Und jeden Morgen anders.

Was andere so gar nicht mitkriegen…

Die vielen Millionen berufstätigen Menschen da draußen teilen sich auf in die Warum-auch-immer-Nicht-Pendler und die Pendler. Die Warum-auch-immer-Nicht-Pendler gehen oder fahren irgendwann zur Arbeit oder warum auch immer nicht, mal früher, mal später. Weil sie selbständig sind oder flexible Arbeitszeiten haben oder von zu Hause aus ihren Lebensunterhalt verdienen. Oder sie bleiben gleich ganz ohne Arbeit zu Hause, das soll es ja auch geben. Die Pendler hingegen, und das sagt ihr Name ja schon, pendeln. Jeden Morgen und jeden Abend. Ich bin einer von ihnen, und ich entdecke ganz neue Facetten meiner Umwelt. Es gibt gute und schlechte Zeiten im Leben eines Pendlers, und je dunkler es ist, desto schlechter sind die Zeiten. Aber jeder Morgen ist anders, und eigentlich verdient ein jeder seine ganz eigene Erwähnung…

Doch so weit will ich nicht gehen, das sprengt jeglichen Rahmen.

Kalt ists

Kalt ists

War nicht gerade noch August? Nicht, dass es in diesem wettertechnisch eher zu vernachlässigenden Jahr 2011 einen Unterschied machen würde, ob es August oder November ist. Aber doch, gerade war noch August, da bin ich mir sicher, und einer der gefühlten Hauptunterschiede war der Stand (und die Kraft) der Sonne. Heute Morgen habe ich das erste mal den Eiskratzer wieder rausholen müssen – halt, Korrektur, wenn ich gewusst hätte, wo der schon wieder ist hätte ich ihn sicherlich rausgeholt. So musste mal wieder meine arme, fragile Parkscheibe herhalten, mit dem ersten zärtlichen Eisfilmchen kommt sie gerade so noch klar. Und wie jeden einzelnen Morgen setze ich mich dann in mein Auto und mache ein Foto von mir. Chronologien sind was feines. Heute frier ich. Gut, dass ich diesmal nicht auf Ledersitzen sitze.

Väterchen Frost

Väterchen Frost

Rurr rurr rurr BROMMMMM! Ein beruhigendes Geräusch, wenn der alte Reihensechszylinder ohne Mucken anspringt und gierig die Kanaleinspritzung befüttert. Meine Burg aus Grauguss und Stahl. Treu, jeden Morgen, wer ist das denn schon. Um mich herum erbunten die Blätter an den Bäumen, der fortschreitende Oktober lässt keine Zweifel mehr am nahenden Winter und ich fahre in einen der letzten Sonnenaufgänge, die ich in diesem Pendeldurchgang erleben werde. Denn bald ist es auch um diese Zeit morgens stockdunkel. Aber in den Ferien, wenn ich keines meiner Töchterchen frühmorgens mit guter Laune und Schulbroten versorgen muss, kann ich ein paar Minuten länger schlafen und später losfahren. Schnurr, mein Daimler, schnurr auf die A7 und sag doch nicht schon immer viel zu früh, dass du mal wieder einen kleinen Schluck Öl haben möchtest 🙂

Fahrn fahrn fahrn auf der Autobahn

Fahrn fahrn fahrn auf der Autobahn

Wissen Sie was? Die immer gleiche Welt verändert sich mit jedem neuen Tag, und es ist irgendwie ein wunderbares Gefühl, mitzuerleben, wie die Jahreszeiten das immergleiche Szenario in ein immer anderes Licht tauchen. Macht mich die aufgehende Sonne poetisch? Dieser goldene Streifen am Horizont? Oder ist es die immer neue Musik, die ich mir in diesen Tagen durch die nicht so wunderbaren Lautsprecher meines dahingleitenden Autos anhöre? Heute Morgen ist mal Heather Nova dran, 300 Days at Sea. Ja, vielleicht ist es eher die Musik. Und bevor mein halbfinnisches Fräulein Altona jetzt beim Lesen kopfschüttelnd zurück zu irgend einer skandalösen Promi-Gossip-Website wechselt, weil ich ihr schon wieder viel zu viele Geigen ausgepackt habe, philosophiere ich lieber noch ein bisschen physikalisch dozierend über das werdende Tageslicht.

Leben auf der Überholspur

Leben auf der Überholspur

Noch vor 6 Wochen wäre es absurd gewesen, um diese Zeit mit angeschaltetem Licht zu fahren. Die Sonne hätte schon mit aller Kraft eher zum beherzten Benutzen der Klimaanlage aufgerufen. Heute nicht, es ist ja auch schon 6 Wochen später. Und alles ist ohnehin anders. Die Morgendämmerung, einen sonnigen Tag ankündigend, taucht das flache Holstein in ein mediterran anmutendes Licht. Diese Farbe, so habe ich in meinem Physikstudium gelernt, kommt durch den flachen Winkel, mit dem die Sonne durch die aus dieser Perspektive gesehen dann sehr dichte Atmosphäre durchstrahlt. Da bleibt eine Menge buntes Licht auf der Strecke, wird rausgebeugt und rausgestreut an dem ganzen Dreck da oben – und übrig bleibt ein leuchtendes Orange. Das soll mir recht sein, das ist nach Leuchtgelb eine meiner Lieblingsfarben.

Kein Heiligenschein

Kein Heiligenschein

Heather schluchzt sich die Seele aus dem hübschen Leib, und ich kann links über dem ansonsten so grauen Neumünster die Sonne sehen. Darauf einen Kaffee. Glucks. Die anheimelnd beleuchtete Schaltkulisse des Daimlers ist wie geschaffen für eine Kaffeetasse, und in meiner Kanne ist noch fast ein ganzer heißer Liter. Mit Milch. Das wird bis kurz vor den Elbtunnel reichen 🙂 Ist es nicht schön, einen langen einsamen Ritt durch das Land hin zu einem Job zu machen, der einen erfüllt, der Spaß macht? Und wenn man dann auch noch gern Auto fährt und gern Musik hört und durchaus auch mal gern allein mit sich und der Umgebung ist? Dann ist doch eigentlich mal alles gut, oder?

machen wir es uns warm

machen wir es uns warm

Durchaus ist es das. Über das 80er Jahre Schlimm-Furnier Wohnzimmerholz-Bedienteil drehe ich die legendäre, ja geradezu sagenhafte Heizung des 23 Jahre alten Stuttgarter Kantholzes ein bisschen höher und werde umgehend umschmeichelt mit einer Hitzewelle, die nach einem Aufguss schreit. Zum Mischen ist Fingerspitzengefühl gefragt, nix Klimatronic, für einen kleinen verschwitzten Moment bin ich ein wenig abgelenkt von dem Szenario da draußen. Und irgendwann stimmt der Temperatur-Mix. Noch einen Kaffee? Och ja gern. Über den vorbeiflitzenden Feldern wabert Bodennebel, die Gräser sind feucht und kühl und Millionen von Spinnennetzen spannen sich, sogar von hier aus sichtbar, über die Weiden. Es ist sehr friedlich zu dieser Zeit auf der Autobahn, alle hängen ihren Gedanken nach und sind mit sich und der erwachenden Welt um sie herum im Reinen.

Im Frühtau zu Berge?

Im Frühtau zu Berge?

Himmel, was ist denn heute mit dem Typen los, ist der unter die Dichter gegangen? Äh… ja, schon immer 🙂 Ist es Ihnen noch nicht aufgefallen? Ich sehe die Welt wieder einmal mehr mit den fröhlichen Augen eines Kindes, mit dem Optimismus eines jungen Mannes und mit der Gelassenheit eines 40jährigen, der schon eine Menge erlebt hat und sich deshalb schon immer an den kleinen Dingen im Leben erfreuen konnte. Und hier ist so ein Ding, auf den ersten Blick klein, bei genauerer Betrachtung wunderschön und riesengroß. Ein neuer Tag erwacht. Ich habe einen Job, zwei gesunde Kinder, eine Freundin die mich liebt und eine Welt um mich herum, die es wohl insgesamt ganz gut mit mir meint. Und das jeden Morgen wieder. Wer sollte da nicht ins Träumen geraten?

Sandmann

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

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26 Responses to Und jeden Morgen anders.

  1. bronx.1965 says:

    Sandmann,

    schöne Bilder. Es ist schon verrückt, vor zwei Wochen hatte man früh das Dach offen, heute brauchst Du Licht. Wie SCHNELL hat sich dieser „Sommer“ doch verabschiedet.
    Vielleicht ist man einfach durch dessen „Kürze“ noch süchtig nach Sonnenlicht.
    Mir jedenfalls geht es so.

    Zu Bild eins ne Frage: Wo hast Du bloß diese Tasse her? Da ist ja ne Matroschka drauf!
    Ist das`n Erbstück? Nee…, grins, sowas kenne ich aus meiner Kindheit ! :)) Rührend!
    Wie ist das denn über den großen Zaun gekommen? Oder warst Du auch mal zu Besuch im „großen, sinnlosen, weitem Land“?

    Zum Daimler: Ja schnurrr, immer zu Diensten das Teil. Wenn ich den Kaufpreis bedenke, frage ich mich schon, wieso Leute einen Haufen Geld für`n Auto ausgebeben, was 1. hässlich ist, 2. keine Emos rüberbringt, 3. die ganze Wertverlustarie ertragen zu müssen.
    Da lob ich mir unsere vier, zwanzig jahre alten Autos, Wertverlust findet praktisch nicht mehr statt, Reparaturen immer noch (relativ) einfach zu machen.
    Auch ich genieße das Brummeln meines Ommis, die „Fernsehsessel“ und das heute immer noch äußerst kommode Fahrwerk. Kaum zu glauben, dass das in den frühen 80ern entstand.

    Eins noch, man merkt Dir die Freude über deinen neuen Job an. Gelassener und ruhiger kommst du rüber.

    Erleuchtete Grüße :)) und ein freundliches WE,
    Bronx

    • Sandmann says:

      Bester Bronx,

      die Tasse ist aus dem Butlers, also demnach keine echte aus Russland 🙂 Ich fand sie sehr schön, bei meiner Freundin stehen auch zwei auf dem Küchenregal…

      Ja, der Daimler schnurrt. Aber ich muss aus finanzielen Gründen mal über eine Bahnfahrkarte nachdenken, das Volltanken zweimal die Woche kann mir keine Steuererklärung dieser Welt wieder reinholen. Teuer teuer.

      Ich muss unbedingt mal einen Senator haben, einen 3.0 mit dem Digitaltacho. Hässlicher und 80erer geht glaube ich nicht. Zurück in die Zukunft für den kleinen Geldbeutel! Aber der schluckt dann ja auch wieder so viel 😉

      Und ja, mein Job macht mir Spaß. Gelassener, sagst du? Was mir allerdings fehlt ist Zeit. Zeit zu Hause, Zeit mit den Menschen die ich liebe und Zeit für mich. Das ist ein Problem, aber schauen wir mal, wie sich alles entwickelt…

      Schönen Sonntag noch!
      Sandmann

      • bronx says:

        Ja, verbrauchen tut er viel, der Seni. Aber Kurzstrecke bestraft ja auch dein Daimler mit absurd hohen Verbräuchen. Der 3,0er unseres Seni konsumiert dann schon mal 15 / 16 Liter. Aber, gefahren wird er nicht jeden Tag. Dafür wurde er auch nicht angeschafft. Es war der unfassbare Kilometerstand von 19 Tkm, Vollausstattung (ja, auch Digitacho, den ich übrigens auch nicht mag aber er gehört zur Ausstattung), die 83 jährige Erstbesitzerin und eine lückenlos belegbare Vita des Wagens. Dazu ein Kaufpreis, der nur geringfügig über Abwrackprämienniveau lag. Kurz- der Glücksfall vom Stammtisch, nur wirklich geschehen. Wer da nicht kauft, ist selber schuld.
        Aber das Fahrgefühl, der Geruch des Leders, die Gelassenheit mit der der 3,0 seine NM verteilt, sind genial UND entspannend.

        Zeit für unsere Lieben haben wir alle zuwenig, deswegen schätze ich kommode Fortbewegung VON und ZUR Arbeit mit einem Auto, was mich entspannt, damit ich relaxt ankomme. Und das schafft schon mein täglicher Omega, egal ob der 2,0er Cvan, oder die 2,6er Limo.
        Gott sei Dank habe ich es nicht so weit, wie du. Dann würd ich auch nachdenken…:(

        Bronx

        • Sandmann says:

          Ay Bronx,

          ich bin ja eigentlich Onliner, deshalb habe ich die heftige Hoffnung, mittelfristig auch an einigen festen Tagen in der Woche einfach von Zu Hause arbeiten zu können. Aber das ist Zukunftsmusik, und bis dahin pendel ich zufrieden und höre so meine Musik tagein tagaus 🙂

          Du hast mich neugierig auf den Senator gemacht…. 🙁
          Aber du hast mich auch falsch verstanden, den Digitaltacho finde ich GEIL!!! Wenn schon so ein grottenhässliches Auto, dann aber auch richtig!

          Sandmann

          • bronx says:

            Moin Onliner,

            Warum mußt du trotzdem ins Büro nach HH, das ginge doch auch virtuell? Ich wünsche dir dass das mal klappt mit „von Zuhause aus“ arbeiten. Eigentlich ist es doch in deinem Job egal, WO man am Rechner sitzt. Da schwärmen die ITalos immer, alles ginge von jedem Ort der Erde und dann sowas.

            Ja, der Seni ist`n Glücksfall gewesen. Mein Großer war ganz aus dem Häusschen.
            Das Ding ist Bj 90, bis 93 gefahren, dann einmal noch 95 angemeldet, seitdem abgemeldet gewesen. Nach Tausch ALLER Betriebsstoffe, überholter Bremsanlage und einer Modifikation der Abgasanlage ist er unsere „Zeitmaschine“ für die schönen Momente des Autofahrens. (Aktuell: 23 Tkm)
            Manchmal kann ich es immer noch nicht glauben, dann schleich ich rüber zu den Garagen, knippse das Licht an und da steht er dann, bordeauxrot, Leder hell, total original, schwärm… :))

            Einen entspannten Wochenbeginn wünscht
            Bronx.

            • Sandmann says:

              Hihi…..
              du bist Autoverrückt, du passt hier gut hin 🙂

              Klar ginge arbeiten von zu Hause aus, allerdings bin ich ja noch recht neu, und da ist es gut, wenn man sich kurz abstimmen kann, auf Zuruf. Und ich sitze ja prinzipiell auf mehreren Projekten, da sind mal kurz Ideen und Texte gefragt. Das ist dann schon alles ein bisschen persönlicher, wenn man sich das Auge in Auge sagen kann.

              So oder so, ein Leben lang werde ich nicht jeden Tag von Kiel nach Hamburg pendeln. Allein die Kosten! … Wir werden sehen.

              Dein Sein klingt ja echt traumhaft. Hast du irgendwo einen Link auf ein paar Bilder…?

              Sandmann

              • bronx says:

                Grins, 🙂
                da ich Internettechnisch echt der späte Sünder bin, überlass ich das meinem großen Sohn. Link mit Bildern folgt.
                Ich arbeite dran. :))

                Bronx

                • Sandmann says:

                  Cool. Lass dir gern Zeit, ich bin schon angefeixt genug von der Karre. Wenn ich jetzt auch noch BILDER zu sehen bekomme suche ich mir einen lieben Käufer für den 260E und will Sein fahren 😀

                  Sandmann

  2. Daemonarch says:

    Herrlich, genauso hab ich diesen Jahreszeitenwechsel auch empfunden…
    Zum Glück musste ich noch nicht kratzen, lange kann es aber nicht mehr dauern.

    Mittlerweile bin ich fast froh über die minimalinstrumentierung im Astra, keine Ölstandswarnung, kein Öldruckmanometer, nichtmal ein Drehzahlmesser, und soll ich ehrlich sein?
    Ich vermisse es gar nicht mehr. Überflüssige Informationen. Okay, sollte der Öldruck irgendwann unerwarteterweise mal ganz ausbleiben muss ich schnell sein, und idealerweise nicht in einer Baustelle, aber auch mit Manometer is das nicht anders.

    Dennoch vermiss ich manchmal meinen Benzi ganz dolle, und wünsch mir ich kann ihn mir irgendwann wieder leisten.

    • Sandmann says:

      Hey Daemonarch,

      klopf doch im Frühjahr mal an meine Tür, dann wird der Daimler wieder zu haben sein. Mit frischem ATF und vielleicht sogar mit neuer Steuerkette, auf jeden Fall mit frischem TÜV und Kaltlaufregler. Ich werde ihn dann gegen einen RICHTIGEN Klassiker tauschen, irgendwie ist der mir noch nicht schräg genug 🙂

      Aber viele Instrumente mag ich eigentlich ganz gern… Obwohl… gestern bin ich mal wieder mit meinem KaSi zum Einkaufen gefahren, damit der sich auch mal wieder bewegt. Mehr Auto braucht echt kein Mensch. Im November wird es mal wieder eine kleine Tour geben…

      Sandmann

  3. Squonk says:

    Moin Sandmann,

    ja, die Ölstandanzeige, die ist schon toll. Zuverlässig vermeldet sie, wenn der Pegel an der Min-Marke des Peilstabes angekommen ist und gemahnt den Mann am Volant, doch mal wieder einen Blick unter die Haube zu riskieren, um einen oder zwei Liter des güldenen Lebenselexieres nachzufüllen. Die Benutzung des Peilstabes ist mithin (fast) überflüssig. Der W124 vermeldet, wenn ihm ein Liter fehlt… andere Marken melden sich erst, wenn noch ein Liter Restmenge verbleibt 😉

    Ich weiß ja nicht, wie lange Du den guten 260er noch fahren willst, aber sollte der Öldurst gar heftig sein, könnte man über neue Ventilschaftdichtungen nachdenken. Daran gebricht es den M102/103 gern im Alter. Erstens nimmt es der Kat irgendwann übel, und zweitens sammelt sich Ölkohle auf den Ventilen, und irgendwann reißt mal eines ab, und dann… diesen Tod ist schon so manches Aggregat gestorben, das sonst noch viele Jahre weiter hätte schnurren können.

    …zur Heizung: Diese läßt sich eigentlich sehr gut und präzise dosieren. Sollte das nicht der Fall sein: Den Sollwert erhält die Regelung von einem Temperaturfühler, der sich hinter dem kleinen Gitter, welches sich an der Innenleuchte/Schiebesdachschalter-Einheit befindet, versteckt. Hier setzt sich gerne mal Staub ab – Durchpusten schafft Abhilfe. Und damit nicht genug: Damit der Fühler korrekte Werte liefert, wird er beständig von einem Luftzug umströmt. Dafür sorgt ein kleines Gebläse, das hinter dem Handschuhfach wohnt, und Luft über einen Schlauch zum Fühler ansaugt. Horche er mal, ob es dort leise summt, denn dieses Gebläse verstirbt gern mal im Alter. Ein kleiner Papierschnipsel, unter den Temperaturfühler gehalten, verschafft auch schnell Klarheit über die Funktionsfähigkeit des Systems.

    Und noch ein Tipp zur dunklen Jahreszeit: Die Scheinwerfer sind schnell ausgebaut, die Streuscheiben finden ihren Weg in die Spülmaschine, und werden dann noch die Reflektoren mit einem weichen Tuch gereinigt, ist anschließend das AHA-Erlebnis garantiert 🙂

    Gruß vom Squonk, der sich gerade köstlich über einige Diesel-Tuning-Götter bei Motor-Talk amüsiert…

    • Sandmann says:

      Hey Squonk,

      wow, da kommen wieder einige dieser unbezahlbaren Praxistipps! Vielen Dank. Ich hatte gedacht, dass die Temperaturregelung im Benz rein mechanisch ist. Ich werd die von dir angesprochenen Ecken mal examinieren. Schräg, da freu ich mich drauf 🙂

      Die Schaftdichtungen werde ich nicht ersetzen, auch wenn das bein dem Motor recht einfach sein soll. Aber der Öldurst ist mäßig, da bin ich von den verschleißenden Nikasilbuchsen am V8 anderes gewohnt. Aber eine neue Steuerkette und einen Kaltlaufregler werde ich dem Daimler noch gönnen, damit ich ihn im Frühjahr mit gutem Gewissen in neue Hände geben kann! Zum Materialpreis sozusagen.

      Er ist übrigens schon mal geschweißt worden, habe ich gesehen. Die vorderen Querlenker haben um die Aufnahmen rum saubere Nähte, und auch die hinteren inneren Radkästen (wo er gern mal um die Gummistopfen rostet) sind makellos, genau wie die hinteren Radläufe. Ich scheine da ein doch recht ehrliches Teil erworben zu haben.

      Sodenn, ab in die Sonntagssonne, in den bunten Blättern toben 😀

      Sandmann

  4. Daemonarch says:

    @squonk – Als Motortalker sag‘ ich – her mit dem Link! 😀

  5. Markus1975 says:

    Hey Jens

    Der gute alte Benz. Dein treues Arbeitstier welches Du nicht mehr hergeben möchtest. So glaube ich jedenfalls. Es sei denn Dir läuft tatsächlich ein richtig schöner Klassiker über den Weg. An was hast Du denn so gedacht an diesen doch schon recht kalt gewordenen Tagen? Spritvernichter oder Sparwunder? Ok. Du stehst auf BLECH. Kein Platebomber. Und ein bißchen mehr Hubraum. Platz im Innenraum sollte vorhanden sein. Und JA! Bloß kein Kombi. 😉
    Ich persönlich würde da bei Mercedes, BMW, Opel und auch Ford fündig werden. Warum denn nun Audi nicht? Hm. Habe ich schon. 😉
    Aber kommen wir einmal zu diesen schönen Aufnahmen Deiner kleinen Herbspendlergeschichte zurück. Sei froh das Du so schöne Momente in Deinem Auto noch genießen kannst. Riding in the sun
    Ich habe dies schon sooo lange nicht mehr gehabt früh morgens raus mit Kaffee unter den Arm ins Auto und tatsächlich einen Sonnenaufgang genießen zu können. Kein anderer mit an Bord. Die ersten wärmenden Strahlen durch die Scheiben des Wagens noch intensiviert genießen und gleichzeitig eine innere Ruhe finden…dies waren wirklich schöne Momente. Auch wenn dieses Gefühl nie lange anhielt, da einen der Verkehr recht schnell wieder einholte.
    Manchesmal wurde sogar das Radio komplett ausgemacht. Nur die Fahrgeräusche des Wagens haben mich dann begleitet. Meine eigene kleine Welt. Und da vorne, da geht „meine“ kleine Sonne auf. Irgendwie abgefahren ich weiß. Aber wenn man sich auf einer kleinen Reise befindet auf den Weg zu Freunden ist und keinen Termindruck verspührt sollten selbst dem gnadenlosesten Raser solche Gedanken einmal kurz kommen. Oder er greift fluchend zur Sonnenbrille und verkriecht sich tief hinter das Lenkrad. 🙂
    Ja der Herbst hat seine schönen Seiten. Man wuselt im Garten rum, macht diesen wie sein Auto winterfest. Dabei vergisst man wie ich jetzt die äußeren Temperaturen und fängt sich richtig böse etwas ein. Dicke Nase, schweres atmen, Rückenschmerzen…habe ich zu einer Grippe etwas vergessen? Außer das allgegenwärtige Fieber. Urgs

    Verschnupfte Grüße

    Markus der noch bis Dienstag „frei“ hat

    • Sandmann says:

      Guten Morgen Krankgeschriebener,

      da hast du natürlich Recht, morgendliche Fahrten zur Arbeit oder noch besser die Touren am Freitag Abend zu irgendwelchen Freunden sind super! Ich freu mich auch schon wieder auf die eine oder andere Tour zu meiner Schwester oder meinem Papa nach Niedersachsen, einfach mal einen oder zwei Tage die Seele baumeln lassen und sabbeln und Rotwein trinken. Herrlich.
      Problematisch wird es immer erst, wenn du JEDEN Morgen kurbelst und fahren MUSST. Aber noch macht es mir jede Menge Spaß 🙂

      Wie kommst du darauf, dass ich den Daimler nicht mehr hergeben werde? Ich glaube nicht, dass er mir so sehr ans Herz wachsen wird. Ich mag ihn, er ist treu und groß, aber er ist nur ein Auto. Da habe ich andere Wünsche. Mein Plan sieht vor, dass ich im nächsten Jahr mit dem Golf meines halbfinnischen Fräulein Altonas pendeln werde (der Bon Jovi, der hier auch schon erwähnt wurde) und nebenher einen ECHTEN Klassiker fahre bzw. mit ihr teilen werde. Ganz oben in der Liste steht ein Taunus Coupé vor 1973 oder ein Daimler /8 vor 1971. Außerdem bekommt der KaSi irgendwann Straßenzulassung, und dann ist der Granada meine einzige Baustelle. Ein Traum 🙂

      Ich wünsche dir gute Besserung. Freu dich auf vier Winterreifen und eine große Kiste voller cooler Teile für den V8, die ich dir am Samstag zusammengestellt habe!

      Sandmann

  6. Markus1975 says:

    Hey Jens

    Danke für die guten Wünsche. 😉

    Ohaaaa. Du pendelst momentan, möchtest aber irgendwann von zu Hause aus. Du arbeitest für die Sterne. Tja. Da tendiere ich zu einem /8 mit einem sechszylinder Benziner. Kultauto, Ecken und Kanten…aber Spritvernichter! Aber wenn Du von zu Hause aus… . Außerdem wird sich Dein Halbfinnisches Fräulein extrem in dieser Kiste fühlen. Außerdem Platz OHNE Ende.

    Über die Teilekiste freue ich mich wie…hüpf. 😉
    Wann wollen wir denn den ganzen Kram über die Bühne bringen?
    Mit Tim habe ich schon alles geklärt. Pumpe geht heute noch raus und er schaut sie sich an. Mal sehen…
    Was hast Du eigentlich für eine Schuhgröße? Melanie fragt da gerade nach. Du weißt schon warum. Der Winter kommt. 😉

    V8 mäßige Grüße

    Markus

    • Sandmann says:

      Ay Markus,

      die Teilekiste und die Winterreifen kann ich dir vielleicht am Wochenende rumbringen. Wir sind von Samstag auf Sonntag in Hockenheim beim Finale der DTM, und entweder auf dem Hinweg (Samstag GANZ früh) oder auf dem Rückweg (Sonntag GANZ spät) könnte ich… hm… nee das finde ich beides doof. Ich denk nochmal nach. WENN ich Freitag nochmal nach Kiel zurück fahren sollte, dann kann ich dir den Kram Abends rumbringen. Passt das zeitlich? So gegen 19:00 Uhr? Meld dich mal.

      Und ein /8 ist der Traumwagen meines halbfinnischen Fräulein Altonas. Von daher…

      Der Sandmann

  7. pewu says:

    Tja Hallo Ihr alle,

    schrieb ich nicht neulich von meiner kleinen Welt – wie sie wunderbar harmonisch war. Ich kann nur sagen, dass Du Sandmann vollkommen recht hast jeden Tag zu genießen – auch wenn es morgens dunkel & kalt ist und nur 6 statt 8 Zylindern fossile Treibstoffe vernichten.

    Meine kleine Welt erlebte vor gut 2 Wochen einen jähen Dämpfer: erst kribbelte es in der rechten Gesichtshälfte und dann auf der ganzen rechten Seite… Neurologie mit allen Schikanen. Nach einer Woche kam dann raus, dass es nur ein unangenehmer aber leicht heilbarer Infekt ist.

    Ich kann Euch sagen, wenn man da nach Hause kommt genießt man dann genau die kleinen Dinge seiner kleinen Welt: Kinder, Frau, Tasse Tee mit allen zusammen…

    Achja – gegen später bin ich dann die Garage in den Granni und habe den Duft aus 70er Kunststoff und Hohlraumwachs genossen. Ein Genuß auch der Ghia-Nicki-Stoff. Danach in den V8: Ledergeruch, rote Instrumentenbeleuchtung und Alanis Morissette’s „Thank you“ mit nem ehrlichen 1/4 kW auf die Ohren.

    Wellcome back!

    Gruß an alle mit ihren eigenen kleinen und wertvollen Welten

    Pewu

    • bronx says:

      Hey Pewu,

      ja, die kleine Welt… Manchmal wird sie sehr schnell zerbrechlich. Dann werden wir daran erinnert, wie schmal der Grat zwischen Freud und Leid sein kann.
      Ein gutes kann man daraus aber mitnehmen, die „kleinen“ Dinge gewinnen wieder mehr Bedeutung, wie Du selber sagst.
      Für mich galt nach meinem kardiologischem Aussetzer das gleiche:
      Welcome back!
      Das hast du wunderbar gesagt.

      Gute Genesung wünscht,
      Bronx.

      • Sandmann says:

        Epische Antwort von mir einen Absatz weiter unten 😉

        Ich selbst habe zum Glück erst ein einziges mal in gesundheitlichem Sinne die Erfahrung machen müssen, dass es auch ganz schnell mal aus sein kann.
        Vielmehr beunruhigt mich in meinem privaten Umfeld die Geschichte einer offensichtlich defekten Gasleitung im 10-Parteien-Haus, welche die benachrichtigte Hausverwaltung erst nach mehreren vergeblichen Anrufen begutachten lies. Und es war wohl zwei Minuten vor 12…

        Spannend, so ein Leben. Da kann kein Ego-Shooter dieser Welt mithalten…

        Sandmann

    • Sandmann says:

      Ay Pewu,

      mit einer kleinen Gänsehaut lese ich deine Zeilen…
      Viele Menschen „brauchen“ vermutlich ein derartiges Erlebnis, um sich wieder an den wesentlichen Dingen des eigenen, kleinen und global gesehen eigentlich völlig unwichtigen Lebens zu erfreuen. Heinz Rudolf Kunze, den ich persönlich entgegen aller Unkenrufe immer noch sehr gern höre, hat einmal in den späten 80er Jahren eine Textzeile eingebaut, die mir nie wieder aus dem Kopf gegangen ist:
      „Ich möchte nicht so einfach spurlos ins Vergessen gehn… Mein kleiner Tod ist doch das Ende einer Welt.“
      Da ist für mich seit dem viel Wahrheit drin. Es sind alles kleine Welten, von jedem einzelnen um uns herum, von der Kassiererin bis zum Top-Manager. Jeder hat sein kleines Leben, und jedes einzelne ist irgendwie wichtig. Für irgendwen.

      Und seit dem erfreue ich mich nahezu täglich an den einfachen, schönen Dingen um mich herum. Dem Sonnenaufgang, dem Nebel auf den Wiesen, dem Vogelgezwitscher an einem Sonntag Morgen oder einfach einem prasselnden Kaminfeuer und einem guten Glas Wein. Gar nicht so sehr, weil jeder Tag der letzte sein könnte, das ist mir ein bisschen zu fatalistisch. Sondern einfach, weil das die schönen Momente des Lebens SIND. Scheiß doch auf Aktienkurse und Weltwirtschaftskrisen, das kann ich alles sowieso nicht steuern geschweige denn ändern. Aber meine kleine Welt – die kann ich gestalten. Und meinen Kindern Werte und den Blick auf die Dinge mitgeben.

      Wie schön, dass dir diese Erkenntnis ohne bleibende Schäden gekommen ist. Ich wünsche dir von ganzem Herzen völlige Genesung, und möge deine Wahrnehmung der wirklich wichtigen Dinge in deinem Leben nun immer so aufmerksam bleiben 🙂

      Sandmann, berührt

  8. Markus1975 says:

    AyJens

    Du bist über das Wochenende in Hockenheim um über die DTM zu berichten? Oder einfach nur Spaß zu haben. Egal. Cool ist es auf alle Fälle und ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Spaß.
    Mit Freitag 19.00 würde passen, da ich mir heute noch einmal einen Nachschlag beim Doc holen werde. Ich noch völlig down und jede Bewegung fällt unglaublich schwer. Selbst die Garage hat mich die letzten 6 Tage nur einmal kurz gesehen. Ansonsten nur Bett, menschliche Bedürfnisse und ein bißchen Wohnzimmer. 😉
    Und Du hast irgendwie keinen Bock auf /8? Hm
    Dann doch eine alte Katze? So als sechszylinder soll ja auch ganz schön sein. Hehe

    V8 mäßige Grüße

    Markus aus einem etwas windigen Wahlstedt

    P.S. Schuhgröße?

    • Sandmann says:

      Ay Kranker,

      Hockenheim zum Spaß kann ich mir gar nicht leisten 🙂 Nein nein, das ist schon beruflich, was und wie viel wir daraus machen schauen wir mal.

      Zu den Autos… doch doch ich hab TOTAL Bock auf einen /8! Aber es gibt halt noch ein paar andere Autos, die mir sehr am Herzen liegen. Und wären wir bei Wünsch-dir-was führe ich im kommenden Jahr ein Taunus Coupé. Na wir werden sehen, den KaSi hab ich ja auch immer noch. Ne Katze ist mir zu zickig, die würde ich wenn dann nur mal einen Sommer als Gag, dann aber auch gleich als 12-Zylinder fahren. Alt und runtergekommen. Geld will ich für sowas nicht ausgeben…

      Dann werde ich heute Abend mal alles in den Daimler reinwuchten und dich Freitag auf dem Heimweg mit einplanen. Ich ruf aber vorher nochmal an. Bis dahin gute Besserung!

      Sandmann 🙂

      P.S. Ach ja. Schuhgröße ist 45. Gern schön groß!!! 😀 DANKE!

  9. Daemonarch says:

    Aloha…

    Hab gerade erst realisiert das du mir praktisch deinen Benz zum Rückkauf angeboten hattest..
    Das ist ein Missverständnis, zwei davon brauch ich nun wirklich nicht… Hab meinen ja noch, nur kann ich mir den zur Zeit finanziell nicht leisten.

    Irgendwann kommt die Zeit… (Dann natürlich auch mit nem detailierten Blogeintrag)

    • Sandmann says:

      Ay Daemonarch,

      das war auch eher augenzwinkernd gemeint 🙂
      Grüße aus Hockenheim von der DTM, wo sich meine Bänder am rechten Handgelenk sammeln wie bei Wolle Petra 😀

      Sandmann

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