Panda Panda. Sicilia non komfortable.

Buona Sera, liebe Blog-Gemeinde,

Kein Platz fürs Telefon

Kein Platz fürs Telefon

ich habe jetzt genau so lange Zeit, wie mein Glas Averna und mein Akku noch reichen. Im Urlaub muss man sich selbst Grenzen setzen, wenn das gratis W-Lan es schon nicht tut. Wobei – Grenzen setzt unser Mietwagen. Ach ja, wer es überlesen hat, ich befinde mich mit meinem halbfinnischen Fräulein Altona für ein paar Tage auf Sizilien. Das ist unten am Stiefel von Italien, Höhe Afrika, im September noch ganz schön warm und eines der Zentren der Mafia. Deshalb fragten wir auch nicht lange nach, als uns dieser Fiat Panda als Mietwagen vor die Tür gestellt wurde. Was heißt vor die Tür…? Wir wurden abgefischt, reingestopft und rausgelassen. Ich mag keine Kleinwagen, und in Süditalien noch viel weniger!

Das ging ja schon am Flughafen los!

Ganz schön große Klappe

Ganz schön große Klappe

Da kommst du durchgeschwitzt aus einigen verspäteten Fliegern und bist froh, dass dein Gepäck tatsächlich angekommen ist (aber das ist eine andere Geschichte), da fischt dich direkt vor dem Mietwagenbüro ein bräunlicher Mensch mit deinem Namen in der Hand weg und bringt dich mit einem Bus auf einen verwegenen Hinterhof. Wo du dann aber wirklich dein Auto bekommst, einen klimatisisierten Panda. Mit 4 Türen und Blaupunkt Radio. Das DIng ist gefühlt einen Meter breit (was sich noch als vorteilhaft erweisen sollte), besteht weitestgehend aus Plastik und geht immer aus, wenn man die Klimaanlage anmacht. Das Motörchen scheint dem Kompressor nicht gewachsen zu sein. Willkommen im Süden Europas, ach, und ignorieren Sie bitte die vielen Beulen und Rempler, das gehört hier einfach dazu! Na gut. Die Dachkante beginnt kurz über meinen Augen, der Rückspiegel ist eigentlich in jeder Kurve im Weg aber das macht nichts. Wir befestigen kurzerhand Lisa, mein Navi, daran. Ich habe den Saugfuß natürlich in Deutschland vergessen…

Kleines Auto in großer Welt

Kleines Auto in großer Welt

Aber all die fehlende Größe und all das Geklapper können nicht verhindern, dass wir hier in einer Gegend sind, die definitiv wärmer als das September-Deutschland ist. Im Hintergrund pustet der über 3000m hohe Ätna seine Wolken in den blauen Himmel, und es gibt noch viel zu berichten. Von halsbrecherischen Serpentinen, wahnsinnigen Rollerfahrern, Gemüse-Vespa-Lastern, kalten Pizzen und keifenden Köchinnen und gruseligen, verfallenen Hotelanlagen. Aber dazu später. Mein Averna ist alle, mein Akku auch bald und oben im Zimmerchen mit Blick auf das Meer wartet jemand auf mich. Morgen wollen wir mit diesem Kleinst-Ding nach Syrakus und am Montag nach Palermo. Wenn ich mich also länger nicht melden sollte… dann liegt das vielleicht daran, dass ich nicht genug Schutzgeld gezahlt habe 😉

Sind Sie mal den Panda gefahren? Haben Sie noch Tipps zu Süditalien? Immer her damit, und bis bald!

Sandmann

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

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2 Responses to Panda Panda. Sicilia non komfortable.

  1. El Gigante says:

    Buon Giorno Sandman,

    also… wenn auch der Fiat Panza klein ist, der Ätna ist es nicht – jedenfalls nicht 300 Meter hoch! Man kommt mit dem Auto fast bis auf 2000 (zweitausend!!!) Meter hoch. Von da aus sind es bis zum Krater noch fast 1000 (eintausend) Meter – macht zusammen gut 3000 (dreitausend) Meter und, je nach Aktivität, auch mal mehr oder auch mal weniger.

    Zu den Dellen und Beulen: Ich war jetzt ein Dutzend mal auf Sizilien und unzählige Male in Italien. Noch kein einziges Mal haben meine Fahrzeuge dort beschriebene Blessuren davon getragen. Mietwagen haben meistens deswegen Einschläge, weil die lenkenden Touries sich nicht auf die italienische Fahrweise einstellen können oder wollen. Und das betrifft besonders die Deutschen, die ihre im Gehirn abgespeicherte StVO einfach nicht ruhen lassen können. Die meisten Italiener fahren eben mit Herz, Verstand und Leidenschaft und nicht mit Recht, Hochmut und Sturheit.

    Ich bin zwar deutscher Fahrlehrer aber ich fahre herzlich gern in Italien! X-mal bin ich die Strecke von Nord nach Süd, immerhin gut 1500 Kilometer, mit dem eigenen Auto dort hin runter gefahren. Legt man diese Distanz in Deutschland zurück, reichen die Finger an den Händen nicht, um die Unfälle unterwegs zu zählen. Nicht selten habe ich auf dem Weg nach Sizilien nicht einen einzigen Unfall gesehen.

    Selbst die Frauen kommen in Italien gut mit ihren Autos zurecht. Sie fahren täglich und kennen ihr Gefährt. Ich wünschte, ich könnte das von den Damen hierzulande auch behaupten. Die bekommen ja großzügigerweise immer nur Samstags den fetten Daimler von Papa zum Einkaufen ausgeliehen und rempeln und klabustern dann damit auf dem E-Center-Parkplatz herum.

    Buon Viaggio
    El

    • Sandmann says:

      Ay mein Korrektor,

      scusi ich habe die Zahl korrigiert. Er ist glaube ich sogar mehr als 3500 Meter hoch, oben liegt sogar Schnee! Nicht zu fassen. Jeden Morgen können wir jetzt den Krater sehen, weil es in den letzten Tagen fast immer wolkenlos war. Wunderschön. Ich werde die Fotos posten, beizeiten… 🙂

      So langsam habe ich mich tatsächlich an den Verkehr hier gewöhnt und bin jeden Tag froh, nicht mit dem V8 hier zu sein. Ein paar mal hab ich schon tief die Luft eingezogen, weil es ECHT eng war. Aber es hat immer gepasst.

      Die Karre tut ja auch ganz normal ihren Dienst, wenn nicht die Klimaanlage immer den Motor abwürgen würde. Tz. Aber egal, fahren wir in den Städten halt mit offenen Fenstern. Und das Radio klingt auch super. Schauen wir mal, wie er den Ätna raufkriecht oder uns morgen bis Palermo (ca. 300 Kilometer) bringt…

      Grüße ins kalte Deutschland!

      Sandmann

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