Kun i snor – alles an der Leine

Tag 4. Alleine leinenlos?

(und was bisher geschah)

Ich muss an die Leine

Ich muss an die Leine

Touristisch erschlossene Landesrandgebiete im Westen haben auf der ganzen Welt etwas gemeinsam: Nicht nur die Zähne müssen angeleint werden, sondern auch die Lenkdrachen, einige Hunde und, wie hier am seit über 100 Jahren erstmalig nahezu windstillen Nordseestrand von Henne, seit dem 1. Januar 2007 auch Kraftfahrzeuge über 250 PS. Der Audi fällt unter diese Regelung. Heute lassen Örg und ich unseren sich in Kadåvern wälzenden, anzuleinenden Hund im Sandmann-Haus zurück und bringen unseren neuen Drachen in die Luft.

Die Sonne scheint von einem blauen Himmel, die Nordsee liegt wie ein Spiegel in der Mittagskälte und genervte Familienväter ziehen mit eingekniffenem Schwanz wieder von dannen, weil sie ihn nicht hoch gekriegt haben. Ihren teuren neuen Lenkdrachen. Also doch wieder die Playstation rausholen, wer rechnet auch schon im Oktober in Dänemark mit Windstille?

Tatsächlich bemängeln einige Oberlippenbart tragende deutsche Passanten mit roten Hochblutdruck-Köpfen bereits, dass der Audi keinen Maulkorb trägt. Wie so oft auch daheim in Kiel, verstricke ich mich in Erklärungen, dass es sich beim D11 um eine Rasse handelt, die allgemein als zahm und kinderlieb gilt und deshalb ohne Maulkorb auf die Straße darf. Der Audi knurrt kurz unterstreichend und fällt dann leise tickend und knispelnd in eine entspannte Parkposition. Ørg leint ihn an. Er ist hier zwischen all den unverzinkten deutschen Kleinwagen der einzige, der angeleint werden muss. Immerhin hupt er nicht mehr andauernd, so wie letzten Monat noch, wenn er uns nicht mehr sieht und sich langweilt. Jetzt können wir unseren Lenkdrachen steigen lassen.

Auch das ist hier natürlich verboten. Da die Badesaison allerdings vorbei ist und wir nicht mehr Gefahr laufen, unser Spielzeug im Tiefflug scheitelziehend durch sonnenbadende Bierbauchträgerkolonien zu pflügen, haben wir genug Platz zwischen den angetriebenen Giftmüllfässern und den Teerklumpen der jüngsten Tanker-Havarie. Für das Modell VierZwo genügt auch die leichte Brise, welche die Karstadt-Drachen der maximal gepesteten Familienfraktionen in den sicheren Absturz und somit ihre stolzen Leinenführer in eine Schmähposition trieb. Seilmann Ørg demonstriert dies hier am seidenen Faden. Schöne Bilder, oder wie sehen Sie das?

Macht einen die salzige Seeluft eigentlich komisch? Æh. Na wie dem auch sei, ich überlege gerade, was man sonst noch so alles an die Leine nehmen kann. Haben Sie eine Idee??? Machen Sie einmal Vorschläge. Ich bin gespannt.

Morgen geht es wieder zurück, und einen Kombi braucht man noch immer nicht. Farwell soweit.

De dansk Sandmand

(und hier geht es zum letzten Teil)

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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2 Responses to Kun i snor – alles an der Leine

  1. Markus1975 says:

    Hey Jens

    Eine Party am Strand steigen lassen. So richtig mit Lagerfeuer zwischen den Dünen, Gitarre im Arm und mit Freunden die Gemeinschaftlichkeit genießen. Dazu ein paar alkoholische Getränke und mariniertes totes Tier, welches von frischen gerösteten Maiskolben unterstützt wird.
    Dabei wird das Drachenmodell 4.2 , welches ich für eine geniale Idee halte es an die Leine zu legen,beim aufsteigen beobachtet. Währenddessen trollt sich das Modell 3.6 auf leisen Sohlen durch Dünen zur nächsten Tankstelle, um den Besitzer beim tanken in den Ruin zu treiben. Dank 250 vorhandenen PS sogar völlig legal 😉

    V8 mäßige Grüße

    Markus

    • Sandmann says:

      Da stecken noch viiiiiele potenzielle Geschichten in den Dünen, wenn du das so zusammenfasst 🙂

      Ich bekomme gerade eine heftige Dänemark-Sehnsucht. Ach mannooo…

      Sandmann

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