Knallert forbudt – Den vej hjem

Ohne Wein und ohne Sonne heimwärts

Ohne Wein und ohne Sonne heimwärts

Teil 5 – Römmpömmpömm BROOOOOOO
Graue, schmierige Wolken verdunkeln die Morgensonne. Sind das die Auswirkungen meines kleinen Rechenfehlers, was die Beimengung von Öl zum Zweitaktbenzin betrifft? Haben Petrus und Frau Holle etwa schon wieder Zoff? Oder wurde dem Wetter einfach nur klar, dass unsere wenigen Tage hier an der dänischen Nordseeküste abgelaufen sind und die Sonne jetzt endlich dem Herbst Platz machen kann? Herr S. und ich wissen es nicht. Was ich aber weiß ist, dass weder mein Laptop noch meine Kamera wasserdicht sind und ich noch einen Müllsack auftreiben muss. Bevor es dann wieder auf die Piste geht, mit der Mofa von Henne Strand den langen Weg zurück nach Flensburg…

sozusagen "die Zelte abbrechen"

sozusagen „die Zelte abbrechen“

Ich will noch nicht weg. Losfahren bedeutet, zurück in den Alltag zu kommen. Nicht, dass der mich sonderlich ankotzen würde, aber diese zwei Tage hier hatten so einen gewissen Charme, so eine Aura des in-den-Tag-hinein-Lebens, die ich viele Jahre nicht mehr gespürt hatte. Fühlt sich gut an. Wir haben unsere Zelte abgebaut, der Platz ist öde und leer und ich hab eine kleine, garstige Träne im Auge. Aber okay, ich flenne sonst eigentlich auch immer, wenn es nach einer Woche Dänemark wieder nach Hause geht, da ist vermutlich ne Synapse in einem traumatischen Teil meiner Kindheit falsch geschaltet worden. Kommt das dabei raus, wenn Eltern einem eine heile Welt vorgaukeln, die seit einer Dekade kaputt ist? Und sie glauben wirklich, kleine Kinder sind so blöd und merken das nicht? Fängt man dann an zu flennen, wenn man aus Dänemark wieder wegfährt? Wer weiß das schon so genau… Ich habe Hunger.

Alles alle, und Wetter auch doof.

Alles alle, und Wetter auch doof.

Reste essen vor dem großen Weg zurück. Den Fruchtjoghurt noch einmal kräftig ausquetschen. Die Leverpostej (mit O, wie ich von Bo Brockmann auf Facebook gelernt habe) etwas dicker als sonst auftragen, damit sie alle wird. Niemand will so einen angefangenen, mit bräunlichem Innereien-Püree gefüllten Alunapf auf einer Vibrator-Mofa nach Deutschland einführen, und keiner würde vor Ort die Verantwortung dafür übernehmen wollen. Also rein in den Magen damit, ich brauche diese brutale Energie. *burps* Während der jetzt nicht mehr benötigte Allesbrenner von Herrn S. neben unserem Tisch langsam leerfackelt und die Klimakatastrophe beschleunigt (er traut sich nicht, den Inhalt in seinen Tank zu kippen, der Feigling!) schütten wir uns den Instant Kaffee rein, vertilgen die letzten Scheiben dänischen Analogkäse und haben eigentlich ganz schön Bock auf die Fahrt. Jetzt wissen wir ja so ungefähr vom Hinweg, was auf uns zukommt.

Tschüss Sommer, dicke Jacken sind obligatorisch

Tschüss Sommer, dicke Jacken sind obligatorisch

Weil sich die fehlende Sonne schon jetzt in der Frühe bemerkbar macht, bin ich sehr froh über meine neu erworbene Jacke 🙂 Den regenabweisenden Müllsack bekomme ich ausgerechnet von dem Wohnmobilpärchen, was ich gestern noch als unumstößliches Rentner-Feindbild deklassiert hatte. Ups. Sie wünschen uns eine gute Reise und viel Spaß, vielleicht sind die ja nicht komplett alle so superdoof wie ich vorgestern noch dachte. Ein paar Zahlen für die Statistiker? Der Campingplatz hat mit all seinen Annehmlichkeiten und dem Badeland jeden von uns pro Tag rund 10 Euro gekostet. Lächerlich wenig. Der Benzinverbrauch unserer Mofas kreist um rund 2,5 Litern auf 100 Kilometern. Bei insgesamt gut geschätzt 400 Kilometern macht das demnach 10 Liter, also 16 Euro pro Person. Essen muss man in Deutschland auch, der Rest war vermeidbarer Luxus. Kann man billiger Spaß haben? Ich glaube nicht… Lass Zünden den Zylinder, die Straße und die lebensgefährlichen 30-Tonner rufen. Ein voller Tank, ab nach Nirgendwo ♫

Nicht über Schwertransporter nachdenken

Nicht über Schwertransporter nachdenken

Irgendwie bockt meine alte Boxer heute. Nein, sie boxt. Aus dem hinteren Getriebe der Riemen-Variomatic kleckert ein bisschen Öl auf die Felge, da hat sich wohl eine Dichtung nach nur 42 Jahren verabschiedet? Na ich hoffe, dass sich der Ölverlust bis heute Abend in Grenzen halten wird. Herr S. und ich lachen nicht ganz so viel wie auf dem Hinweg, das liegt sicherlich an der Himmelsrichtung WEG von Henne Strand und das liegt bestimmt auch an den Verspannungen, die er im Nacken spürt. Die grob von der alternden Haut zusammengehaltenen porösen Knochen sind einfach keine 20 mehr 😉 Außerdem fliegen ihm, obwohl die Witterung echt von einem nahen Herbst spricht, wieder Unmengen von Krabbelkäfern und anderen bunten Insekten in seinen Integralhelm ohne Ausweg. Gniiihihi 😀 Selbst wenn die Vielbeiner am Dachboden-Gestank oder an den Febreze-Wolken sterben – nerven tut das allemal. Höhe Ribe schreien unsere Mofas sehr laut nach einem Schluck Benzin, und obwohl wir hier gerad erst waren ist das Auffinden einer Tankstelle gar nicht so einfach. Die Fußgängerzone am Dom hingegen, Knallert forbudt, finden wir erneut treffsicher 😉

Fußgängerzone in Ribe. Ups? Schnell weg...

Fußgängerzone in Ribe. Ups? Schnell weg…

Röööömpömmpööömm man KANN eine Mofa einfach nicht leise bewegen. Das geht nicht, außer man schiebt sie. Sie patscht und knallt, klappert und pröttelt. Es fühlt sich relativ gut an, das historische Zentrum von dänemarks ältester Stadt erneut ohne nennenswerte Vorkommnisse oder Verhaftungen wieder zu verlassen. Beunruhigenderweise ziehe ich inzwischen eine kleine Spur aus Öltröpfchen hinter mir her, die aus dem Hinterrad kleckern. Hätte uns die böse Stiefmutter im Wald ausgesetzt, wäre das eine prima Markierung des Weges gewesen, um sich nicht zu verlaufen. Die Brotkrumen werden ja von diesen bescheuerten Möven immer so schnell weggefressen. Das Knusperhäuschen liegt allerdings inzwischen weit weit hinter uns, und in der Luft hängt der würzige Geruch von verkleckertem Superbenzin und stinkendem Diesel. Ah. Eine Tanke in Sicht. Und Herr S. kann sie in seinem alten Integralhelm gar nicht riechen 😀

Letzte Tanke vor der Grenze

Letzte Tanke vor der Grenze

Der angrenzende dänische Mega-Markt lockt uns eigentlich noch mit mannigfaltigen tilbuds und udsalgs, aber Sie kennen das wahrscheinlich auch. Wenn der Heimweg erstmal angetreten ist, dann will man auch nach Hause. Und zwar so schnell es geht. Als sowohl Kanister als auch Tank der Teenager-Shoppers wieder gut gefüllt und mit der richtigen Menge Zweitaktöl angereichert sind lasse ich noch ein bisschen von dem morgendlichen Kaffee an einem Baum hier ganz in der Nähe. Nach ein paar Stunden Vibration und Geröhre stören einen die blöden Blicke der einheimischen Passanten irgendwie überhaupt nicht mehr. Die Prioritäten haben sich verschoben. Und – irgendwie kommt so langsam das Lächeln wieder zurück in mein Gesicht 🙂 Später, viel viel später rauscht der Pornoladen vom Hinweg rechts an uns vorbei wie die verwischenden Sterne, wenn der Millenium Falcon in den Hyperraum springt. Der Besitzer steht schon wieder draußen und raucht. Oder noch immer. Und dann erreichen wir die deutsche Grænse. Ist das denn schon das Ende einer kleinen Reise? Ja, offensichtlich.

Hallooooo da sind wir wieder

Hallooooo da sind wir wieder

Direkt, unerwartet und mitten in der Flensburger Altstadt kippt Herrn S. noch gepflegt das Moped mit dem ganzen Geraffel drauf scheppernd um. Wie peinlich. Vermutlich liegt das an den neuen Ringelsocken, die er sich gekauft hat, es hat sich rumgesprochen dass man die in Dänemark ganz gut erwerben kann und nun hat wohl die Reisetasche einseitig Übergewicht bekommen. Zum Glück ist kein Wein mehr an Bord, den es hätte zerlegen können. Lustigerweise spricht das Schild an der Grenze vom Land der Horizonte, was für jemanden aus Süddeutschland wohl zutreffen mag – wenn man aber wie wir gerade aus dem Norden kommt wirkt diese Behauptung eher piffig. Der Horizont ist hinter Henne Strand, wenn die Sonne über der Nordsee langsam rot versinkt. Wenn der Abendwind im Seegras raschelt, eine letzte verirrte Mücke beschließt, nach Amerika zu fliegen und die Brandung leise, aber ewig ihr Lied singt, während sie an den Strand rollt. Dort ist ein Horizont, der mich weiterbringt. Hier ist lediglich Schleswig-Holstein, aber hey – das ist auch ganz fein, eigentlich. Wir sind wieder da. Yeah.

Helden mit Helmen

Helden mit Helmen

Und geregnet hat’s auch nicht, Müllsack olé! So eine Geschichte ist immer ganz nett, wenn jemand einen Mehrwert aus ihr zieht. Nachdem Herr S. und ich uns nochmal kräftig gedrückt haben, nehme ich ihn kurzerhand in meinem Taxi mit nach Hamburg zu meinem halbfinnischen Fräulein Altona und dem kleinen Sandmädchen. Wir wollen den Abend gemeinsam ausklingen und diese kleine Reise noch ein bisschen auf uns wirken lassen. Im Auto, irgendwo auf der baustellengeplagten A7 bei der Rader Hochbrücke denke ich noch einmal komprimiert nach. Über alte Freunde und Lebenszeit. Über gleichzeitig sinnentleerte und doch so ausgefüllte Tage. Über junges Leben und den Tod. Über die Sachen, die mir so wichtig sind, dass ich sie euch in einer Geschichte erzählen möchte. Diese Geschichte spielt nicht in Arizona oder Hong Kong. Sie handelt nicht von bösen Killern oder Doppelagenten und sie bedient sich nicht der klassischen Actionstaffage wie Jets, Muscle Cars, Explosionen und schönen Frauen. Zwei Freunde sind mit ihren Mofas nach Dänemark gefahren. Das allein ist schon mein Mehrwert. Lucius kann euch ein Lied davon singen, aus der ZDF Hitparade 1981, da war meine Mofa schon 10 Jahre auf der Straße… Sie ist noch da. Er nicht. In diesem Sinne, habt einen schönen Abend da draußen und passt auf euch auf.

Sandmann


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Über Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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23 Responses to Knallert forbudt – Den vej hjem

  1. LarsDithmarschen sagt:

    Hey Sandmann,

    wieder mal ein wunderbarer Artikel von dir. Und ich gebe dir recht – auch, wenn ich bis auf mein England-Abenteuer vor drei Jahren noch keinen richtigen Urlaub gehabt habe – sowas ist allemal schöner, als irgendein 0815-Urlaub. Ist doch meistens so, wenn man zum „Urlaubsbilder anschauen“ eingeladen ist. „Hier bin ich vor der Kirche, die so und so bedeutetend war…hier ist Peter Petersen vor dem Museum, wo dieses Bild dann entstanden ist…“ – ist ja alles schön und gut. Aber wo bleibt da die Menschlichkeit? Nagut, es gibt auch Bilder, wo dann nur Bilder vom eigenem Gesicht gemacht werden, die genauso in Büsum am Hafenbecken gemacht werden konnten, anstatt auf Mallorca oder sonstwo. Du zeigst hier einen schönen Ausgleich, Sandmann. Du verbindest mit den Bildern das genießende Menschsein (das hörte sich jetzt aber schlau an :D) mit schöner Landschaft. Das gefällt mir!
    Übrigens – Ribe hat einen der besten kleinen Läden, in denen ich jemals war. Ein älterer Herr verkauft (in der Nähe der Kirche) in seinem Shop Lakritz, Zeitschriften und was man sonst noch so zum Leben braucht. Und rechnet mit einer alten Rechenmaschine den Kurz um – da bin ich jedes Mal und kaufe Postkarten ;-). Und dieser herrliche Mief dadrinnen….da würde ich am liebsten morgen gleich hinfahren.
    Übrigens – auch die Heimat kann schön sein. Seit einiger Zeit fällt mir immer erst auf, wie schön Dithmarschen doch sein kann. Ich habe Ecken erforscht, wo ich noch nicht war – und finde teilweise echt schöne Landschaften, die ich mir alle zum Knipsen aufschreibe. Selbst auf dem Weg zur Schule morgens, wenn ich mich über die beschlagenen Scheiben des Autos morgen zu Ende aufgeregt habt, finde ich immer wieder Motive, wo ich denke „Ach, hättest du ein wenig mehr Zeit und eine Kamera“. Ich glaube manchmal auch, dass man den Alltag als eine Last ansieht – man kann ihn auch schön gestalten. Vielleicht auch eine Einstellungssache ;-).
    Und zur Reise – wahrscheinlich wirst du dir noch oft die Bilder anschauen, oder? Ich habe es mit den England-Bildern schon sooft gemacht. Das ist ein Erlebnis, das bleibt drin. Die Gastfamilie, der erste Kontakt mit dem Verkehr auf der falschen Seite (Straßenverkehr…. 😉 ) und vor allem die Landschaft und der Humor. Seitdem liebe ich England. Ich hoffe, es wird nächstes Jahr mit Schweden genauso. Da geht’s mit einem Segelboot über die Ostsee – und ich freue mich schon ;-).

    Lars 🙂

    • Sandmann sagt:

      Ay Lars,

      ooouuuh ich schlaf schon fast 😉 Alter Mann muss nach langer Geschichte ins Bettchen.

      Klar, Deutschland ist wunderschön. Es gibt so wahnsinnig viele Ecken hier, Norden wie Süden, und wenn du noch Heimatgedanken dabei hast ist das Szenario doch perfekt. Ich mein – wie viele Honks kennen jeden Winkel von El Arenal wie ihre Westentasche, haben aber noch niemals im Nachbardorf am Kiosk eine Zeitung gekauft?

      In Hamburg Altona, meinem „Zweitwohnsitz“ 😉 sterben auch immer mehr Geschäfte und wirklich gute Restaurants. Sie mache einfach zu, plötzlich sind sie nicht mehr da. Die Leite bestellen sich lieber ne Pizza oder kaufen ihren Kram im Internet. Das ganze Viertel verändert sich zu etwas, von dem ich noch gar nicht weiß, wie ich es finden soll. Ich will damit sagen: Es ist gut, mal im näheren Umfeld zu stöbern. Das kleine Glück liegt nicht immer nur 3000 Kilometer weg unter Palmen 🙂

      Deshalb die Mofa. Viel geiler als mit einem Auto 😀

      Sandmann

      • LarsDithmarschen sagt:

        Hey Sandmann,
        da muss ich dir recht geben. Viele aus meinem Bekanntenkreis wissen nicht mal, in welche Richtung sie fahren sollten, um nach Flensburg zu kommen. Das beste war bis jetzt das „Bundesland Hanerau-Hademarschen“ und, dass Mecklemburg-Vorpommern die Hauptstadt von Hamburg sei…..ich sag’s dir. So weh es tut, das zu lesen, so weh tat es auch, das zu hören. Und das ist keine Ironie. Da frage ich mich, wie die Leute ihr Abi in zwei Jahren machen wollen….

        Hier im Dorf haben ein Café (das sogar regelmäßig im Fernsehen gezeigt wird) und ein veganes Restaurant aufgemacht – ob das so unbedingt läuft, weiß ich nicht. Hier sind viele Bauern – die mögen so einen „Schietkram“ nicht :-D. Aber das muss natürlich jeder für sich selbst wissen – ich möchte da auch keinem zu nahe treten.

        Ich habe keine Probleme damit, nie weit weg zu fahren. Wozu Palmen, wenn ich mir die im Pflanzenabteil vom Baumarkt angucken kann? Ich wohne da, wo andere Urlaub machen – wäre ja blöd, dann da weg zu fahren :-D.

        Ich finde, man kann auch gut ohne Auto die Landschaf genießen – man muss sich nur Zeit lassen…und auf eine leere Straße hoffen 😀

        Schöne Grüße

        Lars

        • Sandmann sagt:

          Ay Lars,

          na ja – dass die Menschen Palmen so mögen liegt ja nicht allein an den Palmen, sondern in aller Regel an dem Land, das warm genug ist, dass sie da wachsen. So ein lauer Abend in den Gassen von Saint Tropez hat schon was, den Leuten beim Boule spielen zugucken, ein Glas Rotwein trinken und abends mit den schnarzenden Zikaden in den Platanen einschlafen… Da kommt die Baumarkt-Palme nicht ganz hinterher 😉

          Andere Länder besuchen bedeutet auch immer, seinen Horizont zu erweitern. Und damit meine ich nicht die mit Stacheldraht vom Pöbel abgesperrte All-Inclusive-Ferienburg an der türkischen Riviera, sondern das Land, seine Leute, Wochenmärkte, Cafés weit entfernt vom touristischen Trubel… *seufz*

          Aber Deutschland ist auch schön. Schön ist allerdings auch, mal raus zu kommen. Jeder wie er mag 🙂

          Sandmann

  2. SteffenG sagt:

    Sandmann – wie geht es der Boxer? Was macht der Ölverlust am Hinterlauf? Oder ist sie in den Tiefen Deiner Garage , hinter KaSi verschwunden?? 😉

    Ich werde heute auch mal zwei gute Freunde anrufen und zum grillen animieren. Für nächste Woche. Harz.

    Vor der eigenen Haustür kennen sich die wenigsten aus. Selbst hier in Südhessen, umgeben von Autobahnen, Flughäfen und Spargelfeldern gibt es sehr schöne Ecken! Wir fahren meist einfach nur an den Rhein. Bei Kornsand gibt es einen kleinen Imbiss an dem sich viele Biker treffen. Der Kaffe ist zwar nicht sonderlich gut, aber als kleine Auszeit perfekt! Und wenn man Bock hat, rollt man auf die Fähre und schwimmt rüber in die Pfalz.

    Wasser hat da scheinbar einen besonderen Reiz – panta rhei 😉

    Steffen

    • Sandmann sagt:

      Ay Steffen,

      danke der Nachfrage – die Boxer steht noch genau so in der Garage, wie ich sie reingeschoben habe. Das ist momentan Priorität G oder so. Aber der KaSi ist eher hinter IHR verschwunden, der ist da total eingebuddelt unter Krams, da muss ich die Tage auch mal wieder aufräumen 🙁

      Hessen? So richtig auseinandergesetzt habe ich mich da bisher nur mit Marburg, und da fand ich es wahrhaftig schön. Und na klar, Wasser hat was Magisches, sei es der Rhein, ein Baggersee oder das Meer. Wasser muss dabei sein, und ich für meinen Teil (obwohl gebürtiger Niedersachse) möchte die See nicht mehr missen. Heute Morgen bin ich durch die aufgehende Sonne gedaimlert, entlang von gigantischen Kreuzfahrtschiffen mit Blick auf Leuchttürme und die offene See. Das ist sozusagen „mein Vorgarten“…

      Also grillt mal fein im Harz, sabbelt und macht Fotos. Aber guck dardrauf mal ein bisschen freiundlicher 😉

      Sandmann

      • SteffenG sagt:

        Werter Herr Sandmann,

        man sagt mir nach zum Lachen in den Keller zu gehen. Daher schaue ich auf Bildern immer so! Die Gründe kennen die Wenigsten.

        Als Neuhesse (oder so) breche ich gern eine Lanze für dieses Bundesland. Viel Geschichte, Viel Architektur, viel Wirtschaft, Viel Kultur, Viel Auto und viel Sonne. 😉
        Klar gibt es überall schöne Ecken in Deutschland und der Welt. Aktuell lebe ich hier und finde es auch ganz gut.

        So, genug Lobhudelei. Ich gehe jetzt schlafen!

        Gute Nacht Welt!

        Steffen

        • Sandmann sagt:

          Ay Steffen,

          immerhin habt ihr auch leckeren Wein 😀
          Gleichwohl hier in der Nähe von Plön inzwischen auch Wein angebaut und auf Flaschen gezogen wird… „So mok wi dat“ heißt der, kostet schlanke 14 Euro pro Flasche 🙁 und schmeckt gar nicht mal schlecht.

          Also proste ich dir und dem südlichen Hessen mit einem Schluck St. Laurent vom Boxheimerhof zu und beende bald mal diesen Feiertag…… im Bettchen…

          Sandmann

  3. die leute lamentieren immer herum, was sie alles tolles gemacht haben, als sie noch „jung“ waren. und das das so toll war. und das stimmt ja auch. wenn man zum ersten mal mit der eigenen schrottkarre und zwei freunden nach holland in den urlaub fährt, dann ist das auch meist was besonderes (für nen unvergesslichen urlaub braucht man kein flugticket nack malle oder indien).

    aber wer sagt, dass das der jugend vorbehalten sein muss? einfach in die karre oder auf de hobel setzten und machen. das hat nichts mit dem alter zu tun, sondern damit, wie abenteuerlustig man ist und wie sehr man sich vom alltag einengen lässt.

    • … und das habt ihr hier bewiesen! ich mag solche geschichten.

      ps: bau bitte ne edit funktion ein, lieber sandmann.

      • Sandmann sagt:

        Na Jung?

        Also zur Editirefunktion….. die hast du, wenn du einen höheren Level als den des Abonnenten von mir zugewiesen bekommst. Alle darunter können nicht editieren, ich muss mal gucken, ob das Theme das hergibt oder ich das mit einem Plugin realisieren kann. Streng dich halt mal ein bisschen an, mit Füller und Tinte würde ich dir jetzt den Tintenkiller wegnehmen und dich ermahnen, dich mal zu konzentrieren! 😉

        Und die Touren werden weitergehen. Ich habe erst angefangen, da sind noch viele Themen, die mir auf der Seele brennen 😀

        Sandmann

      • Sandmann sagt:

        So,
        Fusselblogger,

        deine gewünschte Editierfunktion ist eingebaut 🙂 Mal gucken ob du auch den Haken bei „Sag bescheid wenn es neue Kommentare hier gibt“ gesetzt hast, sonst bekommst du das gar nicht mit 😉

        Sandmann

  4. Danke, danke, danke für diesen wundervollen Tourbericht!
    Quasimelancholische Erinnerungen überfallen mich, wenn ich beim lesen an meinen 50 ccm Vespa-Trip denke.
    Viele Details deiner Erzählungen sind 1:1 Parallelen zu meinem Ritt, zu dem ich anno 2009 nach einer schmerzhaften Trennung als Selbstfindungstrip aufbrach. Hamburg –> Fehmarn in sechs Stunden. Mit viel nachdenken und so. Fühlen, sortieren, mal so richtig alleine sein und nicht mehr Sozialkontakt haben als unbedingt nötig.

    Vor allem aber das Erlebnis der Fahrt! Zweitaktbebläute Sträßchen und Schotterpisten, die ich bewusst zur Vermeidung der autobahnähnlich ausgebauten B 207 befahren habe. Schimpftiraden von überholenden Autofahrern, die wutentbrannt an meiner vorsichhinprötternden 45km/h-Wanderdüne vorbeizogen…. während ich mit beschleunigungsfreiem Geschwindigkeitszuwachs Steigungen jenseits der 2% Hürde erklomm. Gepäck? Pah! Zelt, Schlafsack, Klamotten für eine Woche, eine Strandmuschel, ein Mini Espressokocher, drei paar Schuhe… (ja, diesen Kommentar schreibt eine Frau) und zwei dicke Bücher. Alles genau richtig bemessen, wie ich während meiner Reise feststellen konnte.

    Inzwischen bin ich der Schnapsglasklasse entwachsen (mit meinen 34 Lenzen, höhö), bewege mich mit den 12 PS meiner 200er PX aber immer noch latent untermotorisiert durch die Republik. Der Vespa bin ich immer noch treu und werde es wohl auch auf ewig bleiben. Aber mit dem Fehmarntrip im Gedächtnis kann ich Außenstehende nur mit einem milden Lächeln bedenken, wenn sie mich ungläubig ansehen und fragen, ob ich wirklich „mit dem Ding“ nach Peine, Kiel oder Celle fahre. Oder mich eingefleischte Motorradfahrer milde belächeln („Och, die Deern traut sich wohl nicht, ein richtiges Motorrad zu fahren“).
    Steigt ihr mal alle schön auf eure Bandits, Honda CBs und sonstigen Reisehobel. Und verpasst das „Yeah, ich habs geschafft“, welches sich unweigerlich einstellt wenn man nach stundenlangem Schleichgang gefühlt operativ entfernt von der Bank rutscht.

    • Sandmann sagt:

      Ayyyy Nale,

      und herzlich willkommen in Sandmanns Welt 🙂

      So eine Reise hat etwas asketisches, daher kann ich es gut verstehen, dass du daraus so ne Art Selbstfindung gemacht hast. Ein paar Jahre vor dem Mofatrip (es war wohl so in den späten 80ern) bin ich des Sommers gern mal mit einem Freund nach Uelzen, meiner Heimatstadt, gefahren. Von Plön aus, mit dem FAHRRAD. Das waren rund 200 Kilometer, und die Belohnung waren zwei Wochen im Zelt unter dem Kirschbaum im Hof des Mädels, in das ich ein bisschen verknallt war. Gitarre hinten quer auf dem Fahrrad, ein paar Kerzen – mehr brauchten wir nicht. Und auch diese Fahrten, wenn man erstmal außer Atem war (so Höhe Lübeck spätestens) hatten etwas ganz besonderes. Ich muss unbedingt mal die Fotos suchen………

      Sind 12 PS nicht irgendwie … irgendwie so zwischen nix und alles? 😉 Ich freu mich über weiterführende textliche Bereicherungen durch dich! Bis dahin.

      Sandmann

  5. derautowagen sagt:

    herrlich, da waren wir dieses Jahr auch. wenn ihr das nächste Mal in Ribe seit, guggt mal nach dem oldtimertreffen…

  6. derautowagen sagt:

    jaaa, der Artikel ist etwas groß geworden… aber so kannst du dir die schwarzen Kohlehände sparen 😛

  7. LarsDithmarschen sagt:

    Hey Sandmann,

    ich habe mir gerade nochmal deine Knallert-Geschichte durchgelesen. Prima, einfach so loszufahren. Sollte man öfter machen.

    Ich habe nun ein paar Tage frei. Ich muss auch wieder weg. Eine kleine Tour in den Ruhrpott, um Elsa-Teile abzuholen, ist schon geplant. Aber ich glaube, mein kleiner Kombi will wieder Richtung Dänemark. Einfach mal etwas anderes sehen ;-).

    Schöne Grüße
    Lars

    • Sandmann sagt:

      Ay Lars,

      ich werde vor dem Sommer auch mal eine Woche Dänemark machen. Alleine, nur mit meinem Navi, meiner Kaffeemaschine und meinem Rechner. Und ich werde mindestens 8 Artikel schreiben (berufliche), also so ne Art Power Camp in der Einöde! Irgendwo bei Henne Strand, Nebensaison, viele Bilder machen…..

      Sandmann

      • LarsDithmarschen sagt:

        Hallo Sandmann,

        ich glaube, ich werde mal Richtung Sonderborg aufbrechen. Wann, weiß ich nicht, aber möglichst bald. Irgendwie muss ich mal andere Luft schnuppern und wenn es nur für ein paar Tage sind. Irgendwie ist momentan sonst echt der Wurm drin.

        Dein Power Camp hört sich prima an! Nach Henne-Strand habe ich Mutter als Dank für ihre Hilfe bei Elsa zum Shoppen eingeladen. Sie will aber mit Elsa dahin kutschiert werden.
        Ich könnte auf der Tour nach Sonderborg meinen Theater-Text mitnehmen :-).
        Schöne Grüße
        Lars

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