Als Kayleigh 30 wurde

Großmutters fliegender Teppich

Großmutters fliegender Teppich

Dämmerig ist es. Und warm. Vor allem warm! Er ist bis hier hin einer der unspektakulärsten Montage meines Lebens gewesen, dieser Montag, aber er ist noch nicht ganz zu Ende. Hinter diesen Türen da sei eine Bühne, erzählen sie sich. Da stünden ein paar Stromgitarren und Trommeln, und so gegen acht singe dann auch jemand. Behaupten sie. Jetzt ist es kurz vor sieben, ich wollte vorher unbedingt noch einen ungesunden Burger auf der Reeperbahn futtern. Ich treff mich gleich mit Kayleigh zu ihrem 30. Geburtstag, nix Großes, nicht viele Gäste. Ein bisschen über damals quatschen, 1985, als die Welt noch übersichtlicher war. Damals, in Berlin. Der Gastgeber hat angedeutet, dass wir uns danach nie wieder sehen werden, Kayleigh und ich.
Dies ist eine Geschichte von singenden und weinenden Menschen in einem kleinen, warmen Raum. Und Tara.

Endlich mal hier.

Endlich mal hier.

Rock Café St Pauli. Nein, nicht HARDrock Café, einfach nur Rock Café. Wenn Sie auf den ersten Metern der Reeperbahn nicht direkt von ein paar nicht Magdalene heißenden Mädchen in deren kostenpflichtiges Appartement mitgeschnackt werden kommt gleich rechts eine kleine Straße, und da ist dieser Laden. Man erzählt sich, dass hier gute handgemachte Musik um die Ohren geblasen werde. Man erzählt sich sowieso so einiges, und als ich drin bin hole ich mir an der Bar erstmal ein großes Bier und suche den Ausgang des kleinen Raumes, um zur Halle und zur Bühne zu gelangen. Der Raum hat allerdings keinen Ausgang zur Halle. Der Raum ist die Halle. Neben mir liegt eine winzige, mit bunten Teppichen ausgelegte Bühne auf dem Boden. Gitarren, Bässe, Synthesizer und ein Schlagzeug stehen da drauf und sehen so aus, als ob gleich jemand darauf spielen will. Ach. Okay. Und während ich hier vor diesem Bühnchen noch so nachdenke, was ich eigentlich im Jahr 1985 gemacht habe ist der kleine Raum plötzlich randvoll mit Menschen, fast so wie damals auf der Loreley, es wird dunkel und ein Mann kommt auf die Bühne. Ein Schotte. Dann kann Kayleigh, mein Date, auch nicht mehr lange auf sich warten lassen.

It's fucking hot in here

It’s fucking hot in here

Der Schotte muss dem Wirt hier irgend einen Gefallen aus grauer Vorzeit schulden, vielleicht hat er hier damals bei einer dieser Stadiontouren mal gepennt? Er entschuldigt sich für seine unsexy kurzen Hosen, aber es sei einfach zu warm in diesem Raum. Er versucht es auf Deutsch, die Mutter seiner bezaubernden Tochter ist eine Deutsche. Die Leute in dem kleinen Raum hören ihm zu, sie lachen über seinen trockenen Wortwitz, sie schwitzen und sie holen sich kein Bier mehr, weil sie Angst haben, den Ausgangspunkt nie wieder zu erreichen. Der Schotte fragt uns deshalb, ob wir Wasser haben wollen. Ja, wollen wir. Er sucht alle kleinen Plastikflaschen auf der winzigen Bühne zusammen, nimmt sie von Verstärkern und Keyboards und reicht sie uns in die… nein, nicht in die Menge, sagen wir mal in den Raum 🙂 Ein ziemlich großer Kerl, wenn er so vor mir steht und Mineralwasser verteilt. Niemand grapscht nach ihm, niemand hält Schilder hoch, auf denen steht, dass man ein Kind von ihm möchte. Er hat ja auch schon eins. Als alle ihr Wasser haben plätten die Synthesizer einen weiteren Teppich in den Raum, einen aus Noten, aus Emotionen und aus Erinnerungen. Der Schotte beginnt zu singen und hüllt sich in einen Pseudo Silk Kimono aus Erinnerungen, die Jungs passen dabei auf, dass sie nicht über die Mikrofonständer oder ihre eigenen Füße stolpern. Safe…. in the sunshine. Safe….

Ja, sie spielen es wirklich

Ja, sie spielen es wirklich

Meine Dame betritt den Raum. Der Schotte hat mal gesagt, dass er sich heute gar nicht mehr so richtig erinnern kann, für wen er das Lied eigentlich mal geschrieben hatte, es sei nur eine Sammlung von Gefühlen über eine verlorene Liebe. Das betraf damals mehrere Frauen. Aber er ist ja auch schon Ende 50, ich bin noch ein paar Jahre jünger und kann mich ziemlich gut daran erinnern (… do you remember?), in wen ich beim ersten Hören dieser von Steve Rothery auf einer Fender Stratocaster gespielten Akkorde verliebt war. Wer mir das Herz brach, und wem ich es später selbst gebrochen habe. SO etwas vergisst man nie. Ist es zu spät, um jemanden um Vergebung zu bitten? Mein Date ist tatsächlich älter geworden, geboren in der kreativen Hochzeit des Progressive Rock guckt Kayleigh mich zwischen Radio-Remixes und heavy rotating Dance-Banalitäten im täglichen Radioprogramm ein bisschen verzweifelt an und hält mir einen brutalen Spiegel vor die Nase. I never meant to break your heart. But you broke mine. Verdammt, ich bin echt älter geworden. Warum hat mich nie jemand gewarnt?

Menschen, denen warm ist.

Menschen, denen warm ist.

Das gesamte spendierte Mineralwasser ist längst verdampft. Ich bin klitschnass. Neben mir stehen zwei Ladies, die sich an einen pyramidenähnlichen Mann mit kariertem Hemd und Oberlippenbart ranwanzen, der ihnen erzählt, dass er mit dem singenden Schotten da auf der Bühne privat gut befreundet sei. Er lebe in der Nähe von Durlach, und immer wenn der keinen Bock auf den Tourbus habe würde er mit ihm im Auto fahren. Ah. Die Ladies machen begeistert Selfies von sich und der schwitzenden Pyramide, die die komplette Setlist des Abends auswendig kennt. Ich kenne die auch, die liegt ja vor jedem der Musiker auf dem Boden rum, aber ich erzähle das niemandem, weil ich lieber zuhören möchte. Und ich läster mal nicht zu laut, der Typ hat irgend einen Pass um den Hals und sagt vermutlich sogar die Wahrheit 😉 Auf dem kleinen, mit Instrumenten vollgestellten Karree gibt derweil die Musikkapelle alles. Trommeln, Synthesizer, Gitarre, Bass und Gesang. Ich bin erstaunt, wie fett das klingen kann in einem Raum, der nicht größer als ein durchschnittlicher McDonald’s ist. Gedanklich zurück auf die Reeperbahn.
The sky was Bible black in Lyon, when I met the Magdalene.
She was paralyzed in a streetlight. She refused to give her name.
And a ring of violet bruises, they were pinned upon her arm.
Two hundred francs for sanctuary and she led me by the hand to a room of dancing shadows
where all the heartache disappears.
And from glowing tongues of candles I heard her whisper in my ear: ‚J’entend ton coeur‘

I can hear your heart

I can hear your heart

Der Schotte singt, als wäre er komplett von den Worten übermannt. Ich bin es ebenfalls, 30 Jahre nach dem ersten Date mit der Geschichte rund um eine verkackte Kindheit, unglückliche Liebe und Verlassenwerden verstehe ich erstmals einzelne Textpassagen. Vielleicht war ich damals für diese Themen einfach noch zu jung. Ich kann sein Herz hören. Er erzählt uns, die wir kein Wasser mehr haben, dass wir jetzt in den nächsten 50 Minuten alle wieder mehr Haare hätten, ein bisschen wachsen würden und ein bisschen besser aussähen 🙂 Hihi. Dass wir alle JÜNGER würden. Ja verdammt, hier bin ich alter Retro-Sack genau richtig. Die anderen gefühlt nicht mehr als 150 Leute um mich herum sehen das genau so, und inzwischen werden Sehnsuchtspunkte für die vergeben, die damals die gleichen Lieder auf dem Loreley Konzert hörten. Der fröhliche Mann mit dem grauen Bart schräg vor mir nicht, seine Frau auch nicht, das Mädel neben mir dürfte definitiv zu jung dafür sein (und war auch nicht da), aber sie sagt mir dass die Pyramide damals auf der Loreley war. Klar. Das stand bei Mr.-ich-kenne-sie-alle quasi auf dem Hemd geschrieben, es beeindruckt mich jetzt allerdings nicht, der schwitzt zu doll. Was sich allerdings aus Effektgeräten und einer Stratocaster rausholen lässt demonstriert der Gitarrist in einem zweistimmigen Solo, während ich erneut über die Bedeutung einiger Textzeilen in Heart of Lothian nachdenke und erneut erstmals eine Ahnung bekomme, was er meint.

Ich muss noch viel lernen

Ich muss noch viel lernen

Kayleigh ist wieder nach Hause gegangen und hat anderen Gedanken Platz gemacht, ich bleibe noch. Mein Bier ist längst alle, aber auch ich habe wie alle anderen Angst, hier wieder wegzugehen und mir ein neues zu holen. Das ist eigentlich ganz okay hier direkt vor dem Schotten, der Sound ist gut, es fliegt nur relativ wenig Fremdschweiß in meine Richtung und vielleicht lerne ich noch ein paar Akkorde von Robin, der seine Finger direkt vor mir und neben mir episch über das Griffbrett fliegen lässt. Ich bleib mal. Der Trommler Gavin hat gerade seinen großen Moment bei Waterhole (Expresso Bongo), die Jungs shuffeln über die Bühne und eine Frau mit neubaugebietskompatibler Kurzhaarfrisur rechts vor mir blättert hektisch in den umständlich vom Plattencover abfotografierten Texten auf ihrem Smartphone, vermutlich um mitzusingen. Sie guckt die ganze Zeit mitwippend auf ihr Display, statt sich der Musik hinzugeben und dem Schotten zuzuhören.
A lifestyle with no simplicities
But I’m not asking for your sympathy
Talk, we never could talk, distanced by all that was between us
A lord of the backstage, a creature of language
I’m so far out and I’m too far in
I just wanted you to be the first one
I just wanted you to be the first one

Ja, wir hören dem Mann zu

Ja, wir hören dem Mann zu

Ich stehe diesen fünf musizierenden Männern direkt gegenüber, bekomme fast die eine oder andere artikulierende Hand ins Gesicht geflatscht und erinnere mich, wie unmöglich es vor 30 Jahren gewesen wäre, ein Konzertticket mit dem Namen dieses Mannes drauf zu bezahlen oder auch nur eines zu bekommen. Der Schotte erzählt die gleiche Geschichte aus dem Blickwinkel der anderen Seite. Wie krass es ihm heute vorkommt, damals von der Bühne runter mit dem Finger nur auf ein paar Frauen zu zeigen und die dann einfach so mit hinter die Bühne zu nehmen. Lords of the Backstage. Das sei heute alles ein wenig reifer, entspannter. Stimmt. Er singt in einem Raum, der mit einer Handvoll Menschen gefüllt ist und in dem die Luft steht. Nicht, weil er muss. Die Loreley füllt er noch immer. Er macht das, weil er älter wird und den Trubel nicht mehr braucht. Da draußen verkaufe seine Tochter außerdem coole T-Shirts. AAAAAAAAAHHHH 🙄 Was?? Tara ist da draußen und vertickt Shirts? Geil. Nach einem Date mit Kayleigh plane ich ein Date mit Tara. Und sei es nur, um ihr ein Kleidungsstück abzukaufen.
Ihr Vater driftet derweil oktavgewaltig in die Blind Curve, und wie immer, WARUM auch immer, kommen mir eine Menge Tränen. Das ist dann wohl so. Vielleicht komme ich eines Tages mal dahinter.

Blind Curve

Blind Curve

Progressive Rock und Konzeptalben. Dinosaurier in einer Zeit, in der Musik kurzlebig und omnipräsent geworden ist. Ein ganzes Album, was man aufklappen kann und wo die epischen Texte nachzulesen sind. Umso erstaunlicher, dass mir einige Passagen vorkommen, als würde ich sie zum ersten mal hören. Keine Pause zwischen den Liedern, sie erzählen eine zusammenhängende Geschichte und nehmen die Melodien immer wieder auf. Kayleigh, mein 30 Jahre alt gewordenes Date, kennen sie alle. Aber da ist noch mehr. Stressige 5/4 Rhythmen werden durch zweistimmige, bittersüß weinende Gitarrensoli aufgelöst. Musik hören, so wie ein Buch lesen. Nur zum Platte umdrehen musste eine Pause eingelegt werden 🙂 Der Schotte breitet seine Arme aus, während mir noch immer die Tränen herunterlaufen, aber in diesem humiden Menschendschungel fällt das niemandem auf, nass sind wir sowieso alle. Die Leute sind alle total durch, aber sie sehen glücklich aus. Ich weiß nicht, ob das an alten Erinnerungen liegt, an der guten Performance in diesem kleinen Lokal oder daran, dass sie alle tatsächlich ein bisschen jünger geworden sind, wie der Schotte auf der Bühne behauptet hat?

Peter Gabriel bewegt sich wie Dave Gahan

Peter Gabriel bewegt sich wie Dave Gahan

Als die Frage nach Childhood’s End gestellt ist und die White Feather, ein wenig Optimismus verbreitend, durch den dampfenden Raum gleitet klatschen die Leute noch frenetisch, aber mehr als eine Zugabe bekommen sie nicht. Das hat die Pyramide natürlich auch schon gewusst, und begeistert machen noch ein paar weibliche Mitläufer Bilder von ihm. Der Raum leert sich. Ich stehe wieder fast allein vor der kleinen Bühne und muss ein bisschen sacken lassen, was ich gerade erlebt habe. Ich lasse die Augen wandern. Ich atme die verschwitzte Luft ein. Hören kann ich sowieso die nächsten zwei Tage nichts mehr.

Der Schotte auf der kleinen Bühne war Derek Dick, der Fish genannt wird, weil er in seiner ersten WG immer viel zu lange die gemeinsame Badewanne belegt hatte. Vor 30 Jahren war er der Frontmann von Marillion, die 1985 mit dem Konzeptalbum Misplaced Childhood einen Meilenstein der Musikgeschichte hingelegt hatten. Die Platte war der Soundtrack meiner Teenagerzeit, meiner ersten Liebe und meines ersten Kummers. Ich konnte die Platte gar nicht laut genug hören. Und heute habe ich sie zum zweiten, aber zum allerletzten Mal komplett live gehört. Fish verlässt die Bühne. Er möchte nach Deutschland kommen und Bücher schreiben. Der Schotte spielt diese letzte Misplaced Childhood Tour komplett vor ausverkauften Hallen, Säälen, Open Airs und eben auch in solchen kleinen Läden wie dem Rock Café auf Sankt Pauli. Er ist beiweitem kein gealterter One-Hit-Wonder Star, der heute auf Kinderfesten oder Baumarkteröffnungen spielt. Er ist ein älter gewordener Musiker, der das macht, was er am besten kann. Texten und singen. Mir kullern noch immer Tränen über die Wangen, ich weiß nicht was das eben mit mir gemacht hat, meinem Poeten der 80er in diesem winzigen Raum gegenüber zu stehen und ihm zuzuhören.

Misplaced Childhood. Nur eine Zeile.

Misplaced Childhood. Nur eine Zeile.

Draußen steht Tara und hat hinter sich ein paar Shirts hängen, auf denen ihr Papa oder das Motiv seiner aktuellen Solo CD zu sehen ist. Die „Farewell to Childhood“ Shirts gibt es online. Mit dröhnenden Ohren strahle ich das schöne junge Model ein bisschen albern an, freue mich irgendwie, sie mal live zu sehen und möchte glaube ich das olive Shirt mit Konterfei ihres Papas drauf haben. „Das gibt es leider nur noch in S und in XL, die fallen aber groß aus…“ sagt sie. „Ich nehm dann eins in L“ antworte ich und versuche, zu rekonstruieren, was sie gerade in meine dröhnenden Ohren gesagt hat. Sie lacht und erklärt es mir nochmal. Ah. Sorry, der Mann da drin hat eine Menge Krach gemacht. Also XL. Und als sie es hochhält freue ich mich, ein neues Viermann-Zeit zu besitzen. Tara. Eine wahrhaft kreative Frau, ein wirklich textgewaltiger Vater. Family Business. Auf ihre Frage, ob ich eine Tüte will antworte ich bejahend und lasse sie dann mit den anderen um sie rum und den vorhersehbaren Kalauern alleine.

Tara und mein viel zu großes T-Shirt

Tara und mein viel zu großes T-Shirt

Dunkel ist es. Und warm. Vor allem warm! Ich rauche ja eigentlich nicht, aber nach so einem Abend stecke ich mir doch mal einen Zigarillo an, setze mich auf den Kantstein vor den Club und bin ziemlich vielen Autos auf der Kopfsteinpflasterstraße im Weg. Hinter mir steht die Pyramide, umringt und laut gefeiert von diversen Damen. Wie kann man nur jemanden so abfeiern, nur weil der wiederum jemanden zu kennen scheint? Na ja, jeder wie er mag. Ich habe Melodien im Kopf, Textzeilen, Drumpassagen. Ich werde die noch tagelang mit mir herumtragen. Fish hat etwas in mir aufgebrochen und gleichzeitig in mir begraben. Beides war gut. Mit dem Wissen um alles, was ich in den letzten 30 Jahren erlebt habe hätte mich das Album 1985 vermutlich um den Verstand gebracht. Während dieses intimen Konzertes voller Gegensätze aus ikonischer Vergangenheit und einer Band mitten zwischen den tanzenden Leuten habe ich Frieden mit den Themen geschlossen. Verstehen Sie, was ich meine? Und jetzt geht es weiter in die Zukunft, denn da kommt bestimmt noch ne Menge.

Sandmann

 


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Über Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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23 Responses to Als Kayleigh 30 wurde

  1. Sandmann sagt:

    Und tatsächlich gibt es ein Videodokument 🙂
    Und tatsächlich bin ich auf dem sogar zu sehen:
    https://youtu.be/OlAYByfn67Q
    Los, sucht mich. Ab welcher Sekunde hebe ich die Hände? Und kommt mal hinter dem Ofen vor, ist grad Sommerloch oder was?

    Sandmann

    • twixxi72 sagt:

      Danke Sandmann für deinen Beitrag zu Kayleigh und Fish:-)…es war wirklich sehr sehr warm im Rock Cafe, aber ich schwebe immer noch im Glück dieses perfekten musikalischen Abends. Ich stand in der ersten Reihe direkt vor dem Schotten, also schräg vor dir und neben der Frau mit dem Kurzhaarschnitt, die wirklich nur in ihrem Handy nach den Songtexten gesucht hat….unfassbar….sie hat alles verpasst. Aber ich war voll dabei und werde diesen Abend nie nie vergessen. Er bleibt in meinem Herzen: dieser Abend und dieser Schotte:-). PS: auch ich bin natürlich in dem Youtube Video zu sehen, hihi. Liebe Grüße

      • Sandmann sagt:

        Ay twixxi72,

        🙂 mein Shirt hängt noch immer auf dem Balkon und tropft…
        Lustig, gefühlt standen ja ALLE anwesenden in der ersten Reihe. Du warst rechts vom Kurzhaarschnitt? Dann muss ich mir nochmal das Video angucken 😉
        Inzwischen konnte mit der Kollege, von dem das Video ist bestätigen dass die „Pyramide“ tatsächlich ab und an mit Fish unterwegs ist. Gut, dass ich nicht gelästert habe 😀

        Sandmann

        • twixxi72 sagt:

          Hey Sandmann,
          stimmt, wir waren ALLE in der ersten Reihe in diesem Wohnzimmer-Konzert:-) Ich stand links vom Kurzhaarschnitt. Habe lange Haare und ne Brille. Der Mikroständer war direkt vor mir, meine Füße standen praktisch unter den Boxen…WAHNSINN.. ich habe immer noch täglich alle Songs im Ohr. Aber das war auch schon vor dem Konzert so. Echte Ohrwürmer eben, Gottseidank. Das es so schöne Lieder gibt, die man immer mit sich rumträgt.
          Mir kam es auch so vor, als ob da ein paar Leute waren, die Fish persönlich kannten. Aber ich komme mir ja selber schon so vor, als ob ich ihn gut kenne:-)))….Fish ist eben so nahbar, oder wie kann man das sagen? In diesem Sinne….liebe Grüße aus dem nebligen Hamburg.
          Twixxi72

          • Sandmann sagt:

            Ay Twixxi72,

            die „Pyramide“ scheint ihn zu kennen, sagt der Autor des Videos 🙂 Ich selbst bin nicht so promi-hörig, wenn man mit jemandem befreundet ist und der dann berühmt wird ist das eins. Aber viele Leute wanzen sich an nahbare Menschen des öffentlichen Lebens ran, WEIL sie berühmt sind. Und schmücken sich dann mit denen. Und das finde ich irgendwie unsexy, aber es kann ja jeder machen was er oder sie will 🙂

            Und ja krass…. ich träller immer noch die „Blind Curve“ und diese Textzeile mit der Magdalene, die ich neu für mich entdeckt habe. Mein viertelfinnisches Sandmädchen, 2,5 Jahre alt, kann jetzt auch schon „schonton ton kör“ singen 😀

            Grüße zurück, auch aus Hamburg, jetzt allerdings nicht mehr so nebelig wie heute Morgen!

            Sandmann

      • Sandmann sagt:

        Hm. Du bist aber schwer zu finden oder? 😉
        Sag mal ne Sekundenzahl…

        • twixxi72 sagt:

          ich bin ab Minute 3:30 zu sehen und danach noch paarmal

          • Sandmann sagt:

            Ich sehe da nur einen Mann mit Brille 🙂

            • twixxi72 sagt:

              Hey Sandmann,
              sorry, war lange nicht mehr am PC….immer wat zu tun, ne:-)
              Hast du mich inzwischen entdecken können in dem Video: langer blonder Zopf, Brille, erste Reihe direkt vorm Mikroständer…Ich glaube, dich habe ich im Video entdeckt.
              Niedlich, wenn deine Tochter schon ordentlich mitsingen kann…ich hab damals immer „Santa Maria“ von Roland Kaiser gesungen und „Theo wir fahren noch Lodz“ usw…da ist FISH eine echte Verbesserung:-)))) In diesem Sinne….schönes Wochenende. LG aus Henstedt-Ulzburg (in HH arbeite ich bloss)…hihi…Twixxi72

              • Sandmann sagt:

                Ay Twixxi72,

                ich bin zwar jeden Tag am PC, aber dein Kommentar ist mir irgendwie durchgerutscht 🙁 Sorry.
                Ich hab dich noch immer nicht so richtig einordnen können. Ich trink mal reichlich Wein und guck das heute Abend noch mal………….. 🙂

                Sandmann

  2. Daemonarch sagt:

    Ich hab als Kind/Jugendlicher immer gedacht, es heißt „Candy“… 😀

    • Jule sagt:

      Da bist Du nicht allein!

    • Sandmann sagt:

      Ay ihr zwei,

      in diesem Fall hab ich’s richtig verstanden, weil ich wusste, dass es ein Name ist und ich unbedingt mal sehen wollte wie der geschrieben wird.
      Allerdings, das deutete ich ja im Text an, bin ich an anderen Textklippen gescheitert. Das ist im Fall dieses Albums besonders verwerflich, weil die Texte alle auf der Innenseite abgedruckt sind, und die lesen sich ja wirklich wie ein episches Buch. Das Beispiel was mir noch immer nachhängt sind zwei Teile der zitierten Passage von der Prostituierten in Lyon…. „When I met the Magdalene“ klang für mich immer wie „when I met her mentally“ und nein, ich habe es aus irgend einem Grund nie im Album nachgelesen. Und das geflüsterte „J’entend ton coer“ war für den kleinen Jensi irgend sowas wie „Young tons don’t care“. Was auch immer tons waren, völlig sinnbefreit, und dann singt der Kerl eine Zeile später auch noch „I can hear your heart“!!! Ich war wohl ein bisschen geblitzdingst 🙂

      Sandmann

  3. Bastian sagt:

    Also Marillion war eine dieser Bands, die ich erst mal nur aufgrund der Single „Kayleigh“ wahrgenommen habe. Mit Boston und „More than a feeling“ war es dasselbe. Für mich ging es damals eher mit Joan Jett, Kiss, etc… los und entwickelte sich ganz zügig in Richtung Metal. Wenn meine Frau nicht zuhause ist, findet sogar heute noch manchmal das eine oder andere Scheibchen Bay Area Thrash den Weg auf meinen Plattenteller…

    Kurz, mir war das, was Marillion, ELO, Boston und Konsorten so dargeboten haben, damals schlicht zu cheesy (sorry) oder zu pompös. Aber irgendwann entwickelt man seine Hörgewohnheiten (hoffentlich) weiter. Die ersten vorsichtigen Schritte, noch nicht ganz so weit weg von gewohntem Terrain, waren Garage Rock und Punk (Gun Club, Wipers, Radio Birdman), später Grunge (seltsamerweise begann ab hier auch die Damenwelt einen wahrzunehmen, als reiner Metalhead hatte man vieeeel Zeit für sich, männliche Freunde und Modellbau). Und auch wenn das Genre „Crossover“ für meine Ohren heute eher fragwürdig erscheint, es hat zumindest meine Neugierde auf andere Genres geweckt. So kamen dann peu a peu Hip Hop, Funk, Southern Soul, später beruflich bedingt sogar Country, Rhythm and Blues dazu. Mittlerweile habe ich eine große Vorliebe für Country Rock, West Coast, Singer/Songwriter und habe vor circa 1 1/2 Jahren angefangen, mich für Psychedelic und Prog zu interessieren.

    Vor kurzem erst habe ich mir eine schöne YES Box und die früheren Alben von Chicago (Transit Authority) gekauft. Und hier schließt sich der Kreis zu Deinem Post: Die letzte Marillion „Sounds that can’t be made“ ist tatsächlich die erste Marillion, die ich komplett durchgehört und für gut befunden habe. Auch wenn man das nicht mehr für dieselbe Band hält, die damals im W123 meiner Eltern auf dem Weg nach Jugoslawien aus den Blaupunkt-Lautsprechern kam. Vielleicht traue ich mich ja irgendwann noch an Boston….

    Schönen Gruß und ja… s’iss Sommerloch.

    Bastian

    • Sandmann sagt:

      Ay Bastian,

      ich glaube auch, dass die Lieder, die uns im Radio um die Ohren geblasen werden hier und da ganz okay sind – die eigentlichen Perlen sind aber meistens die ungespielten. Ich habe irgendwann mal entdeckt, dass ich sehr oft Track 5 eines Albums sehr gern mag 🙂

      Kayleigh mochte ich gern, aber ich fand es erst richtig GUT als ich es das erste Mal in Verbindung mit dem wuchtigen Intro davor (Pseudo Silk Kimono) gehört habe. Das war im Auto eines Kumpels. Ich weiß noch, wie ich „wie geil ist das denn?“ sagte, als aus dem Teppich der Synthesizer dann die Akkorde kamen. Dann stiefelte ich los und kaufte das Album. Es sind bei den alten Marillion vor allem die kantigen Stücke, die ich erst nach ein paar Mal hören für mich entdeckt habe – die ich aber noch immer episch toll finde. Asynchrone Takte, wahnsinnig stressige, fast geschrieene Passagen und dann wieder kraftvolle Melodien. Wahnsinn. Die Marillion ohne Fish (nach dem Album „Clutching an Straws“) sind immer noch gut, aber es ist eine andere Musik. Kein Progressive Rock mehr, irgendwie steckt da nicht mehr so viel Geschichte drin. Dann höre ich lieber Fish solo ohne Marillion 😉

      Die Sounds that can’t be made habe ich auf dem iPhone rumliegen. Hm. Soll ich mich nochmal drauf einlassen…? Ja warum eigentlich nicht.

      Ansonsten finde ich es gut und begrüßenswert, wenn sich Musikgeschmäcker wandeln, wie du beschreibst. Wenn man immer nur den abgekifften Kram aus den 60ern hört, der mir schon in den 80ern auf den Sack gegangen ist, dann verpasst man einen Haufen gute Musik! Ich habe eben gerade von Flensburg nach Kiel wieder mal die „Get Hurt“ von Gaslight Anthem gehört, kennt fast niemand, ist ein super kraftvolles Rockalbum!
      Und meine Töchter sorgen auch dafür, dass ich musikalisch nicht komplett stehenbleibe 😀

      Ich spiel ja Gitarre und Klavier, da hört man Musik sowieso ein wenig anders. Und mit zunehmendem Alter werde ich noch ruhiger, als ich es eh schon war. Das halbfinnische Fräulein Altona bekommt bei Heather Nova oder Sarah McLachlan nach drei Akkorden Kotzkrämpfe, ich fang an zu weinen 😉

      Weiterhören! Immer weiter.

      Sandmann

  4. Jule sagt:

    Ab min.3.35 und 5.43(Tränchen wegwisch) goil!

  5. Thorsten sagt:

    Nach dem Lesen musste ich erstmal kurz das kurze Lavender bei Youtube hören…..

    War eine episches Album damals…..

    Steht bei mir in der Nähe von Genesis, an „Carpet Crawl“ kann ich mich noch genauso tothören wie an Peter Gabriels „Here comes the Flood“….
    Danke für die Reise dahin, selbst bei der Pyramide kamen Erinnerungen auf, da kenne ich wen, den ich schon vor dreissig Jahren nicht ernstnehmen konnte. Und er sieht auch so aus….

    • Sandmann sagt:

      Ay Thorsten,

      🙂 ich bin immer gern behilflich beim Eintauchen in die Vergangenheit. Ab und an braucht man das wohl, und sei es nur, um den Akku aufzuladen und danach wieder mit neuer Energie im Hier und Jetzt weiterzumachen.

      Marillion und Fish stehen offiziell nicht in der Nähe von Genesis oder anderen zeitgenössischen großen Bands, aber auch für mich sind sie mindestens genau so wichtig. Hoffentlich gibt es auch 2015 noch Konzerte mit neueren Protagonisten, welche die Menschen genau so beschäftigen wie uns damals und heute. Wäre schön. Musik ist es einfach wert, nicht ausschließlich als Hintergrundrauschen wahrgenommen zu werden….

      Sandmann

  6. froupe sagt:

    Moin Sandmann,
    ja die psychedelische Musik von Marillion und die irren Texte von fish. Eine geile Zeit war es, ich hatte / habe alle Alben, erst auf Platte und fürs Auto auf Cassette, später dann auch auf CD. Die Texte zu übersetzen und zu interpretieren hat damals meinen gesamten Freundeskreis überfordert. Mag an der mangelnden Lebenserfahrung gelegen haben.
    Als ich von der Fish Tour gelesen habe, habe ich erst mal die CDs rausgekramt und nach und nach im Altauto gehört. Da kamen ganz alte Erinnerungen hoch. Aber ich kann immer noch fast alles auswendig.
    Ich beneide diejenigen die anwesend waren.
    Gruss froupe
    P.S. wer kennt das „Real to Real“ Livealbum?

    • Sandmann sagt:

      Ay froupe,

      ja selbstverständlich kenne und habe ich das Album Real to Reel (mit doppeltem E übrigens 😉 ). Assassing, Incubus und Cinderella Search sind sooooooo gut……

      Übrigens kriegen nicht mal die Musikhistoriker bei jedem Lied eine Interpretation der Texte hin. Und Fish selbst sagt auch in einigen Interviews, dass er sich nicht bei jedem Lied wirklich was gedacht hat, einige sind nur gesungene Bilder von Stimmungen, die er damals hatte.

      Die Tour läuft noch. Du kannst noch ne Karte kaufen 🙂

      Sandmann

  7. Frank sagt:

    Hi,

    leider Deinen Bericht eben erst entdeckt – schade!!

    Habe gar nicht mitbekommen, dass Marillion getourt hat 🙁 … denn das folgende kann ich auch komplett unterschreiben: „Die Platte war der Soundtrack meiner Teenagerzeit, meiner ersten Liebe und meines ersten Kummers. Ich konnte die Platte gar nicht laut genug hören.“

    … auch heute lege ich die Scheibe immer wieder auf und bekomme feuchte Augen und ein kompletter Film dieser Zeit läuft vor meinem inneren Auge ab … der erste Kuss auf der Klassenfahrt in Florenz, die bis zu dem Punkt folgenden glücklichsten 14 Tage meines Lebens, bis sie mir sagte, wir können nicht zusammen sein. Ihr aktueller designierter (Noch-)Freund sei Dachdecker und hätte den Eltern versprochen, das Dach zu machen und daher hat die Mutter verboten, mit mir zusammen zu sein .. but I know, she never meant to broke my heart …

    Zum Glück gab es vor paar Jahren ein Klassentreffen, wo die „Schuldige“ auch anwesend war und ihr ganzes Wesen und ihre ganze Art „heilten“ mich dann. So, als wenn der liebe Gott mir sagen wollte: siehst Du Kleiner, warum ich Dir das damals schon ersparen wollte? 😉 … ich habe ihr dann vergeben!

    Danke für diesen tollen Bericht von Dir, ich gehe jetzt die Scheibe auflegen … (ja, ich habe sie noch, die Schallplatte von damals und auch den Dreher von damals, der in Endlosschleife lief mit Kayleigh ..)

    Frank

    • Sandmann sagt:

      Ay Frank,

      schöne Worte 🙂 Freut mich, dass ich dich ein bisschen in alte Zeiten zurückholen konnte.
      Und ich finde es ein bisschen schade, dass nach dem Klassentreffen der Zauber von Damals in ein „uff, Gottseidank“ umgeschwenkt ist. Wäre es nicht viel romantischer, wenn man nach all den Jahren festgestellt hätte, dass es noch immer knistert? Und dass heute endlich kein Dachdecker mehr im Weg steht? 🙂 Na ja, es ist wie es ist. Zu diesem Thema empfehle ich „3110 Bäume“ Teil 1 und 2, auch auf dieser Seite, noch gar nicht lange her….

      Das war übrigens nicht Marillion, das war Fish alleine. Und wenn ich nicht irre gibt es noch immer Konzerte. Neulich haben die gerade erst Rendsburg abgesagt, weil alle krank waren. Schau doch mal auf seiner Seite, vielleicht geht da noch was…

      Sandmann

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