Der Aldi 80 auf Poli-Tour

Von einem, der auszog, ein Billigauto zu er-fahren. Teil 2

Ay Gemeinde,

So sieht ein glücklicher Polierer aus

So sieht ein glücklicher Polierer aus

ich glaube ja, dass da jemand bei Caramba mich ärgern will. Mit der fadenscheinigen Begründung, ich sei doch als autovernarrter Blogger der richtige für so etwas, drückt man mir ein High-Tech Polish mit irgend so einem Carnubawachs in die Hand und wünscht mir fröhliche Blasen an den Fingern. Und das Wachs ist nur für neue oder aufbereitete Lacke! Und hier steht er nun, mein Aldi 80 B3, und das was man da noch Lack nennen könnte ist weder neu noch aufbereitet. Aber ich will ihn glänzen sehen. Und mir fehlt die Muße und das Geld, ihn zu einem professionellen Aufbereiter zu bringen, das kann ich doch auch selbst. Oder?

Mehr Haube als vermutet

Mehr Haube als vermutet

Tief in der Garage finde ich noch einen (vermutlich längst überlagerten) Lackreiniger, allerdings nicht von Caramba. Der kommt noch aus Zeiten meines resedagrün metallischen ’77er Audi 100 Typ 43, ist demnach 12 Jahre alt, aber noch flüssig. Mann, ist das lange her. Ich glugger die Soße über die stumpfe und zerkratzte Motorhaube und beginne mit mehr oder weniger zärtlichen Kreisbewegungen. Alles mit meinem letzten Hemd. Und habe „Warm Wet Circles“ von Marillion im Kopf. Ein höchst ergiebiges Gebräu, aber schon nach einem halben Quadratmeter schmerzen meine Handgelenke. Bin ich älter geworden? Hat es vielleicht einen Grund, warum Männer meines Alters ihre Autos inzwischen polieren LASSEN?

Hallo Blech, da ist eine ganze Menge von dir!

Hallo Blech, da ist eine ganze Menge von dir!

Nun, Sie kennen das ja… wenn man erst mal anfängt… Ich nenne das den Kärcher-Effekt (auch hier macht man noch schnell die Terasse, und den Gehweg, und die Fassade, noch schnell das Geländer und so weiter). Nichts an diesem komplett vernachlässigten Fahrzeug ist vor meinen kreisenden Händen sicher, ich schmiere Dichtungen, Spiegel und Plastikverkleidungen gleichermaßen ein. Und natürlich den schwarzen Metallic-Lack, immer nebenan den Audi V8 als tiefgründig glänzendes Vorbild! Eine nennenswerte Menge an Fläche hat er, dieser Mittelklassewagen. Die ersten Hornhautplacken lösen sich von den Fingerkuppen, das wird mich beim nächsten mal Gitarre spielen sehr freuen. Der Schmerz zieht inzwischen bis in die Oberarme, und die feinen Schleifpartikelchen in der Paste diffundieren durch meine semipermeablen Handflächen.

Ist das mein Lenorgewissen?

Ist das mein Lenorgewissen?

Doch was für ein Effekt! Ich kann mich sehen! Die obere, stumpfe Lackschicht befindet sich in meinem letzten Hemd und auf meinen Händen (und in meinen Ohren, meiner Nase, meinen Mundwinkeln und auf meinem Bauch), kraftvoll heruntergerubbelt mit allen noch zu findenden sauberen Baumwollfetzen. Watte nimmt man ja heute nicht mehr. Warum eigentlich nicht? Der Audi beginnt zu glänzen, meine Armmuskeln werden langsam taub und erste belustigte Nachbarn fragen mich beim Abendspaziergang, warum ich denn meinen Sperrmüll-Haufen so schön sauber mache, den holt dann ja niemand mehr ab…

Ein Glanz auf der Haube, ähnlich dem verliebten Glanz in meinen Augen beim Anblick einer schönen Frau, entschädigt für so manchen Kalauer. Der Unterschied beeindruckt, und ich habe es hier nur mit einem profanen Lackreiniger zu tun! Am Rande der Erschöpfung, nach einer vollen Stunde einreiben und auspolieren, wage ich mich an das Finish. Die Ringe sind besonders wichtig, wenn die nicht glänzen, sieht das ganze Auto unsauber aus. Genau so die Typenbezeichung hinten unter dem Spoilerchen, welches auch wieder von Moos und Algen befreit ist. Hätte mich das Auto bei der Vorbesitzerin so begrüßt, hätte sie locker 200,- Euro mehr dafür raushauen können! So gesehen ein guter Stundenlohn, finden Sie nicht auch?

Eigentlich ein Neuwagen..

Eigentlich ein Neuwagen..

Und wer jetzt glaubt, ich würde die Caramba’sche Politur auch noch anwenden, der hat sich (zumindest für heute) getäuscht. Ich muss ins Bett. Meine Finger haben sich unter dem Lappen in eine fleischige Masse zersetzt, die Sehnenscheidenentzündung in den Handgelenken wird mir noch Wochen zu schaffen machen, die Unterarme sind angeschwollen und die Oberarme überarbeitet. Insgesamt fünf Blasen an den Handflächen habe ich inzwischen aufgestochen und aussuppen lassen. Aber er glänzt stolz in der Abendsonne! Bin ich schon wieder retro? Ich habe seit Jahren niemanden mehr auf der Straße sein Auto polieren sehen. Macht man das noch?

Erzählen Sie doch mal. Lohnen sich Poliermaschinen aus dem Baumarkt für 14,- Euro? Geht es auch einfacher? Werde ich zu alt? Aahhh… diese Schmerzen…

Sandmann


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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

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18 Responses to Der Aldi 80 auf Poli-Tour

  1. El Gigante says:

    Ach duuu liiiiiieber Sandmann….

    ich krieg’n Fön!

    Hat dich offensichtlich kein Fachmann beraten… tststs… ich hab ja mal vor langen Zeiten professionell unter andem so’n Zeug (Politur) an den Mann bzw. an die Werkstatt gebracht.

    ALSO:

    * kein Profi der Welt gluggert das Zeug so auf den Lack
    * auf der Verpackung JEDER Politur wird EXTRA darauf hingewiesen, dass man schwarze Kunststoffteile NICHT damit behandeln soll! In der Politur ist nämlich Kreide als Schleifstoff… und die ist so fein, dass sie sich in die Oberfläche des Plasiks setzt und dann monatelang SCHEISSE aussieht!
    * es ist kein Wunder, dass du den Polierstaub nachher überall hast: würdest du meinen Wagen AUF DER HAUBE LIEGEND polieren, wäre es mir um die Beulen, die dein Kopf darin nach meinem Wutanfall verursacht hätte auch egal 😀
    * ich verstehe gar nicht, warum sich dein Körper bei so einem bisschen Arbeit schon so zerlegt. Ich habe noch vor wenigen Jahren meinen ganzen bordeauxperleffektroten T4-Caravelle im Sommer VON HAND poliert… stundenlang und ohne Jammern!

    Zu deinen Fragen:
    – Polierwatte nimmt ein Profi nicht… weil sie fusselt!
    – AUCH ICH poliere meine Autos zuhause in der Einfahrt VON HAND!
    – Baumarktpoliermaschinen (oder die von den TV-Shops) kann man getrost in die Tonne treten – Profigeräte sind gut… aaaaber teuer!

    Grundsätzlich muss man sich ein bisschen mit dem Polieren auskennen:
    Ein Lackreiniger trägt die obere verwitterte Lackschicht ab – die Lackschicht wird dadurch dünner, kann bei zu häufiger Anwendung sogar vollends abgetragen werden.
    Das andere Extrem wäre dann ein Glanz-Polish: da ist extrem viel Silikon drin, kennen wir aus dem medizinischen Bereich für Frauen ;-). Wie auch dort hat Silikon eine relativ kurze Haltbarkeit und wäscht am Auto schnell ab. Es füllt zudem nur kleine Kratzer – daher sieht der Lack nur kurze Zeit super glänzend aus.

    Fazit: je müheloser eine Politur einen Lack zum Glänzen bringt, desto kurzlebiger ist das Ergebnis.

    Glänzende Grüße
    vom El

    • Sandmann says:

      Bester El,

      da bist du ja mal wieder!
      Wie, man legt sich nicht auf die Haube beim Polieren? Das wusste ich nicht…
      Tja, und warum ich nach nur einer Stunde schon so fertig bin? Hm. Ich schätze mal, das liegt an der ungewohnten Bewegung. Ich stehe gut und gern drei Stunden mit der Kettensäge im Garten und mach dir einen meter Holz nach dem anderen, aber solche warm wet circles 🙂 Das ist nicht Sandmanns Welt.
      Das Ergebnis sieht super aus. Beim Aldi 80 war das allerdings Perlen vor die Säue, weil er schon ewig keine Pflege bekommen hatte.

      Touranus, der Gute, hat später noch Möglichkeiten ausprobiert, die blassen Stoßfänger wieder schwarz zu bekommen – mit einem Fön! Und das ging sogar!

      Im kommenden Jahr werde ich meinen V8 mal wieder zum Glänzen bringen. Er hat es verdient.

      Sandmann

  2. Markus1975 says:

    Hey Jens

    Ich als Wattestäbchenpolierer habe eigentlich nur einen Favoriten. Und dieser kommt von REX. Das Auto wird auf dem Hof meiner Eltern gewaschen, liebevoll abgeledert und danach fein mit dem Zeug von Rex eingeschmiert. Hehe
    Nun wird per Muskelkraft und feiner Polierwatte meine Lady zu Hochglanz poliert.
    Für die Aktion außen brauche ich ca. 2-3 Stunden. Pausen mit eingerechnet. Danach steht aber ein „Neuwagen“ vor Dir.
    Die längste Putzaktion ging fast über sechs Stunden. Da war der Innenraum aber auch mit inbegriffen. 😉

    V8 mäßige Grüße

    Markus der DRINGENST seine Lady waschen muß

    • Sandmann says:

      Ay Markus,

      ich stelle mir gerade vor, was ich alles in den sechs Stunden machen könnte, in denen du dein Auto polierst 😀 Jedenfalls mehr als ein Auto zu polieren. Es ist ja nur ein Auto. Vielleicht bin ich da WIRKLICH ein bisschen anders drauf als einige andere hier…

      Ich will ja gar keinen „Neuwagen“, der dann am kommenden Tag bei Famila eine Schmarre vom Einkaufswagen bekommt…

      Und mein Innenraum… da sagst du was… ist ja echt matschig momentan, und wenn man dann mit dem Hund draußen war und danach… hm… ich muss was machen…

      Sandmann

  3. Daemonarch says:

    Wie schon geschrieben – diese Baumarkt-Poliermaschinen sind fürn Bello.
    Erstens sind die nicht von der Geschwindigkeit einstellbar. Meist sind die Motoren derart schlapp, das man keinerlei Druck aufbringen kann, ideal also für verwitterte Lacke.
    Und beim Auspolieren bringt das auch nix!

    Irgendwie stehen wir kranken ja auch auf den warmen Stolz, der einen durchkribbelt, wenn man nach stundenlanger Arbeit und schmerzenden Knochen vorm Ergebnis seiner Bemühungen steht…
    Ich kämpfe auch noch mit mir, ob ich den Opel noch vor, oder besser nach dem Winter poliere.. Vorher wär schon besser, aber der innere Schweinehund…(!)

    Was mir aufgefallen ist : Ich hatte mal so ein Kombiprodukt : Vielleicht Lüge ich, aber ich denke es war von Sonax : Polish & Wax Nano… Höchste Stufe.
    Das fand ich von der Anwendung und vom Ergebnis echt überzeugend.. Was mir aufgefallen ist – ich hab das auch bei meinem Reisebus angewendet :
    Bei hellen/weißen Lacken mit Gummileisten drüber hat man nach kürzester Zeit dunkle Laufstreifen des Gummis gesehen, die sich trotz wachs und versiegelung nur durch nachpolieren wieder entfernen ließen.
    Dieser Effekt war mir unpoliert unbekannt. Irgendwie nervt das. Jetzt am Astra hatte ich die Heckklappe poliert, da ich da Aufkleber entfernt hatte, und auch da sonderten die Fenstergummis ihre Spuren unauslöschlich drüber. :/

    • Sandmann says:

      Ay daemonarch,

      für die kleine Politur zwischendurch habe ich bisher nichts besseres als Magic Wonder von Caramba gefunden! Das macht sogar deine Ledersitze sauber, wenn es drängt 😉

      Polier deine Karre NACH dem Winter, dann bleibt der Spachtel auf den Radläufen wenigstens drauf 😀

      Sandmann

  4. Wob79 says:

    Hallo Jens

    Polieren… Was für ein leidiges Thema, oder ?

    Wobei ? ganz so mühsehlig wie früher ist es nicht mehr.
    Ich habe mir vor ein paar Jahren eine Poliermaschiene zugelegt.
    Die brauche ich, da ich auch selber Hand anlege, was das Lackieren und Ausbessern angeht.

    Das geht schnell und schont die Hände. Allerdings muss man damit höllisch aufpassen.
    Schwuppdiwupp hat man mal einen Gummi oder eine Leiste ruiniert, wenn man zu euphorisch rangeht.

    Was die Politur selber angeht, schwöre ich mittlerweile auf 3M.
    Flasche kostet zwar etwas um die 50€ , aber du glaubst nicht was du hinterherr für ein brilliantes Ergebnis hast.

    Aber mal zurück du deinem (ex – Aldi 80)

    Viel Kilometer hat er ja nicht runtergehabt oder ?
    Ich glaube ich hätte da wieder einen “neuen“ draus gemacht 🙂

    Mein B4 ist mir jedenfalls richtig ans Herz gewachsen. Es ist für mich wie fast wie Urlaub
    wenn ich mal in meine Garage fahre und den guten aufpoliere. Nicht nur außen, sondern auch innen. Es geht ja nichts über einen topgepflegen Gebrauchten. 🙂

    Allerdings muss ich zugeben, dass das mit dem Polieren bei mir auch stark nachgelassen hat. Früher hab ich meine Autos fast jedes Wochenende auf Hochglanz gebracht.
    Jetzt geht es zwischendurch mal in die Waschstrasse. Aber vorm Winter bekommt er nochmal eine Schicht Hartwachs verpasst. Damit er nach dem Winter wieder so gut dasteht wie jetzt. 🙂

    Also bis dahin…

    Mfg Rene‘

    • Sandmann says:

      Besagte Poliermaschine habe ich vor 10 Jahren oder so mal an einen Freund verliehen, denselben, der sie mir zum Geburtstag geschenkt hat.
      Ob es die noch gibt?

      Ich freu mich auf den Winter. Schön driften mit Quattro Antrieb und verzinktem Blech. Die Kratzer stören mich nicht, allein ich denke tatsächlich darüber nach, mal wieder den Innenraum sauber zu machen.
      Soweit so gut.
      Schöööönes Wochenende!

      Sandmann

  5. Touranus says:

    Moin alle zusammen,
    der Aldi 80 musste noch wesentlich mehr über sich ergehen lassen….

    Als erstes wurde eine von meiner Frau angeschaffte Flasche Lackreiniger von Sonax verbraten. Dann folgte eine mühevolle Politur mit dem Qualitätsprodukt des Hauses Caramba, welches uns der nette Audiverkäufer mitgab *zwinker*.
    Dann bekam ich es irgendwann in den Kopf und probierte alle möglichen Tricks aus, die man in Foren lesen konnte und die auch teilweise damals im Autobildblog zu diesem Thema geschrieben wurden.

    1. Kunststoffauffrischung mittels Heißluftfön. FUNKTIONIERT PERFEKT. Einfach die Stoßstange normal reinigen und dann mit der Heißluftpistole in gebührenden Abstand laaaangsam über den Kunststoff gehen. Sieht aus, wie neu lackiert und hält! Das Fahrzeug stand die letzten Jahre immer draußen und der Effekt ist NICHT wieder weg gegangen. (Hab ich auch noch Fotos iiiiiirgendwoooooo).

    2. Irgendjemand schrieb mal etwas davon, dass man mit einem Bügeleisen alte Autositze auffrischen könnte. Ähm… ja also….schon….nur…. Sollte man sie doch erstmals MEHRMALS mit Polsterreiniger vorbehandeln. Tut man das NICHT, entweichen zusammen mit dem Dampf sämtliche „Düfte“, die so ein Polster im Laufe der 18 Jahre aufnimmt. Kurzform: Ich hätte beinahe geko…..!
    ABER: Macht man sich die Mühe mit Polsterschaum (4 mal war nötig) und nimmt DANN das Dampfbügeleisen, richten sich die Fasern wieder auf und der Stoff sieht aus, wie neu!

    P.S. Polieren hat auch Nachteile. Denn ist der Lack erstmal „clean“ sieht man Dinge, die vorher nicht aufgefallen sind, und die man auch lieber nicht sehen will. Wie z.B. nachlackierte Motorhauben inklusive gerichteter „Stauchung“…. 😉

    Touranus

    • Sandmann says:

      Ay Touranus,

      von den Fönattacken lasen wir damals ja begeistert, ich habe leider kein eigenes Auto mehr, bei dem ich das ausprobieren könnte. Beim V8 sind die Stoßstangen in Wagenfarbe lackiert, und der KaSi und der Granada haben massive Teile aus Chrom…

      Das mit den Sitzen klingt ja gut. Auch da würde mich ein vorher/nachher Bild mal interessieren! Und auch da kann ich leider mit Ledersitzen nicht mitziehen. Aber beim KaSi – da sind Stoffsitze drin. Mal sehen, wenn der im Frühling wieder aufersteht geht da bestimmt noch was.

      Die Motorhaube war gestaucht??? Interessant… er wurde mir als unfallfrei verkauft. Schlimm, denn?

      Sandmann

  6. Touranus says:

    N’Abend Sandmann,
    nein, schlimm scheint es nicht gewesen zu sein. Der Audi 80 hat zwischen der Stoßstange und der vorderen Traverse zwei Gummiblöcke, die einen Aufprall bis ca. 15 km/h komplett abfedern können. Diese wurden schon mal getauscht. Der eigentliche Träger und alle Schweißnähte zeigten keinerlei Instandsetzungsspuren.

    Wahrscheinlich wusste die Verkäuferin selbst nix davon. Alles halb so wild, es fiel nur nach dem polieren auf, dass nachlackiert wurde. Und erst wenn man DAS gesehen hatte und genauer hinschaute, offenbarte sich der Knick von ca. Mitte links bis oberes Viertel rechts. Aber wie gesagt, alles mal abgebaut, geschaut und aufgeatmet. 😉

    Der Wagen war eine ehrliche (Blech)haut und einfach nur genial. Vorhin war ich einkaufen und als ich rauskam stand neben mir ein silberner B3… TOP Zustand! Ich habe auf den Besitzer gewartet und kurz mit ihm geschnackt. Ist ein Modell aus der letzten Sonderserie und er liebt und pflegt es. Zur Arbeit fährt er mit einem Audi A6 3.0 TDI Bj.2009, aber privat freut er sich immer schon auf seinen „Aldi“. War leider zu dunkel um mit meiner Handycam gute Bilder zu machen. Er hat sich aber über mein Interesse gefreut und ich hab ihm mal meine Karte gegeben. Vielleicht meldet er sich mal. Auf diese Seite wollte er auf jeden Fall heute noch schauen!

    Vielleicht hast Du ja lust, Dich kurz zu melden, wenn’s an den KaSi geht… würde gerne vorbei kommen und helfen/fotografieren. Ich bring auch das Bügeleisen und die Atemmasken mit 🙂

    Touranus

    P.S. Ich habe mich mittlerweile durch alle Berichte bei AuBi, MT und MK von Dir durchgearbeitet, die seit (Du weißt schon) erschienen sind. Mööööönsch, da hab ich ja einiges verpasst! Und ich weiß nun wie Markus1975 aussieht 😉

    • Sandmann says:

      Leserwerbung auf dem Parkplatz. Sehr fein 🙂

      Ja, du hast einiges verpasst. Wenn du mir nun noch sagst, wo Juny abgeblieben ist, dann ist alles gut…

      Aber du kannst ja hier vor Ort nochmal alles im Recycling erleben, plus die neuen Berichte. Und Markus1975 ist doch nicht verschollen, ich habe gerade mit ihm telefoniert 😀

      Sandmann

  7. Micha says:

    Mensch Leute,
    es gibt sie ja doch, die lesenswerte Youngtimer-Webseite!
    Ich lese mich gerade erst in Sandmanns Welt ein, Kapitel A8 und Audi / Aldi 80.
    Nett zu lesen, macht Spaß!

    Unter anderem aber auch, weil ich selbst vor einem Jahr vermeintlich unvernünftig war und mir (wieder) einen B3 gekauft habe. Nicht so einen wie vor 15 Jahren, als ich schon mal B3 fuhr und satte 90 PS, gekrönt durch einen Spoiler, bewegen durfte. Nein, diesmal wurde es das Kassengestell in Form eines silbernen (na klar) 1.6ers. 70 heißblütige Pferde reichen für Geschwindigkeiten bis weit über 160, aber natürlich kann er auch -wie von den Vorbesitzern praktiziert- erheblich langsamer gefahren werden. Dazu lädt das Cassettenradio „beta“ zu Klängen von Benjamin Blümchen oder Nino de Angelo geradezu ein.

    Der Erstbesitzer wäre inzwischen satte 107 Jahre alt und vererbte den Wagen an seinen Sohn. Der wiederum verkaufte ihn an eine Dame, die allein im Wald wohnte und den Wagen so parkte, dass nur eine Hälfte mit Vogelschiet getroffen wurde, während auf die andere Baumharz tropfte. Und diese Dame trennte sich dann 2016 vom inzwischen 25jährigen Audi, weil sie sich endlich ihren Traumwagen kaufen wollte. Ich dachte, nun käme ein schickes Cabrio, ein eleganter Benz oder so. Nein, es wurde ein Polo, Modell „bitte alles weglassen“. Hmpf.

    Der Audi jedenfalls hatte 79.100 km gelaufen, hatte frischen TÜV, neue Bremsen, Schiebedach, AHK und einen vollen 68-Liter-Tank. Alles für 620 Euro. Dazu gab es neben einem Kilo Baumharz und einem Liter Wasser in der Reserveradmulde noch eine zweifingerdicke Mappe mit allen Belegen seines langen Lebens. Und als Goodie obendrauf einen 40 Jahre alten Stadtplan von Hannover.

    Weil aber die drei Vorbesitzer irgendwann ihre Einparktalente einbüssten, gab es karosserieseitig einiges zu tun. Zum Glück habe ich da einen netten Lackierer mit Herz für klamme Oldiefahrer. Ich habe auch wie ein Wilder poliert, geputzt und gewartet. Der Audi ist mein Alle-Jahre-wieder-Winterauto geworden, wird aber nach und nach immer weiter verbessert. Dieses Jahr gibt es sogar die guten alten Gullydeckel-Alufelgen „Aero“.

    Ich mag meinen alten Audi, der noch dazu das perfekte Alltagsauto ist und mit 7,2 Litern auskommt. Der Ölverbrauch liegt bei Null; etwas, was kein heutiger Audi mehr schafft. Und dank des verbauten Kaltlaufreglers kostet er nur 108 Euro Steuer im Jahr -da lohnt kein H-Kennzeichen.

    So ist der vermeintlich unvernünftige Kauf eines Zweitwagens inzwischen doch eine Vernunftsentscheidung geworden. Und der Audi darf, seit er 25 Jahre alt sit, auch endlich eine eigene Garage beziehen…

    • Sandmann says:

      Ay Micha,

      danke für deine Zeilen und willkommen in Sandmanns Welt 🙂

      Meine B3 Erfahrungen sind ja nun schon wieder fast 10 Jahre her. Aber auch mich lässt der Wagen nicht endgültig wieder los. Er ist noch immer sehr preiswert, und es ist noch immer ein echter Audi. Ich bin aktuell gerade an einem dran, der nur halb so viele Kilometer wie deiner auf dem Tacho hat, gold Metallic lackiert ist und die absolute Buchhalterausstattung trägt. Wenn ich den für einen schmalen Taler bekommen kann werde ich wohl auch zuschlagen. Warum auch immer, ich habe ja ein Lieblingsauto…

      Pass gut auf deinen „alten Herren“ auf, er hat es verdient. Freu mich, wenn wir uns hier in den Kommentaren ab und an mal wieder lesen. Schönes Wochenende!

      Sandmann

  8. Micha says:

    Hey Sandmann,
    wenn der für bezahlbares Geld zu haben ist, schnapp ihn Dir! Bei eBay-Kleinanzeigen wird in Wilhelmshaven gerade so ein Schmuckstück angeboten. Die Beschreibung passt (Gold, knapp 30tkm), der soll aber satte 6900 Euro kosten. Dafür sieht der aus, als wäre jede Schraube neu.

    Ich habe mich gestern übrigens königlich über die Bilder eurer Kasi-Tour amüsiert. Genial! Natürlich musste ich sofort bei eBay einen Shell-Atlas aus den Achtzigern für den Audi ersteigern. Wie viele Verkehrstote mag es in den Jahren gegeben haben, die einfach nur so einen Atlas von der Hutablage in den Nacken bekamen?

    • Sandmann says:

      Ay Micha,

      ersteiger dir lieber den KaSi 😉 Der ist zu haben, bei mobile.de. Ich brauch mal ein bisschen Platz bei mir und komme in den nächsten 10 Jahren sowieso nicht dazu, den mal auf die Straße zu bringen 🙁

      Die Tour wird auf Spiegel Online noch einmal neu aufgelegt. Damit die auch mal ein paar mehr Leute zu lesen bekommen.
      Und mit den Verkehrstoten… ich frage mich eher, wie viele Ehen geschieden wurden, weil einer von beiden mit diesem Atlas das Ziel finden musste! Da schimpf noch mal einer auf mein Navi. Ich mag das…. Und… auf meiner Hutablage liegt ja seit jeher eine Menge rum, immerhin HABE ich noch eine Hutablage. Viele Autos haben die ja heute nicht mehr.

      Viele Grüße aus dem Norden
      Sandmann

  9. Micha says:

    Nee, Sandmann. Da kommen wir nicht ins Geschäft. Ich habe nämlich gerade gelesen, dass der Knudsen nach Frankreich nur 8,5 Liter konsumiert hat. Und das als V6 mit sechs Füßen an Bord! Mein erstes Auto war der Nachfolger des Knudsen. Kein Coupe. Kein GXL. Nein, ein askethischer 1.6 N (liebe Kinder, früher gab es noch Normalbenzin!) mit strammen 68 PS. Der nahm mal elf, mal zwölf Liter. Die Farbe irgendwo zwischen wüstenkhaki und hornhautumbra, Monoradio, Zweispeichenlenkrad in XXL.

    Weil also Dein Knudsen viel schöner ist, einen V6 hat und trotzdem unfassbar wenig verbraucht, gib mir lieber den. Den zeitlich passenden Shell-Atlas (mit Deutschland West und Mitte) von 1977 habe ich ja schon.

    Ach…und wir navigierten früher wirklich mit dem Atlas auf dem Schoß. Nur wurde da statt „In 200 Metern links abbiegen in die Gottfried-Trautwein-Allee“ gesagt „Da hätten wir eben rechts gemusst!“

    Mit Grüßen aus dem Hannöverschen,
    Micha

    • Sandmann says:

      Ay Micha,

      den Taunus II habe ich damals nicht gemocht. Wir nannten den immer „Schweinetaunus“, genau wie der Granada II „Schweinegranada“ hieß. Ich sehe das heute anders. Den Taunus III (ich hatte einen) mag ich noch immer nicht so richtig, der ist mir schon zu 80er. Alles groß und flach. Aber einen schönen 77er Viertürer Ghia mit 2.3 V6 würde ich auch heute nicht aus der Garage werfen…

      Warum mein Wagen so wenig verbraucht weiß ich allerdings auch nicht. Andererseits läuft er auch ein bisschen scheiße. Im Dezember gibt’s den neuen Vergaser, dann säuft er bestimmt mehr als Charles Bukowski….

      Grüße aus Kiel
      Sandmann

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