Up!-Grade…. braucht man nicht!

Von Touranus

Das kleine Schwarze passt nicht Jedem

Das kleine Schwarze passt nicht Jedem

Ich fahre gerne mal neue Autos. Vor allem, wenn ich sie nicht selber kaufen muss. Also nutzte ich die Inspektion unseres Beetle Cabrios, um einen neuwertigen Leihwagen zu erhalten. Eine durchaus freundliche Mitarbeiterin teilte mir am Telefon mit, dass man für den vereinbarten Termin einen UP! bereitstellen würde. Es könnte sich aber auch um einen anderen Wagen handeln, sie würde sich morgen darum kümmern. Oh bitte, lass alle UP!s vergriffen sein! Ich will den neuen Golf! Sie waren nicht vergriffen! Lächelnd wurde mir ein schwarzer High-UP! vor die Füße gefahren. Und so begann mein etwas anderer Vergleichstest heute morgen um 08:00 Uhr, und seit dem habe ich starke Zweifel an der Kompetenz einer wöchentlich erscheinenden Auto Zeitschrift.

Ich habe ja viel positives über dieses, ähm, Auto gehört.

Vier Türen, von denen 2 völlig überflüssig sind

Vier Türen, von denen 2 völlig überflüssig sind

Nur nicht über den Preis, den finden alle zu hoch. Ich weiß jetzt: Er ist es! Das Ding vor meiner Nase kostet fast 15.000 Euro. Ich möchte jetzt mal darauf hinweisen, dass in meinem Kopf dieses Auto mit meinem „Notkauf“ Renault Laguna Bj.97 und einem 2007er Beetle Cabrio (den ich manchmal fahre) ständig verglichen wird. Das erste Rätsel: Was sollen die hinteren Türen? Ich bin eher unterdurchschnittlich groß. In Zahlen: Stolze 1,76m, folglich ist der Fahrersitz ziemlich weit vorne. Versuche ich nun aber trotzdem, hinten einzusteigen (und bohre meine Knie in die Fahrersitzlehne) bin ich auf einmal glücklich. Darüber, dass keiner meine Freunde einen UP! besitzt, in den ich eines Tages angeheitert hinten einsteigen muss. Sorry VW, mein alter FOX hatte dort deutlich mehr Platz! Meinen Hund lasse ich mal lieber nicht hier rein. Der Knirps hier gehört mir ja nicht.

Klavierlack nennt sich das. Warum???

Klavierlack nennt sich das. Warum???

Ich rutsche hinter das stylische Lenkrad und schließe die Tür. Und schließe die Tür. Und bekomme sie beim dritten Versuch tatsächlich zu. Himmel, die wird am Endes Tages nach innen aufgehen, jede Wette! An der Ampel vertreibe ich mir die Wartezeit und zähle die verschiedenen, deutlich sichtbaren Fingerabdrücke auf dem von der oben erwähnten Auto Zeitschrift hochgelobten Klavierlack. Ich habe gerade online in der Ausstattungsliste nach der 100er Packung Microfaser Tücher gesucht. Was mit anderen Tüchern passiert, kann man später auf der Nahaufnahme des Radios sehr gut erkennen. Ich starte den Motor, und der ganze Wagen schüttelt sich wie meine alte Waschmaschine im Schleudergang. Im Leerlauf vibriert er spürbar vor sich hin. Das ist also die tolle Laufruhe, die VW dem 1,0 Liter Dreizylinder anerzogen hat. Aha! Später am Abend werde ich in meinen 97er Laguna mit 197.000km steigen und nach dem Dreh am Schlüssel sehr glücklich lächeln. Und dann folgt der Tritt auf das elektronische Gaspedal, ich muss mich in eine sehr stark befahrene Straße einreihen. Arbeitet in diesem Auto ein C64? Ich muss das Pedal fast halb durchtreten, bevor die Befehle endlich vorne umgesetzt werden. Und das bessert sich auch nicht bei höherem Tempo. Am Motor kann es eigentlich nicht liegen. Der hat in meinem Fox echt schneller reagiert. Himmel, ich beginne meinen Renault zu vermissen.

Einen Gang höher schalten, bitte. Wie, bei 5 Gang Getriebe?

Einen Gang höher schalten, bitte. Wie, bei 5 Gang Getriebe?

Ich muss mich für das verwackelte Bild entschuldigen, das hochgelobte, super komfortable Fahrwerk ließ während der Fahrt den Stabilitätssensor meiner Kamera leider verzweifeln. Was man in der rechten Ecke des Displays sieht, ist die Schaltempfehlung für ökonomisches Fahren. So etwas finde ich eigentlich klasse (und El wird mir da Recht geben). Aber hier und in diesem Auto ging das Ganze voll nach hinten los. Warum? Zu allererst musste ich einen Termin wahrnehmen und  deshalb eine steile, innerstädtische Steigung erklimmen. Das Display meldet mir, den 5. Gang zu nehmen und zeigt mir links davon an, gerade 12 Liter zu verbrauchen. Nur leider kommt man hier kaum hoch im 5. Gang. Also schalte ich wieder runter in den vierten und nehme die Last vom Motor. Prompt meldet die Verbrauchsanzeige 7,5 Liter während rechts davon wild darauf hingewiesen wird, wieder den 5. zu nehmen. Es wird aber noch besser und zum Schluss skurril. Am Ortsausgang verlasse ich einen Kreisel und beschleunige auf einer kerzengeraden Strecke. Bei 70 wähle ich den 5.Gang und UP! bittet mich, doch lieber wieder den 4. zu nehmen. Hä? Ich bin verwirrt, aber als dann dieses Foto entsteht, treibt er es auf die Spitze. 80 km/h im 5. und somit höchsten Gang bittet er mich hochzuschalten! In welchen Gang? „R“ für Ralley???

Kofferraum? Klar dem Fox unterlegen!

Kofferraum? Klar dem Fox unterlegen!

Nun führt mich ein sehr kurviger Weg über Landstraßen und durch kleine Dörfer zu meinem Baumarkt. Ich weiß, das klingt wie: Steht ein UP! vor’m Baumarkt…. Aber ich muss irgendwie meine Hifi Anlage ins Wohnzimmer integrieren, und gemäß weiblicher Richtlinien MUSS das im Einklang mit der existenten Möbelwahl harmonieren. Also brauche ich Regalträger, Holz und Glasplatten sowie 4 Meter Kabelkanal. Fragen Sie nicht, meine Anlage ist umfangreich 😉 Mein erstes Problem ist die „excentrische“ Lenkung. Der uralte Renault lenkt trotz defekter Koppelstangen immer sehr direkt ein, und selbst der behäbige Beetle lässt sich präzise steuern. Der UP! trägt mich erstmal in den Gegenverkehr. Ich kenne nur wenige Autos, die dermaßen indirekt einlenken. Im Kopf formuliere ich bereits den Leserbrief an eine bestimmte Zeitung. Aber zusammen kommen wir heile an, und wenn ich gewusst hätte, was das Lächeln der anderen Autofahrer auf dem Parkplatz bedeutet hat, Himmel, ich wäre sofort wieder nach Hause gefahren. Alleine schon der leise an seine Frau gemurmelte Kommentar des Mannes hinter mir an der Kasse „Das wird gleich lustig draußen…“ hätte mich aufhorchen lassen – wenn ich es denn auch auf mich bezogen hätte. Aber: Kombi braucht man ja laut Sandmann nicht und deshalb lehnte ich auch freundlich lächelnd und durch die geschlossenen Zähne pressend das Angebot des hinterher eilenden Verkäufers ab, die Kabelkanäle in zwei Teile zu sägen. Wenn Sie das Foto vergrößern, sehen Sie, das man auch durchaus etwas quer durch den ganzen Wagen legen kann. Vorausgesetzt, Sie sind alleine dort. Ich vermisse meine 15 Jahre alte Schrottmühle zu diesem Zeitpunkt….

Kann nicht mal ID3 Tags. 2012???

Kann nicht mal ID3 Tags. 2012???

Zum Glück habe ich ja eine CD mitgenommen. Also rein damit und gute Laune bekommen. Okay, hätte hier nicht jemand den Bass raus genommen. Eingefleischte VW Fahrer drücken jetzt auf „Menü“, wählen „Sound“ und geben den Boxen Saures. Hier führt es in ein Untermenü, in dem sich alles einstellen lässt, außer Höhe und Bass. DEN Knopf findet man hier rechts neben der CD Auswurftaste. Das finden übrigens die gleichen Motorlournalisten Klasse, die jedem moderneren Autoradio Punkte abziehen, weil sie zu kompliziert sind. Ja nee, is klar! 😉 Und dass dieses Radio im „High UP!“ nicht mal ID3 Tags, also Titelnamen usw. anzeigt, ist auch total UP to date! Hey Leute – mein Kenwood hat 55 Euro gekostet und kann das. Wer das Foto mal anklickt, wird sehen, warum ich weiter oben auf die Microfaser hingewiesen habe.

Das Beste passierte dann allerdings Zuhause. Schwungvoll vor die Haustür fahren und den Rückwärtsgang einlegen. Und auf einmal ist Stille im Auto. Warum? Ich bekomme einen riesigen Schreck, ob meine CD jetzt etwas im Leihwagen zerstört haben könnte und erkenne verwirrt ein durchgestrichenes Lautsprechersymbol im Display. Und das bekomme ich nicht weg. Ich verschiebe das Problem auf später und will weiter in die richtige Parkposition rangieren. Und bekomme beim Einlegen des ersten Ganges fast einen echten Herzinfarkt, weil auf einmal das Radio wieder mit voller Lautstärke losbrüllt. Also schaltet das Radio beim Einlegen des Rückwärtsganges den Ton aus. Warum? Also ehrlich, wer durch das Radio zu abgelenkt ist um sicher rückwärts zu fahren sollte mal freiwillig zum Führerschein Eignungstest gehen. So ein Schwachsinn!

Kasko

Kasko

Mein Blick fällt zufällig auf den Prospekt auf dem Beifahrersitz, welchen die nette Verkäuferin dort mit der Schrift nach unten hingelegt hat. Neugierig drehe ich ihn um. Und bereue sofort jeden Test, den ich mit diesem Auto gemacht habe in Unwissenheit, dass im Falle eines Unfalls 1.500 Euro weg gewesen wären. Schluck! Später am Abend erfahre ich dann noch, dass zu den 18,50 Euro inklusive 50 Kilometer (danach 4 Cent/km) auf wundersame Weise noch 2,11 Euro Spritzulage (obwohl ich innerhalb der 50km geblieben bin) kommen. Nun ja, den Spaß war es mir wert. Was bleibt unterm Strich? Enttäuschung! Enttäuscht von einem modernen Kleinwagen, der in der „Fachpresse“ in den Himmel gelobt wird und doch in der Realität die Erwartungen nicht erfüllt. Ich kann es beurteilen. Ich habe viele Neuwagen und Gebrauchtwagen über sehr lange Distanzen gefahren. Zuletzt einen neuen Touran über 4,5 Jahre…

Ich steige um 17:30 Uhr in meinen 1.000 Euro teuren, 15 Jahre alten Laguna mit 197.000km auf der Uhr. Ich sinke in wirklich bequeme Sitze und höre, wie bei der ersten Umdrehung der absolut öldichte Motor nach einer halben Anlasser Umdrehung seinen Dienst aufnimmt. Ich spüre, wie die Kupplung nach 1cm Weg sanft einkuppelt und das Seilzug bediente Gaspedal alle Befehle sofort vom Motor umsetzen lässt. Alle Schalter sind immer noch beleuchtet und jede Komfortfunktion erledigt reibungslos den Dienst. Und das nach 12.000km, die ich ihn mittlerweile bewege.

Ausstellfenster

Ausstellfenster

Er ist halt alt, aber er ist ein richtiges Auto. Ohne große Kompromisse, wie „ausstellbare Fenster“ hinten, statt komplett runterfahrenden. Einem großen Kofferraum und der richtigen Menge an Beulen und Dellen, um vom Verkehrsalltag zu erzählen. Who cares about the next? Ich nicht. Dieser Wagen hat alle Extras, die mir wichtig sind, und wenn ich das nächste mal in einer namhaften, wöchentlich erscheinenden Zeitung eine Lobeshymne über einen technisch völlig overengineered Kleinwagen lese, werde ich lächeln und aus dem Fenster auf meinen alten Kombi blicken. Sollen andere 15.000 Euro für Technik ausgeben, die kein Mensch braucht, und auf Platz und Komfort verzichten. Ich werde es nicht! Nochmal: Ich mag Neuwagen und ich bin absolut begeistert von Technik. Aber im Alltag muss sie ihr Geld wert sein. Wir sehen uns beim Baumarkt… oder bei REWE, Famila, ALDI, IKEA…….

Euer Laguna fahrender Touranus 😉

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Über Touranus

Autofahren ist für mich mehr, als nur von A nach B zu kommen. Man erlebt halt einiges mit seinem Auto.... und darüber zu sprechen, kann enorm viel Spaß machen!!!! In meinem Leben vor dem Arbeitsalltag verbrachte ich unzählige Tage mit meinem besten Freund in einer Schrauber-Scheune... Also, ein bißchen Ahnung vom "Heiligen Blechle" hab ich auch ;-) Und nun ist ein Kapitel mit einem alten Schweden aufgeschlagen ;-)
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13 Responses to Up!-Grade…. braucht man nicht!

  1. Daemonarch sagt:

    Hab mich heute noch beim VW-Händler (habe meine dort arbeitende Tante besucht) aus spaß in einen Ausstattungstechnisch sehr nackten UP gesetzt…
    Kein Platz, kein spaß, kein nix! Und das ganze für knappe 13.000 Euro als viertürer…

    Wenn ich hartplastik überall haben will, ein Radio das praktisch nix kann, und merkwürdige Sitze, nichmal nen Drehzahlmesser…
    Da kann ich besser für die Hälfte der Kohle nen neuen Dacia Sandero holen, der praktisch alles besser kann, und von der verarbeitung her auch keinen schlechteren Eindruck macht.

    Nee, VW, datt war nix!

    (P.s… Sollte es mich doch mal Richtung Kleinstwagen treiben, würde es wohl ein Seat Arosa für unter 1000Euro werden)

    • Sandmann sagt:

      Ich find ja immer noch, dass der erste Fiat Panda DER Kleinwagen schlechthin ist. Der wollte auch noch nie mehr sein.
      Leider hat man ihn seinerzeit nicht auf Dauerhaftigkeit ausgelegt…

      Sandmann

      • bronx sagt:

        Genau da liegt das Problem. Der Panda war ein ehrliches Verzicht-Mobil und wurde genau so beworben!
        Hierzulande geht scheinbar nichts mehr ohne „wertig“ und „Premium“. Die Kundschaft lässt sich halt wirklich alles einreden.
        Wenn ich bedenke, das der UP zudem in einem relativen Niedrigpreis-Land produziert wird, bekommt das Wort „Rendite“ einen schlechten Beigeschmack.

        Na denn, UP!

        • Touranus sagt:

          Hey Jungs,
          mein Freund hatte 1996 einen alten Panda von seiner Oma geschenkt bekommen. Mit der Karre konnte er dank des niedrigen Schwerpunkts jeden von uns in den Kurven abhängen.
          Und als er mal gaaaanz übermütig wurde und den Wagen am Barumer See auf die Seite legte, stieg er unverletzt aus, kippte den wagen wieder auf die Räder und konnte einfach weiterfahren.

          Okay, DAS wollte ich aufgrund 1.500 Euro Selbstbeteiligung nicht ausprobieren. 😉

    • Touranus sagt:

      Hey Daemonarch,
      da ich mal als Zweitwagen einen Lupo (mit Faltdach) hatte, kann ich dieses Auto (wenn es schon ein Kleinwagen sein soll) sehr empfhehlen. Zuverlässig, Sparsam und Du kannst ja sowieso alles selber machen.

      A pro pos, wie geht es Deinem Astra? Lange nichts mehr gelesen….?

      • Daemonarch sagt:

        Der Astra schnurrt weiter ohne auffälligkeiten, kein Ölverbrauch, 6,5l e10 schlabbert er sich durchschnittlich rein, und jetzt hat er dann doch vor dem Winter ein neues (gebrauchtes von vorn) Heckwischerblatt gekriegt…

        Ich hoffe das bleibt so.

        • bronx sagt:

          Hey Astra-Kutscher,

          Stichwort Wischer, eine kleine Inventur meiner Lagerbestände förderte neben zahlreichen E-Kadett-Relikten noch einige Astra-F-Fragmente zu Tage. Blinkleuchten, Wischermotoren, -arme und -blätter sowie eine (fast) neue Lima von Delco (war seinerzeit erst 6 Monate implantiert, bis mein Großer beschloß, es ist besser beim Schreiben einer SMS NICHT anzuhalten und den treuen „F“ schrottete). Bissel Tüdelkram ist da auch noch inner Kiste, da müst ich aber erst „E“ und „F“ trennen. Wenn Du mal Bedarf hast > Sandmann hat meine Mail-Addy 😉

          Greetz vom BUSfahrer

  2. flohdaniel sagt:

    Ohhh wie gebe ich dir Recht. Diese „Minimal“ Autos braucht echt kein Mensch. Ich brauche Platz für 1-4 Personen und einen Kofferaum, ansonsten kann ich auch Bus fahren. Wenn dann auch noch zu so einem Preis die Qualität nicht stimmt, ist das Produkt echt zum scheitern verurteilt. Dann lieber einen schönen, gebrauchten Passat, Astra, Octavia oder [insert various model here] aus BJ 2000-2005 für 3000,- bis 5000,- EUR, da hat man Komfort, Qualität, Nutzwert und ein ansehnliches Design. Bäm.

    • Touranus sagt:

      Hey Flohdaniel,
      genau so sehe ich das auch. Ich hatte mal einen Zweitwagen für meine Ex-Frau, einen FOX. Über den gibt es sehr viele negative Berichte,
      Aaaaaaber, der war vernünftig durchdacht. Hinten war Platz auf der Rückbank, in den Kofferraum passte ein normaler einkauf und bei uns machte auch der Motor nie Probleme.
      Ich werde mir nie wieder so etwas zulegen. Lieber einen alten, gepflegten Gebrauchten in dem auch unser Leo sich wohl fühlt und ich nicht jeder Schramme hinterher heulen muss.

      Hat außerdem den Vorteil, das man sich wirklich mal DAS kaufen kann, wovon man früher geträumt hat 😉

      Touranus

  3. bronx sagt:

    Hey Touranus, (alles andere verkneif‘ ich mir, da ich deinen „Frog“ ja mag 😉 )

    ein herrlich geschriebener Bericht über einen Karren, den ich schon lange „auf dem Zug“ habe, wie man bei uns sagt. Und das ist dann keineswegs positiv gemeint.
    Ich verfolge die Berichte der Presse über dieses „Auto“ ja schon länger. Da ist mir nicht entgangen, dass besagte, wöchentlich-erscheinende AUTO-****-Zeitung wahre Lobeshymnen, schon VOR Erscheinen des ersten gesichteten Erlkönigs, abrufbereit hatte.

    So erging es mir wie Dir, eine Präsentation eines hier ansässigen Autohauses weckte meine Neugier. Vorab zitiere ich mal aus besagter Zeitschrift: (Test: Toyota Aygo) „der Toyota ist in die Jahre gekommen, viel nacktes Blech im Innenraum“ (…) Derselbe Redakteur schreibt zwei Ausgaben später zur Präsentation des UP-Viertürers: „die lackierten Türbrüstungen machen richtig was her“. (Auf dem Bild zu sehen: die geöffnete Hintertür des UP, viel nacktes Blech und ein Knebelverschluss für’s hintere Fenster, welches nicht mal versenkbar ist. Die gewählte Türgrafik mit Verzicht auf eine dadurch notwendige Teilung des Seitenfensters lassen keine andere Lösung zu. Dazu aber kein Wort.)
    Mein erster Eindruck nun nach dem Platznehmen: der Rotstift schreit einen geradezu an.
    Der Knaller war jedoch, die Hutablage hat nicht einmal Haltebändchen, welche sie nach oben schwenken lassen.
    Ich bin vierzehn Zentimeter höher als Du, habe so schon ein Problem hinten Platz zu nehmen und möchte mir das „angeschiggert“ erst gar nicht vorstellen 😉
    Das von Dir beschriebene Radio fand sich auch in diesem Karren, der Verkäufer musste auf meine Frage, die ID 3Tags betreffend, passen. Ein Selbstversuch blieb mir verwehrt.

    Gefahren bin ich ihn noch nicht, möchte das aber unbedingt einmal nachholen. Was Du zum Motor und der Schaltanzeige schreibst, macht neugierig.

    Was ich nun gar nicht begreifen kann: warum legt die geneigte Kundschaft soviel Wert auf vermeintliches Premium, bezahlt am Ende ein saftiges Aufgeld für Klavierlack (was für ein Unsinn in einem Kleinwagen) und nimmt letztendlich den Beschiss sehenden Auges in Kauf?

    Mit Grüßen, Bronx.

    • Touranus sagt:

      Hey Bronx,

      vielen Dank für die positive Kritik. Das Radio kann definitiv nicht ID3 lesen, denn meine CDs sind immer mit allem versehen, was man über einen Titel wissen will 😉

      Der Wagen hat einfach dermaßen viele Konstruktionsfehler, das nervt einfach nur. Z.B. Die Heckscheiben sind so stark getönt, das man bereits im Dämmerlicht im Rückspiegel nur verschwommene Lichter sieht. Sonst nix. (Und ich habe Spiegel und Heckscheibe gewaschen, weil ich das nicht glauben konnte…)
      Was ich auch nicht verstehen kann, ist dass das Tagesfahrlich IMMER automatisch angeht, sobald man auf Zündung schaltet. Das mag in den ersten beiden Wintern noch funktionieren, aber ich wette, nach spätestens 4 Jahren hat der ADAC bei -20° genug neue UP!-Kunden für Starthilfe.

      Und glaubt mir: Der „Klavierlack-Platik“ Mist sah bei dem Wagen (2077 km) einfach nur fertig und billig aus. Tut mir leid, ich will nichts schlecht reden, nur weil ich es nicht mag. Aber die Enttäuschung nach dem Presserummel war mir zu heftig.

      P.S. Drehzahlmesser hatte er, aber: gaaaaanz klein links neben dem Tacho. Sehr dicker Zeiger der gar kein exaktes Ablesen erlaubt. So, erstmal genug geschimpft 🙂

      Touranus

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