Der letzte Defekt

Am Anfang einer langen Reise.

Am Anfang einer langen Reise.

Da bist du gerade noch auf dem Hinweg… und dann macht es *schnipps* und der Urlaub ist schon wieder vorbei. Das ist immer das gleiche. Die Taschen sind gepackt und tief im flachen Coupé Kofferraum verstaut, die rollbare Bude auf dem Campingplatz ist mit heftig nach Chlor stinkendem Putzmittel in einen gefühlten Neuzustand versetzt worden und die geschriebenen Portkarten schlüpfen auf den letzten Drücker in einen Briefkasten direkt am Wasser. Au revoir, Côte d’Azur. Es ist 9:00 Uhr morgens, die Sonne klettert gerade erst vorsichtig hinter den Bergen bei Cannes hervor und vor uns liegen insgesamt wieder 1800 Kilometer, unterbrochen heute Abend von einem Hotel in Ulm. Eigentlich habe ich inzwischen so ziemlich alles am Taunus heile gemacht, was Sorgen bereiten könnte. Doch nein. Ich habe die Rechnung nicht bis zum Ende durchkalkuliert. Na, wir fahren erstmal los.

Der Rückweg ist der Hinweg nur andersrum, also weiß ich, was auf uns zukommt.

Hombre passt auf

Hombre passt auf

Solange der Fahrtwind bei 120 km/h durch den großen Kühler gezogen wird, können südfranzösische 35 Grad dem alten Ford nichts anhaben. Auch meine Damen auf dem kunstledernen Rücksitz haben sich inzwischen an die Wärme gewöhnt, plappern vergnügt, zappen durch ihre Musik, gucken raus und stellen wortreich fest, wie erholt sie sind. Stimmt. Auf dem Hinweg haben die beiden fast die ganze Zeit geschlafen. Jetzt sind sie aufgedreht, lachen noch einmal über den französischen Kinderchor (der heute Morgen noch geschlafen hat) und überlegen detailliert, welche Übungen sie in der folgenden Woche im Gym durchziehen werden. Ich sitze auf meinem blauen Handtuch, lenke die wertvolle Fracht zügig und ohne Servounterstützung über die Küstenautobahn in Richtung Genua und grinse ziemlich debil vor mich hin. Ich bin glücklich. Ich bin ebenfalls sehr erholt (nur weil ich hier alle Schraubereien aufgezählt habe heißt das ja nicht, dass ich zwischendurch nicht auch mal Urlaub hatte…) und bade in dem guten Gefühl, Defekte vor Ort behoben zu haben. Ich freue mich über meine Reisebegleiterinnen und auch schon ein bisschen auf die Lieben daheim. Und sogar ein bisschen auf den Alltag. Krass, oder? Ja, ich mag meinen Job tatsächlich. Und ich glaube… UPS argh!!! Stillstand vor uns. Heftig bremsen und mit dem wachsamen Blick im Rückspiegel den Warnblinker anmachen und den Wagen zum Stehen bringen.

Uiuiui das ist ja wie auf der A7!

Uiuiui das ist ja wie auf der A7!

Stau. Unerwartet, plötzlich. Und sehr sehr stehend. Jetzt bekommt auch das Navi eine Meldung und zeigt an, dass wir mitten drin sind. Und kurz danach erzählen die Leuchtschilder über der Autobahn von einem Unfall in ein paar Kilometern. Ach manno. Immer und immer wieder. Einerseits geht mir die schlimmer werdende Unaufmerksamkeit vieler Autofahrer extrem auf den Keks. Jeder hängt mit den Augen am Handy oder dem Multifunktionsdisplay im Armaturenbrett, blinkt nicht mehr und hat es eilig. Allerdings weiß ich nicht, warum genau dieser Unfall hier passiert ist. Andererseits bin ich froh, nur im Stau zu stehen und nicht irgendwo weiter vorn sein Grund zu sein. Easy. Wir kurbeln beide Fenster runter und philosophieren über das Weltall, die Unendlichkeit, Leben auf anderen Planeten und was man sonst noch so thematisiert, wenn man gut gelaunt auf das Mittelmeer guckt und nicht weiterkommt. Von hinten jault und tatütatat es.

Oh. Die meinen es ernst.

Oh. Die meinen es ernst.

Was Franzosen und Italiener genau so wenig können wie Deutsche ist, eine vernünftige Rettungsgasse zu bilden. Von hinten kommen zwei Krankenwagen und zwei Feuerwehren eilig angefahren, und immer wieder müssen die Fahrer mit einer gewaltig lauten Kompressorfanfare irgendwelche Träumer fast von der Straße blasen. Das würde mich am Steuer dieser Rettungsfahrzeuge wahnsinnig machen, wenn ich vielleicht sogar gerade in einem Wettlauf gegen die Zeit unterwegs bin. Aber okay, da scheint doch ein bisschen mehr passiert zu sein. Wir haben genug Trinkwasser im Auto, der Motor eigentlich auch, einzig das Kühlwasserthermometer klettert immer weiter in Richtung des roten Bereichs. Öh. Das schmeckt mir nicht. Ich mache die Heizung an und schiebe das Gebläse auf volle Pulle, so kühlt das Kühlwasser noch ein wenig durch den neuen Wärmetauscher ab. Das macht es noch wärmer im Taunus, aber egal. Einen elektrischen Lüfter gibt es im Motorraum vom Taunus nicht, auf der Wasserpumpe sitzt ein starrer, drehzahlabhängiger Propeller. Und wenn man eben nicht fährt, schaufelt der auch nicht viel.
Bei der Unfallstelle liegt eine Menge Plastik und Blech rum, aber so wie es aussieht ist niemand wirklich schlimm verletzt worden. Gut. Die Damen möchten mal rechts ran, ich gebe dem Knudsen Coupé und vor allem dem schwitzenden V6 noch ein paar Kilometer lang frischen Fahrtwind und halte dann auf einem Rastplatz an.

Puh. Das ging noch einmal gut.

Puh. Das ging noch einmal gut.

Während die Töchter in den Büschen sind, sauge ich die letzten Sonnenstrahlen meines kleinen Urlaubs auf. Ich werde diese Wärme auf meiner Haut, diesen Duft nach Oleander und Pinienharz und das grüne Wasser vermissen, wenn wir erstmal wieder im norddeutschen Hamsterrad aus Schule und Arbeit angekommen sind. Aber nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Das hat mir meine mittlere Tochter beigebracht, und sie hat Recht. Wollen wir weiter? Hat schon jemand Hunger? Ich habe Reisebaguettes® mit Jambon Cru, Mortadella und Fromage gemacht. Knusprig, saftig, lecker. Nur die Große lehnt ab. Irgendwie ist sie mit dieser Form der Ernährung durch. Sie knurpst glücklich das vom Frühstück übrig gebliebene Croissant.
Über die norditalienischen Autobahnen geht es durch eine sengende Hitze, die gefühlt noch schlimmer wabert als auf dem Hinweg. Das flache Land zieht vertrocknet, öde und irgendwie verwahrlost vorbei. Der Wagen schnurrt zufrieden, die Musik ist gut und wir machen jetzt richtig gut Strecke. Aus den Lüftungen mäandert ein bisschen Luft. Nach dem Rumgestehe im Stau vorhin tut das allen beteiligten gut, sowohl der Motor als auch wir drei im Auto freuen uns immer über ein wenig kühlen Wind von vorn. Meine Töchter auf dem Rücksitz checken fröhlich die angenehmen Temperaturen auf dem vor uns liegenden San Bernadino Pass (immerhin nur 25 Grad, also 10 Grad weniger als hier) und rufen beim Hotel in Ulm an, bis wann wir heute Abend einchecken können. Rund um die Uhr. Okay Taunus, dann renn mal.

Reisen statt rasen. Wenn er soll, kann er aber.

Reisen statt rasen. Wenn er soll, kann er aber.

Kurz vor Milano kommt dann die wirklich allerletzte Mautstelle, quasi das Pendant zu dem Superstau vom Hinweg. Mist. Zwar geht es einigermaßen auf allen Spuren voran, aber die hohe Drehzahl des alten V6 über eine lange Strecke macht sich jetzt, im Stillstand, durch eine sprunghaft kletternde Kühlwassertemperatur bemerkbar. Ich bin zu nervös, um das zu fotografieren. Am roten Bereich war das Ding noch nie, seit ich den Taunus fahre. Jetzt ist der Zeiger drin. Ich denke an kaputt gehende Kopfdichtungen, Kolbenfresser und platzende Wasserschläuche. Ach nee, die sind ja neu. Fahrt doch da vorne endlich mal fahrt doch faaaaahhhhhhhhrt!
Der Wagen spotzt und wackelt, verschluckt sich einmal – und geht aus.

Oh nein.

Alle Startversuche schlagen fehl, da kommt nichts mehr. Na hervorragend. Um unter den fragenden, besorgten Blicken meiner Töchter irgend eine Antwort zu konstruieren sage ich, dass der Motor wohl zu heiß geworden ist und erstmal abkühlen muss. Meine Große hat ja schon Erfahrungen im Schieben, und gemeinsam drücken wir den Knudsen in Richtung Mautschranke über den heißen Teer. Mitten in der sengenden Hitze. Zu Fuß über die Grenzen, warum auch nicht?

So kann man natürlich Benzin sparen.

So kann man natürlich Benzin sparen.

Das klingt jetzt, wenn ich es schreibe, wesentlich lustiger als es war. Irgendwo in Norditalien mit einem alten Auto zu stehen, dessen Motor gerade komplett abgestorben ist und kurz vorher noch den Hitzetod angedroht hatte fühlt sich im ersten Moment nicht wirklich gut an. Im zweiten auch nicht. Meine Mittlere sitzt und schwitzt weiter auf dem Rücksitz und macht ein paar Fotos. Mit diesem Tun ist sie nicht alleine. Um uns rum auf allen anderen Spuren lassen die Leute die Fenster runter, lachen und winken, heben anerkennend den Daumen und freuen sich über das Auto. Fällt denen auf, dass wir es… schieben? Ist mal jemand auf die Idee gekommen, und zu fragen, ob wir vielleicht Hilfe brauchen? Nein. Aber sie alle machen fleißig Fotos. Na dann. Ihr könnt sie zu Hause ja euren Kindern zeigen und ein Lied über den Monsieur singen, dessen grüne Scheißkarre immer kaputt geht.

Ein Bildchen geht immer.

Ein Bildchen geht immer.

Auch wenn ich innerlich sehr angespannt bin, ich nehme es sportlich. Das optimistische Engelchen über meinem Kopf schickt das pessimistische Teufelchen nach Hause. Was kann schon groß passiert sein? Unten kleckert nichts raus, also wird es vielleicht nur eine Gasblasenbildung im glutheißen Vergaser sein. Der sitzt beim V6 oben drauf zwischen beiden Zylinderbänken und wird gern mal sehr heiß. Das ist bekannt, das ist mit eingeplant. Deshalb springt ein heißer Ford auch nicht gut an, das Benzin muss sich erstmal selbst kühlen, damit es nicht schon vor den Brennräumen verdampft. Sowas wird es sein. Denke ich. Hoffe ich. Glaube ich. Die Madonna auf dem Armaturenbrett sieht mich fragend an, als wolle sie mir irgend etwas mitteilen. Ich denke nicht weiter darüber nach.
Noch viel fragender sieht mich der Mann in der Mautstelle an, als ich mein Auto an seine Schranke schiebe und neben dem Wagen stehend meine 13,80 Euro bezahle. Le moteur est trop chaud. Sagenhaft desinteressiert macht er die Schranke auf, und wir schieben weiter.

Okay, da ist gleich die Schranke.

Okay, da ist gleich die Schranke.

Hinter den Mautstationen führen immer rund 10 Spuren zusammen zu den üblichen zwei der Autobahn. Ein schöner Unfallschwerpunkt. Wir schieben den Taunus winkend quer über alle rüber in Richtung einer Parkbucht in der prallen Sonne, vorbei an einer sehr schwarzen, französischen Rockergang mit ihren sehr schwarzen Motorrädern. Ganz schön schnell, der Wagen, jetzt so. Ich werfe mich ein wenig unüberlegt durch das offene Fenster rein und ziehe die Handbremse an. Das war eine Scheißidee. Also, das mit dem Reinwerfen. Während mein gleichaltriges Blechgefährt zum Stehen kommt, spüre ich mein ganzes Körpergewicht auf dem Brustkorb und drei Rippen an der Oberkante der Tür drücken. Das -> tut so weh, dass ich mich erstmal auf den heißen Boden setze und nach Luft schnappe. Oh jeh. Wie schnell können Rippen brechen? Ist es ein schlechtes Zeichen, dass ich heute, sechs Tage später, noch immer nicht auf der rechten Seite liegen kann? Na ja, wenn man schon mal havariert dann aber auch richtig. Eine Rettungsgasse ist allerdings nicht nötig.
Vier von den Rockern stehen plötzlich direkt neben mir und gucken mich so fragend an wie der Kaktus auf der Mittelkonsole. Sie wirken böse, sind bärtig und tragen Accessoires, die ich nur aus Filmen kenne. Argh. „Tout va bien, non…?“ sagt einer, mit einem eisernen Kreuz auf seinem T-Shirt. Ich erkläre ihnen auf Französisch, dass der Motor wohl zu heiß geworden sei. Ob ich Wasser brauchen würde, fragt ein anderer. Nein, vielen Dank, ich glaube der muss einfach nur abkühlen. Hm. Nette Kerle. Ich hoffe, ich behalte mit meiner Annahme Recht. Mit einem alten Lappen lasse ich Druck aus dem kochenden Kühlsystem. Meine Mittlere macht noch ein paar Fotos von innen.

Unter den Blicken der Rocker.

Unter den Blicken der Rocker.

Startversuch nach 10 Minuten mit offener Haube.
*klick* WIWIWIWIWIWIWI nichts.
*klick* WIWIWIWIWIWI nichts.
Scheiße. Verdammte Scheiße! Das kann doch echt nicht wahr sein, nun lief doch alles am Ende immer so gut, und an diesem Auto ist doch nun wirklich nichts dran, was das Fortkommen so nachhaltig verhindern könnte! Muss ich denn jetzt wirklich in Italien in der Mittagshitze auf Fehlersuche gehen? Ist es denn nicht irgend etwas Banales?? AAARRRGH!!! Während ich fluchend und leise schimpfend (meine Töchter sollen glauben, dass alles gut ist) die Benzinleitung entlangfühle und mir vier Mal Finger und Unterarme am heißen Gussblock verbrenne, stutze ich plötzlich. Nanu? Tief unten, zwischen dem neuen, gläsernen Benzinfilter und dem metallenen Benzinrohr durch den Motorraum, sieht das Schlauchstück aber… irgendwie komisch aus. Das ist das einzige, was ich nicht erneuert hatte, weil es nur ganz kurz ist. Na guck. Es ist durchgerissen. Das Gewicht des Filters und die Vibrationen der letzten 3000 Kilometer haben ihm den Rest gegeben. Die Benzinpumpe hat also kein Benzin, sondern nur Luft gezogen. Kann es wirklich so einfach sein?
Ich schneide ein neues Stück Schlauch aus meiner Ersatzteilkiste zurecht und schiebe es mit neuen Schellen zwischen Rohr und Filter. Optimistisch grinsend setze ich mich zu meinen Töchtern ins Auto. „Papa? Alles schon wieder heile?“ Mit einem etwas unsicheren „… das werden wir gleich sehen…“ trete ich das Gaspedal zweimal durch und drehe den Schlüssel.
*klick* WIWIWIWI SPOTZ TUCKER WROOOOMMM!!
Er läuft! Etwas holperig zieht der V6 noch den Filter wieder voller Superbenzin und flutet die Schwimmerkammern des Vergasers – dann tuckert er so rund vor sich hin wie immer. Die Mädels jubeln, ein paar Rocker heben den Daumen. Wundervoll. Ich werfe das Werkzeug und die Lappen wieder in den Kofferraum, mache die Haube zu, springe ins Auto, schreie kurz wegen der schmerzenden Rippen auf und setze den alten Wagen in Bewegung. Lasst ihn uns schnell wieder in den Fahrtwind bringen, damit alles abkühlt. Die Rocker winken. Wir auch.
Alors, la route. Wir kommen nach Hause.

Sur ma route

Sur ma route

Epilog
Wir sind wieder zurück im verregneten, norddeutschen Alltag. Für mich ging direkt am Montag wieder der Arbeitsalltag los, die Große schuftet weiter in ihrem Ausildungs/Studium Konstrukt und die Mittlere steckt nun bis über beide Ohren im Abiturjahr. Aber wir gehen diese Aufgaben erholt und glücklich an. Fast jeden Tag schreiben wir uns immer noch, wie schön die Tage waren. Die Tage am Mittelmeer mit einem alten, grünen Auto auf einem Campingplatz, auf dem ich zuletzt vor 25 Jahren war. Was für eine bunte, entschleunigende Reise. Von insgesamt 264 Stunden in diesem Urlaub habe ich rund 5 Stunden mit Werkzeug in der Hand verbracht. Das ist doch eine gute Bilanz, und weil die Schraubereien immer erfolgreich waren haben sie ja retrospektiv sogar Spaß gemacht.
Ich kann jedem von euch empfehlen, das auch einmal zu wagen. Diesen Traum. Wenn ihr ihn denn habt. Zu Risiken und Nebenwirkungen stehe ich gern Rede und Antwort 🙂 Und für alle Nicht-Internetler kommt diese Geschichte sogar auf sechs oder sieben Seiten in der nächsten TRÄUME WAGEN (in vier Wochen). Inklusive Posingbilder meiner Töchter vor dem Auto und einem noch nicht gezeigten Bikini-Strandbild 😀 Cool?
Mach’s erstmal gut, Südfrankreich. Ich werde immer wieder kommen. Du bist ein Teil meiner Träume und meines Lebens. Und mit so wundervollen Menschen und einem so herrlichen Auto lebe ich diesen Traum liebend gern immer und immer wieder!

Sandmann

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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26 Responses to Der letzte Defekt

  1. Andrea says:

    Du bist und bleibst ein Glücksritter, dem die Sonne aus dem Hintern scheint! ♥

    • Sandmann says:

      Ach liebste Andrea,

      wenn das so ist dann hoffe ich, dass es so bleibt. Momentan scheint mir die Sonne aus den geprellten Rippen. Aber damit komme ich klar :-*

      Sehen wir uns im November auf dem Leuchtturm in Dänemark?
      Sandmann

  2. Hi Jensi, es ist schön, dass ihr drei heile wieder angekommen seid. Ich habe Dein Reisetagebuch sehr gern gelesen und meiner eigenen Zeit vor 25 Jahren in den Départemetes Provence-Alpes-Côte d’Azur und Alpes-de-Haute-Provence gedacht. Montelimar, Avignon, Aix-en-Provence, Brignoles, Fréjus, dann Draguignan, Montferrat und hoch bis zum Lac du Verdon. Damals mit dem Fahrrad 😉
    Und ich kenne diese Sehnsucht sehr genau, die Plätze von damals wieder aufzusuchen. Die Schatten der Vergangenheit wieder aufzuhellen und darüber zu sinnieren, was in den vergangenen 25 Jahren geschehen ist. Wie die Welt und man selbst sich weiter gedreht haben.
    Schön, dass Deine Töchter mit Dir diese Reise gemacht, sich auf das Abenteuer eingelassen haben. Es bleibt abzuwarten, ob meine Kids sich dafür begeistern können. Momentan sieht es eher nicht danach aus. Aber sie haben auch noch ein paar Jahre Zeit. Na vielleicht meine Jüngste…
    Ich musste sehr schmunzeln, als ich las, dass Du Dir dort unten eine LiMa besorgen musstest. Zur gleichen Zeit habe ich auch eine geordert und sie heute eingebaut. Und siehe da, TADAAAA! Die Ladekontrollleuchte in meiner Familienkutsche ist wieder aus 😉 und ich kann das Batterieladegerät getrost wieder in den Schuppen verbannen.
    Liebe Grüße und bis bald im Verlag

    • Sandmann says:

      Bester Holger,

      schön, dich mal wieder hier zu lesen 🙂
      Du hast die Orte damals mit dem FAHRRAD besucht?? Wie krass. Bist du von ganz oben nach ganz unten auch mit dem Fahrrad gefahren? Nee…..

      Ich mache ja diese „wiederfinden“ Touren schon seit vielen Jahren. Mal gezielt, mal liegen sie quasi als Beiwerk eines Urlaubs am Rand der Strecke. So wie jetzt. Ich freu mich wie Bolle, dass meine Töchter das mit mir gemeinsam machen, die nehmen aber vor allem die Erholung und die Sonne mit. Damit könntest du es deinen Kindern doch auch schmackhaft machen…? 😉
      Sowas kommt aber auch allein sehr gut. Aber vielleicht bin ich kein Maßstab, ich bin nämlich sehr gern mal allein….

      Wie dem auch sei, wenn deine neue Lichtmaschine jetzt ihren Dienst tut – dann mal ab auf große Tour. Und ja! Bis bald im Verlag!

      Sandmann

  3. Micky says:

    Ende gut, alles gut!

    Schön, an eurem Urlaub teilhaben zu dürfen – war ganz traurig seit dem 26.8. nichts davon zulesen.

    • Sandmann says:

      Ay Micky,

      haha 🙂 Ja, alles ist gut. Und der Taunus läuft noch immer und besser als je zuvor. Ein bisschen Staub von der Côte d’Azur ist noch immer auf dem Lack. Wenn jemand den haben möchte….?

      Jetzt kommen ein paar verrückte Geschichten aus dem Alltag. Und im November geht es dann wieder mal für eine einsame Woche nach Dänemark, auch mit dem Taunus. Es hört ja nie auf….

      Sandmann

  4. Stefan200 says:

    Moin Sandmann,
    ja guck. Und genau deswegen sind alte Autos besser als neue. Weil man sie selber mit gesundem Menschenverstand (gesunder Technikverstand?) reparieren kann. Immer mehr Menschen begreifen das inzwischen (siehe H-Kennzeichen Statistik und nicht zuletzt Anzahl Magazine mit alten Autos drinne 😉 ).
    Und genau deswegen versucht uns die Industrie (und als Wurmfortsatz die Politik) neue Autos immer schmackhafter zu machen, bzw. alte möglichst zu verbieten. Weil sie immer weniger neue los werden.
    Dein Ford ist ein echtes Sahneteil. Und bei dir in guten Händen.
    Ich sollte meinen alten GTI auch mal endlich wieder weiter restaurieren, damit ich im Pannenfall keinen ADAC rufen muß, sondern mit wenigen Handgriffen das Problem eben selber beheben kann.
    Als denn!
    Stefan

    • Sandmann says:

      Ay Stefan,

      ich kenne die Statistiken gar nicht, wenn man sich nur mit altem Blech befasst dann entrücken einem die Neuwagen ein wenig 😉 Allerdings bin ich auch durchaus ein Freund von neuen Autos. Ich mag die Designsprache (nicht bei allen), die vielen Gimmicks und den Komfort. Ich habe nur keins, weil ich es schlicht nicht bezahlen kann und auch niemals können werde.

      Aber du hast Recht – ich fahre den Taunus als einziges Auto im Alltag, eben genau weil er so einfach ist. Ich schwärme von vielen alten, wesentlich komfortableren Autos. Vom XM über den Mercedes W 140, den Jaguar XJ bis zum (noch nicht ganz so alt) Phaeton. Alle wundervoll. Aber wehe, ein Wehwehchen kommt.
      Den ADAC musste ich übrigens trotzdem schon ab und an mal bitten… Zuletzt bei meiner letzten Weihnachtsgeschichte, man erinnert sich vielleicht 😉 Aber immerhin können die mir dann auch HELFEN und schließen nicht nur den OBD Stecker an, um dann kopfschüttelnd den Abschleppvorgang zur Werkstatt einzuleiten…

      Kenne ich eigentlich Bilder von deinem GTI? *neugierig*
      Sandmann

      • Stefan200 says:

        Moin.
        Oja, es gibt auch alte Autos, welche komfortabel sind und dadurch anfälliger. Mein T4 hat schon fast alles, was man will: Klima, Standheizung, ABS, Airbags usw.
        Und ja, wehe, wenn da mal was kaputt geht. Grad ging die Airbaglampe an. Weiß nicht, was mich das kosten wird…
        Klar kenne ich deine Geschichten. Lese ja seit Jahren alles mit.
        Nein, vom 77er GTI gibts noch keine Bilder. Hab den vor 15 Jahren als Restaurationsobjekt gekauft. Im Augenblick steht die Rohkarosse in der Werkstatt. Nimm einfach ein altes GTI Werbebild. So soll er wieder werden. Falls du keins hast, schick ichs dir.
        Ich hatte davor einen 79er gefahren, einige Jahre. Davon gibts einige wenige Bilder, alle oldscool als Photo. 🙂

        • Sandmann says:

          Ay Stefan,

          wow, einen 77er?? Das ist dann ja einer der allerersten! Da werden inzwischen ja schon richtig nette fünfstellige Beträge für ausgegeben. Dann mal los.

          Ich bin ein wenig erschüttert, was der Ur-Golf inzwischen finanziell auf die Waage bringt. Also der allererste mit Tittentacho und kleinen Rücklichtern. Ich habe den damals so dermaßen gehasst, weil einfach alle einen hatten. Mit dem Alter kommt die Reife, und ich finde das Design inzwischen schlicht, schön und zeitlos. Ich würde sogar einen im Alltag fahren. Aber nicht zu den aufgerufenen Preisen, nee nee…..

          Sandmann

          • Stefan200 says:

            Moin.
            Jawoll. Das war so auch beabsichtigt. Einer der ersten und DAS Original sowieso.
            Ja, stimmt. Wenn das Objekt in einem guten Zustand ist. Und alles original. Und diese beiden Fakten kosten viiiel Zeit und eben auch viel Arbeit/Geld. Und genau deswegen sind gute Ur-GTI so teuer.
            Meiner ist noch weit entfernt von „gut“. 😀
            Die Urform des GTI wurde im groben immerhin bis Sommer 1981 gebaut. Erst dann kam das neue Armaturenbrett und die großen Rücklichter.
            Alltagsfahrzeug, genau das ist geplant. Aber nur im Sommer. 😉
            Gruß Stefan

            • Sandmann says:

              Ay Stefan,

              ein schönes Vorhaben und ein Auto, was dem würdig ist. Klasse. Ich freu mich auf Berichte und Bilder, wenn es so weit ist.

              Wenn mein Taunus untenrum nochmal geschweißt wurde, denke ich über den Winter vielleicht auch ein bisschen anders. Wir werden sehen 🙂

              Sandmann

  5. dette ecker says:

    wieder einmal wunderschön erlebt und ebenso wunderschön geschrieben. Danke.
    Ein Grund auch die nächste „Träume Wagen“zu kaufen.

    Im Moment sitze ich unter Spaniens Sonne (z.T. jedoch tatsächlich verregnet) und freue mich wie Bolle auf Freitag…
    Da gehts mit dem Fiffi (FIAT 500, Bj ´70, 23PS) vom Niederrhein quer durch die Republik in die Nähe von Zwickau. Einfache Fahrt 570km…
    Ich hoffe das wird genau so spannend und „zielbringend“ wie deine Reise nach Südfrankreich, und zurück.

    BTW: 265 zu 5 ist tatsächlich eine prima Bilanz!

    • Sandmann says:

      Ay dette ecker,

      dann sende ich dir mal ein wenig norddeutsche Sonne nach Spanien, die scheint hier gerade, ich weiß gar nicht was passiert ist…

      Du fährst mit dem Fiat 500 einmal quer durch die Republik? Klasse. Ich glaube, in einem echten 500 habe ich noch nie gesessen. Nur mal in einem 126er, meine Schwester hatte vor einer Ewigkeit mal einen. Das hat Spaß gemacht 😀 Passt man denn da einigermaßen rein?

      Ich wünsche dir eine gute, pannenfreie und gut gekühlte Reise.
      Sandmann

  6. Enno says:

    Hallo,

    Ich habe deinen Reisebericht sehr gerne gelesen und es freut mich, dass du mit dem Taunus so gut durch gekommen bist 🙂
    Dank deines schönen Berichtes weiß ich jetzt auch, wo am Mittelmeer man gut Urlaub machen kann und werde mich selbst mit einen Kumpel nach Saint-Aygulf aufmachen.
    Wir fahren zwar etwas weiter südlich von Wismar aus los, aber da ich nen Corsa nehmen werde, der ebenfalls mein Alter ist, wird es dennoch eine kleine Herausforderung.

    Liebe Grüße aus Südschweden:
    Enno

    • Sandmann says:

      Bester Enno,

      bevor ihr euch auf den Weg macht melde nochmal auf. Es gibt ja noch andere, tolle Ecken da unten. Agde, Saintes Maries de la Mer, Cassis, Saint-Tropez… da geht was 🙂

      Ich muss mich mal mit den Touristenabteilungen von Dänemark und Südfrankreich in Verbindung setzen. Da sind schon so einige meinen Tipps gefolgt … 😉

      Viele Grüße zurück aus dem Alltag
      Sandmann

  7. Jeff Dexter says:

    Hallo Sandmann,

    ich habe deine/ eure Reise mit viel Sehnsucht verfolgt. Und ich glaube, nächstes Jahr muss es denn endlich sein, dass ich mich mit meinem Altblech ebenfalls wieder auf den Weg mache, um alte, längst vergangene Zeiten neu zu erleben. Viel Spaß beim Ankommen im Alltag und natürlich schnelle Genesung der spare-ribs… 😉

    • Sandmann says:

      Ay Jeff,

      danke für die Genesungswünsche. Es wird langsam, ganz langsam, besser. Wenn ich nächste Woche noch immer nicht auf meiner rechten Seite liegen kann werde ich wohl mal zum Arzt gehen 🙁

      Ich habe ja das „Glück“, zwei Familien mit zwei völlig unterschiedlichen Urlaubsbedürfnissen zu haben. Mit meinem halbfinnischen Fräulein Altona und dem viertelfinnischen Sandmädchen fliegen wir immer in irgendwas mit Halbpension. Das ist die größte Erholung. Keine lange Reise, und nicht selbst kochen müssen. Mit der Großen und der Kleinen geht es immer in den Süden, und gern mit dem Auto in ein Mobile Home. Ein krasser Gegenpart, aber ich finde beides klasse. Jetzt muss ich nur noch mehr Urlaub aushandeln 😉

      Wo führe er denn hin, wenn er führe?
      Sandmann

  8. Enno says:

    Hallo Sandmann,

    wir fahren leider nur für 3 Tage Aufenthalt da runter, von dem her wird wohl der Weg das eigentliche Ziel bleiben.
    Jedoch liegt Saint-Tropez ja nur 30 Kilometer entfernt und die anderen Orte, die du genannt hast, wären bei einer ausgedenhnten An- und Abreise auch gut erreichbar.

    Einen entscheidenden Vorteil des Reisens mit einem alten Auto habe ich aus deinen Berichten herausgelesen.
    Wenn man zuhause ist, ist endlich mal der Wagen durch repariert 🙂

    Ich wünsche eine gute Besserung und liebe Grüße aus Südschweden:
    Enno

    • Sandmann says:

      Ay Enno,

      nur für drei Tage? Oha. Das ist sportlich, angesichts der doch recht langen Anreise. Check vorher die Mautgebühren (vor allem wenn du durch Frankreich fährst) und die Benzinpreise 😉
      Und in drei Tagen wird es dir nicht gelingen, das Auto durchzureparieren…

      Grüße aus Kiel
      Sandmann

      • Enno says:

        Hallo Sandmann,

        da hast du wohl Recht, das könnte ziemlich interessant werden. Aber wir sind da leider terminlich eingespannt 🙁
        Ich werde nochmal wegen einer genauen Route und den anfallenden Gebühren schauen.
        Kurz vor dem Ausland wird der Tank noch mal voll gemacht 🙂
        Ich hab überlegt, durch die Alpen über Österreich, Schweiz und Norditalien zu kommen und anschließend über Landstraße durch Frankreich wieder zurück zu fahren.
        Mal schauen, was das wird…

        Liebe Grüße:
        Enno

  9. Jürgen says:

    Hallo Sandmann,
    herzlichen Dank für Deine Reiseberichte! Sie stimmen mich ein wenig melancholisch …
    Ich war fast zur gleichen Zeit, als Du das erste mal dort warst, ebenfalls zum ersten Mal in dieser Region unterwegs. Wir (meine Frau und unserer damals 2-jähriger Sohn) wohnten in einem Bungalow im „Hinterland“ in Fayence. Finde es übrigens nicht spießig oder dekadent in einem festen Haus zu übernachten, solange man diesen Komfort zu schätzen weiss. Habe gerade die Michelin Karte 84 „Marseille, Toulon, Nice“ herausgesucht, die ich damals für 8,10 Franc vor Ort erstanden habe. Von einem Navi wagte damals noch niemand zu träumen. Heute geniesse ich den Komfort eine Navis, bedenklich finde ich nur, wenn jemand ohne dieses Gerät hilflos ist.
    Auf einer unserer Fahrten entdeckten wir am Strassenrand einen umgebauten Citroen Typ H, in dem Pizza auf Holzfeuer gebacken wurde. Ein Vorläufer der aktuellen street-food-Szene. Hast Du den auch gesehen? Das waren noch Autos mit Character.

    Verspüre gerade den Drang dem Regen zu entfliehen, mich ins Auto zu setzen und zur Cote d’Azur zu fahren…
    Beste Grüße
    Jürgen

    • Sandmann says:

      Hallo Jürgen,

      vielen Dank für deine Zeilen. Es waren wohl mehr von euch da unten als ich bisher dachte. Es ist aber auch wunderschön dort, damals wie heute.
      Den umgebauten Street Food Truck haben wir leider nicht gesehen, vielleicht hat der Betreiber nach 30 Jahren sein Geschäft auch in feste Mauern verlegt? 😉 Ich muss mal an einer einfachen Upload Möglichkeit für Bilder arbeiten, aber ich habe es eingebaut bekommen.

      Zum Glück bin ich dem Regen in diesem Jahr schon zweimal entkommen. Dann schmerzt es nicht so sehr, dass der Herbst vor der Tür steht.

      Sandmann

  10. Ich glaube, ich hätte sofort mein Auto verkaufen wollen. Einmal eine Urlaubsreise mit defektem Fahrzeug und nie wieder. Wobei es bei der Heimreise noch besser ist als hin, wenn du dann dort stehst und dich erst mal mit Werkstätten am A… der Welt rumschlagen kannst, sodass der Wagen überhaupt für die Heimreise wieder fahrtauglich wird.
    Aber immerhin seid ihr alle heile angekommen, das ist das Wichtigste!

    • Sandmann says:

      Ay Jörg,

      den Impuls, sein Auto verkaufen zu wollen, kenne ich sehr gut.
      Allerdings nicht beim Taunus.
      Ich bin in diesen Urlaub mit einem Haufen Ersatzteilen und der Ahnung, dass etwas kaputt gehen würde, gefahren. Sogesehen war ich vorbereitet. Dass es die Lichtmaschine werden würde hat mich kalt erwischt – aber immer noch besser als die Wasserpumpe (aber die hätte ich dabei gehabt…).

      Schraube gehört natürlich nicht zum Urlaub dazu. Aber ich kenne mein Auto noch nicht so lange. Wenn wir uns erstmal kennen, werde ich auch ausschließlich Urlaub machen können 😀

      Sandmann

  11. Enno says:

    Hallo Sandmann,

    die Reise gen Südfrankreich war ein voller Erfolg!
    Abgesehen von einer defekten Lambda-Sonde und einem schief sitzendem Bremsstein bin ich ohne Defekte die 3400 Kilometer gefahren.
    Es ist ein wirklich schöner Camping-Platz mit 31 grad Celsius im Schatten.
    Danke für den Bericht 🙂

    Liebe Grüße aus Südschweden:
    Enno

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