Ausverkauf der Heimat

Am Ende ist alles Musik

Nein, keine Sorge wegen der Überschrift. Das ist keine Geschichte über eine Kleinstadt, deren besorgte Wutbürger die schleichende Islamisierung ihrer Zuckerfabrik fürchten. Einen Schützenverein, in dessen getäfelten Räumen Zinnteller hängen und mittelalte Menschen mit Schnurrbärten finden, dass damals alles besser war gibt es auch nicht. Es ist eine Geschichte über eine 19 Jahre alte Tochter, ihren ergrauten Vater und das Phänomen, in Kiel und Hamburg zu leben und ausgerechnet in Uelzen jeden Dezember wieder shoppen zu gehen. Zumindest, solange es da noch Geschäfte gibt. Luxussorgen. Craftbeer, Schuhe und Gitarren. In dieser Reihenfolge. Und was wäre meine kleine Weihnachtsgeschichte ohne das übliche grüne Auto, das weder politisch korrekt noch gänzlich intakt ist und trotzdem die erste Wahl auf dem Weg zurück in die Kindheit bleibt. Ja, ich bin heute ein temporär rückwärts gerichteter, dauerhaft alter und gezielt schimpfender Mann. In Uelzen war ich vor vielen Jahren ein Kind. Und für drei Tage versuche ich es jetzt wieder zu sein.

Wie fast immer beginnt diese Reise eiskratzend.

Die Eiskönigin. Aber nicht loslassen.

Nicht, dass ich im Kölner Coupé einen richtigen Eiskratzer liegen hätte. Mein Eiskratzer ist eine finnische Parkscheibe, die durch die Sonneneinstrahlung irgend eines längst vergangenen Sommers krumm und schief ist. Natürlich verursacht das Kratzer auf dem Glas, und natürlich ist Enteisungsspray dafür besser geeignet. Ladies and Gents, das ist mir aber egal. Eine vereiste Scheibe wird freigekratzt, basta. Das Auto ist 49 Jahre alt und hat im täglichen Einsatz bis heute überlebt, wer sein eigenes in eine Neuwagenvitrine stellen möchte kann das gern machen. Ich nicht. So. Ab hier haben wir also jetzt a) die Leser verloren, die völkische Gedanken hegen und sich aufgrund der Überschrift einen weiteren hetzenden, johlenden, dummdeutschen Flachfaktenbericht erhofften und b) die Leser, die ihren Zustand-1-Oldtimer nur bei Sonnenschein rausholen, um damit zu amtlich anerkannten Clubtreffen mit Kassenwart und Pokalvergabe zu fahren 🙂 Schade. Also, bei den Club-Lesern. Aber da müsst ihr nun mal durch – andernfalls würde euch das Bild entgehen, was sich hinter der Eisschicht verbirgt. Der Hauptgewinn unter der mattgrauen Schicht des Rubbelloses. Meine Zweitgeborene, mit viel Sonne im Herzen, lächelnd und bereit für drei Tage in Papas Heimatstadt, mit Papas alter Karre zu Papas alternden Freunden fahren. Und… sie freut sich auch noch drauf!

Bald ein seltenes Bild?

Hamburg, 10:00 Uhr, es ist kalt.

Volltanken, gar nicht einmal, weil der Tank schon leer ist (glaube ich) sondern weil die fast neue Tankanzeige seit ein paar Wochen nicht mehr funktioniert (nervig, billiger Osteuropa-Dreck, ich bin an einer originalen dran) und der ansonsten so zuverlässige Tageskilometerzähler ebenfalls bei 009,9 stehen geblieben ist… seit ich den schlimm quietschenden Tacho gegen ein noch im Keller liegendes Ersatzteil ausgetauscht habe… beides zusammen ist doof. Also kippe ich einen Schluck Bleiersatz in den Tank (da scheiden sich die Geister, ob das nötig ist oder nicht) und lasse laufen. Tanken. Liebe Kinder des Jahres 2040, damals tankte man noch Benzin in die Autos. Keinen Strom. Benzin roch irgendwie gut und war sehr giftig, es war nur begrenzt vorhanden und es war manchmal teuer und manchmal sehr teuer. Heute ist es wieder sehr teuer. Eigentlich wollte ich beim Laufenlassen nur den Preis fotografisch dokumentieren und merke ganz nebenbei, dass der Tank fast leer war. Ups? Ich kümmere mich entweder um einen neuen Tacho oder eine neue Tankanzeige. Versprochen. Bald.

Zeitzeugen, Stand Dezember 2019

Für die Nachwelt: 1,46€ pro Liter Super ist kein Schnäppchen, aber tagsüber recht normal im ausklingenden Jahr 2019 in einer norddeutschen Großstadt. Ich werde tanken, solange ich Benzin kaufen kann. Und wenn ich es wie Bertha Benz eines Tages wieder in der Apotheke kaufen muss 🙂 So, jetzt haben wir auch c) die Elektroautofahrer verloren 😀 Bald ist niemand mehr da, der weiterliest. Ich schaffe das noch.

Und für die von euch, die vielleicht im vergangenen Dezember (und den vielen Dezembern davor) noch nicht an Bord waren – meine Heimatstadt ist Uelzen in Niedersachsen, geografisch grob südlich von Lüneburg. Dort bin ich mit 12 Jahren gegen meinen jungen Willen ausgebürgert worden, der Liebe wegen, Mama wollte unbedingt nach Plön in Schleswig-Holstein. Das bedeutet, alles, was ich damals vor dem Umzug erlebt habe, habe ich mit kindlichen Augen gesehen und mit einem kindlichen Herzen wahrgenommen. Ein Besuch in Uelzen ist für mich das Öffnen einer Zeitkapsel. Manchmal auch der Büchse Pandoras, das aber eher selten. Der Weinmarkt im Sommer und der Wei(h)n(achts)markt im Winter sind inzwischen obligatorische Termine meines Lebens. Und zum ersten Mal fährt meine Tochter das Auto… also… legal

Irgendwie scheint es ihr Spaß zu machen.

Führerschein mit 19?

Ein paar Seitensprünge des Lebens haben dafür gesorgt, dass sie 19 werden musste, um den Führerschein in der Hand zu halten. Obwohl sie ihn mit 17 hätte machen können. Wenn es 1988 die Möglichkeit gegeben hätte, mit 17 Jahren die Fahrerlaubnis für ein Kraftfahrzeug zu erwerben, hätte ich dafür den Großen Plöner See trocken gelegt. Und der ist immerhin 60 Meter tief. Aber das ist eine andere Geschichte. Nun ist er da, der Lappen in Form einer maschinenlesbaren Scheckkarte, und ich sitze (was sehr, sehr selten vorkommt) auf dem Beifahrersitz des Autos, was genau so alt ist wie ich. Also: alt. Klar will sie trotzdem fahren. Dass man diesen Wagen, zumal in seinem aktuellen leicht vernachlässigten Zustand, ERfahren muss, ihn über viele Kilometer lernen und fühlen sollte, ist für sie mehr freudiger Reiz denn ein Hindernis. Sie bändigt das Eisen souverän, hält das Gas mit der kaputten Startautomatik am Laufen, bremst, kuppelt und bedient den Scheibenwischer mit allen ihr zur Verfügung stehenden Füßen und will schon kurz vorm Elbtunnel Weihnachtslieder hören.

Lasst euch Zeit.

Dabei ist das Knudsen GXL Coupé gerade auch im Inneren eine kleine Baustelle. Aber wirklich nur eine kleine. Die Verkleidung des Kombiinstruments ist ab und liegt hinter dem Beifahrersitz, weil ich an besagtem Geschwindigkeitsmesser herumbastel. Der quietschte ab 60 km/h schier unerträglich schnarrend. Wer hätte gedacht, dass das Lager eines Tachos mal ohne Fett quietschen könnte?? Und da sich die in Alu gepressten Dinger nur sehr mühselig zerlegen lassen habe ich erst einmal einen Tacho aus meinem Teilefundus eingebaut. Ungetestet, versteht sich. Der quietscht zwar nicht, wie sich jetzt herausstellt, dafür pendelt die Tachonadel extatisch hin und her. Immer theoretisch um die gefühlt-geschätzte tatsächliche Geschwindigkeit herum 🙂 Das inspiriert uns, nun endlich Weihnachtsmusik anzumachen. Vielleicht trifft ja das eine oder andere Tempo den Takt des einen oder anderen Weihnachtsliedes?

Stimmt.

Ein kleiner Tipp am Rande (heute nennt man das Life-Hack): So ein altes 16GB iPhone 3 kostet bei eBay nur noch rund 25 Euro, kann Bluetooth und ist auch ohne SIM Karte ein toller MP3-Player für das Auto 😉

Mein Weihnachts-Mix ist seit über 20 Jahren dabei. Diese Zusammenstellung von amerikanischen Weihnachtsliedern ist genaugenommen für sich schon eine Geschichte wert. Es sind immer noch die gleichen Lieder, die schon bei meiner Erstgeborenen im Kindersitz hinten im Audi 100 durch die kleinen Öhrchen mäandert sind. Sinatra, Beach Boys, Robert Downey Jr. und andere gewaltige Stimmen, die mir in genau dieser Reihenfolge genau dieser Lieder eine wohlige Vorfreude auf die beleuchtete Zeit machen. Und allen meinen vielen Töchtern inzwischen auch. Das eingebaute 20-Euro-China-Retro-Radio ist zwar nicht das originale Ford-Mono mit Drucktasten, aber das will man ja auch nicht wirklich haben, wenn man ernsthaft Musik hören möchte. Dieses billige Teil mit der Chromblende und den beiden dicken runden Knöpfen kann Bluetooth, AUX, SD Karten und USB Sticks und kabelt seine Signale zu den beiden Aufbaulautsprechern auf der Hutablage (für Laubsägearbeiten im Blech fehlt mir dann doch der Mut) und zum Flat Sub unter dem Beifahrersitz. Eine satte Kombination, die auch gegen den mechanisch agil tönenden V6, den löcherig prustenden Auspuff und die röhrenden Radlager der Hinterachse ankommt. Dieses Radio ist eine erste Einstimmung auf das Geschäftesterben, später, am Ziel. Und jetzt haben wir gerade d) die Car-HiFi Freaks verloren. Schade. Gute Reise, Jungs.

Die Köhlbrandbrücke, auch nicht mehr ewig…

Die Augen bitte nach links auf die majestätische Köhlbrandbrücke, die in ein paar Jahren abgerissen wird und nach aktuellen Plänen einem Tunnel weichen soll. Ein Wahrzeichen weniger für Hamburg. Na denn. Wir hören die glockenschwangeren Lieder über Schnee und Geschenke, reden, lachen, freuen uns auf die vor uns liegende Zeit und sind ratz fatz in Uelzen, ohne auf der B4 hinter Lüneburg auch nur ein einziges Mal geblitzt worden zu sein. Das ist gar nicht so einfach. Mit diesem Tacho.

Unser erstes Etappenziel ist Ølzn Bier, eine neue Biersorte, die drei Jungs aus der Gegend in meiner Heimatstadt etablieren wollen. Das wurde auch mal Zeit! Wenn Hamburg schon seine Wahrzeichen einstampft, vielleicht entstehen hier ja neue für Uelzen? Das gute alte Uhlen-Bräu erfuhr seinerzeit schon eine kleine Renaissance, ich weiß gar nicht ob man das noch immer bekommt? Jetzt wird ungefiltertes Lager gebraut, noch nicht direkt in Uelzen, es fehlen noch die Räumlichkeiten. Aber den Kessel gibt es schon, erzählt man sich, und bald ziehen die jungen Braumeister direkt in die Uhlenköperstadt. Solange findet der Verkauf direkt von der Rampe statt, aber ein Sixpack nehme ich direkt gleich mal mit. Lustiger Name, das. Mjam.

Bier, home brew quasi.

Mit dem Erwerb des Ølzn-Sixers ist die diesjährige Shopping-Saison in der Lüneburger Heide offiziell eröffnet! Das Stadtmarketing hat in diesem Jahr die Coca Cola Trucks als Kundenmagnet in der Innenstadt geparkt und lockt mit allerhand Spiel und Spaß Menschen an. Die wissen genau wie wir nicht so recht, wo sie parken sollen, denn die wenigen vorhandenen Parkplätze kosten auch noch Geld. So kommt es, dass mein Töchterchen den Taunus etwas außerhalb platziert, hinter dem Hammersteinplatz, wo früher mal Frau Wetzels Eisbude am Kreisel stand. Da gab es die Kugel für 30 Pfennig, und nein, das war nicht kurz nach dem Krieg, das war zu Zeiten wo alle anderen Eisdielen mit ihren Milchbällen schon in Richtung eine Mark drifteten. Die Bude gibt es schon lange nicht mehr. Über die Brücke am Ratsteich, wo mein Opa und ich oft Enten gefüttert haben (dafür wird man heute eingesperrt und kommt vor ein Tierschutztribunal), stapfen wir zurück zu den Trucks. Gestern standen hier noch hunderte gratisbegeisterte Niedersachsen stundenlang Schlange, um eine kostenlose 0,2-Liter Flasche Cola zu bekommen. Ich selbst pflege da meine ganz eigene Passion und nutze die Zeit lieber für Schwärmereien. So eine Colaflasche kann ich mir auch um die Ecke für einen Euro kaufen, das geht schneller.

Der kleine Jensi und die Trucks

Trucks! Leute! Ein kleines, leises Coming-Out: Ich und nordamerikanische Lastwagen… Irgendwann in den frühen 1980ern habe ich bei Klaus, meinem Freund von gegenüber, den Film „Convoy“ von 1978 geguckt. Kein oscarverdächtiger Supermovie und vermutlich einer der harmlosesten Streifen, die ich drüben bei Klaus vor meine kindlichen Augen bekommen habe. Ja, Mama, wenn du das hier liest: Ich weiß du hattest damals andere Sorgen, aber ab und an hättest du deinen Sohn mal fragen können, was da drüben beim Klaus eigentlich so im Fernsehen lief 😀 Nun. Pornos, Horror, manchmal Science Fiction und eben dieser Trucker-Cowboy-Clip, der in mir einen Virus gepflanzt hatte. Von dem Tag an stand ich auf amerikanische Trucks. Ich malte sie, ich bastelte sie aus Holz und aus Kartons, ich las sehr teure Bücher über sie und ich machte sie in der Mittelstufe zum Halbjahresthema im Kunstunterricht. Jetzt stehe ich endlich mal wieder vor einem. Und Klaus treffe ich morgen Abend auch wieder. Doch zurück zum eigentlichen Thema. Meine Tochter will Schuhe kaufen.

Hier finde ich diesmal nichts

Warum sind Schuhe für Frauen eigentlich ein so viel wichtigeres Thema als für Männer? Ernsthaft? Kennt ihr Männer, die losgehen, um Schuhe zu kaufen? Also… ja klar kaufe ich Schuhe. Aber ich mache da kein Happening draus, ich suche mir welche aus, meistens von Lloyd, und wenn die gut sitzen kaufe ich die, ziehe sie an und trage sie, bis sie auseinanderfallen. Meine große Tochter ist da anders. Im traditionellen Uelzener Schuhgeschäft Höber werden wir heute erstaunlicherweise nicht fündig, auch wenn ich noch immer eine Träne auf das alte Karussell weine, in dem ich schon als Kind meine Runden gedreht habe. Ich murmel etwas von „Weihnachtsgeschenk“ und setze ihr nicht wirklich ein finanzielles Limit… aber sie zieht mich irgendwann wieder aus dem Laden raus. Unglücklich. Da war wirklich nichts für sie dabei. Aber was sucht sie denn genau? Vielleicht wird sie ein paar Straßen weiter im Geschäft mit dem grünen D, in das ich eigentlich gar nicht rein will, fündig…?

Ich fasse es nicht

Ich fürchte, hier in Preiswert-Hausen passt es sprichwörtlich besser. Mein gar nicht finnisches Weihnachtsmädchen tändelt singend durch die Regale und kommt schon nach der ersten Runde mit mehr einzelnen Stiefelchen zurück, als ich in 10 Jahren auftragen könnte. Und dann sehen die auch noch gut aus. Verdammt. Wir haben hier das Pendant zum billigen China Radio in meinem Taunus. Fürchte ich.

Sie kann es tragen

Rosa. Die sind wirklich rosa! Die anderen sind immerhin aus Leder, auch wenn der Reißverschluss beim Hochziehen sagt: Hey, ich funktioniere jetzt noch dieses Jahr, und dann nicht mehr, und mein Austauschen kostet mehr als die ganzen Schuhe. Ja, Reißverschlüsse können sprechen. Glaubt mir. Sind irgend jemandem die „Reduziert“ Aufkleber an der Seite der Kartons aufgefallen? Diese Schuhe sind jetzt ernsthaft noch billiger als der schon unverschämte Ausgangspreis?

Kaum steh‘ ich hier und singe…

Großartig ist auch die recht attraktive End-Dreißigerin neben uns, die mich weinen sieht und deshalb meiner Tochter (verunsichert auf die Schuhe starrend) helfend zur Seite springt: „Die habe ich auch, das sind die bequemsten Schuhe die ich jemals gekauft hatte“. Ja ja. Obwohl… sie hat diese rosa Dinger wirklich an den Füßen, genau die gleichen, und sie ist eine Kundin und stiefelt gerade aus dem Laden raus. Na toll. Also stehe ich mit einem kleinen Stapel Kartons an der Kasse einer Filiale einer großen Kette, die irgendwo in Billigländern produzieren lässt und gebe für zwei Paar Schuhe, drei Paar Wollsocken und ein rosa Fleckenspray („Das brauchen Sie doch sicherlich auch noch…?“) weniger aus, als ich im Traditionsgeschäft für ein einzelnes Paar ohne alles bezahlt hätte. Und ich hätte es da doch so gern bezahlt.

Es ist ein bisschen ein Dilemma. Auf dem Weg zu Ramelow, auch so ein uralter Laden in Uelzen, kommen wir an mindestens fünf geschlossenen und schrecklich leeren Geschäften vorbei. Die Innenstadt stirbt. Alle Innenstädte sterben, aber in Uelzen ist das noch offensichtlicher als woanders. Alle kaufen nur noch billig und am liebsten im Internet. Ich nehme mich da gar nicht komplett raus, aber ich war und bin und bleibe ein Freund des Kaufhauses. Ich möchte die Klamotten, die ich kaufe, anfassen und anziehen. Ich möchte nicht zehn verschiedene Teile bestellen, um dann maximal eins auszusuchen und die anderen wieder zurück zu schicken, weil es versandkostenfrei ist. Seit ich gelesen habe, dass die meisten zurückgeschickten Kleidungsstücke vernichtet werden, weil das preiswerter ist als ein neu Verpacken, mag ich Kaufhäuser noch viel mehr. Ich brauche eine Jacke. Nicht, weil ich keine besitze, sondern weil ich sie in Kiel vergessen habe. Also… alle. Bei Ramelow wurde ich schon in den späten 70ern fündig. Heute vielleicht auch?

Männer sind da ja einfacher als Frauen. Also nicht nur bei den Schuhen. Mein Problem: Ich habe in Kiel und Hamburg Jacken. Ich brauche keine dicke Winterjacke, ich will keine teure Camel Jacke und es gibt jahreszeitbedingt keine schicke Übergangsjacke. Also arbeite ich mich von **Ramelow Herren teuer** zu **Ramelow Young Fashion** vor und sende meinem halbfinnischen Fräulein Altona das eine oder andere Bild von mir in diesen Jacken nach Hamburg, um eine zweite Meinung einzuholen…

Analog und trotzdem online

Der Verkäufer in der Herrenabteilung (selbst in einem blauen, geschmackssicheren Burlington-Sakko unterwegs) scheint kurz davor, den Malteser Hilfsdienst zu rufen. Die Dame bei Young Fashion lacht einfach nur mit. Die sehr treffenden Rückmeldungen aus Hamburg sind mehr als unterhaltsam…

  • nimm kein Blau, das macht alt
  • genau so eine hast du doch schon
  • das Grau trägt ein bisschen auf
  • in dem Grün bist du Typ „billiger Jäger“

Wo sie Recht hat hat sie Recht 😀 Fazit? Wir verlassen auch dieses Traditionsgeschäft, obwohl das Angebot toll war. Und weil ich auf dem Weihnachtsmarkt morgen nicht frieren will kaufe ich mir bei Cheap & Awful eine 3XL Norweger Teddyjacke für 19 Euro. Punkt. Ich möchte nicht weiter darüber sprechen. Auch wenn wir jetzt e) die Fraktion der Barbour-Jacken-Träger verloren haben. Macht’s gut.

Sie will sie gleich anziehen

„Papaaaaa ich zieh die Vans gleich an okay?“. Ja warum nicht. Ihre grauen Ugg Boots waren eh so breit, dass sie damit beim Navigieren des Taunus immer mindestens zwei Pedale gleichzeitig getreten hatte, was mich beim Einparken vor McDonalds den einen oder anderen Kreislaufzusammenbruch kostete. Wir parken am Ende dieser kurzen, aber heftigen Odyssee durch die Uelzener Innenstadt vor „Art of Music„, und das hat viele Gründe. Einer sind die Parkplätze vor dem Haus, nicht viele, aber einer ist fast immer frei. Und – das Musikgeschäft ist toll. Einfach nur toll. Du kommst rein, wirst geduzt, siehst spontan drei Instrumente die du sofort kaufen willst und weißt eigentlich gar nicht so recht, warum du es nicht einfach machst. Meine musikalische Tochter und ich verlieben uns beide (schlimm) in die gleiche Gitarre, nächstes Bild, obere Reihe, vierte von rechts, und kaufen sie aber nicht. Eine Ortega Konzertgitarre mit Cutaway, Tonabnehmer und dem schönsten Klang, den ich in dieser Preisklasse bisher gehört habe. Und dann sieht sie auch noch absolut cool aus.

Hier ist der Musikerhimmel

Aber sie hat grad zwei Paar Schuhe bekommen und beginnt demnächst ihr Psychologiestudium, ich habe mir gerade gegen alle Vernunft eine 1987er S-Klasse auf den Hof gestellt (ah! Auto!) – und der Gegenwert einer Monatswarmmiete für eine Dreizimmerwohnung am Kieler Südfriedhof ist für eine Gitarre einfach nicht drin. Also… jedenfalls nicht, wenn man schon drei Gitarren (sie) oder acht Gitarren (ich) hat. Obwohl… ich muss mal ihre Schuhe zählen… egal. Wir kommen im Frühjahr wieder. Und wenn alles so läuft wie wir das geplant haben kaufen wir uns jeder so eine Ortega. Jeder. Ha!

Der Schnellenmarkt ist gleich um die Ecke, und wir sind quasi mitten drin in Uelzen und gleich nebenan ist das Astefix Restaurant, in dem wir uns heute Abend noch mit Markus, Tina, Olaf, Menni und Jette zum Abendessen treffen…. Aber der Taunus soll trotzdem umgeparkt werden. Ich werde das Gefühl nicht los, dass sie sich langsam an den alten Kahn gewöhnt. An seine Macken, seine Kantigkeit und seine Ehrlichkeit. Sie will das Ding fahren, was gebaut wurde, als ihr Papa geboren wurde. Was unkatalysiert Benzin verbrennt und wegen dem kein Neuwagen gebaut werden musste. Gern.

Schichtwechsel

Und sie macht es immer besser. Souverän pumpt meine kleine große Tochter drei Mal mit dem neuen Schuh das Gaspedal durch, um den Doppelvergaser mit Benzin zu füllen. Ein kurzer Dreh am Schlüssel – läuft. Lüftung auf 2 und nach oben, Heizung an, Gang rein und langsam kommen lassen.

Besser und schmaler als die Ugg Boots.

Die neuen Schuhe machen sich gut, anscheinend hat sie erstmalig sowas wie ein Gefühl für das Auto. Na guck. Dann waren sie den Kauf ja quasi jetzt schon wert, dabei ist noch nicht einmal Weihnachten. Unser persönliches Weihnachten geht auch hier erst morgen los, aber heute sehen wir noch die aufgezählten guten Freunde zum Abendessen in diesem sehr guten Restaurant mit dem irgendwie albernen Namen, und danach verbringen wir die Nacht traditionell bei Olaf und seiner Familie.

Nach wenigen Sekunden des Fahrens sind wir vor dem Restaurant angekommen, über dem sich auch unser Hotel für morgen Abend befindet. Die Parkplätze kosten um diese Zeit nichts mehr, und ganz allgemein ist die Uelzener Innenstadt wieder sehr leer. Schade. Trotz billiger Adventsbeleuchtung mag ich es hier immer noch sehr gern, vermutlich auch so ein Kindheitsding. Die Dame in den rosa Vans parkt den Taunus rückwärts seitwärts ein („Das hab ich bei der Fahrschule immer nicht hinbekommen Papaaaaa“), der etwas poröse Doppelauspuff klingt zwischen den alten Fachwerkhäusern wie die letzte Posaune von Jericho und der Abend rutscht in seinen entspanntesten Teil.

Süßer die Glocken nie klingen

Nun habe ich dramatisch viele Wörter über ein bisschen Autofahren und den Kauf von ein paar Schuhen geschrieben. Ich bin aufgekratzt. Das lässt mich profane Dinge episch auswalzen. Vielleicht bin ich auch ein bisschen betrunken. Ich bin aufgekratzt, weil gerade ein Umbruch stattfindet. In Uelzen und auch sonst überall. Bis auf wenige Ausnahmen verschwindet der traditionelle Einzelhandel, und das macht mich traurig. Weil ich ein haptischer Mensch bin, der mindestens Kleidung nicht gern im Netz einkauft. Ich bin aufgekratzt, weil meine zweite Tochter erwachsen ist, einen Führerschein hat, mit ihrer Freundin in einer WG wohnt und ich nicht weiß, wie lange wir wohl noch diese Papa-Tochter-Weihnachtstouren machen werden.

Und… hier verändert sich so viel. Der Ort, an dem ich immer Kind sein konnte, hat bald nichts mehr von dem, was er einmal war, als ich noch ein Kind war. Das nimmt ihm die Geborgenheit der Zeitkapsel, die ich immer gespürt hatte. Alte Freunde wiederum bleiben. Deshalb bin ich auch aufgekratzt, denn morgen treffe ich mich mit den üblichen Verdächtigen auf dem Weihnachtsmarkt. Das ist dann ein bisschen wie immer. Plus Klaus. Davon später mehr. Ich muss jetzt erst einmal schlafen.

Sandmann

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

13 Responses to Ausverkauf der Heimat

  1. Steffen says:

    Ay Sandmann!

    Schöne Geschichte mal wieder! Gerade deine Zweitgeborene habe ich aich schon seit drei Autos nicht mehr gesehen ( also bei mir)…
    Ich habe bis zum letzten Wort gelesen, allerdings ist es ja Dein Auto, und du nutzt es eben. Wäre komisch, wenn du einen Oldie im Neuzustand fahren würdest.
    Alte Autos machen Spaß! Punkt.

    Bei uns ist auch nicht mehr so viel los in der Innenstadt. Grad in Darmstadt gibt es oft nur noch die großen Ketten. Letztens waren wir in England, dort gibt es mehr Menschen, die noch vor Ort einkaufen gehen. Die Städte leben. Trotz teuer Parkplätze.

    Dann Mal viel Spaß, genieße die Zeit!

    • Sandmann says:

      Ay Steffen,

      ein Oldie im Neuzustand wäre nach kurzer Zeit bei mir dann auch nicht mehr im Neuzustand 🙂 Auch ein normaler Neuwagen wäre davon betroffen. Ich finde nunmal allzu übertriebene Pflege von Fahrzeugen albern. Alt wie neu…..

      In Hamburg kommen nach und nach wieder kleine „Manufakturen“ zum Vorschein. Das ist dann allerdings das Gegenteil von Kik und Netto, das ist dann tatsächlich nur noch für besser Verdienende 🙁 Die guten alten Läden haben aktuell keine Lobby. Sei’s drum. Ich gehe weiter zu Karstadt & Co, solange ich das noch kann. Ich mag rausgehen und einkaufen.
      Hab eine gute Zeit und grüß die Dame
      Sandmann

  2. Will Sagen says:

    Nylonsaiten sind wieder schwer im Kommen!

    • Sandmann says:

      Waren sie jemals weg…?
      Bei aller Liebe zur Westerngitarre, ich schätze immer die Gegenwart einer guten Nylonklampfe. Da kann man auch nach zwei Wochen nicht-Spielen und einer hornhautgepulten Badewanne ein paar Lieder drauf schranzen, ohne die FIngerkuppen komplett zu verlieren 🙂

      In dem Laden hing auch ein Banjo mit sechs Saiten und Gitarrenstimmung. Ich habe kurz gezuckt. Aber wann spielt man denn mal Banjo??
      Sandmann

      • Will Sagen says:

        Irgendwann dachte ich mal, Nylonsaiten seien uncool. Das hat sich aber gelegt. Problem ist halt, dass sie weniger stimmfest sind als Stahlsaiten.
        Ein Gitarrenbanjo braucht man nicht. Dann eher ne Dobro oder so.

        • Sandmann says:

          Wenn du ein gezupftes Liebesbekenntnis gedämpft vortragen möchtest… zum Beispiel unter einem Kirschbaum, der voller Lebkuchenherzen hängt und unter dem in der warmen, sommerlichen Dunkelheit Kerzen flackern… dann gibt es nichts besseres als eine Konzertgitarre mit Nylonsaiten.

          Nein, ein Gitarrenbanjo braucht man vermutlich nicht. Eine Dobro tatsächlich schon eher, allerdings habe ich bisher ungefähr 15 Stück gespielt die alle super aussahen – aber keine klang so, dass es BÄM bei mir gemacht hat.

  3. Hi Jens,
    frohe, leise, beseelte Weihnachten gehabt zu haben, wünsche ich dir!
    Wie du meinem geglückten Beitrag entnehmen darfst, habe ich es über die Kategorien a) + b) hinaus geschafft. Und da erstere eh no-go ist, sehe ich mich, na, ich sachma, bei b)2.0, also ja, und doch nicht… Und bei c) möchte ich nicht ankommen, auch wenn ich mal irgendwann als kriminell erklärt werde. Irgend einen Vorteil darf die frühe Geburt vielleicht haben… 😉
    Führerschein mit 17? Das war früher Science Fiction, yepp! Ich war noch dusseliger. 1 Jahr lang auf den Lappen gespart, (kein reicher Oppa, kein Kredit) und dann brachte CANON die AE/1-programm raus. Frag nicht… Lappen mit 19 gemacht….grr..aber alles aufgeholt, haha
    Übergangsjacke ist übrigens eines der schrägsten Begriffe, die ich kenne! Und ich verstehe den auch nich… Wir sollten lieber in Gitarrenläden paar Übergangsklampfen kaufen, DAS wäre mal was!
    Und ja, du hast recht, die Innenstädte veröden. das ist traurig, aber änderbar. Online-Kauf ist einfach viel zu einfach, und vor allem viel zu billig, und (fast) alle machen es. Aber das ist ein anderes Thema. Danke jedenfalls für den schönen Beitrag!
    Herzlich grüßend, Dirk

  4. stefanh says:

    Wertester Sandmann,

    zunächst mal beste nachträgliche Neujahrsgrüsse!
    Ich habe die schöne Story gerne zuende gelesen, auch wenn ich mir einen kleinen Kommentar zum Punkt b) nicht verkneifen kann:
    Ich finde die wiederholten Sticheleien gegen Leute, die ihren Klassiker hegen und pflegen, etwas unangebracht und ja: auch nervig.
    Denke daran, dass solch passionierte Autoliebhaber dafür gesorgt haben, dass es heute überhaupt noch gut erhaltene Oldtimer gibt. Mit denen die Menschen heute dann natürlich machen können, was sie wollen.
    Ich bin auch kein Fan der auf besser-als-neu-restaurierten Klassiker, die jeder Seele beraubt wurden und nur auf dem Hänger zum Concours d’Elegance chauffiert werden.
    Aber es gibt zwischen Deinem (manchmal fast schon vorsätzlichen :-)) Runterreiten und diesem Extrem ja auch noch ein Kompromiss: die Klassiker regelmässig im Alltag bewegen, aber halt nicht während der Streusalzzeit. Und zwischendurch immer wieder gute , prophylaktische Pflege, um Optik und Technik in Schuss zu halten. Zu diesen Leuten zähle ich mich, und ich bin etwas irritiert wenn das als „albern“ abgetan wird…

    Beste Grüsse und hoffentlich bis dereinst wieder!
    Stefan H.

    • Sandmann says:

      Bester Stefan,

      auch dir die allerliebsten Grüße und Wünsche für das Jahr 2020.
      Also bist DU auch einer von den Spießern, von denen mich permanent welche anpöbeln, weil ich mein Auto nicht alle 5 Tage wasche?? 😉 Nein, Spaß beiseite.
      Natürlich meine ich genau DIE Überpolierer, die du auch beschreibst. Es kann ja jeder mit seinem Auto machen was er will, und auch das extreme Pflegen und Sauberhalten tut ja niemandem weh, im Gegenteil. Natürlich werden dadurch Fahrzeuge auch erhalten. Ich werde gegen diese Überprotektoren trotzdem weiter sticheln, denn ich habe viele kennen gelernt und festgestellt, dass die meisten von denen nicht meine Liga sind. Im Guten wie im Schlechten. Es sind oft Vereinsmeierer, Satzungsprediger und Originalitätsfanatiker. Auch das ist legitim und tut niemandem weh, aber leider musste ich mich auch schon sehr oft von dieser Spezies belehren lassen, was man TUT und was man NICHT TUT.
      Und dabei spreche ich nicht von den Andreas Kernke’schen Salzmonologen, der Mann hat ja völlig Recht, das ist für mich mehr ein freundliches Spielchen 😉 Nein, ich meine böswillige Ansagen, Verhaltensregeln und ein Bild vom Hobby, wie es zu sein hat. So und nicht anders. Intoleranz bis zum nicht weit entfernten Horizont, und genau das ist es, was ich nicht mag. Mit solchen Menschen umgebe ich mich nicht mehr, und ich lasse mir von ihnen erst recht nicht erklären, wie die Welt funktioniert. Daher eine leichte und permanente Provokation…..

      Einen oder mehrere Klassiker im Alltag bewegen und auch pflegen ist genau der richtige und gute Weg. Und den gehst du ja. Ich fahre den Taunus auch nicht mehr hinter einem Salzstreuer her, wie ich das vor drei Jahren noch für Fotos gemacht habe. Im Frühjahr bekommt er neue Endspitzen, Lokaris und eine dicke Wachsschicht von unten.
      Für den Schneeteil des Winters hält dann der W 126 her, wenn er sich bewährt. Der ist zwar auch ein Klassiker, aber von dem gibt es noch viele und die Teile sind billig. Und er liegt mir (noch) nicht sehr am Herzen. Aber auch der bekommt von unten Wachs.
      Vielleicht kommen wir ja so zueinander. Und nerven möchte ich Leute wie dich absolut nicht. Verzeih. Vielleicht trägt mich die S-Klasse dieses Jahr endlich mal wieder in die Schweiz. Ich war viel zu lange nicht mehr bei euch da unten…
      Rocken wir das Jahr!
      Sandmann

      • stefanh says:

        Danke Sandmann für diese Klarstellung; ich denke so uneinig sind wir uns ja gar nicht!
        Dass jede(r) mit seinem Hab und Gut anstellen kann, was er oder sie möchte, sollte doch eigentlich selbstverständlich sein. Belehrungen oder gar Anfeindungen sind inakzeptabel, auch wenn man natürlich sein Unverständnis über andere Sichtweisen haben und auch äussern dürfen soll.
        Ich musste soeben meine Alltagsfuhre verhökern, wegen Montagsauto und so. Ich stand kurz davor mir einen W123 zu holen, entschied mich in letzter Sekunde dann aber doch für etwas moderneres. Und zwar explizit nicht, weil mir der Benz zu schade für den Alltag gewesen wäre! Sondern weil ich fürchtete, das Erlebnis des Besonderen, wenn ich mit meinen Sammlungsstücken unterwegs bin, könnte verloren gehen…
        In diesem Sinne verspreche ich, mich bei künftigen „leichten Provokationen“ nicht mehr angesprochen zu fühlen! 😉

        Und ja, es wäre cool wenn wir uns wieder mal treffen könnten!

        Beste Grüsse,
        Stefan H.

        • Sandmann says:

          Vielleicht ergänze ich kommende „leichte Provokationen“ immer durch ein [ich meine nicht dich, Stefan] 😀 Dann ist alles klar.
          Ist auf deiner Seite eigentlich dein Fuhrpark aktuell? Dann stöber ich da heute Abend mal rein… Deine Autos sind ja hochinteressant für meine Hiscox Classic Car Versicherungs Kooperation. Die passen da fast alle ins Portfolio.
          Vielleicht mache ich mal eine Berufsreise in die Schweiz, und wir packen deine Schätze einmal jeweils in einen ganzen Artikel. Woll?

          Sandmann

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