Knallert forbudt – Easy Rider

Längst vergessene Transportmittel

Längst vergessene Transportmittel

Teil 4 – von Normal Null bis ganz oben
Gerade sind wir noch auf dem Weg hier her gewesen, haben dänische Highways beritten und den Pölser Way of Life gelebt – und schon ist wieder alles vorbei. Na ja, noch nicht ganz, erst morgen früh setzen wir uns auf unsere Feuerstühle und verlassen Dänemark wieder in Richtung Norddeutschland. Wer erst jetzt aufsteigt: Ab HIER (klick) beginnt die Reise auf den Mofas ins Land der roten Wurst im Weizenbrötchen. Heute geht es um Strand (beeindruckend), einen Berg (Schreie der Begeisterung), Pizza (spektakulär) und einen beleuchteten Roman (wahnsinn). Moment, Berg? Ja in der Tat, hier gibt es einen, und wenn Sie bis hier hin noch nicht vor Langeweile eingeschlafen sind können Sie beruhigt weiterlesen. Und sich ein paar Absätze lang mit Herrn S. und mir in der Sonne auf und neben den Mofas erholen.

Männer am Rand der Welt

Männer am Rand der Welt

Falls es jemanden interessiert: Ich habe auf meiner neuen gelben Billig-Luftmatratze ganz hervorragend geschlafen! Es ist ein wohliges Gefühl, nicht morgens aufzuwachen, weil einem alle Gräten weh tun, sondern weil es im Zelt warm wird – und das am Anfang des Herbstes. Statt zu duschen gleiten der mit mir reisende zweifache Vater und ich heute einfach um 8:07 Uhr in den Hot Whirlpool des Badelandes, in das wir Campenden morgens für zwei Stunden freien Eintritt haben. Leider auch alle Rentner, die gestern Abend noch politische Gespräche und Fisch hatten. Na ja. Waren Sie schon einmal Morgens in der Sauna? Das ist klasse. Anschließend scheuchen wir frisch und duftig als erstes Tagesziel heute die beiden Vespen direkt an die Nordsee, dahin wo das Land zu Ende ist. Während unseres klassischen Ausritts vor rund 25 Jahren taten wir eines Nachts ähnliches. Vorher wurde reichlich Bier auf dem Campingplatz mit irgendwelchen neu kennengelernten Menschen durch die jungen Kehlen gekippt, und wie man unter Alkoholeinfluss so agiert – es schien wahnsinnig witzig, in Badehose bei Dunkelheit mit dem Moped betrunken mit einem Affenzahn über den Mollersand zu brettern. Fast erwachsene Männer Ende der 80er sind aus heutiger Sicht eine sehr seltsame Spezies mit schwierigem Humor, aber einem riesengroßen Vorteil: Sie glaubten, ewig zu leben und hatten nichts zu verlieren. Eigentlich hätten wir nackt an den Strand fahren müssen. Wo habe ich bloß diese Fotos, verdammt???

Freunde am Strand. So soll es sein.

Freunde am Strand. So soll es sein.

2013, Friede, Freunde, Pölserwurst. Sprichwörtlichen Eierkuchen gab’s immer bei meiner Oma, die vermutlich besten Eierkuchen auf der ganzen Welt. Vielleicht werde ich an einem der nächsten Abende mal nicht im Internet meine Zeit verbrennen sondern ihr nach langer Zeit ein Blümchen aufs Grab legen. Ich habe sprunghafte Gedanken? Stimmt. Das liegt daran, dass ich meine Gedanken hier in Henne Strand endlich mal so zulassen kann, wie sie kommen. Weil niemand weder beruflich noch privat erwartet, dass strukturierte Worte aus meinem Mund purzeln. 25 Jahre nach dem Teenie-Trip an die Nordsee hat sich ein bisschen was geändert. Ich weiß inzwischen, dass ich nicht ewig leben werde, und im Gegensatz zu damals habe ich eine Menge zu verlieren. Macht mich das traurig? Oh nein oh nein, diese Erkenntnis lässt den durchgeknallten Jungen von damals nur ein wenig reifen und endlich zum Mann werden. Wurde auch mal Zeit. Herr S. ist immer noch da, ich glaube die allermeisten Menschen von damals auch, Oma nicht, aber ich habe trotzdem gute Laune hier in der klaren, frischen Nordseeluft. Wir sind auf Normal Null, alles darunter liegende lässt nur trübes Grundwasser einsickern… Nächstes Ziel: Der Berg.

Stufen gezählt?

Stufen gezählt?

Zwischen Henne Strand und dem nördlich gelegenen Houstrup parkt der Blaabjerg. Seine sagenhafte Höhe von 64 Metern über dem Meeresspiegel hatte ihn in der Zeit der Dinosaurier als Seezeichen fungieren lassen, später, als ein verrückter (nicht arischer) Österreicher die Welt beherrschen wollte gab es hier oben auch eine MG Lafette und heute steht da ein Runenstein oben drauf. Warum weiß ich nicht. Der Blick übers Land bis rüber nach Nordamerika ist über eine Anzahl von Treppen zu erreichen, die ich noch grundschulmäßig auf ein Blatt Papier gemalt von meiner großen Tochter erinnere: Fümunsiepzich Schtufen. Heute hat sie selbst den Führerschein und macht nächstes Jahr Abi. AAARGH VERDAMMT schon wieder fühle ich mich ein bisschen vergänglich, das hört heute auch nicht mehr auf. Wird Ihnen das zu midlifecrisig? Nein, keine Sorge, kein Porsche, kein junges Ding. Ich bleib bei alten, billigen Autos aus den 70ern und den bekannten Frauen um mich rum 🙂 Hier und heute bin ich mit Herrn S. unterwegs, komm Digga, lass uns da mal raufkraxeln und ein paar Bilder im Stil von Dennis Hopper und Peter Fonda machen. Aber die Mofas bleiben unten.

On Top of the World. Na ja, in Henne.

On Top of the World. Na ja, in Henne.

Vielleicht sind wir zwei alternden Familienväter keine Verkörperung des American Dream, aber seit ich denken kann bin ich in jedem Nordseeurlaub einmal hier oben auf dem Berg. Du guckst über das flache Land, unter dir sind der Jungs-und-Mädchen-Hügel, der Märchenwald und das Feenreich (fragen Sie nicht – und wenn doch fragen Sie meine Töchter) und alle Probleme wirken aus dieser erhabenen Sicht irgendwie ein bisschen kleiner. Das kann zur Zeit nicht schaden. Herr S. hat schon wieder Hunger, der kann essen wie ein Gorilla im Arbeitslager, aber Nudeln sollen es heute mal nicht werden. Nicht am letzten Abend, da wird es eine Lösung geben. Kinders, was haben wir eigentlich für ein Glück mit dem Wetter? In ignoranter Überheblichkeit stelle ich fest, dass die zunächst von mir belächelte dick aufgetragene Sonnenmilch im Gesicht meines Freundes vermutlich am Ende des Tages doch gar keine so schlechte Idee war und denke zumindest über Après Lotion heute Abend nach. Ich hab’s ja nicht so mit der Hautpflege. Egal, Friedensfahne schwingen!

Wikinger schnuppern Höhenluft

Wikinger schnuppern Höhenluft

Der Runenstein auf dem Blaabjerg ist nicht nur eine kultische Stätte der Kelten, ein Opferaltar der Wikinger und der vermutete Tempelberg der versunkenen Stadt Atlantis, es ist auch der historische Ort, an dem Herr S. die manuelle Filterfunktion an seiner Kamera entdeckt und von jetzt an nur noch Sepia Bilder macht. Schöne, neue, digitale Welt – retro wird sich immer wieder durchsetzen 😉 Wir schleppen unsere alten Knochen die fümunsiepzich Schtufen wieder runter und tauschen mal die Mofas bis zurück zum Zeltplatz. Also er auf meiner 1971er Boxer und ich auf seiner 1992er Bravo. Was für ein Unterschied. Die Boxer quietscht, flattert und man sitzt regelrecht drin, die Bravo dreht präzise und wie an einem Gummiband gezogen – man sitzt aber eher drauf. Herr S. will sie nach der Tour verkaufen, er ist zwar hellauf begeistert von dem Knallert, hat aber im realen Leben dafür irgendwie keine Verwendung. Reales Leben. Das findet gottlob erst ab morgen Abend statt, wir parken die Karren vorm Zelt und tun was gegen den sich energisch meldenden Hunger!

Wie bei Mutti, nur italienischer

Wie bei Mutti, nur italienischer

Il Mandolino, der echt italienische Italiener gleich am Ortseingang von Henne Strand ist eigentlich täglich zwischen 18:00 Uhr und 21:00 Uhr randvoll. Das mag daran liegen, dass es bei meiner Oma vielleicht die besten Eierkuchen der Welt gab – aber hier gibt’s wiederum die meiner Meinung nach wirklich beste Pizza in ganz Dänemark. Und glauben Sie mir, ich habe in diesem Land der HotDogs und Pornoproduktionen schon so einige italienische Teigplatten gegessen. Der Boden knusperdünn und fluffig, der Rand leicht hochgewölbt und kross. Der Belag dünn verteilt und vor allem: Keine 15 Kilo Analogkäse oben drauf. Eine gute Pizza muss nicht unter schwitzenden Beilagen verschwinden, sie schmeckt nach den fein verteilten Nuancen ihrer würzigen Auflagen. Ein Gedicht. Dazu verkosten wir den roten Hauswein (jeder andere auf der Karte setzt einen Kleinkredit voraus) und fühlen uns so wohl, wie man sich an einem letzten Abend nur fühlen kann. Was für eine unbeschwerte, einfache Zeit hier an der Dänischen Nordseeküste. Prost mein Freund. Eigentlich hatten wir heute noch vor, diverse in den vergangenen Jahrzehnten gemietete Ferienhäuser retrospektiv abzuklappern. Aber wir sind zu faul und zu satt und einigen uns auf ein einziges, fußläufig hier in der Nähe.

Noch'n Sonnenuntergang...

Noch’n Sonnenuntergang…

Nein, wir haben es nicht fotografiert. Hätten wir mal machen sollen. Das ist uns glatt entfallen, denn während ich noch auf das betreffende Haus zeige und davon philosophiere, wie ich einen dicken Haken in einen Deckenbalken gedreht und den MaxiCosi meiner heute 13 Jahre alten Tochter daran aufgehängt habe zeigt Herr S. auf genau das gleiche Haus. Es war mal gelb, sagt er. Stimmt, sage ich. Und lachend erzählt er mir, dass er in genau diesem Haus damals seiner heutigen Ehefrau (dem Fräulein C.) zum ersten mal näher gekommen ist. Ungefähr zur gleichen Zeit wie ich mit diesem Haken. Ob der da noch im Balken drin ist? 😀 Na gut, langsam wundert mich nichts mehr. Es gibt hier so wahnsinnig viele Ferienhäuser, und wir waren kurz nacheinander schon mal im gleichen, ohne es zu wissen. Und deshalb vergessen wir, ein Bild zu machen, aber das hier auf der angrenzenden Düne ist doch auch ganz nett, finden Sie nicht? Es dämmert schon wieder, wir sind pappsatt und ich möchte doch heute Abend noch in dem Buch von El Gigante schmökern…

Wochenendlektüre, definitiv

Wochenendlektüre, definitiv

Ist Ihr Alltag auch so vollgestopft, dass Sie nach getaner Arbeit eigentlich gern lesen würden (so wie früher), aber schon nach vier oder fünf Seiten stumpf einschlafen? Mann, das nervt mich vielleicht!!! Ich brauche inzwischen für ein Buch ein Jahr und mehr, ich lese die Geschichten sozusagen in Echtzeit! Was ist es daher für ein sagenhafter Luxus, an freien Tagen einfach mal zu lesen. Und dann auch noch eine Geschichte, die ich in Ansätzen und unter Alkoholeinfluss schon live vorgetragen bekommen habe und die ich nun einmal in allen Einzelheiten nachlesen möchte. Ein Roman über „Ich in dieser Welt und wie es zu allem kam“ von dem guten El Gigante, dem vielleicht längsten Fahrlehrer der Welt, der hier auch ab und an mal eine Story zum besten gibt. Dazu noch einen guten Schluck von dem portugiesischen Wein, der korrespondiert ganz angenehm mit dem Karaffenstoff vom Italiener. Urks. Es wird schnell dunkel in Dänemark, ich brauche Licht!

Taschenlampe neu definiert

Taschenlampe neu definiert

So eine Mofa bringt einen nicht nur einwandfrei von a nach b, sie spendet auch noch ein güldenes Licht, wenn die Nacht gefallen ist. Der kleine Haken ist die etwas unangenehme Geräuschentwicklung des Zweitakters, ich glaube, das permanente RömmPömmPömm im Standgas beginnt schon nach wenigen Minuten, die überalterten Wohnmobilisten zu nerven. Ich hatte gehofft, dass die von ihnen, die noch nicht ihrer hvidesander Fischvergiftung erlegen sind vielleicht taub sein könnten. Sind sie nicht, der Whirlpool heute Morgen hat wohl die Ohren ein letztes mal freigespült. Mist. Na gut, entkorken wir unsere letzte Flasche Wein, heulen wir den aufgehenden Mond an und quatschen wir noch ein bisschen über die Zeit, über Vergänglichkeit und das was alles noch kommen wird. Ich entflamme mir ein gemütliches Pfeifchen, auch das ist (wie das Lesen) ein Ritual, was ich nur mit viel Ruhe im Nacken begehe. Die Luft füllt sich mit dem Duft nach Vanille und Kirsche, die letzten Mücken dieses späten Sommers kapitulieren qualvoll sterbend im Tabaknebel und das Feuerchen knistert gemütlich.

Kalt wird es...

Kalt wird es…

Ein letztes mal Gute Nacht Henne Strand. Die Après Lotion scheine ich in Deutschland vergessen zu haben und bereite mich auf ein unangenehm selbstheizendes Gesicht heute Nacht vor. Morgen setzen wir uns wieder auf unsere Harleys und reiten nach Hause. Ich habe geschlafen, gelacht, getrunken und geredet. Von allem sehr viel. Ich habe geträumt und gegrübelt, nachgedacht und abgeschaltet. Der Mofatrip an die Nordsee ist so rund, dass ich ihn erstmal ein bisschen sacken lassen muss (deshalb schreibe ich die Blogs auch zeitversetzt…). Es überrascht mich, wie gut sich solche Auszeiten anfühlen. Auszeit vom Alltag, vom Internet, vom Telefon. Von den allermeisten Regeln der Zivilisation! Gleichzeitig vermisse ich das Lachen meines kleinen viertelfinnischen Sandmädchens, die manchmal warmherzigen Blicke ihrer Mutter und die urgemütlichen Abende zu Hause mit Tochter klein und Tochter groß. Alles voller Frauen, da ist Herr S. mal eine sehr feine Abwechslung 😀
Aber zwischen hier und da liegen noch 170 Kilometer auf einer Mofa und weitere 100 Kilometer im Taxi. Morgen. Was soll’s – das werden wir auch noch schaffen!

Sandmann

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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47 Responses to Knallert forbudt – Easy Rider

  1. Snoopy says:

    Ich habe ein Stückchen weiter in Hvide Sande schon so eine Pizza gegessen das ich dachte: Ok in Dänemark keine Pizza mehr. 😉

    • Sandmann says:

      Da bin ich ganz bei dir Snoopy,

      die Dänen sind sicherlich nicht dafür berühmt, dass sie gute Pizza machen. Aber die in Henne ist schon echt sagenhaft, sonst hätte ich das nicht so explizit und nicht-profitabel hier herausgekehrt 😀

      Weiterhin muss ich mir nochmal Gedanken über meine Facebook-Postings machen. In Ankündigung dieser Geschichte hier sind wirklich lesenswerte Kommentare über das Thema „Zeit sinnvoll nutzen“ gekommen – die hätte ich lieber hier unter dem Artikel gehabt… Ich muss nochmal einen Aufruf da starten. Und jetzt hier:

      Findet ihr nicht auch, dass ab einem bestimmten Alter die Zeit wertvoller wird und man sie viel zu oft mit sinnloser Scheiße verplämpert???

      Sandmann

      • Daemonarch says:

        Würde ich so unterschreiben.

        Wenn man mal so richtig eingefahren ist im Leben, neigt man leider dazu, in einen sehr langweiligen Trott zu verfallen, der nicht selten in ein paar Stunden Fernsehen, Bett und zurück ins Hamsterrad gipfelt.

        Ich persönlich versuche mangels finanzieller Mittel, und kooperativem Freundeskreis meinen Frieden durch die Natur zu finden, indem ich mit dem Rad oder per Pedes darin herumwusele.

        Ich sauge förmlich die Stimmungen der Jahreszeiten auf, besonders jetzt der anfangende Herbst macht mich schon wieder richtig wuschig.

        Warum ist mir früher nie aufgefallen, wie wunderschön die Natur ist?

        • Snoopy says:

          Durch den Hund und meine Nachbarin die in einer Wandergruppe ist komme ich auch viel nach draußen. Ich genieße die Zeit auch (wenn es nicht gerade in Strömen regnet). Manchmal fragt man sich wieso man nicht schon früher ganz naheliegende Dinge kennengelernt hat. Die Mehrzahl der Menschen hier weiß nicht das wir hier in der Nähe Wasserfälle haben. Aber wo es auf dem Ballermann die besten Getränke gibt 😉 .

          • Sandmann says:

            Holla.
            Da sind sie ja wieder, die Menschen mit den Statements, die ich so schätze.

            Daemonarch, dass du viel mit dem Rad unterwegs bist lese ich ja regelmäßig auf Facebook. Trotzdem auf zwei Ebenen ein bisschen traurig, nämlich a) dass dir die Kohle zur Erfüllung auch nur einfacher Wünsche fehlt (mal die anderen treffen etc) und b) dass du in deinem Alter keinen Freundeskreis zu haben scheinst, auf den du zurückgreifen kannst, wenn die Kacke dampft.
            Was ist passiert? Und vor allem – was passiert jetzt? Man kann auch in der Mitte des Lebens (und da bist du ja noch nicht) Freunde für den Rest finden.
            Echt jetzt…

            Und Snoopy – genau so ist es. Ich habe schon vor 10 Jahren damit begonnen, zumindest meinem (damals noch) kleinen Töchterchen die Schönheit der einfachen Dinge hier um uns herum zu zeigen. Den Nebel an einem Herbstmorgen, den Bach, im Winter die zugefrorenen Wiesen und das Knirschen des Schnees unter den Stiefeln. Das goldene Laub und das frische grün an einem Maitag. Total banal, aber wunderschön, wenn man sich drauf einlässt…

            Sandmann

      • bronx says:

        Mein Text ist weg, was hier steht, ist Unsinn!
        Sandmann?

        • Sandmann says:

          Ay Bronx,

          ich weiß nicht, was du machst, ob du erst in Word vorschreibst und dann hier rüberkopierst (ganz doofe Idee) oder ob du zu viele Formatierungen benutzt (Klammern, spitze Klammern), was auch immer es ist lass das doch mal sein 🙂 Irgendwas geht da dann immer kaputt.
          Hab deinen letzten Kommentar (mit dem kaputten Text) gelöscht. Play it again, Bronx 😉
          Sandmann

          • Sandmann says:

            Äh…
            damit meine ich nicht, dass du das KOMMENTIEREN sein lassen sollst, sondern die Formatierungen. Ogottogott nicht dass du mich falsch verstehst!!! 😉

            Sandmann

            • bronx says:

              Ich hab weder „formatiert“, noch „rüberkopiert“, was auch immer, ich lass es jetzt einfach sein. . . . 😉

              -B-

              • El Gigante says:

                Das Internetz will dich einfach nicht! 🙂

                • bronx says:

                  Right! genau darum ist jetzt auch Sense.

                  • Sandmann says:

                    Aber Sense ist auch blöd, Bronx.
                    Auch wenn jetzt unter deinen Kommentaren das direkte Antworten nicht mehr geht 😉 interessiert mich gerade deine Meinung doch sehr.
                    Arg…

                    Sandmann

                  • El Gigante says:

                    Endlich bin ich mal in Ruhe zu Wort gekommen 😉

                    Nein: SPASS!!!

                    Ich glaube, das Internet spürt die abneigende Einstellung eines Users und bestraft ihn umgehend!!!

                    Bronx: trab an hier und antworte jetzt wie ein Mann! Helden sterben nicht im Bett!

                    El 😀

                  • Sandmann says:

                    Ja Bronx,

                    sag mal was zum Thema! Und klicke ab her unten nirgendwo auf „antworten“, das funktioniert sowieso nicht mehr seit deinem letzten Statement 😀

                    Klugscheiß an: Hast du dein Betriebssystem und den Browser, mit dem du online bist auf dem neuesten Stand? Klugscheiß aus.

                    Schönen Samstag euch!
                    Samstagmann

  2. Snoopy says:

    Das mit dem Zeit verplempern stimmt schon. Was mich auch aufregt ist das Dauerjammern und -meckern. Irgendwann nervt das dann sehr.

    Wenn man in anderen (ärmeren) Ländern unterwegs ist wird mir immer wieder bewusst wie gut es uns hier geht.

    Bei einer Reise im Frühjahr hat ein mitreisender Pfarrer den ich von Kindheit an kenne und sehr schätze (auch wenn ich nicht so fromm geworden bin wie er sich das vielleicht gewünscht hat ;-)) gerne folgenden Spruch verwendet:

    (Gott,) gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

    (Der Spruch wurde und wird ja schon lange gerne verwendet.)

    Ich denke den Spruch hat er oft bei seinen Auslandseinsätzen in südamerikanischen Ländern (vor allem Argentinien) oft verwendet.

    Gut das du die Zeit verwendet hast um in El´s Buch zu schmökern. Allerdings hätte ich ohne vorherige Information den Faden verloren. Auch musste ich zu einer Sache noch etwas nachfragen. Aber du bist ja schon gut informiert.

    • Sandmann says:

      Ay Snoopy,

      ich bin gerade dabei, eine MENGE in meinem Leben zu ändern. Die vergangenen zwei Jahre waren wohl das heftigste, was ich bisher erlebt habe.
      Aber ich stimme dir zu, wir jammern vermutlich auf sehr hohem Niveau. Und jammern bringt uns nicht weiter. Vielleicht jammere ich deshalb ja auch nicht mehr sondern pack die Dinge an, um sie zu ändern 😉

      Ich muss mal wieder weiterlesen….. 🙂
      Sandmann

  3. El Gigante says:

    Ich will niemandem zu nahe treten, aber der „langweilige Trott“ ist leider der ganz normale Alltag, der eintritt, wenn man seiner Arbeit nachgeht. Ich finde das ziemlich ätzend – aber IN der Woche bin ich mit dem Erwerb des Lebensunterhalts so eingespannt, dass ein „Ausbrechen aus der Spur“ schlichtweg kaum möglich ist. Die Hauptbeschäftigungen dieser Tage sind in der Tat Arbeiten, Schlafen und Essen. Lediglich am Wochenende fällt die Anspannung der Woche ein wenig ab.

    Was ich damit deutlich machen möchte: es ist entscheidend, mit welcher Intensität man (s)einer Beschäftigung nachgeht. Wenn ich mich ganz darauf konzentriere, entgehen mir sicherlich Randerscheinungen. Wenn mir jedoch jegliche Aufgaben, die meine Konzentration fordern, genommen werden, habe ich unweigerlich mehr Zeit, mich mit etwaigen Randerscheinungen auseinanderzusetzen – ja vielleicht werden diese sogar zu wichtigen Mittelpunkten.

    Um auf die Frage vom Sandmann einzugehen: auch ich spüre, dass die Zeit im Bezug zum eigenen Lebensalter zunehmend wertvoller erscheint. Ich vermute, das hängt damit zusammen, dass einem schmerzhaft bewusst wird, dass der obere Teil der (Lebens)sanduhr sichtbar abnimmt. In der Kindheit und der Jugend schien diese Tatsache noch in schier unendlicher Weite – doch inzwischen ist der Fortschritt (der Zeit) unübersehbar. Wenn man es übertreiben wollte, müsste man sagen: „das Ende naht!“. Deshalb scheint die verbleibende Zeit kostbarer denn je.

    Das mit der sinnlosen Scheiße sehe ich ein bisschen anders: durch das Alter sollte man eigentlich bewusster unterscheiden können, was man macht, und was man lässt. Deshalb kann man (anders als ein junger Mensch) besser entscheiden, ob sich eine Aktivität lohnt oder ob man damit seine Zeit verplempert. Es gibt ja auch Beschäftigungen, mit denen man absichtlich die Zeit totschlägt.

    El

    • Sandmann says:

      Ay El,

      weise und nachvollziehbare Sätze. Ich möchte dazu noch ergänzen:
      Als junger Mensch HAT man auch viel mehr Zeit, und es ist irgendwie lustig, diese mit Unsinn zu verbringen. Eben gerade weil das ganze Leben noch vor einem liegt.
      Der Unsinn wird im zunehmenden Alter irgendwie hochwertiger 😀 Und wenn ich mir ansehe, was so in den privaten Fernsehkanälen gezeigt (und GEGUCKT) wird dann bin ich schon nicht so schlecht davor. Also, mit der gut genutzten Zeit.

      Klar verbringe ich auch den einen oder anderen Abend mal im Netz oder vor dem Daddel-PC, nachher werde ich mir noch einen Film auf dem Laptop schön mit Kopfhörern im Bett ansehen – aber die Seele kann und muss ja auch mal baumeln.
      Trotzdem bin ich noch immer nicht sicher, ob ich inzwischen genau unterscheiden kann, was jetzt sinnvoll verbrachte Zeit ist und was nicht. Und damit meine ich nicht den bewusst gemachten Unsinn, damit meine ich wirkliche ZeitVERSCHWENDUNG. Ich glaube, vieles bei Facebook zum Beispiel ist genau das. Und da arbeite ich dran. Ich bin noch nicht ganz da, wo ich hinwill…

      Sandmann

      • El Gigante says:

        Klar ist vieles, was bei Facebook gepostet wird reine Zeitverschwendung. Deshalb darf man dem auch nicht so viel Beachtung und Gewicht schenken. Genauso halte ich es übrigens auch mit dem Fernsehprogramm – wobei ich nicht nur auf die privaten Kanäle, sondern auch auf die öffentlich-rechtlichen weitestgehend verzichte – also eigentlich auf das Fern-sehen schlechthin. Oftmals ist da selbst das einfache Schlafen gewinnbringender als das stumpfe Glotzen!

        Ich glaube schon, dass ein Mensch unseren Alters (wie sich das anhört *augenverdreh*) sein Leben effektiver philosophisch betrachten kann als ein Jugendlicher. Die Youngster haben noch wilde Ziele – die wir sicherlich auch hatten… aber vielleicht längst erreicht (und dann oftmals sogar revidiert) haben. Ich sage immer, dass ich körperlich gern nochmal jünger wäre – die gemachten Erfahrungen, egal ob gute oder schlechte, möchte ich jedoch nie wieder hergeben.

        Aus der Summe der Vergangenheit sollte man entscheiden, auf was man verzichten möchte und kann – und für was man seine wertvolle Zeit hergibt. Beispiel: obwohl ich definitiv weiß, dass die Wiederherstellung meines VW-Bulli wirtschaftlicher Schwachsinn ist, habe ich bereits ein komplettes Jahr meines Lebens mit genau dieser Tätigkeit vergeudet. So würde wahrscheinlich der betuchte Käufer eines nagelneuen T5 über meinem Aufriss urteilen. Ich bin das Projekt jedoch WOHLWISSEND angegangen und nun froh und stolz über das Ergebnis. Es war von Anfang an mein fester Wille, meine Zeit damit zu vernichten – aufgrund meiner früher gewonnenen Erfahrungen mit Bullis war mein Vorhaben konsequent mutwillig, fast trotzig.

        Also – es kommt drauf an, was man draus macht! Das ist mein Motto! Und wenn es Menschen gibt, die ihre kostbare Zeit bei weitem nicht so Effektivem widmen können oder wollen, so verbuche ich das einfach unter Individualisierung oder der persönlichen Freiheit. Man MUSS das ja nicht unbedingt gut finden. Einfach nur „that’s life“.

        Es gibt so viele Dinge, bei denen ich mir auch nur an den Kopf fasse und denke: „Was soll das?“, oder „Schade um die Zeit“. Angeln ist sowas oder Fussballfan sein, Vatertagstouren oder Mitglied in einem Schützenverein sein. ABER: jedem Tierchen sein Plesierchen. Solange das nicht allgemeine Pflicht wird und die mich in Ruhe lassen – können sie machen, was sie wollen.

        El

        • Sandmann says:

          Ay El,

          genau, jeder wie er will. Aber ich freue mich trotzdem, dass hier der eine oder andere offensichtlich „angestuppst“ wird, und sei es, dass man einfach mal wieder was macht, was einem aus dem alltäglichen Trott rausbringt.
          Ich versuche auch, meinen Berufsalltag so einzurichten, dass ich parallel lebe. Die Schreiberei und das Getexte auf Facebook lassen mir dankenswerterweise ohnehin schon viele Freiheiten, und das fühlt sich sehr sehr gut an. Ich weiß nicht, ob ich es nochmal hinkriegen würde, „robotten“ zu gehen.

          Sandmann

    • Snoopy says:

      Ich habe den Eindruck deine Arbeit ist für dich nicht nur reiner Broterwerb. Das ist es für mich zum Glück auch nicht 🙂
      Gut manchmal würde ich auch lieber etwas anderes machen.

      • El Gigante says:

        Ja, Snoopy, das stimmt. Es hat übrigens einiges an Zeit und Kraft gekostet, diesen Weg des Lebensunterhalts zu finden. Letztendlich bin ich damit ganz bewusst von dem Motto abgewichen, nachdem ich erzogen worden bin: „Geld ist das Wichtigste im Leben“. Meine Erfahrungen widersprechen dem nämlich ganz eindeutig. Lieber einen Job mit weniger Geld aber großem Spaß an der Sache.

        Und ganz ehrlich: ich schlafe abends sehr zufrieden ein, weil ich mit voller Motivation bei der Sache war.

        Obwohl diese Einstellung mein Leben irgendwie ausfüllt, lege ich großen Wert darauf, dass ich nicht lebe um zu arbeiten, sondern ich arbeite um zu leben!

        • Sandmann says:

          Und mit dieser Einstellung, El, wirst du wahrscheinlich auch noch NACH deiner Rente ohne Herzinfarkt weiterleben können!

          Es gibt so viele Beamte und sich selbst verheizende Menschen, die drehen und drehen und geben alles für die Firma – und wenn dann im Alter ein bisschen Ruhe einkehrt kippen sie einfach um und sind tot. Neeneeneee…..

          Klar muss man Geld verdienen in diesem Land, ohne ist eche scheiße, und nicht jeder kann sich seinen Arbeitsplatz mit offenen Armen aussuchen. Aber ich stimme dir zu, ich würde lieber für kleines Geld einen Job machen, der mich ausfüllt und mich auch am Montag Morgen gern zur Arbeit gehen lässt als irgend ein hochbezahltes Stressprogramm, an dessen Sinn man zweifelt. Das man mit nach Hause nimmt und nicht schlafen kann…….

          Sandmann

  4. LarsDithmarschen says:

    Ich möchte mal sagen, dass das „Zeit-totschlagen“ (die arme Zeit 😉 ) nicht unbedingt mit dem Alter zu tun hat. Ich stelle mir in letzter Zeit immer öfter die Frage „Warum machst du den Mist überhaupt?“
    Nehmen wir mal facebook. Es kann nützlich sein, wenn man Katzenbilder, Schneewarnungen („OH MEIN GOTT – ES SCHNEEEIIIIT!!!“), Profilbilder, die im Bad vorm Spiegel mit dem allzu hippen Smartphone gemacht wurden, und (in meinem Fall) auch viele „ich liebe dich mein schadz“-Sprüche von Teenagern lesen will. Und das soll auf keinen Fall eine Abwertung ihrer Persönlichkeit und ihrer Gefühle darstellen. Aber ich finde, wenn man es stündlich dem Partner auf die Pinnwand schreibt, ist es eher Angeben als richtige Liebe. Aber das muss ja schließlich jeder selbst wissen und ich möchte auf keinem Fall jemandem damit zu nahe treten ;-).

    Ich war eine Zeitlang (als ich facebook ganz frisch hatte) viel auf dieser blauen Seite unterwegs – um immer up-to-date zu sein, was bei den Anderen passiert. Zu der Zeit war ich aber auch nicht der Selbstbewussteste und habe mich nicht viel mit Leuten (außer meinen engen Freunden) getroffen. Wahrscheinlich ging es mir nicht nur dadurch gesundheitlich auch nicht so toll. Bis ich einmal gedacht habe „Was du hier machst, ist Quatschkram, du liest über ihre Katzen und über ihre Einstellung zu Schnee – aber du kennst sie kein Stück persönlich. Triff dich mit ihnen!“. Das habe ich gemacht und ich mache es immer noch. Und ich kann euch sagen – es ist viel schöner. Ich habe darauf angefangen zu singen und zu tanzen und dadurch einige neue Freundschaften geschlossen, die ich nicht mehr missen möchte, ich bin auch viel offener geworden. Bitte versteht mich nicht falsch, ich habe mich mit einigen hier schon prima und sehr nett über facebook unterhalten. Ohne die Antwort vom Sandmann bei facebook wäre ich wohl selber nie darauf gekommen, mich hier anzumelden und mitzuschreiben. Aber es bringt halt nicht das schöne Gefühl, Menschen neu kennenzulernen und sich mit ihnen zu unterhalten.

    Was mich nur stört, sind die Leute, die die ganze Zeit nur mit ihrem Smartphone rumdaddeln, anstatt sich dann mit einem zu unterhalten. Ich finde so etwas irgendwie unpersönlich und etwas ablehnend. Ich habe kein Smartphone und möchte auch keines haben – wie gesagt, ich möchte selbst etwas erleben und nicht nur vom Internet abhängig sein ;-).

    Zu der facebook-jede-Minute-schau- Zeit wollte ich auch gerne so sein, dass die Anderen mich mögen, vielleicht auch, weil ich selbst nicht so viel Kontakt zu anderen hatte. Inzwischen habe ich aber gemerkt – es ist viel besser, sich nicht zu verbiegen. Ich mach das, was mir gefällt (Ich habe Elsa gekauft, Tanze und Singe, wenn das letzte auch eher mit mäßigem Erfolg ;-)) und ich habe trotzdem noch Freunde. Wenn ich jetzt so zurücksehe, hätte das auch schon eher klappen können. Außerdem fällt es einem doch viel einfacher nicht so zu sein, wie die anderen. Zwei meiner Freunde haben sich diese Woche je einen silbernen Golf als 5-Türer gekauft – einer einen Golf IV und einer einen Golf VI. Ich möchte keinem zu nahe treten und freue mich auch für die beiden – aber für mich sind das die langweiligsten Autos überhaupt. Steht man beim Discounter auf dem Parkplatz, stehen da noch siebzig andere silberne Golf. Okay, ein schwarzer Volvo V40 ist vielleicht auch kein seltenes Auto – aber zumindest hier in der Nähe fahren nicht allzu viele davon. Hier ist es schon seltener, dass zwei auf demselben Parkplatz stehen. Ich finde mein Auto immer gleich sofort und muss nicht erst schauen, welches Auto aufblinkt, wenn ich es aufschließe ;-). Wenn es sich egoistisch anhört – dass soll es nicht. Ich möchte von mir behaupten, dass ich das nicht bin ;-).

    Ich überlege wirklich in letzter Zeit dreimal, ob es Sinn macht, meine Freizeit so zu gestalten, wie ich es momentan mache – es macht Sinn. Ich bin arbeite sehr gerne in meiner Freizeit an Elsa und mag es, Menschen zu treffen und die (Dithmarscher 😉 ) Welt zu erkunden. Ich fahre auch jeden Tag (wenn es passt) mit meiner Mutter zu Oma ins Pflegeheim, wo sie leider seit 2011 ist. Sie hat immer hier mit zu Hause gewohnt und ich bin mit ihr bis dahin aufgewachsen. Sie hat mir und meiner Mutter so viel beigebracht und uns so viele schöne Stunden gegeben, da möchten wir ihr nicht das Gefühl geben, dass wir sie abgeschoben haben und besuchen sie jeden Nachmittag für eine Stunde. Das bin ich Oma schuldig.
    Also ich finde momentan, dass ich meine Freizeit gut regele, die durch die Schule (oder momentan ein Praktikum) doch ja recht eingeengt ist. Aber lieber viel zu tun haben, als nur mit dem Laptop einsam auf dem Bett zu liegen und gelangweilt den „Aktualisier“-Knopf im Postfach zu drücken ;-).

    • Sandmann says:

      Ay Lars,

      ich schließe mich El Gigante weiter unten an – da bist du gut davor und definitiv ein bisschen anders als die meisten in deinem Alter.
      Auch ich glaube allerdings, dass die erste Welle, die noch immer brandet sich beruhigen wird. Es wird irgendwann normal sein, ab und an mal bei Facebook zu gucken, was so los ist. Die Menschen müssen immer erst den Umgang mit einem neuen Medium „lernen“, bevor sie es in ihren Alltag sinnvoll integrieren. Und immer gibt es Ausreißer in die Sucht oder die Totalverweigerung, das war schon immer so und es wird auch immer ein Regulativ geben. Wie zum Beispiel die Sehnsucht nach tatsächlichen Freunden, nicht virtuellen.

      Das mit deiner Oma hat mich sehr berührt. Sei bei ihr, sie wird dir sehr sehr dankbar sein und du wirst dir später keine Vorwürfe machen. Als meine Oma im hohen Alter im Pflegeheim war (das ist auch erst eine Handvoll Jahre her) war ich nur ab und an mal da und wusste damals schon GENAU, dass ich mich später dafür hassen werde. Das eigene Leben war zu wühlig. Ich hab’s genau gewusst und konnte es doch nicht ändern, oder ich war zu träge, was weiß ich. Heute bin ich sehr traurig, wenn ich darüber nachdenke. Habe ein paar Lieder darüber geschrieben und muss immer ein bisschen weinen, wenn ich sie spät Abends mal aufs Klavier zimmer….. 🙁

      Vielleicht kann man das alles runterbrechen auf: geh mit weit offenen Augen durchs Leben, höre deinen Freunden zu was sie sagen und vergiss dich selbst nicht.

      Sandmann

      • LarsDithmarschen says:

        Ich muss mich gerade oben mal berichtigen. Ich schrieb über die beiden Kumpel von mir, die sich je einen silbernen Golf gekauft hat.
        Der Kumpel mit dem Golf VI wird ihn eher als Gegenstand ansehen, nichts besonderes.
        Bei dem Kumpel mit dem Golf IV muss ich mich aber berichtigen. Der Golf ist von 1999 und ein absoluter Nullausstatter mit der kleinsten Maschine. Für mich ein absolut langweiliges Auto – aber: Er ist verdammt stolz darauf und hat sich noch bei mir bedankt, dass ich ihn mit angeschaut habe, bevor er ihn gekauft hat. Er plant schon, ein anderes Radio einzubauen und freut sich schon mächtig darauf, Touren damit zu fahren. Er hat mich schon gefragt, ob wir eine längere Tour machen, wenn ich achtzehn bin. Das selbe passierte auch heute mit einem Klassenkameraden mit seinem Lupo. Irgendwie habe ich doch das Gefühl, dass die Faszination Auto nicht abbricht. Es ist halt ein Stück Freiheit. So wie für andere mein Volvo langweilig ist, fand ich seinen Golf langweilig. Nun sehe ich das ganze aber aus einem anderen Blickpunkt 😉
        Für mich ist das Auto ein Stück Freiheit, das mich zu Menschen und Orten bringt, die ich sehen möchte. Das Arbeits- /Schulleben ist schon hart genug. Da sollte man seine Freiheit nicht versauen 😉

        • Sandmann says:

          Ay Lars,

          ein Auto, gerade DAS ERSTE Auto ist DAS Symbol für eine Form von Freiheit, die du vorher nicht hattest! Mit deiner ersten eigenen Karre kannst du, wenn du volljährig bist, hinfahren wohin du willst. Niemand kann es dir verbieten, du brauchst lediglich Zeit und Geld für Benzin. Italien? Na klar. Südfrankreich? Warum nicht? Mal eben nach Prag? Soll schön da sein. Du kannst in ihm fahren, es macht was du willst. Du kannst in ihm schlafen oder Musik hören. Das erste Auto ist der Hammer.

          —> und deshalb macht es eigentlich auch fast gar keinen Unterschied, ob es ein alter Buckelvolvo oder ein Golf mit Nullausstattung ist. Wichtig für deine Liebe zum ersten Auto sind die Geschichten, die du mit und in ihm erlebst. Wenn du mit deinem ersten Auto schöne Reisen mit guten Freunden gemacht hast, wenn es dich durch die Welt begleitet hat – dann vergisst du es nie. Dann bist du irgendwann so bekloppt wie ich und kaufst es dir 20 Jahre später einfach noch mal 😀 Und hey – der Taunus war 1990 schon extrem cool! Aber erst die Reisen und der Alltag mit ihm haben ihn zu MEINEM Auto gemacht.

          Macht diese Touren. Ein langes Wochenende unter Freunden reicht ja schon aus. Und atmet diese Freiheit – ihr werdet mit zunehmendem Alter immer weniger solche Gelegenheiten haben…

          Sandmann

          • LarsDithmarschen says:

            Hey Sandmann,
            mit dem ersten Auto hast du auf jeden Fall recht! Ich freue mich schon auf Touren mit meinem V40, den habe ich ja schon, seit ich 16 bin. Eigentlich schwachsinnig, aber so bin ich eben ;-). Mein Vater ist Anfang der 70er Jahre mit seinem Käfer auch mal über’s Wochenende nach Holland gefahren – Fahrersitz raus, und man konnte wohl drin übernachten. Da habe ich es im V40 einfacher – Rückbank umklappen ;-). Mein Vater wollte ja auch immer nochmal einen 69er Käfer 1200 haben. Man soll ja niemals nie sagen. Ich habe mir vorgenommen, meinen V40 eigentlich nicht mehr abzugeben. Wenn’s ein technisches Desaster gibt, wird er in die Ecke gestellt und irgendwann mal reanimiert. Er ist jetzt schon mein Auto ;-).
            Die Touren werden auf jeden Fall gemacht. Vielleicht mal für zwei Tage an die Ostsee – oder für ein langes Wochenende nach Holland – mal schauen. Es hetzt ja eigentlich keiner 😉

            • Sandmann says:

              Nochmal ay Lars,

              wieso ist das schwachsinnig? Pha, ich hatte mit 15 meinen ersten Taunus, und jetzt habe ich noch immer einen 😉
              Hinten in einem Kombi pennen ist vielleicht komfortabel – aber glaube mir, es ist nur halb so kultig wie mit deiner Federdecke und vollem Bettzeug-Gerödel auf dem Fahrer- oder Beifahrersitz. Nimm auf jeden Fall ein Kuscheltier mit. Das darf nicht fehlen 😉

              Wenn dein Papa an einem 69er Käfer hängt, soll er sich mal auf die Suche machen. Es gibt noch immer recht viele, und sie sind für angemessenes Geld zu bekommen. Lebe deinen Traum! Na ja, das muss ich dir ja nicht sagen, du kennst ja meine Einstellung.
              Ich glaube und fürchte, du wirst deinen V40 eines Tages hergeben. Es gibt immer eine Zeit für dieses oder jenes Auto. Ich hätte dir Stein und Bein geschworen, dass ich meinen Audi V8 ewig behalte. Sind auch immerhin 10 Jahre und 520.000 Kilometer geworden. Aber dann hatte ich keine Lust mehr…

              Mach die Reisen. Fang im Frühling damit an. Nimm es dir nicht nur vor, MACH es. Es ist superlustig, das sind Erfahrungen, da zehrst du dein Leben lang von!

              Sandmann

    • El Gigante says:

      Lars, damit hast du zu dem Thema zwar eine sehr vernünftige Einstellung und Meinung.

      Dennoch erlebe ich das Grundbild deiner Generation meistens anders. Seien es meine Fahrschüler, meine Kinder und Stiefkinder oder seien es die Personen, über deren Postings bei Facebook auch ich mich regelmäßig wundere.

      • El Gigante says:

        Ach ja… das wollte ich eben schon erwähnen:

        es gab wohl in der Vergangenheit kaum Zeiten, in denen die Menschen mehr miteinander kommuniziert haben, als jetzt. Diese Kommunikation findet im breiten Angriff statt, denn es gibt eine Vielzahl von Kanälen (Handy, SMS, Whatsapp, Twitter, eMail, Facebook etc., etc.).

        Trotzdem scheint es den Menschen kommunikativ schlecht zu gehen: die wirklich WICHTIGEN Gesprächspartner im Leben der Menschen scheinen seltsamerweise NICHT mit ihnen in Kontakt zu stehen. Deshalb leiden viele Menschen unter fehlender Beachtung. Ständig suchen sie nach Bestätigung, Lob, Anerkennung, Zuneigung – was im menschlichen Miteinander wohl in der Wichtigkeit gleich nach Sauerstoff und Nahrung kommt.

        DESHALB wird gepostet, was das Zeug hält! Selbst das flacheste Posting findet seine Leser und vielleicht sogar einen Kommentator. Und DESHALB vertrödeln wir soviel Zeit mit diesen nervigen Informationen.

        Oder sehe ich das falsch?

        • LarsDithmarschen says:

          Ich finde, du siehst es zu 100% richtig. Die Menschen kommunzieren zwar recht viel miteinander über Whatsapp (was ist das überhaupt??), Twitter, etc., aber der persönliche Kontakt fehlt. Dadurch fehlt ihnen, wie du schon sagtest, Beachtung. Jeder Mensch möchte irgendwie beachtet werden, ansonsten vereinsamt er. Ich habe es neulich mal ausprobiert und einfach ein „Eis. Legga ;-)“ gepostet. Es hat keiner etwas kommentiert und keinem gefiehl es – ich habe das Gefühl, dass meine Freunde es richtig machen, und nicht jeden Mist kommentieren ;-). Hätte ich auch nicht gemacht. Mich interessiert es halt nicht, ob einer gerade ein Eis isst, oder ob er beim neusten Videospiel gerade ein Level geknackt hat. Die flachen Infos habe ich früher benutzt, um mit den Personen in virtuellen Kontakt zu treten, was wohl eigentlich der Sinn des Postings der Person gewesen ist. Freundschaft ist aus den meisten nicht geworden.

          Genau ist es mit den Smartphones, zumindest in meiner „Generation“. Bei einigen Leuten, mit denen ich mich öfter mal treffe, wird bei jeder Kleinigkeit das Mistding rausgeholt. Wie ich das hasse,,, Das ist doch schon eine Sucht. In jeder freien Sekunde wird das Smartphone rausgeholt und geschaut, was Peter Petersen bei facebook geschrieben hat, oder was für neue SMS reingekommen sind. Die kommen ja gar nicht mehr von dem Glitschbildschirm weg, bei manchen wundere ich mich manchmal, dass die den nicht ablecken, sowie sie die Dinger verehren….

          Und vor allem bauen inzwischen viele Beziehung drauf auf. „Er schreibt so schön und lieb bei facebook, ich habe mich dabei sooo in ihn verliebt“. Aha, interessant ;-). Ich für meinen Teil möchte das Mädel erst kennenlernen, bevor ich so einen doch recht großen Schritt mache. Wie oft habe ich in der Schule schon „Beziehungskrach“ gehört, weil einer seiner Partnerin nicht bei facebook geantwortet habe. Und wie viele Nachrichten ich schon bei facebook bekommen habe „Warum bist du nicht online? :-(„. Weil ich keine Lust hatte und andere Sachen wichtiger finde?! Das hört sich immer schon nach einer Pflicht an jeder Zeit und überall erreichbar zu sein. Wenn ein Freund oder eine Freundin reden will, lade ich sie auf ein persönliches Gespräch ein. Letztes Mal bin ich mit einer durch die Dünen St.Peter-Ordings gelaufen (während meine Begleitperson shoppen gegangen ist…war ’n Fehler, der ganze Kofferraum war voll :-D) und habe mit ihr über ihre Probleme geredet. Ich glaube, das hat ihr mehr geholfen, als über facebook, sie hat nachher mächtig gestrahlt. Und vor allem kann man viel besser mit Menschen reden, wenn man nicht drei mal (bei einigen) überlegen muss, ob es nun Ironie ist, oder nicht… Einige wollen es lieber schreiben, weil es ihnen schwer fällt, zu reden. Denen sage ich immer, dass ich von ihnen keinen schlechten Eindruck gewinnen werde. Was ist dabei?

          Ich finde, meine Generation sollte wieder „persönlicher“ werden. Ansonsten ist das Leben nachher Mist, wo bleibt die Freiheit, mal nicht erreichbar zu sein, oder sich mal persönlich auszutauschen?

          • Sandmann says:

            Ay Lars,

            das sind sehr „erwachsene“ Ansichten, die du da hast, eigentlich kommen die erst, NACHDEM man die Schnauze von der oberflächlichen Nicht-Kommunikation gestrichen voll hat. El Gigante hat das sehr schön formuliert, die Menschen kommunizieren mehr als je zuvor, vereinsamen aber langsam. Das ist wirklich so. Du scheinst da aus irgend einem Grund rauszufallen, vielleicht liegt es an Elsa, alte Autos bringen einen definitiv auf andere Gedanken 🙂

            Ob man nun ein Smartphone haben muss oder nicht bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Ich will mich da nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen, ich verdiene mit meiner Arbeit im Internet und auch auf Facebook (an anderer Stelle) meine Brötchen und bin dem ganzen Zirkus daher nicht abgeneigt.
            Sich gegen ein Smartphone zu sperren, was definitiv Vorteile hat (Telefonieren, Nachrichten schreiben, Navigation, Sachen nachschlagen, Fotos machen, …) ist für mich in einer Zeit, wo es quasi zum Alltag dazu gehört ein bisschen so wie mit dem Pferd zur Schule oder zur Arbeit zu reiten, weil einem Autos zu modern sind 🙂 Ich finde, man muss es nur sinnvoll einsetzen. Push-Mitteilungen ausschalten, dann bimmelt das auch nicht jedes mal, wenn jemand seinen neuesten Furz auf Facebook postet. Nachts ist meins ganz aus. Wer mich aufgrund welches Notfalls auch immer erreichen MUSS der hat meine Festnetznummer. Jaaaa ich habe noch ein oldschool Festnetz 😀
            Das ist wie mit Bier und Wein. In Maßen toll, zu viel ist nicht gut.
            Ach nee, warte mal, doofe Metapher, du trinkst ja keinen Alkohol, oder? 😉

            Sandmann

            • LarsDithmarschen says:

              Ich habe die Metapher schon verstanden 😛 :-D.

              Ich möchte Smartphones und facebook ja nicht schlecht reden, sie haben durchaus einen guten Zweck. Ich habe zum Beispiel mich schon oft geärgert, dass ich unterwegs nicht mal schnell etwas im Internet nachschlagen kann – oder, dass mein Handy keine Kamera hat. In Maßen ist ja echt alles okay, nur dass, was El Gigante weiter unten über seine Fahrschülerin schreibt (genau das meinte ich!), geht mir so auf den Geist. Ich finde so etwas recht unfreundlich, wenn jeder nur rumdaddelt. Dann brauch man sich dann auch gar nicht zu treffen.

              Ich glaube, die Einstellung hat mir Oma beigebracht. Die meinte immer „Wenn dein Bauch dir sagt, es ist etwas falsch, dann mach es nicht.“ und so handel ich eigentlich ;-). Mein Bauch sagte „Ja“ zu Elsa, seitdem ist hier auf dem Hof noch weniger Platz ;-). Meine Oma ist nun 92, geistig noch sehr fit, aber kann leider nicht mehr laufen. Ich nehme sie ein wenig als Vorbild – obwohl sie geflüchtet ist und ihren Mann und ihren Sohn überlebt hat – hat sie nie ihren Humor verloren. Das versuche ich auch ;-). Ich möchte meine Freizeit so gestalten, dass ich später nicht sagen „Ach hättest du mal…“. Deswegen ist auch Elsa da ;-). Schulisch/beruflich ist es natürlich eine andere Sache 😉

          • El Gigante says:

            Neulich erzählte mir eine gymnasiastische Fahrschülerin, dass ihr die Mitschüler/innen während eines Stufentreffens ziemlich auf die Nerven gingen, weil sie zwar alle zusammen saßen, aber jede/r für sich nur mit dem Smartphone am Rumdaddeln waren. Es war kein vernünftiges Gespräch möglich und niemand hat sich wirklich an diesem Zustand gestört (außer sie selbst natürlich).

            Was für eine kranke Welt!

            • Sandmann says:

              Total krank, bin ich bei dir.
              Ähnliches hatte ich auf einer Fotoreise morgens im Hotel in Mainz. Vier Japanerinnen, Koreanerinnen, Chinesinnen was weiß ich saßen gemeinsam am Frühstückstisch, holten sich ein paar Minzblättchen und Tee und schrieben dann alle auf ihren Telefonen rum. Das war völlig absurd, ich hab’s auch fotografiert 😉

              Wenn meine beiden älteren Töchter bei mir zu Hause sind ist Abends Handyverbot. Artig tschüss sagen, der Rest hat dann auch Zeit bis morgen. Die jüngere von beiden vergisst dann oft sogar ihr Telefon unten auf dem Sofa, wenn sie schlafen geht. Und wacht morgens trotzdem quicklebendig auf, man wundert sich 😉

              Schönen Samstag
              Sandmann

  5. Daemonarch says:

    Wäre aber besser gewesen, rüberzukopieren, dann hätteste den Text jetzt noch…

    Wie oft ich mich in meinem Leben schon geärgert hab, nen ellenlangen Text ersonnen zu haben, den es dann beim absenden ins Nirvana geschossen hat.

  6. Snoopy says:

    Einwurf: Das Titelbild ist jetzt hell genug.
    Klasse, Taunus mit Anhänger 😉

  7. Snoopy says:

    Die Sortierung ist lustig… EDV sag ich nur…

  8. Daemonarch says:

    Ich vermute eher nen Bug in wordpress… Wär ja nicht der erste.

  9. Touranus says:

    N’Abend Jungs, hier ist ja was los…

    Was ich bei FB noch viel dämlicher finde, als Katzenbilder oder kopierte Posts sind Status-Mitteilungen, die andeuten, das gerade jemand gaaaaanz doll angepisst ist, die Schnauze voll hat, oder nicht mehr enttäuscht werden will… und das war’s dann. Keine Angabe von Gründen oder sonstige Erklärungen. Auf Nachfrage kommt dann: „Nee, ist privat…“
    Und das machen sogar hier Anwesende…

    Watt soll der Schwachsinn denn? Die Welt soll wissen, das ich ein Problem habe, aber WELCHES bleibt dann geheim??? 😉 Ernsthaft jetzt: Dann bitte auch nicht über Andere aufregen! Das ist Kindergarten 3.0 😀

    So, genug unbeliebt gemacht. Was den Blog angeht, zeigt Sandmann doch hier eindrucksvoll, wie man Freundschaften erLEBEN kann. Hat bei mir Erinnerungen geweckt, als ich damals als Touran Fahrer zum Audi V8 Treffen im Südseecamp aufschlug und so viele, wirklich nette Menschen kennenlernen durfte. Das war ein genialer Abend!

    Leider gehört für viele Menschen (mich eingeschlossen) der Arbeitsalltag zu einem wirklich notwendigem Übel. Das kann man sich noch so schön reden und Pläne schmieden… ein Ausbruch ist eben NICHT immer möglich!
    Ein kurzer Anriss aus meinem Leben: Nach einer ziemlich unglücklich verlaufenen Scheidung würde meine Türklingel nicht mehr stillstehen, wenn ich jetzt zur Verwirklichung meiner Träume meine Festanstellung aufgeben würde… 😉

    Da bleibt mir persönlich halt nur die Flucht aus dem Alltag, in dem ich mir einen alten Schweden kaufe, das hier veröffentliche und mich über Meinungsaustausch mit Euch freue. Manchmal sitze ich im Auto auf dem Weg nach Hause und bin schon ganz gespannt, was es hier wieder Neues gibt.
    Deshalb bin ich noch lange kein Nerd, der sein Internet zum Leben braucht… aber um 22:00 Uhr sind meine realen Freunde halt mit anderen Dingen beschäftigt.

    Ich denke mal, ein gesundes Mittelmaß aller Dinge ist die beste Lösung 😉

    Benny

    • Sandmann says:

      Ay Touranus,

      in der Tat ist der „Ausbruch“ aus einem vollgestopften Alltag nicht immer möglich. Deshalb haben wir ja die Mofatour offiziell auch in ein Wochenende gestopft. Inoffiziell war vielleicht auch noch der eine oder andere Urlaubstag dabei 😉 Ich wünsche dir trotzdem, dass du mit deinem Elch dir auch die „kleinen“ Auszeiten nehmen und genießen kannst. Simplify your Life…

      Und süß, dass einige von euch sich drauf freuen, hier wieder Neues zu lesen. Ich bekomme ein richtig schlechtes Gewissen, dass ich selbst so wenig schreibe 🙁 Aber hey, heute Abend gibt es den Abschluss der Mofatour, und morgen oder übermorgen kommt Karins neue Kolumne.
      Und dann fahre ich ja den alten Audi über den Winter durch Schnee und Eis, da wird es 14tägig ein Update geben. Also viiiiiiel zu diskutieren für euch da draußen. Ich freu mich drauf! 😀

      Sandmann

  10. marc1 says:

    Nabend. War wieder super interessant zu lesen. Also ich hab kein Facebook, aber nen Smartphone. Vermissen tu ich da auch nix. Das Thema Leben und Arbeit beschäftigt denke ich quasi jeden. Es gibt Jobs, die kann man machen, um Geld zu verdienen. Hat bestimmt auch Vorteile. Aber es gibt auch ne Menge Jobs, da gibt’s nur 100% oder lassen., Für mich ist mein Job ein wichtiger Teil meines Lebens. Leider nimmt er mich zur Zeit extrem in Anspruch und ich bin nach Abpfiff echt alle. Schön ist, dass ich mich dann in meinen gasenden Benz schleiche und nach Hause cruise. Ich habe leider viele alte Freunde verloren, durch Wohnortwechsel, Familienbildung oder ähnliches. Um so schöner ist es, wenn man doch mal wieder einen alten Weggefährten trifft. ich kann für meinen Teil nur sagen, dass ich immer gerne gegen Abend meinen Compi anwerfe. um vom Sandmann und „euch“ zu lesen. Hat mir schon oft ein Lächeln, aber auch das Nachdenken ins Gesicht geschrieben. Abschließend bleibt mir noch zum jungen Lars zu sagen, dass ich seltenst so tolle, gereifte Meinungen von einem jungen Mann lesen durfte. Hut ab! Gruss, der Gasende Benzer

    • Sandmann says:

      Ay Marc (jetzt mal der mit dem Benz 😉 ),

      ich habe lange gebraucht, um einen guten Mix aus 100% Vollgas im Job, zwei Familien, zwei Wohnsitzen und einigen alten Autos zu finden. Der erste Schritt in eine Richtung, die mir sehr gefällt war die Aufgabe meiner alten Firma. Verlustreich, ärgerlich und nervenzehrend (noch immer auf die eine oder andere Art und Weise), aber ich bin mit meinem neuen Beruf so viel glücklicher, dass alles andere besser von der Hand geht.
      Montag Morgen ist kein Horrortrip mehr, sondern selbst bei Dunkelheit um 6:00 Uhr der Beginn einer neuen, spannenden Woche. DAS lässt sich vermutlich bei mir nur noch optimieren, wenn ich irgendwo eine Millionen finde 😀 Also da bin ich zufrieden.
      Die anderen Teile meines Lebens sind schön, aber sehr umtriebig. Ich lerne erst nach und nach, Terminkalender zu führen und einzuhalten, sowohl privat als auch beruflich. Und es ist eine tägliche Bastelei, dass alles zusammenpasst. Aber da werde ich täglich besser…

      Und wenn am Ende des Tages noch Zeit bleibt, mal den Handschuhfachdeckel gerade zu schrauben, die flatternden und plattgebremsten Winterreifen Ende September gegen die guten Sommerreifen zu tauschen 😀 oder einen Anhänger zu tüven – dann bin ich gar nicht so weit entfernt von einer gewissen Zufriedenheit.

      Aber irgendwas ist ja immer……. 😉
      Einen guten Wochenstart
      Sandmann

      • marc1 says:

        Tja, da bist du flexibler als ich. Ich bin Beamter. Ich möchte manchmal alles hinschmeißen und Autos verkaufen. Wenn ich im Lotto gewinne (und ich spiel kein Lotto) geh ich tagsüber zu meinen geistig behinderten Kindern und abends und am WE verticke ich Autos, gerne Skoda oder Seat (ev. auch Dacia). Wenig Geld fürs Auto, oder nur Youngtimer. Aber da hab ich zu wenig Ahnung. Aber : Autos sind fast alle echt lecker bzw geil!!! Gruss, der gasende Benzer

        • Sandmann says:

          Marc,

          wenn du WIRKLICH unglücklich bist/sein solltest/ wirst, ist es nie zu spät, tatsächlich alles hinzuschmeißen. Ich war zwar nicht verbeamtet, habe das aber im prinzip gemacht. Mit 40 habe ich alles liegen lassen und was VÖLLIG anderes gestartet – ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Das hat zuerst sehr weh getan, hat mich viel Geld verbrennen lassen und einige beteiligte Menschen kopfschüttelnd in die Resignation getrieben. Aber ich bin noch da, ich verdiene heute mehr als in meinem alten Job und ich bin glücklich.
          Zack. Nicht einfach, aber erstrebenswert, oder?
          Freiberuflich schockt……

          Sandmann, Montag-müde

        • marc1 says:

          Nun ja, unglücklich bin ich definitiv in meinem Job nicht. Behinderte Menschen sind mein Ding. Aber Fahrzeuge haben mich immer strubbelig gemacht. Und im Studium hab ich verkauft, zwar nur Möbel und nicht Autos, aber war geil. Autoverkäufer sind auf dem absteigenden Ast. I know. Träumen ist erlaubt. Gelle? In der Woche Lehrer und am Samstag Autos verkaufen. Das wärs!!! Gruss, der gasende Benzer

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