Fernbeziehung und Herzensnähe

Kiel-Flensburg-Hamburg-Berlin-Hamburg-Kiel-Flensburg-Kiel

Unterwegs im flachen Land

Unterwegs im flachen Land

Ich hause in Kiel und habe noch ihr Auto vor der Tür stehen. Sie wohnt in Hamburg, arbeitet aber unter der Woche in Berlin und hat ihr Auto in Kiel reparieren lassen, weshalb es auch bei mir steht. Ich muss heute und morgen den ganzen Tag bis 16.00 Uhr in Flensburg arbeiten, möchte aber heute Abend gern in Berlin sein. Ihre Freundin in Hamburg wiederum hätte heute Abend gern ihr Auto, weil sie es für einen Umzug braucht. Mein eigenes Auto steht in Kiel bei meinem Büro, mal so am Rande. Wie bringe ich das alles denn nun unter einen Hut, wenn ich heute noch gar nicht in Flensburg bin und morgen früh schon wieder in Flensburg sein muss? Und die Sonne ist noch nicht einmal aufgegangen. ARGH. Geht das denn?

Ich versuch’s mal.

Es ist noch so heftig früh am Morgen, dass ich nicht mal scharfe Fotos hinbekomme. Nicht mal mit dem Selbstauslöser. Mein Plan: Heute mit ihrem Auto erst einmal von Kiel nach Flensburg zur Arbeit, danach die A7 zurück nach Hamburg, dort das Auto bei der Freundin abgeben, in den ICE steigen und am späteren Abend dann in Berlin ankommen. Und vor Ort erst über den kommenden Tag nachdenken, an dem ich ja in aller Frühe schon wieder nach Flensburg muss. Aber egal. Jetzt geht es zunächst schnurgeradeaus in Richtung Norden, ich bin schon jetzt unfassbar unausgeschlafen und versuche mich mit einem großen Kaffee über Wasser zu halten. Lediglich eine kleine Spinne stört meine Melancholie und krabbelt über meinen linken Arm. Ich schüttel sie weg.

In unerwartet seligen Momenten bin ich meiner kleinen Tochter dankbar, dass sie gerne einmal etwas hier und da liegen lässt. In diesem unspektakulären Fall sind es vier selbstgebackene Schokomuffins auf dem Rücksitz, die ich zufällig entdecke, als ich das erneut aufdringliche Spinnchen mit einer hektischen Armbewegung von meiner rechten Hand fege. Wie ist die da hin gekommen? Egal. Diese Muffins retten mir den langweiligen Weg über die nördliche A7, wo es nichts, aber auch wirklich GAR nichts zu sehen gibt. Nicht einmal Bäume. Und je weiter ich mich Nordhackstedt, meinem Einsatzort, nähere, desto einsamer wird die Umgebung. Aber diese Muffins… wie alt mögen die denn schon sein? Hm, mal nachdenken, wann war denn mein Töchterchen zuletzt… ach egal. Schokolade macht glücklich, also rein damit. Knurps.

Es folgt ein unterhaltsamer EDV-Schulungstag im Niemannsland von Norddeutschland, aber das ist eine andere Geschichte 🙂 Ich mag meinen Job, aber jetzt geht’s nach Berlin, Berlin!

Falsch. Erst einmal geht’s wieder zurück über die Autobahn, an Kiel vorbei, in Richtung Hamburg. Wenn hier doch wenigstens irgendwelche spannenden Berge wären. Der treue Golf III schnurrt mit seinen 90PS sonor in Richtung Süden, die deftigen Frikadellenbrötchen vom Mittagessen schwappen in meinem Magen und ziehen die gesamte Aufmerksamkeit meines Körpers auf sich. Wenn ich das Radio nicht hätte, würde ich wohl stumpf einschlafen. Jenseits der Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal tanke ich das Sondermodell „Bon Jovi“ voll und lasse mich diesbezüglich in der Senderwahl inspirieren. Delta Radio sollte mich wohl bis Hamburg wach halten 🙂 Habe ich eigentlich alles dabei? Was braucht man denn so für eine Nacht in Berlin? Laptop, Zahnbürste, Hemd und Höschen, Deo… Außerdem eine Kuscheldecke, denn sie wohnt da noch nicht so lange und ist noch nicht komplett eingerichtet. Alles dabei.

Flugzeuge, ein bisschen in meinem Bauch, aber auch im Landeanflug – dann kann Hamburg ja nicht mehr weit sein. Auch wenn ich heute mal nicht in einen Flieger steige, denn die ICE Verbindung Hamburg – Berlin ist herrlich schnell und komfortabel, und dank der Sonderaktionen der Bahn zum Tag der Deutschen Einheit gibt’s das Ticket pauschal für 20 Euro. Das nehme ich gern mit. Mitgenommen habe ich anscheinend auch die kleine Spinne, die mich wieder frech vom Armaturenbrett anlächelt und zu winken scheint. Ich mag sie ja irgendwie, aber ich hatte gehofft, dass sie in Nordhackstedt vielleicht mit einem feschen dänischen Weberknecht durchgebrannt sei. Nun ja. Der Golf ist schnell bei der Freundin abgegeben, und voller Dankbarkeit fährt diese mich sogar noch zum Bahnhof Altona, von wo aus es weitergehen soll. In den Osten.

Bepackt mit (nachdenken) Laptop, Deo, Zahnbürste, Hemd und Höschen und der Kuscheldecke trotte ich über den abendlichen Bahnsteig zu meinem reservierten Platz. Seit 12 Stunden bin ich auf den Beinen, und der Tag ist noch nicht zu Ende. Ich nehme mir vor, über das W-LAN im Zug eine gute Verbindung nach Flensburg morgen nicht allzu früh herauszusuchen, damit ich das aus dem Kopf habe. Ein bisschen klopft schon in freudiger Erwartung mein Herz. Endlich mal die neue Wohnung meines halbfinnischen Fräulein Altonas in Berlin begutachten. Ich mag Berlin. Auch wenn ich heute nicht sehr viel davon sehen werde. Ah, da ist ja mein Waggon. Wo bekomme ich denn jetzt noch einen weiteren Kaffee her?

Das muss man der Bahn ja lassen, die Sitze sind recht kommod. Schön. Eine Stunde und vierzig Minuten habe ich nun Zeit, in ein paar mitgebrachten Autozeitschriften zu blättern und mir eine gute Verbindung für morgen früh herauszusuchen. Was primär daran scheitert, dass das gratis W-LAN, in diesem Waggon überall bunt angepriesen, nicht verfügbar ist. Also den Klapprechner wieder geschlossen und einen Versuch mit dem Handy unternommen, der mich allerdings ein wenig erblassen lässt… Es fahren keine Züge früh Morgens von Berlin nach Flensburg. Und wenn doch, dann brauchen sie 8 Stunden mit vier mal umsteigen. Ach du Schreck. Also buche ich ein Ticket von Berlin über Hamburg nur bis nach Kiel und beschließe, dort morgen früh dann in mein Auto umzusteigen und damit nach Flensburg weiter zu fahren. Bloß keine Ruhe einkehren lassen. Und nicht die kleine Spinne beachten, die gerade an meinem Hosenbein hochkrabbelt. Das gibt’s nicht! Mittwoch Abend, ich laufe in der Bundeshauptstadt ein. Alles für die Liebe 🙂

Von Berlin muss ich Ihnen wohl nichts erzählen, das haben Sie alle schon einmal gesehen. Irgendwo habe ich hoffentlich den kleinen Achtbeiner abschütteln können, der hier nun ein neues Leben beginnen kann. Erwähnenswert wäre vielleicht das eben angerissene Rückreiseproblem, das mich dazu veranlasst hat, ein Taxi um 4.40 Uhr vorzubestellen, damit ich den Zug um 5.10 Uhr bekomme!

Aaaah. Wann haben Sie das letzte mal Ihren Wecker ignoriert? Um 4.35 Uhr fragt sie mich schlaftrunken, ob ich denn nicht langsam los muss……….. *andächtige Pause* ……………

Doch, ein Mann KANN in nur 7 Minuten aufstehen, duschen, Zähne putzen, Deo auftragen, Hemd und Höschen anziehen und unten beim Taxi sein. Das geht. Ehrlich.

Bahnhof Berlin Südkreuz am Donnerstag Morgen. Morgen? Nein, Nacht! Ich scheine der einzige Mensch zu sein, der so früh aufgestanden ist, und ich bin noch lange nicht dort, wo ich hin will. Kein Bäcker hat geöffnet, niemand kocht mir einen Kaffee und gar nicht so weit von hier liegt eine schöne Frau noch immer in einem warmen Bettchen und schläft, während ich meinen Weg mit dem finalen Ziel Nordhackstedt bei Flensburg antrete. Bin ich eigentlich bescheuert? Ja, auf jeden Fall, sonst würde ich im Alltag keinen Audi V8 bewegen. Aber kennen Sie das nicht auch, dass Ihre Sehnsucht einfach so groß ist, dass Sie um dessen Willen auch bescheuerte Aktionen machen und diese noch nicht einmal in Frage stellen?

Über das nicht in Frage stellen denke ich an dieser Stelle noch einmal nach, während ich ein wenig eindöse. Nur nicht Hamburg verschlafen, da muss ich in den Regionalexpress nach Kiel umsteigen! Ich hätte auch insgesamt schön schlummern können, wäre da nicht dieses leichte Kribbeln und Krabbeln unter meinem rechten Hemdsärmel gewesen… Ja ist das denn zu fassen? Ist dieses Tier denn Sandmann-magnetisch? Irgendwie ist mir die Aufdringlichkeit dieser Spinne sympathisch, und ich schnippe sie diesmal nur halbherzig von meiner Hand auf die Lehne des Sitzes vor mir. Gute Nacht. Ich träume von warmen Betten, EDV-Schulungen und einem riesengroßen heißen Becher Kaffee mit einem Schubs Milch…

Hamburg Hauptbahnhof. Immer noch dunkel. War ich nicht gerade noch hier? Stimmt, vor rund 12 Stunden, mit einer rosa Kuscheldecke unter dem Arm. Ach nein, das war Altona. Egal, ich schlurfe müde und träge wie ein Waran zur nächsten Kaffeebude und hole mir einen extragroßen Cappuccino. Mit halboffenen Augen gleite ich weiter zum Regionalexpress, der mit Berufspendlern von Hamburg nach Kiel hoffnungslos überfüllt ist. Neben einem dicken Mann Anfang 20 quetsche ich mich in einen Sitz und lächel. Klappt doch alles ganz gut. Keine Katastrophen. Das kleine Spinnchen ist irgendwo in meiner Laptoptasche und genießt den ständigen Klimawechsel. Und ich? Ich bin noch lange nicht in Nordhackstedt.

Aber fast. Vom Bahnhof in Kiel ist es zu Fuß nicht sehr weit zu meinem Büro, hinter dem der Audi parkt und mich überrascht anguckt. Er hat heute Morgen nicht mit mir gerechnet. Ich auch nicht mit ihm. Aber was soll ich machen, wenn es keine vernünftigen Zugverbindungen von der Hauptstadt ins Niemandsland gibt? Ob man mir ansieht, dass ich nur 4 Stunden geschlafen habe? Oder dass meine Haare heute Nacht noch ein kleines bisschen grauer geworden sind? Macht sich George Clooney auch solche Gedanken? Wer weiß, und es ist mir auch egal, denn ich habe noch ein knappes Stündchen Zeit, bis meine EDV Schulung beginnt, also wieder einmal Radio an und ab auf die Autobahn in Richtung Norden!

Gestern um diese Zeit saß ich an gleicher Stelle, nur in einem Golf. Ist das erst 24 Stunden her? Es kommt mir viel länger vor. Ist das der Schlafmangel? Heute finde ich keine Muffins auf dem Rücksitz, beobachte aber mit Interesse, wie die kleine Spinne sich hinter die linke Lautsprecherabdeckung zurückzieht. Sie scheint hier ein neues Zuhause gefunden zu haben. Auch gut. Wer so lange an meiner Seite aushält, der darf auch länger bleiben. Egal, ob er nun acht Beine hat oder nur zwei. Mit diffusen Gedanken blubbere ich in meinem herrlich unvernünftigen Auto in Richtung Norden und lasse die vergangenen Stunden noch einmal vor meinem geistigen Auge Revue passieren. Allein schon, um mich wach zu halten…

Zwischen dem Ort, an dem ich vor vielen Stunden aufgebrochen bin und dem, an dem ich jetzt ankomme liegen Welten, wenn nicht gar Universen. Was für eine skurrile Reise. Wenn ich heute Abend wieder zu Hause in Kiel bin, habe ich insgesamt 1200 Kilometer zurück gelegt. In rund 36 Stunden. In zwei Autos, einem Taxi und drei Zügen. So sieht ein Tag im Leben eines Fernbeziehers aus, und wissen Sie was? Ich bereue nicht einen einzigen Kilometer, jede Minute dieser Zeit hat sich gelohnt, denn ich habe diese schöne Frau an meiner Seite. Auch, wenn sie nicht immer in der Nähe ist, so ist sie doch da. Mehr als je zuvor. Das muss wohl Liebe sein.

Sind Sie auch schon einmal so verrückt gewesen? Was hat die Liebe mit Ihnen schon alles angestellt?

Die Spinne ist als Vanitassymbol übrigens ein Zeichen für Kurzlebigkeit. Na dann 🙂

Sandmann

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Über Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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49 Responses to Fernbeziehung und Herzensnähe

  1. Markus1975 sagt:

    Hey Jens

    Was für eine herrliche kleine gute Nacht Geschichte.
    Ich muß mich immer wieder wundern wie Du so einen Marathon heile und einigermaßen fit überstehst. Ich wäre zwischendurch wahrscheinlich eingeknickt.

    Die Spinne hat sich hinter Deine Lautsprecherabteilung verkrochen? Oha! Sei Dir gewiss…sie HATTE Kontakt zu einem Weberknecht und hat Dich und Deinen V8 zur Kinderstube umfunktioniert. Hehe
    Viele kleine Spinnchen die dem Sandmann nebst Familie herzlich während der Fahrt willkommen heißen.
    Wenn dem dann so wäre. 😉 Die kleine Spinne gibt es doch bestimmt nicht mehr. Jedenfalls nicht in Deiner Umgebung mein lieber. Hehe
    Du weißt ja während wir schlafen…ääh!
    Für die Liebe bin ich nie soweit gefahren, was nicht heißen soll das ich nicht weit gefahren bin, um zu einer gerade kennengelernten Maus zu kommen. Dies hatte allerdings nicht´s mit Liebe als mit vorhandenen Trieben zu tun. Öhm nun ja. 🙂
    DIESE Zeiten sind ja nun einmal vorbei. Ich bin sesshaft geworden. Ein anderes Wort dafür das man(n) älter wird. Die Hüpfer werden mir nämlich einfach zu schnell. 🙂

    V8 mäßige Grüße

    Markus der JETZT die Uhren umstellt und ins Bett huscht

    • Sandmann sagt:

      Ay Markus,

      ich glaube, für den dänischen Weberknecht war sie zu klein, es war (nein, es IST) so eine klitzekleine braune Spinne, nicht größer als eine Fliege.
      Wie paaren sich denn eigentlich Spinnen? Hm.

      Also vorhin, auf dem Heimweg von Hamburg, war sie noch da. Irgendwie hat sie es geschafft, in den linken Außenspiegel zu gelangen und hat den zugewebt. Immerhin ist es da jeden Morgen schön warm, wenn ich den elektrisch abtauen lasse 😀 Ich mach mal ein Foto, wenn sie wieder rauskommt!

      Für diese Frau würde ich noch ganz andere Strecken zurück legen! Und wer sagt denn, dass ich das alles fit überstanden habe? Ich sah nach dem zweiten Tag in Flensburg aus wie meine kleine Tochter heute Abend, die als Sensenfrau durch das nächtliche Halloween-Kiel zieht und um Naschis bettelt… UNd eingenickt bin ich auch mehr als einmal. Aber das war es wert.

      Ich komme nicht zur Ruhe. Und sesshaft werde ich auch nur im Sinne meines kleinen Häuschens. Aber solange diese schöne Frau hier regelmäßig durchwuselt und zum ersten mal so etwas wie guten Geschmack einziehen lässt… so lange habe ich jeden Tag das Gefühl, umgezogen zu sein und stehe jedes mal wieder vor einem Menschen, den ich ein bisschen mehr als noch beim letzten mal liebe… *seufz*

      Ein beseelter
      Sandmann

  2. Touranus sagt:

    Guten Morgen!
    Jep, vor 10 Jahren war ich auch mal so verrückt….
    Nachdem ich von Frauen eigentlich gerade rein gar nichts wissen wollte, ließ ich mich von einem Freund und ein oder zwei Bier dazu verleiten, auf einer Kontaktseite im Internet MEINEN HUND ein neues Frauchen für Herrchen suchen zu lassen. Das ganze war also eher humorvoller Natur und nicht wirklich ernst gemeint….
    Aber es antwortete tatsächlich jemand. Nämlich der Hund einer jungen Dame, die auch nix mehr von Männern wissen wollte und einfach nur die Idee lustig fand, sich auf diese Art mit einem anderen Hundebesitzer zu unterhalten.

    Es folgten mehrere Emails, und nachdem sie sich sicher war, das ich kein dicker, nackter Mann vorm PC bin, der nur auf eines aus ist, folgte sogar ihre Handynummer. Das erste Telefonat? Nachdem ich mich meldete, lachte sie erstmal lauthals!!!!!
    Wegen meines „typisch norddeutschen Dialekt“! Hä????

    Naja, die junge Dame wohnte im Saarland. Rund 800 Kilometer weit weg. Die Telefonate wurden immer häufiger, die Rechnung immer höher und die Stimme immer sympatischer. Der Auslöser war dann ein morgendliches Telefonat, in dem sie verlauten ließ: „Würdest Du nicht so weit weg wohnen, könnten wir heute abend ja mal ein Glas Rotwein zusammen trinken.“
    Was soll ich sagen…. ich hatte Urlaub, keine Pläne für den Tag und einen voll getankten Audi 80 Typ 89 1,8S vor der Tür stehen… Für sowas war ich ja immer zu haben. 😉

    Routenplaner aufgerufen, Strecke ausgedruckt und los! Glaub mir, was ich auf DER Fahrt erlebt habe, wäre hier glatt einen Bericht wert. aber ich hatte damals leider (oh gott, DAMALS *schluck*) keine DigiCam dabei und Handys waren nur zum Telefonieren da. Und das ganze liegt, wie gesagt 10 Jahre zurück.
    Auf jeden Fall kam ich seeeehr spät Abends dort an. Und ich blieb dann doch etwas länger als geplant… Und nach einigen Wochen, in denen abwechselnd mein Audi 80 und ihr A3 an Wochenenden ordentlich Kilometer fraßen, zogen wir zusammen.

    Jahaaaaa, Entfernungen sind nicht immer ein Hindernis für die Liebe 😉

    Touranus

    • Sandmann sagt:

      Ooooch… was für eine süße Geschichte…
      Als Hundebesitzer kannst du ja sowieso extrem punkten, genau so wenn du mit einem Kinderwagen unterwegs bist. Irgendwie scheinen Männer, die sich liebevoll um ein Kind oder zumindest um einen Hund sorgen, das Zielgruppen-Gen einiger Frauen zu aktivieren.

      Ich erzähle dir lieber nicht, was passiert, wenn du dazu auch noch Gitarre spielst. Und singst. Und was dann so aus einer Menschenmenge am Strand von Saintes Maries de la Mer an der Côte d’Azur werden kann… Aber auch DAS ist bei mir schon sehr lange her, *schluck* 20 Jahre um genau zu sein.

      Entfernungen sind in der Tat kein Hinderungsgrund für echte Liebe. Aber auf lange Sicht können sie zu Frust oder Eifersucht oder einfach grenzenloser Sehnsucht führen. Von den ersten beiden bin ich weit entfernt, aber wenn die Tage dunkler werden sehne ich mich manchmal an so einem Montag Morgen schon mal nach meinem halbfinnischen Fräulein Altona… Zum Glück lässt sich ja sogar DAS manchmal realisieren…

      Sandmann

  3. calimero sagt:

    Ach mann,

    soll ich dich bedauern oder beneiden? Ich halt mir die Frauen einigermaßen aus dem Leben raus, deshalb bin ich auch noch nie so eine wahnsinnige Tour gefahren! Ich habe einen guten Freund in Amserdam, vielleicht kann man das vergleichen. War von euch schon mal jemand da? Eine der schönsten Städte die ich kenne!

    Und Sandmann… du scheinst ECHT verliebt zu sein. Sehr herzerwärmend in dieser dunklen Jahreszeit.
    Abel

    • Touranus sagt:

      Ja, Amsterdam ist eine wunderschöne Stadt.
      1996 war ich mit meiner damaligen Freundin dort.
      War ein wundervoller Tag, in einer wundervollen Stadt!

      Leider bricht man dort auch gerne mal Autos auf, die direkt vor einer Kamera stehen. wieso auch nicht, wenn kein Wachmann anwesend ist, um auf den Monitor zu sehen. Und wenn auf dem Rückweg nach Deutschland die Stimme auf dem Beifahrersitz auf einmal sagt: „Guck mal Schatz, der hat das gleiche Kennzeichen, wie Du am Auto!“…….

      Ja, dann merkt man auch, dass das vordere Kennzeichen ebenfalls gestohlen wurde!!!!! *lach*

      Trotzdem: Wundervolle Stadt!

      Touranus

      • Sandmann sagt:

        Ja, in der Tat.
        Ich war 1997 zuletzt da, im Rahmen des Kunststudiums… 5 Tage zwischen Grachten und Van Gogh, ich möchte da unbedingt wieder einmal hin!

        Lustig, an Amsterdam habe ich schon lange nicht mehr gedacht. Na da habt ihr jetzt ja was in mir angestubbst…

        Sandmann

  4. khania sagt:

    Die Spinne :’D

  5. Markus1975 sagt:

    Hey Jens

    Spinnen paaren sich…die Männchen haben da ein sogenanntes Genom. Wenn ich mich jetzt nicht täusche. Ist quasi ein verlängertes Bein. Damit passiert es dann. 😉

    Biologiestunde beendet.

    Ein Name für die Spinne? Hm.
    Tarantula? Hehe

    V8 mäßige Grüße

    Markus

    • Sandmann sagt:

      Tarantula, wie?
      Nein nein, das erinnert mich zu sehr an einen der ganz alten Schwarz-Weiß-Horrorfilme, die ich bei einem Freund damals nocht viel zu jung heimlich gesehen habe… Dazu ist die Spinne zu niedlich.
      Ich habe sie heute gar nicht gesehen, vielleicht hat der Regen sie weggespült…?
      Mir schwebt da eher ein bürgerlicher Name vor, Michael oder Carsten 🙂

      Sandmann

  6. Touranus sagt:

    Ich wäre ja für Sammy….

    Ja, ich weiß… nicht gerade ein deutscher Alltagsname. So wie… Horst 😉

    Touranus

    • Sandmann sagt:

      Ich muss gleich erst einmal schauen, wo der steckt. Letztes Jahr hatte ich seinen Kumpel im linken Außenspiegel, vielleicht hat er seine Wohnung übernommen?

      Ach jeh.

      Ich wär jetzt gern beim Frühstück in Berlin 🙁
      Schenkt mir jemand ein bisschen Zeit?

      Sandmann

  7. Marlboroman sagt:

    Tekla; das ist doch ein guter Spinnenname.

    Amsterdam ist gut.
    Ich fahre an Weihnachten bzw. am 2. Feiertag nach Nederland in meine Jugendheimat!
    Da werde ich möglicherweise auch nach Amsterdam kommen, wobei ich eher in Urtecht und Umgebung sein werde.

    Grüße,

    Marlboroman

    • Sandmann sagt:

      Ay Marlboromann,

      ich kannte mal ein sehr hübsches Fräulein aus Utrecht. Petra. Sie spielte besser Gitarre als Neil Young und sang lieblicher als Sarah McLachlan. Aber das ist eine andere Geschichte, und sie ist auch schon fast 20 Jahre her 😉

      Grüß mir die Gegend!

      Sandmann

  8. Sandmann sagt:

    Was mag aus der Spinne geworden sein…?

  9. Markus1975 sagt:

    Hey Jens Du alte Hütte

    Ach wie ist das schön. So ein kleiner Reisebericht mit happy end. Zum Glück bist Du ja nicht eingeschlafen. 😉
    Im übrigen…ich glaube die Spinne gibt es immer noch. Oder eine ihrer Nachfahren. Jedenfalls habe ich immer wieder ein neues Spinnennetz am Außenspiegel der Fahrerseite. Hehe

    V8 mäßige Grüße

    Markus im WOCHENENDE!!!!!!

    • Sandmann sagt:

      Hey Wochenendler,

      das freut mich 😀 Sie hat schon damals einen eher unzerstörbaren Eindruck hinterlassen… Herrjeh bin ich froh, dass die Berlinpendelei vorbei ist. Hamburg ist schon weit genug 🙁 aber ich fahr ja immer noch gern Auto…..
      Grüß mir „meinen“ guten alten V8, Digga!

      Sandmann

      • Markus1975 sagt:

        Hey Jensi

        Werde ich morgen so um neun Uhr direkt machen. Dann ENDLICH kommt der überholte Auspuff unter die Diva. Habe heute extra noch einmal „Auspuffsilber“ besorgt. Bis 800 Grad haltbar und so. Photos werden natürlich gemacht. Ich werde die beiden Anlagen einmal nebeneinander photographieren und schicke Dir es dann einmal per Handy. Aber für das „Archiv“ werden selbstredend auch welche geschossen. Du weißt ja. Die Geschichte möchte ja reichlich bebildert sein. 😉

        Und nun zurück zu Deiner süßen Geschichte.

        Grüße mir alle ganz lieb von mir

        V8 mäßige Grüße

        Markus

        • Sandmann sagt:

          Ay Markus,

          die Grüße sind an mein halbfinnisches Fräulein Altona, mit dem ich mich dieser Tage im Indian Summer umgebe, soeben ausgerichtet. Herzlich zurück 🙂

          Deine Bilder sind angekommen und mit Wohlwollen begutachtet worden. Sieht echt gut aus. So, und wir genießen die Ruhe des Sonntag Abends, kochen „Coq au Vin“ und denken noch über ein bisschen Möbelrücken nach…
          Schönen Abend

          Sandmann

  10. Markus1975 sagt:

    Hey Jensi

    Das Wetter war heute einigermaßen schön. Und die Diva habe ich doch tatsächlich einmal gründlich gewaschen. 😉
    Der Auspuff macht wirklich was her. Solltest Du einmal „live“ von der Grube aus sehen. Termin? Kommende Woche ist Nachtschicht angesagt.
    Und das der Herbst in ganz großen Schritten hier bei uns im Norden einzug hält sei einmal unbestritten. Diese phantastischen Farben von den Laubbäumen ist teilweise der helle Wahnsinn. Klein Leonie hat mir heute Ahornblätter mitgebracht. Einfach nur schön. Gelb, Orange und Rottöne sind vertreten. Klar das Du mit Deinem halbfinnischen Fräulein dies genießen MUßT. Bei so einem Wetter einfach nur stumpf in der Bude hocken wäre Frevel. Selbst ich habe nach getanen Werk das Werkzeug zur Seite gelegt, habe mich ans Auto gelehnt und mit einem schönen Pott Kaffee das Wetter genossen.
    Es werden wohl die ersteinmal letzten schönen Tage werden. Regen, kalt, dunkel, Frost und Schnee…dies alles steht in den Startlöchern.

    V8 mäßige Grüße und ganz liebe und „busselnde“ ( Gnii ) Grüße an das halbfinnische Fräulein

    Markus

    • Sandmann sagt:

      Ay Markus,

      wie recht du hattest. Heute ist es grau in grau, ein Montag, wie ehr im Lehrbuch steht! Aber egal, ich hab’s mir warm gemacht und schreibe, recherchiere Bilder, telefoniere…. was man halt so macht in meinem Job 🙂

      Vielleicht mache ich heute Abend mal wieder was beklopptes…. mal sehen…. ich werde berichten 😀

      Sandmann

  11. Snoopy sagt:

    So eine wilde Pendelei habe ich auch schon hinter mir. Alles lagt weit auseinander: Arbeit, Freundin, Eltern, eine (Haus)Baustelle die zu beaufsichtigen war, ach und auch noch die eigene Wohnung zu der dann noch eine zweite eigene Wohnung dazu kam. Das ganze musste präzise durchgeplant werden. Das waren am Ende fast 50.000km in einem Jahr. Mein Fiat hat durchgehalten. Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg, Schwäbisch Gmünd, Calw in jeder Konstellation zu jeder Zeit. Ich hatte das Gefühl ich hätte die Strecken mit geschlossenen Augen fahren können. Jede Radarfalle und jedes Schlagloch grüßte persönlich 😉 … Die Spinne heißt bestimmt Tusnelda 😉

    • bronx sagt:

      Da könnt ich jetzt auch’n Lied von singen. Ist zwar schon etliche Jahre her, die Auswirkungen waren ähnlich wie bei Dir, Snoopy.
      Das war damals regelmäßig Berlin-Bochum-Nürtingen-Eisenach und einmal im Monat eine Woche Paris (Billancourt).
      Berlin war’s Stammwerk, Bochum hatte die Giesserei, Nürtingen die Gebrüder Heller; bei denen bezogen wir Werkzeuge, Eisenach stiftete die Gelenkwellen und Hydraulischen Komponenten. Erprobt wurde das ganze dann in Berlin und im „Mutterhaus“ von Renault (AE 80 Erprobung) in Paris.
      Nebenbei gründete ich meinen ersten, richtigen Hausstand und bezog eine neue Bude, welche (endlich) mehr als 2 Zimmer bot.

      bronx

    • Sandmann sagt:

      Ay Snoopy,

      du hast all diese Pendeleien in deinem Fiat abgespult? Hey – wie lange hast du den kleinen roten denn schon?
      Zur Spinne hab ich ja schon von Markus die Rückmeldung bekommen, dass die (oder eins ihrer Kinder) noch immer im Rückspiegel des V8 haust. Passt ja auch ganz gut, selbst im Winter beheizt…. 🙂

      Meine Liebste und ich wollen das Rumgependel ja indirekt. Zwei Wohnsitze sind eine Form von persönlicher Freiheit, die uns die Möglichkeit gibt, gemeinsam unser eigenes Ding weiter durchzuziehen. Und sowohl in Hamburg als auch in Kiel stehen ein großes Bettchen für zwei, ich fahre gern Auto und die Distanz ist bei guten Verkehrslagen unter einer Stunde zu schaffen. Ich mag das 🙂

      Sandmann

      • Snoopy sagt:

        Das war ein Fiat UNO 75. Der war glücklicherweise sehr wirtschaftlich zu bewegen. Wenn es eilte hat er auch Tacho Anschlag geschafft. Der wurde dann rechtzeitig wieder durch einen UNO 75 ersetzt. Die Wagen mussten einfach laufen… keine Zeit für Experimente.
        Zum Glück ist die große Fahrerei auch geschäftlich stark zurückgegangen. Da waren früher auch schon mal 40.000km pro Jahr…

        • Sandmann sagt:

          Ich erhöhe auf 60.000 mit dem Audi V8……..
          Heute bin ich auch sehr froh über den einen oder anderen Homeoffice-Tag, der Kaffee schmeckt am Montag Morgen einfach besser auf dem eigenen Sofa. Und kreativer bin ich da auch 🙂

          Aber du scheinst schon immer FIAT affin gewesen zu sein…

          Sandmann

  12. El Gigante sagt:

    … nur mitlesend …

    aaaaAAAAHHHhhhh!!! Au … au … AUA!
    *glühende Schweißperle aus der Brusttasche schlacker*
    Puuuhhh!

    😉

    Der REDSTAR, das Leben, die Arbeit … na, ihr wisst schon! Schlafen, Arbeiten, Schlafen, Arbeiten, REDSTAR schweißen, Schlafen, Arb…., ….

    El – der noch laaaange nicht zum Schreiben kommt!

  13. Markus1975 sagt:

    Hey Bronx

    Standheizung ist doch was für Mädchen. 🙂

    Eine Decke über die Knie wie zu Käferzeiten und gut. Die Karierte kann ich nur empfehlen. 😉

    V8 mäßige Grüße

    Markus nach dem Abdichten vom Auspuff seiner liebsten

    • bronx sagt:

      Hey Markus,

      Privileg des Älteren, klar 😉 Ich darf das. (Haben meine Jungs gesagt)
      Die karierte ist für’n Notfall trotzdem an Bord..

      Farbige Grüße in RAL 3003 zurück an den V-8 Retter 😀

      • Sandmann sagt:

        Ay Jungs,

        Schande, ich hatte noch NIE ein Auto mit einer Standheizung…. Aber ich denke auch, es spricht nichts dagegen, wenn es ein bisschen gemütlich ist. Markus, du baust dir doch auch einen Ofen in deine Werkstatt – reicht da nicht eine warme Decke? 😉

        Sandmann

        • bronx sagt:

          Nee, da spricht gewiss nichts gegen. Ich habe es sooo satt, in der früh zu frieren und zu kratzen. Der Bus passt nunmal nicht in eine der Garagen, leider. Durch die verbauten Schwingtore geht das leider nicht. Gemütlichkeit ist das eine, das andere ist eine Masse Motor-Öl, welche gut vorgewärmt, einem dankbaren Reihenfünfzylinder den Start in’s Leben versüßt! Wenn ihr wüßtet, wie der bei -18° C klingt!!

          Bronx

          • Sandmann sagt:

            Ay Bronx,

            ich vermute mal der klingt OHNE Vorwärmung wie ein Sack Nüsse 🙂
            Also meiner Wenigkeit wäre schon mit einem netten Doppelcarport geholfen, das Projekt habe ich mir ja für 2013 auf die Agenda geschrieben…

            Sandmann

            • bronx sagt:

              Klingt er. Man denkt, einen sich selbst zerstörenden Treibsatz zu hören.

              2013 ? Zeit wird es ja bei Deinem Fuhrpark.
              Können ja „Projekt-Tage“ beim Sandmann machen 😀 Paar Hände mehr als zwei sind immer besser…

              Bronx

  14. Markus1975 sagt:

    Hey Bronx

    Privileg des älteren. Schon klar mein lieber. Hehe
    Mach Dich mal nicht älter wie Du bist, nur damit Du die Standheizung rechtfertigst. Aber geil muß es schon sein in ein vorgeheizte Hütte einsteigen zu dürfen.

    Und immer schön dem Farbnebel ausweichen 🙂

    @Jensi

    Eine Decke reicht für die Werkstatt leider nicht aus. Kaum bin ich da werde ich derart zum Bewegungslegasteniker…;)

    V8 mäßige Grüße

    Markus

    • bronx sagt:

      Hey Markus,

      wenn der Auspuff wieder dicht ist, freust Du Dich ja auch, wie ich lese.
      Also, lass mir meine Standheizung 😉 Ich denke mal, der Altersunterschied gibt das her 😀

      Farbnebel habe ich übrigens nur in der Maske und auf’m Pullover. Auf der Schiebetür ist FARBE. Sonst wär‘ ja was verkehrt, ne?

      Bronx

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