7 Tage raus. Mit Lisa und Moltio.

... muss die Freiheit wohl grenzenlos sein..

… muss die Freiheit wohl grenzenlos sein..

Schreiben ist so ne Sache. Da sitzen Sie in Ihrem Büro, haben grad eine gute Idee oder ein paar passende Formulierungen – und dann kommt von hinten jemand und fragt ob die Fotos schon hochgeladen sind. Oder das Telefon klingelt. Oder jemand will einfach nur nett einen Kaffee mit Ihnen trinken oder einen Zigarillo unten rauchen. Das ist alles gut und schön, reißt mich aber aus den Geschichten raus. Zum Schreiben bin ich am liebsten ganz allein. Die letzte Woche war ich jeden Tag unterwegs und hab viele coole Autos vor meine Kamera gezerrt. Und jetzt? Jetzt krabbel ich in meinen alten Audi und fahre in ein kleines Holzhäuschen an der dänischen Westküste, um die Geschichten zu den Fotos zu schreiben. Eine ganze Woche. Aber nicht ganz allein, bei mir sind meine Lisa (das TomTom Navi) und mein wundervoller Kaffeeautomat Moltio. Der war selbst noch nie im Ausland, also werde ich ihm mal ein paar Highlights rund um Henne Strand zeigen. Kommen Sie mit?

Hinten nicht, vorne Pflicht.

Vorn muss man sich anschnallen

Vorn muss man sich anschnallen

So alt ist die Saeco Kaffeekiste noch nicht, eigentlich muss das Ding hinten sitzen. Aber da sind keine Gurte. Ich lege meinen heißgeliebten Michel (nur meine Schwester Anita weiß, was ich meine) unter den Automaten, jetzt sitzt er hoch genug um angeschnallt zu werden. Er kann sogar rausgucken, das ist doch super. Dann kann ich mich unterwegs wenigstens mit meiner Kaffeemaschine unterhalten, Lisa ist schließlich dafür bekannt, dass sie zwar klare Monologe raustutet, ansonsten aber keine gute Zuhörerin ist. Außer wenn sie mich bei Staus fragt, ob sie die schnellere Route nehmen soll. Meine Redezeit ist dann auf ein „ja“ oder ein „nein“ begrenzt, und je nachdem wie laut die Musik ist versteht sie mich meist falsch. Also quatsche ich lieber mit Moltio. Andere sind nicht dabei. Mein halbfinnisches Fräulein Altona und das viertelfinnische Sandmädchen bleiben die ganze Woche daheim im Hamburger Alltag und gehen ihren Berufungen im Büro und der nicht bestreikten KiTa nach. Meine beiden großen Töchter haben Besuchswünsche angemeldet, die aber aus schulischen Gründen nur an den Wochenenden möglich wären. Da habe ich mir die einzigen Termine im Pölserland gelegt, also habe ich auch diese Bitten ablehnen müssen. Die Bemerkungen von ein paar Freunden, sowohl Kiel als auch Flensburg wären doch recht nah, ob man mich denn da nicht mal….? Nein. Ich möchte arbeiten, ist doch immer das gleiche wenn man von lieben Menschen besucht wird. Man redet und trinkt und bleibt die halbe Nacht wach. Also. Nein. Diesmal nicht.

Ich und Moltio

Ich und Moltio

Ich verabschiede mich mit etwas gemischten Gefühlen von den beiden Frauen, die zusammen mit mir noch in der Nähe von Schleswig im Ferienhaus von Freunden zu Besuch waren. So reizvoll die Aussicht auf sieben Tage völlige Einsamkeit mit Kaminofen und Internet ist, so sicher bin ich mir, dass ich die beiden spätestens heute Abend schon vermissen werde. Und die beiden Großen spätestens am nächsten Dienstag, denn da treffen wir uns immer in Kiel und kochen. Ich habe täglich so viele geliebte große und kleine Freuen um mich rum, diese Woche wird ein Loch in mein Herz reißen. Während ich einen Kloß runterschlucke widmet sich das viertelfinnische Sandmädchen schon wieder ihrem ebenfalls viertelfinnischen Freund Pikku T. und zerlegt mit ihm fachgerecht das Kinderzimmer. Na danke. Sie ist noch zu klein, um so etwas wie „morgen“ oder „nächste Woche“ zu verstehen, aber sie hat ja ihre wunderschöne Mutter an ihrer Seite, die ihr erklären kann, wo Papa grad steckt. Ich für meinen Teil habe nur Lisa und Moltio.

Lisa zeigt mir den Weg

Lisa zeigt mir den Weg

Seltsam ruhig ist es plötzlich. Der 38 Jahre alte Dottore schnurrt zufrieden mit 120 über die Autobahn, ziemlich beladen mit drei Kisten Kaminholz, drei Computern (meinem Desktop, meinem Laptop und einem Reserverechner, man weiß ja nie), einem bunten Blumenstrauß an Ersatzteilen und Werkzeug, Gitarre, Zahnbürste und Bargeld. Niemand spricht. Nicht mal Lisa, denn es geht bis hinter Flensburg nur geradeaus. Eine zeitlang genieße ich diese fast asketische Stimmung, dann knipse ich das Radio an. Keine Staus, keine Behinderungen, in drei Stunden bin ich in meinem gebuchten Refugium zwischen Esbjerg und Ringköbing. Zuletz waren Jan und ich mit den Mofas da, erinnern Sie sich? In der vor mir liegenden Woche werde ich diesmal allerdings nicht im Zelt schlafen. Wir haben laut Kalender zwar Anfang Juni, aber das Wetter da draußen könnte auch im Oktober oder Februar geboren worden sein. Außerdem ist das kein Urlaub, sondern ein Arbeitscamp. Und für meine Arbeit brauche ich einen bequemen Stuhl, einen PC und ein schnelles Internet. Dänemark ist in diesen Tagen noch weit entfernt von der Hauptsaison, und man bekommt gut ausgestattete Häuschen mit Meerblick für eine Woche zum Preis eines guten Abendessens für zwei Personen. Mit Steckdosen für meine Schreibmaschinen und WLAN 🙂 Und ohne Kollegen, die einen fragen, ob man die Fotos schon hochgeladen hat…
Während ich so vor mich hinsinniere sind wir plötzlich schon in Dänemark!

Na guck. Grenze.

Na guck. Grenze.

Schau, lieber Molito, hier fängt Dänemark an. Genau so wie ein zweijähriges Mädchen die Bedeutung von „morgen“ oder „nächste Woche“ nicht begreift versteht ein Kaffeevollautomat vermutlich auch nicht die Bedeutung von Grænsen. Ich erkläre ihm, dass hier früher mal Schranken und bøse Polizisten waren, die grimmig guckend den Ausweis und die Fahrzeugpapiere sehen wollten. Und die Örg und mich mal in dem komplett mit Bauschaum eingesprühten Knudsen Taunus nicht einreisen lassen wollten. Als dann auch noch unsere Ratten aus den Ärmeln gekrochen kamen, haben die Beamten… äh… das ist eine andere Geschichte. Die Grænsen sind heute nicht mehr da. Weder die einmal quer durch Deutschland, noch die nach Dänemark. Verschwunden ist auch die Infrastruktur, die davon gelebt hat, dass mindestens jeden Samstag hier Heerscharen von Touristen anhalten mussten. Verstehst du das, Moltio? Er sacht nix. Dafür quatscht mich jetzt überraschend Lisa an, ob ich die Autobahn oder die Landstraße fahren will. Landstraße! Und mein Handy erzählt mir, dass ich in Dänemark bin und mein Tarif hier genau so flatratig ist wie in Deutschland. Eigentlich bin ich gar nicht so alleine.

bis an den Horizont

bis an den Horizont

Waren Sie schon mal in Dänemark?
Abenteuerurlaub dürfen Sie hier nicht erwarten. Das Land zeichnet sich vor allem durch komplette Flachheit aus und wird hauptsächlich bevölkert von Landwirten, Kühen, Pornoproduzenten und Ferienhäusern. Teenager an der Seite ihrer konservativen Eltern sterben hier regelmäßig vor Langeweile oder werden innerhalb weniger Tage drogensüchtig. Das Tempolimit der Überlandstraßen liegt bei 80 km/h, und man darf im asketischen Horizontrausch nicht zu sehr Eins werden mit der vorbeiziehenden Natur, dann reißt einem spätestens nach 8 Kilometern ein unerwartet auftauchender Kreisverkehr die Achsen weg. Dänemark ist aufgrund der Geschwindigkeitsbeschränkung ein Paradies für Benzinsparer, was in seinem fast perfekten Entspannungs-Idyll nur getrübt wird durch die lokalen Radiosender, auf denen in endlosen Werbeblöcken hektische Stimmen im Kanon oder im Dialog klingen, als ob sich ihre Besitzer jeden Moment übergeben müssen. Ich spreche diese wundervolle Sprache leider nicht. Für eine Verständigung ist das allerdings auch nicht nötig, denn gemeinsam mit mir branden an diesem Samstag wieder tausende meist deutsche Urlauber in die Ferienhäuser und sorgen mit ihrer überheblichen Besatzerart dafür, dass man hier inzwischen überall auch mit Euros bezahlen kann und dass quasi jeder Däne in den Touristengebieten ein besseres Deutsch spricht als die Deutschen in den Ghettos von Hamburg.

Unendliche Weiten

Unendliche Weiten

Ich freue mich auf frühes Aufstehen (jaaaa ich mag das!) und joggen kurz nach dem Sonnenaufgang am endlosen Strand. Dann auf frischen Kaffee, den mir Moltio bereiten wird und knusprige dänische Brötchen, die vorwiegend aus Luft bestehen und mit zweifelhafter Leberpastete aus dem Aluschälchen bestrichen das köstlichste sind, was man zu Beginn eines Arbeitstages essen kann. Ich freue mich auf Fotos sichten und schreiben, schreiben, schreiben. Ich freue mich auf das Häuschen, auf den Bildern sah es hell und gemütlich aus. Und ich freue mich auf Abende zwischen dem Kaminofen und dem HD Flachbildfernseher, ein Glas Rotwein in der Hand und hoffentlich auf mindestens einen fertigen Artikel pro Tag zurückblickend. Ich freue mich nicht darauf, abends allein in mein Bettchen zu krabbeln. Aber die Dinge, die ich tagsüber erledigen will sind allein gut zu bewerkstelligen. Wie so einige andere Aktionen auch, ich merke, dass die ersten Kaffees wieder raus wollen.

Lieber alleine

Lieber alleine

Bei diesen spontanen Aktionen am Straßenrand muss ich die Kaffeemaschine nicht unbedingt dabei haben, das wird das Ding verstehen. Es genügt schon, dass sich im Moment des Knopfleisten-Öffnens sämtliche Landwirte und Pornoproduzenten aus einem Umkreis von 42 Kilometern mit ihren Familien wie aus dem Nichts materialisieren und sowohl hupend als auch winkend und lachend in ihren Autos vorbeifahren. Knopfleiste wieder zu – alle wie vom Erdboden verschluckt. Ist das schon mal wissenschaftlich untersucht worden?
Dank fehlendem RDS muss ich ständig neue Radiosender suchen. Das gibt mir einen irgendwie deprimierenden Einblick in den Musikgeschmack der insgesamt rund 20 Einheimischen und beeindruckt mich im Halbstundentakt mit immer wieder neuen vokalen Kotzanfällen, wobei ich da nicht mehr zwischen Werbung und Nachrichten zu unterscheiden vermag. Hvis det nu lyder, som om jeg skulle kaste op, behøver du ikke at bekymre dig. Dette skyldes det sprog, jeg taler. Schräg. Kurz vor Esbjerg werden meine Mitreisenden und ich von flackernden Leuchtfeuern aus unseren Gedanken gerissen. Zivilisation? Hier??? Das sieht aus wie ein Flugplatz, Moltio hat sowas noch nie gesehen, ich zeige ihm das mal.

Oh, da gibt es was zu sehen!

Oh, da gibt es was zu sehen!

Ein eher kleiner Flugplatz, weiter hinten am Horizont. Die Leuchtfeuer stehen wie Wäscheständer auf der saftigen grünen Wiese rum. Sie dient als Nahrungsquelle für die Kühe, welche gute Milch für Kærgarden Salzbutter, Kløver Sødmælksyoghurt Peach Melba und andere nahrungsähnliche Lebensmittel liefern. Ich muss noch einkaufen, ich hab nix mitgenommen. Die Zeiten, wo man im Urlaub den ganzen Kofferraum voller Lebensmittel aus Deutschland rüber nach Skandinavien geschleppt hat, weil die da wesentlich teurer waren sind heute vorbei. Lebensmittel kosten hier zwar noch immer ein kleines Vermögen, aber Hand aufs Herz – man geht doch sowieso einkaufen. Und wenn man nicht ständig Dänische Kronen in Euro umrechnet ist das alles halb so schlimm. 18 Kronen für drei Luftbrötchen, da, bidde. Moment *grübel* das sind aber….. äh… oh…..
Kein Flugzeug kommt. Schade. Aber die Wolken sind super, ich überlege kurz, mich mit Moltio ins Gras zu legen und die Phantasie ein bisschen driften zu lassen. Diesen Gedanken verwerfe ich allerdings recht schnell, denn ich habe Angst vor dem, was ein Kaffeevollautomat in den Wolken sehen könnte und ich habe Angst vor zufällig vorbeikommenden Pornoproduzenten, welche die Szene mit mir und dem Automaten im Gras missverstehen könnten. Mal davon ab ist es echt kalt!

Flyveplads heißt das glaube ich.

Flyveplads heißt das glaube ich.

Nach knapp drei Stunden sind wir da. Lisa war auf den letzten Kilometern ein bisschen muksch, weil ich nicht die Strecke gefahren bin, die sie vorgeschlagen hatte. Da können die ja echt patzig werden, diese Navis. An der letzten Abbiegung brummelte sie nur noch leise und mürrisch irgendwas von einem längt fälligen neuen Kartenupdate vor sich hin und ging dann beleidigt in den Ruhemodus. Ich erkläre ihr immer wieder, dass ich für sowas Zeit brauche. Neue Karten für Europa sind über 6 Gigabyte groß, das macht man nicht jede Woche. Ist ihr egal. Na gut. Frauen!
Hallo Henne Strand. Ich weiß eigentlich gar nicht, warum du so einen albernen Namen hast, aber du bist schon ein bisschen so was wie mein drittes Zuhause 🙂 An diesem Schild standen Jan und ich mit unseren Knallerts am Ende eines langen verknatterten Hinweges im warmen September 2013, schauen Sie mal hier. Faxen und Fotos machen ist lustig, und ab jetzt nehme ich den Vollautomaten einfach immer gleich mit aufs Bild. Vielleicht kann Moltio mich im Supermarkt mit seinem epischen Wissen über dänische Kaffeesorten beeindrucken? Wir werden sehen.

Da bin ich wieder.

Da bin ich wieder.

Als ich um 17:20 Uhr nach all dieser Askese des edukativen Alleinseins mit einer Kaffeemaschine und einem tragbaren Navigationsgerät vor der Ferienhausvermittlung von Købmand Hansen stehe habe ich ein Deja Vu der ganz besonderen Art. Die machen nämlich schon um 17:00 Uhr zu, also vor ziemlich genau 20 Minuten. Eigentlich weiß ich das, denn ich musste schon einmal für die erste Nacht in mein gebuchtes und bezahltes Haus einbrechen, damals 2009 mit Örg. Das ist zwar schon sehr lange her, aber sowas merkt man sich eigentlich. Irgendwie war ich der Meinung, am Anreisetag hätten die Herrscher von Henne vielleicht länger auf. Haben sie auch. An den anderen Tagen machen sie schon um 16:00 Uhr zu 🙁 Gnargh. Auch dieses mal ist im Auto schlafen keine Alternative, und noch während ich mich haareraufend selbst bemitleide drückt eine dänische Reinigungsfachkraft ihre Nase von innen an der abgeschlossenen Tür platt. Ich erbitte Einlass. Welche Hausnummer ich denn hätte, fragt sie mich in akzentfreiem Deutsch. Oh. Die, äh, also ich könnte mal nach den Mails gucken……? Man findet aber auch ohne einen Onlinegang mein Tütchen mit den Schlüsseln, dem Ablesezettel für den Stomzähler und einem Gutschein für vier Brötchen vom Bager morgen früh. Yay. Und es bleibt mir sogar noch genug Zeit, beim Kobmand gegenüber eine Schinken-Pilze-Pizza, eingelegte Oliven und geriebenen Mozzarella zu holen. Ich werde gerade so richtig neugierig, ob es wohl möglich ist, sich sieben Tage lang komplett vitaminlos zu ernähren? Geil…

Auf dem Rand vom Land

Auf dem Rand vom Land

Heute arbeite ich aber noch nichts weg. Heute schleppe ich erst einmal das ganze Geraffel rein, der Audi kommt mit dem Arsch wieder aus der Hüfte und seufzt hörbar. Armer Kerl. In grenzenlosem Optimismus habe ich sogar einen Akkuschrauber, Zopfbürste, Schleifpapier, Rostschutz und Lack eingepackt, weil ich dachte, ich könnte vielleicht ein paar Roststellen beseitigen? Das wird sich zeigen. Als alles im Haus ist feuer ich den Ofen an und treibe die Kälte aus den Wänden. Diese Elektroheizungen in den Ferienhäusern hasse ich wie die Pest, die mach‘ ich nicht an. Zumal hier ein Kilowattstunde fast so viel kostet wie ein Liter Super, wahscheinlich werden mit den Gewinnen die Milchbauern und die Pornoindustrie subventioniert. Seit man dank der Globalisierung auch Bio-Milch aus dem Senegal kaufen kann und seit das gute alte Geschäft mit den „Dänischen Western“ auf DVD von Internetkanälen wie Youporn verdrängt wurde geht es den Dänen nicht gut. Sie haben genau genommen nur noch ihre Ferienhäuser als Einnahmequelle. Aber das soll mir recht sein, ich bin ja hier. Schön. Schön hell, Fenster ums Wohnzimmer rundherum, ein Schlafzimmer kleiner als das Handschuhfach vom Audi und insgesamt 23 Stühle und Sessel. Passt. Ich fühle mich ab der ersten Minute SAUwohl.

Mein neuer Arbeitsplatz

Mein neuer Arbeitsplatz

Moltio steht auf dem Küchentresen und wartet geduldig auf morgen Früh. Ich bin für diesen ersten Abend überraschend müde, vielleicht liegt das auch an der Bullenhitze, die der inzwischen rot glühende Kaminofen abstrahlt. Ich werde morgen nicht wieder so viele Eichenscheite reinlegen. Was für ein Tag ist heute? Egal. Draußen zieht es sich zu und wird windiger, perfektes Wetter um viele Wörter zu schreiben.
Eine Arbeitsauszeit. Haben Sie so etwas auch schon mal gemacht? Und war das erfolgreich? Ich kann noch gar nicht abschätzen, was die Einsamkeit und die Ruhe hier mit mir machen werden, auf jeden Fall werde ich mit Musik gegen etwaige traurige Momente angehen. Im Moment läuft die neue Platte von Simply Red, Big Love, sehr enspannte Abendmusik. Mick Hucknall kann’s noch. Im Ofen knuspert die dänische Schinken-Pilze-Pizza mit extra Oliven und geriebenem Mozzarella und duftet unerwartet gut, während draußen unzählige frisch angereiste und noch gut gelaunte Eltern mit noch unzähligeren jetzt schon gelangweilten Kindern auf dem Weg zum Strand vorbeistromern. Der Audi vorm Haus zieht die Blicke auf sich. Soll er. Ich geh jetzt mal offline und lese ein Buch, vielleicht mach ich auch schon um 21:00 Uhr das Licht aus und schlafe einfach so. Denn ab morgen hab ich viel zu tun. Aber es gibt schlimmere Orte als diesen, um zu arbeiten.

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Über Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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11 Responses to 7 Tage raus. Mit Lisa und Moltio.

  1. XG30 sagt:

    Ach, ist des scheen! 🙂 Wünsche angenehme Ruhe zu haben. 🙂

    Wünschte mir auch, mich für eine Woche in der Garage einschließen zu können. 😉 Auto-Yoga pur!

    Entspannungsmusik im Remix:
    https://www.youtube.com/watch?v=V8nkiqeHCYk
    Kinder der 89er wissen bescheid! 😉

    • Sandmann sagt:

      Ay XG30,

      da hier quasi keine Alltagsverpflichtungen existent sind habe ich trotz täglich rund 2800 geschriebener Wörter (plus Blogs) eine gute Work-Life-Balance 🙂 Gibt es da eigentlich ein deutsches Wort für?

      Inzwischen scheint die Sonne von einem blauen Himmel, als gäb’s kein Morgen mehr. Ich mach noch den einen Artikel fertig und geh dann mal am Strand spazieren. Schreiben kann ich auch, wenn es dämmert…

      In der Garage einschließen und schrauben ist ja auch eine Form der Askese. Macht glücklich. Damit verdient man aber nicht wirklich Geld, das ist hier bei mir in Dänemark anders 🙂

      Sandmann

      P.S. Den Mix lege ich mir heute Abend mal auf die Boxen. Gerade eben läuft die 4th Street Feeling von Melissa Etheridge, und Abends höre ich meistens die neue Simply Red.

  2. Snoopy sagt:

    Ich muss für den Sommer auch noch ein Häuschen buchen.
    Die meisten Vermieter hinterlegen den Schlüssel problemlos irgendwo wenn man vorher anruft. Im Briefkasten, im Blumenkasten oder auch im Holzschuh in der Garage 😉
    Essen und Kaminholz nehmen wir nicht mit, passt ja auch gar nicht mehr ins Auto. Kaminholz gibt es für ein paar Kronen an jeder Ecke. Nur Nutella will ich nächstes mal mitnehmen, die Preise sind wirklich astronomisch und wir alle süchtig nach den Zeug.
    Und schau bei dem Audi nach den Flüssigkeiten und mache mal einen Kurzcheck bei den Rädern und Lichtern. Nicht das es dem so ergeht wir deinem Daimler.
    In unserem letzen Ferienhaus hatten wir einen Kaffeevollautomaten 🙂 ist aber eher die Ausnahme… heute schleppt man wohl auch noch einen Thermomix mit (wasimmerdasist).

    • Sandmann sagt:

      Ay Snoopy,

      im Sommer kosten die Häuser in Dänemark pro Woche ja leider mehr, als man für ein Jahr für seine Wohnung in Deutschland bezahlt 🙁 Teurer ist glaube ich nur noch Finnland. Aber das war schon immer so.
      Ich hätte den Schlüssel mit einem Code aus dem „Zu spät Kommer“ Raub holen können. Der Code war aber irgendwo in einer Mail, die war in meinem Laptop, das war in meinem Koffer, der lag in meinem Auto und das stand um die Ecke auf dem Parkplatz. So ging es doch einfacher 🙂

      Die „paar Kronen“ für Kaminholz sind relativ, ein Sack kostet 80 Kronen, also über 10 Euro. Und in Deutschland bekomme ich das Holz umsonst… Das Argument zieht natürlich nicht, wenn man als Familie unterwegs ist, aber ein Sandmann alleine hatte einen kompletten Kofferraum frei…
      Nutella mag ich auch gern, hier ergötze ich mich aber an Jagtwurst und Leberpastete. Nutella hab ich im Alltag ja jeden Morgen.
      Die Flüssigkeiten werden heute Abend alle gecheckt. Das mache ich inzwischen aber sowieso regelmäßig, der Dottore verbraucht zum Glück seit der Motorrevision so gut wie kein Öl mehr 🙂

      Einen Thermomix schleppe ich NICHT mit 😀 Meine großen Töchter sind begeistert von dem Ding und meine Exfrau handelt damit, aber ich bleibe bei Pfannen und Töpfen. Und Moltio nehme ich jetzt auch nicht in jeden Urlaub mit, der wollte aber mal raus und die Welt sehen. Mehr dazu heute Abend 😉

      Sandmann

      • Snoopy sagt:

        In Jütland kostet der Sack Feuerholz 20-30 Kronen… 🙂
        Ja in der Hauptsaison (wenn die Dänen auch Urlaub haben) sind kommt die Wochenmiete eines Häuschens schon an die Miete einer 2 Zimmerwohnung in Stuttgart. Aber geh mal in den Schulferien Skifahren 😮

  3. Daemonarch sagt:

    Eine sehr entspannte Geschichte, kann das „seele baumeln lassen“ schon fast körperlich nachvollziehen.

    Dennoch ist mir nicht entgangen, das du eine schon fast als beunruhigend intim zu bezeichnende Beziehung zu deiner Kaffeemaschine aufgebaut hast. Gibt es dafür eine wissenschaftliche Fachbezeichnung?

    • Sandmann sagt:

      Ay Daemonarch,

      das Fachwort für eine Freundschaft zwischen einem Menschen und einer Kaffeemaschine bezeichnet man in diesem Fall als „kubischen Koffeeinismus“. Aber sei unbesorgt, intim ist das nicht. Ich werde ihr nur das Land zeigen, sie hat das verdient. Abends schlafe ich in meinem eigenen Bett, er (Moltio ist ein Junge) in der Küche 🙂

      Sandmann

  4. opatios sagt:

    nu‘ gönn deiner treuen Lisa doch mal ne Nacht im Internet! 😉 Wenn’s nur daran liegt… tzzz. Sechs Gigabyte, das ist wohl viel, aber auch so einen Download kriegt man während eines vernünftigen Nachtschlafes rum… selbst wenn man nur 2MBit DSL kriegt.

    • Sandmann sagt:

      Ay opatios,

      das ist keine Frage des Gönnens….. Ich wollte das vor 6 Wochen entspannt im Büro nebenher klötern lassen und habe erst das Firmennetz lahmgelegt und dann das Navi zerschossen, weil ich den Download abgebrochen habe. Und leider war die alte Karte schon runter, die neue aber noch nicht drauf. Hurra.
      Zu Hause hab ich das dann (tatsächlich) über Nacht regeln können 🙂

      Die Karten sind demnach ziemlich aktuell, und da ich das Navi in drei Wochen in meinem Sommerurlaub brauche lasse ich mich da auf keine Experimente ein. Es genügt mir schon, dass mein Sony Laptop die Grätsche gemacht hat und ich gerade mit einem alternativen Zweitgerät herumexperimentiere……

      Sandmann

      • opatios sagt:

        Das Firmennetz zur besten Arbeitszeit mit einem großen ungebremsten Download dichtgemacht..? Oha, so was gibt Mecker. Von ner vergleichbaren Sache hat mir ein Freund schon mal berichtet, der hatte den Rechner auch noch unbeaufsichtigt gelassen und keiner konnte ihn stoppen. Seitdem reagier ich da sensibel und bewege solche Datenmengen nur, wenn ich mir halbwegs sicher sein kann, dass niemand da ist, den ich damit ausbremse.

        • Sandmann sagt:

          Och, unser Admin hätte das schon stoppen können 🙂
          Ich hätte uns eine größere Bandbreite zugetraut. Aber na ja, ich hab’s dann zu Hause nachgeholt, und jetzt plaudert Lisa wieder einigermaßen meine Sprache.

          🙂

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