Grundwehrdienst

Im sehr besonderen Jahre des Herrn 1990 war das größte Ereignis des Sommers, dass der Grundwehrdienst von 15 Monaten auf 12 Monate verkürzt wurde. Beste Voraussetzungen für einen Sandmann, der gleich danach eine Berufsausbildung anstrebte. Heute? Heute ist das alles längst Geschichte, die Wehrpflicht wird 21 Jahre nach diesen Ereignissen ausgesetzt, Deutschland strebt eine Berufsarmee an.

Dies sind die gebündelten Ereignisse meines ganzen Jahres bei der Bundeswehr. Wer da war, wird vieles wiedererkennen, wer nicht da war wird vielleicht einiges nicht verstehen und wer nie hin muss, wird es vermutlich nicht vermissen. Folgen Sie mir durch Disziplin, Ungehorsam, Ausbildung und Kummer. Woche für Woche…

Kapitel 01. Der Anfang von Allem. Schütze Tanz hat seine Musterung hinter sich und erreicht komplett ohne jede Vorahnung die Kaserne in Boostedt bei Neumünster in Schleswig-Holstein. Noch weiß er nicht, was ihn genau erwarten wird. Noch trägt er zivil. Noch sind eine Menge Fettnäpfchen zwar aufgestellt, aber noch unbetappst. Noch ist das erste Wochenende schier unerreichbar fern…

Kapitel 02. Instbeginn. Wenn der Haarappell nicht fruchtet hagelt es Sanktionen. Und wenn ehemalige Zivilisten nicht so recht gerade stehen, wird es lauter… Nebenbei bleibt allerdings immer ein wenig Zeit für medizinische Experimente und natürlich auch für die Instandsetzungs-Ausbildung. Die Woche hat ein Happy End. Aber schauen Sie doch einfach selbst.

Kapitel 03. Uniformen. Die Arbeiten und die Ausbildung in der KFZ Instandsetzung nehmen ihren Lauf. Schütze Tanz hat kein Problem mit seinen viel zu langen Haaren, legt die Rekrutenprüfung ab und versäumt die wichtigen Sätze beim feierlichen Gelöbnis im schönen Büsum. Wo das ist? Das wollen Sie gar nicht wissen. Der Dienst an der Waffe hinterlässt erste Wunden.

Kapitel 04. Der Mil-Zug. Die erste Hälfte der Grundausbildung ist vorbei, jetzt folgt der gefürchtete militärische Teil! Leben im Feld, Marschieren rund um die Welt, Dienst an der Waffe, leckere Erfahrungen mit der Feldküche und ganz allgemein wenig Schlaf. Wenn ich noch nichts von „Kameradschaft“ gehört haben sollte – gemeinsame Feindbilder schweißen zusammen.

Kapitel 05. Die Versetzung. Die Grundausbildung neigt sich für unseren Schützen dem Ende. Ein paar finale haarige Draußenübungen, ein bisschen Autoschrauben und dann die Nachricht. Wo geht es hin zur Stammeinheit? Bei allen möglichen Varianten hat es ein kleines Dörfchen an der Holsteinischen Westküste getroffen. Inzwischen denke ich, es hätte schlimmer kommen können…

Sag es auch den anderen...
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26 Responses to Grundwehrdienst

  1. Nee says:

    JaJa ist das nicht schön in der Grundi?
    Wer hätte gedacht, dass du dir auch mal von einem Oberfeld was hast sagen lassen 🙂
    ich will auch eine/n Schützin/en zum Anschreien 🙂
    Ist das nicht schön hier (beim Bund)?
    Nein, das ist nicht schön hier 🙂
    Aber gut zu wissen dass man das auch mit Humor nehmen kann.
    Man würd ja lachen wenn man nicht selbst betroffen wäre. 🙂

    • Sandmann says:

      Ayyyyy du immer noch dabei seiender,

      tja. Als ich die Ehre hatte, euch Horde zu unterrichten, war ich weisungsbefugt und demnach von euren Dienstgraden unabhängig 😀 Das war schon ganz okay, und wie man sieht nicht immer so.

      Ich glaube, wenn man diese Zeit nicht irgendwie mit Humor nimmt, läuft man Gefahr, unterzugehen. So wie Schütze Hölland. Aber der hat den Absprung ja geschafft. Und alle, die geblieben sind, haben jeder einzeln für sich auch eine Menge mitgenommen und gelernt.

      Durchhalten, Kamerad. Und mal wieder reinschauen, diesen Sommer. Den Garten gibt’s noch immer 🙂

      Gefreiter Sandmann

  2. calimero says:

    Hihihiii ich roll mich ab und bin kurz davor, mich freiwillig zum Dienst zu melden 😀 Danke Sandmann, ich habe wieder ein Ziel an jedem Wochenende: Deine neuen Comics!
    Abel

    • Sandmann says:

      😀
      Na lass das mal schön bleiben, es sei denn man ködert dich mit großzügigen Entlohnungen als freiwilliger Soldat.

      Ich bin nie so recht mit den Befehlsstrukturen klargekommen. Es mag im Verteidigungsfall Sinn machen, wenn du die Befehle deiner Vorgesetzten nicht hinterfragst. In der Grundausbildung war ich allerdings ein sehr freiheitsliebender junger Mann, das war manchmal schon echt hart. Und ich war wesentlich lauter als heute.Na ja, das werdet ihr ja alles lesen…

      Sandmann

  3. Raketenhelmut says:

    Grüßt euch Leuts.

    Ich habe mir diesen „Dummfang“ beim Bund erspart. Ich beginne zum 1.März schön gemütlich meinen Zivi.

    Grundwehrdienst war für mich von anfang an abgelehnt. Ich will jetzt wirklich NIEMAND zu nahe treten. Aber für mich besteht die heutige Bundeswehr zu einem großen Anteil nur noch aus Großkotzen und Säufern.

    Ich kenne soviele Geschichten von ehemaligen „Fleckenzwergen“ 😉 die nicht mehr lustig sind.

    Für mich ist es wirklich traurig zu sehen was für ein Volk im Notfall unser Land verteidigen soll. Ich weis das man nicht alle über einen Kamm scheren kann. Aber bei den Storys z.B. von dem Standort bei uns im Ort, ist das sehr schwer.

    Bloß mal ein Beispiel: Zwei Mann im Auto INNERHALB vom BW-Gelände ! Beide im vollsuff. Die haben es tatsächlich geschafft einen Tigra innerhalb von paar wenigen Metern so zu Beschleunigen das sie mit dem Dingen einen stehenden Unimog ca 1 Meter verschoben haben. Folgen: Beide Tod…..

    Und jetzt verratet mir doch mal wie man sich da noch als außenstehender eine neutrale Meinung bilden soll. Was erwartet sich der deutsche Staat bei solchen Geschichten von einer Berufsarmee ohne Wehrpflicht ?!

    Ich sag euch, Deutschland geht langsam aber sicher unter. Und bei einem eventuellem Angriff werden wir einfach überrollt.

    P.S. Meine Meinung. Muss niemand gefallen. Würde mich aber über paar andere Auslegungen freuen.

    MfG Raketenhelmut

    • Sandmann says:

      Bester Raketenhelmut,

      hm… Vielleicht muss ich das mal ein bisschen relativieren. Wenn sich zwei im Vollsuff auf einem Kasernengelände totfahren kann die Institution „Bundeswehr“ ja eigentlich nicht viel dafür. Ich weiß weiterhin nicht, was heute so abgeht, aber die eigentliche Ausbildung zu „meiner Zeit“ war schon sehr hochwertig. Ich habe alles fahren gelernt, was ich auch reparieren musste (ich war ja KFZ-Panzer-Schlosser), ich bin an insgesamt 12 Waffen ausgebildet worden und habe eine Menge über Kameradschaft und Zusammenhalt gelernt. Ehrlich.

      Es gibt immer schwarze Schafe, speziell einige minderbemittelte Berufssoldaten, die schon mit einem hohen Dienstgrad einsteigen und ihren längeren Hebel schamlos ausnutzen. Das hätten die aber im zivilen Leben ähnlich gemacht.

      Ob Deutschland bei einem Angriff „untergeht“ wage ich auch zu bezweifeln. Heute wird kein Land einfach so angegriffen, und wenn doch gibt es Bündnispartner. Die Gefahr der heutigen Zeit liegt nicht in einem direkten Angriff gegen ein Land, sondern meiner Meinung nach eher in Guerillera-Aktionen und Terrorismus. Wenn du Menschen nimmst, die nichts mehr zu verlieren haben, können diese innerhalb eines Landes sehr großen Schaden anrichten…

      Ich kann mir von der aktuellen Situation in der Marine im April mal wieder ein Bild machen. Aber mehr verrate ich nicht.

      Sandmann 😉

  4. Raketenhelmut says:

    Grüß dich Sandmann.

    Für mich persönlich hat das schon etwas mit der Bundeswehr selbst zutun. Denn wie kann es sein das diese Leute sich überhaupt innerhalb der Kaserne so problemlos besaufen können ? Wie kann es sein das man solche Leute dann noch fahren lässt ? Das heist für mich, die Kontrollen bei betreten der Kaserne und auf Stube sind einfach zu lasch und die haben eindeutig zu wenig zutun.

    Natürlich haben sich die Zeiten geändert. Über früher kann ich nichts sagen. War nicht meine Zeit. Ich kenne auch bloß paar Story´s aus meines Vater´s NVA-Zeiten. Aber ich will dir gern glauben das zu der Zeit noch richtig ausgebildet wurde. Kameradschaft und zusammenhalt…. Mmhh Heutzutage zweifelhaft….

    Das mit dem Angriff auf Deutschland war jetzt bischen übertrieben ausgedrückt. Geb ich zu. Aber gehn wir mal vom gegenteil aus. Deutschland soll mal helfen. Ich schätze diese „Armee“ als keine große Hilfe ein. Und das deswegen weil es einfach, meiner Meinung nach, viel zu wenig in diesen Kasernen usw ernst nehmen was sie da tun. Zu wenig die das wirklich wollen. Viele die einfach zu faul waren sich eine Zivistelle zu suchen und deshalb zum Bund müssen usw.

    Und auch grade dieses Beispiel von unserer Marine. Zeugen solche Geschichten von einer straffen geordneten Ausbildung ? Was soll man als Außenstehender denken wenn sowas vom Vorzeigeschiff der deutsche Marine kommt ? Wo selbst die obersten Vorgesetzten keine Disziplin halten könn. Da wird eben erstmal bisl Wasserskie gefahren. Na warum nich…

    MfG

    • Sandmann says:

      Jaaaaaahhhhhhh also ich bin ja in diesem Blog eigentlich unpolitisch, deshalb weise ich vor allem auch mal darauf hin, dass nicht alles, was in den Medien gebracht wird, immer die ganze Wahrheit ist.

      Wenn die Zeitungen Bilder von einem Kommandeur zeigen, der hinter seinem eigenen Beiboot Wasserski fährt, finde ich persönlich das eigentlich ganz cool. Das sagt genau so wenig über seine Qualitäten als Führungskraft aus wie die aktuelle Debatte, zu Guttenberg hätte Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben. Himmel, was wollen die denn noch alles ausgraben? Das geht mir gehörig auf den Pinsel, genau wie das ewige Pushen von irgendwelchen kleinen Vergehen zu einem riesigen Skandal. Da fällt eine Soldatin aus der Takelage und stirbt, und statt das als tragischen Unfall zu werten wird gleich die gesamte Ausbildung bei der Bundeswehr in Frage gestellt.

      Na ja. Ich guck mir das an. Hatte auch sehr gute Zeiten da, wie schon gesagt…
      Mein Ziel ist zunächst, mal wieder nach Seeth zu fahren und zu gucken, was noch von den Sachen übrig geblieben ist, von denen ihr noch nichts gelesen habt… 🙂

      Sandmann

  5. Touranus says:

    N’Abend Jungs,
    ich trat damals meinen Grundwehrdienst als Panzerkanonier an.

    Eigentlich hatte ich mit dem Gedanken gespielt, mich zu verpflichten, hatte aber glücklicherweise einen Vorgesetzten (nicht der direkte Vorgesetzte), der uns einbläute, solch eine Entscheidung nicht überstürzt zu treffen. Man könne es auch noch 5 Minuten vor Ablauf der Grundwehrdienstzeit…. Ein weiser Mann!!!! 😉

    Damals zog meine Freundin gerade nach Marburg um Chemie zu studieren. Die Aussicht, sie noch nichtmal an den Wochenenden zu sehen, machte mir doch recht zu schaffen.
    Erschwerend kam hinzu, das mein Gruppenführer leider aus dem Negativ-Bilderbuch entsprungen war:
    1 Kopf kleiner als ich (und ich bin gerade mal 1,76m), der deutschen Grammatik nur mäßig vertraut und…. ein Choleriker vor dem Herren!!!

    Auch ich teile Sandmanns Meinung, das im Ernstfall nicht diskutiert werden DARF, sondern gehandelt werden MUSS! Kein Zweifel daran.
    Aber dieses kleine S…gesicht hatte einfach nur Spaß an der Tyrannei. Stubenkameraden wurden gegeneinander aufgehetzt, alle (wirklich alle) bekannten Methoden der „unsauberen“ Gruppenführung wurden eiskalt grinsend durchgezogen. (Der vorher beschmutzte Finger, der den Dreck auf dem Spinnt aufzeigen sollte, war noch das Harmloseste….)

    Ich hatte irgendwann die Schnauze voll und entschied mich FÜR die Liebe und GEGEN einen vermeintlich sicheren Job. Ich stellte einen Antrag auf nachträgliche Verweigerung.
    Kommentar des Uffz: Frauen findet man an jeder Laterne, sichere Arbeitsplätze, wie dem beim Bund nur einmal im Leben.
    Mag ja sein, aber ich bin und war nunmal leider ein Herzensmensch und erübrigte dem kleinen, armen Mann nur ein müdes Lächeln.
    Auf irgendwelche Psychotricks verzichtete ich und ging den normalen Weg der nachträglichen Verweigerung. Und kam ohne Probleme nach fast drei Monaten raus…

    Anders ein Stubenkamerad, der auf psychisch labil machte und rosa Elefanten sah…. (wie einfallsreich!!!!!)
    Als wir eines schönen Samstags für zwei Tage in die Freiheit entlassen werden sollten und unseren Abschiedsapell hinter uns hatten, trotteten wir alle wohlgemuts richtung Parkplatz, als besagter Mitsträfling zurückgepfiffen wurde!
    Bevor ER ins Wochenende dürfe, müsse er erst den großen Haufen Schei…., den sein Elefant auf dem Flur hinterlassen hatte wegmachen und den gesamten Flur bonern.
    Also ehrlich gesagt…. DEN fand ich richtig gut! 🙂

    Was soll ich sagen, ich habe in den drei kurzen Monaten ebenfalls genug erlebt, um einen kleinen Blog zu füllen (vielleicht darf ich ja einige Sachen als Kommentar zu den folgenden Berichten posten), und mit der Frau von damals hat es auch nur noch ein weiteres Jahr gehalten…. aber die Liebe war es mir wert und ich bereue es nicht!!!!

    Ich muss aber auch deutlich sagen, dass es durchaus fähige (und damit meine ich u.a.sozialkompetente) Führungskräfte gab, die uns jungem Haufen das Richtige beibrachten, und es gab auch diverse schöne Kameradschaftsmomente, die ich nicht missen möchte. Also den meisten würde ich mein Leben ohne weiteres im Ernstfall anvertrauen.

    Mag sein, dass es von Vorteil war, das der Kompanieführer (oder wie auch immer der korrekte Dienstgrad lautete) sich während seines gerade absolvierten Studiums an der Hamburger Uni in eine Frau verknallt hatte und ebenfalls seinen Austritt vorbereitete… er hatte seeeeeeeeeeeeeehr offene Ohren für meine nachträgliche Verweigerung. 😉

    Ich freue mich auf weitere Comics!!!! Während meiner Ausbildung zu meinem jetzigen Beruf saß ich ebenfalls neben einem begnadeten Comiczeichner, mit dem zusammen ich unsere Ausbildung in Bleistiftstrichen und Sprechblasen festhielt…. 😉

    Vielleicht sollte ich einige davon auch mal einscannen und hochladen…. *grübel*

    Ooooooh, wieder so ein viel zu langer Kommentar…. hey, ich laufe zu alter „AuBiBlogForm“ auf *lach*

    Euer
    Touranus

    • Sandmann says:

      Hey, schreibender Mann mit dem falschen Auto 🙂

      ein großartiger Beitrag. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was aus dem Hölland geworden ist. Irgendwann war er nicht mehr da. Hm.

      Wer war denn die Dame in Marburg? Ich habe da ja auch ein paar Geschichten, die Stadt ist ja doch ganz schön. An alles andere, was da dran hängt will ich nicht denken.

      Eine nur unangemessene Antwort auf deinen langen Kommentar, aber mir fallen gerade die Augen zu… ich liege in einem Hotelzimmer in Colmar und habe 900 Kilometer Autobahn hinter mir. Wir lesen uns. Berichte bite sehr gern weiter von eigenen Erlebnissen während deiner drei Monate 😉

      Sandmann

  6. Marlboroman says:

    AveSandmann und die Mitlesenden,

    ich hatte ein Kameraden (auch StUffz wie ich) und wir machten eigentlich die komplette Ausbildung zusammen.

    Also, besagter StUffz (nennen wir ihn mal UZI) hatte eines Tages seinen Vater mit der Axt erschlagen!

    So wurde es uns jedenfalls vom Spiess mitgeteilt, als der UZi nicht mehr zum Dienst erschien.
    Er war der Schreibstubenhengst vom Spiess und da ich annähernd die selbe Ausbildung als er hatte, wurde ich damals an seiner Stelle zum Spiess kommandiert.

    Naja, da gibts dann noch weitere Geschichten, die ich evtl. dann mal hier erzähle.

    Ich war übrigens gestern beruflich in Sonthofen, wo ich meinen Uffz-Lehrgang Teil 2 absolvierte.
    Ein Herr, bei dem ich also gestern beruflich war, war auch damals in dieser Kaserne in Sonthofen stationiert. Er sagte mir, daß die Kaserne schon länger geschlossen sei und derzeit saniert werde um danach irgend eine andere Verwendung zu finden.
    Finde ich schade, da die Kaserne in Sonthofen eine art Burg oder Festung ist, die einen ganz besonderen Reiz besitzt.

    Naja, ist alles schon knapp 30 Jahre her!

    So long,

    Marlboroman

    • Sandmann says:

      Ay Marlboromann,

      mit der Axt erschlagen? Oha. Das entbehrt nicht einer gewissen Dramatik. Also hast du von da an im Geschäftszimmer gesessen…?

      Hier „oben“ schließt auch eine Kaserne nach der nächsten. In Eckernförde war ein riesengroßer Stützpunkt, da entsteht nun ein komplett neuer Stadtteil! Wahnsinn. Eigentlich müsste die Bundeswehr doch nun langsam ein kleines Vermögen sparen, oder?…

      So, ich muss weiter scannen 🙂

      Sandmann

  7. Touranus says:

    N’Abend Sandmann,

    äh, also die Dame von damals heißt Manuela und war meine erste große Liebe.
    4 Jahre hielt das ganze und es war eine so wunderschöne Zeit *seufz*
    Ich erinnere mich an unzählige Billardabende und einen Spontanausflug nach Amsterdam mit einem damals 20 Jahren Audi 80…. der im Parkhaus vor laufenden Überwachungskameras aufgebrochen wurde. Auf dem Rückweg bemerkte ich dann auch, das mein Kennzeichen gestohlen worden war…. Es hing nämlich an einem Auto, welches mich in der Innenstadt von Amsterdam überholte 🙂

    Besagte Manuela ist nun bei „Ärzte ohne Grenzen“ und taucht ab und zu in der hiesigen Lokalpresse auf, wenn sie mal wieder Daheim ist. Ein Wiedersehen ist bis jetzt leider noch nicht geglückt.

    Aaaaaber das gehört hier jetzt nun wirklich nicht hin 😉
    Aber vielleicht demnächst die Geschichte von der Kaserne in Munster und einer abgerissenen Beifahrertür eines Fuchses…. an dessen Steuer ich saß und den Rangiereinweisungen meines Uffz folgte… Während der Fahrer des Leoparden auf den FALSCHEN Einweiser achtete 🙂

    Man man man, längst vergessene Zeiten wachen in den Tiefen meines Hirns wieder auf…

    Viel Spaß weiterhin in der Schweiz!

    Touranus

    • Sandmann says:

      Bester Touranus,

      hey komm, dann hast du jetzt doch ein valides Ziel. Finde und triff Manuela 🙂 Ich habe auch gerade eine Manuela aus der Vergangenheit in Zürich wiedergetroffen, allerdings war sie nicht MEINE große Liebe, sondern die eines WG-Kumpels. Man fand sich auf Facebook und tafelte einen Kaffee, sehr schön, das.

      Ich hätte gern dein Gesicht gesehen, als dein Nummernschild an dir vorbei gefahren ist 😀 Gab es denn da noch „Nachwehen“? Also ist mal irgendwann was wieder aufgetaucht von den gestohlenen Sachen?

      Nun – ich bin sehr gespannt auf die detaillierten Geschichten. Da scheint ja Potenzial zu sein 😉

      Sandmann

  8. Touranus says:

    Hallo Leute,

    ich muss noch einen nachsetzen. Auf dem Weg zur Arbeit fiel mir nämlich noch eine Geschichte ein, die Wehrdienstleistende in einem anderen, gutem Licht erscheinen lässt…

    1993 Ging ich für ein Jahr ins Ausland. Gesplittet in 1/2 Jahr Kolumbien Südamerika und 1/2 Jahr Missouri USA.
    Die Austauschorganisation (für die ich später noch arbeitete) bot den Eltern der Ausreisewilligen Informationsabende an, damit sie mit der Situation während des Auslandsaufenthalts und vor allem mit ihren wesensveränderten Kindern NACH dem einen Jahr besser zurechtkommen konnten.
    Leider fanden diese Treffen sehr spät Abends und in einem nicht so „sicheren“ Viertel in Hamburg statt.
    Meine Mutter ist nun…. sagen wir mal, älteren Semesters, und kann kein Auto fahren. Sie wollte diese Treffen aber nicht auslassen.

    Beim vierten Treffen wurde sie von drei Männern im Zug bedrängt, die ihr die Handtasche abnehmen wollten und sie auch mit einem Messer bedrohten. Ein Wagon weiter befanden sich mehrere „Bundis“ in Uniform, die gerade ziemlich angetrunken von einer Feier zurück in die Kaserne mussten.
    Einer der Jungs erkannte die Situation auf dem Weg zur Toilette und holte seine Kameraden zu Hilfe.

    Obwohl die Jungs nach Aussage meiner Mutter schon mächtig getankt hatten, gelang es ihnen, die Situation OHNE Gewalt zu beenden. Sie holten meine Mutter in ihr Abteil, boten ihr einen Sitzplatz an und geleiteten sie TROTZ das sie dadurch nicht rechtzeitig zum Zapfenstreich in der Kaserne sein konnten bis zu ihrem Zielbahnhof und ließen sie erst alleine, als ihr Taxi vor dem Lüneburger Bahnhof eintraf.

    Am nächsten Tag fuhr mein Papa sie zur Kaserne und beide sprachen beim Stabsoffizier vor und baten darum, dass man den Jungs keine Strafe für das zu spät kommen aufbrummen möge. Man versprach ihr, dass dies nicht geschehen würde.

    Nun fährt mein Papa ja trotz 74 Jahren auf dem Buckel immer noch Taxi, und wie der Zufall es will, fährt er einige Tage später einen jener Bundis nach Hause und erfährt in einem Gespräch zufällig, dass die gesamte Truppe für die Zivilcourage geehrt wurde.

    Diese Geschichte mag jetzt vor Schmalzigkeit triefen, aber sie hat sich wirklich so zugetragen! Und wenn ich heute mit meiner Mutter in der Stadt einkaufen bin, sehe ich immer noch ein leichtes Lächeln um ihre Mundwinkel, wenn wir Jungs im Tarnfleckanzug begegnen…. Es geht also auch durchaus anders! 😉

    So, weitermachen! 🙂

    Touranus

    • Sandmann says:

      Bester Touranus,

      das ist eine wahrhaft schöne Geschichte. Gerade, wenn die Kameraden ihre Uniformen tragen bewegen sie sich ja ständig auf ganz dünnem Eis. Sehr mutig, deiner Mutter zu helfen, Hut ab.

      Da könnte man nun eine Diskussion starten, ob es Mut oder Wahnsinn ist, sich bewaffneten Kriminellen entgegen zu stellen. Ich glaube, wenn ich nicht ganz alleine unterwegs wäre hätte ich diesen Mus auch. Mit oder ohne Uniform, zumal davon nur noch ein paar Socken und das Schiffchen übrig sind. Wo mag das sein…?

      Sandmann

  9. Notchback says:

    Hab mich beim Lesen köstliche amüsiert.
    Sind denn hier schon neue Comics erschienen…… ich lese mich hier gerade warm.

    Notchback

    • Sandmann says:

      Ay Notchback,

      freut mich dass du Spaß hast 🙂 Nein, neue Teile sind nicht geplant. Die Comics sind ja aus Anfang der 90er, inzwischen habe ich keine Zeit mehr zum Zeichnen. Das können andere besser als ich.
      Aber es gibt noch mal so viele Seiten aus der Bundeswehrzeit, die ich noch nicht gescannt und nachbearbeitet habe. Aus der Stammeinheit. Allerdings fürchte ich, dass auch hier meine Zeit momentan für andere Projekte draufgeht.
      Hör dich sonst beizeiten mal durch die Musik, oben in der Menüleiste. DAMIT… mache ich immer noch weiter 🙂 Auch wenn die genau so alt ist.

      Sandmann

  10. Götz Flender says:

    Sehr Geil,

    ich war 1993 bei der 605 als GWDL. Bin nach der AGA dort geblieben und hab die restliche Zeit die technische Ausbildung mit gemacht.

    Da gab’s immer noch einige Uffze/FW, die die Comics hatten.
    Ich hatte sie mir zum lesen mal ausgeliehen.

    Gruß
    Götz

    • Sandmann says:

      Ay Götz,

      ach guck. Das freut mich 😀

      Ich muss unbedingt mal nach Seeth. Da habe ich einen halben Kasernenblock innen bemalt. Ob das noch da ist?

      Sandmann

      • Götz Flender says:

        Hallo Sandmann,

        ich wollte auch immer nochmal nach Boostedt.

        Ich fürchte aber die haben die Blöcke von innen nach der BW renoviert.

        Gruß
        Götz

        • Sandmann says:

          Ay Götz,

          den Blöcken hätte es definitiv gut getan 😉
          Stimmt nach Boostedt könnte ich auch noch mal fahren. Ob es diese Telefonzelle noch gibt, in der ich ein kleines Vermögen in Herzschmerz umgesetzt habe….?

          Sandmann

          • Anonymous says:

            Moin,

            ob die Telefonzelle heute noch jemand braucht?

            Gab es bei Dir schon die Imbissbude im Ort?

            Immer Currywurst Pommes Spezial wenn es in der Kanne nicht vernünftiges gab.

            Gruß
            Götz

            • Sandmann says:

              Ay Götz,

              an eine Imbissbude kann ich mich nicht erinnern, allerdings waren wir in Boostedt auch nie „auswärts“ essen. Das war ja Grundi. Da bin ich echt nur am Wochenende rausgekommen 😉

              Sandmann

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