Punkte sparen beim Drängeln und Rasen?

Vollgas rechts vorbei

Vollgas rechts vorbei

Der ganz normale Autofahrer an einem ganz normalen Tag in einem ganz normalen Land verhält sich wahrscheinlich eher unauffällig. Bei uns ist das traditionell ein wenig anders, nicht umsonst spricht man noch immer von der „eingebauten Vorfahrt“, und im Rückspiegel auf Tuchfühlung saugen Kühlergrille die Luft zum Atmen oder vertreiben uns die bösen Blicke des ach so schick designten Tagfahrlichts. Auf bundesdeutschen Autobahnen zeigen sich echte Psychos von ihrer schlimmsten Seite. Mit dem geänderten Bußgeldkatalog soll seit 2006 härter gegen Drängler und Raser vorgegangen werden. Okay. Aber wenn Sie einmal ein bisschen recherchieren, können Sie Ihre Mitmenschen auch auf andere illegale Arten und Weisen zur Verzweiflung treiben – und dabei noch einen Haufen Geld sparen.

Er will vorbei

Er will vorbei

Die Situation ist nicht neu, selbst meine Wenigkeit hat hier schon darüber geschrieben. Sie gleiten mit einer nennenswerten Geschwindigkeit auf der Überholspur an Ihren Mitmenschen vorbei und denken an nichts böses, als wie aus dem Nichts im Rückspiegel zwei Scheinwerfer größer werden. Und größer. Und gefühlt in Ihrem Kofferraum parken, so Sie denn einen haben. Aufblenden in einem Meter Abstand bei rund 180km/h, vielleicht ein bisschen Gehupe. Offensichtlich möchte ein eiliger Zeitgenosse an mir vorbei und scheut sich nicht, dabei mein Leben und das aller anderen um uns herum zu gefährden. Warum auch nicht, wir kennen uns ja schließlich gar nicht. Dieser verkehrsgefährdende und nötigende Vorgang kostet Sie inzwischen 250,- Euro und 4 Punkte in Flensburg. Außerdem bekommen Sie ein Fahrverbot für 3 Monate auferlegt. Ich als der Mann vor Ihnen im Auto finde das noch viel zu wenig. Sie als der drängelnde denken vielleicht ein bisschen nach. Aber halt. Sie wollen tatsächlich einfach nur vorbei? Da gibt es preiswertere Alternativen für Sie:

Rechts ist frei...

Rechts ist frei…

Vorschlag 1: Fahren Sie doch einfach rechts vorbei. Das beinhaltet einen unglaublichen erzieherischen Effekt, denn kein notorischer Linksfahrer rechnet wirklich damit, rechts überholt zu werden. Das darf man ja auch gar nicht. Neben dem ungläubigen Blick des Überholten fangen Sie sich außerdem den Respekt aller anderen Hinterherfahrer, die das eigentlich auch schon lange machen wollten, es sich aber nicht trauten. Ihr Mut kann Schule machen. Und das allerbeste… Es kostet aktuell nur 50,- Euro und 3 Punkte in Flensburg! Ein Fahrverbot wird Ihnen zudem erst nach mehrmaligen Wiederholungstaten auferlegt. Ich fasse zusammen. Ersparnis beim rechts Überholen: 200,- Euro, 1 Punkt und das Fahrverbot!

Nehmen wir doch die Standspur

Nehmen wir doch die Standspur

Vorschlag 2: Wenn Ihnen das nicht genügt oder sich auf der rechten Spur unüblicherweise ebenfalls Verkehrsteilnehmer befinden – nehmen Sie doch den Standstreifen! Dabei ist es völlig unerheblich, ob hier vielleicht havarierte Fahrzeuge stehen oder bei einem Verkehrsunfall die Rettungskräfte den Standstreifen oft als einzige Möglichkeit zum Vorankommen nutzen! Er ist frei. Er ist breit genug. Und wieder rechnet niemand mit Ihnen. Geschickte Fahrer erreichen hier durchaus Geschwindigkeiten von über 100 Km/h, überlegen Sie einmal, wie viel Zeit Sie so vor dem immer überfüllten Elbtunnel sparen können! Und was außerdem in Ihren Augen dafür sprechen sollte: Es kostet aktuell nur 50,- Euro, lächerliche 2 Punkte und schon wieder kein Fahrverbot! Das nenne ich Schnäppchenfahren! Ich fasse zusammen. Ersparnis beim Überholen auf der Standspur: 200,- Euro, 2 Punkte und erneut kein Fahrverbot!

Das reicht Ihnen noch immer nicht???

Eingebaute Vorfahrt

Eingebaute Vorfahrt

Vorschlag 3: Bei der preiswertesten Alternative haben Sie freie Wahl zwischen den einzelnen Fahrspuren! Schwupps die in jedem Elektronikmarkt bestellbare Blaulicht-Sirenen-Kombination auf’s Dach gepappt – und schon haben Sie allseits freie Bahn. Das macht nicht nur bei Mc Drive mächtig Eindruck und betört eventuell die minderjährigen Beifahrerinnen, nein, auch bei lästigen Staus wird man Ihnen hörig Platz machen, wie man das in der Fahrschule gelernt hat. Demnach kommt für Sie nun sogar noch der Kick dazu, den jeder Fahrer eines Einsatzwagens mit Sonderrechten im Berufsverkehr hat! Werden Sie von einem tatsächlichen Vertreter des Gesetzes anschließend angehalten, kostet Sie das… na?… 20,- Euro! Keine Punkte in Flensburg und kein Fahrverbot. Allerdings wird man das Blaulicht einziehen, also besorgen Sie sich vorsichtshalber schon einmal ein paar mehr von den kleinen preiswerten Dingern. Ich fasse zusammenErsparnis beim Überholen mit eigenem Blaulicht: 230,- Euro, 4 Punkte und auch hier kein Fahrverbot!

Die Welt ist verrückt. Bitte fahren Sie vorsichtig.

Sandmann

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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24 Responses to Punkte sparen beim Drängeln und Rasen?

  1. bronx.1965 says:

    Sandmann,

    ich schmeiß mich weg. Es ist irre, was in diesem Land möglich ist. Bei der „Blaulichtsache“ darf allerdings nicht vergessen werden, dass ein „knochenharter“ Richter Dir ganz schnell noch eine Verkehrsgefährdung, verbunden mit „vorsätzlichem Eingriff in den Strassenverkehr“ anhängt. DAS wird dann richtig TEUER und führt u.U. direkt zur MPU.
    Die charakterliche Eignung zum führen von KfZ erstmal aberkannt, ist es ein beschwerlicher Weg, diese wieder zu erlangen.

    Gruß, ein feixender Bronx.

    • Sandmann says:

      Ay bronx,

      nein nein das kann man nicht kombinieren. Ich habe doch intensivste recherchiert 🙂
      Wenn du schon so argumentierst, dann bin ich dafür, bei jeder Autobahnfahrt auch für die Delikte, die man NICHT begeht auf dem Punktekonto Gutschriften zu bekommen.

      hihi 😉

      Sandmann

      • bronx.1965 says:

        Hm Sandmann,

        das mit den Gutschriften könnte mir gefallen:-) Wir sind ja alle keine Musterknaben.
        Auch ich fahre gern mal schnell.
        Hier in Berlin hatten wir mal einen Richter, der war ganz heiß auf sowas und verstand da keinen Spaß. Aber den verstehen Richter ja eher selten.
        Mich persönlich bringen diese Permanent- Linksfahrer auf der BAB und dem Stadtring A 100 regelmäßig an den Rand des Kammerflimmerns. Da ziehe ich dann auch rechts vorbei, es ist mir sch.. egal.

        Ansonsten steht die Geschichte gut ein, unser mitunter merkwürdiges Rechtssystem ironisch zu beleuchten.
        Ja, die Welt ist verrückt.

        Bronx

  2. flohdaniel says:

    Hätte da auch noch eins:
    Rechtsfahrgebot beachten, Ersparnis: 80 € Bußgeld und ein Punkt in Flensburg weniger.

  3. El Gigante says:

    An dem Beitrag fehlt ein wichtiger Hinweis (es soll ja Menschen geben, die Spaß nicht von Ernst und Wahrheit nicht von Ironie unterscheiden können :-))

    Daher also

    An alle „Kinder“ zuhause: BITTE NICHT NACHMACHEN!
    Zu Risiken und Nebenwirkungen lest bitte diesen Beitrag nochmal sehr skeptisch und fragt Euren Fahrlehrer oder den Sandmann 😀

    GGGnnnniiiiii!
    El

    • Sandmann says:

      😀
      muuuhahaha na dann fragt lieber den Fahrlehrer, liebe Kinder. Der Sandmann ist im Straßenverkehr ein eher schlechtes Vorbild, nur darüber bloggt er so selten 😉

      Sandmann

  4. SteffenG says:

    Also El,

    in solchen Sachen sind ja Fahrlehrer echte Spaßverderber! 😉
    Hier zwischen Frankfurt und Darmstadt reihe ich mich immer in die Kolonne in der rechten oder 2. Spur ein (je nach LKW-Situation). In der Kolonne überholt man rechts dann meist so 5-10 notorische Linksfahrer. (Auf dieser Strecke wirklich EXTREM!) Was kommt da auf mich und die ganzen Kollegen, die vor und hinter mir fahren zu? Oder wird dann nur der Linksfahrer belangt???

    Ich nutze, wenn überhaupt, die Lichthupe um mal kurz darauf hin zu weisen, dass jemand schon längst auf der rechten Spur sein könnte… m.W. ist das ja sogar erlaubt.

    Steffen.

    • El Gigante says:

      Hi Steffen,

      obwohl ich Fahrlehrer bin, kann ich ein Verhalten nach dem Motto „man darf ALLES machen, man darf sich nur nicht erwischen lassen“ gut verstehen.

      Neulich hat mich eine Fahrschülerin während der Autobahnfahrt zum Lachen gebracht: die junge Dame (Papa fährt AMG-Mercedes und Mama Porsche) erklärte mir ziemlich kleinlaut, dass sie bis etwa zur 7. Klasse nicht wußte, dass man auf der Autobahn RECHTS fahren muss 🙂

      Es gibt in Deutschland inzwischen sehr viele „Kavaliersdelikte“, die im zunehmenden Maße ganz schön nerven können. Der Moralverfall des Gros der Autofahrer ist so groß wie nie – aber: wer viele Gesetze erläßt, müsste auf der anderen Seite auch Organe einsetzen, die über die Einhaltung der Regeln wachen… doch das kostet Geld… was unsere Politiker ja bekanntermaßen lieber anderweitig einsetzen.

      So leiden wir weiter unter Dauer-Links-Fahrern, Brummis, die viel zu dicht auffahren oder mit 100 über Landstraßen brettern (und sich dort obendrein gegenseitig überholen), Fahrer, die keine durchgezogenen Linien oder schraffierte Flächen mehr akzeptieren… und, und, und.

      Grade höre ich im Radio, dass das Telefonieren am Volant demnächst härter bestraft werden soll… und? Wer soll das kontrollieren?

      El

  5. bronx.1965 says:

    Hallo El,

    telefonieren härter bestrafen? Was ist denn mit den Navis, die verbaut werden? Oder mit den zahlreichen Dreh-, Drück-, sonstwas MMIs in den modernen Autos? Lenkt das nicht ab? Wie handhabst Du das bei Deinen „Azubis“?
    Beim Euro nichts geschossen kriegen, den Krümmungsgrad der Banane festlegen, die Mindesthöhe für Traktorensitze festlegen, alles, aber auch alles regulieren zu wollen ist KRANK. Du fragst zu Recht, „wer soll das kontrollieren“? Schon die Einhaltung des Überholverbotes auf Autobahnen ist kaum umsetzbar, für eine Freitag- Abend Kontrolle jugendlicher Disco- Fahrer mußt du dir den A.. aufreißen, um Personal zu kriegen.
    Um dann am Montag von DENSELBEN Leuten zu hören, wie nötig dass alles ist.
    Das du dabei in der Überstundenzahl dreistellig bist, vergessen diese Leute gern.
    Ich lebe in Brandenburg, arbeite in Berlin (mehr muß ich hier nicht schreiben) und mache diesen Wahnsinn täglich.
    Glaub mir, viele von uns würden den Job besser machen KÖNNEN wenn ein bissel mehr die Logik bei den Entscheidungsträgern im Vordergrund stünde.

    Bronx

    • Touranus says:

      Sehr schön, das Du Dein Kommentar geschrieben hast während ich zeitgleich MEINS schrieb… Kommt gut, was ich direkt unter den Text eines Ordnungshüters gesetzt hab, gell? 😉

      Oh man, peinlich…. *räusper*

      • bronx.1965 says:

        Touranus,

        kein Problem damit. Worum es mir geht, habe ich eigentlich anschaulich beschrieben. Ich habe dieselben Mechanismen in mir wenn mir das von Dir beschriebene passiert.
        In meinem Landkreis gabs bis jetzt 78 Verkehrstote infolge überhöhter Geschwindigkeit, es ist nicht schön, da dann „aufzuräumen“. Wenn dann noch ein Telefon klingelt, was den Aufprall ausgehalten hat, im Display steht „PAPA“, kriegst du das tagelang nicht aus dem Kopf. DAS muß man erstmal verarbeiten.

        MfG, Bronx

        • Touranus says:

          Bronx,
          ja, diese Seite Deines Berufes bedenken die meisten nicht.
          Ich habe in meinem Beruf auch mit Sterben zu tun, allerdings betrifft das dann eher Erkrankungen und ist absehbar. Einer meiner Mitarbeiter ist allerdings Rettungsassistent und er ist oftmals der Erste an den Unfallstellen. Er verträgt auch nur wenige Scherze und „coole“ Sprüche übers Autofahren.

          Aus den Augenwinkeln sehe ich ihn immer in der Pause die Fäuste ballen, wenn mal wieder ein Fahranfänger vom Leder zieht, wie toll sie/er (tatsächlich brüsten sich immer mehr Mädels damit) wieder mal jemanden überholt hat auf dem Weg zur Arbeit…

          Ich selbst durfte eine Zeit lang Fahrsicherheit in der Praxis unterrichten, und die Geschichten der Selbstüberschätzung würden hier Seiten füllen..

          Du hast meinen Respekt für Deine tägliche Arbeit!

          Touranus

    • El Gigante says:

      Uii… hier geht’s ja rund 🙂

      Also, Bronx – die meisten Fahrschüler haben schon so ihre Probleme in den ersten Fahrstunden das Fahrschulauto überhaupt gerade auf der Straße zu halten. Selbst das Schalten oder ein Blick auf den Tacho bereitet den Anfängern meist Schwierigkeiten. In solch einem Fall pflege ich dann immer darauf hinzuweisen, was z.B. das Schreiben einer SMS während der Fahrt bedeuten könnte.

      Unkonzentriertheit am Steuer ist, denke ich jedenfalls, mehr eine Unart, die mit der alltäglichen Routine Einzug hält. Die gaukelt nämlich eine vermeintliche Sicherheit vor und läßt einiges an nötiger Vorsicht vergessen.

      Außerdem lebt der Mensch sehr von seinen Vorbildern (von denen es leider nur noch sehr wenige Brauchbare gibt). So verliert man langsam den dringend notwendigen Kontakt zur Materie – nämlich der absoluten Konzentration auf’s Wesentliche, dem Autofahren!

      Im ersten Lesen hatte ich den Eindruck, als ob ich den im Dienst befindlichen Ordnungshütern (also auch dir – dass du Polizist bist, wußte ich natürlich auch nicht!) einen Vorwurf gemacht hatte, zu wenig zu kontrollieren. Gemeint hatte ich aber eigentlich, dass es zuwenige Beamte für immer mehr Gesetze gibt und daran die Politik, einerseits auch und besonders Brüssel, und andererseits natürlich die dafür fehlenden Finanzen verantwortlich mache.

      Es liegt nicht an der Ausführung, sondern an Denen, die eigentlich Nachdenken und Planen sollen – aber die empfangen ja lieber den Pabst, streuen Geld über Griechenland, trinken Bier auf dem Oktoberfest oder pflegen ihre Wunden nach einer „Watschen“ durch die Wahl.

      Grrrrrr…. bevor ich hier mental ’ne Bombe in’s Berliner Regierungsviertel werfe…

      … schönen Tag noch

      El
      (… der jetzt bestimmt vom Staatsschutz unter Beobachtung steht!)

      • bronx.1965 says:

        Ts, Ts, El,

        ich glaub, der Staatsschutz sollte mal eine „Gefährderansprache“ mit Dir führen, lach.
        Im Ernst, der Papstbesuch hat ca 30 Millionen gekostet. Unser sprechender Hosenanzug wird nicht müde zu betonen, sparen zu müssen.“ Alternativlos“, eines ihrer Lieblingswörter, scheint auch bei unsinnigen Ausgaben zu gelten.
        Wie viele Stellen / Arbeitsplätze hätte man damit finanziert?

        Schönes WE, Bronx.

        • SteffenG says:

          Hi Bronx,

          man darf auch nicht vergessen, wie die Besoldungspolitik gehandhabt wird. Die Beamten (also allgemein) werden immer als faul und lichtscheu dargestellt.
          Dass es viele Beamte gibt, die (z.B. in Hessen 42 Stunden) hart arbeiten und über die Jahre nur Einbußen in der Besoldung hinnehmen mussten, sieht „draußen“ niemand.
          Man sollte die Beamten wieder motivieren der „Freund und Helfer“ zu sein und die Vorbildfunktion zu erfüllen, die ihnen zugedacht ist.
          Dann klappt das auch wieder mit dem Auto fahren.

          Steffen.

          • bronx.1965 says:

            Hi SteffenG,

            die Besoldungspolitik ist nicht das Hauptproblem. Beförderungsgeilheit auch nicht. (Sollte es nicht, wenn man seinen Job ERNST nimmt, im Sinne von „richtig machen“.) Beamtenwitze kenne ich in allen Tonarten, die lassen mich schon lange kalt.
            Meine Wochenarbeitszeit liegt bei ca 60- 80 Std. Kein Beklagen jetzt!
            Was ich meine, ist ein wenig mehr Logik im täglichen einerlei, DAS würde vieles einfacher machen, etwas weniger Absurdistan, alles wäre schick.
            Jeder sucht sich seinen Job schließlich SELBER aus.
            Wer damit nicht klar kommt, sollte es lassen.

            Was ich im Artikel monierte war: Freisprechen verboten, Kontrolle nur sporadisch umsetzbar (und sinnlos, da Navi und MMIs viel mehr beim fahren ablenken wenn dran gefummelt wird), Lenk- und Ruhezeiten dagegen permanent dem armen Schwein von Kutscher aufgebügelt werden. Die Spediteurslobby bleibt aussen vor. Klar, man kann ja auch „ausflaggen“, PL, UA, usw, warten schon.
            DAS ist der Alltag 2011, ist, was uns die EU beschehrt, ein kleiner Ausriss aus meiner Berufswelt. Absurdistan läßt grüßen,

            Bronx.

            • bronx.1965 says:

              Nachtrag,

              nebenbei hab ich noch Haus und Hof zu bewirtschaften, die Kinder haben Hobbys, wir alle schrauben in der (knappen) Freizeit gern, leisten unseren Beitrag für die Gesellschaft, haben uns das alles selber AUSGESUCHT. Beklagen tut sich hier keiner.
              Nur, was uns als Bürgern mit der gegenwärtigen Finanzpolitik zugemutet wird, sollte eigentlich keinen kalt lassen.
              Ich mache mir Sorgen um meine Kinder.

  6. Touranus says:

    N’abend Leute,
    ein schwieriges Thema….

    Natürlich muss man sich fragen, wofür es denn Regeln gibt, und wenn man EINE nicht so ernst nimmt, wo ist dann die Grenze und für wen gilt sie?
    Ich persönlich fahre nach dem Motto: Tust Du mir nix, Tu ich Dir nix.
    Ich muss allerdings gestehen, das ich damals auf den Fahrten aus dem 700 Kilometern entfernten Saarland gegen EINE Sache öfter verstoßen habe…

    Wenn man bereits 5 Stunden hinterm Steuer sitzt und mehrere Bundesländer passiert hat, will man nach Hause… Wenn dann abends die Bahn langsam freier wird und es KEINE Geschwindigkeitsbegrenzung gibt, die Bahn dreispurig ist und EIN Esel mit 120 links fährt, dann bleibe ich bestimmt nicht noch 100 Kilometer hinter dem. In der Regel reichte die Andeutung, wenn mein Fahrzeug zaghaft rechts mal freundlich aus den Scheinwerfern blinzelte. Manchmal ging es aber halt nur rechts vorbei. Zu schön, wenn der Überholte sich DANN aufregt und zu einem Verfolgungsrennen ansetzt 🙂
    Komisch, DANN wissen die auf einmal, wo ihr Gaspedal sich befindet… 🙂

    Absolutes NoGo bleibt für mich allerdings Lichthupenterror und dichtes Auffahren. Die meisten Bundesbürger halten ihre eigenen Reflexe anscheinend für Supermantauglich. Ich empfehle jedem mal eine Probefahrt mit einem Tiguan. Da braucht man den Fuß nur auf das Bremspedal legen und die Karre geht in die Knie! Viel Spaß dem Idioten, der auf Briefmarkenabstand hinterher fährt. So schnell KANN ein Mensch nicht reagieren…

    Allen anderen empfehle ich mal eine Tour mit meinem Chef und seinem „offenen“ RS6 von Hamburg nach Frankfurt…. Tacho 260 und beschwert sich, das die Kiste nur noch „träge“ beschleunigt… 😉

    Bevor man sich aufregt sollte sich jeder einfach fragen: Hat mich der Andere gerade gefährdet? Oder hat er einfach sein Ding gemacht und die Konsequenzen dabei selbst getragen? Nix ist nerviger als selbsternannte „Verkehrserzieher“!

    Touranus

  7. bronx.1965 says:

    Touranus,

    wer sich bei 260 beschwert das die Kiste nur noch „träge“ beschleunigt, braucht eigentlich dringend Hilfe, oder so etwas in der Art.

    Zum eigentlichen Thema: ich bin immer froh, wenn ich das Senatorgeblubber meines Großen höre, wenn er Abends von seiner Flamme heimkommt.
    Habt Euch wohl, Bronx.

  8. pewu says:

    Hallo Ihr Alle,
    vor 2 Wochen fur ich mit meinem geliebten Gränni 1 gebaut anno domini 1976 auf einer Landstraße seehhr gemütlich (also mit knapp 70km/h) hinter einem alten Polo her, dessen Fahrer geschätzt vier mal so alt war. Es war herrliches Wetter und das Becker Mexico lullerte Spliff vor sich hin und ich war zufrieden mit mir und der Welt und die Idee die 160 Pferdchen aus dem 2,8er abzurufen war weiter weg als der Papst von der Reeperbahn.
    Auf einmal sehe ich wie weit vor uns einer aus einem Parkplatz rausfährt und uns entgegenkommt – nur gut, dass ich nicht überhole…
    Doch da höre ich (und sehe im Rückspiegel) wie sich Schlappen mit mindestens 300mm Breite in den Asphalt krallen: ein Ferrari. Im letzten Moment entschließt er sich alle Pferde aus Maranello los zu lassen und flutscht irgendwie zwischen dem Entgegenkommenden und dem Polo durch.
    Nicht genug: jetzt fliegt ein 911er von hinten an – dumm nur, daß wieder einer entgegenkommt. Nur gut, dass der Gränni auch dicke fette innenbelüftete Scheibenbremsen bekommen hat. Und schwupp zwängt sich der 911er vor mich rein. Gerade rechtzeitig um einen Frontalcrash zu vermeiden.
    Zur Krönung fliegt jetzt noch ein R8 heran. Dem konnte ich nur Platz machen, weil ich kurzzeitig – mit mittlerweile sehr niedriger Geschwindigkeit – die Straße nach rechts verlassen habe. Bevor ich dann den Abflug mache kehre ich auf die Straße zurück.
    Jetzt ist ein 911er UND ein R8 zwischendem Polo und mir.
    Das Ganze ging nur ein paar Sekunden. Privatrennen zwischen Schweizer Multi-Millionären. Merci vielmals!!!
    Wenigstens waren die Herrschaften wohl auch etwas verdattert, denn sie fuhren noch einige Minuten hinter dem Polo her, obwohl jetzt ein Überholen problemlos möglich gewesen wäre.
    Mir wird’s jetzt noch ganz flattrig wenn ich daran denke und bin dankbar, dass alle Schutzengel aber so was von auf Zack waren.

    Gute Nacht

    Pewu

  9. Touranus says:

    Hey pewu,

    wieder ein Beweis dafür, das sich Verstand NICHT mit Geld kaufen lässt… im Gegensatz zu R8, 911 und Ferrari…. Ich habe so etwas ähnliches mal auf der A5 erlebt. Das Erschreckende damals: Hinter einem Brückenpfeiler stand die Autobahnpolizei und schritt nicht ein…

    Touranus

    • Sandmann says:

      Hi Jungs,

      ich weiß gar nicht so recht wo ich hier noch einsteigen kann. Eigentlich habt ihr ja schon alles gesagt 😉 Also macht ruhig ein bisschen ohne mich weiter, das läuft ja ganz gut und ich lerne auch ein paar von den „neuen“ hier mal ein bisschen besser kennen. So langsam entwickelt sich hier die kleine, nette Gemeinde, die ich mir immer gewünscht habe!

      Und nicht vergessen, morgen Abend kommt wieder „Schwiegertochter gesucht“ 😀

      Sandmann

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