheinend haben einige von uns ein mindestens anstrengendes Jahr hinter sich. Möge das kommende besser werden. Bisher geht es hier zumindest fein los 🙂
      Alu? Audi? Erzähl!
      Sandmann

      • Thorsten sagt:

        Ich hab meinen Fuhrpark ja vorletztes Jahr durch einen aus Frankreich importierten Volvo 240 Diesel erweitert. Rostfrei, aber mit Motorschaden. Als wenn das nich schon genug Projekt wäre musste ich dann im Herbst des Jahres einem Kollegen unbedingt seinen A2 (Benzin) mit richtig wenig km für kleines Geld abnehmen. Den hab ich dann im Winter dem Sohn meiner LG durchrepariert und irgendwann zwischendurch einen Motor für den Volvo aus Holland geholt. Weil der Bengel grad Meister und Betriebswirt macht durfte LG kurzerhand A2 fahren und ihr Diesel-Fabia durfte jeden Tag 100km beim Sohn abreissen. So verging das Jahr mit einer traurigen unerwarteten Haushaltsauflösung, Baustellen am Haus und der Volvo-Teilrestauration, die in der H-Erteilung gipfelte. Lack und Blech unangetastet. LG hat leider Gefallen am A2 gefunden und ich hab über die Preise geschimpft, der Fabia kann noch etwas…
        Im Fusselforum hat dann im November jemand für Kleines Geld so eine Kiste angeboten, auf die ich mich mit wenig Hoffnung als Dritter gemeldet hab. Der mir bekannte Anbieter hat mich gleich am nächsten Morgen mit Fotos angeschrieben und den Kontakt zum Besitzer hergestellt. War nicht, was ich erwartet hab: Scheckheftgepflegter 1,4 TDI, seit Jahreswagen ein Besitzer, letzte Inspektion bei Audi vor 8tkm, letzter Zahnriemenwechsel vor 30t. Mobilitätsgarantie…
        Keine Beulen, keine Klarlackplatzer, heile Ausstattung und fährt top. Zwei, drei echte Kleinigkeiten und irgendwann in ein paar Jahren muss mal ein AT-Getriebe rein, die Synchronisation wird langsam schlapp. Aber das ist ja kein so grosses Problem und Dank Baukasten spottbillig.
        Ich mag die Kiste, ein blauer Colour Storm. Und wenn ich auf den Tacho gucke, freue ich mich über so viel Nachhaltigkeit, da stehen 378tkm drauf. Das Oldenburger Kennzeichen des Audizentrum-Vorführwagens hab ich aus etwas melancholischen Gründen behalten: Ich hatte da Anno 1984 die erste eigene Bude.

        Aber im Frühjahr muss ich echt mal wieder was loswerden. Ich hab schon wieder acht Autos…

        Unfassbar, das es den A2 auch schon wieder 24 Jahre gibt. Ich werde alt.

        • Sandmann sagt:

          Puh ha. Okay, verstehe…

          Meine „erste Runde“ an Töchtern kümmert sich ja inzwischen selbstständig um den Individualverkehr, da laufen ein VW Up und ein China-Roller. Da bin ich quasi raus und übernehme nicht fremdgesteuert Autos 😉 Mal gucken was wird, wenn die Viertelfinninen flügge werden…

          Als der A2 vorgestellt wurde fand ich den so richtig scheiße, mehr hoch als breit und das Motorhäubchen mit Serviceklappe ging GAR nicht. Ich mag den immer noch nicht wirklich, aber er ist ein gutes Konzept und definitiv ein Gesicht in der Menge. Ähnlich wie der erste TT, das war auch ein total eigenständiges Auto. Irgendwie angenehm in einer Zeit, in der absolut alle Neuwagen mehr oder weniger SUV Form haben und sich nur noch durch irgendwelche Sicken und die möglichst böse Lichtsignatur unterscheiden.
          Rock das Aluminium
          Sandmann

  7. kupy sagt:

    Uih, das liest sich ja sehr „mobil“. Hm, 8 Autos… Und? Was ist daran zuviel oder unnormal? 😉 Jaja, ich weiß, das Platz- und Sich-damit-beschäftigen-müssen-Problem mit Unterhalt, Wartung, Kosten und dgl. Sich da zu trennen fällt (zumindest mir) manchmal schwer. Aber das Jahr hat ja erst begonnen. 😉

    • Sandmann sagt:

      Ay kupy,

      na ja ich finde auch dass acht Autos schon recht viel sind, zumal man ja nur einen Hintern hat 😁 Ich habe mich jetzt auf fünf beschränkt. Zwei zugelassene Dailys und drei Projekte, bei denen niemand schreit, wenn sie noch jahrelang rumstehen.

      Mein Vorsatz ist vor allem ein Überblick in meiner Garage. Weg mit den ganzen Ersatzteilen, doppeltem und dreifachem Werkzeug und altem Schrott, den ich schon 20 Jahre rumschleppe. Weg. Alles weg. Ich bin da schon gut davor, ebay und Kleinanzeigen brennen… 😉
      Sandmann

      • Thorsten sagt:

        Naja, von den Acht sind immerhin zwei Dauerstehzeuge, aber der Rest fährt und ist bis auf die Saisonautos sogar zugelassen. Ich bin aber reichlich vorgeschädigt, ich war mal bei 16 und hatte mich zwischendurch auf erträgliche sechs reduziert. Dem Sohn der LG mach ich ds Auto auch nicht dauerhaft, der ist erwachsen. Irgendso ein Heizer hat ihm aber leider den geparkten Scirocco tot gemacht, da bot sich der A2 an, obwohl ich den eigentlich für die LG wollte. Dank dem Dauertausch musste die dann aber ja auch einen haben.
        Der Fabia darf dann aber spätestens im Sommer gehen, bis dahin darf er noch friedlich Kilometer fressen. Tut er dank 1,9 TDI ja unauffällig und sparsam, zügig ist er ausserdem.

        Ich bin halt der klassische Altkarrenfahrer, meine Einkaufpreise liegen meist zwischen geschenkt und 2k€. Eine zeitlang billig fahren und dann entweder verlustarm oder mit Gewinn wieder weg oder wegstellen und auf einen besseren Status hoffen. 2022 z.B. haben wir einen ungeschweissten Typ 81 mit H verkauft, den ich 2005 für 500 gekauft und bis 2010 als Notfallauto benutzt hab. Für 4500 war er dann mal weg….
        Einziger finanzieller Ausreisser war mal ein fünfjähriger Z3, weil ich grad wenig Lust zum schrauben und zuviel Geld hatte. Der war etwas teurer aber ich habe ihn heute noch und er hat erst 67t runter. Der Zeitwert entsprich schon fast wieder dem Kaufpreis…
        Es gibt ausserdem einen 940 turbo und einen 2003er Octavia 4×4 TDI als Winter-/Alltagsgerät. Bei den Volvo sitze ich ja an der richtigen Stelle für Teile.
        Ferner sind noch ein 32b-Vari und eine Barkas-Pritsche eingelagert.

        • Sandmann sagt:

          Ay Thorsten,

          lustig, den „warum habe ich die alle“ Erklärbär mache ich auch ab und an 😁 Warum eigentlich? Bei den Vitrinen-Jungs, die manisch ihr ganzes Haus mit 1400 Modellautos zuparken, fragt das doch auch niemand…?

          Ich denke, wenn alte Autos oder Autos generell zum Hobby werden, ist es okay, viele zu haben. Und dafür auch Geld auszugeben, andere spielen Golf oder Tennis oder reiten (hey – das kostet WIRKLICH richtig Geld). Seltsam finde ich nur die Leute, die komplette Scheunen mit 50 gleichen Autos vollstellen. Da denke ich dann schon, ob da nicht in der Kindheit irgendwas ausgehakt ist, aber auch da gilt ja: Jeder wie er mag 😉

          Ich wünschte ich hätte ein kleines Häuschen am Stadtrand und ein Nebengebäude, in das eine Hebebühne und vielleicht 5-6 Autos und ein paar Ersatzteile passen würden. Das wäre mein Traum. Na wir schauen mal…..
          Sandmann

  8. Thorsten sagt:

    Hey Sandmann,
    der Erklärbär war wohl ein Versehen. Hab Kupys Beitrag auch als Nachfrage verstanden. Wir leben auf dem Dorf und brauchen drei Autos. Wenn der erklärte Altkarrenfahrer dann eins in Reserve hat, ist das nötig und verständlich. Ich glaube, das weisst du selbst am Besten. Hier ist kein Auto jünger als 20.
    Ja, ich habe was du dir wünscht: Einen Resthof mit grosser Scheune und natürlich einer Hebebühne. Alles gekauft für kleines Geld, aber dafür reichlich Energie investiert. Es macht sauviel Arbeit, wenn man dann auch noch Zeit für Tiere und selbst angebautes Gemüse haben will, dann hat der Tag 24 Stunden zuwenig. Aber ich würde nicht mehr tauschen wollen und ich habe die richtige LG dazu, die auch mal Fliesen legt, Trockenbau macht oder den Hühnerstall ausmistet. Im Sommer bekomme ich sie kaum aus dem Garten…
    Wenn du mal was über zwei komplett Verrückte schreiben möchtest betrachte dich gern als eingeladen im südlicheren Niedersachsen. Ich schreibe übrigens auch, für die Seite meines Arbeitgebers. Einbauanleitungen, Nachfertigungen und sowas sind mein Ressort, nebenbei stelle ich auch mal Reparatursätze für olle Volvo oder Saab zusammen. Hobby zum Beruf gemacht…

    • Sandmann sagt:

      Ay Thorsten,
      na dann müssen wir uns wohl mal irgendwann treffen. Spätestens wenn ich mein Stadthaus in Uelzen gekauft habe und euch alle zum Weinabend einlade 😀
      Worüber ich stolpere (aber das ist total banal) – du schreibst lange, interessante Kommentare, aber die Dame an deiner Seite kürzt du konsequent mit LG ab. Zuerst dachte ich als alter Uelzener an Lüneburg, dann wurde mir klar dass du wohl „Lebensgefährtin“ meinen könntest 🙂 Hat sie nicht verdient, dass du die ausschreibst? Pass auf dass sie das hier nicht liest 😉
      LG & BGB
      SndMn

      • Thorsten sagt:

        Höhö…;-)
        Natürlich hat sie verdient, das ich Lebensgefährtin Ela auch mal ausschreibe. Habs nur als allgemein gültiges Kürzel benutzt (oder missbraucht..).
        Uelzen ist gut und nicht sooo weit weg, aber ich mag die Heide nicht so, ich brauch Hügel um mich rum die höher als 5m sind. Wenn du dein Stadthaus kaufst, ist die medizinische Infrastruktur da hoffentlich repariert, da hat Uelzen ja grad ein böses Unglück erlitten.
        Liebe Grüsse und bei Gelegenheit Bierchen…

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